Familienrechtsänderung im Anmarsch

  • Letzten Freitag hat die Bundesregierung Rahmenbedingungen für ressortübergreifende Änderungen in die Familie betreffenden Angelegenheiten beschlossen, die grob bereits im Koalitionsvertrag angekündigt waren. Im Frühjahr 2023 sollen die Gesetzesentwürfe dazu vorgelegt werden.

    Unter anderem geht es darum, dass Kinder in den Ehen zweier Frauen automatisch zwei rechtliche Mütter haben sollen. (Zur Zeit muss die Ehepartnerin und nichtleibliche Mutter das Kind adoptieren in einem "Stiefelternverfahren").


    Angepackt wird auch das sogenannte "kleine Sorgerecht", vor allem für Patchworkfamilien ("soziale Eltern") wichtig. Das kleine Sorgerecht soll deutlich ausgeweitet und ein eigenes "Rechtsinstitut", also im Gesetz geregelt werden (bisher vor allem durch Gerichtsentscheide geregelt): Im Einvernehmen mit den leiblichen Eltern sollen Teile des Sorgerechts auf zwei weitere Erwachsene übertragen werden können (in der Praxis also bei Trennungseltern auf den jeweiligen neuen Partner).

    Und: Vereinbarungen zu rechtlicher Elternschaft, elterlicher Sorge, Umgangsrecht und Unterhalt sollen schon vor der Empfängnis geregelt werden können.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Unter anderem geht es darum, dass Kinder in den Ehen zweier Frauen automatisch zwei rechtliche Mütter haben sollen. (Zur Zeit muss die Ehepartnerin und nichtleibliche Mutter das Kind adoptieren in einem "Stiefelternverfahren").

    Vielleicht stehe ich auf dem Schlauch, aber wie ist das bei zwei Vätern? Oder bei zwei nicht-binären Personen? Ich finde Rechte für Frauen ja toll, aber das kommt mir etwas diskriminierend vor.


    Dem "kleinen Sorgerecht" stehe ich ja auch in seiner noch nicht ausgeweiteten Form eher skeptisch gegenüber...

    Through judging, we seperate. Through understanding, we grow.
    - Doe Zantamata -

  • Der rechtliche Stand eines dritten oder x. Geschlechts ist ja in heftiger (ideologischer) Diskussion und soll laut Koalitionsvertrag auch in einen neuen gesetzlichen Rahmen gegossen werden. Da gibt es ja einen extra Beauftragten für, der parallel Staatssekretär im FamMin ist. Da ist vorher schon viel zu gesagt worden, jetzt eher weniger - aber es wird sicher mit ins Gesetz gepackt werden. Wie - keine Ahnung. Es ist natürlich nicht ganz so leicht wie bei einem Frauen(ehe)paar mit einer leiblichen Mutter. Bei zwei Männern ist die derzeitige rechtliche Ausgangsposition schwieriger, bei Beteiligung mindestens einer binären Person noch mehr. Da ist mutmaßlich innerhalb der Koalition noch Diskussionsbedarf.


    Die Erweiterung des kleinen Sorgerechts finde ich ausgesprochen gut. Dann kann das Bonuselternteil vielleicht "ohne Probleme" mit Kind zum Arzt, es von der KiTa abholen, zum Elternabend, mit Kind im Flugzeug reisen und, und, und - wenn es mit den leiblichen Eltern einvernehmlich geklärt ist. Im Alltag läuft das ja längst. War aber immer "Kampfplatz" - wenn einem Elternteil was nicht passte, wurde hier gern der Streit ausgetragen.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • wenn es mit den leiblichen Eltern einvernehmlich geklärt ist. Im Alltag läuft das ja längst. War aber immer "Kampfplatz" - wenn einem Elternteil was nicht passte, wurde hier gern der Streit ausgetragen.

    Wenn einem Elternteil aber etwas nicht passt, wird er auch keine Einverständniserklärung für das kleine Sorgerecht geben.

    (Außer man wird genötigt dazu...)

    Through judging, we seperate. Through understanding, we grow.
    - Doe Zantamata -

  • Klar. Dann sind aber auch die Fronten eindeutig geklärt.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Und: Vereinbarungen zu rechtlicher Elternschaft, elterlicher Sorge, Umgangsrecht und Unterhalt sollen schon vor der Empfängnis geregelt werden können.

    Gutes Ding!


    Ich lass' den Damenbesuch meines Großen demnächst nur noch nach Unterzeichnung einer Vereinbarung mit großzügigem Umgangsrecht für den eventuell-angehenden Großvater in die Bude.

  • Gutes Ding!


    Ich lass' den Damenbesuch meines Großen demnächst nur noch nach Unterzeichnung einer Vereinbarung mit großzügigem Umgangsrecht für den eventuell-angehenden Großvater in die Bude.

    Gegebenenfalls bietet Dir das neue Recht die Chance, Dich als Leihopa rechtlich abgesichert zur Verfügung zu stellen. Als Leihmutternder hingegen wird mich mutmaßlich niemand haben wollen.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Wenn man mal darüber nachdenkt ist das ja soo abwegig gar nicht.

    Es gibt sicher Eltern(teile) und vor allem Kinder denen ein engagierter, rüstiger Leihopa (oder eben Leihoma) helfen könnte. Die entsprechende Vollmacht für Kindergarten, Schule, etc. täte ein weiteres.