Gestaltung Antrag

  • Also, wenn ich an meine Mutter und die Mütter mit mir gleichaltriger Leute denke, hatten die nicht mehr Arbeit im Haushalt, als ich heute. Die sind ganz klar wegen uns Kindern lange zu Hause geblieben. Wir (meine Schwester und ich) waren nicht mal im Kindergarten, weil meine Mutter das nicht wollte.

    Meine Mutter hat noch per Hand gespült. Die Spülmaschine kam erst in meiner Teenagerzeit auf und machte das Geschirr kaputt und vor allem nicht so sauber, war meine Mutter überzeugt.

    Ich hab noch Koks geschleppt, bis die Gastherme kam. Und Hemden waren noch nicht bügelfrei und das Dampfbügeleisen weit entfernt. Der Wäschetrockner auch. Viele kleine Küchen- und Haushaltshelfer gab es noch nicht. Eingekauft wurde täglich. Auf dem Markt, beim Bäcker, beim Metzger, im Milchladen. Das kostete Zeit. Löcher in Strümpfen wurden noch gestopft. Der Aufwand für den Haushalt war schon höher als heute.

    Aber deshalb war meine Mutter nicht Zuhause. Sie war Zuhause, weil mein Vater nicht wollte, dass meine Mutter arbeiten muss. Er wollte und hat genug Geld beigebracht, dass seine vierköpfige Familie davon leben konnte.


    Vor der Heirat hat meine Mutter die Buchhaltung in einem größeren Laden als Assistentin des Geschäftsführers gemacht. Wusste also, was Arbeit ist. Und wie (wenig) sinnstiftend. Hat also bewusst das Hausfrauendasein gewählt und dort mehr Erfüllung gefunden denn als Buchhalterin.


    Meine Eltern haben in jungen Jahren diese Wahlmöglichkeit gehabt. Sechziger, siebziger Jahre. Da hat man als durchschnittlicher Alleinverdiener noch seine Familie ernähren können. Die Zeiten sind längst vorbei. Heute haben Familien diese Wahlmöglichkeit kaum noch. Und das ist schade.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Und ich kenne keine einzige Mutter von Mitschülern, die zu Hause war und auch keine einzige, die mit mir gleichzeitig Mutter wurde. Alle gingen immer erwerbstätig.
    Ich denke, man enthält den Kindern sehr viel vor, wenn sie nur zu Hause sind. Betreuung heißt doch auch mit anderen Kindern soziale Interaktion zu haben. Andere Erlebnisse haben, als ich sie bieten könnte. Und noch viel mehr.


    Daneben finde ich es wirklich krass, sich als AE so sehr von einem neuen Partner abhängig zu machen. Thema Rente will ich gar nicht mal erwähnen.
    Ich war so dankbar die Betreuung zu haben, um arbeiten zu können. Wir hätten uns viel nicht leisten können. Das heißt ja nicht, dass ich nicht stetig versucht habe, auch mal früher abzuholen. Und lange gearbeitet habe, wenn Opa abgeholt hat.

  • Meine Mutter hat noch per Hand gespült.


    Das tue ich auch; seit Jahren. Seit die letzte Spülmaschine den Geist aufgegeben hat. Da wohnte ich noch mit Sohnemann zusammen. Wann die Spülmaschine bei meinen Eltern Einzug gehalten hatte, weiß ich gar nicht. Ich kann mich nicht an per Hand spülen dort erinnern; mag aber sein, dass es das noch gab, als ich noch sehr klein war. Ab wann es den Trockner und die Mangelmaschine gab, weiß ich auch nicht mehr.


    Ich hab noch Koks geschleppt, bis die Gastherme kam.


    Du bist doch nicht so viel älter als ich? 😳 Bei uns gab es keine Kohlen mehr.


    Meine Eltern haben in jungen Jahren diese Wahlmöglichkeit gehabt. Sechziger, siebziger Jahre. Da hat man als durchschnittlicher Alleinverdiener noch seine Familie ernähren können. Die Zeiten sind längst vorbei. Heute haben Familien diese Wahlmöglichkeit kaum noch. Und das ist schade.

    Ja, das meinte ich...

    LG
    CoCo




    Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen.
    ~ Elisabeth Beatrice Hall 1906 im Buch "The friends of Voltaire" ~

  • Mit Geschichte war tatsächlich eine längere Zeitspanne gemeint als die, sie wir selbst noch erlebt haben mit der kurzen Phase der "Rama-Familie" in den 70ern bis 90ern. Ich kenne das so tatsächlich fast nur von meiner Mutter und sehr wenigen anderen Familien, in denen entweder die Diskrepanz zwischen Bildungsstand Vater/Mutter sehr hoch war und/oder der Vater wirklich gut verdiente.

    Schon in der Generation davor war es schlichte wirtschaftliche Arbeitsteilung.

    Und für AE ist das nochmal n anderes Thema.


    So, zurück zu Hopefulls Antrag, fänd ich gut.

  • So, zurück zu Hopefulls Antrag, fänd ich gut.

    Wobei ich den Nebenstrang echt spannend finde.



    Die OGS war für mich als Berufstätige nicht nur im Nachmittagsbereich hilfreich. Sooft kam es vor, dass die Schule " dicht" oder verkürzten Unterricht hatte und die OGS zumindest eine gesicherte Betreuung bot. Die Grundschule plus Alleinerziehung plus Berufstätigkeit waren wirklich schwierige Jahre. Da war die OGS echt ein Segen. Okay, wir hatten eine tolle OGS und Kind war sehr gerne dort.

    Ohne wären wir auch in Ferienzeiten, Schließungszeiten einfach verloren gewesen.

  • Wobei ich den Nebenstrang echt spannend finde.

    Dito. Ich finde es auch immer ein bisschen schwierig, wenn man noch etwas dazu schreibt und mit "jetzt aber btt" eine weitere Antwort quasi verhindert. Vielleicht lässt sich diese Diskussion auch "auslagern", falls Hopefull das möchte.


    Wenn man weitere Generationen zurückblickt, gab es sicherlich reichlich Arbeit auf Höfen etc., für Mütter, die zu Hause blieben.


    Ich kenne das so tatsächlich fast nur von meiner Mutter und sehr wenigen anderen Familien, in denen entweder die Diskrepanz zwischen Bildungsstand Vater/Mutter sehr hoch war und/oder der Vater wirklich gut verdiente.

    Da haben wir sehr unterschiedlich Erfahrungen. Ich bin jetzt gerade nicht sicher, ob wir etwa gleich alt sind, oder Du um einiges jünger bist als ich...

    LG
    CoCo




    Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen.
    ~ Elisabeth Beatrice Hall 1906 im Buch "The friends of Voltaire" ~

  • Nee, ichvwill nichts verhindern, will nur Hopefulls Strang nicht so sprengen (da hab ich jetzt eher ein schlechtes Gewissen...). Vielleicht finden wir für das Für und Wider und das Dazwischen und Außenrum ja einen allgemeineren Ort im Forum. (Ich bin gerade noch so Generation X)

  • Also bei uns geht der Antrag auf Wohngeld und Kinderzuschlag immer zurück mit der Begründung es kann nicht bearbeitet werden weil Vaterschaft nicht geklärt.

    Wir bekommen keine Ablehnung in dem Sinne, sondern die Bearbeitung wird ja schon abgelehnt.

    Dann beantrage nochmals. Kommt wieder diese Rückmeldung, bitte (schriftlich) um einen "widerspruchsfähigen Bescheid".

    Dann muss der Sachbearbeiter schriftlich einen Ablehnungsgrund nennen und den begründen. Kommt da: Wohngeldantrag wird nicht bearbeitet, weil der Kindsvater unbekannt ist oder aehnliches, legst du Einspruch ein.

    Liebe Grüße



    Bap



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  • In erster Distanz würde der Antrag Heute abgelehnt. Wir können noch einen zweiten versuchen. Ratsam wäre ein Umzug in das Einzugsgebiet der anderen Schule.


    Ich sich schonmal mein Arbeitsvertrag raus zwecks Kündigungszeit. Wird wohl auf arbeitslos sein rauslaufen bis die Schulzeit hinter uns liegt. Außer ich finde ein Job ist 2 Std täglich.

    Arbeit wäre nicht wichtig hieß es von der Schule. Ich könnte ja nachmittags oder nachts arbeiten. Auf meine Frage wer dann auf die Kinder aufpasst kam nur das sei nicht das Problem der Schule.

  • In erster Distanz würde der Antrag Heute abgelehnt. Wir können noch einen zweiten versuchen. Ratsam wäre ein Umzug in das Einzugsgebiet der anderen Schule.


    Ich sich schonmal mein Arbeitsvertrag raus zwecks Kündigungszeit. Wird wohl auf arbeitslos sein rauslaufen bis die Schulzeit hinter uns liegt. Außer ich finde ein Job ist 2 Std täglich.

    Arbeit wäre nicht wichtig hieß es von der Schule. Ich könnte ja nachmittags oder nachts arbeiten. Auf meine Frage wer dann auf die Kinder aufpasst kam nur das sei nicht das Problem der Schule.

    Welche genauen Gründe werden denn im Ablehnungsbescheid aufgeführt?

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Ich könnte auch nachts oder nachmittags arbeiten, müsste ja nicht am Vormittag sein, Oma könnte aufpassen

    Das steht genau so in dem Ablehnungsbescheid? 😳

    LG
    CoCo




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    ~ Elisabeth Beatrice Hall 1906 im Buch "The friends of Voltaire" ~

  • Das hat nur die Direktorin so geschrieben. Nur wenn sie die Gründe für gewichtig hält leitet sie es weiter ans Schulamt. Man braucht wohl als erste Instanz das von der Schule. Unterschrift plus Stempel das sie das Kind gehen lassen. Wusste ich nicht. Hatte es so verstanden das es direkt ans Amt geht.


    Aber geschrieben hat sie das es noch andere Tageszeiten als den Vormittag gibt in denen man arbeiten kann und dies ja nicht zur Schulzeit passen muß und im Gespräch heraus kam es gäbe eine Oma.

  • Auch hier gilt: Dringe auf einen widerspruchsfähigen Bescheid auf deinen sicherlich schriftlich gestellten Antrag.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.