Da waren sie wieder, meine drei Probleme

  • Wichtig finde ich, dass du die Liebe zu deinem Kind nicht verlierst.

    In solchen Situationen, die irgendwie nicht enden wollen, jahrelang ist die Kommunikation Eltern - Kind gereizt, ablehnend, einfach nicht schön, weil einen das selber so fertig macht.

    Man hat ja nicht nur ein Kind, das eventuell quer läuft und sich die Baustelle im Kopf einfach nicht schließt und dann ist da noch der Alltag, die Arbeit etc...


    Irgendwie verliert man da auch ab und an das Zugehörigkeitgefühl zum Kind oder zu allem - ich weiß nicht, ob dir das auch so geht.

    Da mir diese Situation bekannt vor kommt, erzähle ich einfach was ich gemacht habe.

    Gerade in so schwierigen Situationen finde ich es wichtig, dass das Kind die Liebe und die Grenzen spürt.

    Ich habe nicht geschrieben, dass du bei allem nachgeben sollst.

    Aber, dass du ihm den PC weg nehmen möchtest und sogar verkaufen willst, das wird dir dein Sohn niemals verzeihen, das hat nichts mit Grenzen setzen zu tun.

    Du nimmst ihm damit seine Sicherheit - so ist mein Gespür. WLan abstellen ab einer gewissen Zeit - ok, aber PC verkaufen - no.


    Ich finde manchmal ist es wichtig, seinen eigenen Blickwinkel im Gespür zu ändern, dass man ganz anders auf den Jugendlichen wieder zu gehen kann.

    Mir hat damals die Individualpschologie geholfen. Eine Übung war zB. sich hinzusetzen und sich vorzustellen, mein Kind sitzt auf dem Stuhl gegenüber und ich sage ihm in Gedanken, was ich an ihm mag, was ich toll finde, was ich finde, dass er gut kann - atmen nicht vergessen.

    Durch diese Übung kommt die Liebe wieder und dann ändert sich auch der Umgangston und der Blick aufs Kind.


    Etwas anders machen als der Jugendliche von dir gewohnt ist, bewirkt eventuell etwas in der Baustelle im Hirn oder er fühlt, dass er geliebt wird, so angenommen wird, wie er gerade ist.

    Ich glaube nicht, dass er das alles mit Vorsatz macht, das sind die pubertären Baustellen im Kopf.


    Wie warst du mit 15 ? Warst du die Sonne für deine Eltern? War dein zimmer immer aufgeräumt? wie hättest du es empfunden, wenn deine Eltern mit 15 dein Zimmer aufgeräumt hätten?


    Seine Reaktion beim Abendessen, wo er einfach aufgestanden ist und gegangen ist, ich finde das so typisch. Auch die Aussage: "...gut, das es nichts wichtigeres gäbe.."

    Da gibt es mehrere Deutungsmöglichkeiten:

    - er fühlt sich nicht gesehen

    - ein typischer Ausspruch, mal dem Vater eins vor den Latz geknalllt....und wech

    - du hast wieder nur gemeckert, es gibt kein normales Gespräch mehr - von beiden Seiten. Du machst Druck, damit kann ein Pubertier nicht mit umgehen.


    Auch, dass er stinkt. Die Hormone ändern sich und dünsten aus. Hier hat mich als der Schlag getroffen, wenn ich ins Bad gegangen bin. Aber das legt sich. Es wird anders.

    Das Zimmerproblem kenne ich auch, aber auch das ändert sich. Irgendwann


    Vielleicht bekommt Sohn halt nur ein Gesteck: einen Teller, ein Glas, ein Messer, eine Gabel, einen Löffel. Wenn er dann was essen will, muss er das abwaschen.

    Aber in sein Zimmer zu gehen und es aufzuräumen, dein Sohn ist 15, finde ich grenzwertig und übergriffig. Störung der Privatshäre.

    Dass du das Geld für den Führerschein für was anderes ausgibst - ok. Aber ich würde ihm das nicht unter die Nase reiben.


    Das in solchen langanhaltenden pubertären Situationen auf der Gefühlsebene alles brach liegt oder weit unter dem Gefrierpunkt liegt, ist normal. Aber als Erwachsener sollte man seinem Kind das nicht lange zumuten. Das Pubertier macht das ja nicht mit Absicht - das vergessen wir nur immer wieder.


    Vielleicht hilft es auch zu entscheiden, welcher Machtkampf wirklich wichtig ist. Nach dem Motto in meiner Signatur:

    "Bevor du mit dem Kopf durch die Wand gehst, überlege zuerst.........

    Was mache ich im Nebenzimmer ? "


    Ist es bei manchen Dingen sooo wichtig, sie durchzusetzen oder hat das eher mit meinem eigenen Ego zu tun, also ist es wirklich wichtig, dass ich da in einen Machtkampf mit meinem Kind gehe - oder wäre es einfach mal sinnvoll, andere Wege zu gehen und es einfach sein zu lassen ?


    Verlier das Gespür der Liebe zu deinem Sohn nicht.

    Zeig ihm, dass du ihn trotz allem, was er sich gerade leistet - wofür er aber eigentlich nichts kann, denn er kennt sich grad selber nicht - lieb hast und ihn so akzeptierst wie er halt gerade ist.

    Bevor du mit dem Kopf durch die Wand gehst, überlege zuerst.........

    Was mache ich im Nebenzimmer ? (unbekannt)

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    G e l a s s e n h e i t .....................#atmen....

  • Was den Geruch angeht, das liegt definitiv nicht an seinem Alter, sondern daran, das Wäsche nicht gewechselt wird, das Bettzeug nicht gewechselt wird und Wäsche nicht gewaschen wird. Man darf ihn aber nicht darauf ansprechen. An seiner Zahnbürste sind Spinnweben. Ich kann hier gar nicht mehr beschreiben, was die olfaktorischen Auswirkungen sind, wenn er auf 30 cm an jemanden ran kommt. Natürlich weiß er das und das ist ihm hochnotpeinlich.

    Streitet das aber ab. Zieht sich die Opferrolle an. Dass er als Konsequenz seiner eigenen Nachlässigkeit von Lehrern oder Schülergruppen geschnitten oder zum Hans Wurst gemacht wird, sieht er nicht. Das schiebt er auf seine Körpergröße. Darum geht ja auch in keine Vereine und auch nicht ins Gym. Weil er meint, dass er da gemobbt wird.


    Das mit dem Besteck und dem Essen kann ich ihm tausendmal sagen. Interessiert ihn nicht, er macht einfach was er will. Also schleppt er alles in sein Zimmer und hortet es da. Die Freiheit des einen endet da, wo die des anderen eingeschränkt wird. Bevor wir hier also von Ungeziefer befallen werden, räume ich da auf.


    Auch wenn es mir manchmal schwer fällt und ich eine Faust in der Tasche habe, begrüße ich ihn und frage nach seinem Befinden. Manchmal reichen bei ihm schon Gefühle oder Gesten, um sein Selbstvertrauen aus dem Gleichgewicht zu bringen. Dann wird alles direkt als Angriff interpretiert. Das geht ja schon seit über einem Jahr so. Ich bin davon so müde...

    Gerade ist er wieder krank mit Grippe und ich habe ihm Tee und Suppe ins Zimmer gebracht.


    Ich war sicher kein Sonnenschein mit 15. Meine Stiefmutter hat meine Wäsche gewaschen und zusammengelegt. In einen Korb auf das Sofa in meinem Zimmer gestellt. Ich hätte sie nur noch in den Schrank legen müssen. Nach drei Tagen stand der Korb immer noch auf dem Sofa mit Wäsche. Darüber hat sich mein Vater aufgeregt. Habe ich zu ihm gesagt, der Schrank ist voll mit Wäsche, hat also keine Eile. Aber so ein Ausmaß an pubertären Allüren wie in der Gegenwart habe ich nicht erreicht.


    Dieses Ausmaß, dieser Geruch der sich mittlerweile durch die ganze Wohnung zieht und auch die anderen Kinder belastet, das hat eine Qualität, die ich mit meinem pubertären Allüren so nie erreicht habe.

    Die Geschwister haben gerade so eine Idee von einem Verständnis davon, dass ihr Bruder krank ist. Aber die wünschen sich auch nichts mehr, als unbelastet ihre Zeit zu verbringen.


    Ich habe hier noch ein paar andere Baustellen. Meine 16-Jährige kämpft seit Wochen mit Magenbeschwerden und muss jetzt wahrscheinlich sogar ihr Praktikum in den Ferien nachholen, weil sie so oft gefehlt hat. Meine 20-Jährige hat gestern geweint, weil ich sie bei einem Familientreffen geneckt habe. Das war es nicht alleine. Da sind noch ein paar andere Sachen gewesen, aber das war dann der Tropfen zum Überlaufen.

  • Reagiert er denn auf seine Geschwister, sagen sie ihm, dass er stinkt? Wenn du ihn Nachts vom Wlan trennst, könntest du sagen, jeden 2. Tag duschen - eine Nacht am Wochenende Wlan?

    Klar. Sein älterer Bruder ist die Sturheit in Person. Der hält ihm das mit schöner Regelmäßigkeit vor. Aber dann rastet der jüngere jedesmal völlig aus. Neusprech: Crashout. Aber ohne, dass der ältere überhaupt erst stur werden muss.

    Abtrennung vom Internet mündet in Eskapismus. Dann schläft er 24 Stunden. Sanktionen haben quasi keine Wirkung. Nach dem Motto: Ist ja jetzt sowieso schon alles egal. Mit Sanktionen oder angedrohten Konsequenzen kann man ihn nicht beeindrucken.

  • oh man......:(8|

    ES ist ihm peinlich. DAS ist doch schon mal was. und dann reagiert er beleidigt......yo, das kenne ich.

    Ein antiaspirant kaufen ? Einen Luftreiniger

    Und ansonsten wenn du jetzt sauber machst, bekommt er nur noch eine Bettgarnitur, ein Essensgarnitur und im Bad nur eine Garnitur wie Handtücher und Waschlappen .

    Mach mal Bilder und zeig sie ihm. Er soll mal selber an seinen Sachen riechen, ob er einen Freund haben will, der so riecht? Und dass er etwas dagegen machen kann.


    Ich bin mir sicher, er fühlt sich selber nicht wohl. Aber kommt da irgendwie nicht raus, weil dann müsste er eventuell etwas zugeben, oder sich eingestehen - ich empfinde das Ganze eigentlich eher als Hilfeschrei.


    Er ist voll auf anti und weiter vorne habe ich gelesen, dass er hochintelligent ist , dann noch das mit seiner Mutter - gibt es etwas, das ihr gemeinsam gerne vorher gemacht habt?

    ihr 2 zusammen ohne die anderen...etwas, dass die Anspannung, die zwischen euch herrscht mal für kurze Zeit vergessen lässt ?


    Was sagt seine Therapeutin? Und dann mal wirklich abklären lassen wegen des ADHS.


    P:S Lässt er sich umarmen und drücken ?

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    Was mache ich im Nebenzimmer ? (unbekannt)

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  • Also.....


    als ich 15 Jahre alt war - 1975 - waren meine Eltern beide berufstätig.


    Ich habe nie gewaschene Wäsche in meinen Schrank einräumen müssen.

    Das hat wohl meine Mutter gemacht.

    Auch meine Freunde haben nie ihre saubere Wäsche einräumen müssen.


    Gegessen wurde bei uns grundsätzlich im Esszimmer.

    Weder meine Schwester noch ich wären auf die Idee gekommen, Lebensmittel mit auf unsere Zimmer zu nehmen.

    Ein Apfel ja, aber sicher keine Teller und Besteck.


    In unserem Haushalt bekam jedes Mitglied eine Aufgabe.

    Mein Job war es, die Treppe und den Keller zu putzen.

    Meine Schwester hatte eines der Bäder.


    Nach dieser Methode - ich kenn es nur so und daher dachte ich bisher, das ist überall so - erziehe ich auch Karl.


    Seine Wäsche räume ich sauber in seinen Schrank......noch.

    Wenn er älter wird, macht er das selbst.


    Probleme mit Lebensmitteln in seinem Zimmer gibt's hier nicht.

    Bei uns wird im Esszimmer gegessen.

    Sein Zimmer liegt im ersten Stock, neben meinem Schlafzimmer. Wer gerade im ersten Stock sauber macht, macht die gesamte Etage....also Bad, Schlafzimmer, Kinderzimmer, Ankleidezimmer und den Flur.


    Das bin manchmal ich, manchmal Karl.....wer gerade Zeit hat.

    Karl muss ich da immer noch ein wenig ermahnen, aber er macht es dann schon.


    Was ich damit sagen will:

    Ich finde, manchmal wird von den Kindern nicht gerade wenig verlangt/erwartet.


    Muss das in dieser Form schon sein?

    Ist das heute aus erzieherischer Sicht notwendig?

    Muss all das ausgerechnet in der Pubertät sein?


    Ich sehe:

    Wenn die Erwartungen von den Kindern nicht erfüllt werden, gibt's Probleme und Ärger.

    Wäre es nicht sinnvoller, mit solchen Aufgaben und Erwartungen an die Kinder heranzutreten, wenn die Kinder ein gewisses Maß an Vernunft und Verständnis besitzen?


    Ich meine, was nutzt es denn, wenn das Resultat solcher Erwartungen derartige Probleme produziert, wie wir sie hier gerade von F4tH3R F16URE geschildert bekommen?


    Kinder haben ihr eigenes Tempo.

    Nicht alle sind mit 15 schon vernünftig und sehen die Notwendigkeit bestimmter Aufgaben ein.

    Und dann bei dieser Vorgeschichte mit dieser Mutter.......puh.


    Ich wäre sicher konsequent bei Maßnahmen im Bezug auf den Medienkonsum.

    Das ist die elterliche Verantwortung.

    Andererseits würde ich aber alles daransetzen, das Verhältnis zu meinem Sohn immer auf einer von Liebe getragenen Basis zu bewahren.

    Der Zugang zu dem Jungen darf nicht verloren gehen.


    F4tH3R F16URE

    Du tust mir gerade echt leid.

    Dein Junge aber auch.

    ICH würde da mit Ämtern und Therapeuten nicht rangehen wollen.

    Das kriegst du nur mit sehr viel Liebe, Nachsicht und Verständnis hin.....und mit viel Nerven.

    Macht was gemeinsam, nur du und er.

  • Ich überlege gerade, wie ich als Jugendliche war... ich glaube, fürchterlich! In der 9. Klasse hatte ich keinen Bock mehr auf Schule, ich fand einfach alles richtig richtig sch... In der 10. Klasse bin ich in die Mathe-Klausuren reingegangen, habe meinen Namen auf die Arbeitsblätter geschrieben, habe abgegeben und bin gegangen. Im Halbjahr hatte ich schriftlich 0 Punkte (=ungenügend) in den Klausuren, auf dem Zeugnis hatte ich meinen 1 Anwesenheitspunkt. Es hat mich nicht interessiert. Die 5 in Mathe konnte ich mit Englisch und Deutsch ausgleichen. Ich hab geschwänzt, mir meine Entschuldigungen selbst geschrieben, die Unterschrift meiner Eltern druntergesetzt und bin in der Uni-Mensa mit irgendwelchen Leuten frühstücken gegangen. Und auch ansonsten war ich viel unterwegs - es gab noch kein Internet und auch keine Handys. Ich war mehr bei meinen Freundinnen als bei mir "zuhause". Und habe es total genossen, wenn deren Mütter mittags gekocht hatten und auch MICH fragten, wie es mir geht. Aufräumen? Wozu? Sieht doch eh keiner. Und selbst wenn - es war mir sch...egal. Trotzdem war mein Zimmer mein "sicherer Ort". Dort fühlte ich mich trotz Chaos "sicher". Laute Musik - DAS war gut. So laut und bei offenem Fenster, dass die komplette Nachbarschaft unterhalten wurde. Interessiert hat es nicht wirklich jemanden (außer die Nachbarn);).


    Ich war vermutlich eine multiple Katastrophe, vor allem aber völlig haltlos und wäre wohl früher oder später "abgeschmiert", wenn nicht.... der "Zufall" ins Spiel gekommen wäre.


    Bis heute erinnere ich mich sehr genau, wie unser Englisch-Lehrer (den ich mochte, genauso wie das Fach und die Sprache) in die Klasse kam und ankündigte, es gebe noch ganz kurzfristig 3 Plätze für einen USA-Austausch. Ich sehe ihn heute noch in genau dieser Situation vor mir - und ich habe einen dieser 3 Plätze bekommen. Die Bedingung meiner Eltern war, dass ich mich in jedem Fach mindestens um eine Note, besser aber um zwei Noten verbessere. Auch das habe ich geschafft. Und so daß ich dann im Sommer mit gerade mal 16 Jahren und 3 Wochen im Flieger nach Seattle.


    Dort kam ich in eine sogenannte heile Familie. Sie war wirklich heile. Klare Regeln, aber ich fühlte mich "gesehen". Vor allem durch meine american Mom, die für mich bis heute trotz der Distanz meine "Ersatzmutter" ist. Wir hatten gerade jetzt noch im Herbst das Thema mit meiner Austausch-Schwester. Sie hat lange nicht verstanden, warum ihre Mom und ich so "close" waren. Nachdem sie meine leibliche Mutter kennengelernt hatte, verstand sie es - so ihre Worte jetzt im Herbst. Sie hat sich damals in meiner Familie überhaupt nicht wohl gefühlt. Ich kann es ihr nicht vorwerfen.


    In den USA habe ich dieses heile Familienleben aufgesogen wie ein Schwamm - und habe mich angepasst. Ich fühlte mich sicher, gesehen, wahrgenommen, behütet, "wichtig". Meine american Mom hat mir zugehört, sich für mich interessiert, gefragt, wie mein Tag war, wenn ich aus der Schule kam. Und ich wollte auf gar keinen Fall zurück nach Deutschland - was ich aber musste.


    Ich sage bis heute und davon bin ich überzeugt, dass mich diese Zeit in dieser Familie "gerettet" hat. Ich wurde vergleichsweise "brav". Das, was mir meine American Eltern gegeben haben, hat mich mein ganzes Leben lang begleitet. Dass ich 2 Jahre danach, mit gerade mal 18 durch den Konkurs meiner Eltern auf einen Schlag erwachsen werden musste und nicht weiter als 100 km weg konnte, weil ich quasi die Finanzen meiner Eltern übernommen habe, steht auf einem anderen Blatt Papier.


    Daher meine Frage nach den "vertrauensbildenden Maßnahmen" und ob es vielleicht irgendjemandem in eurem Umfeld gibt, dem dein Sohn vertrauen könnte und der ihm - zusätzlich (!) zu dir als Vater - einen wie auch immer gearteten "Halt" gibt.


    Edit: "freiwillig" hätte ich mit meinen Eltern mit 15 nichts unternommen. Ich erinnere mich auch, dass ich freiwillig in den Ferien an einem Kirchen-Camp teilgenommen habe, während sie eine Reise in die USA machten. Damals war das noch was ganz Großes, anders als heute. Aber ich wollte da nicht mit.

    Viele Grüße

    Omama

    3 Mal editiert, zuletzt von Oma2025 ()

  • Ich habe was die Zeit von 14 - 18 angeht, ein ziemliches Black-out.

    Dieses Ein- und Ausgeziehe meiner Eltern, mal war der eine da, die andere weg und dann wieder anders, kriege ich bis heute nicht zusammen.

    Mir hat das "Gesehen werden", die Akzeptanz meiner Selbst, Sicherheit, geschützt-sein und die Liebe gefehlt. Hauptsache nach außen war alles tutti..


    Meine Kinder sollten SO nicht aufwachsen - ich bin und war meinen Kindern, die Mama, die ich gebraucht hätte.

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  • Wir wollen es meistens besser machen als die Eltern und das ist IMHO auch normal. Also dann, wenn
    wir selber keine so guten Erfahrungen an der einen oder anderen Stelle hatten.
    Meine Mutter wurde von ihren Eltern brutal gezüchtigt und hat sich geschworen, das ihre Kinder

    keine Gewalterfahrungen machen müssen. Daher erinnere ich mich bei mir auch
    nur an eine einzige Grenzüberschreitung, da habe ich mal mit 9 oder 10 Jahren 2-3 mal den Kochlöffel auf den Hintern bekommen.
    Aber das war m. E. auch wirklich verdient. 8o

    Wenn meine Stiefmutter vor 37 Jahren nicht zugestimmt hätte, das ich den Haushalt von der Mutter zum
    Vater wechsele, dann hätte ich heute vermutlich weder eine Berufsausbildung, noch einen Schulabschluss,

    dafür aber ein schönes Vorstrafenregister. Heute würde ich behaupten, das ich
    im Alter von 13 Jahren zumindest zeitweise so etwas wie eine Depression hatte. Mit 15 oder 16 Jahren habe ich dann
    aber kapiert, oder mir gesagt, das ich andere dafür nicht verantwortlich machen kann, das einiges in meiner Kindheit nicht

    so gut gelaufen ist. Danach habe ich es abgestellt, einen Trauerflor vor mir herzutragen und habe es auch geschafft,

    etwas weniger empfindlich zu sein. Plötzlich hatte ich mentale und geistige Ressourcen, um ein richtig gutes

    Fachabi zu machen, in der 8 Klasse hatte ich Mathe noch eine sechs.

    Unser Nesthaken hat ein paar Freunde, mit denen er ab und zu etwas unternimmt. Er wird auch mal auf einen
    Geburtstag eingeladen. Also sozial gehemmt ist der jetzt nicht. Ist sogar ein richtiger Charmebolzen. Wenn er will.
    Dann ist er auch eine Stunde vorher im Bad, streichelt sich 50x über den Hemdkragen und legt jedes Haar vom Pony
    an seinen Platz. Und gönnt sich ein Parfüm für 70 Euro. Da habe ich ja Hoffnung. Einen Tag später ist er wieder im Chlochard-Mode.

    Letztes Jahr haben wir beide noch einiges zusammen unternommen. Spontan ein Eis essen, ins Freibad und Ende August waren
    wir für einen Kurztrip zum Campen an der Nordsee in Holland. Danach habe ich auch ein Problem mit dem Zeitmanagement
    bekommen. Umzug organisieren, Umzug der anderen Kinder regeln, Behördenmarathon, dann erst mal so etwas wie ein
    halbwegs organisiertes Zusammenleben stemmen, das ging bis weit über den Jahreswechsel. Mit den beiden "neuen" hatte ich
    bisher ja noch keinen Alltag. Meiner Tochter ging es damals mental richtig schlecht, für sie habe ich mir auch viel Zeit genommen.

  • F4tH3R F16URE


    Du hattest sehr viel Stress die letzten Monate und hast Unglaubliches leisten müssen.


    In so einer Situation ist es schwer, die ev. gesendeten Signale eines einzelnen Kindes nach mehr Zuwendung und Aufmerksamkeit in Gänze wahrzunehmen.


    Ich könnte mir gut vorstellen, da haben sich gewisse Dinge langsam angekündigt und in dem ganzen Trubel hast du es einfach nicht gemerkt.


    Ihr kriegt das schon wieder auf die Reihe, wenn es insgesamt ruhiger zugeht und du dem Jungen die Lage erklärst.

    Vielleicht hatte auch der Junge falsche Erwartungen an seinen Vater.....der sich aber auch noch um die anderen Geschwister kümmern muss.


    Ich hab's bei solchen Problemen einfacher.

    Karl und ich haben gemeinsame Hobbys.

    Die Jagd, das Fischen, Boote und Motorräder.

    Dafür habe ich bewusst gesorgt.

    Die daraus resultierende Verbindung schweißt zusammen.


    Er macht jetzt neben der Schule gleichzeitig den Führerschein für die 125er, See und Binnen für Boote und den Jagdschein.


    Seine Freundin sieht er nur noch am Telefon.


    Durch die Tätigkeiten in der Natur hat Karl überhaupt nicht so viel Zeit, vor dem Rechner oder der PS 5 zu sitzen.

    Wenn seine Freunde anrufen, ob er über's WE mit an den See fährt, mit Zelt und Liege, sehe ich ihn erst Sonntag Abend wieder, beim Abholen.

    Letztes WE waren sie bei dem Sauwetter am See, bei + 2 ° C. in der Nacht.

  • Zitat

    ...streichelt sich 50x über den Hemdkragen und legt jedes Haar vom Pony an seinen Platz" oder "Chlochard-Mode" :D8o


    Das makes my day!:thumbup::saint: Und ich finde es "beruhigend", dass dein "Nesthaken":);) auch außerhalb vom Internet Freunde hat.


    Weißt du... jaaaa... wir wollen es besser machen. Und weißt du was? "Wir" MACHEN es auch besser - oder zumindest vieles.


    Nur: manches liegt schlicht und ergreifend nicht in unserer "Verantwortung", wir versuchen es, aber wir Eltern können unsere Kinder nicht vor allem "schützen".


    Klar hat man sich den Partner oder die Partnerin selber "ausgesucht". Da spielen teils auch Wünsche und Bedürfnisse, die man selbst hat, über die man sich aber nicht im Klaren ist, mit rein. Man hat ja gewisse "Muster", die einen oft unbewusst leiten, u.a. auch bei der Partnerwahl.


    Ich kenne das Thema "schräge Partnerwahl" von mir selbst, bekomme das zum Beispiel aber auch bei der Ex meines Lebensgefährten mit. Was da zum Teil von dieser Frau aus auch heute noch läuft, finde ich grauenvoll vor allem für die Kinder. Und da wundert mich manches kein Stück, gerade bei der mittleren Tochter.

    Bei der Ex gab es neben bzw. durch die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) eine massive Drogen- und Suchtproblematik. Sie war mit der Pflege und Sorge der mittleren Tochter, als diese klein war, überfordert. LG ist das über einen langen Zeitraum nicht wirklich aufgefallen, da er damals auf Montage arbeitete. Die Drogen- und Suchtproblematik ist mittlerweile Geschichte, die BPS ist nach wie vor offensichtlich.


    Die Kleine hatte mehr Glück, sie hatte bereits kurz nach der Geburt eine "Zweitmama". Die Kleine wurde bei dieser Frau und ihrem Mann, der der beste Freund meines LG war, "abgegeben". Sie hat sie mehr oder weniger über viele Jahre "groß" gezogen und sich um sie gekümmert. Das war m.E. das Beste, was ihr passieren konnte und man merkt deutlich den Unterschied zwischen den beiden. Die Kleine hat ein ganz anderes "Standing", ein ganz anderes Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl als die Mittlere. Während bei der Mittleren nun auch BPS diagnostiziert wurde, ist die Kleine Lichtjahre davon entfernt. Verletzt sind sie aber beide, bei beiden ist der "Rucksack" vorhanden.


    Wir Eltern können unsere Kinder nicht vor allem schützen, aber wir achten drauf, manches bewusst anders zu machen als unsere Eltern.


    Wenn ich lese, was bei dir in den vergangenen Jahren los war - das war sehr viel. Du hast es gemanaged, bist umgezogen, hast die Kinder zu dir geholt, ihnen ein neues Zuhause gegeben, warst und BIST für sie da. Und irgendwo gibt es dich ja auch noch - man darf sich selbst bekanntlich nicht "vergessen". ;) Und den Beruf. Es ist nicht unbedingt das "Zeitmanagement". Manchmal ist es einfach zu viel, was man dann alleine "wuppen" muss. Aber es kommen auch wieder bessere Zeiten, in denen es ruhiger läuft. Vielleicht braucht es dein "Nesthaken" aktuell einfach, dass du seine Bude aufräumst, weil bei ihm da momentan kein "Platz" ist? Dann tu es. Zivilisierte Koexistenz. Wichtig ist aber auch, dass du dich nicht auspowerst.


    Du schreibst: Letztes Jahr haben wir beide noch einiges zusammen unternommen. Spontan ein Eis essen, ins Freibad und Ende August waren wir für einen Kurztrip zum Campen an der Nordsee in Holland.


    Vielleicht ist sowas ja auch irgendwann wieder möglich. Ich hoffe übrigens sehr und drücke Daumen, dass es deiner Tochter besser geht. Eltern sein ist manchmal (?) durchaus eine Herausforderung ;).

  • Habe heute eine Reinigungskraft eingestellt. Alles ganz offiziell und angemeldet.
    Die wird dann 2x im Monat hier den Grund reinbringen und mich wird das deutlich entlasten.

    Und tatsächlich kann das auch erzieherische Wirkung haben: Eine gewisse Prozentzahl an Teenagern ist es peinlich, wenn da eine "fremde Person" ins Zimmer kommt und auf einmal werden die "schlimmsten Dinge" tatsächlich selbst beseitigt. Vielleicht hast Du Glück!

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Am Wochenende war ich wieder mit jüngsten Tochter im Krankenhaus. Sie hat aus der KiTa einen besonders

    ekeligen Magen-Darm-Virus mitgebracht. Gestern, an meinem Geburtstag, konnte ich sie abends abholen.
    Eigentlich wollte ich mit den anderen Kindern eine Tortenschlacht abhalten. Leider hat ein Streit mit der

    zweitältesten Tochter dafür gesorgt, das mir der Appetit vergangen ist. Eigentlich habe ich nur einen

    Witz gemacht, aber das hat Töchterchen dann persönlich genommen und hat das ganze auf die Meta-Ebene gezogen.

    Schließlich hat sie wutentbrannt das Haus verlassen, nicht ohne die Türen hinter sich zuzuschlagen. Manchmal wünsche ich mir,
    das sie weniger weniger hohe Ansprüche an sich selber und andere stellt. Das würde ihr vieles im Leben leichter machen.

    Der jüngste hat meinen Geburtstag komplett verschlafen. Sein Antrieb geht mittlerweile gegen Null.

  • Ich habe so das Gefühl, dass ihr alle mal einen Urlaub braucht, in dem jeder machen darf, was er will und auch gemeinsam ohne Zwang.

    D.h. wenn der Jüngste am Abtauchen ist, dass er das darf für eine gewisse Zeit.....ich bin mir eigentlich fast sicher, dass ihm das irgendwann zu langweilig wird.....momentan ist es so, dass du immer etwas dagegen sagst....das spornt das "Dagegen-sein" eher an - unbewusst.

    Wenn er dann als einziger, nichts macht und alle anderen machen was zusammen und haben Spaß, vielleicht gesellt er sich dann ja irgendwann zu euch.


    Jedes Kind ist anders und geht auch anders um mit den Geschehnissen, die sie mit und bei der KM erlebt haben.


    So habe ich das Gefühl, sie sind noch nicht wirklich so bei dir angekommen - die Zeit mit der KM hängt noch hinten nach und zieht nach unten.


    Wie wäre es evt. mit einer Familientherapie?

    Bevor du mit dem Kopf durch die Wand gehst, überlege zuerst.........

    Was mache ich im Nebenzimmer ? (unbekannt)

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  • Ich habe so das Gefühl, dass ihr alle mal einen Urlaub braucht, in dem jeder machen darf, was er will und auch gemeinsam ohne Zwang.

    Soweit es Urlaub angeht, ICH bin mittlerweile reif für eine Reha.


    Für Grundsatzdiskussionen oder Rechtfertigungsschleifen mit meiner 20-jährigen Tochter habe ich keine Energie mehr. Dass sie sich verletzt fühlt verstehe ich, aber ich lasse mich auch nicht zerlegen.


    Dass der Jüngste gestern nicht an der Kaffeetafel war, war lediglich eine Feststellung und keine Kritik.


    Wenn es nur nach mir gegangen wäre, hätte ich nicht mal Kuchen besorgt. Ich wollte eigentlich gar nichts machen dieses Jahr.


    Therapeutische Maßnahmen laufen bereits. Für weitere habe ich keine Kapazitäten.

  • Ah... vom Schicksal gebeutelte Adoleszente, die in emotionaler Überreaktion uns ratlos bis angepisst stehenlassen - aus dem Nichts. Kenn ich von meiner Großen (19) auch so. Und bei allem Verstehen und Verständnis bringt mich wenig so auf die Palme. Ich wünsch dir gute emotionale Standhaftigkeit, nicht jeden Schuldschuh müssen wir Eltern uns anziehen und v.a. kein ewiges "mea culpa" beten ob unserer Unperfektheit und Fehlerhaftigkeit. [Letztere können wir auch besser mit Freund*innen diskutieren als mit unseren Kindern.]

    Und atmen nicht vergessen - ich wünsch dir genug Kraft, davon immer genug für dich selbst, das ist ja wie mit den Sauerstoffmasken im Flugzeug...

  • Ah... vom Schicksal gebeutelte Adoleszente, die in emotionaler Überreaktion uns ratlos bis angepisst stehenlassen - aus dem Nichts.

    ...

    Und atmen nicht vergessen - ich wünsch dir genug Kraft, davon immer genug für dich selbst, das ist ja wie mit den Sauerstoffmasken im Flugzeug...

    Danke. Es ist tröstlich zu lesen, dass man damit nicht alleine ist, so etwas zu erleben.

    Bei dem "mea culpa" Gebet musste ich sogar ein bisschen schmunzeln.

    In meinem Fall hat die junge Dame jetzt auch das Osterfest abgesagt.

    Aber ich habe Hoffnung, dass es zu Weihnachten wieder klappen könnte.