Kaputtes Auto gekauft

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  • Ich könnte schon wieder eure Hilfe gebrauchen...
    Ich hab mir am Mittwoch ein Auto gekauft. Laut Anzeige ohne Mägel bis auf einen Wackelkontakt bei der Temperaturanzeigenbeleuchtung. Nuja, dachte ich. Damit kann ich leben. Ist ein altes Auto, sieht man ihm auch an. Soweit, so gut. Mein Papa und ich sind hin, er ist es probegefahren, weil ich die Kleine dabei hatte und die an dem Tag geklettet hat. Fuhr sich anständig. Beim Blick unter die Motorhaube haben wir ua auch den Wassertank angeschaut, der zu gut 3/4 gefüllt war. Der Verkäufer (privat) hatte mehrmals gesagt, dass ihm das Auto nicht schnell genug ist und er es nur deswegen verkauft. Außerdem legte er mir noch eine Flasche Wasser in den Kofferraum - für Notfälle, falls er zu heiß wird. Vater und ich haben uns dabei nix gedacht. Ich hab das Autole dann am Freitag umgemeldet und bin es selbst gefahren - alles gut soweit. Heute hab ich eine Freundin besucht, die ~70km von mir entfernt wohnt. Auf der Hinfahrt war alles prima, auf der Rückfahrt fiel mir plötzlich auf, dass die Temperaturanzeige steigt. Hab sie im Auge behalten und beschlossen, dass ich natürlich sofort anhalte, wenn sie sich ernsthaft dem roten Bereich nähert. Daheim angekommen hab ich also die Motorhaube aufgemacht und der Motor war sichtbar heiß (ihr kennt vielleicht diese heißen Luftschlieren?), der Wassertank sah leer aus. Nach dem Abkühlen hab ich 2,5 Liter Wasser reingekippt, das Ding war tatsächlich restlos leer. Nun bin ich noch keine 200km gefahren mit dem Autole und bin mir sicher, dass der Verkäufer von dem Problem wusste. Wenn das Auto auf 200km und in den paar Tagen so viel Wasser verliert, MUSS ihm das einfach aufgefallen sein. Auch die Sache mit der Wasserflasche spricht dafür...
    Ich will ihm nun also eine Mail schreiben, dass er die Reparatur übernehmen, oder aber mir den Kaufpreis + Geld für die Ummeldung erstatten soll. Ansonsten würde ich ihn definitiv wegen Betrugs anzeigen. Ich erhoffe mir hier Hilfe bei der Formulierung. Mein bisheriger Entwurf sieht so aus:


    Hallo Herr XY,
    leider ist das Auto, welches ich am Mittwoch von ihnen gekauft habe, auf keinen Fall so ohne Mängel, wie sie es beschrieben haben. Sicherlich ist ihnen aufgefallen, dass es Kühlwasser verliert. Ich gehe davon aus, dass sie mir deswegen auch eine Flasche mit Wasser zum Nachfüllen in den Kofferraum gelegt haben. Auch wenn sie ein privater Verkäufer sind, ist das ein Betrug, weil dieser Mangel keinesfalls bei der Probefahrt feststellbar war. Ich möchte mich gerne gütlich mit ihnen einigen, weshalb ich ihnen anbiete, dass sie die Reparatur bezahlen oder wir den Kauf rückgängig machen. Da ich das Auto - wie vereinbart - auch schon umgemeldet habe, möchte ich in diesem Fall auch die Kosten hierfür erstattet haben.
    Mit freundlichen Grüßen,
    Frau Frasp


    Was meint ihr?

    Ich bin eine Mutter - und was ist deine Superkraft?

  • Wir hatten das gleiche Problem mal bei einem 1992er Ford Fiesta. Es stieg nicht nur die Kühlertemperatur, es wurde auch unterträglich warm in dem Fahrzeug, es war nämlich Hochsommer. Es war nicht der Kühlbehälter. Thermostat war kaputt. Kostenpunkt: 70 Mark.


    Es reicht m. M. bei dem Käufer der Hinweis auf die Haftung bei Mängeln der privat verkauften Sache. Davor schützt auch eine Ausschlussklausel in dem Verkaufsangebot nur bedingt. Grundsätzlich haftet der Verkäufer im privaten Bereich ein Zeit lang für die Funktionsfähigkeit der gebrauchten Sache. Es sollte auf der Hand liegen, das ein Wackelkontakt in der Temperaturanzeige nicht das Gleiche ist wie ein defekter Thermostat und/oder Kühlwasserverlust. Ich gehe ja mal davon aus, das der ursprüngliche Anzeigentext vor dem Kauf per Bildaufnahme beweisrechtlich gesichert wurde?

  • Ich dachte immer, bei gebrauchten Dingen gilt, gekauft wie gesehen?


    Kommt auch drauf an, wie alt ist das Auto und was hast du dafür gezahlt?


    Wie teuer wäre die Reparatur der Kühlwasserbehälters?



    LG Jona

  • Deinen Brief find ich gut.
    Hast du sonst vielleicht jemand, der erstmal günstig gucken kann, was die Ursache für den Kühlwasserverlust ist?
    Dann wüsstest du auch, um welche Größenordnung es bei der Reparatur geht.
    Als mein Auto reichlich Kühlwasser verloren hat,
    war die Zylinderkopfdichtung kaputt, das war richtig teuer.

    Träumen bis wir bei Vernunft sind

  • Ich dachte immer, bei gebrauchten Dingen gilt, gekauft wie gesehen?


    Nur, wenn es explizit im Kaufvertrag bei privat/privat vereinbart wurde. Aber das wäre überdies unwirksam, wenn der Verkäufer einen Mangel verschweigt oder wie hier "herunterspielt" (§444 BGB). Die Sache hat nicht die angebotenen Eigenschaften (Mängelfrei außer Kühleranzeige lt. Verkaufsangebot). Mit Betrugsunterstellung wäre ich vorsichtig.


    Was m. M. in dem Schreiben an den Verkäufer stehen sollte, ist in diesem Fachartikel ganz gut beschrieben, speziell unter der Überschrift


    "Eine Abweichung über die Angaben des Fahrzeugs liegt vor?"


    http://www.jurarat.de/gekauft-…-aus-rechtlicher-hinsicht


    Was in dem Schreiben hier z. B. noch fehlt, ist eine Fristsetzung (z. B. Mängelbehebung bis zum xx.yy.zzzz)

  • Ich danke euch! Das mit dem Termin schreib ich noch rein. Ich würd das Auto ja auch selbst zur Werkstatt fahren, ich mag (und kann) nur jetzt nicht direkt eine weitere Rechnung bezahlen. So hätte ich das Auto definitiv nicht gekauft, denn so ist es ja nicht fahrbar. Ich bin nur froh, dass mir das so schnell aufgefallen und hier passiert ist. Wenn das erst auf einer längeren Strecke aufgefallen wäre, wäre es noch viel doofer... :kopf

    Ich bin eine Mutter - und was ist deine Superkraft?

  • bei Pit Stop oder so kann man das Auto ja noch auf weitere Mängel durchchecken lassen, kostet , glaub ich nicht soviel......Bremsen zb...sowohl Scheiben als auch Beläge, Karosserie verzogen etc......


    ich habe auch mal ein Schrott- Auto gekauft, nur leider war danach der Verkäufer abgetaucht.....ich hatte einen:
    F ehler I n A llen T eilen....gekauft.

  • Ich möchte mich gerne gütlich mit ihnen einigen


    ... und nicht sofort einen Rechtsanwalt einschalten. (Schreckt vielleicht ein bischen)


    Es sollte auf der Hand liegen, das ein Wackelkontakt in der Temperaturanzeige nicht das Gleiche ist wie ein defekter Thermostat und/oder Kühlwasserverlust.


    Das fällt für mich unter "arglistige Täuschung", zum Glück hast du deinen Vater als Zeugen.

  • Ich hab mir letztes Jahr einen Passat (:hae: Prallt argwöhnisch schnell südlich aber temperiert) gekauft und da waren sowohl mein Bruder (ok, nur VW-Facharbeiter) als auch sein Freund (Mechaniker in einer VW-Werkstatt) am probefahren. Und ich glaube, es hat 1 Woche gedauert und es hat den Querlenker? rausgeschlagen, als ich mit Schrittempo einen Hügel vorfahrtbeachtend rechts abbiegen wollte. Batterie, Auspuff, Lambasonde, Kat neu, einen von diesen Fensterheberding, als mir Eis reingerutscht ist, Reifen und irgendein SACK hat mir das Rücklicht zerhauen und ist abgehauen mit seinen/ihren Samstagseinkauf. Bei einem neuen Auto hätte ich (noch mehr) gek*. Ich will mir ja ständig einen neuen Kotflügel besorgen, weil der so blöde gespachtelt ist, aber immer was anderes.
    Alte Autos, immer Wehwehchen :frag.


    Okay, hier klingt es ja wirklich etwas gemauschelt.

  • mich würd mal interessieren, wie teuer das Auto war-


    und der Rest müsste eigentlich im Kaufvertrag stehen-


    :daumen

    Lieber Gruss


    Luchsie


    Dein Denken kann aus der Hölle einen Himmel und aus dem Himmel eine Hölle machen.


    Wem genug zu wenig ist, dem ist nichts genug. (Epikur)

  • Ich finde deinen Brief gut und hoffe sehr, dass du da etwas erreichen kannst! Drücke Daumen!

  • Naja, es ist ein altes Auto, da erwarte ich keinen Neuwagen. ;-) Es hat auch seine "alterstypischen Begleiterscheinungen" und die darf es auch haben. Aber so war es nicht fahrbar.


    Ich hab mir eure Ratschläge zu Herzen genommen und sowohl das mit der arglistigen Täuschung, als auch das mit der Frist in die Mail mit aufgenommen. Der Verkäufer hat sich auch prompt gemeldet - und wusste natürlich nicht, wovon ich spreche und bei ihm hat das Auto das noch nie gemacht etc etc. Zurücknehmen wollte er es jedenfalls nicht.
    Wir haben dann abgemacht, dass ich das Auto in die Werkstatt bringe und wir weiter schauen. Hab ich gemacht. 300 Euro, weil Kühler + Temperaturregelung im Eimer waren. Ich hab mal den Werkstattmenschen gefragt, ob es sein kann, dass sowas vor Verkauf nicht aufgefallen ist. Er meinte, wenn das Auto vorher nur in relativ kühlem Wetter, auf kurzen Strecken und langsam gefahren wurde, könnte das eventuell sein. Hält er zwar für unwahrscheinlich, will da aber niemanden belasten oder ähnliches.


    Nun hab ich die Rechnung eingescannt und an den Herrn Verkäufer geschickt, mit der Bitte um einen realtistischen Vorschlag, wie wir das jetzt regeln. :|

    Ich bin eine Mutter - und was ist deine Superkraft?

  • Na dann viel Glück beim Geldeintreiben... Wäre der Verkäufer ein fairer und ehrlicher Mensch, dann hätte er dir den Mangel nicht verschwiegen, sondern hätte das Auto entweder vorher reparieren lassen oder Preisnachlass für den Mangel gewährt. Bei so jemandem habe ich ehrlich gesagt wenig Hoffnung, dass er die Werkstattrechnung jetzt ohne Theater übernimmt. Aber vielleicht hast du ja doch Glück...


    Noch ein Tipp für den nächsten Kauf, der ja dann irgendwann fällig ist, weil dieses Auto auch schon alt ist: Lass das Auto vor dem Kauf durchchecken in einer Werkstatt oder bei einem Gutachter (als ADAC-Mitglied kostet es nur 80€), immer eine gute Investition!! Habe ich auch IMMER gemacht, da ich selbst keine Ahnung habe. Dort erfährst du auch, ob der Preis angemessen ist. Und wenn die was finden, hast du das Protokoll in der Hand als gute Verhandlungsbasis beim Verkäufer. Schon die Reaktion auf die Aussage, dass man die Probefahrt zu einer Wekstatt machen wird, ist mitunter sehr aufschlussreich.


    Ansonsten: Gute Fahrt mit deinem neuen Auto!