Höherer Unterhalt und Androhung des Kontaktabbruchs zu den Kindern

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  • Die DüTa ist kein Gesetz. Aber sie ist eine von allen OLG abgesegnete "Handlungsanweisung", wie Unterhalt gesichert zu berechnen ist. Abweichung davon müsste der Familienrichter besonders begründen und erläutern. Sonst wird seine Entscheidung vom übergeordneten OLG "kassiert".


    Das ist quasi wie die Fußballregeln: Wenn das Spiel läuft, entscheidet der Schiri (Familienrichter) auf dem Platz. Entscheidet der im Rahmen der Regeln, ist alles gut. Entscheidet der nicht im Rahmen der Regeln bzw. fühlt sich eine Partei ungerecht behandelt, kommt der Videoschiri (das OLG) zum Einsatz. (Im Unterschied zum Fußballplatz kann aber im Familienrecht jede Partei den Videoschiri (OLG) einschalten, der sich aber nicht selbst).


    Die DüTa incl. Selbstbehalt sind Berechnungen, die bei Überprüfung der Sachlage Bestand halten. Es bleibt genug für den Zahler, um leben zu können. (Ist es für die Kinder noch nicht genug, muss der andere Elternteil mitfinanzieren - was eh erwartet wird - und es greifen Fördermittel der Allgemeinheit.)


    Das Sozialgesetzbuch hat in der Sache keine Relevanz, Fatherfigure. Wir sind hier im Familienrecht. Das SGB 2 greift erst (für ihn unterstützend), wenn der Vater nicht leistungsfähig wäre. Das ist er jetzt aber. Ein Fam-Richter nimmt das SGB nicht in die hand, wie Du ja selbst weisst. (Selbes Stadion, aber der eine spielt Fußball mit allen Regeln und der andere Football.)

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

    Einmal editiert, zuletzt von Volleybap ()

  • Ohne jetzt die genauen Umstände und Ausgaben des Exfreundes der TE zu kennen, ist es natürlich schwierig das zu beurteilen, aber ich denke mit etwas Organsisation bei der Essensplanung, kann man durchaus alle für zwei Tage satt bekommen. Zumindest würde mir das nicht wirklich schwer fallen. Zumal der Vater ja nicht gänzlich allein da steht. Und ich denke auch dass Sookee mehr Kenntnis darüber hat, was dem Vater finanziell zuzumuten ist usw und dass sie durchaus kompromissbereit zu sein scheint. Aber mit so einer Nachricht, richtet er mehr Schaden an, als wirklich etwas zur Lösung des Problems beizutragen.

    Das Thema mit der Ernährung ist ja nur eine Seite der Medaille. Ich habe nie eingesehen, daß ich nach der Trennung mit den Kindern nichts anderes machen kann, als die satt zu bekommen und ggf. einseitig zu ernähren. Wenn die Kids klein sind, klar, dann freuen die sich über alles, was gratis ist, über den kostenlosen Stadtpark, die Waldspaziergänge, den Spielplatz. Die wollen aber auch mal ein Eis futtern, ein (kleines) Spielzeug oder bei der "goldenen Möwe" essen. In das Kino oder in den Zoo gehen mit dem Umgangselternteil. Das nennt man soziokulturelle Teilhabe. Dann wurdern sich die BET'S, wenn die Kinder im fortgeschrittenen Alter nicht mehr zu dem anderen Elterteil wollen, weil es da sterbenslangweilig ist. Ich meine jetzt nicht die Umgangseltern, die sowieso gar keine Lust haben, mit dem Nachwuchs etwas zu unternehmen. Jedenfalls hat mir der andere Elternteil zu verstehen gegeben, daß es alleine mein Problem ist, wie ich den Umgang stemme. Ich nehme an, daß der Vater seine Möglichkeiten gar nicht kennt und denkt, daß er das Problem nur intern lösen kann. Der braucht Perspektiven. Klar ist der nunverzweifelt, weil er nicht weiß, wie er das alles bezahlen soll. Das ist eben ein grundsätzliches Problem dort, wo das Geld in beiden Haushalten knapp ist.
    Liebende Eltern verzichten da auch mal zugunsten ihrer Kinder, aber niemand kann immer nur verzichten. Meine Partnerin wäre sicher auch nicht begeistert, wenn sie indirekt für meine Kinder aufkommen müsste. So ganz alleine dastehen heißt ja nicht, daß der neue Partner gewillt ist, sein Einkommen an die Familie des Pflichtigen zu verteilen, jedenfalls nicht uferlos. Man ist ja auch nicht nur dafür da, die Probleme des Partners zu lösen. Das Problem wird der Vater hier ja auch noch ein paar Jahre haben.


    Zitat

    Das Sozialgesetzbuch hat in der Sache keine Relevanz, Fatherfigure. Wir sind hier im Familienrecht. Das SGB 2 greift erst (für ihn unterstützend), wenn der Vater nicht leistungsfähig wäre. Das ist er jetzt aber. Ein Fam-Richter nimmt das SGB nicht in die hand, wie Du ja selbst weisst. (Selbes Stadion, aber der eine spielt Fußball mit allen Regeln und der andere Football.)



    Das ist ja genau der Punkt. Ich komme mit einem Schreibem vom Jobcenter zum Jugendamt, der Unterhalt wäre zu hoch, ich könne mich nicht mehr selber finanzieren. Das Jugendamt rechnet dann einen Unterhalt aus, der deutlich über dem liegt, was ich zu der Zeit ohnehin bezahlt habe und das Jobcenter reduziert haben wollte. Für den Schrieb vom Jobcenter hat sich schlicht keiner interessiert. Klar ist der Vater hier unterhaltsrechtlich leistungsfähig. Bin ich doch auch. Das ist doch kein Anhaltspunkt, um sozialrechtliche Bedürftigkeit festzustellen. Wir reden hier von Umgangskosten für vier Kinder und nicht von zwei Schnitten Brot über das Wochenende. Und diese Kosten sind doch im SB mit drin, egal ob ich ein Kind habe oder deren zehn. Umgangskosten für 4 Kinder gehen nun mal richtig ins Geld und das hat bei der Unterhaltsbemessung einfach keiner auf dem Schirm. Allenfalls erhöhte Fahrtkosten bekommt man durchgesetzt.

  • Haselnuss


    Da du ja so auf das Essen pochst. Wenn du nicht nur Nudeln auftischen magst sondern halbwegs ausgewogen und das für 6 Mann, dann kommste mit 20 € nicht hin übers Wochenende.


    Wir sind 2 Erwachsene und 4 Jungs von 19, 17, 13 und 12. Wenn wir alle das Wochenende zusammen verbringen gebe ich Minimum 50 € aus.


    Was ich hier sehe, es ist noch nix eingespielt. Der Vater muss dringend seinen Finanziellen Spielraum überprüfen.


    Deine Denke, ich muss viel zahlen umso mehr will ich dafür die Kinder, teilen meiner Erfahrung nach wenige Umgangselternteile in der Realität. Zumindest in meiner und da nehmen sich die Geschlechter nichts.

    Es ist besser,
    ein eckiges Etwas zu sein,
    als ein rundes Nichts.

  • @Ellin:


    Also erstmal finde ich kannst du deinen gereizten Unterton weglassen. Ich habe hier niemanden angegriffen und bin auch nicht auf Krawall gebürstet. Ich beziehe mich nur auf das, was die TE hier beschreibt und da ist von "durchfüttern" die Rede. Ich poche also nirgends drauf rum.

    Ich denke ich kann sagen, dass ich mich und meinen Sohn ausgewogen ernähre. Es gibt zu jeder Mahlzeit Obst und/oder Gemüse, es gibt ausreichend Essen und wir ernähren uns auch nicht nur von "Ja"-Produkten. Ich denke durchaus, dass es möglich ist. Nudeln war ja nur ein Beispiel, aber auch hier: Vollkornnudeln sind auch für anspruchsvolle Menschen, die sich ausgewogen ernähren wollen durchaus eine gute Option und mit der entsprechenden Sauce kann man diese auch sehr abwechslungsreich und gesund zubereiten. Bestimmt sagt dir Volxküche etc was. Da wird auch mit wenig gekocht (eben das bisschen was gespendet wird und würde man es selber kaufen, wäre es auch recht günstig), und am Ende kriegt man damit an die zwanzig Leute satt. Und wie gesagt, es geht um zwei Tage, nicht um eine ganze Woche. Viele Sachen hat man eh immer im Haus (Gewürze, Brühe, Eier, Kartoffeln), da kann man schon allerhand machen. Wie gesagt, wäre zumindest für mich jetzt kein Problem und mal ehrlich, was ist den Kindern wichtiger? Ein 5Sterne-Essen mit Bio-Rinderfilet oder eben "nur" Spaghetti Bolognese, aber eben zusammen mit Papa? Ich bin ja selbst so groß geworden und bis auf Pfannkuchen, war mein Vater alles andere als in der Lage ein anspruchsvolles und leckeres Mittagessen zu zaubern. Hat mich selbst nie gestört und meine Schwester auch nicht.

    Nee, beim Thema Essen bin ich tatsächlich immer noch der Meinung dass das machbar ist, auch mit wenig Geld und glaube mir, auch ich stehe am Ende des Monats manchmal echt doof da. Mit ein bisschen Kreativität passt das.


    Mag sein, dass ihr das anders handhabt und vielleicht habe ich da auch andere Erfahrungen gemacht, aber ich denke das ist kein Grund sich angegriffen zu fühlen oder zu streiten.


    F4tH3R F16URE H3R

    (Dein Name ist echt schwer :-) )


    Ich weiss was du meinst, aber wer fragt denn ob sie Mutter die Möglichkeit hat mit ihren Kindern alle paar Wochen mal in der "goldenen Möwe" essen zu gehen? Sie muss den Alltag mit vier Kids wuppen, Kleidung kaufen, Brotdosen herrichten, Abendbrot machen, die Kinder rechtzeitig ins Bett bringen usw. Sie wird nicht umsonst Geld vom Amt beziehen. Bei ihr sieht es finanziell sicherlich auch nicht rosig aus und ich denke, wenn Sookee die Möglichkeit hätte, würde sie dem Vater auch entgegenkommen. Nur funktioniert das halt nicht über Erpressung, da muss man miteinander reden.

    Nichts für ungut, aber wenn Kinder nicht völlig verzogen sind, dann schätzen sie auch durchaus gemeinsame Wochenenden ohne große Ausflüge. Ich denke die Mutter kann sich das ja auch nicht unbedingt jedes Wochenende leisten. Zumindest war es bei mir so, als ich noch Kind/Jugendlicher war und in meinem Bekanntenkreis, habe ich jetzt auch nicht solche Beobachtungen gemacht.

    Natürlich ist es nicht die Aufgabe des Partners, die Kinder von anderen mitzufinanzieren, aber ganz ehrlich: es gehört doch in einer Partnerschaft dazu, dass man sich gegenseitig unterstützt und wenn ich weiss, dass ich damit meinem Partner ermögliche seine Kinder weiterhin zu sehen und gut zu betreuen, dann mach ich das doch. Immerhin hätte mein Partner ja auch mehr Selbstbehalt über, wenn ich nicht mit ihm zusammenleben würde.

    Wir reden hier doch nicht von mehreren 100Euro im Monat. Hier hat neulich eine Userin geschrieben, dass die natürlich auch für das "Bonuskind" mitaufkommt. Es gehört immerhin dazu. Des Weiteren lese ich oft, dass es ganz normal ist, dass man in einer Partnerschaft alles in einen Topf wirft. Gut, soll jeder halten wie er will. Was ich damit sagen will ist, dass es in meinen Augen nicht so abwegig ist, dass sich der neue Partner etwas finanziell miteinbringt.

    Eine weitere Lösung wäre, dass man die Umgangsregelung auflockert. Bei uns gab es früher kein Wechselmodell oder vergebene Wochenenden. Wenn wir Lust hatten, sind wir meinen Vater besuchen gegangen. Wenn er Zeit hatte, hat er uns am WE abgeholt oder wir haben bei ihm übernachtet.

    Natürlich geht das nur, wenn der Vater in der Nähe wohnt. Man muss halt immer den Einzelfall betrachten und da haben wir hier zu wenig Infos.

    Ich glaube dir natürlich alles, was du beschreibst. Ich bin mir sicher, dass du mit den 700Euro wirklich oft ganz schön zu kämpfen hast und jeden Cent 2x umdrehen musst. Ich kenne dich nicht und auch deine Situation und die genauen Lebensumstände nicht. Daher Maße ich mir da kein Urteil an, denke aber dass du bei deiner Betroffenenheit evtl zu sehr von dir ausgehst, was die Situation von Sookee betrifft. Wie gesagt, ich denke sie ist da durchaus kompromissbereit und sie hat ja auch nichts davon, ihre freien Wochenenden zu verlieren, aber der Weg kann nicht so eine Nachricht sein. Da gibt es mit Sicherheit andere Lösungen, wenn auch nicht immer die bequemsten für alle. Jetzt rein auf das bezogen, was sie hier beschreibt, denke ich dass ihr Ex da schon nicht der korrekteste ist und du dich nicht mit ihm vergleichen solltest.

  • Natürlich geht das nur, wenn der Vater in der Nähe wohnt. Man muss halt immer den Einzelfall betrachten und da haben wir hier zu wenig Infos.

    Ich glaube dir natürlich alles, was du beschreibst. Ich bin mir sicher, dass du mit den 700Euro wirklich oft ganz schön zu kämpfen hast und jeden Cent 2x umdrehen musst. Ich kenne dich nicht und auch deine Situation und die genauen Lebensumstände nicht. Daher Maße ich mir da kein Urteil an, denke aber dass du bei deiner Betroffenenheit evtl zu sehr von dir ausgehst, was die Situation von Sookee betrifft. Wie gesagt, ich denke sie ist da durchaus kompromissbereit und sie hat ja auch nichts davon, ihre freien Wochenenden zu verlieren, aber der Weg kann nicht so eine Nachricht sein. Da gibt es mit Sicherheit andere Lösungen, wenn auch nicht immer die bequemsten für alle. Jetzt rein auf das bezogen, was sie hier beschreibt, denke ich dass ihr Ex da schon nicht der korrekteste ist und du dich nicht mit ihm vergleichen solltest.


    Ich komme gerade von einer Veranstaltung, wo auch nicht wenige Väter zugegegen waren, die ganz ähnliche Lebensumstände haben wie ich. Ganz sicher kenne ich auch einige Alleinerziehende, denen das Thema nicht völlig fremd ist. Wir sind keine Einzelfälle. Die meisten Unterhaltspflichtigen behalten das aber für sich, weil sie sich dafür schämen. Ob über die Armut oder das Unvermögen, eine Wirtschaftsleistung zu erbringen, welche die Familie ernährt, oder schlicht über die Ohnmacht über die Unfähigkeit, die zemententierten Zustände aufzubröseln, sei mal dahingestellt. Sicherlich beschäftige ich mich als betroffene Person intensiver damit als andere. Auch setze ich mich ehrenamtlich dafür ein, daß Familien in ohnehin prekären Lebenslagen nach einer Trennung nicht noch schlechter dastehen, was sie heute zweifelsohne tun.


    Ich maße mir keine charakterliche Einschätzung an über Dritte, über die hier geschrieben wird und die selber nicht dazu Stellung nehmen können. Es ist eben oft so, daß der Zweck die Mittel heiligt, bzw. erst das Fressen kommt und dann die Moral. Das heißt nicht, daß ich die Argumentation des Ex-Gatten der TE hier für gut heisse. Er steht eben mit dem Rücken an der Wand. Es ist auch nicht so, daß ich keine Empathie für die Fragestellerin hätte. Von wenig kann man ja schlecht noch etwas abgegeben. Was sicherlich hilft, ist miteinander reden. Das können aber leider nicht alle.


    Ich habe ja bereits eine mögliche Lösung aufgezeigt. Aber familienrechtliche Verfahren um Umgang und Unterhalt sind bestimmt schöner.:frag

  • F4tH3R F16URE


    sie sagt ja selber dass er den Selbstbehalt von 1080€ hat. Wenn die beiden sich vielleicht noch absprechen/ einigen und sie ihm ein wenig Geld dazu gibt, (DAZU, dennoch muss auch von ihm was kommen, aber zusammen ist das doch schon mal was), dann sollte es doch möglich sein, dass niemand auf den anderen verzichten muss. Dann ist natürlich noch die Frage, wann er sie abholt. Samstag früh? Dann könnten sie zumindest schon mal bei ihr Frühstück essen und Sonntag abends das selbe Spiel. Da müsste man einfach schon mehr in der Situation drin sein um das wirklich beurteilen und Tipps geben zu können.


    Ich meine mit Einzelfall natürlich nicht, dass es sowas nur vereinzelt gibt, sondern dass man jeden Fall einzeln bzw individuell betrachten und bewerten muss. Da habe ich mich missverständlich ausgedrückt.


    Reden wäre hier auch mein Tipp, nur hat der Vater das mit seiner Nachricht wirklich verbockt, denn das war einfach Erpressung, unfair, manipulativ und auch ziemlich abgebrüht den Kindern gegenüber.

  • Klar ist Erpressung, oder auch nur der Versuch, der falsche Weg.


    Aber man sollte sich mal in die (finanzielle) Situation des Vaters versetzen, Father Figure hat es ja schon sehr gut beschrieben.


    Der Mann zahlt monatlich nicht 1.180,- Euro, sondern fast 1.600,- Euro Unterhalt, die Hälfte des Kindergeldes ist ja schließlich seins und wird an die Mutter ausgezahlt. Das wohlgemerkt(!) mit Steuerklasse 1, Kinder sind dem Staat ja offensichtlich deutlich unwichtiger als Ehepartner, die ihr Geld selber verdienen könnten. Er kann malochen so viel er will, weit weg vom Selbstbehalt wird er nie kommen. Die Steuerprogression wird es wieder auffressen. Irgendwann kommt er vielleicht in Genuß der 4 halben Kinderfreibeträge, die aber sofort wieder durch die dann fällige Rückzahlung des halben Kindergeldes, was ja bei der Mutter gelandet ist, s.o., aber seiner Steuerschuld zugeschlagen wird, aufgefressen wird.


    Die Aussicht viele Jahre überhaupt mit 1.080,- Euro Selbstbehalt über die Runden kommen zu müssen ist ja schon deprimierend wenn man ein vielfaches davon als Bruttoeinkommen hat. Aber davon 4 Kindern auch noch brauchbare Wochenenden und Ferien finanzieren zu müssen lassen den einen oder anderen unüberlegten Satz schon nachvollziehen.

  • Ich gehe mal davon aus, daß er nach der jüngsten Unterhaltstberechnung des Jugendamts auch Ansprüche auf SGBII-Aufstockung hat. Problem wäre dann aber ein Zusammenziehen mit seiner Freundin. Dann sind die beiden sozialrechtlich eine Bedarfsgemeinschaft und dann würde man sein Einkommen und jenes seiner Freundin in einen Topf werfen, bevor die öffentliche Hand Gelder für die Umgangsfinanzierung vorschiesst.

    Naja unddas Leben von (ergänzendem) Hartz IV ist ja auch jetzt nicht sooo prickelnd. Aber für seine Kinder kann man das schon machen. Läuft bei mir nun schon seit 8 Jahren so.

    Er wohnt ja bereits seit August schon mit seiner Freundin zusammen. Von daher fällt das Aufstocken schonmal flach - aber andererseits hat er durch das Zusammenwohnen ja auch wieder geringere Kosten was Miete und Lebensunterhalt angeht.

    Und beim Selbstbehalt haben sie ihm die Freundin auch nicht angerechnet. Aktuell hat er den Selbstbehalt von 1100 Euro.


    Kompromissbereit wäre ich ja schon - aber halt nicht auf diese Art und Weise. Hätte man mal vernünftig geschrieben und gefragt, ob wir uns denn irgendwie einigen können ohne gleich anzudrohen, dass man so die Kinder ja nicht mehr sehen könnte, dann hätte ich bestimmt nicht nein gesagt. Aber meine Möglichkeiten sind nunmal auch begrenzt.

    Ich habe auch gerade mit dem Jugendamt telefoniert und die Auskunft bekommen, dass selbst bei der Rückberechnung kein großer Spielraum für Verzicht ist, da hier das Jobcenter unter Umständen auch noch ein Anrecht auf Gelder hat, die hier ja auch nur geflossen sind, weil er in der Vergangenheit "nur" 700 Euor bezahlt hat und die Unterhaltsvorschusskasse bis zum Mindestunterhalt eingesprungen ist.
    Selbst verschuldet hat er die Misere noch dazu auch durch das nicht weitergeben einer Gehaltserhöhung, die er im Januar diesen Jahres bekommen hat. Hätter er dies getan, dann wäre der Unterhalt viel früher schon neu berechnet worden.

    Jetzt geht es jedoch darum, das ganze wieder irgendwie in Ordnung zu bekommen ohne dass die Kinder leiden.

  • Na gut. Wenn das stimmt, ist er schon ein Stück weit selber schuld an der gegenwärtigen Situation. Mit Schuldzuweisungen kommt man aber nun nicht weiter. Evtl. könnte man über ein moderiertes Gespräch (Beratung bei Trennung und Scheidung) neue Lösungsmöglichkeiten erörtern? Es geht darum, dass man überhaupt erstmal wieder in den Dialog kommt. Wo nicht geredet wird, kann auch nichts gemeinsames beschlossen werden. Vielleicht auch einfach mal nur ein paar Tage zur Ruhe kommen (lassen) bevor man in blinden Aktionismus verfällt. Seine Unterhaltsrückstände sind ja nun wirklich nicht dein Problem.

  • ich halte das moderierte Gespräch auch für eine gute Option...wenn man da mit einem offenen Ohr rein geht, dann ergeben sich oft gute Möglichkeiten für die Zukunft.


    Und ganz wichtig finde ich immer den Gedanken, wie es mir gehen würde wenn ich in der Situation auf der anderen Tischseite wäre. Das gilt für beide Seiten einer Trennung.


    Denn hart ist es für beide. Den der plötzlich alleine mit Kids, Job und Alltag klarkommen muss und dem, der plötzlich ohne Kids, dafür aber mit ner Menge Unterhaltszahlung klarkommen muss.


    Man muss sich nur mal vorstellen man würde seine Kinder wenn's blöd kommt weniger als die 4 Tage im Monat sehen....die ich eh zu wenig finde oder man muss plötzlich von seinem Geld 1200 Euro und mehr abgeben. Mich schmerzt schon das Finanzamt, wenn sie was haben wollen...


    Worauf ich hinaus will, ein Perspektivenwechsel kann in solchen Situationen enorm hilfreich sein und eine Situation deeskalieren. Dann sind vernünftige, persönliche Lösungen sehr oft möglich und besser, als das Statische, was der Bund da vorgibt...


    Ich hoffe ihr findet eine gute Lösung, die für die Kinder das Optimum rausholt. Sie müssen die Konsequenzen ausbaden....

  • Vielleicht wäre es ja eine Option für dich, dem Vater Verpflegungsgeld für die Kinder für die Wochenenden mitzugeben, wenn es bei ihm in der Tat so eng im Portmonnaie ist. So kommst du mit den Behörden nicht ins Gehege. Und die Kosten, die du dann einsparst, weil die Kinder nicht bei dir essen, gibst du dann dem Papa in Scheinchen mit.

  • Ich sage ja nicht, dass man keinen Kompromiss finden soll aber es ist ja nicht so, dass die Mutter leistungsfähig ist. Sie hat vier Kinder und übernimmt die Hauptlast der Betreuung. Ich finde man kann sich einigen, wenn der Vater mehr Betreuung übernehmen möchte. Dann kann die Mutter eventuell (mehr) arbeiten? Ich denke, die Entlastung sollte gegenseitig stattfinden.

  • Ich finds ehrlichgesagt wenig lustig, dass das Jugendamt dem Vater den Selbstbehalt einräumt bzw. die SB den sogar als niedrig einschätzt! Welcher BET hat den Betrag wirklich für sich selbst zur Verfügung ? da fragt kein JA nach ! Es ist selbstverständlich, dass man zubuttert.


    Übrigens bekommt der UET die Hälfte vom Kindergeld, wird nur immer gern vergessen/nicht gesehen...


    Wenn die Mutter in H4 ist, muss sie sich da nicht sogar Haushaltsersparnis abziehen lassen, für die Tage, wo die Kids auswärts sind ?


    Dann werden wohl wenig Scheinchen übrigbleiben.

  • Übrigens bekommt der UET die Hälfte vom Kindergeld, wird nur immer gern vergessen/nicht gesehen...

    Also, mir als UET hat das noch nie einer überwiesen. Das ist nur so eine "linke Tasche rein, rechte Tasche raus" Nummer.


    Zitat

    Wenn die Mutter in H4 ist, muss sie sich da nicht sogar Haushaltsersparnis abziehen lassen, für die Tage, wo die Kids auswärts sind ?



    Das is nur in den Fällen so, wo beide Eltern im Leistungsbezug sind. Ist der UET nicht bedürftig, wird dem BET auch nichts abgezogen.


    Aber es liegt schon auf der Hand, daß man von dem wenigen Geld vom Staat kaum Unterstützungsleistungen für andere Haushalte erbringen kann. Die Empörung darüber, daß das JA den Vater vielleicht mit Samthandschuhen anfasst, kann ich verstehen. Ich kenne aber auch andere Fälle, bzw. die andere Seite der Medaillie.

  • F4tH3R F16URE bei der Berechnung des Unterhalts wird von dem Betrag, der laut DDT gezahlt werden muss, das häftige Kindergeld meines Wissens schon abgezogen, sprich, dadurch "bekommst" du es indirekt ganz automatisch. Allerdings weiß ich nicht, wie das ist, wenn der UET unter den Selbstbehalt kommt, ob da die Differenz durch das Kindergeld zumindest teilweise ausgeglichen wird.

    Man sitzt insgesamt viel zu wenig am Meer...

  • Wie gesagt, von meiner Seite aus besteht schon Kompromiss Bereitschaft. Aber dafür muss die Gegenseite auch mitspielen. Er kauft sich ein neues Auto, geht mit dem Sohn zum Burger King und kauft den Kids auch teure Adventskalender. Nicht dass ich ihm das ganze missgönne, im Gegenteil. Jeder kann mit seinem geld machen was er will aber wenn ich mich verkalkuliere, dann muss ich damit klar kommen und darf nicht jammern, wenn das geld nicht reicht.

    Und wie es in den Wald reinschallt.... Man hätte auch Mal um ein Gespräch bitten können anstatt gleich um sich zu schlagen.

    Natürlich würde ich ihm auch Geld mitgeben, da ich aber nicht sicher bin ob das dann auch dafür genutzt wird oder nicht würde ich lieber ein Esspaket packen, was ich durchaus in der Vergangenheit schon gemacht habe.

    Aktuell ist Funkstille, die Familienhelferin hat ihm vorgeschlagen, dass er bei einem Anwalt auf Beratungsschein prüfen lassen soll, ob bei ihm nicht doch ein Mangelfall vorliegt. Ich bin immer noch der Meinung, dass ihm da falsche Hoffnungen gemacht werden. Mal sehen, was im Dezember an Unterhalt kommt und wann ich eine Rückmeldung über die von ihm übernommenen Weihnachtsgeschenke bekomme um die ich ihn letzte Woche gebeten habe.

  • lieber wenig Geld und meine Kinder im Alltag um mich...(ich hab mit meinen Jungs absolute finanzielle Horrorzeiten in einer Bruchbude hinter mir...kein Unterhalt...kein Wohngeld,weil Unterhaltsberechtigt...kein Unterhaltsvorschuss um den Vater nicht zu reizen)


    kein Geld UND KEINE Kinder in meinem Alltag - der absolute Horror für mich......


    Ich war stets Dankbar, meine Kinder aufwachsen zu sehen:love ....wenns mal wieder superblöd lief, hab ich mich gefragt was meine Wahl wäre...wenig Geld und die Kinder im Alltag ...oder mehr Geld dafür keine Kinder im Alltag


    ...und ich hab auch bitterlich geweint....aus Überlastung...zuwenig Geld...hab mich übrig gefühlt....alleingelassen...und weil eines der Kinder !einen! neuen Fussballschuh verloren hatte (ich hab den anderen doch glatt 2 Jahre aufgehoben-er war ja neu:ohnmacht:)


    ....hätte ich erneut die Wahl ...würde ich wieder diesen Part wollen.

    Ohne Kinder als ständige Motivation vor der Nase, ist sich einzuschränken ungleich schwieriger

  • Nöö, den nicht nur ich muss mich einschränken, das mache ich als BET eh dauernd. sondern auch die gemeinsamen Kinder.



    Unterhalt hat nix mit Umgang zu tun, das habe ich hier gelernt.


    Es muss ja auch kein UET mehr zahlen, wenn er/ sie keinen Umgang hat.


    Liebe Grüße


    Ute