Trennung- beide wollen die Kinder

  • Ungünstig, das die Wohnung gekündigt ist - so muss gehandelt werden.

    Das kann man auch positiv sehen. Bea muss handeln - und da der Vater nicht bereit ist Absprachen zu treffen, kann niemand der Mutter einen Strick draus drehen:

    Bea sorgt dafür, dass die Kinder ein Dach über dem Kopf haben werden

    Bea sorgt dafür, dass es einen Kita-Platz gibt

    Bea kümmert sich um Einnahmen/Job

    Bea kümmert sich um Betreuungsunterstützung

    Bea versucht Umgang mit dem Vater zu organisieren


    Vom Vater kommt anscheinend derzeit nur die Botschaft "dagegen".

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Kann es mir denn negativ ausgelegt werden, wenn ich nicht an seinen Wohnort ziehe? Also wenn er vielleicht die besseren Argumente für seinen Wohnort hat (ich weiß ja nicht, was er aus seinem Hut zaubern wird) und mir sogar die Möglichkeit bietet in seine Nähe zu ziehen und ich dies ablehne auf die Gefahr hin, dass aufgrund der Entfernung der Umgang mit den Kindern zeitlich eingeschränkt wird?


    Ich habe persönlich sehr gute Gründe dafür, Abstand zu wollen und weiß, dass es sehr ungesund zwischen uns werden wird, wenn ich in der Nähe meines Partners leben werde. Dies möchte ich wegen der Kinder nicht riskieren.


    Ich werde das Gefühl nicht los, dass mein Partner die Situation unterschätzt. Nicht die Trennungssituation, sondern was es heißt, alleine mit zwei Kindern zu sein, da er dies nie hatte. Wie wichtig irgendwann ein familiäres Netz ist, vor allem wenn man wieder ins Berufsleben einsteigen möchte bzw. muss.

    Die familiäre Unterstützung, die ich bei ihm in der Nähe hätte bestünde neben ihm aus seiner Mutter, welche jedoch auch schon mehrere Bandscheibenvorfälle hatte, Arthrose in der Schulter und letzte Woche sogar noch nach einem wahrscheinlichen Herzinfarkt eine Bypass-OP bekommen hat. Da finde ich es unverantwortlich, sie als regelmäßige Unterstützung für zwei Kleinkinder einzuplanen.


    ->weshalb ich so auf ein familiäres Umfeld poche hat übrigens den Grund, dass mein Partner Babysitter stets abgelehnt hat bzw. ablehnt.



    Volleybap du hast völlig Recht. Er ist so voller Angst, seine Familie zu verlieren, dass er lieber alles blockiert als die Sache einfach mal laufen zu lassen. Es ist auch überhaupt nicht in meinem Interesse, ihn zu einem Wochenendpapa zu machen. Für mich ist es ja auch mal schön, ein, zwei Nachmittage in der Woche "frei" zu haben und somit dann an den anderen Tagen mehr Energie für die Kinder zu haben. Genauso wenig ist es in meinem Interesse, dass er irgendwelche Umgänge bzw deren Erweiterungen einklagen soll.


    Mich macht es jedoch wütend, dass seinerseits kaum Bereitschaft zur Selbstreflektion besteht oder dass man sich mal hinsetzt und ganz nüchtern die Vor- und Nachteile des jeweiligen Wohnumfelds auflistet und dann zum Schluss kommt, wo es denn besser sei für die Kinder.

  • Wenn ich das richtig verstanden habe, ist der limitierende Faktor die bereits gekuendigte derzeitige Familienwohnung?!

    Und handelt es sich da um Wochen oder Monate, bis die Kinder und du auf der Straße stünden?

    Einen Strick kann dir niemand daraus drehen, wenn du in dieser Situation und nach geplatzten Meditations/Gesprächstermin du vorwärts gehst. Umgekehrt würde ein Schuh draus: sich nicht zu kümmern wäre eine Vernachlässigung der Kinder.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Ruhe bewahren ist immer gut.

    Wichtig ist aber auch, einen Plan zu haben und sich nicht darauf zu verlassen was andere machen könnten/müssten/sollten, um nicht in die passive Rolle zu rutschen, wo man reagieren muss, statt vorher agieren zu können.

  • Bea,


    ich lese erst jetzt Deinen Post. ich habe der Diskussion wenig beizufügen aber hatte damals vor fast 15 Jahren ein ähnliches Exemplar hier (habe ihn noch Immer aber zähle die Jahre).


    Mir haben damals immens die Ratschläge im Forum geholfen. Ich konnte im ganzen Prozess auf das Ziel schauen und die Nebenschaukriegsplätze zwar nicht ignorieren aber einordnen. Aus meiner Sicht bist Du handelst Du sehr umsichtig und hast das Wohl der Kinder im Auge. Und das bringt mich auch schon zu meinem Kommentar:


    Das Gericht interessiert sich primär für das Wohl der Kinder.


    Zweitens, rechne mit Druck aus unterschiedlichen Richtungen. So hat zumindest das Jugendamt versucht, mich damals unter Druck zu setzen um eine Lösung auf meine Kosten herbeizuführen. Man dachte anscheinend, ich sei wohl so umsichtig, dass ich auch jeglichen Kompromiss eingehen würde. Im Gerichtsverfahren selbst sprach sich jedoch die JA Dame für meinen Vorschlag aus nachdem ich mehrmals telefonisch aufgefordert wurde, doch zurück in Teilzeit zu gehen. (Mein KV wollte damals nicht unsere private Grundschule mit Hort sondern eine öffentliche Grundschule ohne Hort - ich benötigte aber die Nachmittagsbetreuung um Vollzeit arbeiten zu können. Das JA versuchte mich dann in Richtung Teilzeit zu bugsieren). Mein Rat ist daher, versuche vorsorglich auch mit dem JA schon einmal in ein Gespräch zu kommen. Sie werden nachher im Verfahren eh' involviert. So war es zumindest bei mir.


    Mir hat es geholfen, dass ich proaktiv und lösungsorientierte Positionen hatte und einen Plan in der Hand. Mein Ex-Mann war immer nur "dagegen" und war nicht wirklich konkret in seinen Vorschlägen. Das Gericht hat ihm dann in letzter Konsequenz das Schulsorgerecht entzogen. Mir hat es natürlich geholfen, dass er vor Gericht dann auch die Fassung verlor und relativ wüste Kommentare in meine Richtung losliess (ich solle ihm dankbar sein, denn ohne ihn wäre ich nichts, hätte nichts usw., er gab zu, dass er die Unterschrift zur Schulanmeldung abhängig von einer Reduzierung des Kindesunterhalts machen würde)...


    Ich habe den Eindruck, dass Du auf dem richtigen Weg bist. Ich drücke Dir die Daumen! Vielleicht solltest Du Dir noch überlegen, wie der Umgang stattfinden kann. Es sind zwar nur 60 km aber zumindest solltest Du Dir die Gedanken schon einmal machen und ihm ggf. den Vorschlag schriftlich unterbreiten (also einen Umgangsplan nach Umzug in den neuen Ort erstellen).


    Liebe Grüße,

    Rosi

  • Hallo ihr Lieben,


    in den letzten zwei Wochen hat sich vieles getan. Nach einem heftigen Streit habe ich kurzen Prozess gemacht und bin mit den Kindern zu meinen Eltern gegangen. Da sowieso ein Urlaub einen Tag später ohne meinen Expartner geplant war, hat dieser für einen wohltuenden Abstand gesorgt. Am Tag unserer Rückkehr habe ich ihm die Kinder für eine Woche gebracht und währenddessen Fakten geschaffen. Heißt, Haus ausgeräumt, Wohnung angemietet, klar kommuniziert, dass ich das bisherige Betreuungsmodell (ich als Hauptbetreuungsperson) erstmal so weiterführen möchte. Ich weiß nicht, ob es meine Ausstrahlung war, der räumliche Auszug oder dass ich mich einfach nicht mehr auf Diskussionen eingelassen habe- plötzlich hatte ich alle notwendigen Unterschriften. Ohne Streit, ohne Drama. Ich bin so glücklich und erleichtert. Jetzt müssen wir nur noch das Haus übergeben und das weitere finanzielle klären. Ich habe das Gefühl, dass alleine die räumliche Trennung und das Schaffen von Fakten durch mich, so so viel gebracht hat und die Situation entzerrt hat. Gleichermaßen habe ich aber auch klar kommuniziert und signanlisiert, dass ich mir nun keineswegs die Kinder unter den Nagel reißen oder ihm Vorschriften machen möchte. Ich hatte eine gute Woche, genauso die Kinder mit Papa. Und ich habe es ihnen und ihm von Herzen gegönnt.


    Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Wichtig ist, dass unsere Tochter jetzt in die KIta gehen kann und es nur noch einen Monat dauert, den wir bis zum Einzug in die neue Wohnung überbrücken müssen. Und dann schauen wir mal, wie es mit der Betreuung/ Umgang etc weiter geht.


    Vielen Dank für eure Ratschläge!

  • Hallo, Weißes Pferd, unter dem Stichwort Wechsel-Modell findest du zahlreiche Diskussionen und Erfahrungen zum Thema hier im Forum. Oder kommt es Dir speziell auf Schweizer Erfahrungen an?

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.