Auflistung über Vermögen für Scheidung

Die Registrierung ist wieder eröffnet! Wir begrüßen euch recht herzlich bei uns im Forum!
  • Hallo ihr lieben,


    Es ist soweit. Die Scheidung wurde eingereicht. Nun soll ich eine Vermögensaufstellung zum Beginn der Ehe, zum Tag der Trennung und zum Tag der Zustellung der Scheidungspapiere erstellen.


    Wie mache ich das? Was muss ich denn da mitberechnen? Wie sieht es mit den Kontoständen von gemeinsamen Konten aus? Wie sieht es mit dem Haus aus (wann es wie viel Wert war)? Was ist mit den Hochzeitsgeschenken?


    Ich weiß gar nicht wo ich überhaupt anfangen soll :hae:


    Könnt ihr mir Tipps geben, wie ich an die Informationen komme, die ich geben muss? Woher soll ich denn heute wissen, was 2013 auf dem Girokonto war?


    Eine ziemlich ratlose
    Marsu

  • Könnt ihr mir Tipps geben, wie ich an die Informationen komme, die ich geben muss? Woher soll ich denn heute wissen, was 2013 auf dem Girokonto war?


    Eine ziemlich ratlose
    Marsu


    Meine Scheidung war damals recht unkompliziert.
    Wir hatten beide keine Lust auf Erbsenzählerei, also haben wir uns auf einen Betrag X verständigt und uns auch daran gehalten. Auch ein sehr breiter Daumen bei der Schätzung kommt deutlich billiger als lange Diskussionen darüber.




    Neuanfang bedeutet ganz neu anzufangen. :strahlen







    :tuschel Das Leben wäre deutlich besser, wenn ich mit KM (mit der ich nicht verheiratet war) ähnlich praktikable Lösungen gefunden hätte.

  • Würde ich gerne, allerdings gibt es bei meinem Ex nur eine "Verhandlungsgrundlage": mir stehen nicht mal meine eigenen Sachen zu, von dem Zugewinn sowieso nix und die Finanzierungen für die Dinge, die mir nicht zustehen, soll ich gefälligst alleine weiter bedienen.


    Auf eine großzügige Einigung zu seinen Gunsten, lässt er sich nicht ein, weil jeder Euro an mich ein Euro zu viel ist...


    Wir reden hier aber grob geschätzt von ca 40000 Euro. Da kann und will ich nicht drauf verzichten.

  • Auf eine großzügige Einigung zu seinen Gunsten, lässt er sich nicht ein, weil jeder Euro an mich ein Euro zu viel ist...


    Klingt nach einer spannenden Zukunft ... also, voller Spannungen.
    Hätte ich KM vor 12 Jahren einen fünfstelligen Betrag gegeben und dafür die Jahre in Frieden gelebt, dann hätte ich einiges an Geld und Lebensqualität gewonnen.
    :tuschel Aber wahrscheinlich hätte ich mit so einer Zahlung eher Nachforderungen erzeugt, aber keinen Frieden.
    Nach den Jahren kennt man ja seine Pappenheimer und weiß damit umzugehen. Hoffentlich findet ihr einen gangbaren Weg

  • Wer hat dir/euch denn gesagt, was wem zusteht ? Ist es erst mal nur seine Sicht oder hattet ihr einen entsprechenden Ehevertrag ?


    Nein, es gab keinen Ehevertrag.


    Ich hatte ihm den Vorschlag unterbreitet, dass er im Grunde genommen alles behalten kann. Ich wollte lediglich das von mir allein eingebrachte Eigenkapital ins gemeinsame Haus, nen Bruchteil der Wertsteigerung durch von meinen Eltern finanzierte Renovierungsarbeit am Haus und 5 Dinge, die wir während der Ehe angeschafft haben, wo ich seit der Trennung die Finanzierung alleine stemme. Zudem die Dinge, die mir auch vor der Ehe gehört haben.


    Status quo ist, dass ich den Großteil meiner Sachen (unter anderem eine komplette Küche im Wert von mehr als 6000 euro) inklusive persönlicher Gegenstände, lediglich die Waschmaschine und den Trockner (die bereits in der Ehe abbezahlt waren, wie vieles andere auch) und nen Popo voll Schulden mitgenommen habe.


    Er wohnt im haus, hat alles da behalten und ist nicht bereit mir auch nur 1 Cent zu geben.


    Es ist seine eigene Meinung, dass mir nichts zusteht. Ich wollte nur mein Eigenkapital zurück, wofür er das ganze haus bekommen hätte etc.


    Jetzt muss so ne Aufstellung her, damit der Zugewinn berechnet werden kann. Das nervt mich maßlos, aber ich will wenigstens das haben, was ich vor der Ehe auch hatte. Den tatsächlichen Zugewinn wollte ich ja gar nicht groß haben. Mir wäre meine Ruhe der "Verlust" wert gewesen.

  • Die Töpfe von der Hochzeit würde ich aussen vor lassen.
    Konten/Schulden/Haus usw. - wer hat die 40.000 berechnet?


    Die 40000 waren mein Vorschlag:


    30000 Eigenkapital vom Haus (Kaufpreis 190000, Wert von bank geschätzt ohne renovieren 229000) schulden noch auf dem Haus ca 150000.


    Die restlichen 10000 hab ich angesetzt für den gesamten gekauften Hausrat plus Renovierungskosten (in Höhe von etwa 25000 euro), bereits geleistete Kredittilgung sowie sein neues Auto.


    Also ich wollte 10000 für nen Gegenwert von ca 50000 euro. Den Mehrwert des Hauses abweichend vom Kaufpreis hab ich gar nicht berücksichtigt.

  • Die Töpfe von der Hochzeit würde ich aussen vor lassen.
    Konten/Schulden/Haus usw. - wer hat die 40.000 berechnet?


    Wir haben nur leider keine Töpfe bekommen, sondern 7000 Euro, wovon zb ein Kronleuchter für 750 euro gekauft wurde (der im haus verbleiben wird) dazu neuer Fernseher, für seine Tochter ein neues Kinderzimmer etc.


    Am Tag der Eheschließung hatten wir aber somit ca 7000 euro Bargeld.


    Lasse ich das außen vor, weil es nach der Eheschließung dazu kam und ich ja angegeben habe, was ich davor hatte?


    Er müsste dann aber die gekauften und in seinem Besitz befindlichen Sachen als Vermögen angeben, oder?

  • Es gibt immer einen Ehevertrag ! Wenn man keinen schließt, wird ein Standardvertrag geschlossen. Müsste auch in DE so sein, das behaupte ich mal, wohl wissend mich da als Ausländer weit aus dem Fenster zu lehnen.


    Ich würde mir einen Anwalt nehmen, der den Sachverhalt (Ehevertrag) prüft und dann deine Forderungsmöglichkeiten berechnet. An das vertraglich festgelegte kann er sich rein rechtlich kaum vorbei schleichen.


    Wenn die Standardverträge in DE ähnlich sind, müsstest du auf jeden Fall Anrecht auf deine Güter von vor der Ehe haben und eigentlich auch anteilig auf das gemeinsam erwirtschaftete, wobei es dabei keine Rolle spielt, WER erwirtschaftet hat.

  • In Deutschland gilt, wenn man nicht anderes vereinbart hat, der gesetzliche Güterstand, der umgangssprachlich Zugewinngemeinschaft genannt wird.


    D.h. jeder behält sein Vermögen von vor der Ehe und was während der Ehe erwirtschaftet wird, wird geteilt.

  • Wenn es nicht "Pi mal Daumen" geht, wirst du um eine genaue Aufstellung nicht herum kommen. Denn wenn Ex bei seinem Eingangsvermögen, ihm in der Ehe zugewendete "Persönliche Schenkungen", Erbe etc. ordentlich hoch auflistet, stehst du auf einmal mit dem leeren Säckel da.


    Girokontoangaben bekommst du übrigens mit Glück von deiner Bank. Ansonsten muss man halt erst einmal sammeln, was einem so in Erinnerung ist aus den Ehejahren. Und dann gucken, ob man Belege findet. (Wobei es auch sein kann, dass die "Gegenseite" Dinge pauschal anerkennt, weil es das auch noch weiß und nicht abstreiten will. Aber ansonsten ist es ohne Belege oft mau: Da zählt beim Richter nur, was man tatsächlich nachweisen kann. Und wenn dann jemand im Trennungsfall bauernschlau die Originalunterlagen eingesackt hat und keine Kopien vorliegen, dann zieht dieser Bauernschlaue oft nur die Sachen mit Beleg aus den Akten, die ihn bevorteilen.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

    Einmal editiert, zuletzt von Volleybap ()