In Planung: Haushaltshilfen für Alleinerziehende

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  • Sicherlich gehören zu einem illegalen Arbeitsverhältnis immer beide Vertragsparteien. Auch da braucht es scheinbar einen Kulturwandel, der ja in diesem Ansatz enthalten ist.


    Problematisch finde ich an Herrn Heils Ansatz eher, dass der größte Gewinn möglicherweise bei den Firmen hängen bleibt, die in das Appmodell passen und die Vermittlung übernehmen. Damit werden die Feen zwar legal aber auf einem Niveau beschäftigt, dass alles andere als attraktiv ist. Das schafft dann wieder Altersarmut...

    LG Campusmami



    Sonne muss von Innen scheinen :sonne


    Das Leben findet draußen statt :rainbow: .

  • Sicherlich gehören zu einem illegalen Arbeitsverhältnis immer beide Vertragsparteien. Auch da braucht es scheinbar einen Kulturwandel, der ja in diesem Ansatz enthalten ist.


    Problematisch finde ich an Herrn Heils Ansatz eher, dass der größte Gewinn möglicherweise bei den Firmen hängen bleibt, die in das Appmodell passen und die Vermittlung übernehmen. Damit werden die Feen zwar legal aber auf einem Niveau beschäftigt, dass alles andere als attraktiv ist. Das schafft dann wieder Altersarmut...

    Also sind die Gewinner, die, die es sich eh schon leisten können eine Putzfee zu beschäftigen und einige Firmen. Nur die, die die Arbeit machen, eben nicht.

    So ganz simpel zusammengefasst.

    Da kann man ja nur hoffen, dass eine vernünftige Entlohnung rausspringt und es nicht nur zu noch mehr unsäglichen Minijobs führt.


    Liebe Grüße


    Ute

  • Das Programm adressiert tatsächlich AE mit einem Einkommen über dem Mindestlohn, die mehr arbeiten könnten, wenn sie anderweitig entlastet werden würden (da fallen mir als erstes ganz klassisch Erzieher*innen oder Krankenpfleger *innen ein). Das sind nicht unbedingt die, die es sich jetzt schon leisten könnten

    Ich hab ja so einige AEs im Bekanntenkreis aus diesen Berufszweigen. Die wenigsten wohnen davon großzügig, dass sich das lohnen würde.

    Mit unserer großen Wohnung bin ich da echt schon eine Ausnahme.

    Das Einzige, was ich mir leiste 2-3- mal im Jahr ist ein Fensterputzer. Aber eher, weil man so schlecht an einige Fenster bei uns kommt.

    Bei mir wären es nur wenige Stunden bis Vollzeit. Eine Haushaltshilfe, die mind. die Hälfte von meinem Stundenlohn frisst, ist da kein Anreiz aufzustocken.

    Zudem hab ich ja schon eine Haushaltshilfe. :P Ich wohne ja schließlich nicht alleine hier.

  • Ratte ich glaube nicht, dass es so einfach ist.

    Und ich denke, dass dieses App Firmen Modell tatsächlich auch das Ziel von sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen hat, wie prekär die dann sind, kommt sehr auf die Ausgestaltung an.

    Und das Programm adressiert weder dich noch mich, noch alle AEs - das tun andere Maßnahmen auch nicht. Deshalb sind sie aber doch nicht perse schlecht.

    LG Campusmami



    Sonne muss von Innen scheinen :sonne


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  • Bei mir wären es nur wenige Stunden bis Vollzeit. Eine Haushaltshilfe, die mind. die Hälfte von meinem Stundenlohn frisst, ist da kein Anreiz aufzustocken.

    Warst du mal bei der Rentenversicherung und hast dir ausrechnen lassen, was in Zahlen diese wenigen Stunden für deine Rente bedeuten? Vielleicht führt das zu einer neuen Bewertung der Situation, ganz unabhängig davon ob man dann eine Haushaltshilfe beschäftigen möchte oder nicht.

    Was du schreibst zeigt übrigens, dass es nicht nur um es sich leisten können geht, sondern um ein Verständnis, dass man seine (kleine) Bude selbst sauber macht. Ich glaube tatsächlich, dass das auch die größter Nuss ist, die man bearbeiten müsste, als es finanziell möglich zu machen.

    LG Campusmami



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  • Ich arbeite nur 3 Std. weniger zur VZ. Und das ist für mich mein absolutes Maximum. Mehr schaff ich einfach nicht.

    Haushalt macht mir persönlich auch nichts aus. Das ist natürlich bei anderen anders und auch völlig in Ordnung sich Hilfe zu holen. Und wenn diese jetzt auch noch bezuschusst wird. Super.

    Trotzdem sehr ich eher, dass viele AES davon sich ein Eis backen können. Sorry.

  • Ich kenne tatsächlich die berühmte Chefarztgattin, die immer eine Haushaltshilfe hatte und jetzt auch nach der Trennung eine Haushaltshilfe beschäftigt.


    Ich kenne die Erzieherin, die Teilzeit arbeitete, um ihre drei Kinder außerhalb von Kita und Schule persönlich begleiten zu können, die am Umgangswochenende vier Putzstellen hatte. Schwarz, weil der Arbeitgeber keine Nebentätigkeit genehmigt hätte.


    Ich erinnere mich gut an jene Familienrichterin, die bei einer Sorgerechtsverhandlung mir ins Stammbuch schrieb, der Plan einer stundenweise Beschäftigung einer Haushaltshilfe als AE oder eines AuPair sei ein deutlicher Hinweis auf eine Überlastung als AE, eine alleinerziehende Mutter würde Arbeit, Kinderbegleitung und Haushalt geregelt bekommen, während ich schon nach zwei Jahren als AE wohl Überlastungserscheinungen zeigen würde.


    Doch das sind die klassischen Einzelfälle. Frage ist halt: Bringt dieses neue Angebot an AEs einem Teil der Alleinerziehenden eine Verbesserung? - Ich denke, ja. Unglücklich finde ich jedoch, wenn dieses neue Modell unter besondere Berufung auf AEs eingeführt wird. Das wirft in meinen Augen ein falsches Licht auf die AE-Situation.

    Aber die zweite Frage ist: Geht die Regierung auch die anderen Ursachen für die Probleme von AEs an?

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Die Belange von Allein- und Getrennterziehenden werden immer ein (zu) heißes Pflaster für politische Entscheidungen sein.


    Hier wieder deutlich zu sehen: gibt es für einen Teil unserer Gruppe potentielle Verbesserungen kommt sofort Gegenfeuer aus der anderen Gruppe, die vermeintlich nicht profitiert.


    Keine Ahnung ob dieses ewige Beharken Folge oder Grund des AE-seins ist.

  • Ich bin mir nicht sicher, ob sich hier beharkt wird oder ob nicht der Hinweis auf den eigenen Erfahrungsfall oder die Berufung auf diverse wissenschaftliche Zugänge das Gesamtbild stärker beleuchtet und zu einer breiteren Einschätzung beiträgt. Ich habe jedenfalls aus der noch recht kurzen Diskussion eine Menge für die eigene Einschätzung und Bewertung rausziehen können.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Ich kenne den Diskurs über den Koalitionsvertrag (den Pressauftritt von Herrn Heil habe ich im original noch nicht finden können) in 3 unterscheidlichen Kontexten und finde es total spannend, wie unterschiedlich der geführt wird.


    Und ich glaube, dass das Label, das der Maßnahme hier verpasst wird, tatsächlich ungünstig ist, wenn man möchte, dass sich die Gesellschaft verändert.


    Ich hatte diese konkrete Maßnahme tatsächlich eher als Entlastung für Menschen mit Careaufgaben auf dem Schirm. Der Zugang zunächst für Alleinerziehende und Menschen, die Angehörige pflegen. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung nämlich: das "Gedöns" als unbezahlte Arbeit anzuerkennen und sogar geringfügig zu vergüten.


    Und hier wird es gelabelt als Maßnahme für Alleinerziehende, die total an den Bedürfnissen von Alleinerziehenden vorbei geht. Ich bin mir da nicht sicher, mir fallen da sehr spontan nicht wenige Menschen ein, für die das eine top Maßnahme ist. Auf die Ausgestaltung darf man gespannt sein.

    LG Campusmami



    Sonne muss von Innen scheinen :sonne


    Das Leben findet draußen statt :rainbow: .

  • Und hier wird es gelabelt als Maßnahme für Alleinerziehende, die total an den Bedürfnissen von Alleinerziehenden vorbei geht. Ich bin mir da nicht sicher, mir fallen da sehr spontan nicht wenige Menschen ein, für die das eine top Maßnahme ist. Auf die Ausgestaltung darf man gespannt sein.

    Ich habe den Eindruck, dass die dagegen schießen, die nicht profitieren können. Verständlich und nachvollziehbar, aber so ist es doch immer im Leben. Manche profitieren, manche nicht. Jede Entscheidung ist irgendwo ungerecht. Und so könnte sich jedes verheiratete Elternteil aufregen, was deshalb keinen Unterhaltsvorschuß mehr bekommt, jedes Elternteil, was wegen ein paar Euro zu viel Einkommen über sämtliche Zuschußgrenzen kommt (und somit deutlich weniger hat) ...

  • Ich habe eine legale Putzhilfe , alle 14 Tage 3 Stunden. Das hilft mir sehr, die macht Küche, Bad, Böden und Staubwischen und Betten beziehen. Klar muss ich zwischendurch auch noch ran, aber es ist trotzdem eine spürbare Entlastung. Dafür zahle ich pro Monat im Durchschnitt 150 Euro.

    Diese Putzkraft hat definitiv einen weit höheren Stundenlohn als ich 8|

    Ich wohne im tiefsten Osten, nahe der Tschechischen Grenze, hier sind die Stundelöhne allgemein nicht so gut. In meinem Berufszweig ist es eigentlich üblich Schicht zu arbeiten. Das kann ich als alleinerziehende nicht und darum arbeite ich in einem Betrieb mit schlechter Bezahlung, aber ich muss nicht weit fahren und arbeite von 8 Uhr bis 16 Uhr. Solche Arbeitszeiten und die Arbeitsplatznähe sind für mich als Elektronikerin ein Glücksgriff.

    Eine Putzfee für 150 Euro im Monat ist niemals drin. Ich muss zwei Tage für das Geld arbeiten, da das ein Verlustgeschäft wäre putze ich lieber selber.

    Habe mir aber einen Staubsaugerroboter (mein Bienchen :)) für 150 Euro geleistet und der saugt seit zwei Jahren fleissig meine Wohnung.

    Also so eine Putzhilfe müsste schon zu 75% bezuschusst werden (inkl. Anmeldung usw.), dann könnte ich anfangen zu rechnen ob ich es mir leisten kann oder nicht.

    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Ich habe den Eindruck, dass die dagegen schießen, die nicht profitieren können.

    Mich stört das nicht, wenn Familien davon profitieren können und denen das Leben ein Stückchen erleichtert wird. Wobei ich nicht denke, dass das Hauptziel ist.

    Mich stört es einfach, dass Alleinerziehende so rausgestellt werden. Einfach weil ich finde, dass das an eine große Menge an Aes vorbeifabuliert ist.

    Da Bedarfe abzuklopfen, was für Aes eigentlich sinnvoll wäre, DAS wäre für mich der richtige Weg.

    Ist es wirklich das ungewischte Bad, was viele stresst? Oder das man kein Geld hat für eine Haushaltshilfe? Wird die Drogerieverkäuferin mit zwei Kindern tatsächlich entlastet, weil sie einen Teil bezuschusst bekommt für eine Haushaltshilfe, die sie sich trotzdem nicht leisten kann.

    150 Euro mögen für den Einen okay sein und für den anderen bedeutet das zwei Wochen Kühlschrank voll. Auch wenn es bezuschusst wird.

    Ich fände es halt schade, wenn echte Bedarfe verloren gehen, weil "man macht und tut ja"

  • Der Haushalt ist mir perönlich als AE halt ziemlich wurscht, wenn es hart auf hart kommt. Ob die Wäsche einen Tag länger oder kürzer im Korb liegt, macht nicht viel Unterschied.


    Was aber sehr wohl einen Unterschied macht, ist, wenn das Kind im Kindergarten steht und nicht abgeholt werden kann. Da ist es auch schwierig eine "Putzfee" zu schicken. Das würde vielleicht noch gehen, wenn ich die nette Dame von nebenan als "Putzfrau" statt als Babysitter beschäftige. Natürlich angemeldet (wobei ich da nicht sicher bin - wie wäre es denn da versicherungs- und haftungstechnisch, wenn ihr oder meinem Kind während der Betreuung was passiert? Weil sie ja nun nicht, wie es sich für eine Putzfrau "gehört", in meiner Wohnung das Staubtuch schwingt, sondern - evtl. sogar mit dem Auto - durch die Gegend gurkt).


    Geht es mit dieser App überhaupt, eine "private" Haushaltshilfe anzustellen? Oder gibt es da nur Firmen?


    Wenn ich nämlich eine Firma beschäftige, dann wird das wohl eher schwierig. Wenn ich mir die Jungs ansehe, die hier bei mir 2x im Jahr zum Fenster putzen durch die Wohnung flitzen, dann sind die hocheffizient und sauschnell - Profis halt. Was Reinigungsarbeiten betrifft. Aber im Traum wäre mir nicht eingefallen, einen von denen zu bitten, meine Tochter irgendwo abzuholen oder hinzubringen. Ich hole mir ja auch keinen Maler, der mir dann den Garten richten soll.

    Man sitzt insgesamt viel zu wenig am Meer...

  • Ich habe den Eindruck, dass die dagegen schießen, die nicht profitieren können

    Wenn ich gegen alles schießen würde, von dem ich nicht profitiere, dann käme ich zu nicht viel anderem mehr. Das ist mir tatsächlich total egal. Für mich ist eine Haushaltshilfe einfach mehr ein Luxus (den ich mir übrigens auch schon geleistet habe, fast zwei Jahre lang), während eine funktionierende familienexterne Kinderbetreuung (die z.B. auch das Wahrnehmen von Arztterminen etc. beinhaltet) gerade für AEs das A und O ist, um überhaupt einer Berufstätigkeit nachgehen zu können.

    Man sitzt insgesamt viel zu wenig am Meer...

  • Ich frage mich tatsächlich gerade, ob das Label "Maßnahme" extra für alleinerziehende hier entstanden ist oder im BMA. Für Kinderbetreuung ist ja ein anderes Ministerium zuständig und auch dort bewegt sich seit Jahren etwas... Langsam aber es bewegt sich und auch im Koalitionsvertrag steht etwas zur Kinderbetreuung.


    JayCee möglicherweise kannst du den Gutschein ja für deine Fensterputzfirma nutzen. Auch wenn du die Fensterputzer dein Kind nicht abholen lassen würdest, hättest du etwas gewonnen.

    Wie gesagt, warten wir mal auf die Ausgestaltung... Wo ein Markt ist, findet sich auch ein Angebot, vielleicht mag ja jemand hier eine GbR oder ähnliches gründen, die Kinder in Randzeiten einsammelt und betreut... Ich denke, in größeren Städten findet sich da ein Markt. Und denkt man mal ein bisschen weiter, springen da auch Unternehmen auf. Dann reicht nämlich irgendwann die Betriebskita, Ferienbetreuung und die Flying Nannys nicht mehr, sondern man braucht zur Fachkräftgewinnung noch einen Haushaltsservice8).

    LG Campusmami



    Sonne muss von Innen scheinen :sonne


    Das Leben findet draußen statt :rainbow: .

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  • SilentGwen vielleicht nimmt in die Fee in deiner Gegend auch nur den Mindestlohn - dann sind 10 Stunden mit Zuschüssen doch gar nicht so teuer.


    Hier sind es auch eher 14-16 Euro plus die Beiträge an die Knappschaft

    Ich denke auch, dass es regional unterschiedlich ist. Rhein-Main ist teuer und das ist eine Firma, die das anbietet, keine Einzelperson. Andererseits habe ich einen gut bezahlten Job, dessen bin ich mir auch bewusst.

    Öfter als alle 14 Tage geht es aber auch bei mir nicht. Es muss jeder für sich sehen - ich mach andere Dinge nicht, dafür leiste ich mir das.

  • stern0372 mein Post war nicht böse gemeint.

    ich mach andere Dinge nicht, dafür leiste ich mir das.

    Hier hast du vollkommen Recht.

    Ich wollte mit meinem Post nur aufzeigen das so mancher Beschluss der Regierung der Eltern/AEs usw. helfen soll, nicht jedem hilft. Was aber auch normal ist, egal ob es um Corona-Kinderkrankentage, Home-Office-Anspruch oder eben nun dieser Zuschuss zu einer Putzfee ist.

    Ich kann jeden verstehen, der sich eine Putzfee leistet. Ich bin hier nicht neidisch,denn wenn ich könnte, würde ich mir nämlich auch eine leisten. :)

    Mir haben die Corona Kinderkrankentage super geholfen. Der Home-Office-Anspruch oder der Zuschuss zur Putzfee wird für mich nichts ändern oder besser machen. :S

    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!