Trennung- beide wollen die Kinder

  • Hallo ihr Lieben,


    ich bin neu hier und habe viele Fragen.

    Hat jemand von euch schon einmal die Erfahrung gemacht, dass beide Elternteile nach einer Trennung die gemeinsame Wohnung verlassen (müssen), jedoch an unterschiedliche Wohnorte ziehen wollen (60 km auseinander) ?

    Dass ein Teil mit den Kindern in der bisherigen Wohnung bleibt oder gar in der bisherigen Stadt ist aus finanziellen Gründen nicht machbar.

    Wir beide möchten gerne in die Nähe unserer jeweiligen Familien ziehen und sind beide der Meinung, dort jeweils den Kindern das beste Umfeld bieten zu können. Ein Wechselmodell wird seitens meines Partners abgelehnt.

    Eine Einigung ist nicht in Sicht, die Kinder habe ich bislang ausschließlich alleine betreut und groß gezogen, da mein Partner stets immens viel arbeiten war. Einen gemeinsamen Alltag als Familie gibt es schon seit etwa einem Jahr nicht mehr, auch nicht zwischen ihm und den Kindern.

    Der Grund, warum ich in die Nähe meiner Familie ziehen möchte ist a) bezahlbarer Wohnraum -> 100qm Wohnung, Kinderzimmer für jedes Kind, großer Garten und das für weniger als 1/3 unserer bisherigen Miete und b) die Unterstützung durch meine Familie, welche mir meinen Alltag doch sehr erleichtern würde. Abgesehen von Besuchen bei den Großeltern der Kinder gibt es nämlich seit der Geburt unserer Tochter vor 4 Jahren keine Möglichkeit, Unterstützung im Alltag zu erhalten.


    Mein Partner argumentiert in der gleichen Art und Weise, gesteht sich parallel jedoch selbst ein, dass auch in der Nähe seiner Familie ausschließlich er eine zuverlässige Unterstützung bei der Betreuung der Kinder bieten würde. Da dies jedoch in den letzten vier Jahren eher schlecht funktioniert hat, wüsste ich nicht, wieso sich dies nun auf einmal ändern sollte. Dennoch möchte er nun, dass ich mir eine Wohnung in der Nähe seines zukünftigen Wohnortes suche. Als einziges Argument für seinen Wohnort und dagegen, sich in der Nähe meines gewünschten Wohnortes eine Wohnung zu suchen um in der Nähe der Kinder zu sein, nennt. er eine bessere Jobperspektive für eine eventuelle Selbstständigkeit, welche jedoch noch nicht geplant ist.


    Habt ihr Ratschläge, wie wir aus dieser Situation kommen? Eine Familienmediation steht auch zeitnah an. Ich möchte ungerne vor Gericht ziehen, benötige jedoch von ihm Unterschriften für die Anmeldung der Kinder am neuen Wohnort und für die neue Kita. Beide Kinder sind zu klein, um selbst zu ihrem Wohnort befragt zu werden




    Ganz liebe Grüße

  • Herzlich willkommen im Forum.


    Nur 60 km, das geht ja noch.


    Ich habe erstmal keine Ratschläge, gebe allerdings zu bedenken dass Miethöhe, Garten usw. unerheblich sein dürften.


    Das ist bei einer Trennung wahrscheinlich ein nice to have für den Teil der Unterhalt empfangen möchte aber für den Teil der Unterhalt zahlen soll irrelevant ich vermute sogar eventuell schädlich es offen zu kommunizieren bzw. so argumentieren (bin selbst UET).


    Der Unterhalt bemisst sich nach dem Einkommen des Unterhaltspflichtigen und nicht nach den Kosten am neuen Wohnort.


    Vielleicht geht mit Thema Wechselmodell doch mehr als es scheint, warum lehnt er das denn ab?


    LG

    ... unn denn bin ick in mir jejangen, war aber ooch nüschd los! :drink ...

  • Danke dennoch für deine Antwort! Das Thema Unterhalt spielt für mich erst einmal eine untergeordnete Rolle. Wichtig ist für mich, dass für die Kinder eine gute Lösung gefunden wird, was das Wohnumfeld angeht.

    Natürlich sind die Kosten des Wohnraums unerheblich in der Argumentation, mir geht es hier einfach nur darum, dass ich mich freue, Wohnraum gefunden zu haben, wo ich nicht jeden Cent dreimal umdrehen muss, um mir die Wohnung überhaupt leisten zu können.

    Was mir nicht einleuchtet ist, warum eine offene Kommunikation schädlich sein sollte? Ist es nicht eher positiv zu bewerten, dass keine Sorge bestehen muss, dass im Falle eines Jobverlusts möglicherweise ein erneuter Umzug vermieden werden kann, weil die Wohnkosten eben nicht die Hälfte des Einkommens verschlingen? Rein hypothetisch gesehen.


    Aber klar, wenn es vor Gericht geht, wiegen natürlich andere Sachen schwerer als dass die Kinder einen Garten zum Spielen haben.


    Er denkt, er mutet den Kindern mit dem Wechselmodell zu viel zu.

  • Hallo Bea,


    zuerst Welcome hier im Forum.

    Ich gehe davon aus, Ihr seid (noch) verheiratet bzw. habt das gemeinsame Sorgerecht. Damit dürft/könnt/müsst Ihr als Eltern gemeinsam/einmütig entscheiden, wo Eure Kinder leben sollen. (Aus Nichttrennungsfamilien kennt man das zum Beispiel, dass Kinder (später) in ein Internat gehen. Weil die Eltern vielleicht beruflich durch die Weltgeschichte gondeln. Oder als Astronaut 12 Monate auf der Raumstation forschen. Oder die Kinder gehen zu den Großeltern. Ein "Hausmädchen" wird angestellt. - Was ich sagen will: All das liegt in der Entscheidungskompetenz der sorgeberechtigten Eltern. Es gibt keine gesetzlichen Vorgaben. Einzig darf die Lösung für die Kinder nicht "extrem schlecht" sein oder wie oft gesagt wird: Es darf das Wohl der Kinder nicht zu stark beeinträchtigt sein.

    Bedeutet für Eure Situation: Vieles ist denkbar.

    Einzig: Ihr müsst Euch einig werden.


    Klappt das nicht und erweist sich, dass die Eltern durch "mangelnde Einigungsfähigkeit" nicht in der Lage sind, ihren Erziehungsauftrag wahrzunehmen, dann kann durch Antrag eines Elternteils oder des Jugendamtes das Gericht eingeschaltet werden. Das trifft dann nach Anhörung der Eltern eine Entscheidung, die das Gericht für machbar und gut hält für die Kinder. Nicht selten sind die Elternteile recht unzufrieden mit der Gesamtentscheidung bzw. Einzelteilen.


    Das vorausgeschickt, um den Rahmen ein bisschen zu beschreiben. Und es klingt bereits heraus: Einvernehmliche Lösungen sind zwar schwierig herbeizuführen für die Eltern, aber oft besser als ein Gerichtsentscheid.


    Wie entscheiden Gerichte? Werfen beide Eltern ihren Hut in den Ring, die Kinder betreuen zu können, sind in der Regel auch beide Eltern grundsätzlich in der Lage, Kinder zu erziehen. "Erziehungsunfähigkeit", also eine Gefahr für die Kinder zu sein, tritt bei sehr wenigen Eltern auf.

    Jetzt muss das Gericht also gucken, bei wem die Kinder "das eine Prozent" besser aufgehoben sein würden. Da kommt es auf das jeweilige Konzept an - und wie glaubhaft es ist und wirklichkeitsnah. Da haben Mütter in der Regel einen gewissen Vorteil. Und du auch hier: Bisher wurde ein Großteil der Erziehungsarbeit nach deinen Angaben von dir ausgeführt. Das hat bei dir geklappt. Der Vater müsste diesen Nachweis erst führen. Man müsste sein "Können" ausprobieren. Kinder sind nun kein "Testprodukt".

    Es könnte also sein, dass du hier punktest.


    Aber nochmals: Könnt ihr euch nicht einigen und es kommt zu einem Gerichtsentscheid, ist das Ergebnis (so, wie du die Vorgeschichte darstellst) relativ offen.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Herzlich willkommen im Forum.

    Die Situation ist übel, die haben wir uns alle nicht gewünscht aber die meisten von uns haben sie durchgestanden.

    Eine gute Lösung zu finden hat viele Aspekte. Das sind zu einem die Kinder, eure Gefühle und am Ende ein ganz großer Faktor wird auch das Geld. An diesem Punkt beim Geld hört die Freundschaft auf.

    Ich kann deinen und seinen Wunsch verstehen in die Heimat zu ziehen 60 km. Da muss man sich aber schon bewusst sein, dass er bestenfalls ein Wochenend Papa wird, ein Wechselmodell halte ich ausgeschlossen. Das geht vielleicht gerade noch in der Zeit wo die Kinder im Kindergarten sind. Spätestens im Schulalter ist das durch. Wenn du erst mal bleiben würdest, um die Situation zu stabilisieren dann steht dir Kindesunterhalt und Trennungsunterhalt zu.

    Hast du mal überschlagen, was dir dazu steht? Vielleicht kannst du die Wohnung dann ganz gut halten beziehungsweise wäre es für eine Zeit auch noch wohngeld berechtigt?

    Zu dem ganzen Drama kommt natürlich auch wenn ihr beide umzieht braucht ihr beide neue Jobs, das ist natürlich auch unter Umständen nicht immer einfach.

    Leider ist es so wie Volley geschrieben hat. Es gibt keine Entscheidung, die auf gütlichen Weg von außen gefällt wird. Entweder ihr einigt euch als Eltern oder es geht vor Gericht und da ist vieles möglich je nachdem auf welchen Richter ihr trefft und wie gut eure Anwälte seid sind.

  • Ich hab es so verstanden dass a) _Bea mit den Kindern umziehen möchte ebenso aber b) der Vater mit den Kindern auch umziehen möchte.


    Also b) wäre die Betreuungssituation ja komplett anders als jetzt.


    _Bea Dass mit der Miethöhe und Garten hatte ich nur als in meiner Sicht schwächere Argumente aufgezählt. Bitte nicht falsch verstehen, wollte hier nichts unterstellen. Kontinuität, Unterstützung durch Familie und Umfeld sind m.M. nach stärkere Argumente mit denen ICH zuerst vorrangig mal argumentieren würde.


    Also das ist echt schwierig.


    Stelle mir auch schwierig vor wie er neben der fast 100% Betreuung zusätzlich noch die Selbständigkeit gewuppt kriegen will:?:


    Gut er bräuchte dann eventuell zwar weniger laufendes Einkommen, aber trotzdem.


    :/


    LG


    ps Bin Laie und habe es selbst nicht geschafft mit meiner 2 x KM eine über das klassische Modell hinaus gehende Betreuungsregelung zu vereinbaren. Obwohl mir das sehr weh tat und ich glaube v.a. den Kindern hätte was anderes vielleicht gut getan. Also ich schreibe hier ohne wirklich "Ahnung" von der rechtlichen Seite zu haben.

    ... unn denn bin ick in mir jejangen, war aber ooch nüschd los! :drink ...

    Einmal editiert, zuletzt von Yogi ()

  • Hallo,


    vielen Dank für eure Antworten. Volleybap ich setze meine Hoffnungen auf die Familienberatung. Denn ich möchte nur ungern, dass eine fremde Person über unser Leben entscheidet.

    Lena_1977 das habe ich mir bereits durchgerechnet. Das Problem ist, dass wir eine derart teure Wohnung haben, dass es selbst mit Wohngeld und Trennungsunterhalt, Kindesunterhalt plus einem Teilzeitjob nicht reichen würde. Sonst wäre ich gerne geblieben, vor allem weil unsere Kita top ist.

  • Yogi genau, das hast du richtig verstanden.

    Mein Partner möchte auch gar nicht die 100 % Betreuung, sondern er möchte, dass ich an seinen gewünschten Wohnort ziehe, damit er die Kinder in der Nähe hat. Die Hauptbetreuungsperson soll weiterhin ich sein, auch sollen die Kinder bei mir leben. Nur eben nicht 60 KM entfernt. Als Argument hierfür nimmt er, dass er an seinem gewünschten Ort bessere berufliche Aussichten hat, obwohl dies erstmal nur Theorie ist. Weder ist ein Job in Aussicht, noch eine Selbstständigkeit aufgebaut oder in Aufbau. Ich bin schon zwei Mal mit ihm auf seinen Wunsch hin umgezogen. Jedes Mal wurde argumentiert, dass an Ort x bessere berufliche Perspektiven herrschen. Beide Male ist es schief gegangen. Ein drittes Mal möchte ich mich einfach nicht mehr drauf einlassen. Denn bei ihm kann es auch gut sein, dass er in einem Jahr wieder woanders hinziehen möchte, auch wenn er jetzt sagt, dass er dies nicht vorhat.

  • Lass ihn ziehen und bleib erstmal.

    Argumentieren würde ich das mit mehr Ruhe für die Kinder (gewohntes Umfeld, Kita) und deinem Job und außerdem schaffst du das gerade finanziell und kräftezehrend nicht.

    Damit wäre die Kuh erstmal vom Eis. Dann kannst du dich um die richtigen Kraftthemen wie Unterhalt und später Scheidung kümmern.

    Ist das alles durch und du wohnst eh nicht mit den Kindern in seiner Wunschregion - dann ziehst du um - denn dann ist der Aufenthalt (bei dir) nicht mehr strittig und es ist ggfls. eine Verbesserung wenn es nur noch 60 km sind.


    Überleg dir in welche Teilbereiche du Zeit und Geld investiert.

    Auf gütlich kann man hoffen, dann müssen beide Zugeständnisse machen. Auch diese ganzen Beratungsangebote regen oft zum nachdenken an, treffen keine Entscheidungen. Ich kenne Paare die waren gemeinsam beim Gespräch und am Ende hatte jede/r das Gefühl das der anderen den Standpunkt jetzt verstanden und akzeptiert hat. Das Gegenteil ist der Fall.


    Viele Feinheiten sieht man erst im Rückblickend, eigentlich brächte man/Frau einen Strategie Coach - was ist mir wichtig/womit kann ich (erstmal) leben/ welches Fass muss ich (noch) nicht aufmachen und welche Rechte/Pflichten sind durchsetzbar.


    Anwälte sind (meist) der schlechteste Ratgeber - die vertreten den Willem des Mandanten - ob es Sinn macht oder nicht.

  • Wenn ich das jetzt so versuche "zusammenzudenken", könnte dir der wichtigste Punkt sein: "Kinder werden von der Mutter betreut, Vater hat Umgang."


    Familienberatungen wollen oft Lösungen. Und zwar "in kleinen Schritten" - "den Rest machen wir beim nächsten Mal". Damit wäre die erste und wichtigste Vereinbarung für dich, dass die Kids bei dir sind. Alles andere kann dann später geklärt werden: Wohin du ziehst. An welchem WE die Kids beim Vater sind. Welchen Unterhalt er leisten muss. Wer den rosa und wer den schwarzen Koffer mitnimmt beim Auszug ... all das stell hinten an und gucke, ob du die wichtigste Vereinbarung hinbekommst. Steht die, sind alle anderen Sachen marginal. Also nicht eine Situation aufkommen lassen, in der eventuell das Aufenthaltsbestimmungsrecht (also dass du sagen darfst, bei wem die Kinder leben) gegengerechnet wird mit dem Wohnort der Kinder.

    Bereite dich darauf vor, das Gespräch bei der Familienhilfe so zu führen.


    Vielleicht ist es dazu noch zu früh. Aber ich will es schon einmal gesagt haben: Sehr hilfreich ist, wenn man zu diesem Gespräch einen Spickzettel dabei hat. Auf dem die zwei drei wichtigsten Sachen stehen, die man erreichen will. Auf den man immer wieder gucken kann, um sich daran zu erinnern. Solche Gespräche haben oft eine Eigendynamik. Und man wird dann auf Randthemen gedrängt oder muss ein wesentliches Thgema "in den letzten zwei Minuten ver nachspielzeit" noch klären. Da hilft so ein Zettel. Manchmal auch mit "Rettungssätzen": "Das ist jetzt alles ein bisschen viel für mich und ich bin irgendwie unsicher, ob ich noch alles überblicke. Ich würde darüber gern nachdenken und beim nächsten mal dann sagen, ob das für mich möglich ist." / "Danke für diesen wichtigen Gedankenanstoß. Den würde ich gern zuende denken für mich und beim nächsten Mal dannn ..." - Solche und ähnliche Sätze sind ein Gerüst, eine Argumentationshilfe, die einen zurückholen, wenn die Diskussion mir aus dem Ruder läuft.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • „Also nicht eine Situation aufkommen lassen, in der eventuell das Aufenthaltsbestimmungsrecht (also dass du sagen darfst, bei wem die Kinder leben) gegengerechnet wird mit dem Wohnort der Kinder.


    Volleybap wie meinst du das?


    -> ist es so gemeint, dass mir die Kinder zwar "zugesprochen" werden könnten, mein Partner aber bestimmen darf, wo sie leben? Sprich, er dürfte mir vorschreiben, wo ich mit beiden hinzuziehen habe?


    Unser Problem ist, dass die Zeit drängt. Ich brauche Unterschriften für die Kita, sonst ish der Platz weg. Mein Partner selbst hat noch keinen vorgelegt, wofür er meine Unterschrift bräuchte, aber ich weiß auch nicht was man ihm glauben kann.
    Seine Aussagen sind wie ein Fähnchen im Wind. Auch ist die Wohnung hier gekündigt. Heißt, ich kann das Ganze hier auch nicht mehr ewig aussitzen.


    Leider wird es durch meinen Partner nun dargestellt, dass ich ihm die Möglichkeit nehmen möchte, Vater zu sein, indem ich mich weigere, an seinen Wohnort zu ziehen, und somit die Familie zerreiße und ihm die Kinder wegnehmen möchte.

  • Leider wird es durch meinen Partner nun dargestellt, dass ich ihm die Möglichkeit nehmen möchte, Vater zu sein, indem ich mich weigere, an seinen Wohnort zu ziehen, und somit die Familie zerreiße und ihm die Kinder wegnehmen möchte.

    Lass dich nicht unter Druck setzen. Diese Behauptungen entsprechen ja nicht der Wahrheit und lassen sich ja widerlegen. Er hat ja keinen Grund, nicht in eure Nähe zu ziehen.

    Ich würde sicherheitshalber schonmal einen Termin beim Anwalt machen, falls die Beratung nichts bringt. Wenn die Zeit wegen der Kindergartenplätze drängt, brauchst du ja eine schnelle Lösung.

  • „Also nicht eine Situation aufkommen lassen, in der eventuell das Aufenthaltsbestimmungsrecht (also dass du sagen darfst, bei wem die Kinder leben) gegengerechnet wird mit dem Wohnort der Kinder.


    Volleybap wie meinst du das?


    -> ist es so gemeint, dass mir die Kinder zwar "zugesprochen" werden könnten, mein Partner aber bestimmen darf, wo sie leben? Sprich, er dürfte mir vorschreiben, wo ich mit beiden hinzuziehen habe?



    Ich habe noch im Bereich der "Familienberatung" geschrieben: Niemand kann dir oder deinem Mann etwas aufzwingen. Ihr könnt alles entscheiden. Müsst euch aber einig werde. U(nd da war der Rat: Mache die Sachen "in Häppchen". Einige dich bei der allerwichtigsten Sache: Wo sollen die Kinder leben?


    Du willst einsteigen und die Kinder haben. Wenn der Vater die Kinder auch haben will, soll er es jetzt sagen. Dann soll er seinen Hut auch in den Ring werfen.

    (Und es wird sich zeigen: Wenn du einen Plan hast an dem neuen geplanten Wohnort, wird er an seinem Wohnort einen Plan haben. Und nicht sagen. "Ich ziehe in den gleichen Ort wie die Mutter, betreue die Kinder und die Mutter ist dann alle 14 Tage halt in der Nähe."


    Oder noch einmal andersherum gesagt: Lass es nicht zur Verhandlungsmaße werden, dass die Entscheidung, wer Betreuungselternteil wird, Verhandlungsmasse über den Wohnort der Kinder wird. Kläre erst das eine, dann das andere.


    Unterschrift KiTa: Gucke dir den Kita-Vertrag einmal genau an. Verträge, die so wenig Trennungssituationen berücksichtigen, sind eigentlich von Anno Tupf und elendiglich veraltet. ("Meine" waren vor 25 Jahren da schon anders. Und das war ein kirchlicher Träger.) Schau dir die Formulierung an und trau nicht zwingend den Aussagen der KiTa-MA. Ansonsten fragen: Wie machen Sie das denn im Konfliktfall? Halten Sie den Platz jetzt frei, bis ich mich durch die Instanzen geklagt habe beim Vater? Und das - bis wann sie die Unterschrift brauchen, sollen sie dir schriftlich geben. Damit kannst du einen Eilantrag stellen...

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Hallo ihr Lieben,


    vielen Dank für euren Input. Leider hat mein Mann doch keine Lust gehabt, an der Mediation teilzunehmen, da dies in seinen Augen nichts bringe.

    Da eine Einigung nicht in Aussicht ist, müssen wir nun vor Gericht gehen. Hier will aber keiner den ersten Schritt gehen bzw. ich möchte ungerne solange wir noch zusammen leben, dass Gerichtspost ins Haus flattert. Er sieht es als komplette "Kampfansage", wenn ich nur sage "Lass uns den Aufenthalt und Wohnort der Kinder vor Gericht klären und bis dahin regeln, wie in der Zeit die Kinder von wem betreut werden"- so eine Regelung wird ebenfalls kategorisch ausgeschlossen. Ich denke, er möchte mir keinerlei Zugeständnisse machen, auch wenn dies nur heißt, einem Vorschlag von mir zuzustimmen.


    Ich bin mal gespannt wie es wird. Der Aufenthalt der Kinder ist btw unstrittig, solange ich an seinen gewünschten Wohnort ziehe. Tue ich dies nicht, möchte er die Kinder komplett zu sich nehmen.

    Mich macht es nur traurig, dass es ihm nichtmal darum geht, mehr Zeit mit ihnen zu wollen. Ihm geht es lediglich darum, dass die Kinder nicht in der Nähe meiner Eltern aufwachsen, da meine Eltern ihn nicht leiden können.


    Drückt mir die Daumen, dass alles gut ausgeht!

  • Das ist sehr ärgerlich. Wenn dein Mann aber eine Mediation ablehnt und das Gericht als Kampfansage ansieht, was soll die Lösung sein? Alles was er will ist ok, alles was er nicht will, da wird gar nicht erst drüber nachgedacht? Wie soll es dann weitergehen?

    Möchtest du an seinen neuen Wohnort ziehen? Kannst du dort beruflich Fuß fassen, lässt sich die Kinderbetreuung dort (gut) lösen? Hast du dort Aussicht auf eine bezahlbare Wohnung?


    Mach einen Termin beim Anwalt und lass dich dort beraten. Der Termin beim Anwalt bedeutet ja nicht automatisch den Gang vors Gericht.

    Dein Mann ist aktuell derjenige, der alles aussitzt und keine Mediation möchte. Du musst nun für dich klar haben, ob du dich seinen Wünschen fügen möchtest und kannst, oder ob du das nicht willst. Wenn du das nicht willst, musst du aktiv werden. Aussitzen hilft dir nicht weiter. Dann sind die Kindergartenplätze weg. Was dann?

  • Emma21 nein, das möchte ich auf keinen Fall. Sein Wohnort bietet keine Perspektive für mich, auch ist der Wohnort dort wesentlich teurer. Des weiteren brauche ich, grade wenn ich wieder anfange zu arbeiten, verlässliche Personen in meinem Umfeld, die mich im Notfall mal unterstützen könnten. Und dazu zählen weder mein Partner noch meine Schwiegerfamilie. Ich habe jetzt einen Plan und hoffe, dass alles gut ausgehen wird.