Beiträge von Volleybap

    Reinschreiben kannst Du das. Hat aber einzig eine politische Wirkung. Ansonsten dürfen die verschiedenen Ämter in der Regel keine persönlichen Daten von Dir austauschen. Das ist halt Fluch wie Segen des Datenschutzgesetzes ...


    Das Jobcenter darf nach § 52a SGBII Daten von Dir an die Wohngeldstelle übermittel. Das hilft Dir aber wohl nicht.


    Ansonsten besteht die Beschleunigungsmöglichkeit, unter Berufung auf § 26a Wohngeldgesetz sogenannte vorläufige Leistungen auf Wohngeld zu beantragen, wenn zur Feststellung des Anspruchs voraussichtlich längere Zeit benötigt wird. Das wäre ja bei Dir, laut Homepage, nachweislich der Fall. Mit der Erteilung der vorläufigen Leistung müsstest Du auch an den Kinderzuschlag kommen. (In der Sache kann es sein, dass dann gleich der normale Bescheid vorgezogen wird, wenn dein Antrag unkompliziert ist. Sonst muss die Sachbearbeitung dann später nochmals dran ...)

    Die sog. Kindererziehungszeiten können wichtig sein für die Rentenberechnung der Eltern. Jedes Jahr bekommt man als Arbeitnehmer aufgrund seines Jahreseinkommens einen Rentenanteil (Rentenpunkt). Verdient man brutto im Schnitt der Bundesbevölkerung, gibt es genau einen Rentenpunkt. (Was das Durchschnittseinkommen war, wird immer im Nachhinein ermittelt. Für das Jahr 2023 hat das Statistische Bundesamt vorläufig festgestellt, dass das Durchschnittseinkommen bei voller Stundenzahl ein rentenrelevantes Bruttojahreseinkommen von 43.142 Euro betragen hat. Dafür würde es einen Rentenpunkt geben. Der ist derzeit 39,32 Euro wert. (Durchschnittjahreseinkommen 2022: 42.053,-, 2021: 40.463,- )


    Wer weniger verdient hat in 2023, bekommt weniger als einen Rentenpunkt gutgeschrieben.


    Arbeitet man im Schnitt der Bundesbevölkerung und arbeitet 40 Jahre lang (meinetwegen von 25 Jahren bis 65 Jahre), dann kommt man auf eine Bruttorente von 1572,- Euro aus der Rentenversicherung. Brutto. Davon gehen Steuern und Krankenkassenbeiträge ab.


    Nun weiß man, dass Eltern öfter während der Kindererziehung zuhause bleiben oder nur in Teilzeit arbeiten. Gut für die Kinder. Schlecht für die eigene Rente. Denn man erzielt kein oder weniger Einkommen in der Zeit. Wer sein Leben lang Durchschnittseinkommen verdient, würde durch drei Kindererziehungsjahre rund 120 Euro Rente „verlieren“. Käme also nach unserem Beispiel oben auf 1452 Euro Rente statt 1572.


    Das Problem hat vor einigen Jahren der Gesetzgeber erkannt. Und die sog. „Mütterrente“ eingeführt. Eltern können während der Zeit der Erziehung auf Antrag bis zu drei Rentenpunkte bekommen. Immer dann, wenn sie in einem Erziehungsjahr unter dem Durchschnitt der Bundesbevölkerung verdient haben oder gar kein Einkommen bekommen haben. Dann zahlt die Allgemeinheit bis zu einem Rentenpunkt pro Kind/Jahr.


    Geht man in der Kinderzeit arbeiten und erarbeitet durch sein Einkommen einen Rentenpunkt oder mehr pro Jahr, gibt es nichts. Der Rentenpunkt wird also nicht zusätzlich zum selbsterworbenen Rentenpunkt draufgeschlagen.


    Eltern dürfen auswählen, wer den Rentenpunkt fürs Kind bekommt. Da ist es sinnstiftend, den Rentenpunkt für den Elternteil zu beantragen, der das geringere Einkommen hat. Denn der bekommt dann rechnerisch mehr.


    Geben die Eltern keine gesonderte Erklärung ab, wer die Erziehungszeit zugeschlagen bekommen soll, dann bekommt automatisch die Mutter den Zuschlag.


    Auch wenn die Eltern sich nicht einigen können und unterschiedliche Erklärungen abgeben, bekommt die Mutter die Erziehungszeit zugeschlagen. Passt das dem Vater nicht, muss er klagen und dabei dem Gericht nachweisen, dass er eindeutig mehr Betreuungsarbeit geleistet hat als die Mutter.



    Dies hat einem Vater nicht gepasst. Er fühlte sich ungleich behandelt aufgrund seines Geschlechts. Das hinter dem entsprechend formulierten Gesetz stehende Menschenbild, Mütter erzögen vorrangig Kinder, entspreche auch nicht mehr der Realität. Geschweige denn sollte dieses Menschenbild durch Gesetze gestärkt werden. – Klar: Die Eltern hatten sich getrennt und lebten und wirtschafteten nicht mehr zusammen …


    Die Sozialgerichte lehnten seine Klage ab. Jetzt zuletzt das Bundessozialgericht. Das BGS stimmte zwar dem klagenden Vater zu, es wäre eine einseitige Bevorteilung der Mutter. Dies habe aber der Gesetzgeber gewusst gewollt, da es an anderer Stelle Nachteile geben würde für Mütter.


    Urteil des BSG vom 18.04.2024, Az. B 5 R 10/23 R

    Darum ist die Grundidee der derzeitigen Regierung ja nicht schlecht: Förder- und Sozialgelder möglichst auf eine Behörde konzentrieren und eine Standardprüfung durchführen, welche Fördergelder alle infrage kommen. Würde im Idealfall bedeuten: Alles wird auf einen Schlag abgearbeitet von einem Sachbearbeitenden bei einmaligem Öffnen der Akten. Erster Versuch läuft. Stichwort: Kindergrundsicherung. Wäre also "ein Aufwasch".

    Wie kompliziert das tatsächlich ist, weiß, wer die Mediendiskussionen verfolgt.


    Also: Das zu strukturieren und auf den Weg zu bringen, scheint schwierig zu sein.

    Konsequenz: Viele Berechtigte verzichten anscheinend auf zustehende Gelder, weil die Beantragung problematisch ist oder aber - wie hier -, sich die Beantragungen aneinanderreihen bis zum Sankt-Nimmerleinstag. Heißt: Man kommt in der Praxis nur an das eine Geld heran, wenn man im schlimmsten Fall auf das andere verzichtet.

    Gelder zurücklegen, Vorratssparen etc. - das geht nicht. Und gerade nicht bei den häufig betroffenen AEs.

    hätten Fachleute/Experten diese Lösungen nicht schneller zur Hand bzw. könnten sie unterbreiten und dann je nach dem auch angehen Volleybap




    Augenscheinlich ja nicht. Die Fachleute und Spezialisten scheinen einen anderen Weg zu gehen anhand der ihnen vorliegenden Informationen und deren Situationseinschätzung. Ob der Weg richtig ist oder nicht: Hier wird Hilfe gebraucht. Und es gibt wohl von mehreren Seiten den Zugangsweg: Antharia und Sohn unterbreiten Wünsche und Vorschläge. Gehen sie darauf ein, passiert wenigstens ein bisschen etwas. Und man kann schauen, was sich entwickelt.


    Gegenseitig auf den Positionen zu beharren, macht den Behörden, Schule, Polizei, Hilfsorganisationen nichts aus. Die haben "Zeit". Lösungen braucht Antharia. Zeitnah. Und da könnte sie vielleicht etwas in Bewegung setzen. Ein wichtiges Signal, gerade auch für den Sohn. Schaden würde es sicherlich nicht.


    Das jedenfalls ist mein Rat.

    Die Kinder waren/sind wohl unter Teenageralter, wenn ich mich recht erinnere.


    Interessanter Zusatzeffekt: Während in Familiensachen der Streitwert des Verfahrens 4000 Euro beträgt (daraus berechnen sich prozentual die Gerichtskosten), hat das OLG in diesem Fall den Streitwert auf 6000 Euro bewusst und kommentiert erhöht. Die Eltern müssen also mehr Verfahrenskosten zahlen. Ggfls. auch höhere Anwaltskosten. Vielleicht ein gerichtlicher Versuch, auf die Streitparteien über die finanzielle Schiene Druck auszuüben. Quasi eine Art "Geldstrafe".

    Ob das zur Entspannung der Situation beiträgt, erschließt sich einem nicht sofort.

    Ich sehe das kritisch, denn hiermit spielt die Schule die Verantwortung wieder an das mutmaßliche Opfer zurück, welches trotz Schock und (mentaler) Lähmung und absoluter Hilflosigkeit selbst aktiv werden soll. Das ist feige und wenig verantwortungsbewusst. Es belastet zusätzlich, zumal man als Opfer ja gar nicht weiß, ob die Schule bereit ist, die Vorschläge umzusetzen. Außerdem wird mit solchen „Ideen“ nur Zeit geschunden.

    Umgekehrt scheint es allerdings sehr schwer für Antharia wie den Sohn zu sein, Hilfsangebote als Hilfsangebote zu verstehen. Da könnte es positiv sein, auf das Angebot, konkret seine Wünsche auszuformulieren, zu reagieren. Es wäre eine Chance, eine Änderung der Situation herbeizuführen. Und damit wären wir genau hier:

    Im Rahmen dessen den Schulwechsel fordern, das ist dein Konzept, dein Kind zu schützen. Wenn sie so einen Schwachsinn wollen, schreib genau das ins „Konzept“.

    Schwachsinn oder nicht: Es würde konkret an Lösungen gearbeitet.

    Alles steht und fällt damit, dass Dein Sohn den mutmaßlichen Täter identifizieren kann. Vorher kann die Polizei allerhöchstens gucken, ob jemand aus der Schule schon an anderer Stelle auffällig geworden ist. Aber das dürfte sie Dir und Euch nicht einmal sagen, weil es mutmaßlich noch ein Kind oder ein Jugendlicher unter 18 ist. Neben einer Fotokontrolle, die ja schon passiert (von wem geht das denn eigentlich aus? Polizei? Schule? Wer zieht hier etwas "in Erwägung"? Irgendwer handelt da ja für Euch. Un das ist gut und positiv!), kann der Weg natürlich auch sein, den Schüler in der Schule zu identifizieren. Also am Eingang zu Schulbeginn. In den Pausen. Kommt es nicht zur Identifizierung, wird für Polizei wie Schule und alle Beratungsstellen als denkbare Möglichkeit auch bestehen, dass es diesen Schüler vielleicht gar nicht gibt, hier eine Schutzgeschichte erzählt wurde. Weil das recht häufig passiert, ist das immer im Blick.


    Und auch für das Handeln der Schule ist es schwierig. Natürlich wäre es gut, wenn ein Gespräch geführt würde von der Schulleitung (das muss übrigens nicht immer der Direktor sein. So sachen werden oft delegiert.). Aber ohne ein konkret für die Schule greifbares Ereignis, eine handelnde Täterperson ist es schwer, sinnstiftende Maßnahmen zu ergreifen. Da ist die Idee, Dich und Euch um Vorschläge zu bitten, wie sich Dein Sohn geschützt und sicher fühlen würde, schon ein gangbarer und verständlicher Weg. Dir anzubieten, Vorschläge unterbreiten zu können, sollte ja auch heißen: Wenn es erfüllbar ist, würde man darauf eingehen. Das ist eigentlich Deine und Eure Chance, die Situation für den Sohn gefühlt zu entspannen.


    Leider geht das alles nicht schnell. Und wenn man den ganzen Tag sich gedanklich mit der Sache auseinander setzt, belastet das natürlich, kostet viel Kraft. Normalität, also in üblichen Abläufen wieder zu leben, kann da oft eine Hilfe sein.

    Vor einem württembergischen FamGericht hatte ein Vater auf (mehr) Umgang geklagt. Im Verfahren wurde vom Gericht festgestellt, dass die Mutter den Kindern gegenüber dem Vater „schlecht geredet“ hätte. Dies sei der wesentliche Grund, weshalb die Kinder einen Umgang mit dem Vater ablehnen würden. Die eingesetzte Gutachterin sprach sogar davon, dass die Knder von der Mutter instrumentalisiert und manipuliert worden seien. Es bestünde die Gefahr, dass die Kinder ihre eigene Persönlichkeit nicht entwickeln könnten.

    Daraufhin wurde ein Umgang vom Gericht angeordnet. Dagegen klagte die Mutter vor dem zuständigen OLG.


    Das OLG Karlsruhe erkannte die Beweisführung des FamGerichts in weiten Teilen an. Doch in Berufung auf Paragraf 1684.2 BGB: "1) Das Kind hat das Recht auf Umgang mit jedem Elternteil; jeder Elternteil ist zum Umgang mit dem Kind verpflichtet und berechtigt. (2) Die Eltern haben alles zu unterlassen, was das Verhältnis des Kindes zum jeweils anderen Elternteil beeinträchtigt oder die Erziehung erschwert.


    setzte das OLG den Umgang für zwei Jahre aus. Grund. Die völlige Ablehnung des Vaters durch die Kinder. Diese Entwicklung sei zwar durch die Mutter angestoßen worden. Doch die Kinder hätten die Ablehnung mittlerweile verinnerlicht und zu ihrem Eigenen gemacht.


    So hat zwar die Mutter durch ihr Handeln den fehlenden Umgang zwischen Vater und Kindern verursacht. Kinder und Vater bekommen aber über das Gericht für 24 Monate keinen Umgang zugesprochen, weil das OLG Sorgen hat, zum jetzigen Zeitpunkt würde dies den Kindern schaden.

    Weil es ein bisschen zum Thema gehört: Das ERASMUS-Programm der EU hat gestern die Aktion 2024 "Discover EU" gestartet. An 35.000 gerade 18jährige (* 1. Juli 2005 - 30.Juni 2006) wird eine Travelcard verschenkt, mit der sie kostenlos durch die EU reisen können und (verbilligten) Eintritt zu zahlreichen Kulturveranstaltungen erhalten, verbilligte Unterkünfte usw.

    Die Bewerbungsfrist läuft am 30.4. 2024 ab.


    Hier gehts zum Portal; https://youth.europa.eu/discovereu_de

    Manche Situationen bedingen, dass man ganz spontan handeln muss. Bei anderen Situationen ist eine gewisse Zeit da. Da kann es hilfreich sein, mögliche Folgen eines Handelns herauszuarbeiten um dann zu entscheiden, welches Risiko man bereit ist einzugehen, welcher Weg für einen passt. Für wichtige Entscheidungen kann es hilfreich sein, viele Puzzlestücke zusammenzutragen. Dabei hilft so ein Forum wie hier manchmal. Auch wenn Dritte gesetzte Argumente abklopfen, verstärken, infragestellen.

    Die Argumente gewichten muss aber jeder für sich selbst.

    Wer sich scheiden lassen will, muss (in der Regel) ein Jahr getrennt vom Ex-Partner leben. Aber was heißt getrennt? Das OLG Frankfurt/Main hat dazu jetzt ein Grundsatzurteil gefällt. Bei einem Paar mit Kindern hatte die Mutter per E-Mail die Trennung ausgesprochen und damit dokumentiert. Mann wie Frau sind aber in der gemeinsamen Immobilie – getrennt von Bett, aber nicht von Tisch, mit Kindern wurde gemeinsam gegessen – wohnen geblieben. Sie haben dort u.a. die Kinderbetreuung sichergestellt. Der Familiensenat des OLG hat nun entschieden, dass keine „vollkommene Trennung“ erforderlich sei. Vielmehr reiche ein „der räumlichen Situation entsprechendes Höchstmaß der Trennung".


    Soweit, so gut. Interessant ist aber manchmal die „Geschichte hinter der Geschichte“. Geklagt hatte hier der Vater. Er wollte anscheinend den eigentlichen Zeitpunkt der Trennung nach hinten schieben. Grund könnte sein, dass der Beginn des Trennungsjahres finanzielle Auswirkungen hat. Das ist der Stichtag für die Vermögensauseinandersetzung. Zum Stichtag der Trennung müssen die Expartner ihr Vermögen offenlegen. Die klagende Partei hat einen späteren Zeitpunkt der Trennung angesetzt und für diesen Termin seine Konten offengelegt. Aufgefordert wurde er, die Kontostände für den früheren Termin offenzulegen. Dagegen hat er geklagt.



    Ob nun der Kontenstand des späteren Termins eine finanziell günstigere Situation des Klagenden abbildet, weil er vielleicht noch Zeit gehabt hat, bestimmte finanzielle Dinge zu erledigen, ist eine reine Mutmaßung und Unterstellung. Vielleicht ging es auch um steuerrechtliche Vorteile: Im Kalenderjahr nach der offiziellen Trennung verliert man den Anspruch auf Steuerklasse 3 und gemeinsame Veranlagung. Genauso gut könnte es sein, dass sich tatsächlich rein um den Termin gestritten wurde bzw. dass von einer Partei ein grundlegendes Interesse an der Klärung des juristischen Sachverhaltes gelegen war. Das wird das jetzt wieder zuständige Amtsgericht/FamGericht nicht veröffentlichen. Nur wesentliche OLG-Entscheide werden in der Regel öffentlich gemacht …

    Bei Vornamen haben wir eine etwas schwierige Situation. Laut Gesetz wird ein Vorname nur geändert, wenn er für die Person belastend ist. Bekannter Fall ist eine junge Frau, die Siri mit Vornamen hieß. Die durfte nach Prüfung durch die Verwaltung ändern. Allerdings sind hier die Verwaltungen sehr restriktiv, lassen wenig zu.


    Nun wurde gerade im Bundestag beschlossen, dass man mit einer einfachen Erklärung sein Geschlecht ändern darf. Dazu gehört auf Wunsch auch die Änderung des Vornamens. Da jetzt einen Grund zu finden, warum nicht jeder einen als belastet empfundenen Vornamen ändern darf (oder seinen geliebten Rufnamen offiziell machen), ist irgendwie schwierig. Irgendwer wird da vors Bundesverwaltungsgericht gehen. Oder der Gesetzgeber bessert nach.

    Das ist nun natürlich der Klassiker: Du klagst auf das ABR. Da stellt der Vater den Antrag, selbst das ABR zu bekommen. Und das muss er substantiell unterfüttern. Argumente wie "ich ziehe mit den Kids aufs schöne Land" bei gleichzeitiger technischen Umgangsproblematik kommen da weniger gut. Also muss etwas anderes her. Natürlich für beide Kinder. Kinder zu trennen in dem Alter kommt bei den meisten Gerichten weniger gut und müsste ja auch begründet werden. Und wenn sein starkes Argument ist, du wärtst überfordert, muss der Vater natürlich das ABR für beide Kinder einklagen. Den Großen zu retten und den Kleinen bei der Mutter weiter leiden zu lassen - sehr schlecht zu begründen.


    Rat: Die Stellungnahme des Vaters wird jetzt zeitnah deinem Anwalt zugeschickt. Sorge dafür, dass Du die vollständig! in Händen hälst vor dem Gespräch mit der Richterin. Und analysiere die Stellungnahme genau mit Deinem Anwalt. Damit Du auf alle Fragen der Richterin (oder geht es hier um die "Kinderanwältin"?) vorbereitet bist.


    Insgesamt ist das jetzt nicht schlimm. Nach mehreren jahren einigermaßen laufendem WW muss der Vater halt mit Dreck werfen, um überhaupt eine Chance zu haben, seine Umzugsidee durchzubekommen. Das sollte auch das Gericht blicken.

    Und da giklt erst einmal. Du kannst durch die Lebenspraxis der vergangenen Jahre ziemlich genau sagen, wie denn das Leben der Kids sein wird. Der Vater kann da einzig einen Plan anbieten, eine Vision einer Sache, wie sie vielleicht vielleicht sein könnte. Und macht die Kids zu Versuchskaninchen.


    Da darfst Du schon deutlich sagen: An so einem Feldversuch willst Du die Kids eigentlich nicht zwingend teilnehmen lassen. Denn was passiert, wenn der Versuch misslingt?

    Bis zu einem halben Jahr wird in Übergangszeiten Kindergeld gezahlt. Da die Schule am 31.7. endet, das Semester am 1. 10. beginnt, ist das kein Problem. Kind muss sich nicht arbeitssuchend etc. melden.

    Fürs Studium trägst du die Regelstudienzeit für den geplanten Studiengang ein. Also ggfls. 8 Semester.


    In der Regel ist solchen Formularen ein Standardhinweis beigefügt, wie manche Fragen zu verstehen sind, falls die Beantwortung etwas komplexer ist.


    Du kannst da aber munter ausfüllen. Falls die FamKasse Nachfragen hat, wird sie sich melden. Denen geht es jetzt nur darum, ob sie weiter zahlen müssen. Das müssen sie bei Studiumsaufnahme. Das müssen sie nicht, wenn Kind "nix" macht oder direkt ins Arbeitsleben übergeht.

    Du wirst in der Sache nur ganz wenige Eintragungen machen müssen. Also nicht wundern.

    Meine Kinder tragen die Nachnamen des jeweiligen Vaters, ich hatte bis vor einem Jahr einen Doppelnamen aus den Nachnamen der jeweiligen Väter. Mittlerweile bin ich zu meinem Geburtsnamen zurückgekehrt.

    Könnten meine Kinder jetzt auch meinen Nachnamen annehmen? (Also, wollen sie wahrscheinlich nicht, aber theoretisch?)

    Große Tochter ist volljährig und lebt alleine, kleine Tochter ist minderjährig und lebt bei mir.

    Bei der kleinen Tochter müsste der Vater zustimmen, das ist schon mal klar.

    Das volljährige Kind kann, da volljährig, jeden von einem Elternteil geführten Namen annehmen. Also auch Deinen Geburtsnamen, da du ihn aktuell wieder führst.


    Die minderjährige Tochter könnte das auch. Denn sie lebt in deinem Haushalt. Der Vater müsste zustimmen. Tut er das nicht, müsste im Falle eines Falles dem FamGericht nachgewiesen werden, dass durch die Namensbeibehaltung das Kind Belastungen ausgesetzt ist. Da sind die Gerichte in den letzten Jahren wesentlich offener für geworden. Tatsächlich ist die Rechtssprechung in einigen Teilen des neuen Namensrechts dem Gesetz bereits "vorausgelaufen" und hat den Gesetzgeber dazu gebracht, besondere Situationen in einen Gesetzestext zu gießen (was bisher halt noch nicht der Fall war).

    Zuerst hier noch einmal Welcome.


    Was du beschreibst, ist eine schwierige, aber regelmäßig anzutreffende Situation. Auf die Frage: "Welche Rechte haben wir nun?", muss man eine Doppelantwort geben. Und zwar in Bezug auf Deinen Sohn und in Bezug auf Dich als "Großelternteil".


    Für Deinen Sohn besteht erst einmal die Pflicht, für finanziellen Unterhalt zu sorgen. Da ist er ja im Gespräch mit der Beistandschaft des Jugendamtes und der Mutter.

    Dann hat er die Pflicht wie auch das Recht, Kontakt zum Kind aufzubauen. Das sollte aktiv von ihm ausgehen. Er sollte also die Mutter, vielleicht auch mit Beratung beim Jugendamt fragen, wie das denn auf gute Art und Weise möglich ist. Hier sind Lösungen hilfreich, die von der Mutter ohne große Belastung akzeptiert werden können (Belastungen, egal ob subjektiv oder objektiv vorhanden, fallen leider oft aufs Kind zurück). Wichtig ist, wissen wir auch aus Erfahrung hier im Forum, Angebote/Vorschläge offen zu formulieren und Vertrauen zu bilden. Vertrauen ist anscheinend von allen Seiten sehr wenig vorhanden, wenn man Dein Posting liest. Da scheinen sehr viel Vorbehalte und Misstrauen mitzuschwingen. Das ist eine furchtbar schlechte Basis für eine wohl 20jährige "Elternarbeit", die vor Deinem Sohn und der Mutter liegen. Sie werden sich arrangieren müssen. Ein gutes Arrangement zu finden, ist da hilfreich.


    Deine "Rechte" sehen derzeit sehr mau aus. Das Recht auf Umgang haben Großeltern nur, wenn eine soziale Basis aufgebaut ist. Das ist sie derzeit nicht. Somit kann also rechtlich - ethisch mag es anders sein - nichts eingefordert werden. Erst wenn eine soziale Basis vorhanden ist, würde ein gewisser Rechtsanspruch auf einen Umgang bestehen. (in der Praxis wächst der aber, wenn der Sohn Umgang pflegt und ab und zu auch einmal mit Kind die Großeltern besucht.)


    Ein ganz großes Problem für Alleinerziehende ist die Organisation des Alltags. Der Arbeit nachzugehen mit Kind ist in den ersten Jahren sehr schwierig. Wenn hier die Mutter an den Wochenenden Unterstützung sucht bei der 150 Kilometer wentfernt wohnenden Verwandtschaft, kann das ein Signal sein, dass sie Unterstützung braucht. Wenn man hier Vertrauen herstellt, dann könnte das für Kind und Mutter hilfreich sein. Dieses Vertrauen herzustellen, ist letztlich die Bringschuld des Vaters, die Bringschuld der Großeltern. Dabei wird es immer auch Rückschläge geben. Misstrauen hochkommen (weil da die Mutter ihr Kind schützen will und Ängste hat). Aber es ist ein lohnender Weg.


    Ich wünsch Dir und Euch den Mut, den zu gehen!