Höherer Unterhalt und Androhung des Kontaktabbruchs zu den Kindern

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  • Hallo ihr Lieben,


    ich bin eigentlich eher ein mitlesendes Mitglied aber jetzt bräuchte ich doch mal wieder Hilfe.


    Kurz zur Situation:

    Sept. 2017 Trennung vom Kindsvater mit Auszug seinerseits.

    Ich bin mit unseren 4 Kindern im Alter von 9-13 im vorher gemeinsam gemieteten Haus geblieben. Vermieter hat den Mietvertrag auch auf mich alleine umgeschrieben.

    Kinder sind regelmäßig alle 14 Tage übers Wochenende bei ihm und die Hälfte der Ferien.

    Seit Apr. 2018 geschieden.

    Unterhalt wurde im März 2018 vom Jugendamt auf 700 Euro festgesetzt mit dem Hinweis, dass aufgrund des Steuerklassenwechsels im Januar 2018 im Folgejahr eine erneute Berechnung erfolgen wird, da dann 12 Gehälter mit dem richtigen Lohn vorliegen.

    In der Zwischenzeit hat Ex eine Freundin gefunden - die ich ihm voll und ganz gönne und sich vor allem super mit den Kindern versteht - und ist diese Jahr im August mit ihr zusammengezogen. Es gab auch noch ein Auto, das 1 Jahr vor der Trennung angeschafft wurde und nach der Trennung alleine von ihm finanziert, gefahren und versichert wurde.

    Im Juli 2019 gab es dann vom Jugendamt die aufforderung an ihn, die letzten 12 Gehaltsnachweise vorzulegen, bzgl. einer Neuberechnung.

    Heraus kam dann, daß er seit Januar 2019 knapp 300 Euro mehr Netto hatte und er die Wohnung angeblich alleine beziehen würde - Mehrkosten der Wohnung knapp 400 Euro. Das Jugendamt hatte da natürlich nachfragen, da ihm schon bei der ersten Berechnung nahegelegt wurde, sich eine günstigere Wohnung als die erste zu suchen. Die neue Wohnung wollte man so nicht anerkennen. Er musste dann "zugeben" dass seine Freundin ja im September mit einziehen würde und er keine günstigere Wohnung gefunden hätte, in der Platz für die Kinder wäre. Auf die Tatsache, dass er seit Januar deutlich mehr Lohn verdient und er mit einer Partnerin zusammenlebt, folgte dann die Unterhaltsanpassung auf 1200 Euro.
    Jetzt herrscht natürlich Krieg - angeblich würde ich versuchen durch Lügen an mehr unterhalt für mich zu kommen (wohl gemerkt, er zahlt nur für die Kinder, für mich hatte ich nie welchen beantragt). Ich würde bezüglich des Autos lügen, dass ja uns gemeinsam gehören würde und ich ja nicht bereit wäre, mich an der Finanzierung zu beteiligen und ich würde erzählen, daß er mit seiner Freundin zusammenwohnen würde, was ja aber auch stimmt.


    Dazu kommt noch, dass ich seit Januar 2 Familienhelfer vom Jugendamt bei mir habe, die zusätzlich auch versuchen zwischen uns zu vermitteln, was aber alles irgendwie noch schlimmer macht. So hat die Familienhelferin ihm halt beigestanden und vermittelt, dass er ja mit dem Selbstbehalt ja schon arm dran ist (obwohl er sich ja Miete und Lebenskosten mit der Freundin teilt) und das es ja wirklich schwer ist, damit die Kinder weiterhin regelmäßig zu nehmen.

    Das Jugendamt strebt auch eine Nachberechnung des Unterhalts ab Januar 2019 an - was natürlich nochmehr finanzielle bei ihm verursacht

    Supergau erfolgte dann letzte Woche - es kam eine WhatApp von ihm, dass er mir zwar ab Januar den vollen Unterhalt von 1200 Euro zahlen wird, aber als Folge dessen den Kontakt zu den Kindern abbrechen wird - was ihm natürlich das Herz brechen würde. Oder ich würde mich einverstanden erklären und mit 1000 Euro Unterhalt einverstanden sein und dafür nimmt er weiterhin die Kinder wie bisher.

    Ich fühle mich erpresst und unter Druck gesetzt - es ist ja nicht so, dass man vielleicht einfach mal vernünftig nachfragen könnte, ob es denn keine Möglichkeit gäbe sich zu einigen. Meine Überlegungen vor dieser WhatsApp waren ja schon, dass ich ihm entgegenkomme und auf eine Beistandsschaft durch das Jugendamt verzichte , damit er zumindest auch von der Nachzahlung verschont bleibt.



    Vielleicht sollte ich noch dazu sagen, daß ich bis Oktober aufstocken musste über das Jobcenter und ich dadurch auch Unterhaltsvorschuss beantragen musste. Dieser ist seit September durch und dadurch kann ich zum Wohngeld wechseln. Was für mich natürlich einfacher ist. Der Unterhaltsvorschuss wäre natürlich mit der höheren Unterhaltszahlung auch wieder vorbei.


    Wie würdet ihr reagieren - auf eine reduzierung einlassen oder nicht? Ich weiß, dass es rechtlich nicht so einfach ist und die Kinder mich da später verklagen könnten. Aber andererseits möchte ich ihnen gerne weiterhin den Kontakt ermöglichen - zumal der Große und die jüngste doch unter der Trennung leiden.


    danke fürs lesen


    LG
    Nina

  • Hallo Nina,


    nachdem ich deinen Text gelesen habe denke ich, dass er dir bloß den "schwarzen Peter" zuschieben möchte.

    Da ihr scheinbar vorher einen einigermaßen guten Umgang hattet solltest du das am besten über's Jugendamt laufen lassen- so kann er den Kindern nachher nicht erzählen dass du schuld seist. Über Dritte ist das vermutlich entspannter.


    Klar ist das eine Menge Kohle die er zahlen muss. Aber es ist ja für seine Kinder- das sollte es ihm schon wert sein...


    Viel Erfolg wünsche ich dir- lass dich nicht ärgern.

  • ..und nächste Woche möchte er dann nur noch 800€ zahlen, sonst bricht er den Kontakt ab..

    Wenn möglich finde ich Kompromisse zum Wohle der Kinder ja gut und schön, aber mit so einer Nachricht ist die Basis für Verhandlungen leider denkbar schlecht.

    Ich würde auch gerne sehen, wie er den Kindern den vermeintlichen Zusammenhang zwischen Unterhaltszahlung und Kontaktabbruch vermittelt.

    Mit Gruß :wink
    Vaquera


    Life is simple: Eat, sleep, ride... :love:

  • Eltern sind dazu verpflichtet, den Unterhalt ihrer Kinder langfristig zu sicher. Das bedeutet unter anderem, dass du nur dann auf Teile des Unterhalts nach der Duesseldorfer Tabelle verzichten darfst, wenn dein Einkommen zumindest mittelfristig gesichert ist. Du hast bis vor kurzem noch Sozialgelder von der Allgemeinheit bezogen. Da auf Unterhalt zu verzichten, kann dich zukuenftig in Probleme fuehren. Nur weil der Vater zu geldbesessen und geizig ist, um seiner gesetzlichen Verpflichtung nachzukommen.


    In der Sache kannst du ihm sagen, dass du, um die persönliche Auseinandersetzung ihm und dir zu ersparen, du die gesetzliche Beistandschaft eingerichtet hast. Du hast alle Verhandlung dorthin abgegeben. Er soll seinen Vorschlag der Beistandschaft unterbreiten...


    Lass dich von solch ueblen Erpressungsversuchen nicht einschüchtern!

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

    Einmal editiert, zuletzt von Volleybap ()

  • Ich sehe es genauso wie meine Vorredner (Schreiber). Er versucht Dich über Dich mit Schuldgefühlen zu manipulieren.


    Ich vermute, dass egal welcher Unterhalt gezahlt wird den Kindern so oder so vermittelt wird, dass es zu viel ist. Das anderen im Freundes oder Familienkreis die "echte" Wahrheit mitgeteilt wird.


    Ich denke, Du musst Dich davon wirklich befreien und Deinen Weg gehen. Denk' daran, wie wichtig es für Dich ist auf die Beine zu kommen. Und wenn ihm der Kontakt der Kinder wirklich wert ist aufzugeben weil er nun mehr Unterhalt zahlen muss, dann ist es schon einmal ganz und gar nicht nachvollziehbar. Wenn der Schuh finanziell drückt, dann kann er ja auch Abends kellnern gehen, Zeitungen austragen usw.


    Ich finde es nicht in Ordnung, Dir den miesen Peter zuzuschieben!

  • Ich danke euch.

    Inzwischen kam eine Mail über die Familienhelferin in der er behauptet, er hätte nie geschrieben, daß er vorhätte den Kontakt abzubrechen sondern lediglich nur nicht mehr die Kinder zum übernachten und "durchfüttern" holen könnte. Er würde den Kontakt auf einige Stunden z.B. auf dem Spielplatz oder so halten wollen.

    Keine Ahnung, wie er sich das vorstellt.


    Ich muss dazu sagen, dass er schon immer ein Mensch war, der wirklich auf sehr hohem Niveau jammert und seine Situation seiner Umwelt schlechter darstellt als sie ist. Die Familienhelferin merkt wohl auch langsam wie er tickt, zumal sie ja seine erste Mail mit dem Kontaktabbruch selbst gelesen hat und nun von ihm zu lesen bekommt, das er das so ja niemals geschrieben hätte.


    Werde jetzt erstmal eine "nette" Mail an ihn aufsetzen zu seiner WhatsApp an mich und warten, was da zurück kommt.

    Aktuell wäre mir ein Kontaktabbruch fast lieber - auch wenn es für mich wieder mehr Einschränkungen einschließt, was die "liebgewonnene Freizeit" an den Papawochenenden betrifft. Aber das ist gerade meine geringste Sorge.

  • Dass du dich erpresst fühlst liegt daran, dass es Erpressung ist. Was für eine miese Nummer von ihm. Ich würde ihm mitteilen, dass er das den Kindern dann erklären darf und zwar der Wahrheit entsprechend, ansonsten holst du das nach und dann dürfen die Kids selbst entscheiden, wie sie dann von ihm denken. Es ist ja kein Thema zu fragen "Hey, kannst du mir für die Papa-Wochenenden dann 15 Euro zuschießen für Essen?" Da würde ich auch Gnade vor Recht ergehen lassen, aber um 200Euro zu feilschen und dann auf so eine miese Tour, nee, da würde ich nicht mitmachen, denn das wird dann wahrscheinlich immer so weiter gehen bei jeder anderen Angelegenheit, die die Kinder betrifft.

    Klar, es ist ärgerlich wenn man nun kürzer treten muss, wegen der Unterhaltszahlungen, aber das hast du dir ja nicht ausgesucht, das ist nunmal gesetzlich so geregelt und vier Kinder allein zu betreuen ist ohnehin schon hart genug. Dass Kinder Geld kosten ist ja nix neues und du musst auch schauen, wo.du bleibst. Da soll er sich mal nicht beschweren und wie er jetzt im Winter mit dem/ der 13Jährigen auf dem Spielplatz rumhocken will, würde ich ja zu gerne sehen. Am Ende würde er sich nur ins eigene Fleisch schneiden, wenn er die Kinder wirklich so sehr liebt, wie du es schreibst. Lass dich nicht auf so ein Geeier ein, am Ende bist du sonst die Blöde und kriegst noch eins auf den Deckel.


    Ich verstehe auch seine Gedankengänge nicht. Wäre ich dein Ex, würde ich mir doch eher denken:"Wenn ich schon so "viel" Unterhalt zahle, will ich meine Kids auch so oft wie möglich sehen."

  • Er kommuniziert über eine Familienhelferin mit dir?

    Liebe Grüße



    Bap



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  • So, der Einfachheit halber kopiere ich hoeral die Mails rein:

    Das habe ich ihm gestern geschrieben:


    Zunächst Deine Nachricht aus WhatsApp als Kopie. Eigentlich hatten wir vereinbart, derlei Dinge zwecks einer ordentlich und sachlich führbaren Kommunikation per Mail zu besprechen. Ich würde es wirklich begrüßen, wenn das künftig funktioniren würde.

    "Die Frau A.hat noch gesagt das ich dir folgendes sagen soll: das die beauftragte vom Jugendamt in deinem Namen zukünftig 1280,-€ monatlich für den Unterhalt fordert werde ich die Kinder von meinem Selbstbehalt nicht mehr hier übernachten und für die Kids kochen können, daher meine Überlegung ich zahle ab Januar die 1280,-€ geforderten und breche den Kontakt ab zu den Kids aber weiß dann das es ihnen bei dir gut geht, das würde ich dann auch mit den Kids kommunizieren das es nicht anders möglich wäre. Alternative wäre ein monatlicher Betrag von 1000,-€ und ich kann dann die Kids weiter bei mir unterhalten, leider wird da wohl die Frau c.das nicht so akzeptieren . Oder du hättest eine Alternative Lösung die mir bis jetzt nicht in den Sinn gekommen ist. Mir wird es das Herz brechen die Kids nicht mehr bei mir zu haben aber wenn es so das Gesetz vorsieht das es lieber bei der Mutter gut haben sollen werde ich mich nicht dagegen wehren können ."

    Ich muss ehrlich sagen, ich bin sprachlos bezüglich Deiner Mail vom Mittwoch. Das klingt für mich wie eine Erpressung. Und das ist keine gute Basis um miteinander zu kommunizieren.


    Zur Sache mit dem Jugendamt: Frau C.handelt nicht in meinem Namen sondern im Namen der Kinder - die Einzigen, um die es hier geht. Sie tut das auf einer rechtlichen Grundlage, die natürlich jederzeit geprüft werden kann, wie Du das ja im Oktober getan hast (oder zumindest tun wolltest, laut Information von Frau C.) Ich selbst kann und darf übrigens nach meinem Kenntnisstand überhaupt nicht auf eine Unterhaltsverminderung eingehen, da ich selbst zusätzlich noch Sozialleistungen beziehen muss. Verzichte ich jetzt freiwillig auf einen bestimmten Betrag, so kann ich künftig Probleme mit dem Amt bekommen. Du kannst bezüglich Unterhaltshöhe gerne nochmal mit Frau C.in Kontakt treten, vielleicht hat sie ja noch eine Idee.


    Den Kontakt abzubrechen, wie Du vorgeschlagen hast, ist sicherlich die schlechteste aller Optionen, ganz besonders vor dem Hintergrund der aktuellen schulischen Situation bei j., die sicherlich auch nicht völlig unbeeinflusst von der familiären Lage ist. Wenn Du keine andere Chance siehst, kann ich das natürlich nicht verhindern (vom "Recht auf Umgang" seitens der Kinder mal abgesehen).


    Generell würde ich es begrüßen, die Kinder aus dieser Sache komplett rauszuhalten - was aber bei einem Kontaktabbruch deinerseits nicht möglich ist. Die Kinder würden sich hier schuldig fühlen, egal was und wie man es ihnen vermittelt - zumal die Kids nun überhaupt nichts für die Situation können und dann die wären, die unter Deiner Entscheidung leiden würden.


    PS: im Anhang nochmal Deine Originale WhatsApp als Screenshot

  • Das war seine Antwort:


    In meiner WhatsApp Nachricht sagte ich nichts von einem Abbruch von Kontakten, ich habe dich drauf hingewiesen das ich finanziell es nicht für möglich halten kann die Kids hier Übernachtungen oder auch essen anzubieten, der Kontakt wird weiterhin da sein nur in einer anderen Form, z.b. Auf dem Spielplatz für einige Stunden.


    Ich verstehe es nun mal so das ich mein Mindestbehalt für meine Dinge aufkommen muss, wie essen , Miete und so weiter und nicht noch zusätzlich vier Kinder zusätzlich zu finanzieren, das ist nun mal schlicht nicht möglich. Ich werde zu den knapp 1300,- Unterhalt noch eine enorm hohe Nachzahlung zum Unterhalt haben, nach meinen Rechnung etwa 8000,- die ich nicht habe und auch noch von meinem mindestbehalt abstottern muss, da Frau C. sich über ein Jahr Zeit gelassen hat eine neuberechnung zu machen.


    Das der Unterhalt für die Kinder sind ist mir bewusst, doch ist mir auch bewusst das du Frau C. beauftragt hattest.

    Als Erpressung sollte es nicht gedeutet werden, sondern als Hilferuf meiner Seits.



    Das zukünftig jegliche Kommunikation über Mail laufen soll da dies dein Wunsch ist werde ich versuchen mich daran zu halten, fällt echt schwer wenn ich nur eine Kleinigkeit gerne mitteilen möchte. (Anmerkung: war übrigens der Vorschlag der Familienhelfer an uns beide um überhaupt Mal eine vernünftige Kommunikation zu starten)

  • Dazu muss man anmerken, das Jugendamt hatte ihn bereits im März 2018 darauf hingewiesen, dass sie nach 12 Monaten eine Neuberechnung anfordern, da im Januar ein Steuerwechsel von 3 auf 1 erfolgte. Die Aufforderung kam im Juni 2019 und bis er alles vorgelegt hatte war es August.

    Weiterhin lebt er nicht alleine sondern mit seiner Freundin zusammen, die ebenfalls Einkünfte hat. Den Selbstbehalt hat er aber in voller Höhe



    Meine Nacht war jedenfalls ziemlich schlaflos. Am liebsten möchte ich im völlig unverblümt zurück schreiben, das wäre allerdings dann absolut emotional und voll mit Rechtfertigungen

  • Die Nachberechnung beruht übrigens auf einer Lohnerhöhung von ihm vom Januar 2019 die er dem Jugendamt nicht mitgeteilt hat und auch den Unterhalt nicht angepasst hat. Bis Oktober hat er 700 euro bezahlt und 180 habe ich noch von der Unterhaltsvorschuss Kasse bekommen.

  • In der Unterhaltsberechnung sind prinzipiell Kosten für den Umgang - Fahrtkosten, Unterkunft, Verpflegung - mit einberechnet.

    Sehen kann man das zB deutlich am Kindergeld. Das wird dir ausgezahlt, aber hälftig dem Vater zugeschlagen. Damit vermindert sich seine Unterhaltszahlung. Allein von dieser Summe könnte er schon einiges finanzieren für den anscheinend 14tägigen Umgang. IIn der Sache wird aber bei der Berechnung berücksichtigt, dass er "normalen" Umgang pflegt. Macht er das nicht - das wäre eine interessante Diskussionsgrundlage -, müsste er eigentlich die Einsparungen als Kindesunterhalt weiterreichen ...


    Das nur mal ein bisschen als Argumentationshilfe.


    In der sache hat er natürlich im Moment ein leergeräumtes Konto. Die Gehaltserhöhung hat er eingesteckt und ausgegeben. Jetzt hat er die Nachzahlungen am Hals und beständig hohe Unterhaltskosten. Von seiner Gehaltserhöhung bleibt ihm anscheinend nichts, da er vorher den eigentlichen Mindestunterhalt nicht leisten konnte. Und bleibt damit erst einmal kräftig verschuldet - ohne großartige Möglichkeiten, das abzubauen. Bis die Kinder ihre Ausbildung fertig haben, ggfls, bis zu deren 27. Lebensjahr ...

    Dass hier Wut und auch Existenzängste hochgespült werden, ist eine normale Reaktion. Seine Lebensansprüche zurückzuschrauben, ist eine nicht einfache Sache. Trotzdem kein Grund für Mitleid. Du bist, gerade auch wenn du an Sozialgeldern hängst, in mindestens ähnlich schwieriger Situation.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • also, was man ab "ich werde den Kontakt abbrechen müssen" falsch verstehen kann, ist mir schleierhaft. Und mal ehrlich, er hat sie am Wochenende bei sich. Frühstück, Mittag und Abendbrot kosten doch für zwei Tage keine 100Euro. Man kann es auch übertreiben.

  • Ich danke euch.

    Inzwischen kam eine Mail über die Familienhelferin in der er behauptet, er hätte nie geschrieben, daß er vorhätte den Kontakt abzubrechen sondern lediglich nur nicht mehr die Kinder zum übernachten und "durchfüttern" holen könnte.


    Ich denke, daß hier auch ein Stück weit die Emotionen der Eltern reinspielen.

    Den Vater kann ich schon ein Stück weit verstehen. Ich habe vor ein paar Jahren auch noch 1200 Euro an fünf Kinder gezahlt und von den verbleibenden 700 Euro (nach Steuerklassenwechsel) sollte ich meine Wohnung und den Umgang mit fünf Kids finanzieren.

    Die Umgangsfinanzierung vom hälftigen Kindergeld...Entschuldigung, aber da muß ich gerade schmunzeln. Davon ist sogar der BGH inzwischen abgerückt, wenn die Umgangskosten besonders hoch sind. Und vier Scheiben Brot am Morgen sind schon ein Pfund gegen eine einzige. Blöderweise möchte sich die Justiz nicht bis auf die Ebene von Broten, bzw. der Verpflegung, herunterlassen und meint dann, der Vater soll sich das doch bitte vom Munde absparen. Wobei dann immer noch Fahrkosten etc., zu regeln wären. Wie das dann realistisch umgesetzt werden soll, interessiert einfach keinen von den Leuten, die den Unterhalt festsetzen.

    Das Jugendamt hatte ich früher zwar auch auf meiner Seite, konrekte Vorschläge für materielle Hilfen bei dem Umgang hatten die Leute von dem JA aber auch keine.
    Die konkrete Einkommenssituation des Vaters kenne ich nicht. Aber er kann ggf. Unterstützung bei der Umgangsfinanzierung durch die öffentliche Hand bekommen.


    Die rechtlichen Grundlagen sind hier aufgeführt:


    https://tacheles-sozialhilfe.d…seite/aktuelles/d/n/1432/

    Ich gehe mal davon aus, daß er nach der jüngsten Unterhaltstberechnung des Jugendamts auch Ansprüche auf SGBII-Aufstockung hat. Problem wäre dann aber ein Zusammenziehen mit seiner Freundin. Dann sind die beiden sozialrechtlich eine Bedarfsgemeinschaft und dann würde man sein Einkommen und jenes seiner Freundin in einen Topf werfen, bevor die öffentliche Hand Gelder für die Umgangsfinanzierung vorschiesst.

    Naja unddas Leben von (ergänzendem) Hartz IV ist ja auch jetzt nicht sooo prickelnd. Aber für seine Kinder kann man das schon machen. Läuft bei mir nun schon seit 8 Jahren so.

  • Nach meiner Kenntnis ist der SB gegenüber minderjährigen Kindern bei 1080 Euro. Das ist natürlich nicht das Ende der Fahnenstange.
    Dann kann der SB noch gekürzt werden, z. B. wegen Zusammenlebens mit neuem Partner. 10-20 Prozent Kürzung vom SB sind machbar. Hat der Pflichtige noch andere Vergünstigungen, wie z. B. einen Firmwagen oder Gratisessen in der Kantine seines Arbeitgebers, wird ihm der Mehrwehrt rechnerisch auf sein Gehalt aufgeschlagen. In der Praxis hat er das Geld logischerweise nicht in bar. Aber das schmälert dann natürlich seinen Selbstbehalt. Ich verstehe gar nicht, wieso sich das Märchen hartnäckig hält, die Düsseldorfer Tabelle und die Selbstbehaltssätze wären "Gesetze".

  • ist ja schon mal gut zu wissen. Unterhalt werde ich wohl dennoch nicht sehen. Aber ist schon mal ein interessanter Anhaltspunkt, denn von der Beistandschaft wurde mir eben nur das mit dem Selbstbehalt von knapp 1100€ gesagt.


    Aber ich denke auch im Falle der TE, hätte der Vater sich bestimmt mit ihr einigen können, dass sie ein wenig was für die Verpflegung am WE zuschießt. Ich habe ja manchmal auch spontan Besuch und dadurch nicht wirklich mehr Kosten. Nudeln kosten zB nicht viel und fallen nicht arg ins Geld, ebenso wie Suppen. Ohne jetzt die genauen Umstände und Ausgaben des Exfreundes der TE zu kennen, ist es natürlich schwierig das zu beurteilen, aber ich denke mit etwas Organsisation bei der Essensplanung, kann man durchaus alle für zwei Tage satt bekommen. Zumindest würde mir das nicht wirklich schwer fallen. Zumal der Vater ja nicht gänzlich allein da steht. Und ich denke auch dass Sookee mehr Kenntnis darüber hat, was dem Vater finanziell zuzumuten ist usw und dass sie durchaus kompromissbereit zu sein scheint. Aber mit so einer Nachricht, richtet er mehr Schaden an, als wirklich etwas zur Lösung des Problems beizutragen.