Kind verletzt sich selbst

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Herzlichst Euer AE-Team
  • Sohni hatte heute seine Diagnostik. Die Dame hat den ET 6-6-Test gemacht sowie die Münchner funktionelle Entwicklungsdiagnostik für das Alter von 30-36 Monate. Sie hat den Test nicht direkt ausgewertet, das macht sie ohne uns und wir haben für Freitag einen Telefontermin vereinbart.
    Ich persönlich fand die beiden Tests jetzt so lala. Manche Dinge konnte Sohni wirklich gut, andere garnicht und er war zum Schluss garnicht mehr richtig bei der Sache und konnte die simpelsten Fragen nicht mehr beantworten.
    Er hat sonst auch oft die Fragestellung nicht verstanden. Zb "Gib mir mal alle grossen Kugeln." Sohni gibt ihr alle Kugeln. Sie hat die Fragen sonst eher allgemein gestellt und Sohni vorher kaum etwas erklärt. Ich weiss, dass er viele andere Dinge beantworten bzw. ausführen könnte, wenn die Fragestellung und Vorbereitung anders gewesen wäre. Aber ich denke, das war bewusst so gemacht. Er hat halt bei der Hälfte der Frage nicht mehr richtig zugehört und dann was anderes ausgeführt. Das fand ich jetzt sehr auffällig. Zu Hause gehen wir anders damit um, gehen erstmal die Bilderkarten durch, was drauf zu sehen ist und sortieren dann zu zb. Dort sollte er sofort zuordnen.
    Ansonsten fängt er Bälle fast garnicht auf. Wenn man ihm einen Ball zuwirft und er ihn fangen soll, steht er nur da mit hängenden Armen und bekommt den Ball dann halt ab.
    Anschliessend musste ich noch einen Fragebogen ausfüllen, ob er Rollenspiele spielt, Ampelzeichen befolgt, Dreirad fahren kann, mit der Schere auf einem Strich schneiden usw.


    Sie sieht so jetzt (vor Auswertung der Tests) zumindest nicht den Bedarf einer Einzelförderung, sieht aber schon eine verstörte Wahrnehmung. Sie würde uns so jetzt 6-12 Gruppenstunden Motopädie empfehlen.

  • Zitat

    Er hat halt bei der Hälfte der Frage nicht mehr richtig zugehört und dann was anderes ausgeführt. Das fand ich jetzt sehr auffällig.


    Völlig normal für das Alter.
    Und Bälle auffängen fängt mit 4 Jahren frühestens an.

  • Ich möchte nochmal ein (abschliessendes) Update schreiben.


    Nachdem wir mehrere termine bei der Frühförderung hatten, kam abschliessend beim Clearingtermin heraus, dass Sohni keine Förderung aufgrund einer Störung/Behinderung benötige. Stattdessen wäre er wahrscheinlich hochbegabt, auf jeden Fall aber höher begabt. Er hätte früh gelernt, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, indem er sich verletzt und er hätte für sich keine andere Ausdrucksmöglichkeit gefunden, um Langeweile auszudrücken.
    Inzwischen kann er sagen, dass ihm langweilig ist, wenn man ihn fragt. Er wird auch nach wie vor aggressiv, wenn ihm langweilig wird. Er lässt sich idR aber auch wieder ablenken. Solange er gut beschäftigt ist und er viele Reize von Aussen bekommt, verhält er sich relativ "normal".
    Als ich das Ergebnis bei der KiTa-Leitung erwähnte, lachte sie und meinte sofort, das hätte sie sich schon gedacht. Sie hätten schon mehrere HBs gehabt und die wären alle ähnlich gewesen.


    Nun warte ich erstmal ab, was sich in den nächsten Monaten/Jahren tut, ob sich sein "Vorsprung" legt und er sich altersentsprechend entwickelt oder eben nicht.

  • Ich weiß nicht, mich würde die Erklärung, sein Verhalten allein auf eine mögliche Hochbegabung (die man in diesem Alter auch kaum festzustellen vermag, denke ich) zurückzuführen. Ich kenne von "Hochbegabten" schon, dass sie in einigen Bereichen sehr gut sind, in anderen meist nicht so (meist sozial) und gelangweilt/ aggressiv werden. Aber nicht gegen sich selber. Das kann ich mir, ehrlich gesagt, bei einem knapp 3 jährigen nicht vorstellen, dass er "nur" wegen der Aufmerksamkeit sich selbst verletzt. Ich würde, ganz ehrlich, mein Kind bei einem Kinderpsychologen vorstellen.
    LG, Billi

  • Naja, in manchen Bereichen ist er schon weiter als andere in seinem Alter. Wobei das natürlich noch nicht allein auf eine HB zurückzuführen ist.
    Die Erklärungen waren für mich jedoch schlüssig und wenn man ihn fordert bzw. je mehr man ihn fordert, desto weniger aggressiv wird er.
    Aber wie gesagt, ich warte jetzt erstmal mit der Entwicklung ab, testen lassen werde ich ihn dieses Jahr noch nicht (kann man wohl ab 3 Jahren). Und wieso sollte ich zu einem Kinderpsychologen gehen? Die eine Dame von der Clearingstelle war Psychologin, die andere Ärztin und vorher hatte ich mit Heilpädagogen und Therapeuten zu tun. Aufs Kind haben also schon ein paar Berufsgruppen draufgeschaut.

  • Gut, möchte ich mal sagen.
    Er beschäftigt sich nach wie vor mit Dingen, die über sein Alter hinaus sind und er interessiert sich auch für eher altersuntypische Dinge. In der KiTa wird er - soweit möglich - weiter gefördert und in Gruppenaktivitäten mit Älteren integriert. Dort fängt er inzwischen an, Schach zu spielen, darf an Experimenten für die Vorschulkinder teilnehmen. An sich ist er sehr kreativ und hat nun Möglichkeiten dies auszuleben.
    Dennoch gibts zu Hause immer mal wieder Schwierigkeiten mit seinen Aggressionen. Die lässt er aber nur noch wenig an sich selbst aus. Dafür schreit er uns an und beshcimpft uns. Da müssen wir gerade einen Weg finden, mit umzugehen. Aber er ist verständiger geworden und wir können über verschiedene Dinge sprechen und Kompromisse finden. Das war "damals" ja kaum möglich.


  • Als ich das Ergebnis bei der KiTa-Leitung erwähnte, lachte sie und meinte sofort, das hätte sie sich schon gedacht. Sie hätten schon mehrere HBs gehabt und die wären alle ähnlich gewesen.


    Hm, mit so einer Aussage kann ich nichts anfangen. Ich kenne 1-2 Hochbegabte, mittlerweile Pubis, die dieses Verhalten nicht an den Tag legten. Und bei wenigstem einem fand ich die Erziehung besch*, der wurde von klein auf nicht gefördert, sondern hatte ordentlich Druck und konnte kaum Kind sein.
    Ich habe jetzt auch von dir nicht den Eindruck. als würdest du dein Kind mit ein paar Bauklötzen vor dem Fernseher parken :hae:.


    "Blöd" ist das viele Auffälligkeiten, sei es nun HB, Hochsensibilität, Asperger, Wahrnehmungsstörungen, ADHS etc.pp. teilweise ähnliche Symptome haben, das macht es ja so schwierig das einzugrenzen. Weil die Kinder erstmal nur auffallen, als von der Norm abweichend (leider). Und es erfordert engagierte Profis die sich mal die Zeit nehmen und diagnostisch auf der Höhe der Zeit liegen. Und die kann man nach meiner Erfahrung mit der Lupe suchen.
    Ich habe von deinen Erzählungen noch immer den Eindruck das er Störungen bei der (Selbst-)Wahrnehmung hat, sich deshalb ein Ventil sucht, sehr sensibel auf seine Umgebung reagiert und deshalb oft überreizt ist.
    War ja bei "uns" ähnlich. Ja, hier stelle ich auch einen Zusammenhang, aber ohne zu sagen: Er hat dasselbe (wie mein Sohn, in diesem Fall).

  • In der Tat setze ich einen 3jährigen nicht mit Bauklötzen vor den TV :D Er interessiert sich nämlich für beides nicht (mehr) ;)
    Aber was willst du mir damit sagen? Dass ich überengagiert bin und das Kind mit Wissen vollstopfe? Keienswegs. Ich fördere das Kind nahc seinen Interessen und Bedürfnissen. Wir machen Dinge, die andere Eltern auch mit ihren Kindern machen. Wir gehen auf Spielplätze, Fahren Laufrad, gehen spazieren, Bauen mit Lego, spielen mit Playmobil, Malen, Basteln, was man halt so macht. Und ja, wir schauen uns auch mal Bücher an, wenn er sich eins aus seinem Zimmer holt udn es ansehen möchte. Wir üben weder Lesen noch Schreiben, wir üben keine zahlen oder Buchstaben und er wird nicht in Kurse gesteckt, wo er "Lernen" soll.


    Durchaus gibt es einige Parallelen zu diversen Strörungen. Wir haben manches ärztlich abklären lassen, anderes halte ich nicht für nötig. genausowenig halte ich es für nötig und sinnvoll, ein 3jähriges Kind einem IQ-Test zu unterziehen. Das spielt jetzt noch garkeine wirkliche Rolle, ob er nun tatsächlich HB ist, höher begabt oder einen Durchschnitts-IQ hat.


    Woran machst du denn Störungen der (Selbst-)Wahrnehmung bei meinem Sohn fest?

  • Dir wollte ich damit nichts sagen, ich habe auch nicht gemeint, dass du deinen Sohn (jetzt) auf HB trimmen würdest.
    Ich konnte nur mit der Aussage, der/die hat jenes Verhalten, der muss X haben, nichts anfangen. Ich weiß noch wie ich als junge Mutter sehr verzweifelt war, als die Leiterin der "Krabbelgruppe" (bis 2 Jahren) meinte ich solle meinen Sohn zum Pädaudio schleifen, weil er würde ja so schlecht hören. Bei ihrer Tochter hätte man die Schwerhörigkeit erst mit 7 bemerkt etc.pp. Geflennt habe ich, weil im 1. Moment ist das natürlich ein Schock.
    Natürlich hatte ich auch mitbekommen, das er oft nicht reagiert, aber das heißt nicht das ein Kind nicht hört. Mittlerweile waren wir 5-6 mal bei Pädaudiologen, zuletzt voriges Jahr und der hört wie eine Katze und hat auch keine auditive Wahrnehmungsstörung.
    Und was hab ich denn noch an Diagnosen bekommen in der Zeit? Schlafepilepsie, vielleicht doof, taub, Asperger, Mannometer. Ahja, und eine unfähige Mutter/Familiensituation auch noch. Die Kita wollte mich sogar beim JA melden, als er seine Selbsthau-Phase hatte.
    Mit Ausnahme, das er ein ausgesprochenes Gewohnheitstier ist und so seine Schwierigkeiten hat in fremder Umgebung aufzutauen, was auf Asperger hindeuten könnte, hat sich davon nichts bestätigt. Aber je älter er wird umso besser beherrscht er diese Situation.

    Zitat

    Woran machst du denn Störungen der (Selbst-)Wahrnehmung bei meinem Sohn fest?


    Er hat(te) ein auffälliges EEG, soll heißen er hat es "geschafft" mit einer Gehirnhälfte die Wellen eines Schlafenden abzubilden. Entweder es ist inzwischen rausgewachsen (wir gehen 1x jährlich EEG) oder er wird mal ohne Probleme ein Sektenguru, der innerhalb Sekunden in Trance verfallen kann (und Vater von 100 Kindern). Aber seine Sozialkompetenz ist i.O, tw. sogar sehr gut, er kann in der Schule gut sein, wenn er Tritte in den Hintern bekommen, wie viele Pubis. Auch die Option ihn mit Epilepsiemedikamenten einzudecken habe ich abgelehnt, weil er kein Anfallsleiden hat, die Nebenwirkungen dafür aber umso heftiger sind. Das wäre nur dann eine Möglichkeit gewesen, wenn er wirklich große Probleme gehabt hätte.


    Wir haben uns arrangiert. Er ist eigen, aber "normal" auf seine Art und kommt zurecht. Es war ein harter Weg, eben weil zuviele Laienleute Dieter Nuhrs Regel nicht beherzigen bzw. die die es qua Studium und Doktor-Titel besser wissen sollten, keine Hilfe waren. Und keine Ahnung wie das JA da hätte behilflich sein sollen, vielleicht mit Kopfmassagen, Heavy Metal-Musik auf einem Ohr o.ä...


    Deshalb rege ich mich -sorry- immer ein wenig über solche Aussagen auf.


    Okay. Gut, jetzt habe ich mich sehr aufgeregt. Ging nicht in deine Richtung, ich werde das jetzt wegatmen. Unter den Eltern die ein "auffälliges" Kind haben oder hatten, habe ich wenigstens noch das Glück, das der wahrscheinlichste Grund für sein Besonderheit mit einem Standardmedizin-Gerät nachweisbar ist. Vielen geht es da wesentlich schlechter, und die müssen sich zusätzlich mit "PAH, Modediagnose!" rumärgern, als ob sie nicht schon genug Sorgen hätten.


    Aber darf ich mir eine Bemerkung erlauben? Ich habe so den Eindruck, als wäre dir das auch nicht ganz fremd, das Verhalten der lieben Umwelt :-).


    Edit: Ich musst das "Mann" da oben noch um ein "-ometer" ergänzen, sonst wäre das mißverstanden worden :D.

    3 Mal editiert, zuletzt von butterblum ()