Also.....
als ich 15 Jahre alt war - 1975 - waren meine Eltern beide berufstätig.
Ich habe nie gewaschene Wäsche in meinen Schrank einräumen müssen.
Das hat wohl meine Mutter gemacht.
Auch meine Freunde haben nie ihre saubere Wäsche einräumen müssen.
Gegessen wurde bei uns grundsätzlich im Esszimmer.
Weder meine Schwester noch ich wären auf die Idee gekommen, Lebensmittel mit auf unsere Zimmer zu nehmen.
Ein Apfel ja, aber sicher keine Teller und Besteck.
In unserem Haushalt bekam jedes Mitglied eine Aufgabe.
Mein Job war es, die Treppe und den Keller zu putzen.
Meine Schwester hatte eines der Bäder.
Nach dieser Methode - ich kenn es nur so und daher dachte ich bisher, das ist überall so - erziehe ich auch Karl.
Seine Wäsche räume ich sauber in seinen Schrank......noch.
Wenn er älter wird, macht er das selbst.
Probleme mit Lebensmitteln in seinem Zimmer gibt's hier nicht.
Bei uns wird im Esszimmer gegessen.
Sein Zimmer liegt im ersten Stock, neben meinem Schlafzimmer. Wer gerade im ersten Stock sauber macht, macht die gesamte Etage....also Bad, Schlafzimmer, Kinderzimmer, Ankleidezimmer und den Flur.
Das bin manchmal ich, manchmal Karl.....wer gerade Zeit hat.
Karl muss ich da immer noch ein wenig ermahnen, aber er macht es dann schon.
Was ich damit sagen will:
Ich finde, manchmal wird von den Kindern nicht gerade wenig verlangt/erwartet.
Muss das in dieser Form schon sein?
Ist das heute aus erzieherischer Sicht notwendig?
Muss all das ausgerechnet in der Pubertät sein?
Ich sehe:
Wenn die Erwartungen von den Kindern nicht erfüllt werden, gibt's Probleme und Ärger.
Wäre es nicht sinnvoller, mit solchen Aufgaben und Erwartungen an die Kinder heranzutreten, wenn die Kinder ein gewisses Maß an Vernunft und Verständnis besitzen?
Ich meine, was nutzt es denn, wenn das Resultat solcher Erwartungen derartige Probleme produziert, wie wir sie hier gerade von F4tH3R F16URE geschildert bekommen?
Kinder haben ihr eigenes Tempo.
Nicht alle sind mit 15 schon vernünftig und sehen die Notwendigkeit bestimmter Aufgaben ein.
Und dann bei dieser Vorgeschichte mit dieser Mutter.......puh.
Ich wäre sicher konsequent bei Maßnahmen im Bezug auf den Medienkonsum.
Das ist die elterliche Verantwortung.
Andererseits würde ich aber alles daransetzen, das Verhältnis zu meinem Sohn immer auf einer von Liebe getragenen Basis zu bewahren.
Der Zugang zu dem Jungen darf nicht verloren gehen.
F4tH3R F16URE
Du tust mir gerade echt leid.
Dein Junge aber auch.
ICH würde da mit Ämtern und Therapeuten nicht rangehen wollen.
Das kriegst du nur mit sehr viel Liebe, Nachsicht und Verständnis hin.....und mit viel Nerven.
Macht was gemeinsam, nur du und er.