Ohrfeige des Kinds- wie darauf reagieren

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  • Ich habe meinen Sohn (5 1/2) im Auto angeschnallt, und gerade als ich mich über ihn gebeugt hatte, dicht vor ihn, hat er mir eine gezielte Ohrfeige gegeben.

    Ich war perplex, habe gesagt, dass das nicht gut ist. Dass das schlechtes Verhalten ist, wo er das gelernt hat, dass er da keine guten Lehrer hat, usw. und dann sind wir losgefahren, nach Hause.

    Ich lasse ihn seither, ca. halbe Stunde, links liegen, weiß überhaupt nicht wie ich damit umgehen soll.

    Heute ist Wechseltag wieder, gestern war Mama. Und zwischen uns beiden Eltern herrscht Krieg.

    Letzte Woche war die Verhandlung zwecks e. A. zu seiner Einschulung. Alles andere, und da ist ganz viel anderes noch, kommt erst in einer Hauptverhandlung. Die Regelung zur Einschulung war das einzige drängende. Nach Einschätzung der Richterin.

    Ich erwähne das hier, weil ich weiß, dass diese eine Ohrfeige mehr war, als eine spontane impulsive Aktion.

    Aber trotz allem, Ich weiß nicht wie damit umgehen.

    Ach die Liebe hat's so eilig, nur die Feindschaft wird nie langweilig ... (Rio Reiser)

  • bis jetzt noch nichts, wir haben gerade gegessen. Jetzt beginnt das Gespräch. Meine Frau hat es aufgegriffen und ich bin mal kurz raus. Ich will nicht über- und auch nicht unterreagieren.

    Jetzt werde ich mich wieder an den Tisch setzen, zuhören, und mal schauen, Fragen ob er was dazu zu sagen hat.

    Ich merke bei mir nur, dass ich nicht weiß wie ich reagieren soll.

    Ach die Liebe hat's so eilig, nur die Feindschaft wird nie langweilig ... (Rio Reiser)

  • Was macht die Ohrfeige mit DIR (du musst nicht antworten!)?


    Ich würde versuchen zu reden, versuchen, an ihn "heranzukommen", ihm schon klar machen, dass Ohrfeigen 0,0 gar nicht gehen, aber auch versuchen, herauszukriegen, warum er das getan hat.

  • Das Du erst total Perplex warst kann ich verstehen.

    Doch hätte ich den Burschen fast schon spontan aus Fassungslosigkeit, nach dem Warum gefragt.


    Stunden später reagieren, ist gerade bei kleinen Kindern schwierig. Was vor Stunden war, ist für die doch fast schon Schnee von gestern..


    Wie möchtest Du den reagieren,was sagt Dein Gefühl?


    Liebe Grüße


    Ute

  • Für mich selbst ist Trauer und Hilflosigkeit als erstes gewesen.

    Jetzt haben wir schon gesprochen, sehr offen, vertraut. Er hatte sich über mich geärgert weil ich ihn alleine in der Umkleide gelassen hatte. Aber er hatte nichts gesagt. Kein, "bitte bleib hier." naja, jetzt sind wir wieder gut.

    Das andere Problem, von wegen, Schlagen geht gar nicht, Ja, aber die Mama schlägt auch. Wenn wir Quatsch machen.

    Oh Mann!

    Was mach ich damit?

    Niemand darf euch schlagen. Niemand! Das ist verboten. Und ihr müsst aber auch hören.

    Dicke Schmuserunde, Nochmal Entschuldigung, mit Hand. Jetzt ist alles wieder gut.

    Danke Forum

    Ach die Liebe hat's so eilig, nur die Feindschaft wird nie langweilig ... (Rio Reiser)

  • Ich kann verstehen, dass man erstmal perplex ist.

    Aber ich halte eine sehr zeitnahe Reaktion für besser. Das sehe ich so wie Ratte. Auf alle Fälle vermitteln, dass Ohrfeigen von dir nicht geduldet werden.


    Und vor allem finde ich, sollte nicht deine Frau deinen Part hier übernehmen.

    Zum einen weil sie weder Mutter noch Erziehungsberechtigte ist und damit vielleicht die Gefahr besteht, dass dein Sohn es als übergriffig empfindet. (Bei meinen war es so)

    Zum anderen halte ich es für deine Aufgabe, dich in dieser Situation mit deinem Sohn auseinanderzusetzen.

    Ich bin überzeugt, dass Kinder das auch so erwarten.


    Liebe Grüße

  • Lou

    Ja, ist schon richtig. Die Auseinandersetzung kann nur ich selbst führen. Es war ihr Verdienst vorhin, dass die Sprachlosigkeit beendet war. Ich war irgendwie festgefahren. Konnte nicht auf Smalltalk umschalten und wusste aber auch nicht wie ich das Thema ansprechen kann OHNE ihm eine extra Portion Aufmerksamkeit für Fehlverhalten zu geben.

    Ach die Liebe hat's so eilig, nur die Feindschaft wird nie langweilig ... (Rio Reiser)

  • ja, fand ich auch, bis darauf, dass jetzt meine Frau beleidigt ist. Für sie geht das was unser Sohn gemacht hat überhaupt nicht und sie meint dass ich strikter sein müsste.

    Was das dann konkret bedeutet verschweigt sie allerdings. Bis jetzt.

    Mal sehen, vielleicht spricht sie später mehr dazu, wie sie sich gute Erziehung vorstellt. Konkret, ganz praktisch.

    Ach die Liebe hat's so eilig, nur die Feindschaft wird nie langweilig ... (Rio Reiser)

  • Na ja ...... an dem "strikter" könnte schon was dran sein.


    Trotzdem: ist eigentlich eine Sache zwischen dir und deinem Sohn. Und mal so gesehen, er ist erst 5 1/2. Da schießen Kinder gerne mal übers Ziel und tun Dinge, die nicht okay sind. Wichtig sind Grenzen und, so wie geschehen, das Gespräch und der gute Kontakt zum Kind. Das Thema wurde beredet - passt!

    Vielleicht schließt sie mit ihrer Aussage noch andere Themen mit ein .

  • Strikter ist ja schon die KM.


    Und natürlich kann man auch im Nachhinein mit einem 5 jährigen sprechen. Der weiss ja noch was er 5 h davor gemacht hat. Ich finde es viel verlangt, wenn er von seiner Mutter geschlagen wird, zu verstehen, dass er nicht schlagen darf. Es ist die Kommunikation, die er vorgelebt bekommt. Da benötigt es wohl mehr als eine kuschel Einheit um ihm das zu erklären.

  • Puh, da läuft ja einiges zusammen.


    Was mach ich damit?

    Niemand darf euch schlagen. Niemand! Das ist verboten. Und ihr müsst aber auch hören.

    Hier bist du als Erwachsener gefragt. Zum Einen haben Kinder das Recht auf Unversehrtheit. Immer. In keinster Weise würde ich dieses relativieren, nach dem Motto, ich gebe den Ball zurück. Was kann ein Kind falsch machen, dass es geschlagen werden darf? Nichts... Keinesfalls würde mein Kind in irgendeiner Weise dafür Akzeptanz erfahren.

    Stillschweigen ist für mich eine Form der Akzeptanz.

    Sorry, aber das empfinde ich als extrem übel.

    Hier haben Erwachsene keine Vorbildfunktion, erwarten dieses aber von ihren Kindern. Das kann nicht klappen.

  • Zum Thema "Schlagen".

    Schläge als Erziehungsmittel gehen rein gar nicht, das ist aus meiner Perspektive ein absolutes No-go! Auch wenn ich von Zeit zu Zeit (immer seltener) höre: "Uns hat es auch nicht geschadet". Mal ganz abgesehen davon, dass es in Deutschland verboten ist, ein Kind zu schlagen, sehe ich körperliche Gewalt als Maßnahme zur Disziplinierung einfach nur als unfair an. Allerdings bin auch ich als Kind niemals geschlagen worden. Ich kann mich an eine einzige Ohrfeige erinnern, die ich mir im Alter von 13 Jahren von meiner Mutter eingefangen habe, weil ich sie bis zum Anschlag gereizt habe. Die Ohrfeige kam dann im Affekt.

    Aber: wer im Glashaus sitzt, werfe den ersten Stein und ich gebe zu, dass es auch mir zweimal im Affekt passiert ist. Einmal hat mir meine damals 2,5 jährige Tochter im Rahmen eines Tobsuchtsanfalls die Brille vom Kopf gefegt, ein weiteres Mal hat sich mein Sohn eine eingefangen. Ursache bei mir war einfach Überforderung.


    Zitat

    Das andere Problem, von wegen, Schlagen geht gar nicht, Ja, aber die Mama schlägt auch. Wenn wir Quatsch machen.

    Das würde mich neugierig machen. Was genau meint dein Sohn damit? Ich weiß, dass meine Kinder und ich uns früher immer mal wieder gerne "gekabbelt" haben, im Sinne von "Herumtoben" und "Balgen". Da kam es durchaus dazu, dass wir uns auch mal gegenseitig geschubst, gezwickt oder getitscht haben. Streng genommen hätte man das möglicherweise auch als "Schlagen" definieren oder sehen können. Es war aber in der Tat "Spaß" und sobald es in Richtung Ernst ging, war Ende. Für mich besteht da ein Unterschied. Wenn ich mich mit meinen Kindern quasi auf Augenhöhe herumbalge, ist das für etwas völlig anderes, als wenn ich als Erwachsener meine körperliche Überlegenheit gezielt einsetze, um ein Kind zu erziehen oder zu disziplinieren. Versteht ihr, was ich meine?


    In diesem Fall hier war dein Sohn offensichtlich sauer, enttäuscht, wütend, verletzt oder was auch immer, weil er sich alleine gelassen gefühlt hat? Er war aber in der direkten Situation nicht in der Lage, dies dir zu sagen bzw. zu kommunizieren "Lass mich bitte nicht alleine, bleib bei mir." Okay, er ist 5 1/2 Jahre alt, in dem Alter können Kinder das auch nicht (immer). Ich glaube, ich würde die Ohrfeige jetzt nicht überbewerten. Ich würde schon klar kommunizieren, dass das für mich nicht geht, aber das wärs dann auch gewesen. Klare, freundliche, deutliche Ansagen, die einem Kind aber nicht das Vertrauen nehmen, verstehen auch 5jährige.


    Zum Verhalten deiner Frau: wenn ich es richtig verstehe, ist sie quasi in den Konflikt eingestiegen und hat dafür gesorgt, dass du und dein Sohn wieder in einen Kontakt kommt. DAS finde ich klasse! Manchmal kann auch ein vergleichsweise Außenstehender durchaus eine vermittelnde Rolle einnehmen. Warum ist sie jetzt beleidigt?

  • Ich hoffe, ich wurde nicht falsch verstanden.

    Mit "strikter" meinte ich keineswegs übermäßige Strenge oder gar auch schlagen!!!

    Ich meine damit eher: eine klare Position/Meinung haben zu dem Thema und entsprechend reagieren.

    Wenn mein 5-jähriger Sohn mir eine Ohrfeige gibt, dann ist meine erste und zwar sofortige Reaktion, dass ich ihm ruhig und bestimmt erkläre, dass Schlagen auf gar keinen fall geht und ich das nicht möchte.

    Die zweite Reaktion wäre dann, ein Gespräch anzufangen und nach dem Warum zu fragen.


    Ich halte es in dem Zusammenhang nur für sehr wichtig, dass die erste Reaktion, nämlich die Nicht-Duldung, sofort kommt. das meine ich mit "strikter".

  • Lou

    Diese unmittelbare Reaktion kam ja schon von mir.

    "Ich war perplex, habe gesagt, dass das nicht gut ist. Dass das schlechtes Verhalten ist, wo er das gelernt hat, dass er da keine guten Lehrer hat, usw. und dann sind wir losgefahren, nach Hause."

    Aber das war so völlig ohne Emotionen, ganz nüchtern, kalt, ablehnend.

    Ich selbst fühlte mich nicht beteiligt. Ich war auf Distanz. Zu ihm, zu mir. Ich habe in dem Moment nur funktioniert, das getan was getan werden musste. Anschnallen, Fehlverhalten benennen und kritisieren, nach Hause fahren.

    In mir selbst dagegen tobte es.

    Maumau, friday

    Ja ihr beide habt Recht.

    Das war nicht gut, zu sagen, ... Aber ihr müsst auch hören...

    Warum hab ich das gesagt?

    Ich wollte auf keinen Fall der Mutter in den Rücken fallen, quasi den Kids einen Freifahrschein ausstellen. Dass sie quasi machen können was sie wollen, denn Schlagen gilt nicht.


    Quatsch machen ist, das habe ich jetzt erfahren, dass sie, wenn die Mama schläft, (gehässiges o.T. Und sie schläft gern und viel. Gehässig, Ja, aber leider auch wahr) dann klauen sie heimlich Gummibärchen, das ist z. B. einen Schlag wert. :radab

    Ach die Liebe hat's so eilig, nur die Feindschaft wird nie langweilig ... (Rio Reiser)

  • Quatsch machen ist, das habe ich jetzt erfahren, dass sie, wenn die Mama schläft, (gehässiges o.T. Und sie schläft gern und viel. Gehässig, Ja, aber leider auch wahr) dann klauen sie heimlich Gummibärchen, das ist z. B. einen Schlag wert. :radab

    Verstehe ich das richtig? Die Mutter schläft. In dieser Zeit stellen die Kinder irgendeinen Blödsinn an (sie sind ja nicht beaufsichtigt). Anschließend gibt es Schläge für die Kinder, weil diese "Mist" gebaut (= Gummibärchen "geklaut") haben????:radab:radab:radab


    Oh Mann, sag mir bitte, dass das nicht wahr ist... =O||! Entschuldigt bitte die krassen Worte, aber für mich gehört das, wenn es so ist, schlicht und ergreifend in die Kategorie "unfähig".