Depressionen / Es wird wieder schlechter

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  • Was mir noch eingefallen ist: Licht. Jetzt kommt die dunkle Jahreszeit, da geht es unsereins an manchen Tagen schon nicht gut, weil es so düster ist.

    Im Haus solltet ihr überall Tageslichtlampen haben und die auch anschalten. Das macht viel aus.

    I am a bear of very little brain, and long words bother me. (Winnie-the-Pooh)


    You can include me out. (Samuel Goldwyn)

  • Helfen denn die Medikamente wirklich gut? Schaut für mich irgendwie nicht ganz so aus..... Du hast geschrieben, dass die Medikamente umgestellt werden. Ist das schon passiert oder ist sie gerade in der umstellungsphase? Vielleicht müsste man nochmal mit dem Psychiater reden.

    Fünf Jahre Behandlung ist schon eine Zeit und die Tochter scheint nicht wirklich weiter zu kommen.


    Ich halte den Berufswunsch der Tochter für unrealistisch. Zumindest für den Moment. Ihr muss irgendwie klar werden, dass sie an diesem Ziel scheitern wird, wenn sie mit ihrer Problematik gleich den "großen" Schritt tun möchte. Sie kann ihr Ziel aber auch über Umwege erreichen (so wie du schon vorgschlagen hast). Oft ist dies sowieso der bessere Weg. Ich hoffe, die Therapie arbeitet in diese Richtung.

    Ich glaube, der Druck bzgl. Beruf lähmt sie so sehr, dass wirklich nichts anderes mehr geht. Nur ist der Berg, den sie besteigen will, vieeel zu hoch für sie.


    Ich versuche gerade, mich an mich selbst zu erinnern..... ich hatte eine Zeitlang auch mit Depressionen zu kämpfen.....

    Auch ich wollte zuviel auf einmal. Heilung trat erst ein, als ich erkannte, dass ich mit gaaanz kleinen Brötchen anfangen muss.

    In dieser Zeit hat mir geholfen, dass mein direktes Umfeld aufgehört hat, das Problem mit mir zu bereden. Sie haben einfach irgendwann gesagt: "Okay! Du willst so leben..... . Respektieren wir. Du musst nicht rausgehen, du musst dich nicht um Freunde Kümmern, du musst keine Ausflüge mit uns machen, du musst keine stationäre Therapie machen, du musst nicht....... Aber: es gibt Minimum-Regeln hier, weil du mit uns zusammenlebst. Und die fordern wir von dir ein so wie von jedem anderen auch."

    Ehrlich gesagt habe ich mich erst verlassen gefühlt und ich war sauer auf die anderen. Wie können sie mich nur alleine lassen.......

    Dann kam Wut und Widerstand, dann Trauer und dann endlich die ehrliche Beschäftigung mit dem Problem.

    Davor habe ich unbewusst gedacht, die anderen müssten mich aus dem Sumpf ziehen gleichbedeutend mit "alle Aufgaben abnehmen", damit ich endlich Erleichterung verspüre. Aber das geht nur aus einem selbst heraus.

    Ein langer schwerer Weg.


    Lange Rede kurzer Sinn. Ich würde sehr wohl von Tochter ein paar Haushaltsregeln einfordern. Allein aus dem Grund, dass sie in meiner Wohnung lebt und ich in meiner Wohnung kein Zimmer dulde, das einer Müllhalde gleicht. Selbstbestimmung hin oder her. Und weiterhin Angebote machen so wie ihr es schon macht. Liebevolles, verständnisvolles "Hartsein"


    Das kostet sehr viel Kraft und ich muss ehrlicherweise zugeben, dass ich nicht weiß, ob ich konsequent schaffen würde, was ich gerade vorschlage.

    Trotzdem.....


    Auf alle Fälle ist die Auszeit eine sehr gute Idee! Und ich finde gut, dass du es machst.


    Liebe Grüße

    Lou

  • Was mir noch einfällt

    Gibt es vielleicht eine Gesprächsgruppe oder Selbsthilfegruppe für depressive Jugendliche/junge Erwachsene in eurer Nähe?

    Es tut so gut sich mit "Gleichbetroffenen" auszutauschen.

    Vielleicht wäre das ja was für die Tochter

  • Wenn geschrieben wird das ein Therapietermin verschoben wird, gehe ich nicht von läppischen 2 Stunden aus,sorry


    Die Krankheit bestimmt Euer Leben, ob ihr das wollt oder

    nicht.

    Man lebt auch nicht mit einem Suchtkranken in einer Familie ohne das das Auswirkungen hat.

    Auch das ADHS des Burschens hat Auswirkungen auf die Familie.


    Die Frage ist immer was macht man daraus.


    Ich sehe den Schritt, das die Tochter zum Arzt gegangen ist , zB als einen guten mutigen Schritt, wo man ansetzen könnte.Sie scheint schon zu merken das nix mehr geht.


    5 Jahre Dauertherapie , ich sag mal das und ihr Zustand jetzt spricht nicht für die Therapeuten.

    Das sich da Verhaltenweisen ihrerseits festgesetzt haben , kein Wunder.


    Nein alles kein Freifahrtsschein, aber eine mögliche Erklärung.


    Du hast den Beitrag unter Kinder mit Einschränkungen gepostet.

    Gut nun ist sie 18 aber trotzdem eingeschränkt.

    Das zu akzeptieren wäre ein wichtiger Schritt.

    Eine Depression ist nunmal kein Schnupfen, oft begleitet sie Menschen ein Leben lang. Im besten Falle haben Betroffene in der Therapie gelernt, Anzeichen zu erkennen und so zu handeln, das sie nicht mehr im schwarzen Loch landen.

    Die 5 Jahre sprechen da für eine chronische Geschichte.


    Wie Volleybap schon schrieb, ihr seit keine Therapeuten, diese Weitergabe von Infos aus der Therapie halte ich für falsch.

    Was hat Dir die Info über den Part mit dem Burschen gebracht.

    Nichts ausser das Du wütend auf die Bonustochter geworden bist, klasse gemacht von der Therapeutin.:kopf


    Wart ihr bei der Angehörigengruppe ?


    Wie gesagt die Auszeit finde ich gut und richtig.


    Ich finde es auch gut und richtig Regeln aufzustellen.


    Mein einer Weg mit den Depressionen meiner Mutter besser umgehen zu können, es zu mindest zu versuchen, war Fachlektüre, was sind Depressionen wo kommen die her usw.


    Habe ich in Sachen Epilepsie und den anderen Baustellen des Burschens auch so gemacht.

    Mir zumindest gibt ein Grundwissen ein StückSicherheit.


    Mal weg von den ganzen Emotionen mit denen solche Themen besetzt sind.


    Liebe Grüße


    Ute

  • diese Therapeutin ist durch den Umzug erst seit März "dran". Tja... Sie hat mich wunschgemäß drauf angesprochen... ja, klar war ich sauer, aber ich bin erwachsen genug, das an niemandem auszulassen.

    Und ja... natürlich beeinflussen sie Störungsbilder beider Kinder unser Leben. Das an sich ist nicht schlimm für mich. Aber sie sollten nicht das Leben bestimmen. Das ist ein Unterschied. Die Therapeutin ist gut... es gibt bei einigen Baustellen schon erhebliche Fortschritte. Dafür tun sich an anderen Ecken halt neue Baustellen auf. Im Moment nehm ich mir so oft es geht kleine Auszeiten. Gehe spazieren, lese oder handarbeite. Das gibt mir die Kraft in manchen Situationen nicht die Geduld zu verlieren.

    Sie geht immer mal wieder zum Arzt und bleibt dann ein paar Tage zu Hause. Von sechs Wochen Schule seit Ende Sommerferien war sie jetzt insgesamt dreieinhalb Wochen nicht in der Schule... immer mal ein paar Tage hier und da... die paar Tage schlafen und Nixtun helfen aber immer nur begrenzt.

  • ok, es gibt erhebliche Fortschritte bei einigen anderen Baustellen, das ist schön......meinst du die Kommunikation und die Regelung des Unterhaltes mit der Mutter?


    Wenn es nach den Ferien weiterhin so viele Fehlzeiten sind, wird die Schule die Bremse ziehen

    aber vielleicht kommt ja jetzt am Dienstag die Tochter zu einem Entschluss zusammen mit der Therapeutin wie es weitergehen kann,

  • Ratte: Sohnemann und ich haben uns gut erholt. Mit neuer Kraft ging es dann wieder in den Alltag. Geändert hat sich zu Hause bis dato nicht viel. Die Ferien bestanden für das Tochterkind hauptsächlich aus auf dem Sofa sitzen, Serien gucken, sich bedienen lassen und was für die Schule tun. Mein Freund ist mittlerweile an dem Punkt, wo auch er nicht mehr weiter weiß, weil seine Tochter absolut zu nichts zu motivieren ist. Er hatte ja nun auch vier Tage Urlaub und in der Zeit hat er versucht, sie mal vom Sofa hochzukriegen. Da ist nix zu machen. Morgen gibt es noch ein Gespräch mit der Therapeutin, dem Tochterkind und uns. Wie es weitergehen könnte mit ihrer Therapie, was wir tun können.

    Der normale Alltag bleibt bei der Tochter nach wie vor auf der Strecke. Sie hat keine Kraft und keine Motivation für etwas anderes außer der Schule und ihren Serien... ach ja... und K-Pop... Sie hat sich sogar bei ihrer Mutter gemeldet, aber nur, weil sie möchte, dass Mama sie zu einem Konzert nach Berlin und wieder zurück chauffiert. Ihre Mutter war natürlich überglücklich, dass ihre Tochter sich überhaupt gemeldet hat und fährt mit der Tochter natürlich nach Berlin. Sie ist froh, sie nach etlichen Monaten und Wochen ohne wirklichen Kontakt wiederzusehen. ich hoffe nur, dass es nicht noch einen Rückschlag im Verhalten vom Tochterkind gibt, da sie ja auf ihre Mutter ziemlich explosiv und danach höchst depressiv reagiert.

    Töchterchen ist immer noch super schnell "angefasst" und absolut nicht stressresistent. Am Dienstag gab es ein Drama, weil wir es gewagt haben, ohne sie mit dem Abendessen anzufangen. Sie war unterwegs und wir haben nicht auf sie gewartet bzw. sie per WhatsApp gefragt, ob wir warten sollen. Das hat bei ihr zu einer absoluten Krise geführt mit anschließendem Nervenzusammenbruch zu Hause.

    Ich muss einfach lernen, ganz bestimmte Dinge als gegeben hinzunehmen und mich nicht mehr darüber aufzuregen, weil mich das nur Kraft kostet, ich es aber nicht werde ändern können. Und, dass ich jemandem nur helfen kann, der sich helfen lassen will. Eine schwere Lektion für mich, aber notwendig. Ich darf mir einfach nicht zu viel Kraft entziehen lassen, die ich anderweitig brauche. Der Herr Muckel ist in der letzten Zeit eh schon oft genug hinten über gefallen.

    Ich habe große Schwierigkeiten mit dieser Sprunghaftigkeit, den Launen und dieser grenzenlosen Bequemlichkeit klar zu kommen. Ich weiß, dass sie für vieles nichts kann, aufgrund ihres Störungsbildes. Aber ich habe manchmal das Gefühl, sie hat sich in ihrem "Elfenbeinturm" gut eingerichtet.

    Ich bin nach wie vor für jeden Ratschlag offen.

  • Bis dato wissen wir nur von Depressionen. Na ja.. ich denkie, jeder junge Mensch ist auf gewisse Weise "manipuliativ". Manche mehr, manche weniger. Bei ihr ist es halt so, dass sie versucht, für sich das Beste rauszuholen und wenn es nur der einfachste Weg ist. Ob das mit ihrem Störungsbild zu tun hat, vermag ich nicht zu sagen. Gut finde ich es nicht, aber ich lasse mich halt nicht (mehr) von ihr manipulieren... versuche es zumindest.


    Und Ausraster... na ja... bei ihr ist es wohl halt so angekommen, dass wir sie nicht beim Essen dabei haben wollen, dann kam wieder der Selbsthass hoch und das führt immer zu einem halben Nervenzusammenbruch, mit Heulattacken. Sie wird nicht aggressiv... das würde mir dann auch noch fehlen.

  • Aktuell ist es "durchwachsen". Die Bonustochter nimmt Vitamin D, weil bei einer Blutuntersuchung ein ziemlicher Vitamin-D-Mangel festgestellt wurde. Außerdem wurde die Medikation erhöht. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass die Nebenwirkungen auch stärker sind (zumindest mein Eindruck).

    Im Moment gleicht das Leben mit ihr einer Berg- und Talfahrt. Man weiß morgens nicht, was der Tag so bringen wird. Sie lässt sich außerdem gerade mal wieder von vorn bis hinten bedienen, na ja... sie versucht es zumindest. Die Wäscheberge, die sie in ihrem Zimmer hortet, ignoriere ich. Sie muss sich zurzeit selber um ihre Wäsche kümmern. Sie bunkert dreckige und saubere Wäsche bunt durcheinander in ihrem Zimmer und ab und zu wandert mal ein riesiger Berg Wäsche (mindestens drei Maschinen auf einmal) im Badezimmer, der dann bitte aber sofort "bearbeitet" werden soll, da die Klamotten zur Neige gehen. Da das für mich ziemliche Arbeit bedeutet, neben den anderen Dingen, die ich noch zu tun habe, hat sie jetzt selber die Verantwortung für ihre Wäsche, nebst eigenem Wäscheständer in ihrem Zimmer.

    Schule läuft relativ gut. Sie setzt sich mittlerweile nicht mehr ganz so unter Druck, obwohl das immer noch DAS Thema ist, welches ihr Leben zum großen Teil ausfüllt und bestimmt. Allerdings ist sie jedes mal die Woche vor den Ferien so durch lt. ihrer eigenen Aussage, dass sie dann auch zu Hause bleibt und sozusagen ihre Ferien dadurch "verlängert".

    Sie hat mittlerweile zwei Freundinnen gewonnen, mit denen sie sich regelmäßig trifft. Sie geht auch mal feiern und tut das, was junge Frauen in ihrem Alter sonst so zu tun pflegen :-) Finde ich sehr gut. Sie hat auch in der Schule ein oder zwei gute Kontakte.

    Sie trifft sich auch regelmäßig mit ihrer Mutter. Letztens war sie zum Kekse backen dort. Sie machen irgendwas Schönes zusammen, gehen dann meistens zusammen essen oder shoppen. Tut ihrer Seele auch gut, dass das Verhältnis im Moment so gut ist.

    So langsam kann ich auch mit ihren Stimmungsschwankungen umgehen. Auch dank ihrer Therapeutin, mit der wir ständig im Gespräch sind.

    Was mich aber momentan viel Kraft kostet (und leider nicht nur mich):

    Bei bzw. nach jeder Familienfeier/-zusammenkunft eskaliert die Bonustochter. D. h. jedes, aber wirklich jedes mal, kriegt sie entweder dabei oder danach einen Nervenzusammenbruch, oft wegen gefühlten Kleinigkeiten. Sonntag haben wir meinen und den Geburtstag von ihrem Papa gefeiert. Die ganze Familie war anwesend und sie bekommt einen Heul- und Schreikrampf, weil ihre Oma im Gespräch mit meiner Mutter erzählt, dass es der Uroma (90. Jahre alt) diese Woche nicht so gut geht. Und natürlich beansprucht sie dann auch sehr fordernd die Aufmerksamkeit der anwesenden erwachsenen Personen. Sie muss dann von fast allen getröstet und beruhigt werden und sie legt damit die ganze Feier lahm bzw. die Chaosbeseitigung hinterher, weil sie halt meine und Papas ganze Aufmerksamkeit über Stunden fordert. Ich hab jetzt schon Schiss vor Heiligabend. Die ganze Familie ist bei uns und ich möchte eigentlich ein entspanntes und dramenloses Fest verbringen, bei dem sich mal nicht alles um ihre Befindlichkeiten dreht. Ich seh uns aber schon alle unterm Tannenbaum hocken und die Bonustochter betüddeln.

  • Es geht leider, leider immer nur in ganz kleinen Schritten. Ich wünsch dir und euch ganz viel Kraft!

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Update: Das Leben mit der Bonustochter ist nach wie vor anstrengend. Vieles hat sich eingespielt, einige Baustellen hat sie "bewältigt" oder zumindest in Angriff genommen. Der Kontakt mit ihrer Mutter ist jetzt wieder relativ gut. Sie treffen sich regelmäßig. Sie hat nach wie vor mal gute und mal schlechte Phasen. In den schlechten Phasen reagiert sie auf den Muckel ziemlich genervt und negativ. Es ist dann egal was er sagt oder tut, sie hat zu allem was zu sagen und an allem was auszusetzen und das in einem Ton.. alter Falter. Nachdem ich mir das ein paar mal angeguckt habe, ist mir dann am Sonntag der Kragen geplatzt und ich habe ihr recht deutlich im gleichen Tonfall, wie sie ihn gemaßregelt hat, zu verstehen gegeben, dass sie sich gefälligst aus seiner Erziehung rauszuhalten hat und sich außdem - aber pronto - ihm gegenüber einen anderen Ton anzugewöhnen hat. Wenn einer so mit ihm redet und ihn maßregelt, dann bin ich das und niemand sonst. Sie ist solche Ansagen nicht gewöhnt, weil wir doch relativ viel Rücksicht auf ihren Gemütszustand nehmen, aber da war eine ganz persönliche Grenze von mir und dem Muckel erreicht. Meine Ansage ihr gegenüber hatte dann das nächste depressive Tief zur Folge und den Versuch, das auch noch auszudiskutieren. Aber von meiner Seite aus gab es da nix zu diskutieren.

    Ihre neueste Idee: Sie möchte Event-Marketing studieren nach dem Abi. Sie wird an der regulären Uni keinen Studienplatz bekommen, weil sie den NC nicht schafft und es eh nur 30 Plätze gibt. Nun hat sie sich die Deutsche Pop in den Kopf gesetzt. Da kostet dieser Studiengang läppische 22.000 €. Jetzt hat sie mit ihrer Mutter folgenden Plan ausgeheckt: Ihre Mutter wird einen Kredit aufnehmen und das Studium bezahlen, dafür aber dann ab Anfang Kreditlaufzeit den Unterhalt einbehalten. Wir hätten dann nur noch die monatlichen Kosten zu tragen und das wäre ja so viel nicht mehr. Als wir ihr erklärt haben, dass ihr Unterhalt dazu dient, IHREN Anteil an den Lebenshaltungskosten (Miete, Strom, Internet, Fernsehen, Telefon, Handy, Taschengeld, Essen, Kosmetikartikel, Klamotten) zu finanzieren und das das nicht so einfach geht, hat sie ziemlich sparsam geguckt. Ihr Vater kann das nicht aus eigener Tasche "ausgleichen", da er tatsächlich ziemlich wenig verdient. Das würden für mich Mehrkosten im Monat von knapp 400 € bedeuten, die ich aus eigener Tasche für ihren Lebensunterhalt dazu legen müsste. Das heißt auf gut Deutsch: nicht ihre Mutter finanziert ihr Studium, sondern indirekt würde ich das tun und dazu bin ich - wenn ich ehrlich bin - nicht bereit. Sie versteht das aber nicht, für sie ist das selbstverständlich, dass irgendwie dieses Studium bezahlt wird und sie auch weiterhin so leben kann, wie jetzt. Neben dem Studium arbeiten käme natürlich auch absolut nicht in Frage. Auf die Ansage hin, dass sie, sollten ihre Mutter und sie das so umsetzen, entweder wieder zu ihrer Mutter ziehen oder sich ein WG-Zimmer nehmen muss, ist sie aus allen Wolken gefallen und es gab bitterbösen Streit, weil ich, die böse Stiefmutter, ihr das alles verleiden will und nicht bereit bin, sie zu unterstützen. Ich bin gespannt, ob sie sich wieder einkriegt und wie sich das dann tatsächlich mit dem Studium gestaltet.

  • Studiengebühren von 22.000 Euronen sind schon eine deutliche Hausnummer. Zumal in einem Studiengang, der nicht zwingend in die Berufstätigkeit führt, geschweige denn in eine gut bezahlte.


    Ansonsten bekommt sie das Studium natürlich finanziert. Wenn das Einkommen der (leiblichen) Eltern nicht überdurchschnittlich ist, gibt es zumindest anteilig Bafög. Allerdings muss sie dafür während des Studiums regelmäßig Leistungsnachweise bringen und einen Teil später zurückzahlen. Das sollte sie sich einmal ansehen, sich schlau machen.


    Und zur ersten Sache: Es gehört zum Erwachsenwerden dazu, irgendwann ein adäquates Sozialverhalten erlernt zu haben. Denn ab einem bestimmten Zeitpunkt ist Schluss mit einer behütenden und ertragenden Familie und den in der Beziehung tollen Schulzeit, wo im Vergleich zu "draußen" höchste Rücksicht auf pubertäre Befindlichkeiten genommen wird. Das Leben unter der pädagogischen und sozialen Käseglocke ist mit dem Abi schlicht vorbei. Wer seinen Lebensfrust an Dritten auslässt, wird sehr schnell sozial isoliert sein. Auf Verbalrüpel wartet die Welt nicht (und gerade mal gar nicht in der Eventkultur ...).

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Ich würde ja keinen Kredit aufnehmen bei so einem schwankenden Zustand der Tochter... steht ja in den Sternen, ob sie das überhaupt durchzieht.


    Die 22.000 Euro fallen doch vermutlich in monatlichen Raten an oder? Dann soll sie jobben oder mit BAföG das Ganze finanzieren.

  • Ihre neueste Idee: Sie möchte Event-Marketing studieren nach dem Abi. Sie wird an der regulären Uni keinen Studienplatz bekommen, weil sie den NC nicht schafft und es eh nur 30 Plätze gibt. Nun hat sie sich die Deutsche Pop in den Kopf gesetzt.

    Man muss sich ein Studium an einer privaten Hochschule schon auch leisten können. Hat die Tochter denn tatsächlich das Rückgrat, um ein solches Studium zu bewältigen? Ich würde empfehlen, sich über verschiedene Alternativen Gedanken zu machen, bevor man eine solche Investition tätigt. Warum meint die Tochter, dies sei das Richtige für sie?

  • Weder ihr Vater noch ich werden einen Kredit für das Studium aufnehmen. Mal ganz davon abgesehen, dass wir nicht finden, dass das der richtige Beruf für sie ist, spielt natürlich auch ihre psychische Verfassung eine große Rolle. In anderthalb Jahren würde das Studium beginnen, wenn sie denn das Abi schafft. Wir glauben beide nicht, dass sie bis dahin einem Studium gewachsen ist.

    Für sie selber kommt allerdings nur dieses und wirklich nur dieses Studium in Frage. Mit anderen Möglichkeiten beschäftigt sie sich nicht. Das ist das, was sie machen will. Eine berufliche Ausbildung in die Richtung kommt absolut nicht in Frage für sie.

    Durch Bafög wird sie aber wohl nicht in der Lage sein, das komplette Studium selbst zu finanzieren, mal ganz davon abgesehen, dass ihre Mutter - so meine ich - für Bafög zu viel verdient. Ggf. wird sogar mein Einkommen zu einem bestimmten Teil mit angerechnet. So ganz genau steige ich da nicht durch.

    Ich befürchte, sie wird das mit dem Studium durchboxen wollen und zwar ohne Rücksicht auf Verluste.

    Auch wenn es gemein klingen mag, aber ich bin nicht bereit das finanziell so zu unterstützen, wie sie das erwartet. Wenn ihre Mutter und sie das so durchziehen, wie sie es gestern angekündigt hat, wird sie ausziehen müssen. Oder aber ihr Vater besorgt sich noch einen Nebenjob

  • Wenn die Mutter meint, dass sie dafür einen Kredit aufnehmen will, dann ist ihr das ja erstmal überlassen.


    Ab 18 sind ja beide Elternteile in der Unterhaltspflicht.


    Wenn dein Mann da eben nicht leistungsfähig ist, dann wäre meine Ansage: Ok, Mama sorgt für die Studiengebühren, hier hat sie Kost und Logis. Fahrtkosten, Kleidung, Hygieneartikel, Schulsachen ist eben Sache der Tochter. Dann muss sie eben jobben gehen und versuchen Bafög zu bekommen. Das Kindergeld verbleibt in eurem Haushalt und wird eben für Kost und Logis verwendet.


    Das sie dieses erhält ist aber nicht unbedingt gesagt. Gerade bei privaten Schulen und Hochschulen hängt es auch von der Anerkennung ab.


    Mein Sohn ist gerade auf einer Schule für Ergotherapie. Da es nur sehr wenige Plätze auf staatlichen Schulen gibt )und die oft leider keinen guten Ruf haben) hat er sich für eine private entschieden.


    Kostest für 3 Jahre 400 €/Monat. Schülerbafög hat er beantragt und musste dafür alle möglichen Stundentafeln, Lehrinhalte und Bestätigungen der Schule bringen. So wie es aussieht, wird er einen kleinen Teil der Kosten darüber finanzieren können, aber uns wurde auch gesagt, dass sie da bei privaten Institutionen sehr genau hinschauen und oft nichts zahlen. Aber seit Schulbeginn arbeitet er jeden Freitag und Samstag, um sich die Schule leisten zu können. Aber es ist sein absoluter Traumberuf und er ist eben bereit das dann auch dafür zu tun. Ich hatte ihm angeboten ein klein wenig zuzuschießen, aber das wollte er nicht.


    All das würde ich mir ihr besprechen und dann kann sie ja entscheiden was sie will. Aber in die Bereitschaft der KM sich in Schulden zu stürzen würde ich mich nicht einmischen

  • rainbowfish kann die Mutter ja machen. Aber dafür den kompletten Unterhalt einbehalten, das geht halt so einfach nicht. Ihr Vater wäre zwar unterhaltsverpflichtet, aber nicht leistungsfähig. Er verdient unterm Selbstbehalt. Das würde für mich bedeuten, ihren "Anteil" an Kost und Logis, der bis dato durch den Unterhalt abgedeckt ist, zu bestreiten. Und dazu bin ich halt nicht bereit. Wenn sie ausziehen würde, dann würden wir die Miete halt anders aufteilen und ich würde auch mehr zahlen (1/3 zu 2/3), aber die sonstigen Kosten, die ja auch nicht unerheblich sind, fallen dann weg.

    Arbeiten gehen kommt für sie nicht in Frage... dazu hat sie wegen ihren Depressionen neben dem Studium nicht in die Kraft, so ihre Aussage und ohne Bafög wird es nicht praktikabel sein, nicht so, wie sie sich das vorstellt.


    Wir werden nur bald unseren Standpunkt deutlich machen müssen, weil sonst ist alles in Sack und Tüten und wir werden vor vollendete Tatsachen gestellt, befürchte ich.