Warnstreiks in KiTas Anfang Mai angekündigt

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  • Die Gewerkschaft Verdi hat für kommende Woche - also ab dem 2. Mai - zu Warnstreiks in kommunalen Kitas, Schulhorten und in der Behindertenhilfe aufgerufen. Am Montag sollen bundesweit die Beschäftigten in der Sozialarbeit streiken (zB kommunale Familienhilfe, Schulsozialarbeit etc.) Am Mittwoch (4.5) in kommunalen KiTas und Schulhorten und am Donnerstag (5.5.) in der Behindertenhilfe.

    Wie hoch die Beteiligung unter der ca. 330.000 Beschäftigten im OeD sein wird, weiss man nicht. Und es wird jeweils nur an einem Tag sein. Aber lasst euch nicht überraschen und erkundigt euch, ob die von euch benötigte Einrichtung Mitstreiter ...


    Mitte Mai finden neue Tarifverhandlungen statt. Da will die Gewerkschaft Muskeln zeigen und Druck aufbauen. Ist sicher berechtigt. Aber zweischneidige Sache, wenn man kein Netz fürs Kind hat ...

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Hier wurde heute schon gestreikt; in der KiTa, in der meine Freundin arbeitet. Und ja, es ist mehr als berechtigt. Dort gibt es eine Notgruppe für berufstätige Eltern. Wenn natürlich der Großteil der Eltern arbeiten muss, haut das nicht mehr hin. Und trotzdem muss sich ja etwas bewegen.

    LG
    CoCo




    Vegan bedeutet, dass man Tierquälerei, Welthunger, Umweltzerstörung und Pandemien nicht nur zwischen den Mahlzeiten sch.eiße findet.

  • Für Kitas "nur" am Mittwoch soweit ich weiß. Edit: Steht doch schon daX/8)

    Aber wie es aussieht habe ich eh keine Puste für die Trillerpfeife.:P

    Wenn es bei dem Streiktag bleibt, dann ist es okay. Diese wochenlangen Streiks sind einfach ätzend für alle Beteiligten und ich muss echt sagen, da regt sich dann auch mein soziales Gewissen.

  • Ist denn hier wer betroffen vom Streik - oder ist das ein "Sturm im Wasserglas"?

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Unsere KiTa beteiligt sich mit ca. 50% der Kolleg*innen. Wir haben eine nicht ganz so strenge Notöffnung, sprich nicht geschlossen, sondern nur an die Eltern appelliert. Das scheint ganz gut zu klappen.

    Ansonsten stelle ich gerade fest, dass -gerade die jüngeren- Kolleg*innen zum großen Teil nicht gewerkschaftlich organisiert sind. Und nachdem man festgestellt hat, dass der Tag natürlich nicht bezahlt wird und es nicht möglich ist Urlaub oder Mehrarbeit einzureichen hat man sich eben für die Notbetreuung entschieden. 8)

    Ansonsten beteiligen sich -von denen ich weiß- schon viele kommunale Einrichtungen hier. Ich hoffe, dass sich viele, viele Einrichtungen beteiligen, dann ist der Spuk auch schneller vorüber. Wobei ich persönlich finde gerade für die Schwerpunkte Fachkräftegewinning und verbesserte Rahmenbedingungen es schon längst viertel nach Zwölf ist. Ich glaube auch, das gerade mit der FK-Gewinnung die AG schlicht einfach keine Ideen haben. Über was soll man da verhandeln?

    Ich bin ja noch daheim. Ende der Woche will ich es mal wieder wagen.

  • Gestern bei Volleybap. Er sitzt am Schreibtisch, telefoniert - lautgestellt - mit einer Kollegin. Plötzlich schiebt sich die schwere Bürotür auf, Eine ca. Fünfjährige steckt erst vorsichtig den Kopf rein, drückt sich dann ganz in den Raum. "Ich bin die Mimi."

    "Hallo Mimi. Ich bin der telefonierende Volleybap."

    "Mit wem telefonierst Du?"

    "Mit der Frau X."

    "Die kenn ich!"

    "Ach?!"

    "Und die kennt mich. Frag mal."

    "Frau X. Hier steht die Mimi. Sie haben ja vielleicht mitgehört. Die kennt Sie, sagt sie ..."

    Frau X: "Ja, ist die Kiga-Freundin meiner Tochter. Heut ist aber kein Kiga. Streik. Tochter ist hier und nervt gerade .... "

    Tochter: "Hallo Mimi. Ich bin hier bei der Mama. Hallo, hallo!"

    Mimi: "Hallo Maxi!!!"

    Volleybap: Ich glaube, wir waren durch mit der Sache, Frau X. Schicken Sie mir die Daten rüber? Dann gebe ich jetzt Mimi den Telefonhörer in die Hand ..."


    30 Minuten später. Klopfen und gleichzeitig schiebt sich die Bürotür auf. Frau K. in Panik: "Ich suche meine Mimi. Die hat hinten bei mir im Büro gespielt - und jetzt ist sie weg. Ich war schon in allen Büros hier im Gang. Jetzt wollt ich noch bei Ihnen gucken ..."


    Volleybap: "Da, auf der anderen Seite des Schreibtischs unten auf dem Boden. Die dort liegende junge Dame mit der Wasserflasche und dem Schälchen Trauben führt seit einer halben Stunde ein wichtiges Telefongespräch und möchte nicht gestört werden. Es geht irgendwie um Kindergarten und einen blöden Streik!"

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Dann hoffen wir mal, dass sich Mitte Mai was bewegt. Ansonsten hast du bald einen kleinen Dauergast.:saint:


    Ich glaube bei uns wird spätestens beim nächsten Streiktag das Verständnis der Eltern aufgebraucht sein. Wenn die Verhandlungen jetzt nichts bewegen, dann wird es zu ausgedehnten Streiks kommen. Und das wird für alle eine Belastung.


    Schade auch, dass das Hauptaugenmerk (mal wieder) auf den KiTas liegt. Die Kolleg*innen aus den Sozialdiensten, Behindertenhilfe und co. haben noch weniger Lobby. Tut anscheinend nicht ganz so weh, wenn die streiken.

  • Naja, können ist relativ - 90 % wohnen in betreuten Wohnformen und nicht (mehr) bei den Eltern - da ist nix mit Notbetreuung.
    Die Busse stehen einfach morgens vor der Tür und zurückschicken ist nicht - da die Wohngruppen tagsüber gar nicht oder spärlich besetzt sind.

  • Ist doch bei den KiTas genauso: Zahlreiche werden von Kirchens betrieben.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Wobei die Gewerkschaften m.W. mit Kirchens eh eine Friedenspflichtvereinbarung getroffen haben, die den Kirchen-AN auch besondere Vorteile bringen. (Darum geht da so richtig keiner vor den Kadi um prüfen zu lassen, wie das mit dem Sonderstatus Kirche aussieht bei Tarifauseinandersetzungen ...)

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Die Gewerkschaft Verdi hat für morgen (Mi 11.5.) und/oder übermorgen (Do 12.5.) bundesweit erneut zu ganztägigen Warnstreiks in kommunalen KiTas und Horten aufgerufen. Betont wird, dass es diesmal keine Notdienste geben soll wie vergangene Woche, damit alle betroffenen Eltern Alternativen suchen müssen und damit der Druck auf die Arbeitgeber erhöht würde.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Frankfurt gewinnt den Europapokal, zeitgleich verkünden die Tarifpartner die Einigung im Tarifstreit: 130,- Euro mehr für Erzieherinnen und Erzieher, 180 Euro für Sozialarbeitende sowie jeweils zwei Urlaubstage mehr.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Ein paar kleinere Verbesserungen gab es noch gratis dazu.

    Insgesamt bin ich allerdings nicht so begeistert. Wie immer dreht es sich nur ums Geld. Das ist aber nicht das Hauptproblem.

    Von meinem Team kann ich sagen, dass die alle gern auf das Geld verzichtet hätten, wenn es bessere Rahmenbedingungen gäbe. Auch für die Kinder.

    Das erste, das ich heute morgen von einer Kollegin las: Boah, nochmal insgesamt knapp 50 Tage Urlaub bei uns, die wir unterbringen müssen.

    Ich selbst hab noch über 43 Tage Urlaub plus eine lange Liste an Mehrarbeitsstunden. Und das geht fast allen Kollegen so.

    Besser wäre es gewesen, wenn wir die Schließungstage hätten erhöhen dürfen. Unsere Schließungstage decken nur die Hälfte an dem, was wir an Urlaubsanspruch haben. Wenn jeder Kollege noch 15 Tage Urlaubsanspruch im laufendem Betrieb hat, dann kann man sich vorstellen, wie oft das Team gemeinsam am Start ist. Obendrauf noch eigene Erkrankungen, Kinderbetreuungstage, Fortbildungen....zum heulen.

    Derweil faselt unser AG von längeren Öffnungszeiten. Wir können unsere jetzigen schon kaum abdecken. Ich geh inzwischen fast jede Woche mit einem plus von 5 Stunden heim.

    Ich glaube, eine VZ-Springerin pro Einrichtung hätte uns viel weitergebracht.

    Auch wenn wir jetzt ein bisschen mehr im Säckchen haben: Unsere Zeit können wir trotzdem nur einmal einsetzen.

    Thema Inklusion hätte ich auch gut gefunden, wenn da mal jemand die Traute gehabt hätte. Das ist nämlich absolutes Katastrophenland.

    Und die Gruppengrößen. Im Sommer gehen die meisten Gruppen mit 27-28 Kinder an den Start in den Regelgruppen. Die U3- Gruppen alle plus 3-4 Kinder mehr als die Rahmenstruktur hergibt. Da guckt man aber blöd, wenn man mit 2,5 Stellen 18 Wickelkinder hat.

    Wir rutschen immer weiter in die Verwahrung von Kindern, weil es einfach nicht zu machen ist. Die Kinder können sich ein Eis darauf backen, dass ihre Erzieher*innen 3,50 Euro mehr verdienen und nochmal einen Tacken mehr nicht da sind.

  • Es kapieren halt nur wenige, dass es gar nicht immer ums Geld geht oder um Urlaubstage. Was nützen einem Urlaubstage, wenn man sie nicht nehmen kann? Vor allem muss man mehrere am Stück nehmen können, um überhaupt einen Erholungseffekt zu haben.


    Ich kenne keinen pädagogischen oder sozialen Beruf, in dem die Arbeitsbedingungen stimmen. Die Gruppen der zu betreuenden Menschen werden immer größer, aber hier wird nie Abhilfe geschaffen. Die zu großen Kitagruppen setzen sich in Grund- und weiterführender Schule fort. Vernünftige, lernerorientierte Pädagogik ist gar nicht zu leisten, vom ständigen Lärmpegel mal ganz zu schweigen!

    In der Oberstufe hast du Lerngruppen von bis zu 25 SuS!!! Optimal wären 15-18, um die Vorbereitung auf‘s Abi für alle zu gewährleisten.


    Ich wünsche mir, dass alle Aufgaben, die nichts mit meinem Beruf zu tun haben, der ganze Verwaltungskram etc., endlich ausgelagert werden. Toll wäre mehr Assistenz für solche Dinge. Mein halbes Leben stehe ich am Kopierer, um gute Unterrichtsmaterialien oder pädagogisches Material vorzubereiten.

    So eine Assistenz hätte sich auch um die ganzen Coronatests kümmern können und es wäre nicht ständig Unterrichtszeit dafür draufgegangen.


    Aber auf solche Verbesserungen werden wir wohl noch lange warten müssen.

    I am a bear of very little brain, and long words bother me. (Winnie-the-Pooh)


    Ein Leben ohne Bücher ist nicht lebenswert. (Erasmus von Rotterdam)

  • Weiß das alles die Gewerkschaft nicht, sind das Einzelmeinungen oder wiegen die Ziele "mehr Geld" und "mehr Urlaub" einfach schwerer?

    Oder ist die Gruppengrößeproblematik und das Problem der fehlenden Mitarbeitenden bekannt und "nur" nicht gelöst von den AG an mehr oder weniger vielen Orten, sodass die Gewerkschaft hier nicht verhandeln muss, sondern nur darauf drängen, dass (endlich) die Personalvorgaben eingehalten werden?

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Ohne ausreichend ErzieherInnen und LehrerInnen und entsprechende Räumlichkeiten kannst du die Gruppen nicht verkleinern. Die gesetzlichen Vorgaben beinhalten das Recht auf einen Kigaplatz bzw. Schulpflicht, aber nicht die zu erfüllenden Bedingungen. Kind ist in Kita bzw. Schule untergebracht = gesetzliche Pflicht erfüllt. Und dann klopfen sich Politiker wieder auf die eigene Schulter. Und die meisten Gewerkschaftler sind nicht besser. Die bringen alle nur ihre Schäfchen ins Trockene. (Deswegen bin ich aus der Gewerkschaft raus.)

    I am a bear of very little brain, and long words bother me. (Winnie-the-Pooh)


    Ein Leben ohne Bücher ist nicht lebenswert. (Erasmus von Rotterdam)

  • Die Kinder können sich ein Eis darauf backen, dass ihre Erzieher*innen 3,50 Euro mehr verdienen und nochmal einen Tacken mehr nicht da sind.

    Seit Jahren ist es ja nicht gelungen, die eigentlich notwenigen neuen Mitarbeitenden in KiTas und Horten zu akquirieren. Zu DDR-Zeiten hat man das noch ziemlich einfach gehabt: Da konnte (zumindest theoretisch) der erwartete Bedarf an Mitarbeitenden durch mehr oder weniger subtile Steuerung gedeckt werden. (Probleme machte nur, wenn der zukünftige Bedarf falsch eingeschätzt worden war ...)


    Das war in der BRD so nicht möglich und geht jetzt auch nicht. Da wird die Berufswahl persönlich entschieden und zahlreiche "Jobs" stehen in direkter Konkurrenz. Um sich für einen Beruf zu entscheiden als "Neuling" gibt es ganz verschiedene Marker. Dazu gehört das Ansehen des Berufs. Die Aufstiegsmöglichkeiten. Das Gehalt. Dauer (und Kosten) der Ausbildung. Die Sicherheit des Arbeitsplatzes. Die Arbeitsbedingungen.

    Verschiebt sich da irgendetwas, passt auf einmal gar nichts mehr. (letztens hat die Bundeswehr berichtet, sie finde so richtig erzeit keine Bewerber mehr ...)


    Stellt ein Berufszweig Personalmangel fest, wird immer versucht, Mitarbeitende einzuwerben. "Das Handwerk" ist da aktiv. Der Öffentliche Dienst sucht nach Ingenieuren und Architekten. Das Gesundheitswesen, die IT-Branche, das Gastgewerbe ... Überall dort und an vielen anderen Stellen herrscht Personalmangel und ist "Not". Da wird gern probiert, "eine Schüppe drauf" zu legen. Weil das aber alle tun, ist der ein oder andere Beruf nur kurzfristig interessanter für Bewerber. Ansonsten sind sie alle schnell wieder in der überkommenen Hierarchie.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.