Kind hat nur bessergestellte Freunde

  • Hallo,


    wir haben nicht so viel Geld. Was nicht schlimm ist. Ich lege Anfang vom Monat immer fest was wir für was ausgeben können. Mal Kerwe , Ausflug oder Indoor-Spielplatz geht. Aber nicht ständig halt. Sommerurlaub verbringen wir hauptsächlich im Schwimmbad, mit Saisonkarte. Zu den Randzeiten leer und erholsam.


    Im kiga hat meine Tochter jetzt nur Freunde aus besser gestellten Familien. Was nicht schwer ist. Gibt außer uns nur verheiratete Paare. Meisten mit eigenem Haus, teils Pool. Es fahren auch fast alle mehrfach in Urlaub.


    Wir können da halt finanziell nicht mithalten. Sie merkt es schon. Fragt warum wir kein so großes Haus haben, nie in Urlaub gehen.....


    Finden sich Kinder irgendwann damit ab?

    Ich erkläre ihr halt immer die Gründe. Und sie sagt wenn sie größer ist will sie richtig gut Geld verdienen.

    Dabei geht es uns noch gut. Durch Großeltern bekommt sie durchaus auch außer der Reihe Geschenke, dank eBay ist ihr Kleiderschrank reichhaltig gefüllt....wir nutzen den Garten der Großeltern mit Schaukel und co. Weihnachten und Geburtstag gibt es auch immer Geschenke. Vieles gebraucht oder Flohmarkt. Aber dafür halt auch was größeres oder teureres drin .

    Wir haben in den Ferien auch paar Ausflüge gemacht, manche kostenfrei wie zb burgralley. Ihr hat es auch Spaß gemacht. Noch glaube ich wird das auch OK sein. Aber später in der Schule?


    Wie seid ihr damit umgegangen außer offenen drüber reden? Hab schon überlegt ob wir Menschen aus unserem Klientel finden könnten damit sie nicht immer die sieht denen es besser geht? Aber wo kennenlernen? Ich bin kein Smalltalk Typ. Mich nervt das entsetzlich.

    Meine Freundin hat ein Mann, 4 Kinder, große Wohnung, die bekannte mit Junge, beide spielen gerne zusammen, haben ganzes Haus, jede Ferien Urlaub.....


    Ab welchem Alter wird es denn besonders kritisch?

    Sie wirkt nicht unzufrieden. Aber fragt berechtigterweise nach.


    Gefühlt sind überall nur heile Welt Familien. Die große geht zum Tanz und Ballett. Die kleine in Musikgarten und Spielgruppe sowie turnen. Man sieht fast nie jmd der nur ein Elternteil hat. Auch kein Auto, damit sind wir der Exot.

  • Bei meiner Großen war es auch so. Außer uns war nur noch eine alleinerziehende Mami im Jahrgang und die war Selbstständig mit gutem Einkommen, also nicht so "arm" wie wir. Ich schreibe arm deswegen in Anführungszeichen, weil das, wie alles auf der Welt, reine Ansichtssache ist. Wir kauften Kleidung und Spielsachen auf Flohmärkten. Wir gingen ins Sozialkaufhaus und manchmal zur Tafel. Tolles Spielzeug gab es nur zum Geburtstag oder an Weihnachten und das auch nur eingeschränkt, weil Dinge wie warme Stiefel im Winter und Sandalen im Sommer (wenn sie Geburtstag hat) Vorrang hatten. Wir waren nie zusammen im Urlaub und solche Ausflüge, wie du sie beschreibst, waren die Ausnahme. Sie hat ja noch zwei jüngere Geschwister, also noch mehr Kosten... Zum Geburtstag gabs nie einen Nachmittag mit 20 Kindern aus ihrer Klasse auf einem Ponyhof oder im Freizeitpark. Ich konnte nie einfach ein Auto voller Kids zum Kino fahren und samt Popcorn und Getränk einen Film spendieren. Es gab weder Hüpfburg noch Clown oder Zauberer und auch kein Spezialitätenbuffet oder teure Mitgebsel...


    Aber... Ihre Freunde waren immer gerne bei uns. Sie aßen mit uns zu Tisch, sie übernachteten bei uns, freuten sich über die Pfannkuchen zum Frühstück (ist einfach billiger, als für alle Brötchen zu besorgen), spielten mit Vergnügen Topfschlagen oder blinde Kuh, lernten bei uns Gesellschaftsspiele, Kinderlieder und Spiele aus längst vergangenen Zeiten, wie Gummihüpfen oder dieses Kästenhüpfen, Himmel und Hölle oder so... Zu ihrem 8. Geburtstag hab ich ein Auto voller Kinder eingepackt und bin mit denen zum Badesee gefahren, Grillzeug eingepackt und diese Einweggrills von der Tankstelle... ich habe am Abend 4 glückliche Kinder bei ihren Eltern abgeliefert. Wir haben zuhause Kino gespielt, Deckenhöhlen gebaut, sie durften im Garten Entdecker und Eroberer spielen und alles umgraben, Hütten bauen etc. Mit kurzen Worten... ihre Freunde aus ach so gutem Hause, die zuhause alles hatten und alles bekamen, waren gerne bei uns, weil sie hier frei sein durften und soziales Miteinander erfahren und lernen durften.


    Auch ohne Garten und Auto wirst du Wege finden... Geld ist nicht alles.

    Finde Dein Licht und finde Deine Schatten. Erst dann wirst Du zu Deiner Mitte finden.

  • Ich glaube das ist nicht einfach zu beantworten, es liegt am Umfeld und an der eigenen Einstellung.

    Die letzten 18 Jahre hab ich ja auch so einiges durch.
    Das wenige Geld hat mich gestresst - aber nicht das Kind.

    Mein Umfeld verdient das 2-3fache. Mein Kind war im Schrebergarten und hat oft Freunde mitgebracht, die fanden das toll, kannten das gar nicht - waren dafür aber Aida Club Member Platin.

    Alle anderen haben ein Auto? Ja, aber vieles wird zu Fus/Rad mit Kindern erledigt oder ich hab einfach gefragt, ob wir mitfahren können - das ist eine Typ Frage.

    Ich glaube aufgefallen ist es ihr diesen Sommer - die Freundesgruppe (gerade alle 18) träumte von einer Reise auf die Malediven - da hat sie gemerkt das kann sie sich nicht leisten. Wir haben dann drüber gesprochen, das es nicht ohne Grund die letzten Jahre in die DJH, mit der Kirchengemeinde oder nach Holland ans Meer für eine Woche ging - mehr konnte ich nicht leisten. Das war aber nicht schlimm.

    Auch reiche Kids bekommen nicht immer alles und Geld ist nicht der Maßstab, viele Eltern sind wohl nervig oder unsympathisch- deshalb hängt das halbe Dutzend immer bei mir - jeder bringt was mit.

    Klamotten gab es früher von Ebay und auf Flohmärkten - heute von Vinted.
    Ein paar große Wünsche hab ich erfüllt - das hätte ich alleine nicht gekonnt - oft Weihnachts oder Geburtstagsgeschenke wie Smartphone und Skireise mit der Schule - da haben die Großeltern/ Tante unterstützt.

    Das größte war - der Führerschein - da wurde wirklich 15 Jahre ein Zwanziger von der Patentante zur Seite gelegt.

    Im Alltag ist das weniger Geld kein Thema - auch wenn alle jede Ferien wegfahren - sie freut sich über die die da sind und geht ins Schwimmbad.

    Allerdings hatten wir auch nie einen Mangel - Fahrrad usw gab es immer - gebraucht, aber in Wunschoptik.

    Ein paar mal durfte sie mit Freunden mit in den Urlaub, wenn die ein großes Ferienhaus gebucht hatten.

    Schmerzlich waren vielleicht mal die Momente in den wir gebrauchtes und doch irgendwie liebgewonnenes verkauft haben - da gab es mal ein Veto.

    Gerade geht es durch meinen Job besser, es entspannt mich nicht jeden Cent dreimal drehen zu müssen.

    Als „arm“ empfinde ich uns auch nicht - oder nur in den Momenten in dem wir nicht teilnehmen konnten, aber das waren wenige.

    Glücklicherweise haben die Schulen aber auch klare Ansagen was Klassenfahrten kosten dürfen - und das im unteren Segment.

  • Zu Klassenfahrten fällt mir auch noch was ein. Vielleicht gibts das nicht an jeder Schule, aber bei meinen Kindern war es so, dass schlechter gestellte Familien einen formlosen Antrag auf Unterstützung stellen konnten und dann wurden zwei Drittel der Kosten über eine Unterstützungskasse beglichen. So konnten meine Kinder auch ins Skilager oder am Schüleraustausch teilnehmen, Segelfahrten, Reitferien, Wintersportwoche, Sommersportwoche... all das hätte unser Budget sonst überstiegen. Vielleicht gibt es das bei euch ja auch?

    Finde Dein Licht und finde Deine Schatten. Erst dann wirst Du zu Deiner Mitte finden.

  • Jugendherberge hatte ich auch überlegt. Momentan nicht drin. Aber etwas später. Mal ein Wochenende....


    Und Kindergeburtstag, ja hier auch traditionell. Kam auch super an. Fand es aus Erwachsene Sicht auch schöner weil die Spiele zusammen waren. Meine Tochter war schon im Indoor Spielplatz eingeladen. Da war keine Zeit Geschenke auf zu packen. Und wirklich zusammen gespielt wurde nicht... Wir haben hier aber Glück weil man für ältere noch Recht günstig beim Heimatmuseum Kindergeburtstag buchen kann. Mit töpfern usw. Also so ab 9 Jahre wenn sie anspruchsvoller werden.


    Unsere Wohnung ist halt sehr klein. Einladung schwierig. Bislang immer mit Eltern. Daher mache ich nur treffen auf dem Spielplatz aus. Wie haben kein Wohnzimmer. Entsprechend eng ist es.


    Arm, ja finde auch ist ziemliche spanne. Nach der Musikschule gehen viele gegenüber zur Eisdiele. Ich bugsiere meine zum Klo damit wir später raus kommen. Eis geht auch Zuhause. Das sind so Momente wo ich denke schade....dann denk ich wieder: wir können uns die Musikschule leisten, andere nicht.....

    Aber dieses genaue schauen ist schon manchmal nervig. 1250 Euro für 3 ist halt schnell weg.

  • Mein Kind war vor 3 Tagen zum Geburtstag eingeladen. Unsere Wohnung passt locker 8 mal in den Garten. Haus, Vorgarten und Terrasse nicht mitgerechnet....puh. 3 Sitzgelegenheiten im Garten an diversen Plätzen.


    Hätte es mir nicht sooo extrem vorgestellt. Geld wusste ich, aber nicht so viel.

    Kann verstehen wenn es ihr schwer fällt das zu sehen. Geht mir auch so. Man ist erstmal erschlagen.

    Mir tut es dann leider weil ich ihr das nichtmal annähernd bieten kann. Selbst wenn ich ganztags arbeite und Nebenjob.

  • Du weißt nicht, warum sie es sich leisten können,


    und das Wichtigste,....dass Kind hat eine tolle Mutter ( plus Großeltern?),

    die für sie da sind!

    Du solltest dem Kind und dir den Druck nehmen, wegen fehlendem Wohlstand weniger wert zu sein

  • Eine Umarmung ist unbezahlbar, miteinander lachen und füreinander dasein, ebenso.


    Man sieht immer nicht in andere Familien und Beziehungen. Vielleicht passt auch dort alles, aber vielleicht ist das Geld nur die eine Seite und die andere Seite ist schwierig.


    Ich kann was du schreibst verstehen. Ihr lebt ein gutes und schönes miteinander. Ich bin mir sicher, es wird gesehen werden und auch jetzt schon gespürt. Also, Augenmerk auf das, was ihr habt.

  • Da kann ich mich nur anschließen. Dass Paare, wo beide arbeiten, notwendigerweise immer mehr Geld haben werden als AEs, das lässt sich wohl nicht ändern, selbst wenn man allein gut genug verdient, um nicht von Armut betroffen zu sein. Ist ja hier nicht anders: Ich verdiene gut, ist aber eben nur ein Einkommen und um mich rum wohnen lauter Familien mit zwei Einkommen von ähnlicher Höhe. Da kann ich auch nur mit den Ohren schlackern, was man sich da alles leisten kann. Aber Konsumkönig:in sein ist halt auch nicht alles. Und in der Tat: Wenn die Kurze dann manchmal erzählt, wie die Eltern bei den Freundinnen daheim wieder gestritten haben oder wie z.T. auch die Kids dann angegangen werden oder was sie alles an Kleinigkeiten nicht dürfen, die bei uns zu Hause selbstverständlich sind… Dann sind wir uns beide einig, dass wir’s vielleicht doch ganz gut haben.

    "Wenn wir einfach alles anzünden, sparen wir uns viele Zwischenschritte.“ Marina Weisband

  • Warum fällt es ihr schwer das zu sehen?

    Meine Kindergarten Freundin war reich - Pool, Ferienhaus, Kinderbad, Haushälterin, TV Zimmer, Klavier usw…. Ich fand das immer toll und hab nie in Frage gestellt warum meine Eltern das nicht hatten und wir zu viert auf 55qm gelebt haben.

    Warum triggert dich/dein Kind das so?

  • Mein Ex und ich hatten richtig Geld. Naja war seins, er hat eine erfolgreiche Firma gegründet, natürlich mit mir, die ihm den Rücken frei gehalten hat, zeitweilig auch finanziell. Geld und vor allem Macht korrumpiert auch gern mal und bei uns hat die Luft gebrannt.... ich hätte gern auf einen guten Teil der Kohle verzichtet, wenn ich dafür noch meine Familie hätte. Ich glaube ich nicht, dass der Mann wirklich glücklich geworden ist nach mir. Von den Kollateralschäden, die er angerichtet hat, weil er wegen Reichtum und Macht (zumindest in seiner Firma) ein winziges bisschen den Bodenkontakt verloren hat, will ich gar nicht reden. Ich könnte Bücher schreiben (hey, sollte ich machen, vielleicht werd ich dann auch reich 8o *Sarkasmus off)


    Und egal, wo auf der "Reichtumsleiter" man steht, es gibt immer einen, der mehr hat. Ein gewisses Auskommen muß man schon haben, aber Reichtum macht auch Arbeit und schürt die Angst, ihn zu verlieren.


    Insofern, lass dich nicht stressen. Hier in Bayern sagt man: Unter jedem Dach ein Ach. Und Du kennst das Ach der anderen nicht...

  • Es ist schon so: Kinder vergleichen. Und beklagen dann gern die Dinge, die nicht vorhanden sind. Physisch wie psychisch.

    So habe ich von meinen Kids zu hören bekommen, dass meine Geburtstagskuchen viel schlechter wären als die gestylten Torten der Freunde: Rührkuchen oder belegter Obstkuchen. (Backen ist nicht mein Ding ...)

    Oder dass ich ihre Lieblingsklamotten, in denen sie sich einen Riss zugezogen haben, aussortiert und nicht genäht hätte (und wenn, dann sichtbar und schlecht ...) . Nähen ist nicht mein Ding.

    Oder dass ich abends nicht gemütlich im Wohnzimmer gehockt habe, sondern im Büro (irgendwann musste ich arbeiten. Nachts dann halt ...)

    Oder dass wir als Familie so wenig Feste feiern würden mit Gästen (als AE fehlte a) die Vorbereitungszeit, b) sind so Feste auch immer eine finanzielle Sache)

    Oder ich schlechter Fußball spiele als der Vater von ... (Sohn, ich bin Volleyballer! Upps - so eine Bewertung greift doch an, hab ich da bemerkt ...)

    Oder ich nie an den Kinder-Eltern- Bastelveranstaltungen in der Schule teilgenommen habe: Basteln war nie mein Ding. Auf die ewige Mütterfrage: Wie machst du das nur als AE, du Armer?, hatte ich keine Lust und ansonsten war zu der Zeit garantiert von einem der Kids Fußballtraining.

    Oder warum die neue Playstation nicht bei uns eingezogen sei, die roten ADIDAS-Fußballschuhe auch nicht, wir am Wochenende nicht ins Phantasialand fahren würden,


    Und natürlich habe ich mit schlechtem Gewissen dagestanden, obwohl der Kopf gute Gründe und Erklärungen hatte, fühlte sich der Bauch schlecht an. Weil man als AE ja sowieso dem Kind schon Familie "vorenthält". Gefühlt "besser gestellt" waren da alle anderen. Und wahrscheinlich auch objektiv: Ich jedenfalls bin mein Lebtag kein "Superman" gewesen, der locker beständig die Leistung und die Ergebnisse liefern kann, die sonst zwei einspielen ...


    Irgendwann und irgendwie habe ich das den Kids versucht zu sagen. Es wurde angehört. Problem: Sie mussten sich damit arrangieren - was nicht einfach ist. Es gehört irgendwie zum Leben als Kind und erst recht als Teenager dazu, der Tollste, der Klügste, der Schönste, der Stärkste, der Intelligenteste, einfach der Beste sein zu wollen. Unsere ganze Gesellschaft ist darauf angelegt.

    Und gern würde man frei entscheiden können, was wie wo geht ohne jegliche finanzielle, kulturelle und sonstige Beschränkungen. Kids und Teenager machen da gern die Eltern für verantwortlich (denn das sind ja die "Allesermöglicher", wie sie seit der Kleinkindphase überzeugt sind). Und wir als Eltern würden die Position zumindest mehrheitlich ja auch gern einnehmen, wenn wir denn könnten ...

    In der Praxis müssen wir uns jedoch arrangieren mit den Gegebenheiten. Ich als Elter. Die Kids als Kids.


    Längst erwachsen, längst mitten im Berufsleben stehend und in Beziehung hat der nöhlende Kuchenbeschwerer aus dem Eingangssatz zur großen Party eingeladen. Und Eltern inclusiv Bonusmutter gefragt, ob sie etwas zum Buffet beisteuern könnten. Bonusmutter hat unter anderem Kuchen angeboten. Sohn hat begeistert zugestimmt und den "tollsten Kuchen der Welt" eingefordert: Den Erdbeerkuchen mit Sahne von Volleybap, den er doch seit seiner Kindheit so lieben würde.


    Das hat mich hoffnungsvoll gemacht: Vielleicht sind manche tagesaktuelle Negativeinordnungen und -erfahrungen dann doch auf Langzeit anders von den Kids eingeordnet und werden differenzierter gesehen.


    Oder wie der "links-grün-versiffte"* Soziologe aus meinem Nachwuchs es letztens erst sagte: Es gibt immer einen, der mehr hat oder weniger in unserer Gesellschaft. Es sei denn, alle haben gar nichts.


    * und ich bin ein bisschen stolz drauf ...

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

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  • Danke.


    Ja, das es immer und gibt der mehr hat Versuch ich zu erklären. So gut es mit 5 halt geht.

    Bei ihr sind es oft nichtmal direkt die materiellen Dinge. Hauptsächlich Haustiere. Das sie traurig ist deshalb. Ging mir als Kind genau so. Wahrscheinlich reagier ich da deshalb so drauf.

    Wir haben bei eBay ein gebrauchtes Aquarium geholt. 60 cm. Sie füttert und hilft beim Wasserwechsel. Ist stolz auf die Fische. Aber der Kuschel Faktor ist natürlich nicht gegeben. Wir hatten Mal ein Kater. Er ist an Nierenversagen gestorben als die klein war. Sie vermisst ihn immer noch, ist aber jetzt ihr Schutzengel.


    Sehen tut sie schon das andere ein gästeklo haben. Da nix Rum steht. Ne große Couch. Geht nicht da Schlaf und Wohnzimmer ein Raum ist....sie versteht es schon mit Erklärungen. Beklagt sich nicht. Fragt aber verständlicherweise nach.


    Ich selbst kenn es als Kind so halt auch nicht. Ich weiß vom Kopf und geht es gut. Mein erster Gedanke beim Garten war: den wollte ich nicht pflegen müssen. Es sind eher die Kleinigkeiten. Das man halt nicht beim Bäcker die gewünschten Brezel holen kann sondern beim fairtrade Schrank hofft was ergattern zu können... gleichzeitig weiß ich die Kinder haben es gut weil tanzen, Spielgruppe usw drin sind. Und man dafür halt Abstriche machen mus. Gibt Tage da gelingt es mir gut und dann wieder gar nicht.


    Wegen Wohnung motzt mein Lebensgefährte oft. Wäre zu klein, zu eng...das bekommt die große halt mit.


    Mein Papa war damals auch Alleinverdiener, Mutter Zuhause. Eigentlich das was ich den Kindern gerne bieten würde. Geld das locker. Urlaub ging nicht, aber alles andere war easy. Irgendwie fühlt es sich daher schon so an das die Kinder sehr kurz gehalten werden. Mal ein Eis kaufen war für uns als Kinder selbstverständlich....das ist das was mich oft ärgert. Viele Dinge umgehen wir, Werbung gibt's nicht da nur DVD, usw. Damit da gar nicht so viele Wünsche kommen.


    Ich selbst fühle mich in der Umgebung bei den reichen nicht wohl. Themen wie Urlaub usw. Man sitzt halt da und hört zu. Es gibt eigentlich kaum Gesprächsthema.


    Ich vergrault ihr auch die Freunde nicht. Sie darf sich treffen mit wem sie will. Aber so etwas Mittelstand, nur Besitzer vom Reihenhaus wäre auch mal angenehm.


    Familie vorenthalten, oh ja, der Vater hat sich jetzt 12 Monate nicht blicken lassen. Sie vermisst ihn. Ich weiß man sollte nicht materiell trösten. Aber kommt momentan oft das ich denke dann wäre sie nicht so traurig. Mal kurz abgelenkt. Ich Versuch es halt auszugleichen. Aber sie sieht täglich Happy Family im kiga. Und warum der papa nicht kommt, wie soll man das erklären? Wenn man es selbst nicht weiß?

  • Genau so. Du weißt es nicht. Kind darf natürlich auch traurig sein darüber.


    Und Happy Family? Das weißt Du auch nicht. Vielleicht streiten die daheim wie die Kesselflicker. Mal eine Anekdote: Ich hatte eine Freundin, die über eine Organisation kranke Kinder betreut hat, wenn die nicht in den KiGa konnten weil krank und die Eltern nicht kindfrei nehmen konnten oder wollten. Sehr häufig waren das Eltern, die am Europäischen Patentamt gearbeitet haben, das sind selbst für Münchner Verhältnisse Spitzenverdiener.

    Nach Freundins Erzählungen hat es dort daheim oft ausgeschaut wie bei Hempels unterm Sofa, und wenn überhaupt einer sich mal ums Kind gekümmert hat, war es der Vater, Mutter hatte Karriere im Kopf. Nach außen hin waren das auch perfekte Familien. Aber würdest Du so leben wollen? Nochmal, lass dich nicht irre machen. Klar, Kind vergleicht und es gibt eben sone und solche. Dafür gibt es bei Euch Sachen, die es vielleicht in den andren Familien nicht gibt. Vorlesen, gemeinsame Ausflüge, was auch immer.


    Was anderes wäre es übrigens, wenn "die Reichen" Dein Kind ausschließen würden. Aber das scheint ja nicht der Fall zu sein.

  • Ausgeschlossen wird zum Glück niemand

    Wir haben da einen super kiga. Ist privat und klein.

    Wahrscheinlich auch daher die bessergestellten.


    Sie soll sich auch ruhig weiter treffen, aber breiter gestreut wäre irgendwie schön. Evt passtiert das auch in der Schule.

  • und wenn überhaupt einer sich mal ums Kind gekümmert hat, war es der Vater, Mutter hatte Karriere im Kopf.

    Grundsätzlich ist das ja nicht schlimm, wenn die Mutter Karriere macht und der Vater dann die Carearbeit übernimmt.

    Teilweise ist es auch nicht immer so ohne weiteres möglich sich frei zu nehmen, wenn das Kind krank ist.


    Hier sieht's auch oft aus wie bei Hempels unterm Sofa. Ich hab oft schlicht und ergreifend weder die Zeit noch die Kraft um aufzuräumen. Aber nur damit zuhause mehr Ordnung ist, würde ich jetzt auch nicht weniger arbeiten.

  • Das ist ja alles ok, mir ging es nur darum, dass Geld nicht alles heilt. Und das, bloß weil viel Geld da ist, noch lange nicht alles easy peasy ist.

    Klar ist es prima, wenn sich beide Eltern kümmern bzw. mindestens einer. Aber da war es eben häufig so, dass es nur noch um die Karriere ging und Kind zu funktionieren hatte. Und wenn nicht, dann mußte sich eine fremde Person, die Kind zumindest zu Anfang gar nicht kannte, kümmern. Das war nicht immer ganz einfach.