Wie viel ist(noch)normal?...

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  • So wie Du mich hier nur unvollständig zitierst, klingt es wirklich gemein.Was sich aber sofort auflöst wenn man sich die Mühe macht und den ganzen Satz zitiert


    Ich hatte durchaus deinen ganzen Satz gelesen. Aber wohl offensichtlich trotzdem falsch verstanden. Denn hätte ich ihn von vorne herein richtig verstanden, hätte ich das nicht so geschrieben. Wenn ich mich in irgendeine Diskussion reinhänge, lese ich immer die ganzen Sätze. Manchmal auch mehrmals.
    Tut mir leid, falls ich dich verärgert haben sollte.

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    Ihr kennt bestimmt auch diese eine Person, die ihr bei einer Zombie Apokalypse sofort erschießen würdet.
    Egal ob Zombie oder nicht...

  • Auf mich macht es auch den Eindruck, das die 2Kleinigkeiten" zu hoch bewertet werden.
    Vielleicht habt ihr euch da hoch geschaukelt?


    Na ja ein Teenager der stinkt, seinen Müll im Kopfkissen sammelt, nur Stress in der Schule macht...da ist so ein Fön der i Punkt.


    Anscheinend versteht er sich selbst nicht.


    Aber in der Pupertät da ist es für den Pubertierenden ja auch nicht einfach...


    Ich würde den Tenor aus den Antworten unterstreichen und ihm die Verantwortung geben.


    -lass sein Zimmer so wie er es behandelt, wenn er Müll sammeln will lasse ihn.
    Ich kenne ein extremes Beispiel wo der Teenager auch Lebensmittelreste unterrm Bett sammelte, nichts nütze...bis Würmchen da waren...danach hat das Kind Ordnung gelernt.


    Bei so Sachen mit dem Fön, würde ich ihm die Kosequenz geben, beim nächsten Kabelbruch zahltst du von deinem Taschengeld den neuen Fön.


    Und was die Schule betrifft, würde ich mit den Leheren über Konsequenzen in der Schule sprechen, wie s.o. Nachsitzen bis die Hausaufgaben gemacht sind.


    Das mit dem Waschen...??? Er sit 13 Körperhygiene muss er selbst in den Griff kriegen...ich erinnere mich, das mein ältester Bruder in dem Alter auch echt ekelig war (fanden nicht nur Kinder in der Schule sondern wir Geeschwister auch) der hat die Haare wenn überhaupt nur mit Wasser gewaschen also waren sie trotzdem beständig fettig.
    Der war davon ÜBERZEUGT so schick zu sein und das Shampo überbewerted wird...


    Ich kann mich leider nicht erinnern, warum er es irgendwann änderte aber er änderte es, noch vor der Volljährigkeit und fand es im Nachhinein selbst ekelig...

    Träume nicht dein Leben - lebe deinen Traum! :)

  • Hallo Paradoxx,


    Du fragst "was ist noch normal?"
    Du schilderst Eure Probleme und möchtest diese an der Norm der anderen hier messen, möchtest die Meinung der anderen hören.


    Einige Eltern von "normalen" Kindern antworten dem Sinne nach "setze Prioritäten, ein Fön und ein unordentliches Zimmer haben keine Priorität!". Eltern von AD(H)S-Kindern antworten, wie bekannt ihnen diese Verhaltensweisen vorkommen. Dann irgendwann als das Stichwort ADS gefallen war, kommt von Dir die eher beiläufige Information "Mein Sohn hat es auch"


    Auch wenn einige hier das Beispiel nun als überstrapaziert betrachten, möchte ich doch auf den Haartrockner zurückkommen: Dein Sohn hatte diesen Gegenstand nicht in der von Dir geforderten Weise aufgehängt und stand danach sechs (!) Stunden lang im Bad? Von 14 bis 20 Uhr? Als Konsequenz seines Verhaltens wurde ihm angekündigt, zum Vater übersiedeln zu müssen und dieser hat dann dem Sohn bei einem Telefonat den Kopf gewaschen? Dem Kind? Nicht Dir oder Euch?


    Einfach mal von AD(H)S-Mutter zu AD(H)S-Mutter als Antwort auf Deine Frage im Titel dieses Themenstrangs
    - Kaspern in der Schule ist bei AD(H)S vollkommen normal
    - Trotzige Antworten auf stets die gleichen unbeantwortbare Fragen sind bei AD(H)S vollkommen normal
    - stets wiederkehrende Aufgaben nicht zu beherrschen bzw. bis zu 80 mal später als bei anderen Kindern ist bei AD(H)S vollkommen normal
    - schlecht organisierte Hausaufgaben sind bei AD(H)S vollkommen normal
    - keine Freunde zu haben, ist bei AD(H)S leider häufig vollkommen normal
    - Chaos nicht nur im Kopf, sondern auch im Zimmer zu haben ist bei AD(H)S vollkommen normal und oftmals auch bei Kindern ohne dieses Syndrom
    - dass AD(H)S-Kinder und Nicht-AD(H)S-Kinder in ihrer Not dumme Dinge tun wie z.B. Ladendiebstahl wenn zu Hause der Erhalt von Süßigkeiten mit Demütigung verbunden ist, ist vollkommen normal.


    Aber der wichtigste Punkt:
    - das Gefühl ein Vollversager zu sein, ist bei AD(H)S vollkommen normal und wird ganz gerne mal verstärkt durch unsinnige Strafen, durch Angst und Abwertung


    Überlegt euch doch bitte einmal eine "Kleinigkeit" welche ihr bemerkt habt und dann zu eurem Kind gesagt habt "Du, finde ich gut dass du das getan hast, aber guck mal wenn du das so machst wäre es mir lieber und Sinnvoller.
    So. Und nun stellt euch vor das sich diese "Kleinigkeit" immer wiederholt. Im besten Fall beinahe täglich. Und viele solche "Kleinigkeiten" x3, oder x5 geschehen, TÄGLICH!!
    Wären es dann für euch noch immer "nur" Kleinigkeiten? Und ab wann würdet ihr den Eindruck erhalten "Will Kind mich verarschen?"...


    Paradoxx, ich habe Respekt vor AD(H)S-Eltern und vor allen Eltern von nicht der Norm entsprechenden Kindern. Außerdem weiß ich, wie nervtötend dieses immer wiederkehrenden Wiederholungen sind. Ich kann verstehen, dass man irgendwann nicht mehr die Kraft dazu hat.


    Und doch solltest Du als Erwachsene (die sich vermutlich sehr genau informiert hat über das Syndrom) schon auch Dich selbst reflektieren. Warum fragst Du, was "normal" ist? Warum sind deine Ansprüche an deinen Sohn höher als die der Eltern von "normalen" Kindern? Warum kannst Du nicht Prioritäten setzen und willst stattdessen die perfekte Familie?


    Wenn Deine Kraft nicht ausreicht für Euren Alltag, gibt es vielerlei Hilfsmöglichkeiten. Welche dieser Möglichkeiten nutzt Ihr? Nur die Psychologin alle zwei Wochen? Es muss nicht gleich das betreute Wohnen sein. Womöglich wäre das für den Sohn sogar gut, aber vor allem, wenn Dein Sohn das als Verstoßen empfinden würde, wäre das fatal für ihn. Eventuell wäre vielleicht eine Erziehungsberatung eine gute Idee?


    Beste Grüße
    FrauRausteiger

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    •» Cave quicquam dicas, nisi quod scieris optime. :rauchen «•
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    Einmal editiert, zuletzt von FrauRausteiger ()

  • Oha, ist mir letztens schonmal passiert...ich dachte der Thrat wäre an anderer Stelle zu Ende gewesen und habe darauf geantwortet, das mit der Psychologin kam erst danach!


    (Liegt es an mir? Oder an meinem Computer? :radab das zweite Mal bin ich fest überzeugt ein Thrat ist zu Ende-antworte- und dann stelle ich fest der war noch nicht zu Ende... :wow :whistling: :rolleyes: )

    Träume nicht dein Leben - lebe deinen Traum! :)

  • Ich klinke mich hier mal kurz ein: Paradoxx, du schreibst, er hat eine ADS-Diagnose.
    Ist Asperger eigentlich ausgeschlossen bzw. schon mal getestet worden. Vieles, was du über ihn schreibst, klingt so dermaßen danach:
    wenig Empathie, legt kein Wert auf Äußeres, keine Freunde...


    Vielleicht lohnt es sich, sich mal damit zu beschäftigen, den Aspies brauchen eine andere Ansprache, damit die Dinge besser laufen.


    edit: Ich lese gerade noch mal die Antworten quer und stelle fest, dass CoCo schon diese Vermutung hatte.

  • Es sind nun ein paar Tage vergangen. Ich habe einige Gespräche geführt, mit der Psychologin und der Psychiaterin, als auch mit dem Vater.
    Vor eineinhalb Jahren bin ich mit meinen Gedanken und meiner Sorge um meinen Sohn zur Psychologin gegangen.
    Auch ich habe den Verdacht das eventuell Asperger vorliegen könnte. Zum einen weil es viele Stimmigkeiten gibt, wie mangelnde Empathie-Egoismus-keine Freunde-stets die gleichen Beschäftigungen etc.
    und zum anderen da es innerhalb meines Familienstammbaumes zwei Kinder mit Autismus gibt. Zum einen das Kanner, zum anderen Mutismus. Beide Mütter der Kinder sind meine Halbschwestern.
    Wir haben den selben Vater. Er wiederum kann der genetische "Überträger" sein.


    Seitens der Psychologin wurde es zur Kenntnis genommen, aber nicht sehr Ernst genommen wie mir scheint.
    Ich hätte derzeit aber dennoch die Möglichkeit gehabt diesem Verdacht durch Überweisung zu Autismus Spezialisten nach zu gehen.
    Nur, ich brauche die Einverständnis des Kindesvaters. Und der spielt nicht mit. Er verschließt die Augen und stützt sich auf Aussagen der Lehrer, die unseren Sohn nicht Auffälliger halten wie andere Schüler.
    Soweit ist das auch richtig. Unser Sohn ist auf den ersten Blick nicht wesentlich anders als andere Kinder in seinem Alter.
    Aber die Situationen welche im Häuslichen miteinander stattfinden, kann weder der Vater, noch die Lehrer, noch die Psychologen beurteilen. Das kann man nur wenn man eng miteinander Täglich lebt.
    Da fällt es dann umso mehr auf. Trotzdem kann ich reden wie ich will, der Vater möchte sein Einverständnis nicht erteilen.


    Vor das Familiengericht kann ich auch nicht gehen, da die Überweisung zum Spezialisten nicht Medizinisch notwendig ist, noch unabdingbar seitens der Psychologin beantragt wird, sondern lediglich nur mein Wunsch wäre.
    Das soll sich nun ändern. Letzte Woche hatte ich nun einen Notfall Termin bei der Psychologin, wegen des Diebstahls und weil ich mir einfach keinen Rat mehr weis.
    Ich schilderte ihr die letzten Wochen und Situationen, sowie die Aussagen meines Sohnes weshalb er sich verhält wie er sich verhält.
    Nun, sie war recht geschockt als ich ihr sagte, dass mein Sohn "schauen will was an Ärger kommt" und er sich denkt "beim nächsten Mal klappt es bestimmt"...auch das er kaum mit seinen Familienmitgliedern kommuniziert, stets alleine in seinem Zimmer hockt, keine weiteren Interessen zeigt außer lesen und auch nach wie vor keine Freunde hat, bzw. sich Verbindungen zu gleichaltrigen Kindern aufbauen.
    Außerdem schilderte ich ihr, dass ich oftmals das Gefühl habe, er schaltet ab wenn man mit ihm spricht. Als sei er nicht in der Realität, sondern irgendwo anders. Er schaut quasi durch einen hindurch. Sein Blick wirkt sehr starr, er hat weit geöffnete Augen und man erhält den Eindruck als würde er einer überaus spannenden Geschichte lauschen.


    Die Psychologin berät sich jetzt mit der Psychiaterin. Auch ihr selbst ist in den letzten Gesprächsrunden mit meinem Sohn einiges Aufgefallen was auch sie vermuten lässt, dass tatsächlich Asperger vorliegen könnte, oder eine Störung der Wahrnehmung. Ihr ist aufgefallen, dass mein Sohn nicht in der Lage ist ein Gespräch zu eröffnen oder weiter zu führen. Das kenne ich auch. Mein Sohn führt Grundsätzlich Gespräche in Form von "Frage-Antwort"...
    Desweiteren sagt sie auch, sie hat Bedenken was das Sozialverhalten angeht. Das er eben keinerlei Interesse an seinen Mitmenschen hat. Weder in seinem Alter, noch andere Altersgruppen. Und das sie gemerkt hat, das er sich nicht in andere Menschen hineinversetzen kann. Es tut ihm nicht Leid wenn er andere mit seinem Verhalten kränkt. Aber wenn er gekränkt wird, reagiert er sehr Sensibel.
    Nächste Woche hat mein Sohn nochmal einen Termin. Sie möchte mit ihm über die vergangenen Tage sprechen und sich ein Bild von seiner Sichtweise machen. Den Tag darauf habe ich selbst bei ihr einen Termin.
    Ich denke, es wird wohl(hoffentlich)dazu übergehen dass es jetzt Festgemacht wird zum Spezialisten gehen zu können. Und zwar so, dass sich der Vater auf den Kopf stellen kann wie er will.


    Wie gerne möchte ich meinen Sohn verstehen wollen. Es kann doch wirklich gut sein, dass er eine "Störung" hat und man ihm(also ich vordergründig)ihm die ganze Zeit unrecht tue...es kann natürlich auch gut sein, das nichts heraus kommt. Aber dann habe ich doch auch in diesem Fall Gewissheit.


    "Denken ist wie GOOGLEN,...nur krasser!!"

    Einmal editiert, zuletzt von Paradoxx ()

  • Bitte nicht falsch verstehen...
    Ich will meinem Sohn keinen "Namen" aufdrücken. Ich mag ihn nur endlich verstehen können.
    Sollte sich wirklich etwas bewahrheiten, dann kann er unter Umständen nichts dafür, das er so ist-wie er ist.
    Desweiteren würde sich dann ein anderer Weg auf tun.


    Dummes Beispiel, aber vielleicht versteht man es so besser.


    Wenn ich Blind wäre und wüsste nicht das meinem Kind Füße fehlen, würde ich es immer (auf)fordern zu laufen.
    Bis mir einer auf die Schulter tippt und sagt "Duuu, es kann nicht laufen-hat keine Füße"...
    Dann könnte ich es natürlich nicht weiter (auf)fordern. Aber ich könnte fördern. Und zwar so, dass ich nicht Überfordere.


    "Denken ist wie GOOGLEN,...nur krasser!!"

  • Nicht falsch verstehen, aber ich finde ich "schön", wenn er eine klare Diagnose wie Asperger bekäme.
    Ich selbst (Lehrerin) unterrichte zur Zeit 5 Jungs (verschiedene Klassen) mit Asperger. Ganz unterschiedliche Typen, Ausprägungen...
    Je früher diagnostiziert, desto leichter zu händeln.
    Schade, dass es jetzt erst mit 13 bei euch ist.
    Man kann soooo vieles machen und vor allem als Angehörige auch verstehen. Es gibt einige no-gos und so viele sinnvolle Ratschläge, wie das Leben für alle - auch für ihn!!! - leichter wird.


    Sollte es zur Diagnose kommen, dann rate ich dir, dir selbst auch Hilfe zu suchen. An unserer Schule gibt es einen Aspie-Gesprächskreis für Eltern z.B. vielleicht findest du auch so etwas.


    Ich mag meine 5 Aspies ja sehr, die "Denke" ist sehr sehr speziell.


    Lies doch mal von Dr. Peter Schmidt "Ein Kaktus zum Valentistag" und "Der Junge vom Mars".

  • Schön, dass auch noch andere an Autismus gedacht haben, das kam mir auch in den Sinn, als ich von den Eigenheiten Deines Kindes las. Zudem kommen AD(H)S und Autismus auch gern zusammen vor. Bei der Diagnose ist es leider so, dass sich nicht jeder Psychiater (und Psychologe) damit auskennt, da kann man auch von denen die seltsamsten Vorurteile hören.


    Wie es Nordlicht schon festgestellt hat: Kennst Du einen Autisten, kennst Du einen Autisten. Da gibt es nicht mehr Gemeinsamkeiten als zwischen den neurotypischen Menschen.


    Kennst Du schon das rehakids-Forum? Da gibt es eine Unterabteilung für Autismus, ich glaube, auch eine für AD(H)S.

    Im Forum gängige Abkürzungen:
    ABR: Aufenthaltsbestimmungsrecht (kann sich auf das alleinige ABR beziehen) / ASR: Alleiniges Sorgerecht / GSR: Gemeinsames Sorgerecht / SR: Sorgerecht
    BU: Begleiteter Umgang oder Betreuungsunterhalt / KU: Kindesunterhalt / UHV: Unterhaltsvorschuss / WM: Wechselmodell / BET: Betreuungselternteil / UET: Umgangselternteil
    TE bzw. TS: Threadersteller bzw. Themenstarter / JA: Jugendamt
    KV: Kindsvater / KM: Kindsmutter / ET: Elternteil / GE: Großeltern