Beiträge von JustUs

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    Inklusion KANN eine ganz tolle Sache sein, KANN aber auch sehr nach hinten losgehen. Pauschal Inklusion als DAS Patentrezept für die Zukunft anzusehen halte ich persönlich für bedenklich.
    Generell ist es toll, wenn Kinder mit und ohne Behinderunge gemeinsam lernen können, aber das klappt eben nicht in allen Fällen.


    Mir ist ein Fall bekannt, wo ein Kind mit Gehörstörung in einer inklusiven Klasse aufgrund des ständigen Hintergrundlärms fast irre geworden wäre - in der viel kleineren Sonderklasse hingegen fühlt das Kind sich pudelwohl.
    Aber auch Leistungsunterschiede, Gruppendynamik und die Person des Kindes sind da sehr bedeutsam.


    Was möchte denn das betroffene Kind?

    Ich kann dir auch nur dazu raten, die Hilfe zu suchen.


    Kämpfe auch gegen/mit meiner Psyche und habe nun, endlich, nach Wochen zur Begleitung Medikamente bekommen.
    Nicht unbedingt schön und erstrebenswert, aber die krassen Spitzen sind weg und ich kann wieder lernen, zu atmen

    Das ist in meinen Augen eine doppelte Problematik. Ich habe damals bei der Schulwahl auch eine andere als die wohnortnächste gewählt, eben aus dem Grunde, dass mir in meinen Augen das Leistungsniveau an der anderen Schule eben besser gefallen hat. Meiner konnte weit vor Einschulung flüssig lesen und rechnen, da hat mich eine Schule, die im Anschreiben Rechtschreibfehler aufweist nicht überzeugt.


    Privatschule war nie drin - hab mich mal erkundigt und dann nachdem ich den Preis erfahren haben und es zwei unschöne Vorfälle gab abgelehnt.


    Keks geht auf eine staatliche Schule, muss zwar mit dem Bus fahren, aber das ist alles fluffig.


    Dein Problem mit dem Ranzen jedoch kann ich mir müde belächeln. Natürlich zerren die dran. Das sind Kinder, das ist ihre Aufgabe. Und weißt du, was die noch damit tun? Die treten dagegen, setzen sich drauf, malen den an, benutzen ihn als Treppe oder Ball, hauen ihn dem Kumpel um die Ohren, und und und.
    Das Teil ist ein Gebrauchsgegenstand, kein Familienmitglied.
    Was meinst du, was du damals mit deinem Ranzen angestellt hast?


    Wenn mir das auf Dauer zu teuer ist, den neu zu kaufen (unserer lebt übriges trotz so einer Behandlung genauso wie die anderen Ranzen der Erstis), dann zieh ich Junior die Hammelohren lang und er läuft mit Aldi-Tüte :D Zumindest werd ich das lautstark behaupten und ihn drüber nachdenken lassen

    Ganz ehrlich: wäre A mein Kind, hätte ich mittlerweile SÄMTLICHE erreichbaren Ärzte durch und das nicht nur in der Stadt, sondern im gesamten für mich erreichbaren Umland und notfalls eine stationäre Diagnostik machen lassen.
    Nicht aus Rücksicht auf andere, sondern aus Selbstschutz, da A eben auch sich selbst in Gefahr bringt. So ne blöd angefasste Schere kann schnell mal Verletzungen verursachen, ein Schlag/Tritt mit der Wucht schnell mal einen Knochen brechen lassen.


    Nun, ich habe aber nicht die Verantwortung für dieses Kind, kann also kaum etwas tun.


    Grace: die Eltern sind hier echt ein Problem. Ein Teil der Eltern begrüßt die "A-freie Zeit", tituliert das Kind als wahnsinnig und fordert, dass A weg bleibt. Das sind die Eltern, die die Anfälle live aus der Nähe mitbekommen und deren Kinder Angst haben.
    Ein anderer Teil hält dies für "normales Bocken" weil wir die Fremdgefährdung meist gut händeln und sie rechtzeitig isolieren können und wirft uns vor, das Kind viel zu streng zu behandeln. Das sind dann Eltern, die aus der Entfernung Beobachtungen machen.
    Eigentlich müsste man A's Verhalten aufnehmen und den betreffenden Stellen Vorspielen, nur möchte niemand das Kind vorführen

    Zwischenfazit: A randaliert zusehends und immer heftiger. Durch die Frühförderung haben wir erfahren, dass A "Phasen" hat, sprich angespannt ist das Kind immer, aber es scheint außen einen Auslöser zu geben, der dazu führt, dass A wochenweise gesteigert aggressiv ist.
    Nachdem die letzte Woche so eine Phase war und diese ähnlich begann, weigern die Kollegen sich nun, A zu betreuen. Dies hängt damit zusammen, dass eine Kollegin das wütende Kind zum Schutz der restlichen Gruppe und sich selbst schlicht am tretenden Fuß in den leeren Nebenraum geschoben hat, nachdem A anfing, mit Scheren zu werfen und zu wüten begann, als ihr dies untersagt wurde. Besagte Kollegin soll nun versetzt werden, weil ihr angeblich die Nerven durchgegangen seien.
    Statt klar auf Diagnostik zu pochen und entsprechende Auflagen zu erteilen bzw. sich ans Amt zu wenden, wurde A für die restliche Woche von der Kita ausgeschlossen, nachdem es einen erneuten Vorfall gab.


    Ganz ehrlich: für das Kind tut es mir unglaublich leid, aber ich habe einen Versetzungsantrag gestellt. So will ich nicht arbeiten, geht man ja kaputt bei

    Liebe TE


    Bevor du mit Verhütungsmitteln experimentierst, bitte ich dich aus eigener Erfahrung, dich mit dem Thema Endometriose zu befassen und diese Diagnose erst mal auszuschließen.
    Starke und extrem schmerzhafte Blutungen können genau damit begründet sein (war bei mir so und mein Frauenarzt sagte, das wären Bilderbuchsymptome, ich hatte bis dahin so gut wie alle Pillen ohne Wirkung ausprobiert und hab buchstäblich nachts vor Schmerz die Tapete von den Wänden geknibbelt, immer doppelt Blutung gestoppt, etc) und das lässt sich heutzutage gut behandeln entweder operativ oder/und hormonell, dann aber spezifisch und nicht geraten.


    Seit ich die Diagnose habe und diese zielgerichtet behandelt wird, geht es mir hervorragend


    Es muss nicht so sein wie bei mir, schaden tut es aber nicht, dahingehend nachzudenken


    Du schreibst zwar, es wurde ausgeschlossen, aber wie wurde das ausgeschlossen? Über normalen Schall geht es wohl erst, wenn die Herde extrem geoß sind, sagte mein Frauenarzt und bis dahin hab ich echt gedacht ich spinne

    Ihr Lieben, DASS dieses Kind in meinen Augen und in den Augen der Kollegen schnellstmöglich in professionelle Diagnostik und Behandlung gehört, steht für mich außerhalb der Debatte und ich bin ehrlich gesagt von der Leitung enttäuscht, dass es da nur bei leeren Worten bleibt.


    Wie einige sicher wissen, arbeite ich in einer Brennpunkteinrichtung, ergo sind "Besonderheiten" bei uns eher die Regel denn die Ausnahme und es wird erwartet, dass wir das Händeln können, ohne dass Fortbildungswünsche in dieser Richtung Beachtung finden.
    Ein annähernd ähnlich gelagerter Fall, in dem ein Junge (4) als Krönung einen Erzieher mit einem Messer bedroht und verletzt hat, fand letztes Jahr statt und der Platz wurde nach jahrelangem Drängen der Kollegen dann gekündigt, nachdem aus Angst niemand dieses Kind mehr betreuen wollte.
    Ich persönlich bin enttäuscht von unserer Leitung, der da eindeutig der Biss und das Durchsetzungsvermögen fehlt, um in Problemfällen durchzugreifen.


    Meist sind wir Erzieher es, die Kontakt zum Jugendamt, zur Psychiatrie, zu Familienhelfern etc. initiieren und halten (müssen), von Leitungsseite geschieht kaum etwas aus Sorge, es könnten Plätze gekündigt werden. Und da geht es nicht "nur" um Gewalt, wir haben auch Vernachlässigung bis hin zur Kindeswohlgefährdung oder geschlagene Kinder im Angebot, medizinisch unversorgte Kinder, und und und. Auf Drängen unsererseits wird nur gesagt, Jugendamt wäre informiert, es gäbe keine Reaktion von dort.


    In diesem konkreten Beispielfall gestaltet sich das Ganze brenzlig, weil A im Moment immer öfter und immer heftiger angreift, sich die Bagatellverletzungen häufen, gleichzeitig aber niemand wirklich einen Plan hat, wie man Fremd- und Eigengefährdung wirksam und gleichzeitig angemessen verhindern/beenden kann, also sprich was wäre hier soviel wie nötig, so wenig wie möglich?
    Zudem kommt die Außenwirkung dazu, es beschweren sich Eltern anderer Kinder darüber, dass wir das Kind nicht "kontrollieren" können bzw. ein "bockendes" Kind nicht beruhigen können. Aus Datenschutz dürfen wir nichts erklären, die Leitung steht nicht hinter uns.

    Achso, das meintest du


    Wir versuchen, die Familienhelfer dazu ins Boot zu holen, der Vater ist für uns erst mal nicht greifbar, ob er da ist, wissen wir nicht, vermutlich eher nicht, steht auch nicht als abholberechtigt oder sorgeberechtigt in den Akten, aber das heißt bei uns nicht viel

    Es wurde nur körperliche Ursachenforschung betrieben, organisch ist A gesund. Zu mehr kommt die Mutter nicht.
    Vom Jugendamt ist bereits ein Familienhelfer involviert, sehr viel mehr wird nicht geschehen und auch das war bereits ein K(r)ampf unsererseits.


    Die Bücher kenne ich nicht, werde mich gerne mal einlesen. Finde ich da denn eine akut anwendbare Strategie? Denn das brennt ja grad unter den Fingernägeln der Erzieher. Wir stehen wegen A nonstop mit einem Bein im Knast

    In Anlehnung an einen Thread, der mir grade im Kopf herum spukt folgendes Szenario, vlt hat jemand von euch Ideen...


    Kind A (fast 6) zeigt Phasen hochaggressiven Verhaltens, tritt und schlägt brüllend um sich, zielt dabei gezielt auf Menschen und/oder Gegenstände. Auslöser sind meist banale Dinge, in der Regel Aufforderungen, denen A nicht nachkommen will. Solche Phasen dauern etwa 15-20 Minuten, danach beruhigt A sich schlagartig, möchte kuscheln, ist erschöpft, erinnert sich aber nicht daran, warum oder was geschehen ist. In der Situation selbst ist A nicht ansprechbar, reagiert nicht auf äußere Einflüsse, ist in der Wut gefangen.
    Mir hat A in so einem Anfall "nur" eine Brille zerstört und beinahe die Nase gebrochen, hab Schwein gehabt, dass ich schnell genug in die richtige Richtung ausgewichen bin.
    A ist mittlerweile in diesen Phasen ein echter Wanderpokal, weil die Erzieher sich und die restliche Gruppe schützen müssen und A "abschieben", bis A sich beruhigt hat.


    Die Mutter ist hilflos, zuhause zeigt A ein ähnliches Verhalten, die Mutter sorgt dafür, dass A sich in Ruhe "austoben" kann.


    Diagnostik ist nur zT gemacht, körperlich liegt nichts vor, sozial-emotional ist viel, viel, viel im Argen.


    Es kam, wie es kommen musste: A wütete, zerstörte eine Tür, der Erzieher brachte sie seinen Kollegen, die gerade ihre Kinder anzogen. Dort wurde A in die Garderobe gesetzt.. A wütete weiter, trat die Kollegen und den Praktikanten und griff auch deren Kinder an.



    Wie verhält man sich nun in so einer Situation?
    Gut zureden oder beruhigen wie gesagt nicht möglich und ehrlich gesagt auch sehr gefährlich, wegen ihrem Wüten
    Lassen ist möglich, solange niemand dabei gefährdet wird
    Und wie kriegt man A von der Gruppe weg?
    Auf den Arm nehmen fällt wegen der Kraft ihrer Tritte aus (bin ich ehrlich: ich hab persönlich keine Lust darauf, wegen einem Bruch der Bauchdecke Unters Messer zu kommen). Was für (vor allem rechtlich und menschlich) einwandfreie Vorgehensweisen hat ein Erzieher, unter Beachtung des Selbst- und Fremdschutzes der restlichen Gruppe?'


    Die Leitung hat selbstverständlich Kenntnis über das "Problem", rät trotz allem dazu, A wegzutragen.
    Die Mutter sagt, wenn es zuhause so abgeht, schnappt sie sich das erstbeste für sie gefahrlos erreichbare Körperteil und befördert A damit ins Kinderzimmer.
    Andere Erzieher machen eine Mischung: falls möglich bugsieren sie A in einen leeren Raum, bis A wieder bei sich ist.


    Laut Leitung ist A ein Fall für die Psychiatrie, es passiert aber nichts in die Richtung.
    Allein in dieser Woche hat A: einem Kind einen Stuhl an den Kopf gepfeffert, eine Tür zerstört und einem Praktikanten die Beine blau getreten.


    Wäre mal gespannt auf Vorschläge

    Familien können schwer sein. In meiner scheint seit Generationen immer mindestens ein Geschwisterteil vollkommen emotionslos, empathieunfähig, egozentrisch zu sein und das Gefühl zu haben, die Welt müsse sich zwangsweise um die eigene Person drehen. Notfalls wird das auch mit fiesen Mitteln eingefordert.


    Konsequenz davon ist, dass seit Generationen die Geschwister sich nicht grün sind, Familien auseinander fallen oder jemand die Märtyrerrolle übernimmt.


    Ich hab mich für ersten Weg entschieden - niemand hat das Recht, sein Wohlbefinden auf meine Kosten einzufordern.


    In dem Zusammenhang bin ich bloß froh, dass Junior Einzelkind ist

    Lieber Dennis


    2 Monate ehrenamtliche Arbeit in einer Kita sind mit Verlaub gesagt ein feuchter Fliegenschiss. Das reicht allenfalls, um DIESE Einrichtung und DIESE Kinder kennen zu lernen ( und wohl gemerkt auch nicht alle, sondern nur eine Gruppe oder bestenfalls die Namen aller Kinder). Nicht umsonst verbringst du in einer Erzieherausbildung mindestens 6 Monate aufwärts damit, wechselnde Einrichtungen, Konzepte, Arbeitsweisen kennen zu lernen und für dich Kriterien zu entwickeln, was gute Erziehung ausmacht und wie du arbeiten willst und kannst.


    Genauso zeugt deine Ansicht, dass Erziehung zuhause stattfindet davon, dass du ein absolut verklärtes Bild davon hast, welche Aufgaben Eltern und Erzieher haben, wie sie miteinander arbeiten und was passiert, wenn eine "Seite" ausfällt oder ihren Aufgaben nicht nachkommt.


    Welche Form der Pflegschaft schwebt dir überhaupt vor? Auch das macht schon einen großen Unterschied.


    Ohne dir deinen Berufswunsch madig machen zu wollen, du hast keine Ahnung, was da auf dich zu kommt.
    Ich kenne persönlich viele Pflegeeltern, die den Plan wieder hingeworfen haben, weil die Kinder (teils schnell und oft hintereinander) gehen, es Konstellationen gibt, wo Kinder in Familien zurück gehen und allen klar ist, dass das das Schlimmste ist, was passieren kann, weil die Ursache unverändert. Erstehen bleibt. Du musst Probleme lösen, an die du jetzt noch nicht mal denkst - je nach Alter des Kindes können diese leichter anzugehen oder schwieriger anzugehen sein.


    Ich gehe tatsächlich bei Fluffi mit, dass ich nicht denke, dass du emotional soweit bist, dein Bedürfnis nach Nähe von den Bedürfnissen eines potentiellen Pflegekindes zu trennen. Was, wenn das Pflegekind gar keine Nähe zulässt? Wenn du gegen eine Wand arbeitest und keinen Zugang zum Kind findest? Wenn das Kind dich durch seine Vergangenheit vor Herausforderungen stellt, die du nicht abschätzen kannst, von lösen ganz zu schweigen?


    Es gibt so viele Jobs mit Kindern, warum ausgerechnet einen, bei dem du so viel Verantwortung für einen Menschen trägst wie sonst kaum jemand?
    Nicht umsonst kriegen viele Eltern bei der Nachricht vom ersten Kind erst mal Bammel, das bedeutet nämlich, dass du das Leben eines Menschen formst, sicherst oder im worst case zerstörst.


    Ich würde es an deiner Stelle als Berufsanfänger erst mal mit Hort oder Jugendarbeit, mit Freizeitangeboten oder meinetwegen als Tagespapa versuchen und wenn du das ein paar Jahre(!!) gemacht hast, dein Umfeld stabilisiert ist, Netzwerke ausgebildet sind, du Rückhalt durch Partner/in und Familie hast, dann nochmal realistisch drüber nachdenken

    Wie war das noch: solange die Kinder klein sind gib ihnen Wurzeln, werden sie älter brauchen sie Flügel...


    Kenne solche Fälle auch, in denen die Kinder so massiv eingeengt sind, in denen sie nicht außerhalb des Hauses Freude empfinden dürfen (polemisch gesagt, weil genau das unterstellt wird). Ganz ehrlich: für mich ist das Kindeswohlgefährdung

    Ich lass rechnen, bei meinen Mathefähigkeiten würde sogar die beste Software Verwirrung zeigen und falsche Ergebnisse produzieren und behaupten, ich hätte nie Lohnsteuer gezahlt.


    Zudem: für 35€ im Jahr geh ich entspannt ran, weil ich sehr hohe Summen zurück bekomme (Studium sei Dank).


    2015 ist fertig, für 2016 fehlen mir noch die letzten Lohnsteuernschweise (hatten mitten im Jahr einen Betriebsübergang) und die Rechnung für Wechsel Kinderbetreuung von Kita zu Hort

    Dass ich ihn da nicht vollkommen raus halten kann, weiß ich, darum habe ich ihn so gut es eben geht erklärt, was da mit mir los ist. Generell weiß er also schon Bescheid, dass seine Mutter eben manchmal traurig ist. Ich habe ihm auch gesagt, dass es nichts Schlimmes dran gibt, wenn jemand traurig ist, aber dass der da auch nichts dran ändern kann und muss, weil das nichts mit ihm zu tun hat.


    Ich meinte mit raushalten eher, dass ich versuche, soviel von der Krankheit wie möglich auf Zeiten zu legen, in denen er tatsächlich schläft oder in der Schule ist. Natürlich kann ich das nur bedingt steuern, aber trotzdem finde ich ist es doch meine Aufgabe, ihm seine Kindheit möglichst unbeschwert zu lassen.


    Darum mache ich mir Sorgen, ob mir das so gelingt, wie erhofft. Von außen heißt es immer absolut und ich wäre so stark und man würde nichts merken, aber das seh ich reell anders

    Hallo ihr Lieben, herzlichen Dank für eure Antworten


    Die PTBS ist tatsächlich im Sommer diagnostiziert worden, es gab einen konkreten Auslöser und danach war klar, dass etwas nicht stimmt. Leider sind Therapieplätze mit langer Wartezeit versehen, so dass wir erst mal klar kommen müssen, wie es ist. Im April könnte ich frühestens anfangen und ab da dauert es ja, bis man erste Verbesserungen wahrnehmen kann. Da es so gut wie unmöglich ist, vorauszusagen, was einen Flashback auslösen kann und es zeitlich eben so zueinander passt, habe ich die Sorge, dass das der Auslöser für sein Verhalten sein könnte


    Natürlich hat er den einen oder anderen "Anfall" mitbekommen, ich erkläre ihm dann, dass es mir gerade nicht gut geht, aber dass jeder Mensch eben mal bessere und mal schlechtere Tage hat und dass es am nächsten Tag sicher schon wieder besser wird (was idR ja auch so ist).


    So im Alltag ist er wie immer, solange die Situation kein Alleine sein erfordert.


    Ich versuche den schmalen Pfad zwischen Konsequenz und Zuwendung zu gehen. Momentan sind wir soweit, dass er bei sich versuchen soll einzuschlafen, wenn es gar nicht geht darf er jedoch jederzeit zu mir kommen. Ich möchte ihm das Gefühl geben, dass es ok ist, wenn man nicht alles kann, aber dass er es immer wieder versuchen soll. Von Zwang bin ich weit entfernt, auch wenn mir die Erfahrung mit der Ausnahmsnacht gezeigt hat, dass es generell gehen würde. Ich möchte das aber nicht um den Preis seines Vertrauens erreichen.
    Um die lächerlich vielen kleinen Tagesmomente mit dem Alleinsein anzugehen fehlt mir aber ehrlich gesagt die Kraft: dann bade ich halt lieber morgens um 5 und gehe unter den Augen eines kleinen Spions aufs Klo.


    Ich möchte ihn nicht in meine Krankheit mit reinziehen, sofern ich das vermeiden kann.

    Ihr Lieben, ich muss mir mal was von der Seele reden, bin mittlerweile echt ratlos. Vorab leider etwas Vorgeschichte:


    Mein Junior (7) ist ein extrem pfiffiges Kerlchen, sehr sehr weit für sein Alter, unglaublich tough. Kontakt zu Ex bestand noch nie und wird auch wohl nie bestehen, Junior nimmt es recht gelassen, WENN mal gefragt wird (was einmal alle paar Monate mal vorkommt) kriegt er selbstverständlich eine kindgerechte Antwort, aber wirkliches Interesse ist bislang nicht da, meist geht es da um Hausnummern oder ähnliche Banalitäten, nicht um die Person.


    Junior hat Oma und Opa im selben Haus, aber in ihrer eigenen Wohnung (da Oma gehbehindert entsprechend nah an uns), wir sehen uns täglich, aber wohnen tun wir in unserer Wohnung. Mehr Familie gibt es nicht, aber einige Freunde, also doch soziales Umfeld vorhanden.
    Im Sommer kam er in die Schule, hat Spaß, geht gerne hin, macht sich prima). Ungefähr parallel dazu wurde bei mir (aus einem anderen Grund, den ich ungern ausführen würde) eine Posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert, ich warte auf einen Behandlungsplatz, was wohl frühestens im April klappen wird, im Alltag "wuppe" ich das recht gut, gibt vereinzelt Tage, wo es nicht gut geht, besonders abends/nachts weine ich dann viel, versuche aber, dass Junior soweit wie möglich nichts davon mitbekommt, auch wenn das manchmal sehr mühsam ist, weil...


    ...etwa seit der Einschulung klammert dieses Kind teilweise massivst an mir.
    Teilweise, weil er gerne zur Schule geht, gerne zum Fußball geht, mit Freunden in der Schule oder auf dem Spielplatz spielt. Er fragte mich neulich, ob er alleine zur Schule fahren darf, da das organisatorisch gut machbar ist, durfte er natürlich und das macht er auch ohne Probleme oder Angst. Zu Oma und Opa geht er auch alleine durchs Treppenhaus, klappt wunderbar.


    Aber: er mag nicht zu Freunden spielen gehen, er lässt mich keine Minute alleine in der Wohnung und sowas wie Müll rausbringen alleine geht gar nicht. Wenn ICH alleine etwas zu Oma und Opa bringen soll (Einkäufe etwa, die er nicht tragen kann), muss er mit, sonst fließen Tränen. Geh ich nach viel Zureden doch mal alleine, kommt er sofort hinterher. Baden und Duschen geht nur morgens um 5 bevor er aufsteht oder unter seiner Aufsicht.
    Sind Freunde bei uns, hört das Klammern tagsüber auf. Genauso wenn wir bei Freunden sind.


    Krönung des Ganzen: Schlafenszeit. Ich führe Krieg gegen mich selbst. Er genauso.
    Er hat sich eingeredet, dass er nicht mehr in seinem Bett schlafen wird, weil er sonst geklaut wird. Bett, Zimmer, Wohnung sind dieselben wir immer, nichts hat sich geändert, er hat bereits alleine geschlafen, es geht aber plötzlich nicht mehr. Auch bei Oma und Opa schläft er nicht mehr (weder alleine noch in deren Bett). Ein Übernachtungsfreund oder er bei einem Freund übernachten geht übrigens auch nicht mehr.
    Logische Argumente a la wer kommt in den 4. Stock, 2 Kinder leichter erreichbar unter uns oder ich hör das doch, bin nur eine Wand entfernt und hab alle Türen zu dir offen helfen da gar nicht. Er steht bitterlich weinend vor mir und will in mein Bett, kuscheln und sucht Nähe.
    Ich bin die Palette an "Tricks" durch: Bestechung, Abwarten, Lob, Rituale, auf-dem-Boden-vor-dem-Bett-pennen, Bettentausch, Fenster und Türen mit ihm gemeinsam abgeschlossen, Schimpfen, das Baby vs Schulkind Gespräch, generell Gespräche jeglicher Art - alles vollkommen erfolglos. Hab ihm Alternative Schlafplätze angeboten, will er sich nicht. Hab ihn gefragt, wie ich ihm helfen kann, wusste er auch nicht.


    Einmal hat es zufällig geklappt, als ich stinkewütend war und ihn zur Strafe ins Zimmer geschickt hab, weil er mir einen Gegenstand durch ein fliegendes Kissen zerbrochen hat, da ist er ins Zimmer, ins Bett und dort eingeschlafen. Nachts kam er dann lang, da hab ich ihn gelassen, er war morgens so stolz und wollte seitdem immer versuchen, in seinem Zimmer zu schlafen, klappte danach nicht wieder.


    Es ist nichts vorgefallen im Raum, in der Wohnung, in seinem Leben, was Verlustängste erklären könnte und bei mir, mit Körperkontakt zu mir schläft er auch sofort ein und tief und fest durch. WENN er mal schläft, kann ich den Raum verlassen, davon wird er nicht wach.


    Ich habe die böse Befürchtung, dass das Verhalten eine Reaktion auf meine PTBS sein könnte, logisch erklären kann ich mir die Befürchtung aber nicht. Oder es hängt mit der Umstellung Kita-Schule zusammen, obwohl er sehr begeistert zur Schule geht. Aber fast 6 Monate lang?


    Hat jemand noch eine glorreiche Idee oder Erfahrungen? Hart bleiben trotz buchstäblich Rotz und Wasser oder nachgeben, um das Kind nicht noch mehr unter Druck zu setzen?
    Ich möchte nochmal mit meinem Hausarzt sprechen, ob er mich bis Therapiebeginn medikamentös einstellen kann, um die Spitzen abzumildern, falls es das ist, was Junior so belastet, aber was kann ich noch tun? Komme mir grad so hilflos vor dem Zwerg gegenüber...

    Wir machen das ähnlich: Betreuung zwischen Weihnachten und Neujahr nur für arbeitende Eltern und Fällle, wo das Jugendamt aus familiären Gründen auf Gabztagsbetreuung besteht.. Da ich im Brennpunkt arbeite, kommen bei uns nur etwa 10% aller Kinder.


    Manche Eltern finden das blöd, faktisch ist es aber so, dass sie sich mit den Betreuungsverträgen damit einverstanden erklärt haben. Rein rechtlich kann die Kita das machen, wenn die Eltern damit einverstanden sind, also mit Unterschrift dem zustimmen.


    Schaut mal in eure Verträge, ob da ein ähnlicher Passus drin dteht