Religionsunterricht

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  • Ich würde nicht direkt befreien, sondern das Gespräch im Vorfeld suchen mit den Lehrkörpern. Einfach um Inhalte abzuklären und was da so Magendrücken macht.

    Vielleicht kann man ja auch erstmal probeweise ein halbes Jahr laufen lassen, um zu sehen, wie der Unterricht so ankommt.

    Wir sind eine kath. geprägte Schule, da ist Religion allegegenwärtig. Und der Religionsunterricht ist da die kleinste Einheit. Darüber wird man im Anmeldegespräch aufgeklärt.

    Ich persönlich bin ja immer erst mal dafür Dinge auszuprobieren als sie zu vermeiden.

    Da könnte Kind auch was durch die Lappen gehen. Gerade im Religionsunterricht geht es bei uns eigentlich mehr um übergeordnete Themen, Sinnfragen, vielleicht sogar ein bisschen Philosophie:lach. Kinder sind da wirklich göttlich (haha). Letztendlich hat meine auch ziemlich schnell begriffen, dass Religionen sehr viel gemeinsam haben und gleiche Werte und Ziele verfolgen.

    Liebe Grüße


    Friday

    Einmal editiert, zuletzt von friday ()

  • Ich empfinde es als wesentlich zielführender, wenn man ausgehend von den Landesgesetzen die grundsätzlichen Optionen herausfindet (Theorie), um dann zusammen mit der Schule einen gangbaren Weg zu klären. In diesem Zusammenhang finde ich Hinweise von Religonslehrern hilfreicher als den Versuch, Wikipedia-Artikel zu interpretieren. Nichts für ungut.

  • friday, wir probieren nun schon seit der ersten Klasse, denn auch ich bin der Meinung, dass Religionsunterricht sehr wertvoll sein kann. Aber egal wie wir es probieren (es gab auch zwei oder drei Lehrkräfte, viel Entgegenkommen), es scheitert jedes Mal. Und es scheitert dann leider immer dramatisch mit Weglaufen, Randalieren, ziemlichen Ausrastern, wenn es weniger schlimm ist dann werden "nur" die anderen Schüler bedrängt, gestört, massiv geärgert. Er findet nicht nur keinen Zugang zu dieser Thematik (auch zu Hause habe ich immer wieder versucht, ihm einen anderen Blickwinkel auf die Religion zu eröffnen), er wehrt sich massiv mit allen Mitteln, die ihm zur Verfügung stehen. Das schlägt sich in diesen Verhaltensbeurteilungen und auch in der Note wieder.


    Gut, man könnte sinnvollerweise argumentieren, dass Religion eben ein Schulfach ist und dass man da eben durch muss - Mathe kann man ja auch nicht abwählen. Aber Religion ist da nun mal etwas hervorgehoben, für uns in diesem Fall ein Glück.


    Die Angebote der Schulen, die ab Sommer in Frage kommen, stehen noch nicht fest (logisch, man kennt ja auch noch nicht das neue Schüleraufkommen).


    Ich bin auch keinesfalls jemand, der Dingen aus dem Weg geht, aber in diesem Fall werde ich mich nach Junior richten. Der weiß übrigens noch von nichts. Weder dass er in der GS wohl befreit bzw. Ersatzunterricht zugeteilt wird, noch, dass er ab der 5. Klasse befreit werden kann.

    Werden Hummeln von anderen Insekten gemobbt, weil sie dick sind?


    Ich gönne mir das Gefühl, durchgehalten zu haben.

  • Noch eine Frage am Rande: Inwiefern sollte/wird/kann das Thema Nationalsozialismus in der Grundschule aufgegriffen werden? Habt ihr da Erfahrungswerte? Bei mir selber fing das erst in der weiterführenden Schule an.

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  • Und es scheitert dann leider immer dramatisch mit Weglaufen, Randalieren, ziemlichen Ausrastern, wenn es weniger schlimm ist dann werden "nur" die anderen Schüler bedrängt, gestört, massiv geärgert. Er findet nicht nur keinen Zugang zu dieser Thematik (auch zu Hause habe ich immer wieder versucht, ihm einen anderen Blickwinkel auf die Religion zu eröffnen), er wehrt sich massiv mit allen Mitteln, die ihm zur Verfügung stehen.

    Ist das tatsächlich nur in Religion, oder gibt es auch noch andere Fächer bzw. Situationen, in denen Dein Sohn solche Verhaltensweisen zeigt? Mir wäre es dann wohl wichtig, herauszufinden, was der Grund für diese vehemente Reaktion ist, weil ich vermuten würde, dass es eben ein Thema ist, welches ihn dauerhaft belastet. Wie kann dem Sohn wohl sinnvoll geholfen werden? Was wirst Du tun, wenn es ein Fach Ethik / Philosophie gibt, welches er besuchen würde, und er da dieselben Verhaltensweisen zeigt?

  • Noch eine Frage am Rande: Inwiefern sollte/wird/kann das Thema Nationalsozialismus in der Grundschule aufgegriffen werden? Habt ihr da Erfahrungswerte? Bei mir selber fing das erst in der weiterführenden Schule an.

    Ist definitiv ein Thema für die Sekundarstufe und auch da erst so ab Klasse 8. Die Zusammenhänge zu diesem Thema sind sehr komplex. Ich würde als Lehrkraft in der GS reagieren, wenn Kinder wiederholt rechtsradikale Sprüche loslassen. Wobei hier eher bei den Eltern anzusetzen ist, als bei den Kindern.

  • Ist definitiv ein Thema für die Sekundarstufe und auch da erst so ab Klasse 8. Die Zusammenhänge zu diesem Thema sind sehr komplex.

    Meine Tochter hat bereits in der 5. Klasse über das KZ Theresienstadt gehört. Ich bin ja froh, dass inzwischen überhaupt über das Thema gesprochen wird. Bei uns auf dem Gymnasium ist das seinerzeit weiträumig umgangen worden. Vielleicht war das für viele Lehrer damals noch zu frisch? Aber ich schweife ab.


    Ja, die Zusammenhänge sind sicher sehr komplex. Aber trotzdem kann man das m. E. kindgerecht aufbereiten, so dass eben die komplexeren Zusammenhänge erst später behandelt werden.

  • Danke euch.


    Dieses Thema wurde nämlich im Religionsunterricht angesprochen (was zu einem erneuten Ausbruch von Junior führte), und zwar in Verbindung mit Otto Weidt. Ich finde, das ist kein Thema, was in die Grundschule gehört, aber das ist ja nicht meine Entscheidung, ich wollte aber mal von anderen hören, wie sie das so sehen.


    Jedenfalls hat das die grundsätzliche Religionsproblematik von Junior nicht verschärft, aber wieder für einen Ausbruch gesorgt. Er weiß in groben Zügen und kindgerecht durchaus, was in dieser Zeit passiert ist, das ist also nicht neu für ihn. Nur in Kombination mit Religion ist das für ihn unaushaltbar. :(

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  • Holocaust, Nationalsozialismus ist in den Lehrplänen mancher Bundesländer ein frei wählbares Thema in den Grundschulen. Entsprechend gibt es dafür auch gut vorbereitete, altersadaequate Materialien, zB zu Otto Weidt, seiner Blindenwerkstatt und seinem Einsatz für jüdische Mitbürger.

    Aufgenommen in die Lehrpläne wurde die Thematik, da an den Schulen festgestellt wurde, dass ein doch schon teilweise ausgeprägtes rechtsradikales Reden und Denken von einzelnen Schülern wohl aus dem Elternhaus in die (Grund)Schulen getragen wird.

    Im Religionsunterricht war/ist die Bereitschaft relativ gross gewesen, hier schnell zu reagieren bzw. die Thematik einzubauen. Das wird aber auch in anderen Fächern passieren und Ähnlichkeit dem Thema "Aufklärung" fächerübergreifend laufen.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Elin nein, Ethik und Religion ist hier unterschieden. Ethik gibt es meist "nur" als Ersatzfach und soweit ich weiß auch eher in den höheren Klassen.


    Volleybap danke für die Erklärung. Wie hier die Szenerie ist in Bezug auf rechtsradikales Gedankengut der Eltern oder des Umfelds weiß ich nicht genau, da die Schule aber eine Brennpunktschule mit vielen ausländischen Mitschülern ist (und wir im Wahlkreis hier auch NPD-Wähler haben), kann ich mir schon gut vorstellen, dass diese Überlegungen dabei eine Rolle spielten.

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  • Nkicht NRW, sondern Hessen - in der Grundschule gab es keinen Ethikunterricht, die Reli Stunden lagen parallel mit Deutsch als Fremdsprache, und die Kinder, die nicht in Reli wollten oder sollten, sind da dann mit reingegangen.
    Der holocaust und der 2. Weltkrieg sind hier erst Thema in GL und Religion ab der 7. Klasse.

  • in der Grundschule gab es keinen Ethikunterricht, die Reli Stunden lagen parallel mit Deutsch als Fremdsprache, und die Kinder, die nicht in Reli wollten oder sollten, sind da dann mit reingegangen.

    Auf den ersten Blick eine pragmatisch anmutende Lösung, auf den zweiten Blick frage ich mich, ob es sinnvoll ist, anzunehmen, dass alle Kinder, welche keinen Religionsunterricht besuchen, Eltern haben, deren Muttersprache eine andere als Deutsch ist. Ich denke, es gibt zunehmend Kinder, welche aus anderen Gründen nicht am Religionsunterricht teilnehmen sollen oder wollen und keinen Migrationshintergrund haben.

  • Sehr richtig, musicafides. Hier gibt es beispielsweise sehr viele Zeugen Jehovas, die eben aus religiösen Gründen nicht am Religionsunterricht teilnehmen (wie perfide das klingt). Entsprechende Kinder besuchen dann Parallelunterricht, soweit ich weiß. Solange das geht, weil entsprechender Parallelunterricht stattfindet, ist das natürlich gut. Liegt Religion in der letzten Stunde, kann es sicher auch sein, dass sie in die Betreuung (OGS) oder nach Hause entlassen werden, könnte ich mir vorstellen.

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  • Update. Ab dem zweiten Halbjahr der 4. Klasse ist Junior auch auf der Grundschule vom Religionsunterricht befreit. Er hat dann aber keineswegs frei (wie die Kinder, die aufgrund des Glaubens befreit sind). Er geht an einem Tag in die Hausaufgabenbetreuung der OGS und am anderen Tag zum schulischen Sonderpädagogen (der hat da eine Freistunde) und arbeitet an Englisch- und Matheaufgaben, mit denen er aufgrund der Freiarbeit etwas im Rückstand ist.


    Ich finde die Lösung gut, Junior ist damit mehr als glücklich. Die Schule hat mir ein kurzes Statement aufgeschrieben, was ich der neuen Schule vorlegen darf. Hach.

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