Trennung toxische Beziehung

  • Hallo,

    ich folge euch schon länger und dachte jetzt ist es an der Zeit nach Antworten zu suchen.

    Trennung vom Ex liegt Monate zurück (fast 1 Jahr) und da es eine gemeinsame Tochter gibt, ist nicht an Ruhe zu denken.

    Im Grunde ist er narzisstisch und nein es geht ihm nicht um die Tochter sondern nur darum alles über sie auszutragen.

    Obwohl das Verhalten von mir klar ist, ich meine Schiene fahre und eindeutig distanziert bin, kapiert er immer noch nicht das ich nicht zurück kommen werde und er das Bild von heiler Familie vergessen kann.

    Warum auch immer lässt er die fixe Idee nicht los und er zieht und zerrt an unserer Tochter um mich wieder zurückzugewinnen (verlangt mehr Umgang, stellt sich bei anderen Dingen quer, etc)


    Meine Frage an euch die euch so ein gestörtes Exemplar im Hintergrund haben: welche Phasen habt ihr durchlaufen mit eurem Ex/der Ex?

    Wann seid ihr die Person losgeworden?

    Irgendwann müssen diese gestörten Menschen ihr Leben doch weiterleben...


    Danke für jeden Beitrag 😃

  • Was Du beschreibst, ist ein Klassiker. Einer der Partner beschäftigt sich über längere Zeit mit der Trennung. Der andere Partner wird davon dann im Vollzug so überrascht, dass er noch auf einer ganz anderen Stufe herumdenkt.


    Da kann ich überzeugt sein, meine "Botschaft" wäre angekommen oder "klar". Sie ist es oft nicht beim verlassenen Partner.


    Ist man derjenige, der geht, führt das natürlich zu Veränderungen, die ich durchziehe. Für den Ex ist das oft überraschend und von ihm - wie auch - nicht zuende gedacht. Der verlassene Partner wird vor "vollendete Tatsachen" gestellt. Es wird etwas mit ihm gemacht - und das macht etwas mit ihm.


    Konflikte sind da vorprogrammiert. Die kann ich streitig ausfechten. Oder aber versuchen - es geht ja ums Kind -, Ex mitzunehmen und ihn die neue Situation mitgestalten zu lassen.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Willkommen.


    Die Frage nach der Diagnose wollte ich auch stellen. Also - hat Dein Ex eine diagnostizierte narzisstische Persönlichkeitsstörung, oder ist das Deine "Diagnose"?


    "Loswerden" wirst Du ihn ja nicht komplett. Ihr werdet durch Eure Tochter noch mehr oder weniger lange und intensiv (kommt auf das Alter der Tochter an) miteinander zu tun haben müssen. Im Sinne Eures Kindes wäre es, das liefe so friedlich wie irgend möglich ab. Was macht Dich so sicher, dass er z.B. den vermehrten Umgang nur möchte, um Dich zurückzugewinnen und nicht, weil er die Tochter gerne mehr sehen möchte? Worin besteht in mehr Umgang für ihn der Vorteil, Dich betreffend?

    LG
    CoCo




    Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen.
    ~ Elisabeth Beatrice Hall 1906 im Buch "The friends of Voltaire" ~

  • Ich danke euch erst einmal für die Antworten. Wer sich mit Narzissten befasst, der weiß das diese nie beim Therapeuten vorstellig werden und sich diagnostizieren zu lassen sicherlich auch nicht.

    Das habe ich in meiner Therapie herausgefunden, als ich alles aufgearbeitet habe. Es gibt konkrete Anhaltspunkte und sein Verhalten zielt nicht darauf ab mit unserer Tochter mehr Zeit zu verbringen.

    Von Kleidung entsorgt, bishin zu Lügengeschichten, das Kind einfach mal später zurückzubringen als vereinbart, das Kind halb verdurstet und verhungert zurückbringen, etc ist alles dabei.

    Er ist nicht in der Lage sich ordentlich um das Kind zu kümmern, denn in seinem Kopf ist er erst 5 Jahre alt. Der kann sich nicht um ein 3-jähriges Kind kümmern. Das ist ja das Traurige. Der hat keinen Bock gehabt auf Windeln wechseln und in der Beziehung habe ich mich um alles gekümmert bei der Kleinen. Er hat gerne nach außen einen auf Papa gemacht, sich hinter verschlossenen Türen leider nie aktiv bemüht und gekümmert. Er geht ja arbeiten war immer sein Spruch....


    Eine Trennung ist immer vorhersehbar und trifft einen nicht plötzlich. Wenn einer von beiden abwesend ist und woanders gedanklich, dann trifft es denjenigen. Aber normalerweise ist man bewusst in der Beziehung, kennt die Streitereien und kommt an dem Punkt an dem beide merken das geht so nicht mehr und das waren wir ja auch. Wir hatten beide öfter darüber geredet das eine Trennung im Raum steht. Er dachte nur nicht ich ziehe es wirklich durch. Er dachte ich gebe mir den MIst weiter und bleibe. Das ist etwas anderes aber immer noch sein Problem.


    An dem Punkt mitgestalten lassen sind wir vorbei. Nach seiner Idee am besten jeden Tag...dann sind wir wieder zurück zur Beziehung und das ist es ja was er will: das ganze Konstrukt zurück - egal ob glücklich oder nicht. Und da bin ich nicht dabei.

    Ein wirklich liebender Vater, geht anders mit seiner Tochter um als er es immer wieder handhabt. Das ist es ja. Und darum wird sich dieser Zustand auch seinerseits nicht ändern.

  • Melli, ich kann zu fast allem, was du hier schreibst nur nicken, auch meine Therapeutin hat meinen Ex einen Narzissten genannt. Ich hatte auch dauernd seine Wünsche und Forderungen bezüglich unserer Tochter an der Backe und war halb am Durchdrehen.


    Mit dem Unterschied, dass meine Tochter bei der Trennung schon 12 war und einen großen Batzen Mitspracherecht bei der ganzen Geschichte hatte. Die hat sich einfach quer gestellt und gesagt, sie wird ihren Vater nicht mehr treffen und irgendjemand muss ihm damals klar gemacht haben, dass es nicht gut für unsere Tochter oder die Beziehung von Vater und Tochter ist, wenn er weiter an ihr zieht. Jedenfalls hat er von einer Mediation auf die andere plötzlich verkündet, dass er vorerst aufhören wird daran zu arbeiten, dass unsere Tochter wieder zu ihm kommt. Ich habe festgestellt, dass er sie tatsächlich liebt, wenn auch nur in dem Rahmen, den sein eigenes Ego ihm gönnt. Bestimmt ist das bei deinem Ex auch der Fall.


    Der indirekte Zugriff auf mich über unser Kind war also nach kurzer Zeit nicht mehr gegeben und ich bin heilfroh darüber. Was mir davor geholfen hat, mich besser und besser abzugrenzen, war der "Club der mutigen Mütter". Wenn Du das so gogglest, stößt du direkt auf die Homepage. Viel hilfreiches findest man schon kostenfrei außerhalb des Clubs und noch viel mehr, wenn man dem Club beitritt. Der Name klingt pathetisch, die Coachin ist aber wirklich absolut hands-on.

    Through judging, we seperate. Through understanding, we grow.
    - Doe Zantamata -

  • Liebe Sophina,

    vielen Dank dir! Das ist auch meine Hoffnung das unsere Tochter ihm selbst sagen kann sie will nicht mehr zu Papa. Denn das faszinierende ist bei solchen Vätern: die Kinder wollen gar nicht zu so einem Menschen.

    Meine Tochter hat auch keine Lust auf Treffen und ist lieber bei mir. Ab und an fällt der Umfang dann auch aus denn Zwang bringt nichts. Sie hat einen eigenen Kopf und eine eigene Meinung. Das ist das gute an der frühen Trennung gewesen. Sie kann sich weiter entwickeln als eigenständiger Mensch!

    Das sieht so ein Mensch nur nicht ..die sehen sich ja selbst so toll 🤷

    Danke für den Tipp😁 ich schau gleich mal nach.