Was wird aus dem gemeinsam geplanten Umzug?

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  • Unter den jetzigen Umständen glaube ich aber nicht, dass er umziehen würde - also in eine eigene Wohnung- um seinen Kindern nahe zu sein....

    Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Für ihn kam die Trennung bestimmt überraschender als für dich und es ist gut möglich, dass da jetzt erst einmal nur die verletzten Gefühle sprechen. Es war ja sicherlich auch sein "Traum" in das Haus zu ziehen und nun willst du den Traum ohne ihn leben. Da ist sicherlich auch Trotz und Wut im Spiel.

    Klar, ist es gut, dass du dich informiert. Bis zum geplanten Umzug ist ja aber auch noch Zeit. Vielleicht auch nicht direkt die ganz schweren Geschütze auffahren sondern deinem (Noch-) Ehemann Zeit geben, die Situation zu verdauen. Vielleicht ist in 1-2 Monaten doch noch ein Gespräch möglich.

  • Querstellen kann er sich immer, die Frage scheint mir eher, was denn die Konsequenzen bzw. Auswirkungen für Dich bzw. Deine Kinder sind. Welche Alternativen kannst Du für Dich und Deine Kinder entwickeln angesichts der Trennungssituation - und zwar vor allem mit Fokus auf den Kindern. Da würde ich mir nicht nur anwaltliche Hilfe suchen, sondern auch Kontakt zum Jugendamt aufnehmen.

    Wobei kann mir das Jugendamt denn helfen? Ich bin da noch recht ahnungslos...

  • Anwälte sind nicht immer der beste Ratgeber, da eine schnelle Einigung nicht ihrem Geschäftsbetrieb entspricht.

    Und das Jugendamt auch nicht.. ich sehe im Moment nicht, was die in dieser Situation Positives bewirken sollten.

    Ich finde diese Empfehlung, sich ans Jugendamt zu wenden, grenzwertig. Bei uns würde man schon mal erst nach Wochen einen Termin bekommen und dann würde das Jugendamt vermutlich auf eine Beratungsstelle verweisen.

    In diesem Fall sind die Kinder "warm und satt", so nenne ich es mal. Keine Gefahr im Verzug....


    Versucht, es unter Euch zu lösen. Wie Karalina schreibt, vielleicht braucht er einen Moment Zeit, um sich zu besinnen.

  • Wobei kann mir das Jugendamt denn helfen? Ich bin da noch recht ahnungslos...

    Beim Jugendamt sollte es eine Fachkraft geben, welche für Eure Kinder verantwortlich ist, dazu muss man aber erst einmal in Kontakt treten. Welche Hilfe bzw. Unterstützung gut und sinnvoll in Eurem Fall ist, wird sich dann im Gespräch zeigen. Bevor man sich auf langwierige und teure Gerichtsverfahren einlässt, woran eigentlich nur die Anwälte richtig gut verdienen - die Leidtragenden sind ja immer die Kinder -, würde ich dazu raten, mich über Möglichkeiten der Unterstützung (z. B. moderierte Gespräche zwischen Eltern) zu informieren, also alles, was dazu dient, die Wogen etwas zu glätten.

    A smile a day sweeps the sorrows away

  • Ich finde diese Empfehlung, sich ans Jugendamt zu wenden, grenzwertig

    Warum? Fragen bzw. sich erkundigen ist immer sinnvoll. Wenn man dann nicht zeitnah einen Termin bekommt, dann kann man sich selbst an eine Beratungsstelle wenden. Und ja, es gibt da durchaus Unterschiede - wie überall -, was die Qualifikation des Personals angeht.


    Versucht, es unter Euch zu lösen.

    Dazu müssen beide willens und fähig sein. Wenn auch nur einer von beiden abblockt, dann wird das nicht wirklich funktionieren. Und in einem Zusammenhang wie diesem ist es gut und sinnvoll, sich gute Hilfe zu holen, parallel zum Versuch, miteinander zu reden oder im Gespräch zu bleiben.

    A smile a day sweeps the sorrows away

  • Ich wäre beim Jugendamt auch eher vorsichtig. Aus beruflicher und privater Erfahrung würde ich eher davon abraten, die ins Boot zu holen.


    Hilfreich finde ich persönlich Beratungsstellen/ Mediation, die das Ziel haben, die Kommunikation der Eltern untereinander zu verbessern und dabei dann auch gemeinsam nach guten Lösungen für die Kinder zu suchen.

    Die Caritas bietet bspw. solche Beratungen an.


    Dein Ex wird aktuell wahrscheinlich noch geschockt von der Trennung sein. Das dauert wahrscheinlich auch etwas, bis der erste Schock überwunden ist. Aber du kannst ihm ja signalisieren, dass du ihm nicht die Kinder wegnehmen willst und gesprächsbereit bist und kannst ihm vorschlagen, einen gemeinsamen Termin in einer Beratungsstelle wahrzunehmen.

  • Das Jugendamt wird bei einem Scheidungsantrag vom Gericht automatisch eingeschaltet, wenn Kinder betroffen sind. Das Jugendamt gibt dem Gericht Auskunft über eine eventuelle Aktenlage (meldet also in der Regel "nichts", da die meisten Familien nicht aktenkundig sind), bietet seine Hilfe an für die Kinder. Da ein Scheidungsantrag rechtswirksam erst nach einem Jahr Trennung eingereicht werden kann, ist da eigentlich in der Regel bereits "alles" passiert.


    Ansonsten geben Jugendämter, je nachdem, wie sie aufgestellt sind, im Rahmen einer Familienberatung den Eltern mediationsmäßig/vermittelnd eine Hilfestellung, sich über streitige Fragen einig zu werden. Manche Jugendämter haben diese Familienberatung aber auch anderen Organisationen übertragen wie Diakonie, Caritas u.ä. Grundsätzlich gilt: Das Jugendamt ist hier beratend tätig, hat also keine rechtliche Position (kann also nicht irgendwelche Vorgaben machen, Anweisungen geben, Entscheidungen treffen).


    Die hat das JA nur, wenn es eine akute Gefahr für die Kinder sieht (Stichwort: "Kindeswohlgefährdung"). Die ist aber in der Regel nicht gegeben, wenn Eltern sich uneins über den Aufenthalt der Kinder sind. Das liegt in der Verantwortung der Eltern. Kommt es zu keiner Einigung, muss der Aufenthalt ggfls. vom Richter entschieden werden. Die scharfe (und einzige) "Waffe", wegen einer direkten körperlichen oder seelischen Gefährdung der Kinder die Kids aus dem Haushalt der Eltern und für 14 Tage in Obhut des JA zu nehmen (danach muss zwingend ein Gericht entscheiden), darf hier eigentlich nicht zur Anwendung kommen.


    Mit anderen Worten: Beim Jugendamt findet man (wenn es zeitlich nicht überlastet ist) die Gesprächshilfe in der Regel von einem in Familiensachen erfahrenen Sozialarbeiter. Diese Aufgabe kann auch eine Familienberatung übernehmen, ein Pfarrer, ein Lehrer, Familienfreunde - halt jeder, zu dem Ihr als Eltern ein gewisses Vertrauen habt, dass er ein Gespräch so moderieren könnte, dass ihr zu einem für beide Seiten akzeptablen Ergebnis kommt oder wenigstens einmal eure Meinung darstellen könnt.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Ansonsten ist das angeführte "Kindeswohl" mindestens makaber.

    Dass die Schulanmeldung erledigt ist und ein Kindergarten gefunden wiegt mehr als ein dann 500 Kilometer entfernter Vater?

    Hallo Aquintus,


    ich kann Dir da nicht so ganz folgen. :/

    Gibt es einen Zusammenhang zwischen der im Grundgesetz geregelten elterlichen Sorge und/oder der Präsenz beider Elternteile im Leben des Kindes und dem Kindeswohl? =O


    vg von overtherainbow

  • overtherainbow :

    Die Sache liegt hier anders. Es ist die Mutter die für das Kindeswohl sorgt.


    Hätte der Vater genau das gleiche gemacht, würde Schornsteinfeger folgendes schreiben:


    "Mein Mann hat mich vor ein paar Tagen aus der gemeinsamen Wohnung rausgeworfen und die Kinder da behalten. Nächstes Jahr will er mit den Kindern 500 km weit weg ziehen, in das Haus seiner Eltern. Da habe ich viel Arbeitszeit investiert, das kann ich natürlich nicht geltend machen weil das Haus ja seinen Eltern gehört. Er bietet mir aber an für die Umgänge im Gästehaus im Garten zu wohnen..."


    Ich bin frisch getrennt (vor ein paar Tagen habe ich meinen Mann endgültig rausgeworfen).


    Selbstverständlich wären die Antworten und Ratschläge hier genau die gleichen... ;)

  • Hilfreich finde ich persönlich Beratungsstellen/ Mediation, die das Ziel haben, die Kommunikation der Eltern untereinander zu verbessern und dabei dann auch gemeinsam nach guten Lösungen für die Kinder zu suchen.

    Die Caritas bietet bspw. solche Beratungen an.

    Das kann ich nur ganz fett unterschreiben. Bevor man Jugendamt oder gar Anwälte ins Boot holt, lieber erstmal eine Mediation. Die ist (zumindest bei der evangelischen Kirche, von anderen weiß ich nicht) sogar kostenlos und vor allem darauf ausgerichtet, die Fronten nicht zu verhärten.

    Die Berater dort sind sowohl Fachleute für "Kindeswohl" als auch geschult in Kommunikationstechniken.

    Through judging, we seperate. Through understanding, we grow.
    - Doe Zantamata -

  • Und das Jugendamt auch nicht.. ich sehe im Moment nicht, was die in dieser Situation Positives bewirken sollten.

    Ich finde diese Empfehlung, sich ans Jugendamt zu wenden, grenzwertig. Bei uns würde man schon mal erst nach Wochen einen Termin bekommen und dann würde das Jugendamt vermutlich auf eine Beratungsstelle verweisen.

    In diesem Fall sind die Kinder "warm und satt", so nenne ich es mal. Keine Gefahr im Verzug....


    Versucht, es unter Euch zu lösen. Wie Karalina schreibt, vielleicht braucht er einen Moment Zeit, um sich zu besinnen.

    Vielen Dank , traue mich gar nicht mehr hier zu schreiben bzgl. Jugendamt und Anwalt.

    Ich sehe das auch sehr grenzwertig und würde das Jugendamt erst mal außen vor lassen.

    Sehe es dann auch so wie im letzten Satz....es ist alles noch sehr frisch.....

  • Ich hatte ja immer sehr viel Respekt, um nicht zu sagen Angst vor dem Jugendamt und ehrlich gesagt, zucke ich immer noch zusammen, wenn jemand das Jugendamt erwähnt. Eben weil da auch schon viel schiefgelaufen ist, Mitarbeiter sich von eloquenten Elternteilen haben blenden lassen, die Situationen völlig konträr der Tatsachen dargestellt haben oder Maßnahmen entschieden wurden, die niemandem helfen.


    Letztens bin ich aber doch dort gelandet, nicht wegen Umgang der Tochter, sondern wegen gesundheitlicher Fragen und ich muss sagen, es war eigentlich ein ganz gutes Gespräch. Also nicht, dass von deren Seite irgendetwas besprochenes bereits umgesetzt worden wäre - dazu ist ein Monat Wartezeit wohl viel zu wenig. :D

    Aber ich habe gute Ideen bekommen und einen "Fahrplan", den der Vater und ich jetzt als Basis nehmen können.

    Through judging, we seperate. Through understanding, we grow.
    - Doe Zantamata -

  • Das kann ich nur ganz fett unterschreiben. Bevor man Jugendamt oder gar Anwälte ins Boot holt, lieber erstmal eine Mediation. Die ist (zumindest bei der evangelischen Kirche, von anderen weiß ich nicht) sogar kostenlos und vor allem darauf ausgerichtet, die Fronten nicht zu verhärten.

    Die Berater dort sind sowohl Fachleute für "Kindeswohl" als auch geschult in Kommunikationstechniken.

    Genau. Heutzutage gibt es aber schon viele Anwälte, die sich zum Mediator ausbilden lassen, hab ich heut gelernt im Onlineseminar zum Thema Mediation. 😉

    "Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar" (Antoine de Saint-Exupéry)