Beiträge von Volleybap

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    Nein. Auch bei einer Einmalzahlung wird die Steuer gezogen. Und dann nicht nach individuellem Steuersatz, sondern aufgrund der Summe. Und zwar bei allen Verträgen.


    Aber wie gesagt: Schwierig ist, wenn im Nachhinein Gesetze geändert werden, auf die sich Leute bei ihrer finanziellen Planung verlassen haben.

    Dann wäre für manchen eine andere Anlageform interessant gewesen, wenn er denn zu den Glücklichen gehört, die überhaupt etwas anlegen können.

    Erdbeerstulles Umzug bedeutet ja nicht zwingend weniger Umgang des Vaters. Aber mehr Zeitaufwand für den Vater, den der nach Erdbeerstulles Vermutung schlicht nicht leisten will.


    Frage ist halt, ob der Zeitaufwand zumutbar ist oder nicht.

    Nein. Auch die davor.


    Was richtig ist oder falsch, kann und darf man drüber streiten. Schwierig wird, wenn "im laufenden Betrieb" die Bedingungen geändert werden.


    Zwei oder drei Kapitallebensversicherungen heißt nicht zwingend, dass da hohe Beträge drauf laufen. Die Leute konnten früher nicht - im Gegensatz zu später - den Einzahlungsbetrag bei der ersten Versicherung einfach erhöhen. Da wurde dann immer ein neuer Vertrag gemacht (und eine Abschlussgebühr kassiert).


    Und 2005 - jedenfalls, als das Gesetz geändert würde - wurde das auch rückwirkend für Altverträge geändert. Das ist ja das Problem: Wenn die Voraussetzungen während der Laufzeit verändert werden.


    Und wenn es um die Babyboomer geht: Die haben die sehr hohe Rente der Eltern gezahlt im "Generationenvertrag", die selbst kaum dort reingezahlt haben. 70 Prozent und mehr vom letzten Gehalt.

    Die Boomer bekommen jetzt 48 Prozent. Tendenz sinkend. Da stehen jetzt viele staunend davor. War auch Mal anders erzählt ...

    Zwar schon immer ein rentenmathematisch Potemkinsches Dorf. Hat aber nicht jeder zwingend erkennen müssen. Halt auch an eine Versprechung geglaubt, die am Ende nicht erfüllt wird. Und wo die Betroffenen nicht mehr Alternativen suchen können.

    Volleybap, kannst du dafür Mal 2 bis 3 Beispiele nennen, um es konkreter zu machen?

    Klassiker ist die sog. Doppelbesteuerung derzeit von Renten. Im Arbeitsleben besteuert, jetzt, nach neuem Gesetz, auch bei entsprechender Höhe ein zweites Mal.


    Ähnlich: Bis vor mehreren Jahren konnte man eine sog. Gehaltsumwandlung machen: Ohne Steuer Vermögen ansparen aus dem Gehalt, mindestens dreißig Jahre "liegen lassen" bis ins Alter. War für viele eine pfiffige Kapitalanlage. Wenig Zinsen, aber steuerfrei. Ist vor wenigen Jahren umgewandelt worden: Jetzt muss man bei der Auszahlung über zehn Jahre Steuern auf den Auszahlungsbetrag leisten.


    Gleiches bei Kapitallebensversicherungen: Meist aus bereits besteuerten Einnahmen wurde der Beitrag bezahlt, mit 60 oder 65 dann der volle angesparte Betrag ausgezahlt, war die Gesetzeslage bei Abschluss der Verträge. Jeder zweite Deutsche aus den Babyboomerjahrgaengen hat ein, zwei, drei solcher Verträge abgeschlossen und erfährt manchmal erst bei der Auszahlung, dass jetzt Steuern entrichtet werden müssen.

    Aber es gibt noch mehr ...

    In den letzten Jahrzehnten hat es immer wieder Gesetzesänderungen gegeben, die bestimmte langfristige Spar- und Anlageformen auf einmal gar nicht mehr so gut aussehen lassen. Klassischerweise die, in die viele eingestiegen sind, wo also der Staat Zusatzeinnahmen generieren kann. Und zwar da, wo jetzt gerade Zahlungen "fällig" werden.

    Es scheint verflixt verführerisch zu sein, darauf dann zuzugreifen ...

    Aber aufgepasst: Das sind - gerade bei Titeln für (alle fachspezifischen) Studienfänger - nicht selten alte Auflagen und nicht die aktuelle. Da muss man sich vor dem Kauf schlau machen, ob es größere Änderungen gegeben hat.

    Rein intuitiv, ich bin keine Expertin... Die 20 Euro sind es bei dem Gehalt doch Peanuts. Und wenn er ähnlich lange braucht wie ich, um Mal sozialversicherungspflichtig in den Arbeitsmarkt einzusteigen dann ggf. noch ein Sabbatical oder ähnliches einschiebt, ist es vielleicht gar nicht so schlecht schon Mal "Zeit" zu sammeln. Und Mal ganz ehrlich, er braucht doch keine 450 Euro für Spaß... Den Lebensstil kann er im Studium ja dann nicht halten.

    Entscheidend ist tatsächlich, ob das jetzt ein Ferienjob/Minijob ist, in den er reinhaut. Da kann er als Schüler m.W. bis zu 5400,- Euro im Jahr addiert verdienen (also auch in anderen Ferien ...). Oder ob es ein sog. "450,-Euro-Job"/Monat ist, letztlich unbefristet, aber halt vom Verdienst gedeckelt.

    Ob er sich das aussuchen kann, ist fraglich. AGs werden nicht zwingend beides ihm anbieten, sondern schon einen Plan haben, was sie genau wollen. Haben sie wahrscheinlich erklärt, muss der Sohn jetzt aber nicht unter "wichtig/merken" verbucht haben und weiß es nicht, wovon der potentielle "Chef" da gelabert hat. In etwas größeren Firmen gibt es klassischerweise "Laufzettel", auf denen alles draufsteht, was an Unterlagen zu kommen hat und wie das alles aussieht.


    Ob Einzahlung in die Rentenversicherung etwas bringt oder nicht - da kann man letztlich eine Münze werfen. Glaubt irgendwer daran, dass das derzeitige System so viel Zukunft hat, dass unsere Kinder damit noch in Rente gehen werden? Andererseits ist es nicht schlecht, ggfls. Ansprüche zu haben und auf "Arbeitsjahre" zu kommen. Auch ein neues Rentensystem wird erworbene Ansprüche mutmaßlich irgendwie "verarbeiten".

    Vielleicht ist die sache jetzt sogar gut, um in der Praxis zu schulen und bewusst zu machen, dass es nicht schlecht ist, früh an so etwas wie Rente zu denken. (Ich glaube, im Alter meiner Kids heute wusste ich nicht mal richtig, wie man das buchstabiert ...)

    "Nebenjob" hat bei einem unserer Kids übrigens dazu geführt, dass der sein Leben wesentlich besser strukturiert hat. Also auch von der seite "gut".

    :* deshalb liebe ich dieses Forum!!! Danke.


    An die Engergiepreispauschale hatte ich gar nicht gedacht... Das gibt bestimmt nen Luftsprung und mutmaßlich einen Fleischwolf oder ähnlich sinnvolles 8o.

    Bevor du ihn rappelig machst: Die 300 Euro gibt es nur, wenn er nicht ein kurzfristig beschäftigter Minijobber ist.

    Jean-Jacques Sempé, der mir mit seinem Kinderbuchklassiker "Le Petit Nicolas - Der kleine Nick" immer so viel Spaß gemacht und das Denken von Kindern nahegebracht hat, hat den Zeichenstift für immer aus der Hand gelegt. Am Wochenende ist in Frankreich noch sein letzter Comic Strip veröffentlicht worden. Nun kann er mit seinem Freund und Co-Autor René Goscinny wo ganz anders "herumspinnen", wie er immer sagte.

    Liebe MaiBlume,

    normale Gespräche sind nicht mehr möglich.. und sobald es um unsere Tochter geht, eskaliert es heftig..

    das ist eine denkbar schlechte Voraussetzung für


    Das Wechselmodell wird es wohl werden..


    Kommt dann noch das hinzu


    aber ich habe ehrlich gesagt ziemlich Respekt davor.. aufgrund einiger Erkrankungen und deren Begleiterscheinungen seinerseits habe ich etwas Angst, sie so lang allein bei ihm zu lassen… gesagt habe ich ihm das natürlich noch nie.. das würde ihn verletzen.. verständlicherweise… und mir fällt es schwer, meine Bedürfnisse nach vorne zu stellen.. 😣

    müsste ein Wunder geschehen, um ein Wechselmodell gelingen zu lassen. Keine Kommunikation bzw. das Kind nicht gemeinsam nach einem Plan zu erziehen, sondern am Kind in gegensätzliche Richtungen zu ziehen - wie soll das gut gehen? Mit viel "gutem Willen"? Hast Du den? Hat er den? Und könnt ihr den guten Willen sich durchsetzen lassen? - Wie Du schreibst, geht das in der Praxis genau nicht. Das ist jedenfalls meine Einschätzung aufgrund deiner Aussagen ...

    Überlege also einmal, ob daran etwas dran sein könnte. Falls ja: Was heißt das für Dich?

    Bei Trennungen sollte man übrigens klare Kante zeigen und eindeutige Botschaften setzen. Trennung ohne Auszug (egal von wem) ist keine klare Botschaft. Trennung (nebenbei. auch Beziehung) und seine Eindrücke und Einschätzungen nicht zu nennen (" ... gesagt habe ich ihm das natürlich noch nie..") ist eine ziemliche Katastrophe. Der (Ex-)Partner weiß nicht/kann nicht wissen, was los ist und könnte nur aus Zufall "richtig" reagieren.


    Seinen Partner kann man selbst in guten Beziehungen kaum ändern. In sich auflösenden Beziehungen gar nicht. Hoffnung auf das "Gute" im Expartner und auf Einsicht darf man zwar. Die Erfahrung lehrt aber das Gegenteil.

    Heißt für Dich: Mach dir deine Ziele klar. Überlege, wie du die erreichen kannst. Und dann kommuniziere sie eindeutig mit dem Ex.

    Bewegen musst Du Dich. Kommt zum Beispiel keine feste Zusage seines Auszugs für einem bestimmten, nahen Termin, solltest und musst Du gehen. Und überlegen, ob mit oder ohne Kind - und das deutlich kommunizieren. Wenn Du (und ihr zusammen) bleiben wollt, sollte das auch ganz eindeutig kommuniziert werden. Schwebende Situationen sind leider Gift für alle Beteiligte und tun niemandem gut.

    Als die (ersten) Volleykids hoch pubertierend waren, habe ich voller Verzweiflung mich schlau zu machen versucht, wann denn endlich das Ende erreicht wäre. Wie viele Jahre ich noch auszuhalten hätte ... Wenig froh hat mich eine damals recht frisch in der Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlichte Studie gemacht: Wirklich abgeschlossen sei die Pubertät nicht etwa mit dem Eintritt ins Erwachsenenalter (also mit 18), sondern körperlich wie psychisch mit - tätä - bis ca. 25 Jahren. Erst dann sei das Gehirn "fertig umgebaut". Die Kids wären zB dann erst (auf dem für sie für den Rest des Lebens erreichbaren Niveau) in der Lage, die Folgen einer Handlung umfassend einzuschätzen, sich zu steuern.

    Die Praxis hat rückblickend gezeigt: Ja, könnte stimmen.

    Ähnliches gilt übrigens auch für die körperliche Entwicklung, meinte die Studie. Nachdem jetzt gerade durch die Presse ging, dass der bisherige Stürmer von Borussia Dortmund, Eric Haaland (22), bei der medizinischen Untersuchung zum Wechsel in die Premier League einen Zentimeter größer war als bei der letzten Untersuchung in Dortmund, scheint auch das zu stimmen.

    Gut an der Sache: Wir können lange begründete Hoffnung haben, dass unsere Kids noch so richtig über sich hinaus wachsen ...

    Nur als Randbemerkung: Den Volleykids hat im Teenageralter der situationsbedingte Umzug an einen neuen Ort, neue Schule und ein dezidierter "Neuanfang" sogar gut getan.

    Ich könnte mir also hier vorstellen, dass auch ein räumlicher Abstand von der jetzigen Situation nicht zwingend schädlich ist.

    Das Umswitchen des sozialen Umfelds könnte - je nach Typ sicherlich - sogar befreiend sein. Während das Zeichen "Ich ziehe deinetwegen in die räumliche Nähe" ja auch etwas auslöst bei Tochter, bei Dir und natürlich auch den anderen Kids und der Mutter/dem Stiefvater.


    Neben dem sicherlich situationsbedingt ausgelösten Wunsch, zu Dir zu ziehen ist in dem Alter auch der klassische Ablöseeffekt immer vorhanden und gehört zum Erwachsenwerden dazu. (Nebenbei bemerkt: Das könnte auch ein Argument sein, das man der Mutter nennen kann, ohne sie persönlich anzugreifen bzw. dieses Gefühl in ihr auszulösen. )


    Aber wie gesagt, nur Gedankenanstöße. Zumal Du ja eh keine Rückmeldungen haben wolltest;).

    Ansonsten schiebe ich ein Paket Kraft und Weisheit rüber. So Situationen sind ungeheuer anspruchsvoll und zerreißend, weil man sich auf völlig unbekanntem Gelände bewegt.

    Wenn schon nicht das Kind gehört wurde bei dem spanischen Gerichtstermin, wurde denn die Mutter gehört? Oder wurde alles über deren Köpfen entschieden ?

    Die Mutter hat sich nur manchmal und dann schriftlich in die spanischen Verfahren eingeschaltet. U.a. wohl deshalb, weil gegen sie in Spanien ein gültiger Haftbefehl vorliegt. Sie hat sich wohl lange Zeit auf einen deutschen OLG-Beschluss zu ihren Gunsten gestützt, wonach das Kind über ein Jahr lang hier in Deutschland mit der Mutter gelebt hat und der Vater dem nicht widersprochen habe. - Das ist wohl aus heutiger Sicht zumindest umstritten. Die deutsche Sicht, dass durch Akzeptanz der Aufenthaltssituation sich das ABR bei dem dann Betreuungselternteil festschreibt, ist so allerdings in der spanischen rechtsprechung nicht zu finden. Das begründet auch die Verurteilung in Spanien wegen Kindesentzugs, andererseits die Nichtausführung des Haftbefehls in Deutschland.

    In gewisser Weise haben wir Ähnliches beobachten können bei der Auseinandersetzung der Spanischen Regierung mit der katalanischen Provinzregierung und dem ehemaligen katalanische Regierungschef Carles Puigdemont, der in Resteuropa lange Zeit unbehelligt aktiv sein konnte.

    Ohne Zweifel ist es zu keinem direkten Kontakt zwischen Vater und Kind gekommen. Frühzeitig war die Mutter durch den Haftbefehl bedroht. Sicherlich kein "Türöffner", um mit Kind nach Spanien zu reisen. Umgang gefördert hat die Mutter jedoch auch sicherlich nicht.

    Die Mutter hat in Deutschland ein halbes Jahr nach der Ausreise aus Spanien geheirat, ist mittlerweile wieder geschieden. Ob eine Heirat den Versuch bedeutet(e), den biologischen Vater zu ersetzen, ergibt sich durch eine Patchworksituation nicht zwingend, könnte hier natürlich vorliegen.


    Insgesamt hat hier der Vater in Spanien sein Anliegen bis in hohe Instanzen gerichtlich klären lassen und letztlich "gewonnen".

    Gleichzeitig hat in Deutschland die Mutter ihr Anliegen bis vor OLG getragen und auch mehrfach "gewonnen". Jeder Elternteil konnte also über fünf sechs Jahre hinweg sich auf der rechtlich sicheren Seite fühlen und hat das wohl auch.


    Auffallend und von höheren Gerichten jeweils erwähnt sind die ungewöhnlichen Appelle der spanischen wie deutschen Gerichte an die Eltern, jeweils kompromissbereit und lösungsorientiert sich zu verhalten. Es hat jedoch auf beiden Seiten nicht genutzt, hat man den Eindruck.


    Den Fall will derzeit wohl auch keiner der Richter "mit Freudigkeit" auf dem Schreibtisch liegen haben. Er zeigt einzig anschaulich, dass es selbst im EU-Raum bei gescheiterten Paarbeziehungen mit Kind trotz vermeintlich "gleichen Rechtsregelungen" zu nahezu unauflösbaren Problemen kommen kann.

    Halten wir doch mal für‘s Protokoll fest: Die Mutter entzieht gesetzeswidrig dem Vater das Kind und wird vor Gericht dafür dann noch belohnt.


    Toll!

    Naja. Das könnte auch eine schwierige juristische Frage sein. Mutter scheint Deutsche, war wohl unverheiratet bei der Geburt des Kindes. Damit liegt nach deutschem Recht das Sorgerecht allein bei der Mutter. Im spanischen Sorgerecht geht es allein darum, ob der (wohl spanische) Vater anerkannt/eingetragen ist als Vater. Damit besteht ein gemeinsames Sorgerecht. Das scheint der Fall zu sein.


    Kommt es in Spanien zur Trennung von Eltern (egal ob verheiratet oder nicht), soll eine Sorgerechtsvereinbarung zwischen den Eltern geschlossen werden, die vom Gericht bestätigt wird.

    Im Streitfall entscheidet das Gericht.

    Anders als in Deutschland erhält in Spanien bei einer Trennung nur ein Elternteil das, was wir in Deutschland als Sorgerecht verstehen (grob gesagt). Damit auch das ABR. Der andere Elternteil erhält einzig ein Umgangsrecht.


    Hier im Fall scheint (wohlgemerkt scheint, da die bisherigen Verfahrensinhalte mir nicht vorliegen) keine gemeinsame Sorgerechtsvereinbarung getroffen worden zu sein, sondern es ist zu einer streitigen Situation gekommen, die jetzt nach langen Verfahren in Spanien entschieden wurde mit Sorgerecht für den Vater und damit Herausgabezwang für die Mutter.

    Ob ein nach deutschem Recht "Kindesentzug" vorgelegen hat oder ob dem Vater Umgang in Deutschland oder unter besonderen Bedingungen ermöglicht worden wäre, weiß man nicht so genau. Ein gesetzeswidriges Verhalten der Mutter (und vielleicht sogar differenziert nach deutschem oder nach spanischem Recht) kann man vermuten, muss es aber nicht. Man müsste die nicht öffentlich zugänglichen Fakten prüfen (können).

    Das könnte die Argumentationslinie sein, wenn es vor einem deutschen Familiengericht zu einer ABR-Entscheidung käme.

    Die derzeitige juristische Auseinandersetzung ist aber eine andere: Es gibt ein Urteil in Spanien nach langjährigen Verfahren. Laut EU-Recht sind solche Gerichtsurteile - grob und verkürzt gesagt - für den EU-Raum in der Regel in jedem EU-Land verbindlich. So sieht es das Familiengericht Bamberg. Das Bundesverfassungsgericht empfiehlt eine Überprüfung. In der Überprüfung wird es nicht um das Sorgerecht für den Jungen gehen (können), sondern einzig und allein darum, wie das EU-Recht zur Anerkennung von Gerichtsverfahren zu interpretieren ist.

    Eine solche Klage - wie gefordert - innerhalb von 10 Tagen so fundiert auf die Beine zu stellen, dass auf Gesetzen basierende geltende EU-Praxis ausgehebelt wird, ist eine anspruchsvolle Aufgabe, zu der bestimmt spezialisierte Juristen hinzugezogen werden sollten. Denn das ist nicht zwingend das Fachgebiet eines Fachanwalts für Familienrecht ... Der käme erst wieder in seinem Fachgebiet zum Zuge (und könnte wie vom Verfassungsgericht in den Mund gelegt argumentieren) , wenn die Verfassungsbeschwerde positiv für die Mutter (und wohl das Kind, sage ich jetzt einfach einmal) entschieden worden ist.

    Deine Einschätzung, Aquintus, teile ich nicht:

    Wie immer weiß Volleybap wie's juristisch aussieht und wie immer ist das für das betroffene Kind völlig nebensächlich.

    Wenn ich zuletzt Erdbeerstulle so antworte:

    Ich lese nicht, dass Erdbeerstulle die Gewaltvorwürfe gemacht hat, sondern angezeigt und verklagt worden ist. Aber keiner Klage stattgegeben wurde.


    Ansonsten ist und bleibt die Frage: Darf ein Betreuungseltern-Teil ggfls. über 18 Jahre hinweg irgendetwas am Beziehungsstatus, Wohnort etc. ändern ohne "freundliche Einwilligung" des Umgangselternteils oder nicht?


    Und da sagen die Gerichte: Ja, ein Betreuungseltern-Teil darf das und die Gerichte haben definiert, dass bestimmte Mehrbelastungen an Zeit und Kosten dem Umgangselternteil zumutbar sind. Auch wenn der Umgangselternteil nicht freiwillig zustimmt.

    dann ist das weiterhin direkter Bezug auf Erdbeerstulles sehr konkrete und dezidierte Fragen:

    Nun meine Frage, was kann man anbieten zum Ausgleich (Ferien sind bereits hälftig aufgeteilt) außer Fahrtkosten?

    Aus meiner Erfahrung heraus, wie geht das Gericht mit sowas um?

    Sind 40 Kilometer „zumutbar“?

    Ich gehe davon aus, dass es den hier aktiven Userinnen und Usern - zumal den Betreuungselternteilen - grundsätzlich immer um das Kind geht und dessen Wohlergehen und dass ich das nicht immer infrage stellen muss oder entsprechende "Wohlverhaltenserklärungen" gerade der Mütter einfordern muss.

    Deshalb erlaube ich mir, konkret auf Fragen zu antworten und nicht immer Nebenschauplätze zu eröffnen (und sehe es ansonsten für die Entscheidungsfindung von Betreuungselternteilen als wichtig und hilfreich an, ein Gespür für den Rahmen möglicher gerichtlicher Entscheidungen zu bekommen, sollte die Sache sich nicht gütlich klären lassen - und damit vielleicht einschätzen zu können, ob und wo dadurch Belastungen fürs Kind entstehen könnten etc.).

    2013 war der Junge in Madrid geboren worden. Kurz darauf trennten sich die (unverheirateten) Eltern, die Mutter zog ohne Absprache mit dem Vater nach Deutschland. Lange Jahre versuchte der Vater, das Kind (zurück) zu bekommen, rief zuletzt die spanischen Gerichte an. 2021 ordnete schließlich ein Gericht in Madrid die Herausgabe des Kindes an. Die Mutter wehrte sich, zuletzt vor dem in Deutschland (vermeintlich) zuständigen Familiengericht Bamberg. Das Gericht jedoch sah sich an die Entscheidung des spanischen Gerichts entsprechend gültiger EU-Gesetze gebunden: Die spanische Entscheidung sei unmittelbar vollstreckbar und könne in Deutschland nicht überprüft werden.


    Dies ist, nach einer schnell beantragten Eilentscheidung des Bundesverfassungsgerichts (Beschl v. 01.08.2022Az. 1 BvQ 50/22) möglicherweise eine Fehleinschätzung des FamGerichts gewesen. Deshalb muss die Übergabe des Kindes an den Vater nicht sofort vollzogen werden. Die Mutter wurde aufgefordert, bis zum 11.8., also innerhalb von zehn Tagen, eine Verfassungsbeschwerde zu erheben und damit überprüfen zu lassen, ob deutsche Gerichte nicht doch zuständig sind.


    Dann könnte überprüft werden, wie das Bundesverfassungsgericht ausdrücklich ausführt, ob das Kindeswohl des 8jährigen vielleicht ungebührlich beeinträchtigt wird durch das spanische Urteil. Der Junge wurde vom spanischen Gericht nicht gehört, spreche kein Spanisch, kenne den Vater nicht und würde seine langjährige Hauptbezugsperson verlieren.

    Ich lese nicht, dass Erdbeerstulle die Gewaltvorwürfe gemacht hat, sondern angezeigt und verklagt worden ist. Aber keiner Klage stattgegeben wurde.


    Ansonsten ist und bleibt die Frage: Darf ein Betreuungseltern-Teil ggfls. über 18 Jahre hinweg irgendetwas am Beziehungsstatus, Wohnort etc. ändern ohne "freundliche Einwilligung" des Umgangselternteils oder nicht?


    Und da sagen die Gerichte: Ja, ein Betreuungseltern-Teil darf das und die Gerichte haben definiert, dass bestimmte Mehrbelastungen an Zeit und Kosten dem Umgangselternteil zumutbar sind. Auch wenn der Umgangselternteil nicht freiwillig zustimmt.