Beiträge von friday

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    Ich persönlich glaube, dass es einfach viele Menschen gibt, die pro Organspende sind, aber schlicht es im Alltag verdaddeln, wie so vieles andere auch.

    Natürlich nicht repräsentativ: Hab vor kurzem ein Stand-up-Comidien gesehen, der so mal in die Runde fragte, wer pro Oragnspende ist: Gut 80 Prozent der Hände gingen hoch. Zweite Frage war: Wer hat einen Organspendeausweis?

    Da waren es nur noch rund die Hälfte, der Pro-Leute.

    Wenn er noch gefragt hätte, wer hat seinen mit, wären es sicher noch weniger gewesen.

    Zum Schluß hatte er noch was mitgebracht. :)

    Und wer da nein ankreuzen mag, der soll es tun können-natürlich ohne Wertung.

    Bap, du bist ein verantwortungsvoller Mensch. Das ist leider nicht allen gegeben mit diesen Freiheiten umzugehen. Und oft sind es die (aus meiner Erfahrung raus), die nicht mit diesen Freiheiten umzugehen wissen, diejenigen sind, die das größte Chaos hinterlassen. Ganz ehrlich, ich bin mir fast schon sicher, dass du für deine Familie gesorgt hast, dass da genug Raum dann wäre, um sich mit wichtigerem zu befassen, als rumzusuchen, was du dir gewünscht hättest. Was du schon längst freiwillig (mutmasslich) getan hast und ich wichtig und richtig finde, fände ich für jeden Hinterbliebenden fair. Ich würde mich nicht entmündigt fühlen, weil ich das schon längst freiwillig auf den Weg gebracht habe. Und klar, müsste es einen Weg der Aktualisierung geben.

    Wie das im Einzelnen aussieht, klar, da kann man das auseinandernehmen. Dafür bin ich nicht vom Fach im Einzelnen. Aber wäre es nicht wünschenswert, wenn sicher jeder mir einer Art Leitfaden auseinandersetzten müsste und nicht nur dürfte?

    Wir müssen uns doch auch in allen möglichen anderen Bereichen des Lebens verpflichten, aufklären lasse, Prüfungen absolvieren.

    Und klar, kann man das anders sehen.

    Ich persönlich würde mir einfach wünschen, dass es für die Hinterbliebenden einfach leichter wäre.

    Ich hätte es gut gefunden, wenn es eine Art Verpflichtung geben würde, dass man sich entscheiden muss. Das sehe ich allerdings in vielen Bereichen des eigenen Ablebens. Ich würde es begrüßen, wenn Menschen verpflichtet würden ihre Angelegheiten zu regeln, bevor Petrus auf den Plan kommt. Was Menschen ihren Hinterbliebenden so alles zumuten. Wie will ich beerdigt werden, wer kümmert sich um Haus und Hof?

    Wer regelt den Nachlaß? In den letzten Jahren habe ich soviele Menschen gesehen, die im Nachgang soviel tun mussten, entscheiden mussten. Ehrlich, da packte mich ehrlich manchmal die Wut auf die Verstorbenen, wie man so ein Chaos hinterlassen kann. Und auf die, die da noch rumfleddern.Ich bin dankbar, dass wir in unserer Familie darüber reden, seit mein Bruder gestorben ist. Wer was spenden will oder auch nicht, Patientenverfügung, Nachlaß, Beerdigung, Kosten für die Beerdigung und meine Eltern sind so aufgeräumt, da müssen wir nicht noch tagelang uns durch ihre Heim suchen und ordnen usw. Wir wisssen selbst, wo deren Kater hinkommt.

    Es kann doch einfach nicht zuviel sein, so ein läppischen Ausweis anzukreuzen, ob mit ja oder nein ist doch erstmal zweitrangig.

    PS. Wenn ich das so lese jetzt, frage ich mich tatsächlich, was mit mir los ist, dass ich mich nicht schon längst "verabschiedet" habe.

    Das frage ich mich ehrlich auch.

    In einem anderen Thread hast du von Mustern gesprochen, in die du zurückfällst und das konnte ich schon kaum lesen.

    Vielleicht ist es auch hilfreicher auf dich zu schauen, was du für dich tun kannst. Machmal hilft auch der Blick, die Situation durch die Augen einer guten Freundin zu sehen. Was würdest du deiner Freundin dann sagen? Ist das wirklich aushaltbar oder Erbsenzählerei? Macht es das besser, weil das "nur" alle paar Monate ausbricht? Was für ein Eierlauf. Das kann nur Streß und Daueranspannung auslösen.

    In deinem Mann schlummert was, dem du (und auch deine Kinder) nicht gewachsen seit. Es mag ruhigere Zeiten geben, aber neben so einer tickenden Bombe wollte ich mein Leben nicht verbringen.So mein Empfinden.

    Neben den Wutausbrüchen und dem absolut ungezügelten Zorn würde mich so ein Stinker auch verrückt machen. Auf sich zu achten hat auch was mit Respekt mit seinem Umfeld zutun. Ich müsste ausflippen, wenn so eine Stinkbombe Bett und Tisch mit mir teilt. Sorryfür die harten Worte, aber das geht auch gar nicht. Bah.

    Einen Klodienst gab es bei uns auf der Grundschule. Das haben die Kinder (vor unserer Zeit) mit den Lehrern ausgehandelt, als das zum "Problem" wurde. In Unterrichtszeiten gab es einen Schlüssel und eine Liste. Das grenzt das Ganze ja schon ein.

    Und der Hausmeister war eh ein furchterregender Mann.:lach


    Never hätte ich meine Tochter beim Lehrer um ein drittes Blatt Klopapier betteln lassen.

    Bei uns gibt es zwei Elternsprechtage im Jahr mit Terminen von 8-16.00 Uhr und freie Sprechstunde von 16-18.00 Uhr. Jeweils im 10-Minuten-Takt.

    Die Kinder haben frei. Da ich dann eh Urlaub nehmen muss, war es mir relativ egal, wann die Termine sind. Blöder Fehler.
    Und so hatte ich früh um 8.00 Uhr den ersten Termin, dann ganz lange nichts, den letzten Termin um 15.40 Uhr und so zog sich der Elternsprechtag den ganzen Tag für mich hin.:ohnmacht:

    (Vor-)Lesen ist nie verkehrt. Auch ganz ohne höhere Ziele, sondern einfach als kuschelige Situation. Und manchmal lassen sich Kinder auch einfach gern berieseln. Da ist die gemütliche Zweisamkeit so richtig schön. Auch für den Vorlesenden.

    Während meiner Ausbildung hatte ich einen Deutsch- und Literaturlehrer, der las uns stets zum Schluß Geschichten wie "Der kleine Nick" vor *hust*, ja Erzieher eben. Der machte das mit soviel Charme und Schmackes...herrlich. Das fällt mir witzigerweise auch immer als Erstes ein, wenn ich an meine Ausbildung zurückdenke. Und ich hoffe, ich kann das an meine Schützlinge und an meine Tochter auch weitergeben.


    Bei dem ersten Elternabend wurde uns gesagt, dass man jedes Wort um die 15 mal (richtig) geschrieben haben muss, damit es sich festsetzt beim Kind.


    Was ich schon glaube ist, dass beim Vorlesen ungemein der Wortschatz erweitert wird und sich ein Gefühl für Sprache einstellt und daraus sich auch ein eigener Sprach/Schreibstil entwickelt.

    Kinder lieben bei uns häufig die Bücher, die sich z.B. reimen und es macht Spaß neue Reime oder Quatschwörter zu erfinden. Meiner Tochter fällt es z.B. sehr leicht Synonyme zu finden oder hat schnell durchschaut, was starke Verben sind. Oder welche Wörter eine Geschichte spannend machen können.

    Auch hat sie schon raus, dass es Fast-Food-Geschichten gibt und welche, die sich sprachlich einfach schöner lesen lassen.

    Danke. Das ist alles wirklich hilfreich für mich.

    Den Wochenplan haben wir heute schon in Angriff genommen. Meine Biene hatte die Idee noch zusätzlich Klassenarbeiten und co. einzutragen. Daneben noch die festen Termine und die, die sonst so anfallen bei ihr wie Geburtstage, Auftritte und so einen Kram.

    Da war sie heute doch schon erstaunt, was da alles so zusammenläuft. Kleines Plus: In ihrer schönsten Schrift und fehlerfrei hat sie alles selbst gemacht.:lach

    Und mir ist klar geworden, dass ich bisher ihr lebendes Filofax war.:bldgt:


    Lesen tun wir sehr viel, allerdings läßt sie sich auch gern vorlesen. Und ich mache das auch furchtbar gern. Gerade jetzt, wo die Lektüren auch spannender für mich werden. 8-)Wir werden mal ein wenig die Rollen tauschen.


    Nachhilfe schiebe ich mal ganz nach hinten. Irgendwie käme mir das jetzt wie eine Verzweiflungstat vor und tatsächlich überzogen.

    Kaj : Danke.

    Eine Frage, die ich auch gestellt hatte: Ob das nicht einfach eine Phase ist. Die Umstellung Grundschule und weiterführende Schule ist wirklich enorm.

    Was mich an der Nachhilfe einfach auch stören würde ist, dass es noch ein Termin gäbe in der Woche.

    Sie ist ein "spring-ins-Feld-Kind". Sie findet immer alles dufte.Wie ich sie kenne, würde ihr selbst Nachhilfe noch gefallen, wenn die Leute dort einfach nur nett sind. :brille

    Und das ist auch so ein Punkt: Ich möchte eigentlich, dass sie ihr Programm abspeckt. Da fließen hier aber die Tränen. Und sie soll sich nicht bestraft fühlen.

    Nur: Das nimmt einfach kein Ende: Bei jedem Aushang, für jede Popel-AG bekomme ich das hier serviert: Ich mag mitmachen. Und im Moment hört sie das Wort "Nein" ziemlich oft von mir, denn gerade die Schule macht ziemlich viel Programm nebenher. Und ehrlich gesagt mag ich da auch auf mich achten. Diese ganzen Termine. Herrje, ich fühle mich wie auf der Flucht.

    Ich hätte mal jenseits von Lehrer-Frust eine Frage:

    Meine Biene kommt sehr gut in der Schule zurecht. War auch schon immer so, keine Ahnung von wem sie das hat. Seit ein paar Wochen läßt ihre Rechtschreibung absolut zu wünschen übrig. Das ist neu. In einer Klassenarbeit hat sie es geschafft ihren Namen falsch zu schreiben. Nach ein paar Mails mit ihrer-wirklich netten- Deutschlehrerin bin ich irgendwie trotzdem nicht schlauer.

    Ich persönlich glaube, dass es ein Konzentrationsproblem ist, da es wirklich viele Wörter sind, die sie schon hundertmal richtig geschrieben hat. Dazu kommt, dass ich das Gefühl habe, dass sie immer dann die Rechtschreibung vernachlässigt, wenn eine andere Aufgabe dazukommt. Sie sich also inhaltlich auseinandersetzen muss.Und inhaltlich liefert sie auch mehr als gute Leistungen. Nur: Was mache ich damit?

    Die Lehrerin meint, dass sie viele Dinge/Regeln noch nicht intus hat und diese geübt werden müssten.

    Ich denke, es ist wahrscheinlich eine Mischung aus beiden Sichtweisen.

    Also, zwei Fragen:

    Wie kann ich ihre Konzentration fokussieren?

    Hat jemand Erfahrung mit professioneller Nachhilfe? An der Stelle muss ich nämlich aufgrund meiner eigenen Problematiken aussteigen. Oder ist das mit Kanonen auf Spatzen schießen? Ach, ich weiß auch nicht so richtig. Bei uns ist z.B. der Studienkreis ums Eck. Vielleicht eine Möglichkeit Dinge zu verfestigen. Allerdings ist das a. ein teurer Spaß und b. weiß ich nicht, ob das ein wenig überzogen ist.

    Bin für jeden Hinweis dankbar.

    Kann die Dame nicht mal ein Praktikum bei Bruders Kumpel machen? Bloß ein paar Tage? Das kann schon hilfreich sein.

    Das finde ich wirklich eine Spitzenidee.
    Mal in den Osterferien reinschnuppern, oder so.

    Sie kann das ja auch als Möglichkeit nutzen, allen Skeptikern eine lange Nase zu machen.

    Wenn man so jemanden im Bekanntenkreis hat, dann kann man ja zumindest sich mal zusammensetzen und sich mit dem Berufsbild auseinandersetzen. Wenn der Bekannte mag.

    Da bin ich ganz bei Kaj. Ein Schritt nach dem anderen.

    Und das Mädel möge sich auch mal selbst schlau machen, was es für Möglichkeiten gibt.

    Ganz ernsthaft sollte sie sich mit dem Berufsbild beschäftigen und ob ihr da nicht nur die Noten an mancher Stelle fehlen, sondern auch Eigenschaften, um diesen Beruf auch ausüben zu können. Ich persönlich glaube, man braucht ein paar Grundbasics/ (Charakter-)Eigenschaften in jedem Beruf, die auch kein Studium oder eine Lehre einem nicht beibringen können. Die muss man schon etwas mitbringen.

    Jeden den ich kenne, der in dem Bereich tätig ist, ist extrem extrovertiert, kontaktfreudig, Meister im Umgang mit Menschen...

    Klar, wir haben 14 fette Ordner für den ganzen Kram. Dreiviertel schlag ich nach, wenn es akut ist.:brille


    Trotzdem in Kitas ist Sprache einer der wichtigsten Schlüssel, wenn nicht sogar der Wichtigste für mich. Da muss man sich schon einig sein, wie sich eine Kita positionieren will. Ich mag unser Konzept sehr, da es nicht defizitär angelegt ist und gerade für schüchterne Kinder eine große Chance birgt, gesehen und verstanden zu werden und sich dementsprechend entfalten kann, da es kein richtig und falsch gibt.

    Ist doch völlig wumpe, wenn ein Kind übergestern Pommes mit ohne Ketchup gegessen hat. Toll ist es, dass es das vor einer Gruppe Kinder sinnvoll seine Erlebnisse schildern kann. Ohne dafür kritisiert oder verbessert zu werden. Sprachfreude ist doch erstmal der erste Schritt.

    Naja, unsere Bildungsministerin befürwortet das ja erstmal nur.

    Alle zwei, drei Jahre kommt da ein Schlaumeier und meint, er würde damit das Rad neu erfinden. Hat alles dann einen schicken, neuen Namen ist aber alles der gleiche Käse im neuen Gewand. Witzig auch, dass ein mittelmäßiges Pisa-Egebnis dazu führt erstmal die KiTas unter die Lupe zu nehmen. :brille

    Noch mehr Tests, noch mehr Beobachtungen, noch mehr Dokumentation. :kopf Letzteres wandert zu 95% in die Tonne.

    Sinniger fände ich es, wenn jede KiTa ein fundiertes Sprachkonzept hätte mit dem es arbeitet. Wir arbeiten nach dem Marte Meo Prinzip. Fast jede Kollegin hat dementsprechende Fähigkeiten alltagsintegrierte Sprachbildung passgenau auf das Kind zu betreiben. Man ist immer im Kontakt mit dem Kind, singen, spielen, Vorlesen, Gesprächsanlässe schaffen und so weiter und das ganz ohne dämlichen Bögen, die Dinge abfragt, die eigentlich nur Logopäden sinnstiftend(!) zu bearbeiten wissen.

    Da alle anderen Dinge ja irgendwie nicht gangbar sind, bleibt ja eigentlich nicht viel als sich selbst abzugrenzen. Ganz klar würde ich da ein P vormachen, wenn meine Eltern meine Zeit verplanen.

    Letztlich liest es sich aber auch so, dass du mit deinem Zusammenleben dort dich irgendwie selbst verhaftet hast und deine Mutter so ein quid pro quo Schiene fährt, nur eben so, dass andere was einsetzen und sie selbst nicht.

    Du wirst das zerrütte Verhältnis deiner Eltern nicht kitten können. Und du solltet dich schon fragen, ob dein Einsatz nicht etwas zu hoch ist.

    Relativ regelmäßig schreit mich mein Chef an: "Bist Du so blöd... warum hast Du nicht .... etc" und das alles im Großraumbüro.

    Das ist kein Umgang miteinander und ganz schlechter Führungsstil. Relativiere das doch bitte nicht. Er "tritt" dich und du hast ein schlechtes Gewissen:schiel. Wirklich?

    Er darf unzufrieden sein mit dem was du ablieferst, dich als Mensch so herabzusetzen geht trotzdem nicht.

    Sowas würde ich mir auch zu Hezen nehmen, auch ohne Depression, weil es einfach entwürdigend ist.


    Also, Rücken gerade machen, Gesprächstermin ausmachen und das (auch wenn in anderen Worten) zum Thema machen.

    Montag muß ich wieder auf Arbeit und habe schon jetzt Angst davor. Ich hab teilweise Angst überhaupt etwas zu machen, damit ich nichts falsch mache.

    Auch den Gedanken, die Reißleine ziehen zu wollen, wenn ihr keine Lösung findet.

    Da kannst du gleich abchecken, was er wirklich von deiner Kompetenz hält oder ob du nur herhalten musst, damit er sich an jemanden abarbeiten kann.

    Die Frage, die sich mir allerdings stellt, ist: Was sind die Interessen und Lebenswelten der Kinder? Kann man das überhaupt noch verallgemeinern???

    Nein, kann man sicher nicht. Und je älter Kinder sind, umso schwieriger ist es wohl sie zu packen. Für Kinder sind ja auch heute viele Dinge einfach viel selbstverständlicher und viele Dinge auch jederzeit abrufbar. Um es z.B. auf Medien zu beziehen: Was habe ich mich als Kind gefreut, wenn es Samstag halb sieben war. Da kam "Hallo Spencer".:lach Oder das Fernsehferienprogramm. Der Titelsong hallt mir immer noch in den Ohren.

    In der Schule quatschten wir ewig über den Weihnachtssechsteiler und je nachdem waren wir in Patrick Bach oder Hendrik Martz verschossen. Wir haben uns sogar dafür richtig verabredet und unser Geld zusammengeschmissen für Chips.:lach Herrlich.

    Villeicht auch ein wenig Erinnerungsoptimismus.

    Heute ist alles schnell abrufbar und kann bis Ultimo konsumiert werden. Ich beneide da die Kinder heute nicht drum. Alles ist schnell und auch schnell vergessen. Und ich komme da auch bei meiner Biene kaum hinterher. Sitzen wir die Tage beim Frisör und meine Elfjährige zur Frisörin: Weniger Greta, mehr Ariane Grande (?) und ich denke: Was ist los? Man muss auch als Erwachsener ganzschön hinhören, was die Kinder so beschäftigt und manchmal muss ich meine Biene auch anhalten, damit sie mal zum Atmen kommt. Ich finde, was uns einfach fehlt ist Zeit, zum Hinhören, zum Verarbeiten, zum Nacharbeiten, auch Zeit zum langweilen, wie du so schön sagst.

    Mit dem Verweben meine ich mehr Praxis und Theorie.

    Ein einprägsames Erlebnis auf der Grundschule war für uns z.B. das Erstellen eines "Buches" zur Blätterbestimmung. Wir haben tatsächlich Blätter gesammelt und eingeklebt und handschriftlich hat Tochter die jeweiligen Bäume eingefügt. Hinten hatte sie ein kleines Memory angehängt. Ich fand es richtig toll.

    Sie wurde eine ganze Ecke schlechter bewertet wie diejenigen, die alles aus dem Internet gezogen haben, weil es formal etwas mehr hermachte. Sorry *hust* was ist das für ein Käse?

    In Thüringen durfte Kind mal sechs Wochen die Grundschule besuchen und ich fand es klasse, dass dort ganz viel praktisch gemacht wurde. Gartenarbeit, Werken, in Mathe (!) haben sie eigenständig Marmelade eingekocht. Da ging es um das Wiegen und ähnliches. Großartig. Nur ein Beispiel von vielen, die ich dort richtig gelungen fand. Leben be-greifen. Aus erster Hand. Etwas, das mir bei meiner Arbeit auch sehr wichtig ist.

    Aber unsere Mentalität ist einfach zu schimpfen, aber nichts zu tun, damit es mal besser werden könnte.

    Das Ding ist einfach, dass jeder eine ganz eigene Vorstellung hat, was besser sei. Hier sind im Schnitt 28 -30 Schüler pro Klasse und verschiedene Bedürftigkeiten und Ansichten, dazu kommen noch die Eltern, wenn es ganz schlecht läuft sind sich nicht mal die Eltern eines Schülers einig.

    1. Klasse, erster Elternabend: eine Stunde in meinen Augen vertrödelt, weil ein Vater der Ansicht war, dass es zu wenig Hausaufgaben geben würde. In meinen Augen null Verbesserungsbedarf, für ihn war es ein echtes Anliegen.

    Ich schimpfe ganz wenig über unsere Schule, meine Tochter kommt aber im bestehenden System gut zurecht, allerdings fährt die Schule aber auch ihr eigenes Konzept. Z.B. gibt es eine Musikklasse, sprich die Kinder werden nicht nach Einzugsgebiet zusammengefasst, sondern nach Schwerpunkten. Das empfinde ich als einen echt guten Weg, andere Eltern mosern. Ich empfinde die Pflicht-AGs als äusserst gut, da auch breit gefächert, andere Eltern mosern. Es existieren wirklich strenge Regeln (z.B. Schulkleidung), ich finde das in vielen Teilen richtig gut, da mir damit zu Hause schon so einiges an Diskussion erspart bleibt, andere mosern. Ich könnte es unendlich weiterführen.

    Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn man mit der Schule/Lehrern zusammenarbeitet und nicht an jeder Ecke mosert, man viel mehr erreicht. Auch zu spiegeln, was richtig gutläuft, Stolpersteine zu benennen und anzuerkennen.

    Und klar, es gibt immer Lehrer, denen mein Kind egal ist, aber viel weniger als die, die meinem Kind was möglich machen wollen. Klar, nur meine Erfahrungen.


    Die Uneinigkeit über unser bestehendes Schulsystem kann man hier im Thread ja auch schon sehr schön und auch sehr unschön nachlesen.


    In einigen Dingen bin ich mir nicht mal mit meinem Kind einig. Ich wäre ja dafür Klassen kleiner zu halten. Kinds Reaktion darauf: Wäh, da fällt man ja direkt auf.:lach

    Überhaupt ist es echt spannend, mit seinem Kind über die perfekte Schule zu philosophieren. Der Grundtenor, den wir beide haben ist: Lehrer sollten Möglichmacher sein und nicht nur reine Erklärbären.

    Kind empfindet viele Dinge aber jetzt schon als Möglichmacher, wenn Lehrer ihr Handwerkszeug in die Hand geben, die auch ruhig trockene Theorie sein kann. Z.B. ist gerade Thema in Deutsch "spannende Geschichten schreiben".

    Die Deutschlehrerin ist wirklich-ich sag mal trocken-, aber Kind beschäftigt sich gern damit, ihre Geschichten in Form zu bringen. Also trockene Theorie umzusetzen. Ich bin mir sicher, dass Kind nie wieder vergißt wie man ein Schlinge legt, wie eine Geschichte geschrieben und erzählt wird, um sie rund zu bekommen.

    Ich empfinde also nicht alle Teile des Unterrichts am Leben vorbeigelabert.


    Was ich mir mehr wünschen würde ist die Lebenswelten und Intressen der Kinder mehr mit dem Unterrichtsstoff zu verweben.