Wenn Eltern langsam dement werden...

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  • Hey,


    na das mit dem betreuten Wohnen klingt doch gut!!! :daumen


    da bin ich echt sehr sehr froh, dass meine Mutter da so pflegeleicht ist!! Eine richtige Wesensveränderung kann ich kaum erkennen Gott sei Dank.... ausser dass sie noch ruhiger geworden ist, als sie eh schon war...... wobei..... wenn ich genauer drüber nachdenke.... sie ist etwas fröhlicher geworden.... lacht mehr als noch vor einigen Monaten.........
    und ich bin sehr froh, dass sie da an dem verhängnisvollen Tag eben nicht unsere Adressen oder Telefonnummern dabei hatte.... sondern tatsächlich eingewiesen wurde.... sonst wären wir vermutlich aktuell auch noch nicht so weit, wie wir jetzt sind.....
    Und ich muss sagen... auch wenn das schlechte Gewissen immer mal wieder vorspickt...... vor allem fühle ich mich erleichtert.... erleichtert, dass sie gut aufgehoben ist.... dass sie sich sichtlich wohlfühlt.... und dass es sich zur Zeit nicht weiter verschlechtert, sondern tatsächlich stabilisiert hat. Ich muss mir nicht den ganzen Tag Sorgen machen..... Ich kann mich endlich mal auf mich und meine Tochter konzentrieren.... wir können mal übers Wochenende wegfahren........ und das sind so Dinge, die mir im Moment sehr gut tun......

  • @ Leia & nordlicht - :knuddel danke für Eure lieben Worte..., ja,das ist eine echt harte Nuss,zu erkennen, daß die
    Persönlichkeit, der Mensch, der einem mal vertraut war,immer weniger wird.
    Meine Mutter wohnt ( noch) allein,sitzt dreiviertel des Tages vorm PC,raucht und spielt Skat. Ich muss sie unter
    irgendeinem Vorwand zum Arzt bekommen, damit man erstmal eine Diagnose und einen Anfang hat.
    Um Weihnachten herum habe ich mit einer Dame von der Alzheimergesellschaft telefoniert und ihr meine Sorgen geschildert,sie meinte,das Wichtigste wäre momentan, das gewährleistet ist, dass sie täglich ausreichend trinkt.
    Mir wäre über kurz oder lang auch wohler,wenn meine Mutter in ein betreutes Wohnen käme.

    Auch aus Steinen,die Dir in den Weg gelegt werden,kannst Du etwas Schönes bauen. ( Erich Kästner)


    Wege entstehen dadurch,dass man sie geht. ( Franz Kafka)

  • Mir wäre über kurz oder lang auch wohler,wenn meine Mutter in ein betreutes Wohnen käme.


    Hallo LaFamille : betreutes Wohnen ist sehr unterschiedlich. Das Pflegepersonal kommt nur auf " Ruf". Es achtet keiner darauf, wie sie ihren Tag strukturiert.
    Der Haushalt muß auch selber geführt werden. Keiner hat einen Überblick, was sie zu sich nimmt.
    Wenn eine Demenz vorliegt wäre meiner Meinung nach der Besuch einer Tagesgruppe in der speziell für die demenzkranken Menschen Aktivitäten angeboten werden oder das Wohnen
    in einer Wohngruppe für Demenzerkrankte sinnvoller.

  • Hallo LaFamille : betreutes Wohnen ist sehr unterschiedlich. Das Pflegepersonal kommt nur auf " Ruf". Es achtet keiner darauf, wie sie ihren Tag strukturiert.
    Der Haushalt muß auch selber geführt werden. Keiner hat einen Überblick, was sie zu sich nimmt.
    Wenn eine Demenz vorliegt wäre meiner Meinung nach der Besuch einer Tagesgruppe in der speziell für die demenzkranken Menschen Aktivitäten angeboten werden oder das Wohnen
    in einer Wohngruppe für Demenzerkrankte sinnvoller.




    Aha okay,danke,das ist gut zu wissen. Bislang habe ich mich noch nicht intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt. Aber gerade diese Kontrolle über das regelmäßige
    Essen & Trinken ist so extrem wichtig. Meine Mutter ist neuerdings auf einem "Magerwahntrip" und megastolz darauf,so viel zu wiegen,wie mit 20 :ohnmacht:

    Auch aus Steinen,die Dir in den Weg gelegt werden,kannst Du etwas Schönes bauen. ( Erich Kästner)


    Wege entstehen dadurch,dass man sie geht. ( Franz Kafka)

  • Wir haben auch hin- und her überlegt ob Heim oder betreutes Wohnen...... wir haben auch viel mit der Heimleitung gesprochen.... mittlerweile sind wir froh, dass wir den platz im Heim genommen haben........ wie schauenwirmal schon sagt.... im betreuten Wohnen sind sie mehr oder weniger auf sich allein gestellt.... und meine Mutter wäre da gnadenlos untergegangen.......... so ist sie jetzt in der Gemeinschaft..... und hat kontrollierte Aktivitäten.... bekommt regelmäßig ihr Essen.... und Trinken.... und ist unter Beobachtung..... das wäre im betreuten Wohnen unter den Umständen nicht möglich.......
    Sie hat zwar immer noch Heimweh.... beteiligt sich aber an den Aktivitäten und fühlt sich ganz wohl..... und sie ist in Gesellschaft :) was ihr sichtlich gut tut!!!

  • Ich denke aus eben den Gründen, dass betreutes Wohnen nichts für meine Mutter ist. Nur SIE denkt das. ;-) Sie sieht als einziges Problem eben, dass sie nicht mehr in den 2. Stock kommt ohne Fahrstuhl. Allerdings ist sie auch die einzige, die das denkt. ;-)
    Wohngruppe ginge gar nicht, sie bräuchte schon was eigenes.
    Finanziell wird's auch interessant. Sie lebt zwar in einer Eigentumswohnung, lass die mal 100.000 Euro wert sein, aber das reicht ja auch nicht ewig. Pflegestufe hat sie nicht, will sie nicht.
    Ich ärgere mich im Nachhinein, dass ich vor einem Jahr nicht mal mit den Ärzten im KH gesprochen habe. DIE hatten nämlich ganz offensichtlich den Verdacht...

  • Naja......... man möchte sowas ja auch erstmal nicht sehen................. andere sind betroffen.... aber doch nicht ich........... wir haben es trotz einiger schwerwiegenden Beweise auch ewig totgeschwiegen..... vor allem ich.... mein Bruder war da eher skeptisch..... ja.... finanziell ist das ein Riesenspaß....... wir verkaufen gerade die Eigentumswohnung meiner Mutter....... und haben eine Höherstufung beantragt.... aktuell haben wir Pflegestufe 0....... wir hoffen, dank des neuen Gesetzes, dass es wenigstens 1 wird ?(
    ansonsten ist das Geld von der Wohnung schnell weg.........

  • Liebes Forum,


    ich lese immer noch still mit, aber schreibe sonst nicht mehr. Eben habe ich festgestellt, dass dieser Beitrag genau ein Jahr ist. Und ihr wart die ersten, die ich um Rat gefragt habe, daher wollte ich mal updaten, denn es ist viel passiert.


    Meine Mutter habe ich genau am Muttertag 2016 ins Krankenhaus einliefern lassen, weil sie SO runtergekommen war, sie lag zuhause nur noch rum, ihre Wohnung = Chaos pur.
    Im Krankenhaus blieb sie 4 Wochen, danach ging es in die Kurzzeitpflege, dank einer sehr guten Sozialarbeiterin im Krankenhaus lief das auch problemlos.
    Ende Juni habe ich mich dann um einen Platz im betreuten Wohnen bei mir um die Ecke gekümmert. Alte Wohnung aufgelöst, neues Zimmer mit Küche/Bad eingerichtet. Ein riesen Kraftaufwand! Für die alte Wohnung musste echt Profis für die Reinigung ran.


    Meine Mutter hat dann im Sommer recht unkompliziert Pflegestufe I bekommen, Diagnose seit der ersten Krankenhauszeit: Polyneuropathie - Nervensterben durch jahrelange Ignorieren ihrer Diabetes. Sie hatte z.T. einen Blutzucker von 400. Irreparable Schäden, alle Bewegungen fallen ihr schwer.
    Hinzug kommen jahrelang bekannte Depressionen mit Ängsten und Zwängen. Ich nehme an, auch hier hat sie ihre Medikamente nicht genommen.
    Im betreuten Wohnen ging es nur bis September gut: Meine Mutter hat auch dort quasi nichts anderes gemacht als rumliegen und so immense Zusatzkosten verursacht, sodass ihr Gespartes von rund 25.000 Euro auf 8.000 Euro innerhalb von wenigen Monaten geschrumpft ist. Natürlich musste ihre alte Wohnung (Eigentumswohnung) auch immer noch mitfinanziert werden. Irre, oder?!
    Da sich immer mehr rausstellte, dass betreutes Wohnen einfach nicht "reicht", da sich nicht "wohnt", sondern vor allem auf Pflege angewiesen ist, habe ich sie Ende September in ein Pflegeheim gebracht. Wieder gleich um die Ecke.


    Wir hatten eigentlich ein wahnsinniges Glück, es gab unglaublich viele hilfsbereite Institutionen, Menschen, Firmen, die immer gleich gesprungen sind, wenn ich meine/unsere Situation geschildert habe.
    Nun habe ich Ende November ihre Eigentumswohnung verkauft (die Ersparnisse gingen zur Neige) und meine Mutter wird auch künftig ihren Pflegeheimplatz mit ihrer Rente (trotz Pflegereform) bezahlen können, trotzdem ist ein Polster gut, da monatlich Zusatzkosten anfallen... man wundert sich, wie da das Geld fließt.


    Gesundheitlich ist es ein Elend, dass man kaum beschreiben kann. Sie ist erst 69... Die Polyneuropathie muss jahrelang schleichend gewütet haben und schlägt nun erbarmungslos zu: Inkontinenz, Herz, Nieren, Muskeln und auch das Gehirn... all dies verstärken Panik und Ängste.
    Ich nehme meine 10-jährige Tochter wirklich nur noch ungern mit, aber natürlich wollen beide sich auch sehen.
    Aber es endet jedes Mal im Chaos. Heilig Abend waren wir da, natürlich stürzte sie, Gebrüll, Schwestern, Ärzte... und dann nimmt meine Mutter auch nur eingeschränkt wahr und wollte Heilig Abend eigentlich, dass wir sie abholen... das hätte nie geklappt. Und eigentlich will sie immer, dass wir ständig da sind und länger bleiben. Es geht einfach nicht...
    Während sie neulich für ein paar Tage im KH war, wurde auch noch im Pflegeheim von außen eingebrochen, Laptop gestohlen.


    Zumindest wir sind jetzt auf der sicheren Seite, sie ist gut aufgehoben und mich wird es nicht finanziell ruinieren (hatte wirklich Angst), aber sie wird erst sicher sein, wenn es vorbei ist... es ist ein ganz ganz elender langer Prozess und ein langer Abschied.

  • Ich muss hier mal was einstreuen, weil man es ja nur mit Humor ertragen kann.


    Meine Mutter wohnt ja im Pflegeheim, dort ist es ganz nett, aber meine Mutter "pflegt" das Nichtstun, lässt sich auch nicht motivieren, weder durch das Personal noch durch uns.
    Dadurch wird sie auch immer wirrer, sieht Dinge, Tiere, erzählt Quatsch.
    Momentan sieht sie Katzen - in ihrem Zimmer, draußen auf der Terrasse. Seit neustem sogar Mäuse, die die Katzen allerdings leider nicht fangen.


    Vorhin schöner Dialog Oma - Enkelin:


    "Kind, siehst du die Katze da sitzen?"
    "Oma! Da ist keine Katze!"
    "Dann ist sie wohl weggelaufen."


    Wir mussten nachher so lachen: Die ehrliche Enkelin und die sture Oma.
    Tja, dann ist die Katze wohl weggelaufen... Kannste nix machen.
    :-D

  • Hallo Nordlicht,


    das ist wirklich sehr traurig.
    Ich hatte eine ähnliche Geschichte letztes Jahr durchzustehen.
    Allerdings ist meine Mutter im betreuten Wohnen total glücklich und generell aufgeblüht. ( Auch Dank eines Antidepressiva).
    Ihr tut die Nähe anderer Menschen mit ähnlichen Einschränkungen sehr gut. Ansonsten ihr Gesundheitszustand sehr fragil aber das Wichtigste ist ihr Lebenswille, den ich schon öfters aktiviert habe.
    Dies We haben wir sie wieder besucht, als Überraschung, riesengroße Freude, sie machte sogar einen Ausflug in ein Dinopark mit. Was noch vor 2 Monaten undenkbar war. Amüsierte sich mit Kleinpubi...die zwei sind ein Herz und eine Seele. Im betreuten Wohnen sehe ich sie scherzen, herumflirten etc. Es gibt Nachmittagskäffchen mit ihren Mädels. Sie geht oft alleine raus mit dem Gehwagen, hat wieder angefangen zu stricken und sogar etwas Nähen...ich komme aus dem Staunen nicht heraus und freue mich wirklich. Ich hab sogar das Gefühl, dass die Denkleistung besser geworden ist...auf jeden Fall hat uns Omi in Memoryspiel geschlagen :)

    Nicht auf das Leben kommt es an, sondern auf den Schwung, mit dem wir es anpacken. H. Walpole

  • Hallo lenchen,


    meine Mutter ist leider stur wie ein Eimer und zudem dank der Polyneuropathie auch sehr unbeweglich. Natürlich könnte man/hätte man... leider bringt alles reden, tun, machen nichts.
    Letztlich ist das Ganze wohl auch ein Ergebnis (?) ihrer Angsterkrankung:
    Wenn sie im Bett liegt und fern sieht, passiert ihr nichts, dann fällt sie nicht.
    Medikamente nimmt sie reichlich, aber so richtig wirken die vermutlich in Massen auch alle nicht.
    Die alten Leute findet sie alle doof, wobei ich immer echt fitte bei ihr im Heim sehe.
    Es wird im Heim auch viel angeboten, das Heim hat einen riesigen Garten.


    Aber total SCHÖN, dass es bei deiner so schön klappt! Das hatte ich mir ja auch vom betreuten Wohnen versprochen, aber dort konnte ich sie letztlich nur 2 Monate "halten".
    Dort wäre es richtig nett gewesen, aber sie lag nur rum oder rauchte.


    Und letztlich alles, weil sie jahrelang einfach ihre Diabetes-Medis nicht genommen hat - schon krass.
    Ihr Lebenswille ist irgendwie da, aber es reicht nur noch zum Leben an sich.

  • Man kann Keinen zum Glück zwingen... wenn deine Mutter so zufrieden und glücklich ist, musst du das akzeptieren auch wenn du das anders siehst. Wir hatten einfach Glück, in ihrer Wohnung als ihr Lebenspartner verstarb und dann Hundi ging, ging es nicht. Sie hat aufgrund eines Sturzes ein Nerv im Bein geschädigt, kann.das Bein kaum heben und auch nicht spüren. Sie ist aber keine starke Persönlichkeit, deswegen bin ich wie eine Buldogge und lasse nicht los, bis ich sie so weit habe, dass sie aufsteht. Jeder Tag im Bett bzw im Krankenhaus kostet sie Muskelmasse.
    Sie macht GsD irgendwann mit....und ist letztendlich glücklich.
    Sie hatte kein leichtes Leben und der Platz war ein Lottogewinn, vor allem wg. den Pflegerinnen, das sind Goldstücke von Menschen und weil es sehr klein und familiär ist.
    Man muss schmunzeln, wenn Opis meiner Ma zurufen und fragen, wann sie zusammen spazieren gehen..da denkt man...sind es Pubis...?

    Nicht auf das Leben kommt es an, sondern auf den Schwung, mit dem wir es anpacken. H. Walpole