Umgang von KV kürzen

  • Einen schönen Abend in die Runde..


    ich möchte gerne wissen, ob man Umgangswochenenden vom KV kürzen kann.. bzw. wie gehe ich da am besten vor?

    Bisher haben wir alles außergerichtlich klären „können“ stehen aber kurz davor, bzw. bin ich kurz davor, dass über das Gericht zu machen.


    Danke euch für Tipps..


    Einen guten Start ins Wochenende!

  • MaiBlume21

    Hat den Titel des Themas von „Umgangs von KV kürzen“ zu „Umgang von KV kürzen“ geändert.
  • Warum möchtest du denn die Umgangszeit kürzen? - Diese Frage wird dir sicherlich vor Gericht gestellt werden.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Hallo MaiBlume,


    jetzt noch einmal etwas ausführlicher - ich habe gerade eine Teepause ...


    Den Gesetzgeber, die Gerichte geht es eigentlich nichts an, wie Ihr als Eltern den Umgang klärt. Ihr könnt das als Eltern frei gestalten, wo die Kinder leben, ob Ihr als Eltern zusammen klebt, wer wann und wo die Kinder sieht. Der Gesetzgeber mischt sich da nicht ein.


    Das ist wichtig im Hinterkopf zu haben, wenn es jetzt konkret an Deine Frage geht. Wenn Du "das Gericht" einschalten willst, muss es eine sache geben, bei der Ihr Euch als Eltern nicht einigen könnt. Und weil - in diesem Fall Du - die sache aber geklärt haben willst, planst Du, den Ex zu verklagen. Dafür musst du ein ganz konkretes Klageziel nennen: "Ich verklage "Ex" darauf, dass er zukünftig jedes 1. und 3. Wochenende im Monat die Kinder von Freitag, 15:00 Uhr bis Sonntag 17.00 Uhr betreut und bei sich aufnimmt sowie hälftig in den Schulferien, jeweils in der ersten Ferienhälfte."

    (Das wäre jetzt ein klassischer, üblicher Umgang. Klagen kann man aber auf alles.)


    Anschließend braucht es (nicht zwingend, wäre aber hilfreich) eine Begründung, weshalb man das so und nicht anders haben will. Und möglichst, warum man als Eltern nicht in der Lage ist, das zwischen den Eltern zu klären.

    Deine Klage geht dann an den Beklagten. Er bekommt die Chance, darauf zu antworten. Das kann dann - jeweils übers Gericht - ein paar Mal zwischen den Eltern (und ggfls. beauftragten Anwälten) hin- und hergehen. Bis der Richter meint, jetzt lägen genug Infos vor, um einen Termin anzusetzen.


    Deine Frage war, wie man bisher einvernehmlich stattfindende regelmäßige Umgänge "kürzen" kann. Da wirst Du "starke" Argumente vorlegen müssen. Zum Beispiel, dass die bisher übliche Rückbringung Sonntags um 23 Uhr so spät ist, dass die Kinder am Montag nicht wach werden, um in Kiga und/oder Schule ausgeschlafen gehen zu können.

    Dabei müssen es Argumente sein, die wesentlich für das Wohl der Kinder wichtig sind. Dinge, die Dich persönlich belasten - "Wäsche muss immer spät noch gewaschen werden, das stört mich" - hat da wenig Relevanz.


    Nun ist es ja so, dass es oft vielerei Gründe sind, die zu so einer streitigen Auseinandersetzung führen. Daher ist es wichtig, dass Du die Gründe herausfilterst, die bei einer gerichtlichen! Auseinandersetzung Gewicht haben. Und die außen vor lässt, die eher vielleicht elterlicher Rosenkrieg sind.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Vielen Dank Volleybap, für die ausführliche Antwort.
    Ich bin keines Wegs darauf aus, andere Instanzen zu involvieren. Ich habe mir die Trennung definitiv anders und leichter vorgestellt, keine Frage. Aber unsere Tochter ist erst 2 Jahre alt und ich empfinde sie als unfassbar erschöpft. Seelisch erschöpft, wenn sie vom Papa wieder kommt. Er hat sie bisher alle 2 Wochen von Freitag bis Montag. Und montags holt er sie von der KiTa, da er einen Tag in der Woche haben wollte, und für ihn der Montag am einfachsten zu regeln ist.
    Ich mache mir wirklich Sorgen und habe das Gefühl, dass er nicht gut genug bis gar nicht auf ihre Bedürfnisse eingeht.
    Sobald er sie mir bringt oder ich sie abhole, will sie ihrem Papa nicht mal tschüss sagen, sie vergräbt sich in meinem Arm und „lässt sich fallen“.
    Ich weiß, dass ich gute Gründe und Beweise brauche, aber eigentlich will ich diesen Schritt ja gar nicht gehen. Aber die Absprachen bei der Beratung werden zum Beispiel nicht eingehalten.. es ist ihm schlichtweg egal.. er versteht nicht, warum man XY Uhrzeit vereinbart.. man könnte doch auch YZ machen usw. Er erfährt ja keine Konsequenz, wenn er es einfach so macht, wie er denkt… Es sind viele Machtspielchen dabei die mir wirklich die Energie rauben.. Er nutzt meine mütterliche Sorge aus..

    Und ich denke einfach immer nur an meine kleine 2 jährige…

  • Hallo MaiBlume,

    da erinnert mich viel an die Situation mit meiner Ex ... Nachfrage: Gibt es bezüglich der Absprachen bei der "Beratung" - Jugendamt? Beratungseinrichtung? - ein Protokoll, in dem die Absprachen und ob es einseitiger Wunsch, Kann- oder verpflichtende Absprachen sind geklärt ist? Das ist nicht selten ein "Knackpunkt".


    Ansonsten ist Umgang und das damit verbundene immer wiederkehrende Erleben der elterlichen Trennung für Kinder oft nicht einfach. Und es gibt immer zwei Seiten der Medaille. Geht deine Argumentation bezüglich der Übergabeproblematik - "vergräbt sich in meinem Arm" zum Beispiel - in eine Klage bei Gericht ein, kannst Du davon ausgehen, dass der etwaige gegnerische Anwalt Dein Argument nimmt um zu belegen, dass du durch dein Verhalten beim Kind Verlustängste hervorrufst ... Und auch das ist erst einmal nicht von der Hand zu weisen ...

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Der Kernbegriff hier ist eigentlich das Kindeswohl. Die Umgänge sind ja da, um die Beziehung zum Umgangselternteil zu festigen, damit dieser eine vertraute Beziehungsperson werden kann. Wenn Ihr schlecht miteinander reden könnt über Anliegen Eurer Tochter, dann ist es vielleicht eine gute Idee, sich konkret Hilfe zu holen. Zum Beispiel eine Familienhilfe, das kann ich nur empfehlen. Wenn sie gut ist, dann hilft sie dem jeweiligen Elternteil durch ihren Blick von außen, ihr Verhalten dem Kind gegenüber überprüfen zu können. Sie hat in meinem Fall (die Kinder leben bei mir) es dem Sohn erleichtert, bei mir ankommen zu können. Nun ist die Situation bei Euch anders: Euer Kind ist in Deinem Umfeld vertrauter als beim KV, ich würde mich vermutlich an Deiner Stelle mit dem KV zusammen beim JA beraten lassen.


    Vielleicht ist auch ein Mediator sinnvoll, der Euch darin unterstützt, wieder besser miteinander reden zu können. Ich kann aus der Ferne natürlich nicht beurteilen, wie es um Euer Elternverhältnis steht. Aber ich weiß, dass es für Eure Tochter das Beste ist, wenn ihr - wie in der Vergangenheit wohl zumindest teilweise - ihre Angelegenheiten gemeinsam regeln könnt.


    Selbst wenn bei einem Gerichtsverfahren ein Beschluss gefasst wird, welcher den Umgang verbindlich regelt, wird der vermutlich zum derzeitigen Alter Eurer Tochter passen. Will heißen: wenn die Tochter dann im schulpflichtigen Alter ist (nur als Beispiel), ist der Umgang vielleicht so, wie vom Gericht festgesetzt, gar nicht mehr umsetzbar. Gewinnen tun sowieso hauptsächlich die Rechtsanwälte, die man dazu bemüht - wäre also aus meiner Sicht nur dann eine Option, wenn Ihr Euch tatsächlich überhaupt nicht mehr einigen könnt. Das will wohlüberlegt sein. Denn es kostet Zeit, Geld und Nerven, die Euch dann an anderer Stelle - nämlich für Eure Tochter - fehlen.

    A smile a day sweeps the sorrows away

  • ....
    Ich mache mir wirklich Sorgen und habe das Gefühl, dass er nicht gut genug bis gar nicht auf ihre Bedürfnisse eingeht.
    Sobald er sie mir bringt oder ich sie abhole, will sie ihrem Papa nicht mal tschüss sagen, sie vergräbt sich in meinem Arm und „lässt sich fallen“.
    ......

    Und ich denke einfach immer nur an meine kleine 2 jährige…

    Hallo Maiblume21,


    was wäre denn anders, wenn Eure Tochter einen Tag mehr bei Dir ist?

    Würde Sie sich nicht mehr fallen lassen?

    Was tut Sie denn beim Vater, wenn sie wechselt?


    Du denkst sicherlich an Eure 2 jährige, mutmaßlich nicht wie eine 2 jährige.

    Die hat keine Ahnung wie spät es ist, welcher Tag u.s.w.....


    Durch die Blume beschreibst Du lediglich, daß der andere ET nicht entsprechend Deiner Vorstellungen seiner elterlichen Sorge nachkommt.

    Ist das wirklich so?


    vg von overtherainbow

  • Es sind viele Machtspielchen dabei die mir wirklich die Energie rauben.. Er nutzt meine mütterliche Sorge aus..

    Und ich denke einfach immer nur an meine kleine 2 jährige…

    Zunächst einmal; es ist nicht der Umgang des KV, den Du kürzen möchtest, sondern der Umgang Eurer gemeinsamen Tochter mit dem KV. Diese Unterscheidung scheint mir wichtig, denn es geht um Deine Perspektive. Siehst Du den KV als Gegenspieler, der Dir Böses möchte und dazu Euer Kind instrumentalisiert, oder ist tatsächlich das Wohlergehen Eures Kindes im Fokus? Manchmal kann ein solcher Perspektivenwechsel helfen, die Situation, wie Du sie wahrnimmst, zu entschärfen. Welches könnten denn Gründe sein, warum der KV sich nicht an Absprachen aus der Beratung hält?

    Ich denke, für Eure Tochter wäre es hilfreich, wenn Ihr beide (mit entsprechender Hilfe) einübt, Kompromisse zu ihrem Wohl zu schließen.


    Ich frage mal ganz unverblümt: Wäre das Leben für Deine Tochter insgesamt besser, wenn sie nur Dich als Bezugsperson hätte?

    A smile a day sweeps the sorrows away

  • Erdt einmal vielen Dank für die Antworten und die Denkanstöße…!

    Das Gericht ins Spiel zu bringen, ist nichts, worüber ich gerne oder viel nachdenke, weil ich einfach immer hoffe und sehr viel dafür tue das wir dem aus dem Weg gehen… Ich bin selbst Scheidungskind und meine Eltern sind das beste Beispiel dafür, wie es funktionieren kann, wenn beide Elternteile in der Lage sind, ihre Gefühle in dieser Situation aus dem Spiel zu lassen, und sich in die Situation des Kindes hinein zu versetzen… Dies ist bei dem Kindsvater aber leider nicht möglich. Jegliche Entscheidungen beziehungsweise Vorschläge, Kompromisse, die ich anbringe, sieht er immer als persönlichen Angriff. Er denkt immer, ich würde ihm den Umgang mit unserer Tochter verbieten. Und das tue ich nicht. Ich würde mir für meine Tochter wünschen, dass sie ein so gutes Verhältnis zu ihrem Vater hat, wie ich es hatte, obwohl er ausgezogen ist. Aber das geht nur, wenn auch er bei dem ganzen mitmacht. Dass er sich immer persönlich angegriffen fühlt macht das natürlich sehr viel schwieriger, denn er geht dann sofort in die Abwehrhaltung und reagiert nicht mehr adäquat.
    die Erziehungsberatung haben wir relativ früh nach der Trennung in Anspruch genommen, weil ich gehofft hatte, dass wir genau solche Situationen durch eine frühe Beratung verhindern können. Ich gehe mal davon aus, dass unsere Beraterin das, was wir in während der Termine besprechen, auch aufschreibt. Zumindest hoffe ich das. Der Grund, warum ich den Umgang kürzen möchte, liegt darin, dass meine Tochter in den letzten Wochen nicht mit zum Kindsvater wollte. Und vielleicht sind vier Tage am Stück doch vielleicht einfach zu viel. Dadurch, dass ich ihn sehr gut kenne und einfach weiß, dass er Schwierigkeiten hat, sich auf die Bedürfnisse seiner Tochter einzulassen, weiß ich, dass sie in der Zeit mehr funktionieren muss, als dass sie Kind sein kann. Und das ist natürlich unfassbar anstrengend für sie und den Eindruck habe ich auch nach den Wochenenden, wenn ich sie abhole. Das meinte ich mit, dass sie seelisch erschöpft ist. Und sich bei mir fallen lassen kann.
    ich hatte zu Beginn auch nichts dagegen, dass er zwischendurch spontan noch mal vorbeigekommen ist. Für eine halbe Stunde/ Stunde, aber ich habe einfach gemerkt, dass es ihr nicht gut tut. Weil wir einfach nicht gut harmonieren und diese Spannungen merkt sie natürlich. Das hat sich darin geäußert, dass sie deutlich schlechter eingeschlafen und durchgeschlafen hat, sie war anhänglicher und ihre Gefühlsausbrüche waren extremer.

    Und ich wollte sie nicht in die Situation bringen, dass sie hin und hergerissen ist.
    Bis zu einem gewissen Punkt, versuche ich sie „zu überreden“ zu ihrem Vater zu gehen. Aber ehrlich gesagt, weiß ich nicht, wie weit man da gehen kann beziehungsweise darf.. Wann weiß ich, wann ich sie richtig zwinge?


    Zu der Frage, ob ich mein Ex als Gegenspieler sehe? Nein. Aber er sieht mich als Gegenspieler und er weiß ganz genau, welche Knöpfe er bei mir drücken muss. Und der größte ist natürlich unsere Tochter. Über die erreicht er sehr, sehr viel.



    Entschuldigt den langen Text…

    Habt ein entspanntes Wochenende!

  • Ich fände es grundsätzlich fatal, eine 2jährige an der Entscheidung wo sie sich wann aufhält, in irgendeiner Weise teilhaben zu lassen.

    Zwingen geht nur, wenn es eine Alternative gibt, die ich hier nicht wahrnehme. Analog zum Besuch des Kinderarztes, den Großeltern oder des Kigas.


    Das Kind ist und muss "hin- und hergerissen" sein. Das ergibt sich doch schon aus der Trennungssituation und dem was ihr als Eltern ausstrahlt und vermittelt.

    Beide Elternteile sind da Deiner Beschreibung weder neutral, noch emotionslos. Was sicherlich auch gar nicht realistisch wäre, oder?

    Du kannst aktiv darauf Einfluß nehmen mit welchen Emotionen Du Deine Tochter umgibst in der Zeit die Ihr miteinander verbringt.

    Das wäre so der Schlüssel für mich.


    vg von overtherainbow

  • Das hat Grenzen. Ob die hier gegeben sind, können wir von außen schlecht beurteilen. Ich finde es absolut nachvollziehbar, wenn man sich Gedanken macht, wenn das Kind ständig total neben der Spur ist, wenn es vom Vater kommt und dann irgendwann nicht mal mehr hin will. Das kann auch nicht immer mit "Das ist so, weil Mama da etwas ausstrahlt oder/und ihre Gefühle aufs Kind überträgt" abgetan werden. Ich würde auch wissen wollen, was da los ist.

    Wenn der Vater da absolut nicht gesprächsbereit ist, wird das sehr schwierig. Auch bei Großeltern, Kiga und Schule, würde man in der Regel versuchen, herauszufinden, warum Kind da nicht hinmöchte und es ihm nicht gutgeht, wenn es von dort wieder nach Hause kommt...

    LG
    CoCo




    Halte mich fern von der Weisheit, die nicht weint; von der Philosophie, die nicht lacht und von der Größe, die sich nicht vor Kindern verneigt.
    ~ Kalil Gibran ~

  • Das hat Grenzen. Ob die hier gegeben sind, können wir von außen schlecht beurteilen. Ich finde es absolut nachvollziehbar, wenn man sich Gedanken macht, wenn das Kind ständig total neben der Spur ist, wenn es vom Vater kommt und dann irgendwann nicht mal mehr hin will. Das kann auch nicht immer mit "Das ist so, weil Mama da etwas ausstrahlt oder/und ihre Gefühle aufs Kind überträgt" abgetan werden. Ich würde auch wissen wollen, was da los ist.

    Wenn der Vater da absolut nicht gesprächsbereit ist, wird das sehr schwierig. Auch bei Großeltern, Kiga und Schule, würde man in der Regel versuchen, herauszufinden, warum Kind da nicht hinmöchte und es ihm nicht gutgeht, wenn es von dort wieder nach Hause kommt...

    Welche Grenzen genau, wer beurteilt dies und welche Konsequenzen soll die TE draus ableiten?

    Deine Wahrnehmung ich oder jemand hätte irgendetwas "abgetan", geschweige denn "immer" ist selektiv. Es geht wohl mehr um die realistischen Möglichkeiten, die der TE zur Verfügung stehen um Ihre Tochter zu unterstützen.

    Die Ursachen heraus zu finden, warum das Kind nicht mehr motiviert zum Vater will und die Mutter den Umgang für das gemeinsame Kind in der jetzigen Form als Belastung wahrnimmt, bedingt gerade zu, daß der BET sich reflektiert. Quasi seine Seite "sauber" ist.


    Sollte es tatsächlich vor Gericht enden, aber eben auch wenn nicht, bin ich für jede alternative Vorgehensweise die das (Klein-)Kind, mit nicht kooperativem UET und nicht funktionierender Kommunikation der Eltern, aus dem Spannungsfeld nimmt, wohl ebenso offen wie die TE.


    vg von overtherainbow

  • Sollte es tatsächlich vor Gericht enden, aber eben auch wenn nicht, bin ich für jede alternative Vorgehensweise die das (Klein-)Kind, mit nicht kooperativem UET und nicht funktionierender Kommunikation der Eltern, aus dem Spannungsfeld nimmt, wohl ebenso offen wie die TE.

    Ob Du für irgendetwas offen bist, oder nicht, ist für die TE wohl auch völlig irrelevant. Mir ging es darum, aufzuzeigen, dass es auch andere Sichtweisen gibt. Oft wird schnell (nicht ausschließlich von Dir) unterstellt, dass es wohl am Verhalten und Übertragen der Mutter liegen müsse, wenn ein oder mehrere Kinder nicht mehr zum Vater wollen. Das mag im ein oder anderen Fall so sein, oder zumindest noch dazu beitragen; ob das hier so ist, können wir schlicht nicht wissen.


    Bei mir kam Dein Geschriebenes (fälschlicher Weise?) so an, als ob Du das hier ebenfalls unterstellst. Sich reflektieren ist nie falsch. Trifft aber nicht nur auf die BET zu, sondern auch auf den UET. Letzteres findet hier ja offensichtlich gar nicht statt, so wie es beschrieben wird.

    LG
    CoCo




    Halte mich fern von der Weisheit, die nicht weint; von der Philosophie, die nicht lacht und von der Größe, die sich nicht vor Kindern verneigt.
    ~ Kalil Gibran ~

  • Ich würde mal stark von mir behaupten, dass ich meine Tochter nicht beeinflusse.
    Ich achte sehr darauf, dass meine Emotionen bei mir bleiben.. weil ich sie eben nicht beeinflussen möchte und nicht will, dass die für sie eh schon besch**** Situation noch blöder wird.. und ich weiß, was für sensible Antennen Kinder haben.
    Ich bin wirklich offen für vieles.. Aber wenn ich sehe und das Gefühl habe, dass es meiner Tochter damit nicht gut geht, fühle ich mich in der Pflicht zu handeln.
    Die Schwierigkeit liegt aber darin, dass ich es nicht einfach entscheiden kann.
    Wir haben vor unserer Trennung bereits 2 Paartherapien gemacht… die 2. ist dann in eine Trennungsmediation übergangen.. Ich hätte das auch noch weiter gemacht, allerdings ist der Ex gar nicht in der Lage Situationen/sein Verhalten zu reflektieren. Sodass eine Aufklärung vieler Dinge schwierig war. Weil alles was ich immer gesagt habe, egal ob mit GfK oder nicht, als Angriff gesehen wurde. Man konnte nichts aufklären, weil er es schlichtweg nicht versteht.

    Das war in der Beziehung schon so.. unsere Therapeutin sagte, sie hat hat das Gefühl, als würde ich immer wieder an ihm rütteln und schütteln um eine Reaktion/eine Antwort auf das zu bekommen was ich sage. Aber es kommt einfach nichts. Der Ex kann nicht gut kommunizieren und das ist in der Beratungsstelle genau das gleiche Problem. Es ihm nicht möglich Sachen zu reflektieren. Viel mehr wird immer die Schuld bei mir gesucht um etwas zu erklären.
    Natürlich ist es schwierig das jetzt von aussen zu betrachten, weil eigentlich doch so viel mehr dahintersteckt..

    Was wäre, wenn ich glaube, bzw mir zu 95% sicher bin, dass mein Ex toxisch/narzisstisch ist.. zumindest eine ganze Menge narzisstischer Züge hat.. und da liegt die Angst.. dass meine Tochter ihm ausgeliefert ist.. und das Gefühl habe ich ja bereits.

  • .....

    Deine Frage war, wie man bisher einvernehmlich stattfindende regelmäßige Umgänge "kürzen" kann. Da wirst Du "starke" Argumente vorlegen müssen. Zum Beispiel, dass die bisher übliche Rückbringung Sonntags um 23 Uhr so spät ist, dass die Kinder am Montag nicht wach werden, um in Kiga und/oder Schule ausgeschlafen gehen zu können.

    Dabei müssen es Argumente sein, die wesentlich für das Wohl der Kinder wichtig sind. Dinge, die Dich persönlich belasten - "Wäsche muss immer spät noch gewaschen werden, das stört mich" - hat da wenig Relevanz.


    Nun ist es ja so, dass es oft vielerei Gründe sind, die zu so einer streitigen Auseinandersetzung führen. Daher ist es wichtig, dass Du die Gründe herausfilterst, die bei einer gerichtlichen! Auseinandersetzung Gewicht haben. Und die außen vor lässt, die eher vielleicht elterlicher Rosenkrieg sind.

    ...ich nehme mal den Absatz von Volleybap.

    Ich würde mal stark von mir behaupten, dass ich meine Tochter nicht beeinflusse.
    Ich achte sehr darauf, dass meine Emotionen bei mir bleiben.. weil ich sie eben nicht beeinflussen möchte und nicht will, dass die für sie eh schon besch**** Situation noch blöder wird.. und ich weiß, was für sensible Antennen Kinder haben.

    ......

    Was wäre, wenn ich glaube, bzw mir zu 95% sicher bin, dass mein Ex toxisch/narzisstisch ist.. zumindest eine ganze Menge narzisstischer Züge hat.. und da liegt die Angst.. dass meine Tochter ihm ausgeliefert ist.. und das Gefühl habe ich ja bereits.

    Hallo Maiblume21,


    aus meiner fernen subjektiven Perspektive, wäre es wohl hilfreich genau so eben nicht zu argumentieren.

    Hilfreich wäre für mich vor Gericht, wenn das beteiligte Jugendamt oder ein Verfahrensbeistand kristallwasserklar darstellen können, daß Du den Umgang förderst und gezielt Hilfe kompetenter Dritter hinzu genommen hast, da Du als Mutter nicht ausschließen kannst, eben nicht vollkommen neutral zu sein.

    Kommunikativ ist der Absatz 1 ein Paradoxon.

    Das bedeutet nicht, zumindest für mich, daß er nicht wahr ist.

    Ebenso wie der Schlusssatz. Weder Dein Gefühl, noch Deine Wahrnehmung kann Dir jemand absprechen. Gleichzeitig muss Deine Wahrnehmung von dritten auch als wahr angenommen werden, wenn Du Dein Kind hier schützen willst.

    Meine Erfahrung ist:

    Obwohl der BET i.d.R. der Verfahrensbeteiligte ist, der den UET am Besten kennt, wird seine Expertise am wenigstens als nur am Kindeswohl orientiert wahrgenommen. Im besten Fall merkt das Familiengericht von selbst durch das Verhalten des Vaters und/oder den Bericht des JA, wo die Gefährdung des Wohls eurer Tochter liegt.


    Ob die Reduzierung um einen Tag Alltag an dem Eure Tochter überwiegend fremdbetreut ist langfristig wirklich zielführend ist?

    Was wäre, weil Du mit der Frage rechnen musst, denn Deine Vorstellung, den Umgang zu gestalten?

    Ein, für mich, starkes Argument für Veränderung könnte z.B. die Übergabesituation sein.

    Wie ist die denn jetzt?


    vg von overtherainbow

  • Ob Du für irgendetwas offen bist, oder nicht, ist für die TE wohl auch völlig irrelevant. Mir ging es darum, aufzuzeigen, dass es auch andere Sichtweisen gibt. Oft wird schnell (nicht ausschließlich von Dir) unterstellt, dass es wohl am Verhalten und Übertragen der Mutter liegen müsse, wenn ein oder mehrere Kinder nicht mehr zum Vater wollen. Das mag im ein oder anderen Fall so sein, oder zumindest noch dazu beitragen; ob das hier so ist, können wir schlicht nicht wissen.


    Bei mir kam Dein Geschriebenes (fälschlicher Weise?) so an, als ob Du das hier ebenfalls unterstellst. Sich reflektieren ist nie falsch. Trifft aber nicht nur auf die BET zu, sondern auch auf den UET. Letzteres findet hier ja offensichtlich gar nicht statt, so wie es beschrieben wird.

    Hallo Coco,


    was ist denn Dein konkreter Vorschlag an die TE?

    Der Hinweis, daß sie mutmaßlich vor Gericht und wohl in jedem Fall vom Vater, damit konfrontiert wird, daß sie den Umgang nicht ausreichend fördert, wenn nicht gar blockiert, haben wohl alle verstanden.


    vg von overtherainbow

  • Da hast du Recht, overtherainbow!

    Mir ist durchaus bewusst, dass meine Meinung, oder meine Einschätzung beziehungsweise meine Erfahrung mit dem Kindsvater wenig Gewicht hat.

    Unsere Übergaben sind momentan so, dass er sie freitags vom Kindergarten abholt, wenn es sein Umgangswochenende ist. Montags hole ich sie dann von ihm zu Hause ab, wenn ich von der Arbeit komme. Das ist meistens so gegen 17:15 Uhr. Diese Uhrzeit haben wir auch bei der Beraterin vereinbart. Nur leider ist es in den letzten Wochen dazu gekommen, dass er einfach nicht zu Hause ist , obwohl er weiß, wann ich zu ihm komme, denn ich schreibe ihm immer, wann ich im Büro losfahre und wann ich circa da bin, damit eben keine Wartezeit,weder für ihn noch für mich, entsteht. In der Regel ist er aber nicht zu Hause, so dass er mit ihr noch nach Hause fahren muss, damit ich sie dann bei ihm abholen kann. Meinen Vorschlag, dass er sie mir um 17:30 Uhr nach Hause bringt, ignoriert er.
    Zusätzlich hat er noch montags Umgang. Da holt er sie auch vom Kindergarten ab und ich hole sie, wie nach den Umgangswochenenden, um 17:15 Uhr theoretisch ab.

    Leider ist das Problem, dass der Kindsvater immer auf Kleidung und Ausstattung für das Kind pocht. Da ich diese ganzen Sachen (Laufrad, Puppe etc) ja nicht in die Kita geben kann, haben wir häufig das Problem, dass er meistens mit ihr zu mir kommt, um die Sachen abzuholen oder ich ihm die Sachen bringe.
    die Sachen, die wir da doppelt haben, habe ich ihm schon häufig mitgegeben und gesagt, behalte sie doch bei dir, damit sie bei dir auch Spielsachen hat. Aber er bringt sie mir immer wieder zurück…

    Wegen der Kleidung für das Kind, ja, er hat eigene Kleidung aber ist der Meinung, ich müsste ihm unbedingt eine Tasche packen.


  • Leider ist das Problem, dass der Kindsvater immer auf Kleidung und Ausstattung für das Kind pocht. Da ich diese ganzen Sachen (Laufrad, Puppe etc) ja nicht in die Kita geben kann, haben wir häufig das Problem, dass er meistens mit ihr zu mir kommt, um die Sachen abzuholen oder ich ihm die Sachen bringe.
    die Sachen, die wir da doppelt haben, habe ich ihm schon häufig mitgegeben und gesagt, behalte sie doch bei dir, damit sie bei dir auch Spielsachen hat. Aber er bringt sie mir immer wieder zurück…

    Wegen der Kleidung für das Kind, ja, er hat eigene Kleidung aber ist der Meinung, ich müsste ihm unbedingt eine Tasche packen.

    Auch wenn es für dich total blöd ist, wie wäre es, wenn du das Laufrad doppelt kaufst, so das eins beim KV verbleiben kann. Die Puppe kann mit in den Kindergarten gegeben werden.

    Eigentlich könnte der KV auch selbst ein Laufrad etc. für seine Tochter besorgen. So wie du ihn beschreibst, wird er das aber nicht tun.

    Wenn der KV nach dem Abholen der Tochter vor deiner Tür steht, machst du nicht auf oder bist gar nicht erst zuhause. Sein Umgang, seine Verantwortung. Du bist dann raus und das solltest du auch deutlich machen.

  • Ich würde wohl als erstes anstreben die Übergaben möglichst kontaktlos zu gestalten.

    Sicherlich wäre es schöner, ihr könntet harmonisch etwas plaudern....ist aber eben (noch) nicht so möglich.

    So könntest Du auch die Wahrnehmung Dritter mit ein beziehen.

    Deiner Schilderung entnehme ich, daß das Residenzmodell gescheitert ist, richtig?

    Dann könnte ich das Gefühl des Vaters Du würdest ihm das Kind entziehen wollen sogar nachvollziehen, auch wenn ich es nicht für fundiert halte.


    Wir hatten hier, auch wenn mein Gold da "schon" 3,5 war, trotz einer eigentlich harmonischen unbelasteten Übergabe, oft die Herausforderung, daß wir quasi zweimal nach Hause kommen mussten. Also nach dem eigentlichen Wechsel zwischen den Elternteilen nochmal spazieren gegangen sind, ein Eis essen usw., um dann nach Hause zu kommen. Kann ich rational nicht begründen, hat dem Kind aber geholfen.

    Ebenso Rituale, die es dem Kind ermöglichen mit den wechselseitigen Emotionen um zu gehen oder diese kanalisieren zu können, haben geholfen.


    vg von overtherainbow

  • was ist denn Dein konkreter Vorschlag an die TE?


    Das, was Volleybap und Du in Deinem letzten Beitrag geschrieben habt, ist ja richtig. Weder darf ein Gericht zulassen, dass die schlechten Gefühle eines BET gegenüber dem UET der Grund für eine Beschränkung oder Andersgestaltung des Umgangs sind; noch, dass ein Kind zum Umgang gezwungen wird, der ihm schadet. Ich möchte nicht wissen, wie viele im Nachhinein falsche Entscheidungen diesbezüglich schon getroffen wurden.

    Deshalb würde ich auch alles irgend mögliche ausschöpfen, bevor es vor Gericht geht. Wenn der Vater sich für alles sperrt, bzw. nicht in der Lage ist, bei Mediationen & Co. zu kommunizieren, hilft das natürlich nicht weiter. Und ist hoffentlich dokumentiert.


    Der Hinweis, daß sie mutmaßlich vor Gericht und wohl in jedem Fall vom Vater, damit konfrontiert wird, daß sie den Umgang nicht ausreichend fördert, wenn nicht gar blockiert


    Was bedeutet denn "ausreichend fördern"? Maiblume schreibt:


    Bis zu einem gewissen Punkt, versuche ich sie „zu überreden“ zu ihrem Vater zu gehen. Aber ehrlich gesagt, weiß ich nicht, wie weit man da gehen kann beziehungsweise darf.. Wann weiß ich, wann ich sie richtig zwinge?


    Das finde ich auch schwierig. Was soll sie denn tun, um ihrer Tochter den Umgang schmackhaft zu machen? An anderer Stelle wurde hier schon mehrfach geschrieben, dass es eigentlich am UET sei, dafür zu sorgen, dass Kinder gerne zum Umgang gehen...

    LG
    CoCo




    Halte mich fern von der Weisheit, die nicht weint; von der Philosophie, die nicht lacht und von der Größe, die sich nicht vor Kindern verneigt.
    ~ Kalil Gibran ~