Komische Gefühle - harmonisches Familienleben gerät ins Wanken

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  • Guten Morgen zusammen,


    ich bin ganz frisch hier und möchte mich gerne mit anderen Austauschen bzw. meine Situation schildern und erhoffe mir im besten Falle einen Tipp ;)


    Ich (w,31) lebe seit 4 Jahren mit meiner Freundin (auch 31) und deren Tochter (6, bald 7) zusammen.
    Meine Freundin war seit ihrem 14. Lebensjahr mit ihrem Exmann zusammen und 4 Jahre davon verheiratet, aus der Ehe ist die gemeinsame Tochter mit gemeinsamen Sorgerecht entstanden.
    Nach der Trennung ist meine Freundin ausgezogen (in eine Wohnung mit ihrer Tochter, damals 2 Jahre) und hat nach kurzer Zeit gemerkt, dass sie das Einrichten, Möbelanschaffen, Finanzen und Anwaltssachen klären + Kind nicht packt. Daher hat sie den Kindsvater geben die Tochter für ca. 1-2 Wochen bei sich zu behalten, bis sie sich organisiert hat. Er hat zugestimmt. Nach dieser Zeit hat der Kindsvater das Kind nur widerwillig ,hergegeben'. Es wäre ja alles so super bei ihm, die Kleine soll bei ihm groß werden, er organisiert, dass sie vom Kiga durch seine Eltern abgeholt werden bis er letztlich abends heimkommt und sich um sie kümmert. Bei meiner Freundin kam das natürlich so an: der will mir mein Kind wegnehmen. Hat er nicht geschafft, sie ist nach 2 Wochen wieder zur Mama gekommen. So, nach einigen Monaten damals sind wir zusammen gezogen (mit Kind) und mussten durch 2x Kündigung wegen plötzlichem Eigenbedarf also noch 2x umziehen, das allerdings über einen Zeitraum von den 4 Jahren, die wir zusammenleben. Bei jedem Umzug hat der Kindsvater Probleme gemacht und wieder versucht das Kind an sich zu reißen.
    Das Umgangsrecht hatten sie frisch nach der Trennung geregelt auf alle 2 Wochenenden von Freitag 16 Uhr bis Sonntag 18 Uhr haben. Er hat das anfangs so akzeptiert, dann ist er zum Anwalt wegen Unterhaltsberechnung und hat dann vorgeschlagen, das Kind 8 Tage zu nehmen und meine Freundin 6 Tage. Mit dem Hintergrund, dass SIE (Teilzeitarbeit) ihm (Studiert und gutverdienend) Unterhalt zahlen soll und nicht umgekehrt. Nach langem hin und her ist es bei allen 2 Wochenenden geblieben und meine Freundin hat ihm angeboten, dass er die Kleine jederzeit außerhalb des Wochenendes sehen kann.


    Nachdem der Kindsvater sich NIE außerhalb seiner Wochenenden gemeldet hat, haben wir ihm oft angeboten die Kleine zu nehmen z.B. wenn wir etwas vorhatten. Er hat grundsätzlich abgelehnt und auch irgendwann gesagt: Wenn ich sie sehen will sag ich schon bescheid und wir sollen aufhören ihn zu fragen.


    Grundsätzliches ist es so, dass das Kind nach dem Vaterwochenende oft krank ist, zu kalt angezogen ist oder nur teilweise angezogen ist, nicht mehr hört, keine Regeln kennt, keine Grenzen kennt, nur noch Tablet und Fernsehgucken will, weil beim Papa darf sie das ja auch, und dort wird sie bedient von vorne bis hinten. Zudem nässte sie im Alter von 3-5 immer wieder ein, teilweise jetzt auch noch wenn sie von ihm kommt. Er nimmt ihr die Sicherheit, die sie bei uns durch unsere Erziehung bekommt/hat. Wir erziehen sie sehr selbstständig (sie geht als 1. Klässler mit Zug und Bus in die Schule, alleine Waschen anziehen, kann sich alleine helfen wenn sie nicht weiterweiß oder weiterkommt etc). Diese Selbstständigkeit ist nach 2 Tagen Papa-Wochenende nicht mehr vorhanden. Wir brauchen immer mindestens 1 Woche bis sie wieder ,normal' ist. Das Thema Hygiene ist kompliziert bei ihm. Sich waschen muss sie bei ihm nicht (tut der Papa auch nicht), aber wenn sie bei ihm badet ist es so dass er mit in der Badewanne sitzt, nackt. Sie erzählt auch davon, dass sie ,mit dem Schnippi spielen' darf.
    Mich macht es unheimlich wütend, dass es für das Kind ,normal' ist Männer am Penis anzufassen und damit zu spielen. Außerdem darf sie bei ihm wohl Geld klauen aus einer Schale, die offen rumsteht und wenn er sie dabei erwischt 'kitzelt er sie' - so ihre Aussage.
    Nach seinem Wochenende funktionieren grundsätzlich keine Sätze mehr bei ihr. Also sie spricht nur noch in 2-3 Wortsätzen und die Grammatik ist grauenhaft.
    Er setzt ihr keine klaren Grenzen und vermittelt ihr völlig falsche Werte. Er fragt sie nie nach der Schule aus, was sie denn gerade dran nimmt oder wer ihre Freunde dort sind - einfach gar nix, er übt nicht mit ihr, egal ob lesen rechnen etc. im Gleichen Atemzug verlangt er aber, dass er jede Woche Einsicht in Ihr Hausaufgabenheft bekommt. Wenn das Kind krank ist an seinem Wochenende verlangt er trotzdem, dass er sie bekommt. Gleiches wenn er krank ist! Ich verstehe nicht wie jemand so dermaßen auf SEIN Recht und nicht auf das Wohl des Kindes ausgelegt sein kann.


    Nun ist es so, dass der Kindsvater rund 60km entfernt wohnt und seit ca. 10 Monaten eine neue Freundin 10km entfernt von uns hat. Diese neue Freundin hat zufälligerweise auch ein 6 Jähriges Mädchen und ist alleinerziehend. So fing es an, dass er gemerkt hat ,hey ich habe ja auch eine eigene Tochter' und fragt seitdem ständig, ob er seine Tochter mal eben für 3-4 Stunden mitnehmen kann. Oder er kann sie ja auch oft abholen von der Schule, weil er ist ja eh in der Stadt bei seiner Freundin. Das ist ja was ganz tolles für Kinder, wenn sie mit dem Auto an der Schule abgeholt werden und dann nochmal was besonderes für sie weil sie ihn ja eh nicht oft sieht.
    Für mich steht eins fest, dieses Kind braucht Struktur und zwar eine feste, klare Grenzen und klare Regelungen aber ebenso die Freiheit sich entfalten und entwickeln zu können.


    Es gab daraufhin einen Termin beim Jugendamt, bei dem ich nicht anwesend sein durfte da ich kein leibliches Elternteil bin.
    Ergebnis des Termins war, dass die Vorwürfe des ,Anfassens' runtergespielt wurden und ins nichts verflogen sind und dass er sie alle 2 Wochenenden haben darf und zusätzlich die Osterferien 1 Woche. Für weiteres wurde meine Freundin an die Caritas verwiesen.
    Es ist ja nicht so, als hätten wir längere Aufenthalte bei ihm nicht versucht. Letztes Jahr war sie 2,5 Wochen bei ihm. Danach hatte sie einen Entwicklungsrückschritt von ungefähr einem halben Jahr! Wir mussten bei fast null wieder anfangen. Wir wollen nicht, dass er sie so lange hat, wenn dadurch unsere Erziehungsarbeit dermaßen drunter leidet. Und nicht nur die, durch dieses Ständige zum Anwaltgerenne und Terminausgemache leidet auch unsere Beziehung und unser Familienleben. Es ist nicht mehr harmonisch.
    Die Kleine sieht natürlich nur ihren tollen Papa, der ihr alles kauft und sie wie eine Prinzessin behandelt. Mich macht das total aggressiv und wütend weil ich weiß was für ein Arsch er ist. Bei der Unterhaltsberechnung hat er sich runterrechnen lassen, damit er ja nicht zuviel zahlen muss, dann hat er mehrmals versucht meiner Freundin das Kind wegzunehmen, dann die ganzen komischen Vorkommnisse bei ihm mit anfassen, er hat meiner Freundin gedroht mit einem Sorgerechtsstreit... und und und. Ich komme mit diese Situation irgendwie nicht klar. Ich habe ihm einmal gesagt was ich von ihm halte (nicht viel) und ich möchte auch nichts mit ihm zu tun haben, weil ich für diese Person nichts außer Verachtung übrig habe.
    Meine Freundin möchte auch nichts mit ihm zu tun haben, die ,Übergabe' des Kinds alle 2 Wochen findet so statt, dass die zwei an einem Parkplatz 20m entfernt voneinander parken und das Kind zum anderen Auto alleine läuft. Das Kind schreit uns zuhause an warum wir so gemein zu ihrem Papa sind. Nachdem wir fragten wie sie darauf käme dass wir gemein sind, antwortete sie das hat ihr der Papa gesagt. Wir halten uns da zurück, wir wollen nichts auf ihrem Rücken austragen was ihn angeht. Es ist halt nur so verdammt schwierig in Situationen wenn sie hochlobend von ihm spricht. Ich versuche das zu ignorieren, aber manche Dinge will ich nicht ignorieren. Seit einigen Monaten nennt mich die kleine nicht mehr beim Vornamen sondern spricht mich mit Mami an. Sie hat auch ein Bild gemalt auf dem mein Vorname durchgestrichen ist und darüber steht jetzt Mami. Das hat dem Kindsvater nicht gepasst. Er redet ihr ein sie hätte nur eine Mama und, dass ich nicht ihre Mama bin und er und Mama zur Familie gehören.
    Wir versuchen immer ihr zu erklären, dass es ok ist wenn sie mich als eine Mama sieht. Wenn das ihr Weltbild ist, warum kann er ihr das nicht lassen?! Zudem sagen wir immer, dass wir ihre Familie sind. Der Papa gehört nur zu ihr und nicht zu uns. Sie versteht das auch bis er wieder mit ihr redet und ihr seine von Eifersuchtgeplagte Anschauung einredet.


    Ich weiß ganz genau, dass in den nächsten Monaten ein Schreiben von seinem Anwalt eintreffen wird. Er will mehr Umgang, das hat er beim Jugendamt deutlich gesagt. Ich hab keine Nerven dafür, dass er noch mehr durcheinander bringt, dann auch noch unter der Woche beispielsweise, wenn er sie wirklich 1-2 Tage noch unter der Woche hätte. Die Kleine ist total damit überfordert, was ihre Entwicklungsrückschritte ja auch zeigen, es tut ihr nicht gut. Sie ist vom Wesen her eher langsam, ein Träumer und hinkt bei allem hinterher. Das ist auch im Kopf bei ihr so. Es ist für mich unverständlich, dass er das nicht wahrhaben will und das Jugendamt das nicht sehen wollte.


    In mir ist ziemlich viel Wut auf ihn und am liebsten wäre es mir wirklich sie hätte keinen Papa, dann würde es wieder Harmonie geben. So wie es im Moment ist geht das alles den Bach runter, sagt zumindest mein Gefühl. Ich habe keine Lösungsansätze :(


    Meine Situation ist mit Sicherheit nicht die Norm, aber vielleicht hat jemand trotzdem einen Tipp für mich. Ich habe schon überlegt zu einer Familienberatung zu gehen ? Gehe ich da alleine hin oder mit meiner Freundin und Tochter oder nur Freundin? Andere Tipps/Ideen?
    Mich überfordert das alles ein bißchen :(


    Achso ja und die Scheidung ist durch, das Umgangsrecht ist außergerichtlich beim Jugendamt schriftlich fixiert worden (alle 2 Wochenenden)

  • :hae: Was sagt denn die Mutter des Kindes dazu ?



    Wenn sich beide Elternteile einig sind ...

  • Also mal völlig abgesehen von den Vorfällen, die ich allein auf Grund deiner Erzählungen nicht beurteilen kann... Denn so liest sich leider jede 2. Geschichte über Umgangselternteile.


    Vielleicht solltest du dich ein klein wenig zurücknehmen? Allein der Satz "In mir ist ziemlich viel Wut auf ihn und am liebsten wäre es mir wirklich sie hätte keinen Papa, dann würde es wieder Harmonie geben" gibt mir hier doch arg zu denken, vor allem von dir, da du ja kein leiblicher Elternteil bist.


    Und so hart wie das klingt, die Kleine hat nun einmal nur eine Mama und einen Papa, auch wenn du das wohl etwas anders siehst. :frag


    Es ist grundsätzlich gut wenn man sich um seine Bonuskinder kümmert, Anteil nimmt und einbringt, aber das ganze hat auch Grenzen.

  • Alle 2 Wochen ist verdammt wenig Umgang - 60 km allerdings auch eine wahnsinnige Entfernung.


    Alles andere - inkl. der Anspassungsschwierigkeiten nach dem Umgang - finde ich normal. Kinder verhalten sich bei anderen Elternteilen oft anders.
    Viele Eltern fordern das der andere ET das Kind auch bei Krankheit und die hälftigen Ferien nimmt.


    Einzig die Geschichte mit dem "Schnippi" finde ich bedenklich - kommt aber auf die genauen Äußerungen an, wenn da die Fachkräfte nichts zweifelhaftes dran finden,
    ist es wohl eine Frage der Schilderung.


    Wir leben gute 9 Jahre Patchwork - 3 Erwachsene mit unterschiedlichen Vorstellungen plus ein Kind mit einem eigenen Kopf - von Harmonie sind wir da ganz weit entfernt.


    Das du als Stief-Mutter nicht bei allen Gesprächen dabei sein kannst und der andere ET nicht "Beifall klatscht" wenn du off. auch vom Kind als ET bezeichnet wirst - ist wohl so,
    auch Erwachsene haben Gefühle.

  • :hae: Was sagt denn die Mutter des Kindes dazu ?



    Wenn sich beide Elternteile einig sind ...

    Die hat sich gleich nach der Trennung von ihm abgewandt. Da war ich mehr oder weniger der Neutrale und hab ihr zugeredet sie soll ihn mit einbeziehen usw. Bis ich eben gemerkt hab wie er tickt.
    Sie hat Angst mittlerweile sie zu ihm zu geben. Sie will sie ihm nicht länger als die 2 Tage anvertrauen. Sie hat ein Badeverbot ausgesprochen bei ihm, an das er sich nicht hält.
    Sie leidet darunter, dass er ständig versucht uns das Leben schwer zu machen. Sie hat ihn blockiert als Kontakt, weil jedes Mal wenn wieder eine Nachricht von ihm kam, kam nur Psychoterror und Psychospielchen von ihm.

  • Dann muss man andere Wege finden, damit sie/ihr so wenig wie möglich belastet werdet.


    Das Kind geht zur Schule. Da gäbe es die Möglichkeit die Übergaben zum Umgang eben komplett "berührungsfrei" zu gestalten. Er holt das Kind am Freitag von der Schule ab und bringt es am Montag morgen zur Schule. Natürlich übernimmt er dann auch die Hausaufgaben (die in der Grundschule inzwischen glaub ich eh nicht mehr am WE anfallen).


    Für wichtige Infos wird ein Übergabetagebuch geführt, das eben mit ins Täschen für den Umgang wandert.


    In eurer Beziehung wird das Thema "Ex" beschränkt. Mehr als 15 Minuten in der Woche wird eben nicht über ihn geredet (ist meist auch unnötig)


    Dir wird helfen, wenn du dir bewusst machen kannst, dass über das Kind diese beiden Menschen ein Stückweit ein Leben lang verbunden sein werden. Ob sie sich nun leiden können oder nicht. Sie werden sich noch über Jahre mehr oder weniger begegnen und einigen müssen. Sei´s bei Feiern und Veranstaltungen in Bezug auf Schule bis hin zur vielleicht irgendwann anstehenden Hochzeit des Kindes.


    Je weniger man wie erwartet reagiert, desto ruhiger werdn die Ex meistens, weil sie nicht mehr erreichen was sie gerne wollen. Den anderen auf die Palme bringen.


    Und auch mal ein kurzer Perspektivwechsel: Es ist vor allem das Kind, das ein Recht auf Zugang zu BEIDEN Elternteilen hat. Beide Elternteile haben die Pflicht diesen zu ermöglichen und zu födern.


    Und Bonuselternteile können was Tolles sein. Auf beiden Seiten, weil das Kind so auf Dauer 4 Bezugspersonen habe ndarf, die es lieben ;-)

  • Vielleicht solltest du dich ein klein wenig zurücknehmen? Allein der Satz "In mir ist ziemlich viel Wut auf ihn und am liebsten wäre es mir wirklich sie hätte keinen Papa, dann würde es wieder Harmonie geben" gibt mir hier doch arg zu denken, vor allem von dir, da du ja kein leiblicher Elternteil bist.

    Hast du einen Tipp für mich wie ich das schaffen kann mich zurückzunehmen? Ich weiß nicht wie das funktioniert. Ich bin in unserer Familie das Familienoberhaupt und auch im allgemeinen ein dominanter Typ.
    Ich habe versucht mich weniger bis gar nicht mehr einzumischen, das wiederum ist nach hinten losgegangen und meine Freundin möchte das nicht. Sie fordert, dass ich miterziehe.


    Dass ich zu den Gesprächen beim Jugendamt nicht mit darf ist im Übrigen für mich auch ok und eine Erleichterung gewesen.

  • Ups. Bei uns schon zu Grundschulzeiten meiner Kinder nicht. Da war die Vorgabe, dass über´s WE keine Hausaufgaben gemacht werden. Nur evtl. lernen, wenn eine Arbeit anstand

    Tatsächlich wohnt sie in Bayern ;)
    Allerdings besucht das Kind eine Montessori Schule und somit sind Hausaufgaben unter der Woche zu erledigen und Freitag abzugeben.

  • Die hat sich gleich nach der Trennung von ihm abgewandt. Da war ich mehr oder weniger der Neutrale und hab ihr zugeredet sie soll ihn mit einbeziehen usw. Bis ich eben gemerkt hab wie er tickt.
    Sie hat Angst mittlerweile sie zu ihm zu geben. Sie will sie ihm nicht länger als die 2 Tage anvertrauen. Sie hat ein Badeverbot ausgesprochen bei ihm, an das er sich nicht hält.
    Sie leidet darunter, dass er ständig versucht uns das Leben schwer zu machen. Sie hat ihn blockiert als Kontakt, weil jedes Mal wenn wieder eine Nachricht von ihm kam, kam nur Psychoterror und Psychospielchen von ihm.


    Wenn es ums Kind geht, da sind die Absprachen zwischen den Elternteilen mehr oder minder maßgeblich.
    Deine Sichtweise als Bonuselternteil ist da eher weniger gefragt.


    Das ausgespochene Badeverbot ist natürlich Quatsch. Körperpflege ist Alltagssorge - und da entscheidet das Elternteil bei dem Kind gerade ist.
    Gibt es tatsächlich und nachvollziehbar Missbrauch - wie auch immer - dann sind die Personen die davon Kenntnis erlangen verpflichtet es entsprechend anzuzeigen.
    Stellt sich heraus das es sich wahrscheinlich um normale Körperpflege handelte (man könnte überlegen ob die Frage nach Schnippi suggestiv war, oder das Kind etwas anderes unter Schnippi versteht als ihr) - dann wird das erstens blöd fürs Kind (es wird von Institutionen befragt werden) und zweitens für die anzeigende Person weil es eine falsche Anschuldigung wäre.


    Vielleicht wäre es eine gute Idee, wenn die Mutter des Kindes sich an eine Beratungsstelle wendet um das Gesamt-Thema mal mit denen zu besprechen.


    Aber eines vorweg: Elternteile aus dem Leben eines Kindes heraus nehmen ist in aller Regel schlecht fürs Kind


    Ach hier:

    Zitat

    Ich habe schon überlegt zu einer Familienberatung zu gehen ? Gehe ich
    da alleine hin oder mit meiner Freundin und Tochter oder nur Freundin?

    Ich finde, es ist Aufgabe der Mutter .... und Du solltest Dich aus diesem Thema besser zurück nehmen.


    FRAGE: Hast Du Kinder ? In wie weit bist Du mit dem "Vater Mutter Kind" Thema vertraut ?

  • Die drei/vier (Patchwork)Eltern sollten hier dringend und einvernehmlich eine Lösung finden. Es werden ja anschaulich die Probleme beschrieben, die beim Kind augenfällig werden. Nur sollte man da nicht zwingend die Ursache dafür beim jeweils anderen Elternteil suchen. In der Mehrheit solcher nicht seltenen Fälle liegt die Ursache für die Probleme der Kinder in dem Druck, den das Kind durch die Auseinandersetzung und der gegenseitigen Ablehnung der Eltern spürt.


    Zur Beruhigung wegen der rechtlichen Situation: Die sorgeberechtigten Eltern haben sich vor längerer Zeit auf den Aufenthalt des Kindes bei der Mutter geeinigt. Dies zu ändern geht - wenn nicht einvernehmlich - nur dann, wenn ein Gericht feststellt, dass beim anderen Elternteil das Kind es "erheblich" besser hätte. Wenn bei Euch also keine eklatanten "Minuspunkte" vorliegen, ist ein "erheblich" nicht zu erreichen. Auf dieser Baustelle habt Ihr also derzeit Ruhe. Wenn Ihr Kind und Vater einen normalen, üblichen Umgang ermöglicht und fördert, verliert ihr dadurch nicht das Kind ... Keine Sorge.


    Empfehlung: Bei den Mediationsgesprächen beim Jugendamt könnten - wenn alle Beteiligten dem zustimmen - alle beteiligten Eltern, also alle vier dran teilnehmen. Um auf den gleichen Wissensstand zu kommen, wäre das sicherlich hilfreich. Und auch, um Lösungsmöglichkeiten zu finden (du hast ja schon festgestellt, dass die Next auf der anderen Seite - jetzt wertfrei gemeint - Änderungen der bisherigen Konstellation bewirkt. Pragmatisch sollte sie also mit am Tisch sitzen und den Einigungen vor Ort zustimmen (und nicht hinterher kritisieren). Und Du gehörst sowieso und selbstverständlich als Patchworkelter mit an den Tisch, weil du eh alles mittragen musst und auch organisieren. By the way: Die komplizierten und für das Kind mit 100prozentiger Sicherheit als belastend empfundenen Übergaben sähen doch ganz anders aus, wenn zB Du ab und zu die Übergabe machen würdest und man sich wenigstens "Hallo" sagt (um des Kindes willen ...)

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Hallo,


    Eure Erwartungshaltung ist sehr hoch. Habt Ihr Euch schon einmal Gedanken darüber gemacht, dass Eure Erziehungsarbeit das Problem ist und nicht der Vater ? Vielleicht erzieht der Vater sehr viel bedürfnisorientierter ? Und Ihr überfordert das Kind ?


    Du schreibst mehrmals davon, dass der "Vater versuchte, Deiner Freundin das Kind wegzunehmen". Du bist Dir sicherlich bewusst, dass Deine Freundin (und Du) das tatsächlich in die Tat umgesetzt habt ?


    Viele Trennungs-Scheidungseltern berichten von Verhaltensauffälligkeiten des Kindes, wenn es “vom anderen" wiederkommt. Dass natürlich auch nach dem Wechsel zum “anderen” das Kind erst ankommen muss und sich ähnlich oder oft auch auffällig verhält, wird selten wahrgenommen, denn man ist dann nicht dabei.


    Schnell konstruiert sich aus dieser Beobachtung die Idee, der Kontakt mit dem anderen Elternteil müsse in irgendeiner spezifischen Form belastend oder sogar schädlich für das Kind sein. Sich selbst in Frage zu stellen oder das Gesamtbild im Auge zu haben : das Kind hat eine Mutter und einen Vater, welche es lieben. Sie erziehen beide anders. Das Kind sieht den Vater vier (?) Tage im Monat (zähle bitte nach) und Euch 26 Tage, ist viel schwieriger als einseitige Schuldzuweisungen. In den vier Tagen soll er aber auch Hausaufgaben machen und mit dem Kind lernen. Und was soll er sonst noch in der knapp bemessenen Zeit tun, damit er Euren Standards gerecht wird ? Es kann durchaus sein, dass das Kind nach seiner Rückkehr zu Euch durch den Wind ist, weil es seinen Vater vermisst, weil es Trennungsängste hat. Auch darüber solltet Ihr nachdenken.


    Eine sinnvolle Regelung der Papazeiten (und die habt Ihr nicht - ein Tag unter der Woche, in der Woche in der das Kind seinen Vater nicht sieht und die hälftigen Ferien sind ein Minima) ist ebenso hilfreich wie bindungstolerantes Verhalten von Vater und Mutter dem jeweils anderen Elternteil. Und die "Zweiteltern" stehen eben nicht an vorderster Front. Deinen Hass und Deinen Zorn gegenüber dem Vater solltest Du zügeln. Sie sind schlecht für das Kind. Trennungskinder müssen das Gefühl haben, bei Mutter und Vater über den anderen Elternteil reden zu können und dass das positiv angenommen wird.


    Warum wollt Ihr auf einen Anwaltsbrief warten ? Deine Freundin und der Vater müssen lernen zu kooperieren. Sie sollen sich an einen Tisch setzen und mehr Papazeiten aushandeln. Du solltest die Mutter als Mami darin unterstützen.


    VG,
    tegami

  • Deinen Hass und Deinen Zorn gegenüber dem Vater solltest Du zügeln. Sie sind schlecht für das Kind. Trennungskinder müssen das Gefühl haben, bei Mutter und Vater über den anderen Elternteil reden zu können und dass das positiv angenommen wird.

    :daumen


  • Hast du einen Tipp für mich wie ich das schaffen kann mich zurückzunehmen? Ich weiß nicht wie das funktioniert. Ich bin in unserer Familie das Familienoberhaupt und auch im allgemeinen ein dominanter Typ.


    Da beginnt für mich schon das Problem... Ist aber meine persönliche Einstellung, eine Familie braucht im 21. Jahrhundert kein Familienoberhaupt, auf Augenhöhe funktioniert das alles viel besser.


    Heißt nicht das ich darüber urteile, wenn ihr das so wollt, mein Gott, Leben und leben lassen.


    Aber wie hier schon geschrieben wurde, deine Einstellung gegenüber dem Vater musst du irgendwie in den Griff bekommen. Auch wenn du in Gegenwart des Mädels nicht so redest, Kids haben ganz feine Antennen und merken sowas. Versuch zu reflektieren, wie empfindet der Vater vielleicht die ein oder andere Aktion von euch. Aus seiner Sicht habt ihr ihm das Kind weggenommen, nicht andersrum. Hilft auch sich selbst das Leben leichter zu machen und das ein oder andere vielleicht etwas entspannter zu sehen.

  • Hallo Wäschtrockner123,


    im Grunde genommen ist alles gesagt/geschrieben.


    Das hier mag ich aber aufgreifen:

    Meine Situation ist mit Sicherheit nicht die Norm, aber vielleicht hat jemand trotzdem einen Tipp für mich. Ich habe schon überlegt zu einer Familienberatung zu gehen ? Gehe ich da alleine hin oder mit meiner Freundin und Tochter oder nur Freundin?


    Ich finde, du solltest da alleine hingehen. Wie einige hier schon angemerkt haben, findest du offenbar nicht den richtigen Platz im Familiensystem - warum auch immer. Du schreibst, Euer Familienleben gerate durch den objektiv gesehen nicht sonderlich umfangreichen Umgang zwischen Vater und Kind in's Wanken, so sehr, dass Du nichts dagegen hättest, wenn der Vater gar nicht existieren würde in Eurem Leben. Abgesehen davon, dass das harter Tobak ist, ist große Ambivalenz in dem was du schreibst. Hast du das mal bemerkt?


    Einerseits ist das Kind sehr selbstständig, fährt mit Zug und Bus alleine zur Schule, sie zieht sich selbst an, wäscht sich alleine, weiß sich in Notsituationen offenbar zu helfen (ich hatte das gelesen und dachte "wow!"). Andererseits soll der Vater des Kindes der Entwicklung des Kindes schaden, es sei "vom Wesen her eher langsam, ein Träumer und hinkt bei allem hinterher. Das ist auch im Kopf bei ihr so." Es sei für dich unverständlich, dass Kindesvater das anders sieht und das Jugendamt das auch nicht sehen wolle.
    Einerseits schreibst du von Halt und Sicherheit, andererseits ist die Mutter mit dem Kind in den letzten vier Jahren drei mal umgezogen.
    Einerseits schreibst du, ihr hättet Kindesvater nach der Auseinandersetzung um "8 Tage Papa, 6 Tage Mama" angeboten, er könne das Kind "jederzeit außerhalb des Wochenendes sehen", andererseits kommentierst du sein derzeitiges Bedürfnis nach mehr Kind damit, er hätte erst jetzt bemerkt "hey ich habe ja auch eine eigene Tochter" nachdem er eine alleinerziehende Partnerin hat.
    Einerseits forderst du von Kindesvater Bindungstoleranz ("Mami") erklärst dem Kinde aber in einer für eine Sechsjährige unverständlichen Logik, dass Kindesvater nicht zu ihrer Familie gehört, nur eben zu ihr.
    Einerseits wäscht sich das Kind selbst, andererseits sei die Körperpflege bei Kindesvater aber unzureichend (weil er sich deiner Meinung nach selbst auch nicht wäscht und pflegt)
    Einerseits sollte Kindesvater deiner Meinung nach ausfragen nach Schule, Unterrichtsstoff, Freunden etc. andererseits wird sein Wunsch nach Einsicht in's Hausaufgabenheft aber als sehr negativ bewertet.


    Aber eindrücklich, wichtig und für mich Grund hier zu schreiben und dich zu bestärken im Vorhaben eine Beratung aufzusuchen: Einerseits lese ich bei dir andauernd "Erziehungsarbeit" und wie gut das Kind funktioniert und um wie viel besser es funktionieren könnte. Andererseits lese ich kein einziges Mal eine Vokabel aus der Wortfamilie "lieb, Liebe, lieben". Nirgends!


    Wäschetrocker123, als Leserin Deiner Beiträge stimme ich dir zwar zu, dass Euer Familienleben offenbar leidet und das Kind vermutlich auch. Aber nach dem was du beschreibst, sehe ich die Lösung des Problems nicht darin, den Vater des Kindes stärker zu reglementieren. Es fehlt Euch/Dir mächtig an Gelassenheit und irgendwie auch ziemlich an Bindungstoleranz.


    Die Kleine sieht natürlich nur ihren tollen Papa, der ihr alles kauft und sie wie eine Prinzessin behandelt. Mich macht das total aggressiv und wütend weil ich weiß was für ein Arsch er ist.


    Wäschetrockner123, du unterstellst dem Vater des Kindes in einem Deiner Beiträge Eifersucht.
    Darüber, über Bindungstoleranz und über deinen Platz im System würde ich an Deiner Stelle mit einem Berater sprechen. Zuerst alleine, dann zusammen mit deiner Partnerin. Es muss sich bei euch dringend etwas ändern, offenbar leidest du sehr unter der Situation und das Euch anvertraute Kind sicher auch.


    Beste Grüße
    FrauRausteiger

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    •» Cave quicquam dicas, nisi quod scieris optime. :rauchen «•
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    Einmal editiert, zuletzt von FrauRausteiger ()

  • Kurz und knapp....


    Du als dominantes Familienoberhaupt kochst vor Wut und Eifersucht, das das Kind ihren Papa liebt. Das deine Freundin diesen *Looser* nun aber mal als Vater des Kindes ausgesucht hat, tja damit musst du nun leben.


    Du scheinst alles in der Hand haben zu wollen, das klappt nur leider nicht immer. Gut das Frau und Kind sich von dir führen lassen....

    Es ist besser,
    ein eckiges Etwas zu sein,
    als ein rundes Nichts.

  • Da beginnt für mich schon das Problem... Ist aber meine persönliche Einstellung, eine Familie braucht im 21. Jahrhundert kein Familienoberhaupt, auf Augenhöhe funktioniert das alles viel besser.


    Heißt nicht das ich darüber urteile, wenn ihr das so wollt, mein Gott, Leben und leben lassen.


    Aber wie hier schon geschrieben wurde, deine Einstellung gegenüber dem Vater musst du irgendwie in den Griff bekommen. Auch wenn du in Gegenwart des Mädels nicht so redest, Kids haben ganz feine Antennen und merken sowas. Versuch zu reflektieren, wie empfindet der Vater vielleicht die ein oder andere Aktion von euch. Aus seiner Sicht habt ihr ihm das Kind weggenommen, nicht andersrum. Hilft auch sich selbst das Leben leichter zu machen und das ein oder andere vielleicht etwas entspannter zu sehen.

    Reko; ich muss dir da zu 100% beipflichten. Dominanz ist in meinen Augen eine Schwäche. Wirkliche Alphatiere sind nur dominant wenn es sein muss. Ich sehe in den Fragen und Antworten "nur" Unsicherheit und das Gefühl "hier ist etwas, dass kann ich nicht ändern mit meiner Dominanz". Das ist eigentlich Gehabe, welches uns Männern zu oft nachgesagt wird.. sorry aus den "wir regeln das mit der Keule Zeiten" sind wir schon ein bisschen raus, zumindest in unseren Gefilden..

  • .... Sie hat ein Badeverbot ausgesprochen bei ihm, an das er sich nicht hält.
    Sie leidet darunter, dass er ständig versucht uns das Leben schwer zu machen. .....


    Moin in die Runde!


    Ein "Badeverbot"???
    ...ah ja, es ging ja schon in die übliche Richtigung wenn der Vater aus dem Leben des Kindes "entfernt" werden soll.


    Lustig ist nur wie im gleichen Themenstrang von der selben Person erst ein Verahlten missbilligt wird und kurze Zeit später ein geändertes Verhalten auch wieder nicht richtig ist.
    Mal sucht Vater zu wenig Kontakt ... jetzt ist es auf einmal zu viel.


    Halt dich da als "Bonus"Elternteil raus und lass die Eltern dies allein regeln.


    Für das Kind wäre es besser in geregelten normalen Strukturen aufzuwachsen, als sich ständig neu einfinden zu müssen.
    Kontinuität, Stabilität für das Kind sehen anders aus, als der hier aufgezeigte Weg der letzten Jahre.


    Bedenklich hier ist die Einstellung von TS hinsichtlich Familienstrukturen.
    Die Zeiten von Familienoberhäuptern sollte spätestens seit dem letzten Jahrhundert überwunden worden sein.
    Sollte es jedoch ein "muste have" innerhalb einer gleichgeschlechtlichen Beziehung sein, dann möge Mann und Frau mir mein mangelndes "Fachwissen" nachsehen.


    Am Ende spricht eine erhebliche sagen wir "Bindungsintolleranz" seitens der "Mami" schon aus dem Eingangspost.

    Einmal editiert, zuletzt von Inkamann ()