Alleinerziehend und Hund, was nun?

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  • Hallo,


    wie fange ich an? Ich bin seit letztem Jahr alleinerziehend mit zwei tollen Mädels (8 und 6) und einem echt lieben Labrador.


    Meine Frau war lange Zeit sehr krank. Als die drei mit der Idee von einem Hund zu mir kamen sagte ich zuerst nein. Nach wochenlanger Belagerung stimmte ich schließlich zu, da ich merkte, dass meine Frau tagsüber zu alleine war (Kinder waren ja in Schule und Kiga, ich in der Arbeit).


    Mit dem Hintergedanken, dass meine Frau etwas Gesellschaft hat und auch wieder raus geht, spazieren geht usw. kauften wir uns einen Labrador (Lieblingshund meiner Frau).

    Wie erhofft, ist es ihr merklich besser gegangen und war wieder fitter und glücklicher.


    Letztes Jahr allerdings ging es ihr auf einmal sehr schlecht, und wir brachten sie ins Krankenhaus. Leider kam sie von dort nicht mehr heim.


    Die Situation war nicht leicht, wir haben sie zusammen einigermaßen gut in den Griff bekommen. Allerdings merke ich immer mehr wie mir alles an die Substanz geht, Kinder, Hund, Arbeit, Haus. Ihr kennt das ja alles zu gut.


    Morgens um 5 aufstehen, mit dem Hund gehen, Kinder verrichten und ab in die Arbeit. Ist an sich kein Problem, man wächst ja mit seinen Aufgaben. Im Sommer ist das ok , aber der nächste Winter kommt bestimmt.

    Zudem habe ich weder genug Zeit für die Kinder noch für den Hund, was mir ehrlich zusetzt.


    Ich habe schon mit den Kindern darüber gesprochen. Natürlich flossen Tränen und sie waren echt sauer auf mich, bei dem Gedanken für ihn ein schönes neues Zuhause zu suchen. Kann ich natürlich total verstehen. Bis zum Schluss haben sie es aber doch verstanden und eingewilligt.


    Was will ich jetzt eigentlich? Ich denke irgendwie einen Rat oder eine Bestätigung die sagt, dass ich nicht der schlechteste Papa der Welt bin wenn ich jetzt den Hund auch noch weg gebe, nachdem was die Zwei schon durchmachen mussten.


    Solltet ihr aber anderer Meinung sein, dann schreibt das bitte auch. In meinen Umfeld sagt keiner wirklich was er denkt, um meine Gefühle nicht zu verletzten, in Anbetracht der Situation. X/


    Danke schon mal.

    Gruß Jul


    P.S.: ich werde erst morgen wieder antworten können, da wir heute vom Urlaub heim fliegen.

  • Ich hatte als Kind ein Kaninchen , dieses Tier war mein Seelentröster.

    Tiere bewerten nicht, sie lassen einen einfach sein.

    Das macht sie so bereichernd für das Leben.


    Das die Kinder irgendwann eingewilligt haben ,liegt wohl eher daran, das sie merkten was Du willst.


    Für mich sind Tiere Familienmitglieder und die gebe ich nicht weg, ausser es besteht eine gesundheitliche Gefahr durch sie oder das Tier leidet .


    Liebe Grüße


    Ute

  • Also wir haben eine Katze und auch die gehört zur Familie. Da ich aktuell auf Wohnungssuche bin, war es meiner Tochter total wichtig: die Katze MUSS mit. Macht es sicherlich nicht einfacher, aber ok. Die Katze ist immer da, sie gehört wirklich zu uns und meiner Tochter würde es das Herz brechen.


    Kennst du niemanden im Umfeld der/die mit dem Hund helfen könnten? Ich z.B. Haben als Kind Hunde geliebt und habe mir immer den von den Nachbarn „ausgeliehen“.


    Wie können die Kinder Aufgaben mit dem Hund übernehmen?

  • Vielleicht könntest du einen Hundesitter organisieren, der dich etwas entlastet?


    Nach der Mama auch noch den Hund zu verlieren, wäre hart für euch alle.

    I am a bear of very little brain, and long words bother me. (Winnie-the-Pooh)


    You can include me out. (Samuel Goldwyn)

  • Hallo,


    ich finde es sehr gut, dass Du Deine Grenzen kennst und auch entsprechende Maßnahmen ergreifen willst, die natürlich auch nicht einfach sind, aber zielführend. Nämlich entlastend. Hundesitter organisieren...ja, das ist auch eine ständige Organisation und auch keine Verlässlichkeit. Letztlich ist man immer selbst verantwortlich.

    Berufstätigkeit, 2 kleine Kinder, alleine und großer Hund....wäre mir auch zu viel. Ich verstehe Dich.

    Zudem habe ich weder genug Zeit für die Kinder noch für den Hund, was mir ehrlich zusetzt.

    Wenn man ständig das Gefühl hat, niemandem gerecht zu werden, muss eine Lösung her. Daran kann man verzweifeln.


    Suche ihm ein liebevolles zuhause, vielleicht in der Nähe, so dass die Kids hin und wieder Gassi gehen könnten, wenn sie entsprechend alt genug sind - und Lust haben (ist ja auch immer so ein Ding).

    Grüsse Tani :wink



    Du bist nicht das was Du sagst, sondern das was Du tust!

  • Ich verstehe dich schon. Ich selbst könnte den Hund nicht weggeben, er war für den verstorbenen Partner ein wichtiger Bestandteil. Für mich wäre das undenkbar noch die letzte Gemeinsamkeit abzugeben. Aber es ist deine Entscheidung.


    Und die Kinder werden am Tag X tüchtig weinen. Wie willst du das auffangen? Das ist auch nach ein paar Tagen nicht erledigt.

    Es ist besser,
    ein eckiges Etwas zu sein,
    als ein rundes Nichts.

  • Es gibt nicht nur Hundesitter, es gibt auch die Möglichkeit, sich einen Hund zu "teilen". Vielleicht gibt es ja jemanden im Ort, der gern einen Hund hätte, aber - genau wie Du gerade - zu wenig Zeit. Dann kann es - wenn sich alle mögen und erziehungsmäßig weitgehend auf gleicher Linie - passen.


    Ich finde es übrigens sehr positiv, wenn jemand sagt "Ich hab nicht mehr genug Zeit für den Hund und gebe ihn weg, bevor er leidet." In Deiner jetzigen Situation finde ich die Entscheidung dafür gerade wegen der Kinder aber auch nicht leicht, da würde ich es zumindest versuchen, ob man eine "Hundepartnerschaft" findet.

    Im Forum gängige Abkürzungen:
    ABR: Aufenthaltsbestimmungsrecht (kann sich auf das alleinige ABR beziehen) / ASR: Alleiniges Sorgerecht / GSR: Gemeinsames Sorgerecht / SR: Sorgerecht
    BU: Begleiteter Umgang oder Betreuungsunterhalt / KU: Kindesunterhalt / UHV: Unterhaltsvorschuss / WM: Wechselmodell / BET: Betreuungselternteil / UET: Umgangselternteil
    TE bzw. TS: Threadersteller bzw. Themenstarter / JA: Jugendamt
    KV: Kindsvater / KM: Kindsmutter / ET: Elternteil / GE: Großeltern

  • Ich war mal in einer ähnlichen Situation, alleinerziehend und berufstätig. Ich habe inseriert und eine ganz liebe Frau nahm meinen Hund jeden Tag in der Woche mit zu einem super Spaziergang mit ihrem eigenen Hund. Sie half gerne und Geld wollte sie nicht. Versuch erstmal so eine Lösung zu finden....viele Leute lieben Hunde und gehen gern mit einem raus wollen sich aber keinen eigenen anschaffen......

    viel Erfolg.

  • Hallo,

    Ich hatte vor Kurzem konkret einen Hund gesucht. Die Motivation war ähnlich wie bei dir, ich wollte meiner Frau einen Herzenswunsch erfüllen und ihr damit über einen drohenden, ganz schlimmen Verlust hinweg helfen.

    Ich verstehe dich gut.

    Ohne mit meiner Frau drüber gesprochen zu haben, könnte ich mir spontan vorstellen, ihn für eine Zeit in Pflege zu nehmen.

    Wo wohnt ihr denn? Vielleicht könnte euer Hund uns beiden Familien ein guter Freund werden. So, dass er deinen Töchtern nicht wirklich verloren geht, sondern dass er halt öfter mal für längere Zeit verreist ist. Dass sie ihn auch besuchen/abholen kommen können, usw. Meine beiden sind Sohn knapp 6, Tochter bald 5, + Newcomer Ende November.

    Wir leben in Nürnberg.

    Ach die Liebe hat's so eilig, nur die Feindschaft wird nie langweilig ... (Rio Reiser)

  • Hallo Vollbio,


    das ist sicher ein lieb gemeintes Angebot.

    Nur im Sinne des Hundes sicher nicht besonders gut. Ein Hund ist nicht ein Auto, das man mal für ein paar Wochen/ Monate ausleiht oder zwischen 2 Familien hin- und herschiebt.


    Ein Hund ist ein Lebewesen, das Bindungen eingeht. Im Gegensatz zu Kindern, denen man ein WM durchaus erklären kann, geht das bei einem Tier nicht. Das Tier wird leiden. Denn es erlebt dann immer wieder eine längere Trennung von vertrauten Menschen und Umgebungen.


    Ein Hundesitter oder eine Tagesstelle wäre da meine Wahl. Der Hund kennt den Rythmus, hat die Sicherheit, dass er jeden Abend nach Hause zu seiner Familie kommt.


    Auch wenn es einem als Besitzer weh tut, wenn man ein Tier abgeben muss, dann sollte es im Sinne des Tieres endgültig sein und nicht zu einem hin- und her führen. So kann der Hund sich vollständig auf die neue Familie einlassen

  • Ich möchte noch ergänzen, dass ich meinen Hund keinem Anfänger anvertrauen würde, sondern nur Leuten, die ich kenne und um deren Erfahrung und Kompetenz ich weiß.

    I am a bear of very little brain, and long words bother me. (Winnie-the-Pooh)


    You can include me out. (Samuel Goldwyn)

  • Hallo Jul,


    ich verstehe dich. Bei mir war es "nur" eine Trennung, der Vater meiner Kinder war da, zumindest zeitweise. Aber manchmal kommt man an den Punkt, an dem einfach alles zu viel wird. Auch ich hatte diesen Punkt irgendwann einmal. Auch mir wurde alles zu viel und ich habe ernsthaft und wirklich mit dem Gedanken gespielt, ihn abzugeben.


    Aber: Für meine Kinder und auch für mich war der Hund, den du links in meinem Avatar siehst, DIE Stütze überhaupt. Sicherlich war er irgendwie auch eine Verbindung zur Vergangenheit, aber er war vor allem im "Jetzt und Hier" damals vor knapp 10 Jahren wichtig. Ich weiß, dass meine Kinder ihm damals ihre Sorgen und Nöte erzählt haben. Und er war auch DER Tröster, wenn es mal schwierig wurde. Tiere "können" das irgendwie "anders" als Menschen. Ich habe es damals nicht so mitbekommen. Ich wusste, der Hund war wichtig, aber WIE wichtig er tatsächlich war - das weiß ich seit 4 Wochen. Da mussten wir ihn einschläfern lassen und nicht nur ich, sondern vor allem auch meine Tochter (mittlerweile 21) war am Boden. Sie meinte sinngemäß, der Hund sei ein ganz wichtiger Bestandteil ihrer Kindheit gewesen und die sei nun zu Ende. Und das, obwohl sie seit 6 Jahren ihren eigenen Hund hat.


    Ich tue jetzt etwas, was ich normalerweise eher ungern tue. Ich möchte dich eindringlich bitten, den Hund nicht abzugeben, wenn du irgendeine Möglichkeit siehst, ihn zu halten. Gar nicht mal so unbedingt wegen dem Hund, sondern wegen deinen Kindern.


    Deine Kinder sind jünger als meine damals. Ich kann verstehen, dass man 6- bzw. 8jährige nicht alleine mit einem Hund raus lässt. Das habe auch ich nie getan. Auch ich bin morgens sehr früh aufgestanden, war (kurz) mit dem Hund draußen, hab die Kinder und mich selbst gerichtet, alles fertig gemacht und dann war der Hund alleine daheim. Ich hatte damals das Glück, dass mein Arbeitsplatz nur 5 Kilometer entfernt war, so dass ich an den langen Tagen mittags heim konnte. Sonst hätte mich mir vermutlich tatsächlich auch einen Hundesitter gesucht. Eine Freundin von mir macht so etwas z.B. über einen Tauschring. Sie betreut Hunde tagsüber oder auch tageweise.


    Ich habe mich letztendlich entschieden, mich lieber einzuschränken und im Gegenzug das Haus und den Hund zu halten.


    Allerdings war der Hund nicht nur für die Kinder wichtig, sondern auch für mich. Ich habe es geliebt, damals, als er noch fit war, durch den Wald zu streifen. An den Wochenenden, wenn die Kinder mal nicht da waren, hatten wir manchmal richtige "Gewaltmärsche":lach. So bin ich damals meinen Frust über dieses und Jenes losgeworden. An den Wochenenden, wenn die Kinder da waren, sind wir oft gemeinsam gelaufen. Manche Hundevereine oder Hundeschulen bieten auch Aktivitäten für Kinder mit ihren Hunden an. Zumindest in der Köln-Bonner-Ecke, wo wir früher gelebt haben. So habe ich meine Kinder dann Stück für Stück eingebunden.


    Klar, die Hauptlast liegt bei dir und ich möchte dir auch kein schlechtes Gewissen einreden! Aber bitte überlege noch mal... Du hast geschrieben, dass du Meinungen haben willst und die habe ich dir hiermit geschrieben. Von dem, wie und was du schreibst, bist du sicher nicht der "schlimmste Papa"! :blume Und ich kann auch deine Sorge wegen dem Winter nachvollziehen, mir ging und geht es ähnlich. Morgens um 5 oder halb 6 im Dunkeln raus - damit kann ich so gar nichts anfangen, oder anders gesagt: ich hasse das wie die Pest. :lach Aber es kommt auch immer wieder der Sommer! Wenn du magst, kannst du dich gerne melden, auch per PN.


    Guten Heimflug!


    PS. So furchtbar finde ich deinen Vorschlag nicht, Vollbio! Es gibt genügend Menschen, die ihren Hund zeitweise in eine Hundepension oder eine Pflegefamilie geben. Auch ich habe, bevor wir unseren Hund hatten, öfters mal einen Hund übers Wochenende oder auch mal für einen 2-3 wöchigen Urlaub übernommen. Meinen Hund konnte ich auf Grund seiner Stress- und Magen-Darm-Problematik nicht abgeben. Aber auch dem Hund meiner Tochter geht es gut, wenn er bei uns ist, auch wenn er normalerweise bei meiner Tochter lebt!

  • PS. So furchtbar finde ich deinen Vorschlag nicht, Vollbio! Es gibt genügend Menschen, die ihren Hund zeitweise in eine Hundepension oder eine Pflegefamilie geben.

    Ja ab und zu und für kurze Zeit. Das ist aber was anderes. Über wirklich längere Zeiträume tut das einfach nicht gut. Wahrscheinlich auch nicht den vielen involvierten Kindern. Die gewöhnen sich ja auch jeweils an den Hund und möchten ihn sicher nicht gerne nach Monaten wieder abgeben. Natürlich ist es ein gut gemeintes Angebot. Aber ich fürchte das dabei zuviel auf der Strecke bleibt

  • Wir haben unsere Hunde nie über einen längeren Zeitraum abgegeben. Insofern kann ich da nicht mitreden. Das "Wechselmodell" bei dem Hund meiner Tochter mag auch deswegen funktionieren, weil die Hündin zwar hauptsächlich auf meine Tochter, im Prinzip aber im Welpenalter auf uns alle geprägt ist. Allerdings ist die Hündin so sozialisiert, dass meine Tochter sie auch schon mal bei Freunden untergebracht hat. So lange es Fressen und genug Auslauf / Beschäftigung gibt, ist alles in Ordnung.


    Harry hätte demgegenüber bei "Fremden" richtig Probleme bekommen. Nicht, weil er Freunde und Bekannte nicht mochte oder akzeptierte, sondern weil er völlig auf mich fixiert war - von Anfang an. Ich hab ihn nur einmal an meine Tochter abgegeben, nicht zuletzt auch, weil sie seine Magen-Darm-Erkrankung ERNST genommen und keine Futterexperimente mit ihm gewagt hat. Trotzdem denke ich heute, dass unsere USA-Reise letztes Jahr, wo wir 2 Wochen voneinander getrennt waren, ihn schlussendlich den Rest seiner Gesundheit gekostet hat. Damals gingen die Probleme mit dem Urin und dem Kot los, er hat plusminus 5-6 Wochen gebraucht, um sich halbwegs zu erholen und es wurde auch nie wieder so wie vorher. Das war jetzt etwas OT, bitte entschuldigt.


    Harry hat übrigens die Züchterin und ihre Tochter wiedererkannt, als er sie nach Jahren wieder sah. Er zeigte sich jedoch verunsichert, was das jetzt wohl soll :lach. Ich schätze, es steckt drin im Hund.


    Wenn ich einen Hund wirklich abgeben müsste, wäre mir wichtig, dass er in "gute Hände" kommt und VOR ALLEM, dass er kein "Wanderpokal" mit 3 und mehreren Haltern wird. Ich denke, das ist das allerschlimmste für einen Hund.


    Mir geht es aber vor allem auch um Juls Kinder...

  • Guten Morgen an alle,


    Danke für die vielen Meinungen, einige werden mich auf jeden Fall etwas beschäftigen :)


    Der Hund ist ganz klar eine große Stütze für die Kinder. Er tut ihnen gut, keine Frage. Wie weiter oben schon steht, es reicht wenn er einfach nur da ist. Da bin ich eurer Meinung. Aber sobald die Pflichten anfangen ist es wieder mein Hund. Hab mir selbst vorgenommen es auf jeden Fall zu versuchen, für die Kids.


    Seit dem wir zu dritt sind, hängen die Kinder sehr an mir, manchmal find ich es toll, manchmal nervt es (man hat ja auch seine Aufgaben, Erledigungen usw.). Mal Kinder übers Wochenende abgeben geht gar nicht, will ich auch nicht. Ich möchte das Gefühl des "abgeschoben werdens" auf jeden Fall vermeiden. Sie kommen ab und an, und fragen selbst wegen einer Übernachtung was für mich dann natürlich ok ist (selten aber beide gleichzeitig). Will sagen, große Wanderung sind leider nicht drinnen, da die Kids wieder nicht mitspielen.

    Zudem häufen sich Aussagen wie "Du hast nie Zeit zum spielen" oder "Immer musst du spazieren gehen". Tut als Papa dann schon weh, wenn es auch noch stimmt. Auf der anderen Seite steht dann der Hund, der übrigens das alles Toll mitmacht, und fordert zum spazieren gehen auf. Da er ja auch zu kurz kommt.

    Vom Krank werden bzw. sein noch gar nicht gesprochen (ist das überhaupt erlaubt :D)


    Ich für meinen Teil lasse ich lieber los, in dem Wissen dass es, in diesem Fall, dem Hund viel besser geht, als krampfhaft etwas zu versuchen das in allen Beteiligten Unzufriedenheit auslöst.


    Vielen Dank jedenfalls für die vielen Beiträge, werde die nächsten Tage mal in mich gehen und drüber nachdenken.


    Gruß Jul

  • Noch ein kleiner Denkanstoß abseits der Hundefrage.


    Schau dich mal in deiner Gegend um, ob es ein Angebot für trauernde Kinder gibt. Das kann sowohl für die Kinder, als auch für dich entlastend sein.


    Kind trauern anders als wir Erwachsene und für sie ist es wichtig zu erleben, dass es auch andere Kinder mit ähnlichen Erfahrungen gibt und oft äußern Kindern aus Rücksicht auf die Erwachsenen ihre eigenen Trauergedanken nicht.


    Wenn du mir per PN zukommen lässt, wo ihr lebt, dann kann ich evtl. auch mal gucken und dir eine entsprechende Anlaufstelle vermitteln

  • Die Entscheidung musst leider du alleine treffen, denn an dir wird die Verantwortung noch lange hängen bleiben. Für mich persönlich sind Tiere ebenfalls Familienmitglieder, die einen durch gute und schwere Zeiten begleiten, aber da ich selbst schon immer Tiere halte und lange alleinerziehend bin, kann ich auch dich verstehen, dass es dir zuviel wird, zumal der Antrieb einen Hund in die Familie zu holen nicht von dir selbst kam.


    Für Kinder ersetzen Tiere oft Therapeuten, daher musst du hier wirklich gut abwägen, wie sich ein weiterer Verlust auf deine Kinder auswirken kann.


    Wie auch sonst im Leben, gibt es aber nicht nur schwarz oder weiß. Klar ist "stupides" Spazierengehen für Kinder mega langweilig und dich stresst es, daher wäre mein Rat... geh weniger spazieren, fahrt zusammen Rad, geht baden, übt Kunststücke ein.... es gibt soviele Möglichkeiten, die nicht viel Zeit beanspruchen und die ihr gemeinsam machen könnt und auch noch Spaß machen. Mehrmals täglich ein paar Minuten Kunststücke geübt mit dem Hund und er ist platt und zufrieden. Dann würde ich ein Inserat schalten, ob jemand Lust hat, tagsüber den Hund zu bespaßen. Vielleicht sitzt da irgendwo bei dir nebenan ein einsamer Mensch, der selbst keinen Hund halten kann... Win-win......


    Wenn die Entscheidung für eine Abgabe gefallen ist, dann findet ihr sicher ein schönes Zuhause. Meine Kinder und ich z.B. wollen in ein paar Monaten nach unserem Umzug auch wieder mit der Suche nach unserem Hund beginnen, obwohl ich mir nach dem Tod unserer Hündin Ende 2017 geschworen habe, dass ich nie, nie, nie wieder einen Hund haben möchte. Ich muss aber zugeben, dass ich diese Unabhängigkeit und dieses nicht rausgehen MÜSSEN irgendwie schon auch genieße. Dann aber denke ich, so ein Hunde-Arschtritt täte mir auch nix schaden, um wieder mehr zu laufen.....:tuedelue

  • Ich würde mich freuen, wenn du uns auf dem Laufenden hältst! Egal, wie deine Entscheidung ausfällt!

  • Schau dich mal in deiner Gegend um, ob es ein Angebot für trauernde Kinder gibt. Das kann sowohl für die Kinder, als auch für dich entlastend sein.


    Kind trauern anders als wir Erwachsene und für sie ist es wichtig zu erleben, dass es auch andere Kinder mit ähnlichen Erfahrungen gibt und oft äußern Kindern aus Rücksicht auf die Erwachsenen ihre eigenen Trauergedanken nicht.


    Wenn du mir per PN zukommen lässt, wo ihr lebt, dann kann ich evtl. auch mal gucken und dir eine entsprechende Anlaufstelle vermitteln


    So etwas ähnliches wollte ich auch gerade sagen... Und ergänzend fragen, ob Du Dir die Zeit zum Trauern genommen hast... Oder ob Du die ganze Zeit nur funktionierst und es deshalb verständlicherweise alles viel zu viel ist, für Dich.


    Mein Gefühl schreit, gib´ den Hund nicht ab. Und das obwohl ich selbst es anders gemacht habe; wenn auch die Situationen nicht 1:1 vergleichbar sind. Als vor knapp fünf Jahren meine Tochter gestorben ist, hatte ich nur ein halbes Jahr später die glorreiche Idee, einen Hund für meinen Sohn und mich anzuschaffen. Und dann auch noch, entgegen aller Vorsätze, einen Welpen. Das ist mal ganz grandios in die Hose gegangen.


    Kosten für einen Hund


    Bei Euch ist es aber ja, wie gesagt, anders. Der Hund ist schon länger bei Euch, war und ist schon ein großer, nicht zu unterschätzender Trost für die Kinder und schon länger ein Familienmitglied. Ich würde es wohl auch mit einem Hundesitter für die Zeit in der Du arbeitest, versuchen. Und die Kinder bei Spaziergängen, oder anderen, wie von TiMiDa vorgeschlagenen Unternehmungen mit dem Hund, mehr einbinden; so dass sie auch automatisch mehr Zeit mit Dir haben.

    Ich wünsche Dir die für alle richtige Entscheidung.

    LG
    CoCo



    Halt mich fern von der Weisheit, die nicht weint, von der Philosophie, die nicht lacht, und von der Größe, die sich nicht vor Kindern verneigt.


    ~ Khalil Gibran ~