Kindergartenwechsel fürs letzte Jahr?

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  • Hallo ihr Lieben,


    ich hätte gern mal wieder ein Meinungsbild von euch, und zwar zu folgender Situation:


    Wir sind jetzt seit etwas über einem Jahr in einem Kindergarten hier in unserem neuen Wohnort, der leider ziemlich weit von unserer Wohnung weg liegt und uns im vergangenen Jahr aufgrund schlechter Leitung sehr viel Nerven gekostet hat. Darum habe ich mich zu Beginn des Jahres bei Kindergärten in unserer Umgebung erkundigt, ob wir zum neuen, für meine Tochter letzten, Kindergartenjahr vielleicht dorthin wechseln könnten. Ich hatte mit meiner Tochter darüber gesprochen und sie war einverstanden. Wichtig war mir da auch, dass sie vor der Einschulung Kinder kennen lernt, die dann später mit ihr in der Grundschule sind - von den Kindern im jetzigen Kindergarten wissen wir schon, dass keines mit auf ihre Schule gehen wird.


    Nun haben wir ein Platzangebot, der Vertrag soll demnächst kommen und nun sagt meine Tochter, dass sie da nicht mehr hin will. Ich verstehe, wo das her kommt: Die Grundstimmung im Kindergarten scheint sich gerade zu ändern, da wir nun eine neue Leitung haben. Das merkt man sowohl Kindern als auch Erzieher*innen an. Außerdem hat sie sich in den letzten 4 Wochen endlich mit mehr Kindern in ihrem Alter dort angefreundet, was das ganze letzte Jahr nicht geklappt hat.


    Nun meine Frage an euch: Was würdet ihr in meiner Situation tun? Den Wechsel durch boxen, damit der Schulstart dann mit bereits bekannten Gesichtern leichter fällt, oder dem Kind seinen Willen lassen und hoffen, dass der Schulstart auch so gelingt?


    Habt ihr vielleicht Erfahrungswerte, wie das bei euren Kids mit der Einschulung klappte, auch wenn sie in ihrer Klasse niemanden kannten?

    "No one can make you feel inferior without your consent" Eleanor Roosevelt

  • Das kommt darauf an, wie Ihr so wohnt - aber ich meine mich zu erinnern, dass es kein Dorf ist?

    Bei einer Dorfschule, wo alle Kinder aus einem Kindergarten hinkommen, ist schwieriger, reinzukommen..

    Wenn die Klasse aus mehreren Kindergärten zusammen gewürfelt wird, sortiert sich das mit den Freundschaften eh neu.

    Ich glaube, ich würde sie im Sinne der Kontinuität im jetzigen Kindergarten lassen.

  • Junior hat bisher dreimal in einer neuen Klasse anfangen müssen, ohne jemanden zu kennen. Nach kürzester Zeit hatten sich da Freundschaften gebildet, das war gar kein Thema. Ich hatte mir auch so meine Gedanken gemacht, weil er noch dazu aus einem Förderkindergarten kam, aber die waren völlig unbegründet.


    Ich würde sie im jetzigen Kindergarten lassen. Gerade deiner Räuberin trau ich zu, dass sie auch ohne jemanden zu kennen schnell Anschluss findet.


    Bereits befreundete Kinder wurden bei uns in der 1. Klasse übrigens sofort getrennt gesetzt, danach wechselten die Kinder alle paar Wochen den Platz und Sitznachbarn, damit sich jeder kennenlernen konnte.

  • Ein paar Argumente:

    Das "Anfreunden" ist ganz wesentlich auch ein gegenseitiger "Reifegrad" der Kids und nicht zwingend von der Einrichtung abhängig.


    Was es bei einem Wechsel jetzt fürs Tochterkind schwieriger macht, macht es zur Einschulung leichter.


    Sollte der alte KiGa sich noch mehr steigern, wird es sogar noch schwieriger, ist der Beziehungsverlust größer.


    In einem neuen Kiga sich zu sozialisieren, in eine bestehende Gruppe hineinzuwachsen, ist ein hoher Erfahrungswert. Sollte Tochterkind dabei "Fehler" machen, wird sie die bei der Einschulung dann mutmaßlich vermeiden. Und es wird ihr etwaige Angst vor der Schule nehmen.


    Durch den verkürzten Weg fällt dir/euch das Zeitmanagement einfacher.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Ich weiß nicht, was ich machen würde. Ich glaube der Einstieg in die Schule ohne KiGa-Freund*in ist kein Argument, das ist hier eher die Regel als die Ausnahme und funktioniert. Wegzeiten finde ich wichtig... kannst du den längeren Weg noch ein Jahr stemmen, ohne auf dem Zahnfleisch zu kriechen? Dann würde ich Sie dort lassen... eher nach dem Motto "never change a runninig system" ... Denn was im neuen KiGa dann ist, ist ne Blackbox -kann gut gehen, muss aber nicht.

    LG Campusmami



    Sonne muss von Innen scheinen :sonne


    Das Leben findet draußen statt :rainbow: .

  • wir haben nach Weihnachten im letzten Jahr gewechselt


    a) damit sie Kinder kennenlernt aus der Nachbarschaft / für die Schulzeit

    b) hätte ich nicht jeden Morgen/Abend 5 km Umweg fahren wollen

    c) müssen bei uns Kinder im letzten Kiga Jahr angenommen werden im Schulbezirk, auch wenn es eigentlich keinen freien Platz gibt


    Im KIga gab es ein Schulvorbereitungsprogramm, die Grundschule(n) wurden besucht, Schulwege traniniert usw, Übernachtungsparty - das war dann wirklich OK und sicher einfacherer - Grundsätzlich wechseln wollte sie nicht, aber hin und wieder müssen auch mal Eltern Entscheidungen treffen

  • Sofern der aktuelle Kindergarten keine Voll-Katastrophe (mehr) ist würde ich auch nicht wechseln.


    Die Welt ist voll schlechten Kindergartenleitungen, doofen Lehrern, faulen Kollegen und ungerechten Arbeitgebern. Damit smart umzugehen ist für mich auch ein Stück Erziehung. Das wird Dein Krümel so natürlich noch nicht verstehen, aber mir wäre das Prinzip wichtig.


    Der kürzere Weg mag ein Argument zum Wechsel sein, ich würd's trotzdem nicht tun.

  • Wir haben damals, im letzten Jahr vor der Schule, gewechselt. Allerdings passte es nach einem Umzug auch in keinster Weise mehr mit den Fahrt- und meinen Arbeitszeiten zusammen.


    Von den Betreuungszeiten her wäre es einfacher gewesen, meine Tochter im alten Kindergarten zu lassen. Diese waren viel besser als im neuen. Im neuen musste ich meine Tochter morgens zu einer Tagesmutter bringen, die sie dann in die Kita gebracht und mittags wieder abgeholt hat. Früher wurde wenig Rücksicht genommen. Zu sagen "Ich kann aber erst ab 8 oder 8.30 Uhr kommen, war ein schon fast absolutes no-go.


    Ehrlich? Im Nachhinein hätte ich meine Tochter nicht wechseln lassen sollen.

    Verstehen kann man das Leben nur rückwärts, leben aber muss man es vorwärts.:strahlen

    (frei nach Sören Kieerkegard)

  • Ich würde ebenfalls nicht wechseln. Die KM ist damals Oktober 2015 weggezogen, ich März 2016 ihr nach in den gleichen Stadtteil.

    Ich hatte für beide Kinder Plätze gefunden und deren Zusage.


    Die bisherige Krippe hatte abgeraten zu wechseln, weil diese eine feste Größe den Kindern in Zeiten von Umzügen, Trennung, Elternkonflikten usw. eine Stabilität, Geborgenheit und Sicherheit gibt. Also sind wir mehr als anderthalb Jahre zur Krippe im alten Stadtteil gefahren, und aus meiner Sicht war zumindest das ein Segen für unsere Kinder und rechtfertigt den vermehrten Aufwand für uns Eltern.

  • Die Fahrerei ist tatsächlich manchmal ganz schön anstrengend und zeitraubend: Ich verbringe da täglich ca. 3h nur mit Bringen + Abholen. Wenn der Kindergarten das absolute Highlight wäre, fände ich das ok, aber bisher seh ich dieses absolute Highlight nicht. Viele der angekündigten tollen Projekte fanden / finden einfach nicht statt, die Kommunikation den Eltern gegenüber ist ein totaler Flickenteppich und Vorschulförderung findet auch nur sehr eingeschränkt statt, wenn ich das richtig beobachte. Also so was wie in die Bibliothek gehen oder Verkehrserziehung mit der Polizei oder solche Klassiker passieren hier bisher nicht.


    Edit: Gerade noch mit Eltern aus der Vorschulgruppe gesprochen. Die sind stinksauer und sagen, dass wirklich *nichts* in puncto Vorschulprogramm läuft.


    Der potenzielle neue Kindergarten ist 900m entfernt statt 7,5km. Zeitlich wäre das also eine massive Entlastung. Und den Kindergarten gibt es im Gegensatz zum jetzigen schon mehr als 2 Jahre, d.h. das Team gab es schon vor der Pandemie und man darf mutmaßen, dass da einige Arbeitsabläufe vielleicht anders (besser?) sind als in einem unter Pandemie-Bedingungen gegründeten Team, dass zwei Jahre lang nicht gut geführt wurde.


    Sorgen macht mir in der Tat dieser Aspekt, sie schon wieder aus einem gerade geschaffenen Freundeskreis heraus zu reißen. Andererseits: Unter den jetzigen Bedingungen (3h Fahrerei, siehe oben) ist es jetzt auch nicht so, dass da nachmittags noch viel Zeit für Freunde wäre. Wir sind so schon erst zwischen 17:00 und 17:30 zu Hause…

    "No one can make you feel inferior without your consent" Eleanor Roosevelt

    Einmal editiert, zuletzt von leslie_w ()

  • Meine Biene hat auch im letzten Jahr die Kita gewechselt. Drei Jahre war sie in unserer Betriebskita/krippe, die ich von Anfang an etwas bescheiden fand (aber man mag ja auch keine "typische" Pädagogenmama sein). Zudem musste ich morgens immer erst 5km entgegengesetzt zum Arbeitsplatz radeln, dann wieder zurück plus den Arbeitsweg. Ich fahre echt gerne Rad, aber jeden Tag über 30 km. Hach, nö...

    Das letzte Jahr war sie in einer kath. Einrichtung (die auf dem Weg lag) und das war ein schönes Jahr für sie. Aber auch da ging letztlich nur ein Mädchen mit ihr in die Klasse anschließend, aber war auch kein Ding.

    Letztlich hat sie heute noch Kontakt mit den Kindern aus der letzten KiTa und der Grundschule, da die alle in der Nähe wohnen.

    Davor die Kontakte haben sich alle zerlaufen. Das ist einfach nicht unser Wohnumfeld.


    Als Erzieherin kann ich dir sagen, dass die allermeisten Kinder schnell in der neuen KiTa ankommen. Gerade deine Rumpelwichtelin ist doch ein kleiner, cleverer Feger. Das packt sie bestimmt.

    Unterschätzen darf man auch nicht die gemeinsame Zeit, die man dann zusammen hat.

  • Bei den Fahrtzeiten würde ich auch wechseln.

    Außerdem wird die Sorge oder Angst vor einem Neustart in einer neuen Gruppe oder Klasse in jedem Fall auf deine Tochter zukommen. Wenn ihr jetzt wechselt, steht es ihr jetzt bevor, wenn ihr nicht wechselt, steht es vorm Schulstart bevor.

    Wenn die Freundschaften im aktuellen Kindergarten eh noch nicht so gefestigt sind, wird deine Tochter auch schnell drüber weg kommen, denke ich.

  • So, der Vertrag ist unterschrieben und mittlerweile ist auch die Kurze einverstanden, da die Hälfte des Freundeskreises sowieso nach den kommenden Ferien dann in die Schule wechselt und somit weg ist. Und die BFF ist zum Glück die Tochter meiner liebsten Kollegin, die kommt uns nicht abhanden ;)

    "No one can make you feel inferior without your consent" Eleanor Roosevelt