Was kann ich tun, wenn der KV sein Kind nicht sehen möchte

Die Registrierung ist wieder eröffnet! Wir begrüßen euch recht herzlich bei uns im Forum!
  • Hallo ihr Lieben, ich habe mich gerade erst hier angemeldet, weil ich mir Hilfe von euch erhoffe. Ich bin völlig verzweifelt. Mein Ex möchte unser gemeinsames Kind nicht sehen, weil er wegen der Trennung/Scheidung immer noch sauer auf mich ist. Zudem sagte er wohl zu seiner Mutter, dass er das Kind auch nicht sehen möchte, damit er keine Gefühle für ihn entwickelt. Wenn er es sehen würde, würde er ihn sicherlich lieben und sich somit erpressbar machen etc.
    Wie sollte ich denn mit so einem Mann umgehen? Unser Kind ist jetzt 8 Monate alt und mein Ex hat ihn noch nie gesehen.

  • Hallo und herzlich willkommen!

    Leider wirst du da zumindest erstmal nicht viel machen können. Du kannst nur hoffen dass bei ihm die Trennung noch nicht ganz überwunden ist und er sich irgendwann doch auf sein Kind einlassen kann. Zwingen kann man ihn nicht, denn wenn er es nicht von sich aus möchte, dann ist dem Kind damit nicht geholfen.
    Du kannst es ihm aber natürlich immer wieder anbieten ohne dabei Druck auszuüben.
    Meine Kinder haben ihre Mutter jetzt seit 2,5 Jahren nicht mehr gesehen. Es tut mir zwar für die Kinder sehr leid, aber wenn der andere Elternteil kein Interesse hat, wäre ein erzwungener Umgang für niemanden wirklich schön.

    Oh Gott, wurde bei euch eingebrochen? :|
    Ich habe 2 Kinder, das muß so aussehen :S

  • Vielen lieben Dank für deine Antwort, Marc1978! Das ist ja wirklich sehr, sehr traurig, dass deine Kinder ihre Mutter so lange nicht sehen konnten. Warum möchte denn deine Ex die Kids nicht sehen? Oh man, so etwas tut mir für die Kinder mega leid. Und ich frage mich auch immer wieder, was ich meiner Tochter später antworten soll, wenn sie mich fragt, wo Papa ist und warum er sie nicht besuchen kommt.
    Du hast natürlich absolut recht, ein gezwungener Umgang bringt niemanden was. Ich habe den KV immer wieder per E-Mail angeschrieben und ihm mitgeteilt, dass er seine/unsere Tochter jederzeit sehen und besuchen darf. Er lehnt das aber ab. Ich kann nicht verstehen, wie Menschen ihren Kindern gegenüber so herz- und verantwortungslos sein können. Mein Ex ist 50 Jahre alt und ich bin Mitte 30. Er verhält sich aber stets wie ein kleines Kind. Reife? Fehlanzeige! Ich bin auch noch sauer auf ihn und habe nicht vergessen, warum ich mich von ihm getrennt habe. Aber trotzdem springe ich immer wieder über meinen Schatten und kontaktiere ihn, damit er die Kleine besucht, es kommt aber nichts zurück. Ich verstehe die Welt nicht mehr: Andere Väter kämpfen teilweise jahrelang darum, ihre Kinder sehen zu dürfen, rennen zu Anwälten, Gerichten, JA etc. und mein Ex möchte unser Kind nicht sehen.

  • Guten Morgen und herzlich Willkommen.
    Ich kann mich Marc nur anschließen. Du kannst ihn nicht zum Umgang zwingen, nur hoffen, dass er sich besinnt wenn die Tochter älter ist und der Trennungsschmerz vorbei ist ( oder Next ins Spiel kommt ). Sei sachlich und freundlich, laufe ihm aber auch nicht hinterher.

  • Mama2019 schließe mich Marc an. Und du bist damit nicht allein. Der "Vater" meines Sohnes hat ihn auch noch nie gesehen, will es auch nicht (jetzt mehrfach sogar schriftlich bestätigt) und Sohnemann wird nächstes Jahr eingeschult.

    Wichtig ist, dass du ihn vor dem Kind nicht schlecht machst und wenn es später mal fragen sollte ihm die Möglichkeit gibts.

    Nein, ich habe keine Spinnennetze in der Wohnung, das sind Ökotraumfänger :D

  • ...Wenn er es sehen würde, würde er ihn sicherlich lieben und sich somit erpressbar machen etc.
    Wie sollte ich denn mit so einem Mann umgehen? Unser Kind ist jetzt 8 Monate alt und mein Ex hat ihn noch nie gesehen.

    Hallo Mama2019,


    auch von mir natürlich ein <3willkommen.

    Zu Deiner Frage.

    Sicherlich sollte es so sein, dass zwei Erwachsene die Paarebene von der Elternebene trennen können und im Bezug auf das Kind als Eltern präsent sind.

    Dies dauert in der Regel seine Zeit und es hängt auch Arbeit und der Wille von beiden Elternteilen dran.

    Da Eure Umstände, die Euch als Paar und Familie haben scheitern lassen nicht bekannt sind, bleibt noch der Blick auf das, was du konkret geschrieben hast.

    Vielleicht wäre eine Perspektive belastbar zu vermitteln, dass Du das auf keinen Fall tun wirst. Ihn „erpressen“.

    Ich denke für die meisten Eltern ist die Beziehung zu ihrem Kind die tiefste emotionale Bindung, die ein Mensch erleben darf. Ganz bestimmt ist der Weg dahin für Männer ein anderer, denoch muss das Gefühl deswegen ja nicht weniger sein. :)

    Dem Elternteil bei dem das Kind lebt und seinen Alltag bestreitet wird damit, berechtigt oder nicht, die Kontrolle über diese Bindung zu dem Elternteil der das Kind „nur“ besucht eingeräumt.

    Es braucht also Vertrauen von den Eltern zueinander.

    Schwierig nicht wahr?


    Dazu kommen sicherlich noch viele kleine und große Dinge, die Elternschaft bei getrennten Eltern bei so kleinen Kindern zur Herausforderung werden lässt.

    Ist das, dass erste Kind des Vaters?

    Stillst Du?

    Wie soll der Umgang oder besser die Beziehung zu Eurem Kind aufgebaut werden?

    Kommt der Vater alleine für ein zwei Stunden mit dem Kind zurecht?

    Könntest Du das aushalten?

    Könnte die Oma da einen neutralen Punkt bilden?

    Redet ihr noch zusammen, welche Informationen müssten Oma und/oder Vater haben?


    Gleichzeitig gilt, so wie schon geschrieben: Du kannst ihn nicht zwingen.

    Was du tun kannst, ist für dich entscheiden, wie leicht oder schwer du es dem Vater machen kannst. Ganz bewusst kannst und nicht willst, weil du letztlich mit dem Ergebnis Deiner Bemühungen ja auch leben musst und das mit dem Kind zusammen.


    lg von overtherainbow

  • Herzlich Willkommen auch von mir!

    Wie sollte ich denn mit so einem Mann umgehen?

    Weniger psychologisch eher pragmatisch:

    Variante 1: du besorgst die eine Knarre, zwingst ihn mit vorgehaltenem Lauf zu Kontakten mit seinem Kind und schießt ihm in die Kniescheibe wenn er unmotiviert ist.

    Variante 2:

    Du akzeptierst es wie es ist und freust dich das du nicht so einen Ex hast der dir ständig mit was neuem Scherereien bereitet. Positiv denken! Dir quatscht weder Ex-Mann noch Ex-Schwiegermutter rein und du kannst dein Kind selbstbestimmt erziehen.

    Dein Ex (sollte in Idealfall) ein erwachsener Mann sein der in der Lage sein sollte selber Entscheidungen zu treffen.

    Einmal editiert, zuletzt von Agrippa ()

  • Hallo allerseits! Wow, herzlichen Dank für die zahlreichen Nachrichten und für die netten Begrüßungen <3

    Antharia: Nein, ich werde den „Vater“ - auch wenn es mir sehr schwer fallen wird - niemals vor meinem Kind schlecht machen. Das wäre absolut falsch und würde in erster Linie meiner Tochter schaden.

    Du scheinst (im Gegensatz zu mir) mit der Situation, dass der Vater deines Kindes ihn nicht sehen möchte, gut umgehen zu können, was ich toll finde. Ich komme leider mit der gegenwärtigen Situation überhaupt nicht klar (ich würde mir wünschen, dass es anders wäre) und werde von Tag zu Tag wütender auf den KV. Wütend, weil er das arme Kind dafür benutzt, um mir weh zu tun. Er weiß, dass er mir damit wehtut.

    Tahila

    Du kannst ihn nicht zum Umgang zwingen, nur hoffen, dass er sich besinnt wenn die Tochter älter ist und der Trennungsschmerz vorbei ist ( oder Next ins Spiel kommt ). Sei sachlich und freundlich, laufe ihm aber auch nicht hinterher.

    Du hast mit allem recht. Es ist nur so, dass ich mir so ziemlich sicher bin, dass wenn er nach Jahren plötzlich auftaucht und seine Tochter sehen möchte, ich nicht in der Lage sein werde, ruhig und besonnen zu reagieren. Ich habe ihn (für mein Kind) regelrecht angefleht, damit er sie besuchen kommt. Ich habe ihn unzählige Nachrichten geschrieben und ihm erklärt, wie wichtig die ersten Wochen, Monate/ das erste Jahr im Leben eines Kindes sind (Stichwort BONDING). Er hat alles abgelehnt.


    Agrippa

    Variante 1: du besorgst die eine Knarre, zwingst ihn mit vorgehaltenem Lauf zu Kontakten mit seinem Kind und schießt ihm in die Kniescheibe wenn er unmotiviert ist.

    Variante 2:

    Du akzeptierst es wie es ist und freust dich das du nicht so einen Ex hast der dir ständig mit was neuem Scherereien bereitet. Positiv denken! Dir quatscht weder Ex-Mann noch Ex-Schwiegermutter rein und du kannst dein Kind selbstbestimmt erziehen.

    Also Variante 1 gefällt mir außerordentlich gut ^^, aber ich als Staatsdienerin kann mir diese Variante nicht leisten.
    Ich freue mich wirklich sehr darüber, dass mir mein Ex in puncto Pflege und Erziehung unseres Kindes nicht reinquatschen kann. So kann ich sie z.B. auch ganz in Ruhe bilingual erziehen und ihr auch meine Muttersprache beibringen.

  • overtherainbow

    Vielen Dank für deine ausführliche Nachricht!

    1.) Unsere Ehe ist hauptsächlich aufgrund von Alkohol und Gewalt gescheitert. Er wurde mir gegenüber handgreiflich und das war dann zu viel des Guten für mich. Ich habe vieles mitgemacht und ausgesessen, aber Gewalt in einer Beziehung/Ehe ist ein No-Go für mich.


    2.) Ja, vielleicht sollte ich ihm in der Tat mal unmissverständlich klar machen, dass ich ihn niemals mit dem Kind erpressen werde.
    Das würde ich wirklich niemals tun. Keine Ahnung, warum er solche Gedanken hat!?


    3.) Ich habe ihm geschrieben, dass er jederzeit zu uns kommen und seine Tochter sehen kann und wir auch mal gemeinsam in den Park gehen können etc. Wenn er 5-6 mal zu uns kommen würde, würde sich die Kleine von Mal zu Mal mehr an ihm gewöhnen. Und wenn sie sich an ihm gewöhnt hat, könnten die beiden auch mal (für 2-3 Stunden) alleine irgendwohin gehen. Ich würde die Beziehung zwischen den beiden fördern und auch immer positiv über ihn reden.


    4.) Wir können leider überhaupt nicht miteinander reden. Ich kann halbwegs sachlich mit ihm kommunizieren, aber er tickt jedes Mal aus und macht mir Vorwürfe: Nur ich sei daran schuld, dass die Kleine ohne Vater aufwachsen muss, ich solle jetzt zusehen, wie ich alleine klarkomme, ich wäre abgehauen etc.


    LG zurück

  • Also Variante 1 gefällt mir außerordentlich gut ^^ , aber ich als Staatsdienerin kann mir diese Variante nicht leisten.

    Ja stimmt, als arme Staatsdienerin du musst die Arbeitsfähigkeit deines Ex erhalten. Dann schieß halt in die Wade.


    Mal im ernst, lese mal den "Ex-Auskotz" Beitrag hier, da wirst du dich mit Variante 2 mit jeder Seite besser fühlen.

    Ex-Auskotz-Thread!!!


    Lieber gar nicht als gezwungener Krampf. Antharia hat völlig recht, selbstbestimmt heißt halt leider auch viel selber machen.

    Spar die Energie dich über ihn auf zu ärgern, du hast noch genug Gelegenheiten dich anderweitig auf zu regen :D

    Dein Kind braucht ne starke Mama.

  • Möchte denn seine Mutter vielleicht das Kind kennenlernen?


    Bei mir war es auch so, daß der KV vor der Geburt von der Bildfläche verschwunden ist. Seine Mutter hatte aber sehr wohl Interesse am Enkelkind.


    Nach 2 Jahren habe ich beim KV angefragt, ob er sein Kind kennenlernen möchte, da hatte er dann leidlich Kontakt. Mehr Interesse hatte er erst, als ich weggezogen bin.


    Letztendlich, klar ist es schön, wenn der KV am Leben des Kindes teilnimmt. Will er das nicht, dann isses so und auch kein Beinbruch. Es geht vielen Kindern so. So lange sie eine Bezugsperson haben, die sie lieben, ist alles gut.


    Und wenn das Kind 8 Monate alt ist, hast Du sicherlich besseres zu tun, als dem KV hinterher zu rennen.


    Wie gesagt, ich würde der Oma Kontakt anbieten, dann hat das Kind auf die Art Kontakt zur Familie des Vaters...und wenn das Kind dann bei Omas Geburtstag eingeladen ist und der KV dann auch kommt, dann ist das ja nicht unbedingt negativ.

  • Hallo Mama2019,


    ich glaube dann würde ich auch dem von Monsterkrümel vorgeschlagenen Weg wählen.

    Lass ihn da wo er ist. Biete ihm an in dem Maß, dass es für Dich passt und wie Du es für Dich verpacken kannst.

    Kommunikation über das Kind ist generell schlecht und bei Euch ja nun auch nicht wirklich möglich :).

    Mit Abhängigkeiten scheint er sich ja aus zu kennen, mit Verantwortung abgeben und Schuldzuweisung wohl auch.

    Vielleicht fängt er sich ja noch, vielleicht auch nicht. So wirkliche Veränderung würde ich mir da auch nicht erhoffen. Einmal weil keine 21 mehr und auf der anderen Seite, weil das ja schon in der Beziehung nicht geklappt hat.


    Konzentrier Dich auf Eure Tochter, das hat er ja richtig gut gemacht.

    Sei für Dich und das Kind so neutral wie möglich.

    Zum Bonding gehören zwei, wenn das einer nicht will, dann ist das zwar aus Deiner Sicht (und wohl auch aus der der meisten Menschen ;) ) unverständlich, aber eben nicht zu ändern.


    lg von overtherainbow

  • Hallo Mama2019,


    erstmal: Willkommen bei uns.


    Bei uns war es ähnlich. Tochter war ein Wunschkind von uns beiden und dann kam eben alles anders. Das letzte Mal gesehen hat er sie, da war sie drei Monate alt, nun wird sie zwölf Jahre.

    Ich habe ähnliches gehört wie du, mal hatte er Angst unser Kind zu lieben, mal könne er sowieso nicht lieben und ähnlichen Quark. Und ich habe zugelassen, dass es mir jedes Mal einen neuen Stich versetzte. Auch mit Blick auf unser Kind. Irgendwie wollte es mir einfach nicht in den Kopf, dass das-was mir am Wichtigsten ist-dem Vater schnurz ist. Oder eben nur ein Minus auf seinem Konto. Zumindest hat er sich nie die Mühe gemacht, mich was anderes denken zu lassen.

    Ich bin einige Wege gegangen, habe Fotos geschickt, habe nette Zeilen und auch miese Zeilen geschrieben., habe mir Hilfe beim JA geholt, sein Vater hat ihn mehrmals ins Gebet geholt. Er hat alles abgelehnt, es würde ihm nicht gutgehen.

    Und furchtbar viele Beulen habe ich mir geholt, weil ich das und ihn unbedingt verstehen wollte. Inzwischen weiß ich einfach, dass ich mit meinem Blick und meiner Bindung zu meinem Kind das nie verstehen werden kann. Da half auch alles wünschen für mein Kind nicht.

    Und es gab keinen Weg meine Wut und Enttäuschung zu lindern. Jede Mail und jedes "Gespräch" hat es eigentlich nur verschlimmbessert. Und er hat es echt verstanden mir den Ball zurückzugeben, dass ich schon an mancher Stelle dachte: Fehlt mir vielleicht die Empathie?

    Irgendwann kam ich an den Punkt zu denken: Wie kann ich handeln, dass es für mein Kind vertretbar ist und ich ein reines Gewissen habe ?

    Ich habe eine kurze Mail geschrieben, dass er unsere Kontaktdaten hätte und wenn er will, dann kann er tätig werden. Tür ist auf und bleibt auf, den Schritt dadurch, dass ist seine Verantwortung.

    Für mich habe ich sämtliche Kanäle, wo ich hören könnte, wie es ihm geht oder was er macht "eingestampft". Inzwischen ist es auch in unserem zum Teil gemeinsamen Bekanntenkreis kein Thema mehr. Ich will das nicht wissen und ich will auch keine Sprachrohre, die ihm ins Gewissen reden.

    Mir hat ein Satz damals hier im Forum etwas geholfen: "Was für ein Vater soll das sein, der seine Befindlichkeiten stets in den Mittelpunkt rückt?"

    Also, lange Rede, kurzer Sinn:

    Je weniger du dich damit beschäftigst, desto besser. Man bekommt einen Knoten im Kopf.

    Ich gehe mal davon aus, dass er weiß, wie er euch erreichen kann. Wenn es bei ihm selbst nicht klickt, dann muss man das wohl akzeptieren. Ihn wissen lassen, dass er "Willkommen" wäre im Sinne eures Kindes.

    Für mich war es befreiend zu denken, dass ich weder die Möglichkeiten noch die richtige Person bin, ihn zu einer "Umkehr" zu bewegen. Und ich "instrumentalisiere" da weder andere aus unserem Umfeld und schon gar nicht unser Kind.

    Und Kinder können auch glücklich sein und eine schöne Kindheit haben ohne zweiten Elternteil. Geholfen haben meinem Kind andere verlässliche(!) Bezugspersonen. Unter anderem gehören da auch seine Eltern zu.

    Das ist natürlich meine persönliche Erfahrung und vielleicht besinnt sich euer KV ja noch anders. Ich glaube nur nicht, dass man selbst diejenige sein kann, die den anderen zur Besinnung bringen kann.


    Ich wünsche dir Kraft und Mut für die kommende Zeit:)

  • Ich stimme den anderen zu, hier aber die Erfahrung einer Frau Next ...


    Es gibt Männer, die sich schlicht und ergreifend nicht für ihre Kinder interessieren. Bei meinem Noch-Ehemann (wir leben seit Mitte Februar offiziell getrennt) war das so.


    Als wir zusammenkamen, wusste ich, dass er einen 4jährigen Sohn hat, der bei seiner Mutter lebt. Die Mutter ist jedoch nicht seine Exfrau, der Sohn wurde zwar bewusst aber dennoch im Rahmen einer Affaire gezeugt. Mir hat mein Noch-Ehemann lange Zeit glaubwürdig versichert, der Sohn sei ein "Unfall" gewesen, das fremdgehen einmalig und er habe erst vor wenigen Monaten von dem Jungen erfahren. Naiv wie ich war, habe ich ihm das auch geglaubt. Von der Mutter aber weiß ich, dass dies nicht so ist. Sie hat mir u.a. Bilder von der Geburt des Jungen gezeigt, mein Noch-Ehemann war eindeutig bei der Geburt dabei.


    Ich war damals (vor knapp 9 Jahren) sehr angetan von der Patchwork-Vorstellung und einem weiteren Kind, auch wenn von vornherein klar war, dass der Junge niemals bei und mit uns, sondern bei seiner Mutter leben wird und mein Noch-Mann Umgangspapa ist und bleibt. Abgesehen davon hatte mich mein Noch-Ehemann auch explizit gefragt, ob ich ihn bei der Organisation, der Planung und den Umgängen an sich unterstützen könne. Klar konnte ich das, also habe ich mich da dann auch reingehängt.


    Am Anfang lief es auch einigermaßen... die Umhänge fanden regelmäßig statt, es gab regelmäßig auch gemeinsame Unternehmungen etc.pp. Wir haben uns soweit gut verstanden.


    Recht bald blockte mein Noch-Ehemann zunehmend ab, so dass ich immer stärker die "Verantwortung" übernahm. Das war ein schleichender Prozess. Er war müde, hatte keine Lust, fühlte sich zu krank, um sich um seinen Sohn kümmern zu können. Er meldete sich nicht mehr bei der Mutter oder seinem Sohn, erklärte mir schließlich unter anderem, dass er keinen Sohn habe, dass dieses Kind für ihn schlicht und ergreifend nicht mehr existiere. Ich fand das ganz übel und ziemlich traurig. Damit hatte mein Noch-Ehemann auch mich zunehmend in der Hand... aber wenn man ein Kind hat, kümmert man sich doch auch um das Kind - zumal auch er das Kind ja absolut wollte?! Aber er blockte und daran war auch nichts zu ändern.


    Nachdem die Mutter erst mich und dann auch meine Kinder massiv anranzte, wir sollten uns darum kümmern, dass mein Noch-Ehemann sich auch um seinen leiblichen Sohn bemüht, sie schlussendlich mich dafür verantwortlich machte, dass er sich nicht mehr meldet und auch meine Schwiegermutter zunehmend "liebevollen Druck" machte, habe ich mich zurückgezogen. Was die Mutter über einen längeren Zeitraum nicht akzeptierte und vor allem dann auch mich wüst beschimpfte ... heute ist sie auf allen möglichen Kanälen geblockt, es ging nicht mehr anders. Und heute denke ich für mich nur: "Wie konntest du nur so blöd sein???!!!" Es hat auch mich ne Menge Zeit und Energie gekostet.


    Was ich dir letztendlich sagen will: es gibt Menschen (wobei das nicht nur Männer, sondern auch Frauen sind), die sich höchst dysfunktional verhalten. Finger weg, wenn du sie dir nicht verbrennen willst (was bekanntlich weh tut!). Das ist sicher leichter gesagt als getan - aber du wirst die Einstellung, das Verhaltens des Vaters zumindest im Moment höchst wahrscheinlich nicht ändern. Wo kein Interesse ist, ist es nicht. Im Gegenteil: im Zweifelsfall weiß er sehr genau, wie du "funktionierst", schlimmstenfalls nutzt er das auch bewusst aus, um seine eigenen Interessen durchzusetzen. Von daher hast du es in der Hand, ob er dir wehtun kann oder nicht.


    Loslassen und abhaken, so schwer es auch fällt.

    Verstehen kann man das Leben nur rückwärts, leben aber muss man es vorwärts.:strahlen

    (frei nach Sören Kieerkegard)

  • Interessant finde ich ob es sein erstes Kind ist oder ob er schon welche hat.


    Im ersten Fall würde ich die Flinte noch nicht ins Korn werfen.

    Wie meinst du das ?

    Nach dem Motto: ich hab schon drei, also behalte das Kind für dich ? :|

    Wer so denkt, d. sieht meiner Meinung nach nicht das Kind, sondern eher ein Ding was austauschbar ist