Rumstromerndes Kind

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  • Gestern früh ging Sohn (7 Jahre) zur Schule von hier aus und planmäßig hätte ich ihn erst Sonntag Abend wiedersehen sollen, wenn er von der KM zurück gebracht wird.

    Aber es kam anders. Gestern Abend, etwa Viertel vor 8 klingelt es und der Sohn steht mit seinem Kumpel vor der Tür. Sie hätten Hunger und bräuchten was zu essen.

    Also hab ich den beiden Herren schnell was aufgewärmt und gegen Viertel nach 8 sind sie wieder abgezogen. Meine Frage, ob ich die Mama anrufen soll, ihr Bescheid zu geben, dass er hier ist, verneint der Sohn.


    Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Einerseits freut es mich, dass mein Sohn doch schon sehr selbstständig und selbstbewusst ist, sich bis Abends wenn es schon zu dämmern beginnt, rauszutrauen.

    Andererseits, wenn ein Großer (oder mehrere Große) den beiden Jungs was Böses wollten, hätten sie ganz schlechte Chancen.

    Solange alles gut geht, klar, finde ich das enorm gut. Aber wenn er um 9 oder 10 noch immer nicht bei der KM zurück ist, was dann?


    Ich weiß nicht, ob ich der KM meine Sorgen teilen sollte. Denn im Ergebnis wird sie den Sohn nicht einschränken wollen und schlimmstenfalls wird sie ihn schimpfen und für die Zukunft ihm verbieten, erneut bei mir aufzukreuzen, wenn er auf Abendspaziergang geht.

    Das wäre das Gegenteil von dem, was ich erreichen will. Immerhin kam er ja zu uns, was hat ihn da wohl getrieben?

    Vielleicht wollte er mir mit dem Zaunpfahl winken, dass er schon bis In den Abend hinein alleine draußen sein kann. Dass er so auch hier eingeschätzt werden möchte.

    Vielleicht wollte er mir aber auch sagen, "Papa, schau mal, die Mama kümmert sich nicht". Sicher nicht bewusst. Aber vielleicht wünscht er sich insgeheim doch mehr Geborgenheit, Schutz und einen sicheren festen Rahmen.

  • oder....oder...oder...


    vielleicht hat ihm das Essen bei der Mutter nicht geschmeckt


    oder..


    war tolle Zeit mit seinem Freund , dann hatten sie Hunger und bei der KM hätte es wahrscheinlich nicht noch etwas für

    ein zusätzliches Kind gegeben..


    es kann 100 Gründe geben


    rede mit ihm, ganz unverfänglich ohne deine Vermutungen gleich zu äußern,


    einfach wie war der

    Nachmittag mit deinem Freund



    falls du es nicht auf sich beruhen lassen kannst



    im Moment dämmert es um 21.30Uhr,...war es so spät?

  • Ich würde mein 7-jähriges Kind um die Uhrzeit nicht draußen rumrennen lassen. Hier ist 18 Uhr die feste Zeit, um zu Hause zu sein.

    Hinzu kommt ja auch noch, dass gestern Donnerstag, also ein Werktag war, an dessen Folgetag Schule ist. Da würde ich erst recht auf zeitiges nach Hause kommen bestehen.


    Da die Kommunikation zwischen dir und der KM bekanntermaßen ja sehr schwierig ist, weiß ich aber auch nicht so recht, ob es sinnvoll ist, das bei ihr anzusprechen, oder besser nicht. Wahrscheinlich wird es ja eher so sein, dass es einen Konflikt provoziert, wenn du es ansprichst.

  • Meine Frage, ob ich die Mama anrufen soll, ihr Bescheid zu geben, dass er hier ist, verneint der Sohn.

    :/ Vielleicht ein wenig zu subtil für das Alter?

    Wissen würde ich wollen, ob Mama weiß das er hier ist.


    …dann muss man auch nicht anrufen und Bescheid geben, wenn Mama ja schon Bescheid weiß.


    Ist er denn nun heile bei Mama wieder angekommen, oder nicht?

  • Wir hatten gestern Abend einen wolkenverhangenen Himmel, grau in grau bis dunkelgrau. Es hat genieselt und es war dämmrig hier bei uns. Definitiv nicht mehr heller Tag. Die Jungs beide ohne Regenjacke.

    Wenn ich um die Uhrzeit, es war dann ja 20:30 Uhr im Nieselregen, fremde Kinder in dieser Aufmachung irgendwo angetroffen hätte, rumstromernd, da hätte ich sie schon gefragt, ob alles ok ist, wo sie herkommen oder wo sie hin wollen, ob ich ihnen helfen soll, ob ihre Eltern wissen, dass sie hier sind. Halb 9 Uhr Abends alleine draußen? Das könnte meinetwegen in einem Urlaubsort sein, am Meer, Italien, oder Sylt, wo alle Urlaub machen, da passt das. Aber nicht während der Schulzeit, unter der Woche, bei Regen.


    Clara66 was genau meinst du, was ich deiner Meinung nach nicht ernst meinen sollte?


    overtherainbow

    Wenn ich der KM nichts davon sage, wird sie es wohl auch nicht erfahren, dass er bei uns war.

    Und dass er heile bei ihr angekommen ist, das schließe ich daraus, dass die KM mich heute Mittag anfragte, wann genau sein Schwimmtraining beginnt.

    Ich frage sie nicht direkt an, weil sie das als Kontrolle o. ä. interpretieren würde. Aber vor allem deshalb, weil ich nicht sicher bin, ob der Sohn das will. Vielleicht würde er sich verraten fühlen. Denn ich kann mir gut vorstellen, dass die KM nichts davon erfahren soll.


    Emma21

    Du schreibst genau all die Punkte auf, die mir selbst durch den Kopf gingen. Und bei uns gelten ähnliche Uhrzeiten wie du genannt hast: Abendessen ab ca. 17:30 frühestens und beendet bis 19:30 Uhr spätestens. Dann Abendtoilette, Gutenacht-Geschichte und Kinder in ihre Zimmer begleiten bis ca. 20:15 und Licht aus sollte spätestens 21 Uhr sein.

  • Vielleicht habe ich ihnen angeboten, sie heimzufahren, ich glaube sogar, dass ich es tat, aber das war klar, sie wollten jetzt wieder alleine los.


    Was hättest du Clara66 denn gemacht, sie i ns Auto gesetzt und nach Hause gefahren, obwohl sie von ihren Eltern noch bis ??? 21 Uhr, oder ???? hätten draußen bleiben dürfen?

  • Ich finde es gut das du de Kinder was zu essen gemacht hast. Aber meiner Meinung nach haben 7 jährige um die Uhrzeit draußen nichts zu suchen. Ist denn sicher das die Jungs bei der Mutter waren oder wären die Eltern vom Freund gewesen?

    Ich glaube ich hätte auf jeden Fall die Ex angerufen und die Eltern vom Freund mit dem Hinweis ich fahr sie jetzt nach Hause. Ich finde es ist zu spät zum laufen.

  • Gestern hatte ich Vormittags ein Elterngespräch beim Thereapeuten des Sohns.

    Ich war ziemlich penetrant, ich wollte wissen, wie das jetzt mit ihm weitergehen soll. Seit 3 Jahren fahre ich ihn jede Woche zur Therapie, und er nässt weiterhin, zwar nicht mehr jede Nacht, aber doch immer wieder ein. Dann auch seine Ausraster. Wo sind denn Erfolge der Therapie. Wenn sich durch die bisherige Intervention nichts verändert / nichts verändert hat, müssen wir doch etwas verändern, an der Intervention oder an den Rahmenbedingungen, oder an ???

    Die Antwort des Therapeuten war, dass seine Aufgabe ist, den Jungen in seinem Selbstbewusstsein zu stärken. Und er sieht sehr wohl Erfolge in der Therapie. Aber er sieht auch, dass eine einstündige Sitzung jede Woche, auch nur begrenzt wirksam sein kann, solange das häusliche Umfeld die Therapie nicht mit trägt. Schließlich kann er nur mit mir, aber nicht mit der Mutter arbeiten, das sind schon gewaltige Grenzen für eine Therapie. Und dann hatte er auch gehofft, dass meine Beziehung mit meiner Frau ihm etwas zusätzlichen Halt geben. Aber da wir auch immer wieder unsere Konflikte haben, verunsichert ihn das zusätzlich.

    Er erinnerte mich daran, dass zu Beginn der Therapie (und zu Beginn, die ersten Jahre unserer Beziehung) ich die KM immer ändern wollte. Dass ich erst allmählich so weit gekommen bin, sie so zu lassen, wie sie ist und nur auf meinen Teil zu schaun, was ich Gutes für meine Kinder tun kann. Und ich sollte auch meine Beziehung zu meinem Sohn überdenken. Ihn nicht mehr ändern wollen, sondern ihn respektieren und statt ihn zu korregieren ihm lediglich meine Wünsche kommunizieren, aber ihn selbst entscheiden lassen.

    So etwa verlief unser Gespräch, aufgewühlt von diesen Gedanken war für mich dann die erste Bewährungsprobe, gleich dieser Besuch am Abend.

    Unter dem Eindruck des Elterngesprächs wäre es mir falsch erschienen, über den Willen der Kinder UND der KM (die ihn ja wohl offensichtlich diese Freiheit gegeben hatte) hinwegzugehen.

    Ja, das kann falsch gewesen sein, das ist sicher auch der Grund, weshalb ich hier die Sache teile. Ich weiß einfach nicht mehr wie ich mich in diesem vermienten Gelände bewegen kann.


    EIn weiteres Ergebnis des Elterngesprächs ist, dass ich noch mal eine SPFH beantragen soll. Das einzige Problem, wie sage ich das meiner Frau? Denn ich alleine bekomme sicher keine SPFH vom Jungendamt bezahlt. Die bekomme ich nur als Papa. Und ich glaube, deshalb brauche ich die Zustimmung einer meiner beiden Mütter.

  • Ich persönlich muss sagen ich bin kein Freund von wir lassen die Kinder alles entscheiden und man begleitet sie dabei. Ich für mich lege Regeln fest und zwischen diesen Regeln können Sie sich ausprobieren so sehr sie wollen. Rumstromern ja das gehört zur Kindheit dazu. Abends nach 20 Uhr definitiv nein. Da gibt es auch keine Diskussion. Kinder können eigentlich gut mit verschiedenen Systemen umgehen. Aber dafür musst du dir klar sein wo deine Regeln sind und was dir wichtig ist. Ich weiß nicht ob der Unterschied rüber kommt. Wenn du findest das er nicht um 20 Uhr nach draußen gehört, was auch richtig ist, die Eltern/Mutter informieren ich bringe die Kinder nach Hause. Punkt keine Diskussion. Wenn die Eltern/ Mutter dann die Kinder noch mal rau lässt, ihre Entscheidung kannst und leider nixs machen.


    Ich bin mir auch garnicht sicher ob man unter 14 Jahre nach 20 Uhr alleine draußen sein "darf". Ich weiß Kino etc... muss vor 20 Uhr beendet sein nach dem Jugendschutzgesetz

  • Zitat von Vollbio

    Halb 9 Uhr Abends alleine draußen? Das könnte meinetwegen in einem Urlaubsort sein, am Meer, Italien, oder Sylt, wo alle Urlaub machen, da passt das. Aber nicht während der Schulzeit, unter der Woche, bei Regen

    also in einem fremden Ort, wo die Kinder sich nicht auskennen und - siehe Beispiel Italien - sich nicht einmal verständigen können, da dürfen sie abends allein unterwegs sein, dass ist völlig okay. Aber daheim, wo sie sich auskennen nicht? Welche Logik steckt denn da dahinter?

  • Ok, Carter ich stimme dir zu. Das nächste Mal werde ich es so machen. Davor aber muss ich mit dem Sohn Klartext gesprochen haben.

    Als er gestern hier ankam und geklingelt, vertraute er darauf, dass

    ich ihn und seinen Freund ohne Wenn und Aber reinlassen werde,

    ich ihn nicht vor seinem Freund blamieren werde,

    ich ihm und seinem Freund etwas zu Essen hinzaubern werde,

    ich ihn und seinen Freund nach der Verköstigung wieder ziehen lassen werde,


    (ich keinen Aufstand / Ärger / Streit mit der KM beginnen werde,

    ich ihn nicht bei der KM verpfeifen / anschwärzen werde)


    Die beiden letzten Punkte vielleicht nicht ganz bewusst, aber i m Grunde ging er davon aus, dass sein Kurzbesuch hier ihm keine Zurechtweisung oder Einschränkung bringen wird, wie z. B. ein Abtransport mit dem Auto nach Hause . Das könnte ich erst dann machen, wenn er sich dessen im Vorfeld klar gewesen sein konnte. Also, ich muss mit ihm Klartext sprechen, dass ich aus Gründen, wie, weil ich

    völlig überrascht und überhaupt nicht darauf vorbereitet war

    ich mich wahnsinnig gefreut habe, dass er mit seinem Freund hierher kam,

    ich ihn vor seinem Freund nicht blamieren,

    mit seiner Mutter keinen Streit über elterliche Kompetenz anzetteln,

    ihn habe ziehen lassen. Dass ich aber beim nächsten Mal ihn und seinen Freund nach Hause begleiten werde.

  • faith

    ich meine natürlich nicht am ersten Abend, direkt nach Ankunft. Sondern nachdem sie sich auf dem Campingplatz auskennen, Freundschaften geschlossen und auf dem Platz bei den anderen Eltern auch mehr oder weniger bekannt sind, dann ist das doch normal, dass die Kinder abends auf dem Platz rumstromern. Und da sprechen doch die meisten deutschen Touristen auch deutsch.

  • Vollbio genau das meine ich. Du willst erst mit dem Kind wieder reden und erklären. Er wohnt doch bei dir er kennt die Regeln. Und ganz ehrlich er ist 7 Jahre alt. Du wirst ihn noch so oft blamieren, vor allem in der Pupatät da kommt es auf das eine mal nicht an. Und was dem Kumpel angeht, dein Haus deine Regeln. Ein Beispiel.


    Tochter ist fast 12 Jahre alt bei uns sitzten alle Mittags am Tisch und essen zu sammen Mittag. Wenn alle fertig ist wird der Tisch zusammen abgeräumt. Das ist auch nicht verhandelbar. Natürlich war ihr das am Anfang peinlich, die Regeln gelten auch für ihre Kumpels. Und obwohl das angeblich total peinlich ist und sonst bei keinem diese Regel gilt, ißt ihr bester Freund fast jeden Mittag bei uns mit.

  • Hallo Vollbio,


    ausgehend von den Möglichkeiten und was Du hättest falsch machen können, finde ich persönlich, daß Du das gut gelöst hast.

    Wenn der Sohn sich nicht von sich aus dazu äußert oder Redebedarf hat, würde ich da gar nichts mehr thematisieren.


    vg von overtherainbow

  • Mit sieben hat sich mein Kind noch nicht in einem Radius bewegt, der für sie in 15 Minuten fußläufig erreichbar war ohne Erwachsenen abends um acht. Egal ob Schultag oder nicht.

    Weder hier , noch gar im Urlaub, wo sie sich nicht auskennt. In 15 Minuten kann man eine ziemliche Strecke hinterlegen.

    Okay, wir leben auch in der Stadt, da ist es nochmal anders.

    Noch wichtiger finde ich, wer war für die Kinder zuständig.

    Also eine der Eltern der Kinder sollte schon zumindest halbwegs wissen, wo die Kinder sind.

    Das Kinder mal ausbüxen-geschenkt. Aber jetzt sollte man schon ein paar Regeln erarbeiten.

  • Carter ok, im Grunde hast du recht. Aber es war die Betreuungszeit der KM, in die ich nicht hinein zu regieren habe.

    Mal ein konstruiertes Beispiel, in ein paar Jahren. Dein pubertierendes Kind ist dieses Wochenende beim UET. Rein zufällig siehst du sie, wie sie mit ihren Freunden im Park auf der Wiese chillt. Es ist kühl und du siehst deutlich, dass sie zu dünn angezogen ist.

    Dann gehst du zu ihr hin, gibst ihr schnell deine eigene Jacke, oder wenn nichts zur Hand ist, ermahnst du sie zumindest vor versammelter Mannschaft?


    overtherainbow

    Echt? Nichts dazu sagen, dass abends, alleine ohne Erwachsene rumstromern nicht geht, dass das gefährlich für ihn ist? Unabhängig davon, welcher ET gerade zuständig ist.

    Ich meine, wenn ich das unwidersprochen stehen lasse, kommt das einer Gutheißung gleich.

    Schön, dass offensichtlich nichts passiert ist. Aber für die Zukunft nicht mehr machen.


    Jetzt noch der Teil, den alle gerne überlesen dürfen.

    Zu Beginn des Schuljahrs habe ich die KM gefragt, ob sie zustimmt, wenn ich den Sohn unbegleitet mit dem ÖPNV zu seiner Therapie fahren lasse. Ich hatte extra ein Handy für ihn gekauft, so dass er sich immer wieder hätte melden und zur Not um Hilfe bitten können. Das hat sie abgelehnt.