Beiträge von JayCee

    Ex hat sich mal wieder selbst übertroffen. Tochter möchte den Führerschein mit 17 und dann begleitetes Fahren machen. Dafür braucht sie auf allen Dokumenten die Unterschrift von beiden Erziehungsberechtigten oder alternativ eine Vollmacht für die Begleitenden. Also hat sie ihm eine Mail geschickt und um beides gebeten mit Frist vor Ostern, außerdem mit ihm telefoniert

    Natürlich kam nichts. Dann habe ich geschrieben und eine Frist bis nächsten Freitag gesetzt. Als Antwort bekam ich - wie immer in diesen Fällen - dass er es schon geschickt hat (zu einem Zeitpunkt, an dem Kind die Mail noch gar nicht geschickt hatte), der Brief aber wohl in der Post verloren gegangen ist. Er schickt es nochmal. Heute kam tatsächlich der Brief an. Nur leider fehlte die Vollmacht bzw die blanko unterschriebenen Dokumente. Tochter zich haben gemeinsam den Brief geöffnet zusammen die enthaltenen Blätter angeschaut, noch einmal geschaut ob was im Umschlag übersehen wurde. Nichts. Tochter fragte per WhatsApp nach. Antwort: "komisch, ich hab's mit reingepackt. Muss wohl irgendwie rausgefallen sein." Klar. Aus dem geschlossenen Umschlag. Wahrscheinlich hat's der Postmann rausgefummelt, der auch immer seine Briefe verschwinden lässt. Tochter hat sehr höflich und sehr kopfschüttelnd darum gebeten, dass er es nachschickt. Er hat's versprochen, mal sehen, was passiert. Kinds erste Reaktion war es Tic Tac Toe mit "ich wär so gern so blöd wie du" auf voller Lautstärke anzuschalten, und wir sind dazu wild durch die Wohnung gehopst. Jetzt geht's wieder. Aber ICH bin diejenige, die seiner Meinung nach schuld ist, dass unsere Tochter sich immer mehr von ihm distanziert, weil ich sie beeinflusse. Immerhin... In eineinhalb Jahren haben wir es geschafft und sind nicht mehr auf ihn angewiesen.

    Wenn es dir nur darum geht, dass dein Kind einen ruhigen Rückzugsort fürs und Unterstützung beim Lernen hat, würde ich an deiner Stelle genau das anbieten. Dass sie nach der Schule zwei oder drei Stunden bei dir ihre Schularbeiten macht und danach zu ihrer Mutter geht. Oder, wenn ihre Mutter nach dem ganzen Hickhack nicht will, das deine Tochter zu dir kommt, biete ihr an, dich zum Lernen z.B. in einer Bibliothek zu treffen. Ganz ohne schriftliche Abmachung, Umzug oder sonstige Nebenkriegsschauplätze. Und wenn sie das nicht will, dann ist das so, dann musst du schweren Herzens akzeptieren, dass es mit dem Gymi erst mal nicht klappt. Sie wird groß, das lernen muss aus ihr selbst kommen, es ist eher kontraproduktiv, da mit Gewalt was erzwingen zu wollen. Wenn die Einsicht bei ihr nicht da ist, dann geht sie eben erstmal auf die Realschule. Sie hat später noch genug Möglichkeiten, das Abi nachzuholen. Und dann noch die Frage: sieht tatsächlich sie einen Wechsel auf die Realschule als Schande und Versagen, oder sind das deine Gefühle, die du auf sie projezierst?


    Auf alle Fälle ist es für ihre schulischen Leistungen sicher nicht förderlich, wenn du wieder mit Gericht und was weiß ich noch anfängst. Es muss nicht immer eskalieren, versuch doch mal niederschwellige Lösungen zu finden, bei denen du nicht tausend externe Stellen involvieren und dein Umfeld mit der Moralkeule traktieren musst. Deine KM ist anders als du, hat eine andere Einstellung, das wirst du nicht mehr ändern, das steht dir auch nicht zu. Du machst dich selbst, deine Kids und deine Beziehung zu ihnen kaputt, wenn du immer gleich so hochkochst.

    Ich glaube, das Grundproblem ist, dass du generell keine Lust auf Besuch hast - schreibst du ja selbst. Das heißt, eine Lösung bei dir zu Hause, die dich zufrieden stellt, wird es nicht geben (und auch der Besuch wird schätzungsweise die negativen Vibes spüren und sich bei dir unwohl fühlen). Für den Besuch bei anderen würde ich fragen, was du beisteuern kannst und auch offen kommunizieren, dass eure Wohnung zu klein für Gegenbesuch ist. Ich bin auch ein Mensch, den "Fremde" in meiner Wohnung stressen, ich kann das also durchaus nachvollziehen. Ich hab's gelöst wie oben beschrieben, das hat immer gut geklappt.

    Ich wünsche meiner Tochter auf jeden Fall keinen Kontrollfreak als Mann, der das Bedürfnis hat, sie und ihre Kinder permanent zu regulieren und keine persönlichen Grenzen kennt. Ich wünsche ihr einen Partner auf Augenhöhe mit dem sie durch Dick und Dünn gehen, auf den sie sich verlassen kann. Mit dem sie streiten, sich vertragen und Kompromisse finden kann. Mit dem sie glücklich ist. Warst du das für deine Frauen? Und bist du das (auf der entsprechenden Ebene) für eure Kinder?


    Ich sehe nicht, wo die Mutter in dieser Situation irgend etwas durchdrückt. Die Kinder haben beschlossen, dich zu verlassen und zu ihr zu ziehen. Der Sohn hat beschlossen, dich zuvor noch "auszunehmen" und ein Rad abzustauben. Die Tochter hat vielleicht mal klettern erwähnt, wünscht sich nun aber eine Feier im Airtime und verlangt ein ebenso großes Geschenk, wie du es dem Bruder gemacht hast.


    Was erwartest du jetzt von der Mutter? Dass sie deinen Willen bei der Tochter durchsetzt? Deinen Part der Erziehung übernimmt und den Kids erklärt, dass deren Verhalten dich verletzt?

    Hm, finde die Frage sehr merkwürdig mit dem Kopftuch bzw. warum wurde das gefragt?

    Sie hat keine Ahnung. Sie meint, er hätte zuvor Nachrichten auf seinem Handy getippt und wirkte so, als würde er Bestätigung suchen. Wir finden das auch merkwürdig, aber hier fahren öfter mal merkwürdige Personen im Bus, was öfter zu merkwürdigen Begegnungen führt. Kaum eine Woche, in der das nicht vorkommt. Ich bin froh, wenn sie den Führerschein hat und nicht mehr auf den Bus angewiesen ist.

    Kind ist heute im Bus von einem mittelalten Mann sehr unvermittelt angesprochen worden: "Wie findest du eigentlich Kopftuch?"

    Meine Tochter (und ich bewundere ihre Schlagfertigkeit): "Wegen mir können Sie gerne eines tragen!"

    Er: "Nein,ich meine, in einer Beziehung."

    Sie: "Wenn mein Partner ein Kopftuch tragen möchte, stört mich das überhaupt nicht."


    Ich hätte mich beinahe kaputt gelacht, als sie mir das erzählt hat, auch wenn wir beide im Nachhinein Sorge haben, dass diese Schlagfertigkeit sie irgendwann mal in Schwierigkeiten bringen könnte.

    Ich würde das in die Kategorie "ma kanns ja mal versuchen" und gleichzeitig Überrumpelumgstaktik stecken. Anwälte schreiben viel, wenn der Tag lang ist - sie bekommen da ja einen Haufen Geld für (der Anwalt meines Ex hat mir mal Kindeswohlgefährdung vorgeworfen, weil ich im 2. OG wohne).


    Ich würde an deiner Stelle wohl meine Anwältin so schnell antworten lassen, dass da ein Missverständnis vorliegt und der Termin als nichtig betrachtet wird. Und mir gleichzeitig ein Gesprächsprotokoll der Mediation geben lassen, damit du beweisen kannst, dass du so etwas nicht gesagt hast.

    Wo hattet ihr denn die Mediation? Direkt beim Jugendamt ? Dann würde ich den Brief auch dort vorlegen und die Befürchtung äußern, dass dei Ex Nägel mit Köpfen machen könnte. In meinem Fall hat das JA nach einigen Kloppern wie den oben beschriebenen den Umgang ausgesetzt, bis eine gerichtliche Entscheidung getroffen wurde.

    Eine Kerze für den Vater und dessen sechsjährigen Sohn, die nun, eine Woche, nachdem sie von einem Tretboot gestürzt bzw. gesprungen sind, tot gefunden wurden.

    Zynismus Ende,

    ich meine Zynismus meinerseits

    Das traurige ist, dass ich bei dir nicht sicher bin, ob es sich da tatsächlich um Zynismus handelt.


    Das hier:

    Ich habe im Ausschreibungstext für ihre Nachfolgerin - die beiden Mitbewohnerinnen wollen nur eine Frau - reingeschrieben, dass ich einen Schwangerschaftstest vor Abschluss des Mietvertrags verlange und als Klausel zur fristlosen Kündigung ungeschützer GV ausreicht.

    würde ich dir nach dem, wie du dich hier im Forum gibst, leider durchaus wirklich zutrauen.

    Ganz ehrlich, würde meine Tochter, eine meiner Freundinnen oder sonst jemand mir erzählen, ihr Vermieter habe ihr einen derartigen Vorschlag gemacht, würde ich ihr zu schnellstmöglichem Auszug raten und auch jeden vor diesem Vermieter warnen. Stell dir das mal aus dem Blickwinkel einer unbeteiligten Person vor: Ein (sorry) älterer, mehrfach geschiedener Mann mit Kindern von mehreren, viel jüngeren, nichtdeutschen Frauen, bietet einer jungen, nichtdeutschen Frau an, bei sich in der Wohnung zu wohnen inklusive gemeinsam genutzter Küche und Bad.


    Was würdest du denn deiner Tochter raten, wenn sie so ein Angebot bekäme?


    Sorry, da stellt es mir echt alle Haare auf.