Beiträge von friday

    Ach klar, wird auch gekuschelt, wenn es das Bedürfnis des Kindes ist.




    Andersherum darf ich als Erzieherin auch sagen, das möchte ich nicht. An den Busen fassen und co. das geht gar nicht, da wäre ich auch sehr konsequent.

    Da hat ja auch jeder Erwachsene eigene Grenzen. Ich mag es z.B. nicht, wenn Kinder mir ins Gesicht fassen . Das kann und sollte man auch sagen.


    Ich glaube das wichtigste Instrument ist die Sprache.

    Und klar gibt es Situationen, wo Kinder angefasst werden ( müssen). Aber ein begleitender Satz kostet weder viel mehr Zeit noch Aufwand. Popelbeispiel Nase putzen: Nicht einfach den Schnot wegwischen, sondern ansagen. Vieles kann man erklärend sagen oder erfragen.

    Nicht einfach den Stuhl samt Kind an den Tisch rücken, sondern einfach: " Ich rück dich Mal ein bisschen näher an den Tisch, dann hat dein Löffel nicht so einen langen Weg" so in etwa...

    Oder wie Otterson schon schrieb: Nicht einfach ohne Aufforderung in den Arm nehmen, sondern auch fragen: Was könnte helfen? Ein Schoß, eine Umarmung?


    Tätigkeiten beschreiben entspannt es auch für Kinder. Manche Dinge müssen sein, z.B. Wickeln. Aber wenn man die Kinder ein bisschen bequasselt und teilhaben lässt, dann kommt das Gefühl von Ausgeliefert sein weniger auf.

    Ich hoffe, es ist verständlich.


    Ich glaube, daß Kinder das nicht nur erdulden. Sie wissen es zum Teil einfach nicht besser.

    Die zweite Woche im Notbetrieb. Eltern steigen uns und dem Träger aufs Dach. Was soll man machen? Inzwischen wohne ich da schon fast.:rolleyes:

    Und daheim bekomme ich gar nicht mehr alles auf die Reihe ( jetzt auch noch vor Weihnachten).

    Zu dem ganzen Brassel unbesetzte Stellen, Krankenstand werden auch Kolleg*innen immer " bedürftiger" .

    Mir fällt es langsam auch schwer da noch all meine Wertschätzung zusammen zu kramen . Irgendwie gibt es zuviele Menschen mit Spezialeffekten. Keine Ahnung wie oft mir die Kinnlade runtergeklappt ist in den vergangenen Tagen.

    Ich frag mich echt, ob das nicht langsam ein toter Gaul ist, den man in Bewegung setzen will.

    Müde.

    Ich finde, man muss eine Haltung entwickeln. Und die fängt im Kleinen an.

    Ich Frage mich selbst immer, ob ich Dinge an mir wollen würde. Und jetzt Mal ehrlich: So eine Pranke aus dem Off , fände wohl keiner so doll.


    Letztlich ist es so, dass jede Kita Verhaltensregeln besprechen und fixieren muss und das auch detailliert und möglichst in allen Bereichen, dann entstehen einige Dinge einfach nicht. Bei uns gibt es weder Essenszwang noch Probierzwänge. All das sind Teamvereinbarungen, die wir vor langer Zeit getroffen haben.

    Wichtig ist einfach, dass Kolleginnen die Möglichkeit haben sagen zu können: Mir fliegt gleich ein Blech weg.

    Nur ist es zurzeit oft nicht möglich" abzugeben".

    Insgesamt gehen - zumindest die Kolleg* innen die ich kenne- diesem Beruf nach, weil sie Kinder mögen.

    Gefahrenquellen gehören ausgeschaltet und vor allem erkannt. Und permanente Überlastung ist halt ein Nervenkiller. Da bekommst du halt schneller nen Vogel, wenn Ben seine Zähne in Lena vergräbt, Maxi seinen Spinat durch die Nase isst, während der nächste Schwerkraftexperimente mit Besteck durchführt und Lina gerade heulend einfällt, dass ihr Kuscheltier daheim ist. Um das ganze abzurunden drückt sich gerade irgendjemand noch ganz sicher einen in die Buchse. :P

    Wir versuchen die Dinge mit ein bisschen Humor zu nehmen.


    Mir fällt es allerdings auch schwer zu glauben, dass sich Erzieher*innen so massiv gehen lassen und das noch vor der 📷

    Coco, Grenzübertritte sind nicht immer " böse " Absicht. Manche Dinge sind sogar durchaus liebevoll gemeint . Andere Dinge passieren einfach um Abläufe zu vereinfachen.

    In dem Text steht z.B. Kinder so nah an den Tisch schieben, dass die Kids selbst kaum aufstehen können. Finde ich auch nicht gut, aber was machste, wenn man 10 Dötzen und noch mehr allein verpflegen soll.

    Deine Freundin wird sicher einen guten Job machen, aber kleine Übergriffigkeiten passieren jeder Erzieherin und auch Eltern.

    Kinder aus dem Morgenkreis kicken, ungefragt Köpfe tätscheln, Kosenamen verteilen, typisieren, genervt sein, Probierzwänge, über das Kind im Beisein sprechen, Kinder ungefragt hochnehmen ...alles kleine Übergriffe und alles Dinge, die im Graubereich liegen. Die schlagende, kneifende Erzieherin wird es wohl wirklich nicht sooo häufig geben. Aber gerade die kleinen " Vergehen" darüber muss man sprechen.

    Wir haben wirklich Mal eine ganze Teamsitzung über die Ansprache der Kinder diskutiert. Und in dem Bereich muss eine Fehlerkultur gegeben sein.

    Ich hab im Bereich Köpfe tätscheln wirklich mich anstrengen müssen das zu unterlassen. Hab ich es je böse gemeint? Nein. Ist das eine Grenzüberschreitung? Ja.

    Fortbildungen werden nur noch selten wahrgenommen. Warum? Weil das als Erstes gestrichen wird, wenn es an Personal in der Einrichtung mangelt. Kinderbetreuung first.

    Teamsitzungen fallen nur noch sporadisch an. Gar nicht machbar, da alle an einen Tisch zu bekommen.

    Immer schlechter ausgebildete Kollegen sind Alltag. Klar, haben wir eine Selbstverpflichtungserklärung und versuchen auch den Verhaltenskodex immer wieder zu besprechen.

    Strafrelevante Dinge sind klar. Aber gerade im Bereich Grenzüberschreitungen, Partizipation, Kinderrechte liegen viele Dinge immer wieder im Unklaren.

    Nicht nur bei uns: Überall.

    Wir schreiben gerade unser Kinderschutzkonzepte neu und ich bin am runden Tisch dabei. Ehrlich, da schlackern einem die Ohren, was für Dinge in Kitas passieren, die einfach klar sein dürften. Bloßstellungen, Grenzverletzungen usw.

    Fehlerkultur muss gegeben sein und Zeiten für Austausch. Sonst ist so ein Konzept nicht das Papier wert.

    Bei den Geldern, die jetzt fließen sollen täten die Verantwortlichen gut daran Gelder genau in diesen Bereich fließen zu lassen. Zeiten, Materialien und Konzepte in allen Kitas sinnvoll zu installieren.

    Vor allem Handlungsanleitungen, die verständlich sind für jeden.

    Im besten Fall zusätzlich kindgerecht für die Kinder.

    Ich bin echt an mancher Stelle verblüfft wie wenig Einrichtungen/ Träger Kinderrechte und Partizipation für die Kinder zugänglich machen.

    Da gibt es natürlich regional Unterschiede. Die Vorgaben der Bundesländer zum Personalschlüssel variieren stark.

    Wir haben ehrlich absoluten Notstand. Zu den sowieso unbesetzten Stellen kommen noch die immensen Krankenstände.

    Bei der Personaleinsatzplanung leuchtet es fast durchgehend rot.

    Meiner Meinung nach sollten zum Stammpersonal zumindest noch eine Springer* in zusätzlich eingestellt werden pro Einrichtung.

    Wir kommen unserer Aufsichtspflicht nicht mehr nach. Das ist kein Brimborium, sondern Fakt.

    Da kann man nur noch schauen, wem man die Verantwortung dafür übergibt. Meldungen ans Landesjugendamt sind inzwischen Alltag.

    Edit: Zurzeit "rettet" es nur ein bisschen über die Zeit, da viele Kinder erkrankt sind. Schon allein den Gedanken finde ich schrecklich.

    Heilig Abend verbringe ich mit meiner Familie hier bei mir daheim. Meine Mutter wird bei uns übernachten. Am nächsten Tag wollen wir zum Friedhof. Anschließend sind wir noch bei den Großeltern väterlicherseits meiner Tochter zum Essen eingeladen.

    Am 2. Weihnachtstag machen wir traditionell mit Freunden Raclette bei uns und trinken vier Gläser Wein zuviel. Den Tag mag ich ganz besonders gern, auch wenn es immer viel Arbeit ist.

    Silvester war noch nie mein Ding, ob mit oder ohne Partner. Ich mag es einfach nicht. Und irgendwie werde ich immer gegen 22.00 Uhr sterbensmüde. :P

    Ich habe nachmittags zwei Karten für Dinner for one in unserem Boulevardtheater.

    Mal sehen, ob ich mit Kind gehe oder die Oma mit Kind. Mal schauen.

    Letztlich finde ich es ganz gut, auch wie im Brief im JAEB erwähnt, dass der Frust nicht beim Personal ( meist auch noch bekommen es die ab , die tatsächlich das Fähnchen noch tapfer hochhalten) landet.

    Lösungsansätze waren für mich:

    * mehr Schließungstage, um den Urlaubsansprüchen gerecht zu werden. Unser Träger macht es gerade vor. Ich bin gespannt.

    * Dokumentationen/ Beobachtungsbögen digitalisieren.

    * Highlights runterschrauben

    * Fachkräfte binden. Bedeutet auch für Kolleg*innen den Jammermodus zu reduzieren.

    * Alltagshelfer unbefristet einstellen. So eine helfende Hand für all den Kram ist Gold wert. Um Jacken zu schließen, ne Nase zu putzen, die Spülmaschine einzuräumen und co. bedarf es keiner päd. Ausbildung.

    * Ausbildungen öffnen, auch für Menschen, die zwar nicht schulisch so fit sind, aber in der Praxis echt ein " Händchen" haben. Theoretiker haben wir genug eine Etage höher.

    Zudem wird die Ausbildung von den "Cracks" häufig nur als Sprungbrett genutzt .

    *Poolzeiten


    * Verwaltung gehört in die Verwaltung. Ehrlich, was hat mein Job mit doppelter Haushaltskonsolidierung und Mittelreservierung zu tun?

    *Eine gewisse Mitwirkungspflicht von Eltern wäre nett.

    * Bedarfsabfragen, kein " ich hätte gern"

    * Gelder für Räumlichkeiten.

    .....

    das fiel mir auf die Schnelle ein.

    @PIA ist die Abkürzung für praxisintegrierte Ausbildung zur Erzieher*in. Geht drei Jahre, zwei Tage Schule, drei Tage Praxis.

    Wir haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Ausbildung wird vergütet.

    Weiteres Plus ist, dass die Ausbildungszeit im Anschluss bei Weiterbeschäftigung voll angerechnet wird. Da sieht es bei der Eingruppierung auch netter aus.

    Fachabitur ist kein Muss, sondern eine Wahlmöglichkeit.

    In den Grundschulen ist zumindest zurzeit das Problem, dass es Stellen sind mit einem zu kleinem Stundenumfang für Erzieher*innen . Das bewegt sich meist um eine halbe Stelle plus Stunden, die vorgearbeitet werden müssen für Ferienzeiten.

    Für TZ- Kräfte ist das wiederum nicht so interessant, da die meist TZ arbeiten wegen ihrer eigenen Kids. Da sind dann aber die Arbeitszeiten ( im Nachmittagsbereich) nicht sonderlich attraktiv.

    Letztlich ist das Thema mehr Fachkräfte und nicht mehr Männer in Kitas.

    Und es ist halt kontraproduktiv wenn veraltete Dinge immer wiedergekäut werden, wie schlechte Bezahlung. Das macht den Beruf ja nicht attraktiver.

    Für deinen Sohn , wenn er eine abgeschlossene Berufsausbildung hat plus FSJ, dann ist der Weg in die Pia Ausbildung geebnet. Drei Jahre bei Vergütung mit der Möglichkeit zum Fachabitur. Nur so als Hinweis.

    Klar gibt es Unterschiede. Und klar rechne ich nach dem TVöD in NRW. Die allermeisten Träger richten sich danach. Ausnahmen sind z.B. Fröbel, die haben Haustarife.Das ist deutlich gekennzeichnet in den Ausschreibungen.

    Ich wollte lediglich ausdrücken, dass Erzieher* innen inzwischen nicht mehr so schlecht bezahlt werden wie du darstellst. Das ist einfach überholt.

    Ich habe einige Kolleg* innen, die ihre Familie von ihrem Gehalt ernähren. Ich gehöre als Alleinverdienerin auch dazu.

    Verdient hätten wir sicherlich alle mehr.


    Was heißt schon genug männliche Erzieher?

    Das Geschlecht spielt da weniger eine Rolle als die Fachlichkeit.

    Ich finde die Einstellung ist einfach aus der Zeit gefallen.

    Jannne : Erstmal gibt es inzwischen viel mehr männliche Erzieher als man denken mag. Wir haben fünf, also gut ein Viertel unserer Belegschaft.

    Einstiegsgehalt liegt bei 3200 brutto. Finde ich als Einstiegsgehalt auch nicht so wenig. Ich glaube der deutsche Durchschnittslohn liegt bei 2100 Euro netto, wenn ich es richtig auf dem Schirm hab. Wäre halt ein Durchschnittslohn am Anfang.

    In die Leitung kommt man heute nur noch sehr schwer als " nur" Erzieher. In den kleinen Einrichtungen vielleicht.

    Fachwirt ist Minimum. Die meisten " Neuen" haben ein Studium inne. Zumindest ist das hier so, vor allem in den großen Einrichtungen ab 7 Gruppen.

    In unserer Partnereinrichtung arbeitet eine Sozialpädagogin als Stellvertreterin. Sie sagt auch, dass sie in dem Job mehr verdient als in so manch anderen Bereichen mit Studium.

    Okay, große Einrichtung ( Leitungen/ Stellvertreter werden nach Kinderköpfen bezahlt) .

    Es wäre schon ganz viel gewonnen, wenn der Bund nicht Versprechungen machen würde, die die Länder und Kommunen nicht umsetzen können. Der FK- Mangel ging so richtig los als der Rechtsanspruch für Einjährige kam und gleichzeitig für Tagesmütter/ Väter neue Statuten vorgegeben wurden. Da haben so einige das Handtuch geworfen, die gerade die U3 - Kinder verstärkt betreut haben.

    Fast jede Kita hat mind.eine Gruppe umstrukturieren müssen. Schnöde Kitas ab 3 hatten vorher mit drei Gruppen 75 Plätze zur Verfügung und waren meist mit 7 bis 8 Fachkräften in VZ am Start.

    Dieselben Einrichtungen haben jetzt 20 Plätze weniger zur Verfügung, aber knapp das doppelte an Personal, da FK Stunden in den U3 Gruppen ein Vielfaches höher sein müssen. Inzwischen sind die meisten mit zusätzlichen Gruppen ausstaffiert worden. Eröffnet wurde nicht jede.

    Insgesamt haben wir einige neue Kitas, die stehen einfach leer. Trägerschaften werden nur noch ungern übernommen.


    Und das was dem Bund dazu einfällt bei dem Mangel an Personal ist den Rechtsanspruch für Grundschüler auch durchzusetzen.Da fällt mir ehrlich nix mehr zu ein.8)

    Top!

    Leider ist hier noch gar nicht viel im Gange von Seiten des örtlichen JAEBs.


    FK- Mangel ist natürlich in so gut wie allen Berufssparten vorhanden.

    Bei uns klemmt es auch im Personalamt. Da kommt man halt auch nicht mehr hinterher.


    Die Situation in den Kitas wird sich nochmal verschärfen, wenn der Rechtsanspruch für Grundschüler kommt.

    Keine Ahnung, wo das Personal herkommen soll.

    Ich hab es schon immer gesagt: Der Rechtsanspruch ab einem Jahr hat uns das Genick gebrochen.

    Wir werden es akzeptieren müssen, dass Kitas reine Betreuung anbieten und den Bildungsanspruch rückschrauben müssen. Diesen Dokumentationskram halte ich echt in dem Umfang für völlig überflüssig und sind Zeitfresser ohne Ende.

    Zudem müssten echte Bedarfsabfragen her und nicht wünsch dir was.

    Verwaltungsaufgaben gehören meiner Meinung nach auch wieder in die Verwaltung. Ehrlich, mit was für einen zeitaufwändigen Kram man sich beschäftigt.


    Nebenher bemerkt: Ab Januar sind wieder Tarifverhandlungen. Ich gehe davon aus, dass die kommunalen Kitas sich daran großzügig beteiligen werden. Von Schließungen kann man ausgehen.

    Einkäufe und co. ist auch hier Arbeitszeit.

    Jede Kolleg*in hat ihre Soll- Jahresarbeitszeit.

    Die eigene Datenquelle wird einmal gefüttert mit Dienstzeiten.

    Wir haben noch ein paar Specials mit Dienst am Kind und Verfügungszeiten.

    Sonderstunden/ Heimzeiten müssen begründet werden.

    Private Laptops sind bei uns ein absolutes No-Go. Ich hab ein iPad und hab mir eine Tastatur dazu geben lassen.

    Wir arbeiten schon jahrelang mit Arbeitszeiterfassung und das ist wirklich kein großer Aufwand.

    Das Ganze liegt dann noch zugänglich für den Vorgesetzten im Intranet und leuchtet rot, wenn es zu massig wird.

    Letztlich ist es gewollt, dass die AZ auch so bedient werden wie die Dienstzeiten sind.

    Ich finde es übersichtlich und effizient.

    Da regnet es nochmal 4 Milliarden: Nachzulesen hier...

    Ganz verständlich ist mir das nicht. Erst sollten Sprachkitas rückgefahren werden, dann wurde es lediglich bis zum Sommer verlängert. Jetzt soll das Geld hauptsächlich für Sprachförderung eingesetzt werden.

    Ich vermute Mal, dass das Geld wieder hauptsächlich in Beitragssenkung und in Materialien zur Sprachstandserhebung fließen wird.

    Beides verbessert die Qualität von Kitas nicht. Auch wenn das Ganze einen schicken , neuen Namen bekommt.

    Irgendwie begreift der Bund das Katastrophengebiet Kitas nicht.