Beiträge von Volleybap

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    Hallo Minja,


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    Wohl kein Arbeitnehmer nimmt freiwillig "kinderkrank". Sondern weil er sonst die Sache nicht gebacken bekommt. Was wäre die Alternative? Unbezahlter Urlaub (und dann auch keine Arbeitsleistung für den AG)? Kind alleine lassen? Der Arbeit einfach fern bleiben?


    Das "nicht Gute" mag Corona sein oder dass das Kind krank ist. Der Rest ist "Folge von ..."

    Und da ist die Möglichkeit, "Kinderkrank" nehmen zu können halt einfach besser als diese Alternative nicht zu haben ...

    Es wird immer Arbeitgeber geben, die jede "Chance" nutzen, die Mitarbeiter auszupressen. Das wird jedoch nicht dadurch besser, dass man Übergriffigkeiten als naturgegeben hinnimmt oder auch noch rät, das als naturgegeben hinzunehmen.

    Und natürlich gibt es auch noch das nicht kleine Übel der Zeitverträge. 4,5 Mio bei derzeit 38 Mio Arbeitnehmern.

    Allerdings sind davon 1,4 Mio Auszubildende mit dem klassischen Azubi-Vertrag. Dazu kommen ein paar 100.000 Rentner, die "auf Zeit" verlängert haben. Dazu diejenigen, die tatsächlich in Zeitprojekten hängen wie gern an den Universitäten mit Forschungsaufgaben. Aber für den Rest, geschätzte 5% aller Arbeitnehmerinnen, ist Zeitvertrag und Kleinkind natürlich keine gute Situation. Doch auch die stehen mit dem Rechtsanspruch auf Kinderkranktage besser da als ohne den Rechtsanspruch ...

    Der durchschnittliche AG, behaupte ich mal, sucht gute Mitarbeiter für eine mittlere oder längere Frist. Da mag die Familienplanung des potentiellen Bewerbers eine gewisse Rolle spielen. Aber wenn das der Entscheidungsmaßstab ist - dann "gute Nacht, AG".

    Bei Meinem Arbeitgeber sind in den letzten drei Jahren bis auf eine Ausnahme alle Väter (von denen wir wissen ...) in die 2-monatige Elternzeit gegangen. 70 Prozent der Väter haben noch mehr Monate gemacht. Viele die halbe Zeit, manche die volle Zeit - bis auf den "13. und 14. Monat", den die Frau gemacht hat. "Ausfall" durch Elternzeit ist in etwas moderner aufgestellten Firmen keine reine Frauensache mehr. Und sicher sein kann ich mir da überhaupt nicht, wer wann was macht. Als Arbeitgeber habe ich übrigens viel größere probleme mit den Vätern, die in den zweimonatigen Kurzerziehungsurlaub gehen und in dem jahr noch 30 Tage Urlaub haben. Das zu organisieren ist deutlich schwieriger als ein 12monatiger oder dreijähriger Erziehungsurlaub. Lerne: Stelle keine Männer mehr ein, die nicht eine Vasektomie durchgeführt haben.

    Nach Familienplanung fragt eigentlich seit gut 15-20 Jahren kein Personaler mehr im Vorstellungsgespräch. Die Klagen, die einem da um die Ohren knallen können, wenn die Bewerberin/der Bewerber, der gefragt wurde, nicht genommen wird, mag keiner haben. Zumal man eh offiziell "belogen" werden kann. Und wer kann schon sagen, wie die Lebensplanung in drei, in fünf, in sieben Jahren aussieht?

    Ob ein Vorstellungsgesprächsteilnehmer im Hinterkopf hat, dass ein Alleinerziehender (was man ja auch nicht zwingend weiß beim Vorstellungsgespräch) jetzt während Corona 60 Kinderkranktage zur Verfügung hat und sollte der Alleinerziehende mehrere Kinder haben, sogar - upps, wie viele Tage sind das noch gleich? - wage ich zu bezweifeln. Ich glaube nicht, dass die Kinderkranktage in Coronazeiten Arbeitgeber derzeit im Hauptgrund davon abhalten, Mitarbeiter einzustellen.

    Nur selbst wenn: Arbeitsuchende mit Kindern sind im Verhältnis zu Beschäftigten mit Kindern der weitaus geringere Teil. Wenn ich als Beschäftigter durch die Kinderkranktage die Kinderbetreuung sicher stellen kann und eben nicht um unbezahlten Urlaub betteln muss oder gar kündigen, dann ist das ein deutlicher Fortschritt. Letztes jahr war um diese Zeit die Diskussion groß, wie man denn Kinderbetreuung sicherstellen könne. Jetzt sind erweiterte gesetzliche Regelungen geschaffen worden. Jetzt heißt es: Die Kinderkranktage zu nutzen ist aber nicht gut ...

    Die Kur ist für das Elternteil. Kinder sind Begleitperson. Die Krankenkasse freut sich, wenn sie nicht auch noch die Kosten des Kindes/der Kinder tragen muss.

    Die Einrichtung vor Ort hat natürlich gern die Kids dabei. Das bringt mehr Umsatz.


    Für die Elternkur ohne Kids gibt es eigene Kurkliniken. Macht auch Sinn. Wer ohne Kinder kuren kann, ist vielleicht froh, keine anderen Kids zu sehen. Entweder, weil sonst Trennungsschmerz kommt oder man genervt ist - kann man auswürfeln, beides tritt häufig auf.

    Und das ist jetzt das Argument dafür, die gesetzliche Möglichkeit der Kinderkranktage nicht in Anspruch zu nehmen (und die Elternzeit, wie ja anscheinend auch argumentiert wird)? Oder der Aufruf dazu, dass Kündigungen auch in Probezeiten den gesetzlichen Kündigungsvorgaben unterworfen werden sollten?

    Volleybap steht mit der Teetasse in seinem Stadtgärtchen. Kreativpause. Auf dem Bürgersteig laufen drei Schüler vorbei. Zwei Teenager mit Rucksack, ein Grundschüler mit Ranzen. Uups?! Findet auch ein Autofahrer komisch, der vor der roten Ampel steht. Der fährt seine Seitenscheibe runter. Anscheinend kennt man sich: "Jungs! Coronalockdown! Keine Schule heute!"

    Der eine Teenager grinst. "Wissen wir doch. Aber die Mama nicht. Wir gehen skaten ..."

    Ich sage mal so: Selbst antworten spart a) Geld b) macht es auch dem Gericht deutlich, wie wenig "ernst" (im positiven Sinne) du die Sache nimmst, weil sie belanglos ist.


    Sollte das Gericht aber das Verfahren aufnehmen, kannst Du den Anwalt immer noch einschalten. Und dann sagen: Du hast probiert, die Sache niedrig zu halten, weil eben alles das Kind belasten könnte.


    Wenn Du Glück hast, lehnt das Gericht die Verfahrenskostenhilfe wegen mangelnden Erfolgsaussichten ab. Je nach Antrag ist damit die Klage bereits hinfällig.

    Völlig falsch interpretiert.

    Naja. Jedenfalls kommt es bei mir so an, als ob tendentiell empfohlen würde, man müsse extrem vorsichtig sein , sich auf den rechtlichen Anspruch zu berufen. Man das nur "im äußersten Notfall" machen soll. Weil sonst große Nachteile drohen würden.

    Ist das wirklich der richtige Denkansatz? Wird damit nicht genau die Botschaft vermittelt - "AEs sind problematisch in der Beschäftigung" -, die nicht vermittelt werden soll? Wird damit nicht - und jetzt sage ich es auch einmal - genau hier "bei uns AEs" vermittelt, man müsse am besten im vorauseilendem Gehorsam Himmel und Hölle in Bewegung setzen, dass mein Kind nicht durch mich - wie vom Gesetzgeber ermöglicht und finanziert - im Krankheitsfall oder während der Pandemie betreut wird, sondern durch andere, oft problematische Lösungen? Wird nicht mit genau dieser Argumentation schon vorab das schlechte Gewissen gemacht?

    Hallo Toswea,


    zuerst einmal Welcome hier im Forum.

    Ich habe das in einem vergleichbaren Fall sinngemäss so ans Gericht geschrieben: "... bezüglich des Antrags verweise ich auf das Urteil des AG ... unter Az XY und des OLG ... unter dem Aktenzeichen XY. Innerhalb der letzten fünf Wochen hat es aus meiner Sicht keine Änderung der Situation gegeben, auf deren Grundlage die Beschlüsse ergangen sind. Entsprechend erfolgt auch kein neuer Vortrag, sondern es wird inhaltlich auf den Beschluss des OLG verwiesen."

    Rosie, in der Praxis von US-Gerichten erweist sich leider immer wieder, dass manchen Richtern internationales Recht völlig schnuppe ist. Wer sucht, findet schon irgendeinen County-Richter ... Da gibt es die schrägsten Urteile, gern weltweit kolportiert. Das wird Dein Ex wissen. Und darum überzeugt ihn nicht unbedingt zwingend die Berufung auf das Den Haager Abkommen und dessen gesicherte (kurzfristige) Durchsetzungsmöglichkeit in den USA im Streitfalle. Seinen Denkansatz kann ich da gut nachvollziehen.


    Vielleicht musst Du einen anderen Ansatz wählen und ihn fragen, was er für eine Sicherheit akzeptieren würde, unter welchen Voraussetzungen er den Wechsel in die USA mit tragen würde.

    Leider können wir uns nichtmal darauf einigen. Wir haben keine Übersterblichkeit. Menschen sterben nunmal. Und in Deutschland dterben pro Jahr um die 1 Millionen Menschen.


    Und du unterstellst mir gerade mangelnde Empathie. Ich hatte auf eine sachliche Diskussion gehofft, offensichtlich geht es aber ohne (ab)wertende Spitzen nicht.


    Das alte "Gut - Böse"-Spiel?

    Eine "sachliche Diskussion" willst Du haben und stellst die Übersterblichkeit infrage?

    Sorry, auf einer Sachebene bist Du nie gewesen. Und empathisch auch nicht.

    Habe ich bereits vorher geschrieben: Das Alter der stetig steigenden Zahl der Coronapatienten auf den Intensivstationen entspricht mittlerweile ungefähr dem Durchschnittsalter der Bevölkerung. Die Daten veröffentlicht das RKI und das Statistische Bundesamt.

    Vielleicht können wir uns zumindest auf die bisher 80.000 Toten einigen in Deutschland?


    Und dann ist es ja klar. Beim einen ruft das "Tiefenentspanntheit" hervor, beim anderen große Sorge. So unterschiedlich empathisch sind die Leute.

    @Volley

    du meinst jetzt aber nicht die ÖR?


    ich finde die Infektionszahlen für Kinder und Jugendliche komplett uninteressant. Interessant finde ich die wirklichen Erkrankungen und dabin ich tiefenentspannt.

    Natürlich meine ich damit auch die Öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten, die seit Monaten sehr differenziert und investigativ weltweit zum Thema recherchieren, in (fast zu vielen) Talkrunden Wissenschaftler, Politiker und Betroffene einladen, informieren und diskutieren lassen. Die Online auf ihren Homepages viel Zusatzmaterial mit sauberen, nachvollziehbaren Quellenangaben liefern.


    Ansonsten finde ich die Infektionszahlen für Kinder und Jugendliche nun wirklich nicht "komplett uninteressant". Denn im Moment kristallisiert sich heraus, dass entgegen der ersten und zweiten "Welle" in der dritten Welle nahezu 100 Prozent der in einem Haushalt zusammenlebenden Personen sich infizieren, wenn nur eine Person Corona in den Haushalt trägt. So wenig Jugendliche derzeit akut erkranken (aber die Zahlen steigen auch hier rasant), so hoch ist die Chance bei den Eltern (Durchschnittsalter auf den Intensivstationen ist mittlerweile dicht am Bevölkerungsmittel von ca. 47 Jahren).

    Hinzu kommt: Die vorliegenden wissenschaftlichen Daten weisen auch darauf hin, dass mit noch wachsenden Folgeschäden - Stichwort "Longcorona" - immer stärker zu rechnen ist. Gerade bei Infizierten, die so milde Verläufe hatten, dass sie anfangs nicht einmal einen Arzt aufgesucht haben.

    Und ich hatte es an anderer Stelle bereits geschrieben: Hier in der Mitte Deutschlands sind die Intensivbetten vollgelaufen, eigentlich notwendige OPs werden wieder verschoben, es herrscht durchgängig "Notfallmanagement".


    Bei mir bewirkt das keine "Tiefenentspannung".