Wichtig finde ich, dass du die Liebe zu deinem Kind nicht verlierst.
In solchen Situationen, die irgendwie nicht enden wollen, jahrelang ist die Kommunikation Eltern - Kind gereizt, ablehnend, einfach nicht schön, weil einen das selber so fertig macht.
Man hat ja nicht nur ein Kind, das eventuell quer läuft und sich die Baustelle im Kopf einfach nicht schließt und dann ist da noch der Alltag, die Arbeit etc...
Irgendwie verliert man da auch ab und an das Zugehörigkeitgefühl zum Kind oder zu allem - ich weiß nicht, ob dir das auch so geht.
Da mir diese Situation bekannt vor kommt, erzähle ich einfach was ich gemacht habe.
Gerade in so schwierigen Situationen finde ich es wichtig, dass das Kind die Liebe und die Grenzen spürt.
Ich habe nicht geschrieben, dass du bei allem nachgeben sollst.
Aber, dass du ihm den PC weg nehmen möchtest und sogar verkaufen willst, das wird dir dein Sohn niemals verzeihen, das hat nichts mit Grenzen setzen zu tun.
Du nimmst ihm damit seine Sicherheit - so ist mein Gespür. WLan abstellen ab einer gewissen Zeit - ok, aber PC verkaufen - no.
Ich finde manchmal ist es wichtig, seinen eigenen Blickwinkel im Gespür zu ändern, dass man ganz anders auf den Jugendlichen wieder zu gehen kann.
Mir hat damals die Individualpschologie geholfen. Eine Übung war zB. sich hinzusetzen und sich vorzustellen, mein Kind sitzt auf dem Stuhl gegenüber und ich sage ihm in Gedanken, was ich an ihm mag, was ich toll finde, was ich finde, dass er gut kann - atmen nicht vergessen.
Durch diese Übung kommt die Liebe wieder und dann ändert sich auch der Umgangston und der Blick aufs Kind.
Etwas anders machen als der Jugendliche von dir gewohnt ist, bewirkt eventuell etwas in der Baustelle im Hirn oder er fühlt, dass er geliebt wird, so angenommen wird, wie er gerade ist.
Ich glaube nicht, dass er das alles mit Vorsatz macht, das sind die pubertären Baustellen im Kopf.
Wie warst du mit 15 ? Warst du die Sonne für deine Eltern? War dein zimmer immer aufgeräumt? wie hättest du es empfunden, wenn deine Eltern mit 15 dein Zimmer aufgeräumt hätten?
Seine Reaktion beim Abendessen, wo er einfach aufgestanden ist und gegangen ist, ich finde das so typisch. Auch die Aussage: "...gut, das es nichts wichtigeres gäbe.."
Da gibt es mehrere Deutungsmöglichkeiten:
- er fühlt sich nicht gesehen
- ein typischer Ausspruch, mal dem Vater eins vor den Latz geknalllt....und wech
- du hast wieder nur gemeckert, es gibt kein normales Gespräch mehr - von beiden Seiten. Du machst Druck, damit kann ein Pubertier nicht mit umgehen.
Auch, dass er stinkt. Die Hormone ändern sich und dünsten aus. Hier hat mich als der Schlag getroffen, wenn ich ins Bad gegangen bin. Aber das legt sich. Es wird anders.
Das Zimmerproblem kenne ich auch, aber auch das ändert sich. Irgendwann
Vielleicht bekommt Sohn halt nur ein Gesteck: einen Teller, ein Glas, ein Messer, eine Gabel, einen Löffel. Wenn er dann was essen will, muss er das abwaschen.
Aber in sein Zimmer zu gehen und es aufzuräumen, dein Sohn ist 15, finde ich grenzwertig und übergriffig. Störung der Privatshäre.
Dass du das Geld für den Führerschein für was anderes ausgibst - ok. Aber ich würde ihm das nicht unter die Nase reiben.
Das in solchen langanhaltenden pubertären Situationen auf der Gefühlsebene alles brach liegt oder weit unter dem Gefrierpunkt liegt, ist normal. Aber als Erwachsener sollte man seinem Kind das nicht lange zumuten. Das Pubertier macht das ja nicht mit Absicht - das vergessen wir nur immer wieder.
Vielleicht hilft es auch zu entscheiden, welcher Machtkampf wirklich wichtig ist. Nach dem Motto in meiner Signatur:
"Bevor du mit dem Kopf durch die Wand gehst, überlege zuerst.........
Was mache ich im Nebenzimmer ? "
Ist es bei manchen Dingen sooo wichtig, sie durchzusetzen oder hat das eher mit meinem eigenen Ego zu tun, also ist es wirklich wichtig, dass ich da in einen Machtkampf mit meinem Kind gehe - oder wäre es einfach mal sinnvoll, andere Wege zu gehen und es einfach sein zu lassen ?
Verlier das Gespür der Liebe zu deinem Sohn nicht.
Zeig ihm, dass du ihn trotz allem, was er sich gerade leistet - wofür er aber eigentlich nichts kann, denn er kennt sich grad selber nicht - lieb hast und ihn so akzeptierst wie er halt gerade ist.