Pubertät und Borderline

  • Und noch mal: wenn ihr irgendwelche Gedanken oder Ideen dazu habt, helft mir bitte... wie kann ich damit umgehen?


    Soll ich mich da jetzt ganz rausziehen, Gespräche über das Thema mittlere Tochter und KM abblocken? Beziehung beenden? Ich habe gestern Abend gesagt, dass ich so nicht mehr kann, dass es auch mich aufreibt. Und dass ich fürchte, dass die Tochter und die KM es schaffen, uns auseinanderzubringen. Wir wollen das beide nicht. Aber wir sehen uns kaum noch, weil eine der beiden garantiert dazwischenfunkt. Er ist darüber übrigens genauso wenig begeistert wie ich - aber er sieht in dem ganzen Schlamassel zwischen Kindern, Haushalt, Arbeit, weiteren häuslichen Verpflichtungen auch kaum Möglichkeiten, etwas zu ändern.


    Immerhin - es tut gut, das mal "loszuwerden"...

  • Otterson - der Therapeut sagte gestern wohl auch, er hatte bisher keine Erfahrung mit so jungen Menschen mit Borderline. Aber er habe sich informiert und eingelesen.

    hahahahahahaha ....er hat sich eingelesen....alles klar. :thumbdown::thumbdown:

    Bevor du mit dem Kopf durch die Wand gehst, überlege zuerst.........

    Was mache ich im Nebenzimmer ? (unbekannt)

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    G e l a s s e n h e i t .....................#atmen....

  • Nun, ich finde, solange, dein LG für sich keine klare Linie und Grenze setzt - wird es bei einem rumgeeire bleiben.

    Ich würde bei allem denken, was von denen beiden kommt, wem nützt das was und eigentlich von vorneherein, das Gegenteil von dem annehmen, was gesagt wird. Ergo - Vertrauen = 0


    Klare Kante und auch dabei bleiben, anders wird nicht gelernt. NEIN sagen, lernen.


    Und der Therapeut ist eine Lachnummer, was Borderline anbelangt.....sieht man ja, er hat sich um den Finger wickeln lassen.

    Ich habe mal gelesen, dass es explizit ganz wenig Therapeuten gibt, die sich wirklich mit der Thematik "Borderline" auskennen.

    Bevor du mit dem Kopf durch die Wand gehst, überlege zuerst.........

    Was mache ich im Nebenzimmer ? (unbekannt)

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    G e l a s s e n h e i t .....................#atmen....

  • Patchwork ist nie einfach. Verschiedene Bedürfnisse, Expartner, Pubertät, Wünsche, Ziele, eigene Erfahrungen, Grenzen usw. usw.


    Bei dir kommt leider noch oben drauf, dass ein Kind deines Partners eine Krankheit hat. Das wird auch so bleiben und ist nicht innerhalb von ein paar Monaten "geheilt". Was sind denn deine Bedürfnisse, wirst du gesehen? Kannst du mit den Gegebenheiten in den nächsten Monaten oder gar Jahren leben?

  • Die Statistik spricht dagegen.

    In meinem Alltag begegne ich oft so Familien mit solchen Belastungen. Nicht selten allein-erziehende. Bonus Eltern sind die Ausnahme.
    Das Bonus Eltern langfristig diese Belastung mittragen können und wollen ist selten .

    Eltern(teile) sind da deutlich leidensfähiger.

    Da es mehrere Kinder sind, teilweise noch sehr jung ist das sicher ein Thema das noch locker 15 Jahre im Raum steht.

    Ob du/ihr das zusammen durchstehen könnt/wollt - musst du wissen.

    Ich persönlich finde es „nicht schlimm“ an solchen Punkten aufzugeben.

    Du bist selbst schon erkrankt gewesen, das solltest du mit auf die Liste setzen.

  • Ich denke, mit ihrem LG hat sie einen Partner gefunden, der das "Pferd" reiten kann.

    Nur um nicht missverstanden zu werden.

    Der erkrankte Mensch muss mit der Erkrankung umgehen, also das Pferd reiten können.


    Nicht erkrankte Angehörige, können aus meiner Erfahrung, maximal lernen jemanden zu begleiten, zu verstehen versuchen, sich abgrenzen können, wahrnehmen wann es wirklich um wen geht.

    Zumindest ich als "gesunder" Mensch kann (und GsD bin ich nicht in der Situation es selber zu erfahren!) nicht nachvollziehen, das der Druck in mir selbst so groß ist, daß ich ihn nur noch durch selbstschädigendes Verhalten auflösen kann.


    Ich denke, ohne da wie ein klassischer Borderliner in schwarz weiß denken zu verfallen, Du hast eine Wahl, dein LG hat sie nicht.

    ..und da sind ganz ganz viele Zwischentöne, wie Ihr Euch leben und erleben könnt.


    meine 5 Cent


    vg von overtherainbow

    Die Mutter der Dummen ist immer schwanger....

  • [...] Und dass ich fürchte, dass die Tochter und die KM es schaffen, uns auseinanderzubringen. Wir wollen das beide nicht. Aber wir sehen uns kaum noch, weil eine der beiden garantiert dazwischenfunkt. Er ist darüber übrigens genauso wenig begeistert wie ich - aber er sieht in dem ganzen Schlamassel zwischen Kindern, Haushalt, Arbeit, weiteren häuslichen Verpflichtungen auch kaum Möglichkeiten, etwas zu ändern.


    Immerhin - es tut gut, das mal "loszuwerden"...

    Genau da seh ich den Punkt, an dem ihr ansetzen könnt/müsst/dürft, du und LG.

    Sich getrieben fühlen, nur noch zu reagieren statt zu agieren, Verantwortung evtl. mit Schuldgefühlen vermengen, weil man als Elternteil nicht verhindern konnte, dass das eigene Kind erkrankt oder eine Störung entwickelt... darauf basierend dann zuviel ertragen, mitgehen, zulassen.

    Nähkästchen, vielleicht findet sich LG darin partiell wieder: K1 hat "was", was genau, ist immer noch nicht endgültig diagnostiziert, aber sie trägt ein Päckle. Ich hab lange zuviel ertragen oder drüber weggeschaut und war nicht voll in meiner Mutter-Verantwortung [inkl. Standhaftigkeit auch im Widerstand und Grenzenziehen], hatte Schuldgefühle, weil ich sie nicht genug vor den Auswirkungen der toxischen Beziehung und dem toxischen Verhalten des KV beschützt hatte usw. und war auch tw. noch zu sehr mit meinen eigenen Verletzungen befasst, um stabil zu sein. Im eigenen Zusammenbruch (mittelgrad. Depr, Anpassungsstörung, Burn-Out) hat mir dann mehr als alles eine Freundin geholfen, die immer wieder sinngemäß sagte: Du bist nicht schuldig, du machst nichts wieder gut, wenn du laissez-faire handelst, du musst nicht alles tun und zulassen und aushalten, um von deinem Kind geliebt zu werden.


    Dein LG muss nicht alles aushalten, um geliebt zu werden, er muss nicht 24/7 Probleme lösen, die KM und Tochter aufwerfen, um verantwortlich zu handeln.


    Ganz praktisch: Mit JA und WG und Therapeut NOCHMAL und ggf. schriftlich festhalten, dass Absprachen und auch kurzfristige Änderungen grundsätzlich und immer, auch für Pipifax, zwischen den Erwachsenen laufen.


    Wertschätzung und Respekt für Tochter: ja! Alles glauben und machen: bestimmt nicht!

    Agieren statt reagieren. LG (und du) seid nicht die Feuerwehr der Familie! Ihr dürft durchatmen, euch besprechen, abwarten, mit allen Beteiligten die Lage klären, bevor ihr handelt.


    Sag deinem LG ganz liebe Grüße (it takes one to know one ;)) - er wird von seinen Töchtern (er hat ja nicht nur die eine!) geliebt und geschätzt, weil und wenn er für sich selbst einsteht in Konflikten und auch mal "Nö" sagt.

  • Ich kann wenig sinnvolles beitragen. Eins meiner Kinder hatte das Problem aber wegen der Distanz habe ich das mehr von hier aus nur "begleitet". Ich hab mich auch mal in's Auto gesetzt und bin in die Klinik gefahren wo wir dann den Tag mit Ausgang verbracht haben. Oder halt einfach mal so hingefahren.


    Gott sei Dank sind wir da hoffentlich durch bis auf gelegentliche Episoden von Eskalation wo ich so etwas der Support bin. Zuhören kann ich ganz gut, hoffe ich.


    Wünsche Euch viel Kraft. Vielleicht kannst Du Dich aus der aktiven Rolle die Du momentan einnimmst (die ich meine heraus zu lesen) etwas zurücknehmen? Und mehr von der Seitenlinie aus via LG agieren?


    Urtica hat eben was sehr richtiges geschrieben. Man muss auch nicht alles mitmachen.


    Das ist das wichtigste.


    LG

    ... unn denn bin ick in mir jejangen, war aber ooch nüschd los! :drink ...

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  • Als Ergänzung zu den anderen.

    Uns hat geholfen, dass wir als Paar vereinbart haben, dass die Ex bzw. später das psychische Problem der großen Tochter nur zu bestimmten Zeiten und für begrenzte Zeiträume Platz in unserer Zweisamkeit hatte.

    Praktisch haben wir ausgemacht, dass wir z.b. pro Woche uns 30 Minuten genommen haben, um diese Dinge anzusprechen bzw. zu besprechen. Kamen dringende oder wirklich wichtige Dinge, dann haben wir sie natürlich sofort besprochen, aber auch dann nicht stundenlang, sondern für max. 1 Stunde.

    Ihm hat damals auch gutgetan, dass er das ein wenig "auf mich schieben" durfte. Ex wollte etwas, er konnte entspannt sagen "das entscheide ich jetzt nicht, ich muss das erst mit meiner Frau besprechen, es geht dabei ja auch um ihre Zeit, Leben etc."
    Das war am Anfang zwar schwierig, aber auf Dauer hat es dazu geführt, dass er nicht mehr bei jedem Pups gesprungen ist, dass Ex und Töchter akzeptiert haben, dass Zusagen/Absprachen/verschobene WE eben nicht innerhalb von 5 Minuten abgenickt oder geklärt waren und er eben auch mal "Nein" sagen konnte (das ist immer das Ding mit dem schlechten Gewissen, "du hast uns verlassen", "das musst du doch für die Kinder mal machen, ich mache ja auch alles"...)

    Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,5)


    Nicht anders, nicht schlechter, nicht besser, sondern neu

  • Danke für eure Antworten! Ich hatte einen "Doppeltäger" (zwei Fachtage mit Übernachtung) und daher keine Zeit, um zu antworten.


    overtherainbow - da hatte ich dich missverstanden. Ich hatte es eher in Richtung PartnerIn und "Co" verstanden.


    Lena_1977 - ja, ich bin vor gut 6 Jahren infolge lang anhaltender und stark herausfordernder beruflicher und privater Umstände an einer massiven Erschöpfungsdepression erkrankt, die mich knapp 9 Monate meines Lebens "gekostet" hat. So zumindest die Diagnose. Via stufenweiser Wiedereingliederung bin ich zurück in den Beruf, es gab keine weitere Episode oder einen "Rückfall". Getriggert wurde diese Erschöpfungsdepression sicher auch durch "Verhaltensmuster", die ich aus meinem Elternhaus übernommen habe. Stichwort "Kriegsenkel". Mit meinem Elternhaus bin ich bekanntlich nach wie vor nicht wirklich im Reinen aber ich lebe damit recht gut. Während der Erkrankung gab es Phasen, in denen ich dachte, ich schaffe es nicht mehr, ein "normales" Leben zu führen - ich habe damals alles in Zweifel gestellt und mich an den brüchigsten Strohhalmen festgehalten. Allerdings hatte ich eine gute Prognose und ich habe es ja auch geschafft. Wünschen tue ich niemandem, so etwas zu erleben.


    Mein Anliegen ist, dass ich mich nicht noch einmal in einer solchen Erschöpfungsdepression wiederfinden bzw. mich selbst darin verlieren möchte und von daher gut aufpassen muss. Da kommt auch das "ich kann das nicht mehr" her. Allerdings werde ich mir jetzt doch noch mal Hilfe holen.


    Mit ADS / ADHS kenne ich mich deutlich besser aus, wobei die Forschung mittlerweile in eine andere Richtung geht (diverse Teilbereiche unter ADHS). Ich habe wenig, eigentlich keine, Erfahrung mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung, wohl aber war ich mit einem Mann verheiratet, bei dem eine dissoziative Wahrnehmungsstörung diagnostiziert wurde. Schlussendlich hatte das einen großen Anteil an meiner Erschöpfung vor 6 Jahren.


    Claudi123 - grundsätzlich kann ich mit der Situation sehr gut leben bzw. habe ich mich damit abgefunden, dass es in absehbarer Zeit kein Zusammenleben geben wird. Es hat auch Vorteile, wenn jeder sein "eigenes Reich" hat! Weiter oben habe ich geschrieben, dass ich mir mehr Alltag wünschen würde. Aber die Frage an mich selbst: Tue ich das wirklich? Oder würde es mich nicht früher oder später "rappelig" machen?


    Zusammenziehen, den gemeinsamen Alltag könnte ich sicher haben, wenn ich mich auf eine andere Stelle, "näher dran" bewerben würde. Möglichkeiten gäbe es mit Sicherheit, meinen Job will (und kann) längst nicht jede(r) machen. Aber irgendwie... hm... nö. ;) Eigentlich will ich das dann doch nicht wirklich - habe ich mir so überlegt. :D


    Unsere Beziehung ist also dauerhaft auf Wochenendbeziehung ausgelegt. Ändern wird sich das frühestens, wenn ich in den Ruhestand gehe und das sind noch ein paar Jahre. Schwer fällt es mir jedoch, wenn ich keine "klare Linie" habe. Wenn wenig durchdacht und ad hoc mal eben innerhalb von Stunden oder Tagen alles auf Reset gestellt wird. Dann gerade ich (mit) ins Schwimmen. Heißt: in Sachen Beziehung wünsche ich mir mehr Klarheit, vielleicht auch Verlässlichkeit in Sachen "wann sind die Kinder mit dabei", "wann haben wir auch mal eine 'Paar-Zeit' ".


    Ich bin eigentlich kein Mensch, der schnell aufgibt. Ich neige eher dazu, immer weiterzumachen, "tote Pferde" so lange wiederzubeleben, bis gar nichts mehr geht. Was nicht mit "klammern" zu verwechseln ist, sondern vielleicht eher in Richtung "Loyalität" geht (?). Ich weiß, dass ich auch gut alleine klarkomme.


    Mein Wissensstand jetzt ist, dass die Vereinbarung in die Richtung geht, dass die mittlere Tochter jedes Wochenende 800 km fährt, abwechselnd bei der Mutter und dem Vater das Wochenende verbringt - mit dem Ziel, die Beziehung zu den Eltern zu vertiefen. Das JA klärt nun, inwiefern die Fahrtkosten übernommen werden.


    Mir fällt dazu nichts mehr ein.


    Wie es weiter geht, wird man sehen.


    Edit: natürlich habe ich auch die Situation und die Sichtweise meines Lebensgefährten im Blick. Darüber möchte ich jedoch nichts schreiben, weil das "seins" ist.

  • Es sind viele Gespräche innerhalb der Familie (seiner, aber auch meiner!) über die neuen Vorkommnisse und die neue Regelung gelaufen.


    Für ein Elternteil, dass seine Kinder wirklich liebt und unterstützt, ist es sehr hart, festzustellen, dass man nichts ändern kann. Wenn man zusehen muss, wie sich das eigene Kind alles verbaut. Und wenn es schlussendlich um die Frage geht, schütze ich die beiden anderen Geschwister, den Rest der Familie, schützt man auch sich selbst und nicht zuletzt auch die Beziehung - oder… stabilisiert man auch weiterhin die toxische Beziehung zum Kind, mit der Folge, dass schlussendlich alles zerstört wird, einschließlich man

    selbst.


    Hier war die Rede von Alkoholismus. Ich kann das absolut nachvollziehen. Auch wenn Trinken definitiv kein guter Weg ist, die Zweifel („Habe ich wirklich alles getan, was möglich ist?“), der Schmerz riesengroß sind, dass sie so wenigstens ein wenig „betäubt“ werden können. Das Problem ist: es macht das alles nur noch schlimmer. Alkohol ist kein Weg.


    Klar hat man die Wahl. Es ist aber definitiv nicht „schön“, sich entscheiden zu müssen.

    Viele Grüße

    Omama

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  • Das Bild mit der Spinne ist schon extrem. Es macht aus deinem LG ein Opfer und seiner Tochter eine Täterin.


    Da wäre ich echt vorsichtig. Sie ist zwar in der Pubertät, aber doch noch ein Kind und keine Erwachsene. Sie ist in der Geschichte auch eine Geschädigte und es entscheidet immer der Erwachsene wieweit er sich manipulieren lässt.

    Liebe Grüße
    Die Elefantendame


    Umwege erweitern die Ortskenntnis

  • Das Bild vom Spinnennetz finde ich gar nicht so schlecht.

    Er ist gefangen in Strukturen, die er nur schwer (oder gar nicht) durchbrechen kann. Er klebt da fefst. Die ungefährlichen, nicht klebenden Netzfäden kennt er nicht und kann sie so nicht für sich nutzen. Unterstützung gibt es nur durch Hilfe von aussen. Stöckchen, die sich über die Klebefäden legen und ihm einen Ausweg bieten, den er dann auch gehen muss.

    Die Mutter spielt, trotz Erkrankung, eine führende Rolle, um ihre eigenen Bedürfnisse zu stillen. Dazu benutzt sie mit Sicherheit auch die Tochter. Die will ich weder nur als Opfer der Mutter und der eigenen Erkraungen sehen, noch vollständig als Täterin. Sie ist, denke ich, beides. Ohne die Einsicht, dass sie Hilfe braucht, um mit der Erkrankung leben zu können, kann sie sicher vieles nicht steuern und reagiert in vielen Dingen unbewusst. Und trotzdem ist sie ein Teenie und hat schon gelernt, welche Klaviatur sie spielen muss, um ihre Ziele zu erreichen.
    Ein Teenager, der in Obhut genommen werden möchte und äußert, dass die kleine Schwester mit soll um sie als große Schwester "zu stabilisieren" tut das nicht unbewusst, sondern bewusst und aus einem Grund. Ob sie von selsbt auf die Idee kam oder von der Mutter beeinflusst wurde sei mal dahingestellt.

    Grundsätzlich ist es schwierig, solange das JA und ein Therapeut am Rande stehen und die eigentliche Problematik nicht angehen wollen, sondern meinen, dass eine Verbesserung der Eltern-Kind-Beziehung was ändern wird. Solange wird das langsam erwachsen werdende Kind so weitermachen. Es lernt ja, dass es mit all dem was es sagt und tut durchkommt und genügend Helfer hat, die dieses Verhalten unterstützen und fördern.


    Sie ist in der Geschichte auch eine Geschädigte und es entscheidet immer der Erwachsene wieweit er sich manipulieren lässt.

    Auf jeden Fall ist sie auch Geschädigte. Den weiteren Satz finde ich schwierig. Ja, grundsätzlich entscheidet jeder inwieweit er sich manipulieren lässt. Allerdings sieht man in der Situation oft nicht die Grenze oder überschreitet sie, weil man ein schelchtes Gewissen hat (hat man wirklich alles für sein Kind getan) oder weil man sich vormacht, dass das Kind ja krank ist und gar nicht anders kann oder man es selbst nicht anders in der eigenen Kindheit erlernt hat.

    Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,5)


    Nicht anders, nicht schlechter, nicht besser, sondern neu

  • rainbowfish - genau so ist es, danke.


    Klar weiß ich, dass sie zuallererst "Opfer" oder "Geschädigte" ist. Sie hat mein Mitgefühl. Wäre ich emotionslos, wenig empathisch, verständnislos, hätte ich nicht so lange "mitgespielt".


    Auch ich finde das Thema "Wahl" schwierig. Manipulation - vermutlich haben viele Menschen es erlebt, dass sie auf die eine oder andere Art manipuliert wurden. Es ist so leicht zu sagen, man "muss" sich als Erwachsener nicht manipulieren lassen. Anders formuliert: Außenstehende haben einen klareren Blick als man selbst, vor allem, wenn man schlimmstenfalls den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Sachlich-rational oder auch mit Logik betrachtet, ist es einfacher. Oft aber setzt die Logik aus, wenn man emotional stark involviert ist.


    Mein momentanes Fazit: ich habe durchaus Wahlmöglichkeiten. Ich kann mich weiterhin im Strudel aufhalten, mich aufregen, mir riesengroße Sorgen nicht nur (aber auch!) um die Mittlere (und den Rest der Familie!) machen - oder aber mich ein Stück weit zurücknehmen, rausziehen, zurücklehnen und beobachten.


    Eigentlich sollte ich am Wochenende, falls sie da ist, "Präsenz" mit Ruhe, Gelassenheit und Klarheit zeigen. Auch insofern, dass ich weder Fahrdienst betreibe noch "shoppen" gehe (was mit Sicherheit kommen wird, wenn sie da ist). Ob ich die Kraft und die Nerven habe, mich abzugrenzen, hängt davon ab, wie die Woche läuft. Das weiß ich jetzt und hier noch nicht.

    Viele Grüße

    Omama

    Einmal editiert, zuletzt von Oma2025 ()

  • Nun, wenn sie jedes zweite Wochenende beim Vater ist, kannst du dir doch überlegen, an einem dieser Wochenenden dich rauszuziehen und me time zu haben.
    Da bleiben noch zwei Wochenende mit dem Lg ohne diese Tochter und ein viertes, wo du sie sehen kannst oder auch nicht, je nach innerer Kraft.


    Und dann obliegt es deinem LG, sich zu positionieren, wenn sie von Mama zu Papa switchen möchte.

    Liebe Grüße
    Die Elefantendame


    Umwege erweitern die Ortskenntnis

  • Genau so kann es laufen.


    Ich danke euch sehr für eure Gedanken, Impulse und Erfahrungen! Danke, dass ich meinen Frust hier "rauslassen" durfte / konnte / wie auch immer! Genug geschrieben! ;) Ich nehme da einiges mit und hoffe sehr, dass es einen Weg gibt, der für alle konstruktiv ist.

  • Es wird schwierig...vor allem für LG.


    Ich hatte oben geschrieben, dass wir bis dato alle größeren Urlaube und Aktionen so gelegt haben, dass beide Kinder vom LG mit dabei sein können. Für mich als Bonusmutter war das selbstverständlich - ohne die Kinder ist es halt schwierig. Mit der Mittleren hatten wir den "Deal": sie hält die Regeln ein - und kommt mit. In den letzten Monaten lief sie aber wieder zunehmend aus dem Ruder. Ich hatte weiter oben dazu was geschrieben.


    Man darf mich gerne als egoistisch bezeichnen, vermutlich bin ich das auch (geworden). Es ist auch mein Urlaub, den ich dringend brauche. Und bevor ich ein Bonuskind mitnehme, mit dem Stress und Drama vorprogrammiert ist, fahre ich lieber auch alleine. Die Quintessenz ist tatsächlich, dass ich die 2 Wochen Erholung und Abschalten brauche. Das ist das, was ich gesagt habe und dazu stehe ich.


    LG war (und ist vermutlich nach wie vor) verletzt durch die Worte seiner Mittleren, dass er sie zwar "in die Welt gesetzt" habe, "sich aber nicht um sie kümmert" - was definitiv nicht stimmt, aber es ist nun mal sein wunder Punkt. Dass er so fühlt, ist verständlich und nachvollziehbar. Trotzdem mag ich nicht mehr. Es ist nicht mein Kind, ich habe immer auch auf sie geachtet (vgl. oben), aber es sind so viele Dinge passiert, dass ich nun "nein" sage.


    Nun hatte die Jüngste letztes Wochenende "Mama-Wochenende". Sie kam heim und berichtete, die Mama habe gesagt, es sei unfair, dass ihre Schwester mit mitkommen kann/darf. Nun müsse sie die Mittlere mit in den Urlaub nehmen, was auch ein Kostenfaktor sei, mit dem sie nicht gerechnet habe. Von daher könne sie sich momentan nicht am neuen Handy für die Kleine beteiligen (das alte wurde mehrfach repariert, nun geht es langsam aber sicher endgültig kaputt.


    LG hat gestern das erste Mal (nach 2 Wochen?) wohl wieder etwas länger mit der Mittleren telefoniert. Zuvor telefonierten sie fast täglich.


    Die Mittlere fragte noch mal nach, warum sie nicht mitfährt. LG hat versucht, es ihr zu erklären, sie hat es nicht verstanden - ich denke, das ist auch nicht möglich. Es ist eine Konsequenz aus ihrem Verhalten der vergangenen Wochen und Monate. Da sie aus ihrer Perspektive aber immer alles richtig macht und grundsätzlich andere Schuld an ihrem Leid sind, kann sie das m.E. nicht verstehen. Und bisher hat es ja auch immer funktioniert, früher oder später sind wir alle immer eingeknickt.


    Die Mittlere wünscht sich nun, dass LG den Urlaub für sich und die kleine Schwester komplett absagt und zuhause bleibt. Das möchte er nicht, denn auch er und die Kleine haben sich lange drauf gefreut und vor allem er braucht auch die 2 Wochen Erholung und raus kommen. Daraufhin fragte die Mittlere, warum er sie so bestrafe. Auch das ist ein bis dato stets gut wirksamer Trigger, den Vater "gefügig" zu machen. Er hat sie daraufhin eingeladen, ein Wochenende zu ihm zu kommen, er würde es ihr erklären. Die Antwort der Mittleren war, dass sie dazu momentan nicht bereit sei, wenn sie nicht mitkommen dürfe.


    Ich sage dazu "Okay, dann ist sie das halt nicht", LG hingegen leidet innerlich. Klar möchte er der Papa sein, der seinen Kindern alles ermöglicht. Und ich denke auch, dass er vermutlich die Mittlere durchaus gerne mitnehmen würde.


    Von der Kleinen gab es übrigens auch neue "Zwischentöne" nach dem jetzigen Mama-Wochenende. Zwar freue sie sich einerseits nach wie vor auf den Urlaub, andererseits aber freue sie sich gar nicht, da es in Kroatien Zikaden gebe, die sie nerven. Es ist das erste Mal, dass ich das von ihr höre. Letztes und vorletztes Jahr haben wir sie eher noch gesucht, gesammelt und ganz genau angesehen. Und ob wir jedes Jahr nach Kroatien fahren.


    Es wird also wieder spannend... ehrlich gesagt glaube ich erst, dass das alles so klappt wie geplant, wenn wir alle im Auto auf dem Weg nach München zum ersten Zwischenstop sitzen. 4 Wochen sind lang, in dieser Zeit fließt noch viel Wasser den Rhein runter und es kann noch viel passieren. Ich knicke dieses Jahr nicht so wie in den vergangenen Jahren ein. Letztes Jahr hat er mir noch erzählt, wenn wir die mittlere Tochter nicht mitnehmen würden, würde er auch nicht fahren. Das war damals mein Trigger. Dieses Jahr habe ich für mich klar gezogen, dass ich notfalls auch alleine fahren und den Urlaub auch alleine genießen kann, "darf" und werde.


    Aber es ist halt doof. Da entstehen gerade Fronten und das ist bzw. kann nicht gut sein. Nur: ich mag echt nicht mehr.


    Dass wir auch mal so wie KM eine Woche alleine, nur für uns wegfahren, steht nicht zur Debatte. Dafür hat er nicht genug Urlaubstage und auch nicht das Geld.