Trennung, Frau möchte ausziehen und das Kind mitnehmen

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  • Die Frage, die ich mir stelle würde wäre, kann die Entscheidung zum Tanzkurs vielleicht nicht doch bis zur Klärung des Aufenthalts oder den ggf angeordneten Meditationen verschoben werden.

    Das kann gerade wirklich nicht oberste Priorität sein.

    LG Campusmami



    Sonne muss von Innen scheinen :sonne


    Das Leben findet draußen statt :rainbow: .

  • Der Tanzkurs ist nicht oberste Priorität. Sondern das Aufenthaltsbestimmungsrecht, daß meine Frau haben möchte.

    Nun, wenn sie einen Antrag dazu beim FamG gestellt hat, dann muss sie ja dazu die Gründe nennen, warum es dem Kind damit besser gehen würde. Ich vermute, der Tanzkurs ist auch nur ein Beispiel von ganz vielen, die es in nächster Zeit geben wird - gerade wenn Ihr nicht miteinander kommunizieren könnt oder wollt.

    A smile a day sweeps the sorrows away

  • Der Tanzkurs ist nicht oberste Priorität. Sondern das Aufenthaltsbestimmungsrecht, daß meine Frau haben möchte.


    Da für mich dies alles Neuland ist muß ich erstmal fragen wo man viel Informationen her bekommt.

    Scroll dich dazu mal durch den Unterforenbereich Sorgerecht etc. Da stehen zahlreiche ABR-Erfahrungen. Oder direkt über die Suchfunktion gehen.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Hallo. Hast du Mal überlegt dass deine Tochter vielleicht doch besser bei ihrer Mutter aufgehoben ist? Ein Kind weiss das ja nicht unbedingt aber es ist m.E. einfach so.

    Warum ist das Deiner Meinung nach einfach so? Sehr überzeugend ist das für mich nun nicht gerade. Aber sicher hast Du noch bessere Argumente als Dein Bauchgefühl.

    A smile a day sweeps the sorrows away

  • Hallo. Hast du Mal überlegt dass deine Tochter vielleicht doch besser bei ihrer Mutter aufgehoben ist? Ein Kind weiss das ja nicht unbedingt aber es ist m.E. einfach so. Viel Erfolg euch.

    Ich finde "es ist einfach so" auch ein recht dünnes Argument. Klar hat die Mutter an sich einen biologischen Vorteil dadurch, dass sie 9 Monate das Kind in sich trägt und eine ganz spezielle Bindung aufbauen kann. Aber es gibt trotzdem Mütter, die schlecht fürs Kind sind. Oder eben Vater, die elementar wichtig für das Kind sind.


    Es ist einfach traditionell gewachsen, dass die Kindererziehung eher als Frauending angesehen wurde, schon alleine durch die biologischen Voraussetzungen. Bis vor gar nicht allzu langer Zeit war es eben so, dass die Väter arbeiten gingen und mit den Kindern eher wenig zu tun hatten, während die Mütter zu Hause blieben und sich um Haushalt und Kinder kümmerten. Das hat sich aber mit der zunehmenden Gleichberechtigung der Frau geändert. Das Modell Familie kann jetzt viel flexibler gestaltet werden. Und ich frage mich, warum diese Entwicklung bei Trennungskindern einfach abrupt aufhört. Warum ist ein Kind, das jahrelang hauptsächlich vom Vater betreut wurde, bei einer Trennung auf einmal besser bei der Mutter aufgehoben? Weil ein Kind einfach zur Mutter gehört und Punkt? Oder wenn die Eltern sich während ihrer Zeit als Paar gemeinsam um das Kind gekümmert haben, warum soll das dann auf einmal anders sein? Warum ist es dann so dramatisch daran, das in Form eines Wechselmodells weiterzuführen? Und wenn das "klassische" Modell vereinbart wird, dass die Kinder hauptsächlich bei der Mutter leben, warum wird es von ihnen oft so gesehen, dass sie den (sich kümmern wollenden!) Vätern Zeit mit dem Kind "zugestehen"? Dass es ihr guter Wille ist, dass der Vater Zeit mit dem Kind verbringen darf?


    Ich finde das für alle Beteiligten extrem unfair, nicht zuletzt auch für das Kind. Weil der Vater in vielen Fällen eine wichtige Bezugsperson ist. Und indem ich dem Kind den Vater vorenthalte, schade ich ihm. Ich finde es nicht besonders erwachsen, Verletzungen, die die Eltern sich auf der Paarebene zugefügt haben, in die Eltern-Ebene mit hinüber zu ziehen. Ich finde, bei allen Querelen der Erwachsenen, sollte sich für das Kind so wenig wie möglich ändern.

    Man sitzt insgesamt viel zu wenig am Meer...

  • Volle Zustimmung, Jaycee!:thumbup:


    Etwas OT: leider steckt der Teufel wie immer im Detail.

    Und ich frage mich, warum diese Entwicklung bei Trennungskindern einfach abrupt aufhört. Warum ist ein Kind, das jahrelang hauptsächlich vom Vater betreut wurde, bei einer Trennung auf einmal besser bei der Mutter aufgehoben? Weil ein Kind einfach zur Mutter gehört und Punkt? Oder wenn die Eltern sich während ihrer Zeit als Paar gemeinsam um das Kind gekümmert haben, warum soll das dann auf einmal anders sein? Warum ist es dann so dramatisch daran, das in Form eines Wechselmodells weiterzuführen? Und wenn das "klassische" Modell vereinbart wird, dass die Kinder hauptsächlich bei der Mutter leben, warum wird es von ihnen oft so gesehen, dass sie den (sich kümmern wollenden!) Vätern Zeit mit dem Kind "zugestehen"? Dass es ihr guter Wille ist, dass der Vater Zeit mit dem Kind verbringen darf?

    Stichwort Paarebene - Elternebene.


    Ich denke, es ist höchst schwierig, von der berühmt-berüchtigten Paarebene in Richtung Elternebene zu gelangen, wenn nicht beide Partner mit der Beziehung abgeschlossen haben.


    Sicher gibt es auch einvernehmliche Trennungen. d.h. beide sind sich einig, dass man sich nicht mehr liebt, nicht mehr zusammen sein mag und damit die Beziehung Geschichte ist. Ich habe das jedoch - gerade auch dann, wenn Kinder da sind - noch nicht erlebt, auch nicht im Freundes- und Bekanntenkreis.


    In den ersten Tagen nach einer Trennung, die ja oft eher von einem der beiden Ex-Partner ausgeht, ist da erst mal der "Schock-Zustand". Klar "wusste" man irgendwie, dass die Beziehung nicht gut läuft, sicher war man auch selbst nicht mehr so wirklich glücklich oder zufrieden. Andererseits gab einem die Beziehung auch eine gewisse Sicherheit und einen Halt - nicht nur finanziell, sondern auch emotional. Man kommt halt nach der Arbeit eben nicht in eine leere Wohnung (und mit "leer" meine ich hier, dass da dann ein Erwachsener ist, mit man über einen gewissen Zeitraum auch schöne Dinge erlebt hat und zu dem eine gewisse "Bindung" besteht). Das ist dann vorbei.


    Dazu kommt, dass in vielen Familien auch heute noch eine mehr oder weniger traditionelle Rollenverteilung gelebt wird: der eine geht arbeiten und verdient das Geld, der andere kümmert sich um die Kinder, den Haushalt, die Organisation. Und tauchen dann auf beiden Seiten Ängste, Sorgen und Befürchtungen auf - ihr kennt das vermutlich alle... Wie viel muss ich abgeben, wie viel bleibt mir noch übrig, wie viel bekomme ich, wie wird die zukünftige Wohnsituation aussehen???!!! usw. usf.


    Und wenn dann nicht beide Ex-Partner ganz gezielt an einem Strang ziehen, knallt es.


    Ich gebe zu: ich hätte mit dem Vater meiner Kinder kein Wechselmodell leben können, das hätten wir auch emotional nicht geschafft. Ich habe einen Wahnsinns-Respekt vor Eltern, die das hinkriegen. Es braucht aber auch einen gewissen finanziellen Hintergrund, der oft nicht vorhanden ist.

    Verstehen kann man das Leben nur rückwärts, leben aber muss man es vorwärts.:strahlen

    (frei nach Sören Kieerkegard)

  • Hallo Jens,


    das ABR ist kein Recht des Kindes, sondern als Teil des Sorgerechtes ein Recht der Eltern über den Wohnsitz des Kindes zu bestimmen.

    So wie ich es verstanden habe.

    Die Regelung, dass das gemeinsame Kind seinen gewöhnlichen Aufenthalt und/oder seinen Hauptwohnsitz wo es gemeldet ist bei dem ET hat, wo es nicht gemeldet ist, ist eher selten, aber wohl möglich denke ich.


    Aber da wissen andere User unter Umständen mehr...


    lg von overtherainbow

  • Was meinst du jetzt genau? Kinder haben bis 14 Jahre kein Recht, ihren Aufenthaltsort eigenverantwortlich zu bestimmen. Ab 14 Jahre ist das (in der Praxis) in Stufen (16) dann anders.


    Oder meinst Du, wie Eltern das Aufenthaltsbestimmungsrecht ausüben?

    Da ist es so, dass die sorgeberechtigten Eltern über den Aufenthalt des Kindes entscheiden.

    Das hat aber nichts mit dem Hauptwohnsitz zutun. Den definieren die Meldebehörde : "Hauptwohnsitz ist da, wo die betroffene Person ihren Lebensmittelpunkt hat" und das Finanzamt: Ist das Bobelche an zu vielen Tagen in München und nicht in Monaco gewesen, muss er in Bayern Steuern zahlen ...


    Das Famgericht guckt jedoch wiederum darauf, ob Kind im Streitfall bei dem einen oder anderen Elternteil wohnt und (emotionalen) Lebensmittelpunkt. Streiten sich nämlich dann irgendwann die Eltern über einen etwaigen Aufenthaltswechsel, gilt eine Grundsatzentscheidung des OLG Hamm. Das Recht auf Aufenthaltsbestimmung kann nur wechseln, wenn es für das Kindeswohl eine "erhebliche" Verbesserung darstellt. Bedeutet: Der andere Elternteil muss nicht nur gleich gut, sondern erheblich besser sein (der andere Elternteil muss also objektive Defizite haben).


    Allerdings: Äußert ein Kind ab zehn bis zwölf Jahre, es will lieber beim anderen Elternteil leben, wird häufig dem Kinderwunsh entsprochen. Ganz im Sinne des OLG-Entscheids: Kind hat sonst Knoten in der Seele ...

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Hallo Bap,


    mein Kind ist neun. Der Beistand war meiner Meinung nach nicht objektiv. Mein Kind soll vor der Erörterung bei Gerich 30 min früher mit der KM da sein. Das macht mir Sorgen. Meine Anwältin meint das ist nicht verboten.


    In der Zwischenzeit hat mir meine Frau das Angebot gemacht, miteinander zu reden. Sie möchte den Hauptwohsitz des Kindes bei sich. Ich habe bis jetzt nie zugestimmt. Vielen Dank


    Jens

  • Hauptwohnsitz ist da, wo die betroffene Person ihren Lebensmittelpunkt hat

    ... und das ist beim Residenzmodell eindeutig bei dem Elternteil, wo das Kind sich die meiste Zeit aufhält. Das ist objektiv definiert und m. E. keine Verhandlungssache in Eurem Fall. Ich würde der KM diesen Sachverhalt ganz einfach so erklären und damit auch begründen, dass es da nichts zu verhandeln gibt. Weder die KM noch Du können darüber entscheiden, sondern nur, wo das Kind sich hauptsächlich aufhält. Das wäre dann wohl eher bei Dir. Insofern erübrigt sich auch jedes Gespräch darüber.

    A smile a day sweeps the sorrows away

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  • Hallo Jens,


    wo ist Euer Kind denn jetzt?

    Also praktiziert ihr bereits ein Wechselmodell oder ist Eure Tochter mit ausgezogen?

    Ist sie noch bei Dir gemeldet?

    Sprich unter welchen Bedingungen würde eine außergerichtliche Einigung stattfinden?


    VG von overtherainbow

  • Hauptwohnsitz ist für mich


    - Kindergeldbezug

    - Krankenkasse

    - Meldeadresse für Kiga/Schule (Zuordnung)

    - Steuerklasse II/AE Freibetrag

    - Wohnsitz zu 50,01 %

    und in der Regel der Haushalt in dem die Kids aufgewachsen sind, wenn sie dort zu 50 % verbleiben.


    Das sie einen zusätzlichen Haushalt geschaffen hat, ist ja nett - aber warum sollte das den Status der Kinder ändern?


    Achtung: ummelden kann man einfach so / das prüft keiner