In Planung: Haushaltshilfen für Alleinerziehende

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  • Otterson, ich habe dich nicht persönlich gemeint.


    Das Problem ist ja bei dir nicht die neue Idee des BAMs sondern die Bedingungen, die nahezu alle Bundesländer an den Pflegeentlastungsbeitrag knüpfen. Sprich nicht die neue Idee ist schlecht, sondern das Pflegezeitgesetz bzw. dessen Ausgestaltung.

    LG Campusmami



    Sonne muss von Innen scheinen :sonne


    Das Leben findet draußen statt :rainbow: .

  • Ich habe eine legale Putzhilfe , alle 14 Tage 3 Stunden. Das hilft mir sehr, die macht Küche, Bad, Böden und Staubwischen und Betten beziehen. Klar muss ich zwischendurch auch noch ran, aber es ist trotzdem eine spürbare Entlastung. Dafür zahle ich pro Monat im Durchschnitt 150 Euro.

    Zuschuss wäre natürlich toll. Ist nur die Frage, wenn das buchbar über eine App sein soll, ob mein Dienstleister da mitmacht? Bislang setze ich die Kosten bei der Steuererklärung an, ist auch schon mal was.

  • Na ja, aber an den Gebühren hat sich ziemlich viel zum Guten verändert, so dass jetzt vielleicht eine Haushaltshilfe drin wäre. Das ist regional zwar sehr unterschiedlich, aber hier ist der beispielsweise der Kindergarten (bis 8 Std. täglich gebührenfrei) das wäre bei mir locker die Haushaltshilfe gewesen *lach*.

    Dass eine Öffnungszeit nach 16 Uhr noch viel netter wäre, sei mal dahingestellt. Wenn man den Haushalt externalisiert, fällt das "Rabenmutter" oder "warum hast dann überhaupt Kinder bekommen Argument weg" insofern ist die Idee, Zeit für Arbeit oder die eigenen Kinder über eine Haushaltshilfe zu generieren, gar nicht so schlecht.

    Keine Frage. Im Vergleich zu vor zwanzig Jahren - meiner "Kampfzeit" - hat sich immens viel getan. Ich habe vor einiger Zeit mal ausgerechnet, dass durch die Übernahme der Kita-Gebühren, Kindergeld/steuerlicher Erleichterung und vor allem Veränderung des UV-Gesetzes ich bei gleicher Problemstellung zu bestimmten Zeiten knapp 2000 Euro mehr monatlich im Säckel gehabt hätte.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Naja.

    20% der Haushaltshilfe kannst Du geltend machen.

    Nehmen wir Deine 150,- Euro: davon 20% sind 30,- Euro. Bei 20% Einkommensteuersatz sind das 6,- Euro im Monat Steuerersparnis oder 4% der Kosten.

    Geht schon so, oder?

    Besser als nichts... aber klar, würde mich auch freuen, wenn ich weniger zahlen müsste. Ich mach meinen Haushalt nicht so nebenbei mit, erstens sind es einige qm, zweitens muss ich soviel anderes immer noch geregelt bekommen. Ich bin immer froh, wenn es Abends ist und ich nicht schon um 9 völlig fertig beim Kind einschlafe...

  • Naja.

    20% der Haushaltshilfe kannst Du geltend machen.

    Nehmen wir Deine 150,- Euro: davon 20% sind 30,- Euro. Bei 20% Einkommensteuersatz sind das 6,- Euro im Monat Steuerersparnis oder 4% der Kosten.

    Geht schon so, oder?

    Der Betrag wird direkt von der zu zahlenden Steuer abgezogen, hat also nichts mit dem persönlichen Steuersatz zu tun. Also, um beim Beispiel zu bleiben, 30€ weniger Steuern.


    Ansonsten bin ich raus. Von diesen Stundensätzen kann ich nur träumen als Nicht-Fee. Scheinbar falsche Ecke von Deutschland.

  • Keine Frage. Im Vergleich zu vor zwanzig Jahren - meiner "Kampfzeit" - hat sich immens viel getan. Ich habe vor einiger Zeit mal ausgerechnet, dass durch die Übernahme der Kita-Gebühren, Kindergeld/steuerlicher Erleichterung und vor allem Veränderung des UV-Gesetzes ich bei gleicher Problemstellung zu bestimmten Zeiten knapp 2000 Euro mehr monatlich im Säckel gehabt hätte.

    Vielleicht ist es genau das, das Neuerungen vielleicht doch auch immer ein bisschen Verbesserung bringen. Nicht für alle, dass ist keine Frage.

    Aber das ist tatsächlich etwas das für nicht wenige tatsächlich auch eine Erleichterung bringen könnte. Ich mag das Bild der weiblichen AE, die weniger als 10 Euro die Stunde verdient in solchen Diskussionen nicht so gerne weiter zementieren und für alle anderen wäre es eine Option.

    Ich glaube auch, dass die spontane Abwertung der Idee eher kultureller Natur ist. Also letztendlich, wie sehr ist es normal mit normalem Einkommen Angestellte zu beschäftigen?

    LG Campusmami



    Sonne muss von Innen scheinen :sonne


    Das Leben findet draußen statt :rainbow: .

  • Der Betrag wird direkt von der zu zahlenden Steuer abgezogen, hat also nichts mit dem persönlichen Steuersatz zu tun. Also, um beim Beispiel zu bleiben, 30€ weniger Steuern.


    Ansonsten bin ich raus. Von diesen Stundensätzen kann ich nur träumen als Nicht-Fee. Scheinbar falsche Ecke von Deutschland.

    20 Euro plus MwSt. - Rhein-Main-Gebiet.

  • Vielleicht ist es genau das, das Neuerungen vielleicht doch auch immer ein bisschen Verbesserung bringen. Nicht für alle, dass ist keine Frage.

    Aber das ist tatsächlich etwas das für nicht wenige tatsächlich auch eine Erleichterung bringen könnte. Ich mag das Bild der weiblichen AE, die weniger als 10 Euro die Stunde verdient in solchen Diskussionen nicht so gerne weiter zementieren und für alle anderen wäre es eine Option.

    Ich glaube auch, dass die spontane Abwertung der Idee eher kultureller Natur ist. Also letztendlich, wie sehr ist es normal mit normalem Einkommen Angestellte zu beschäftigen?

    Warum nur weibliche AE?

    Sorry aber, die mit wenig Verdienst, weil man selber nicht dazu gehört mal so über den Rand fallen zu lassen, hüstel.

    Brauchen die keine Entlastung?

    Geht es also um Entlastung derer, die es sich eh schon leisten können ?

    Sei es ihnen gegönnt, so nicht.

    Doch werden da wieder die gefüttert, die eh schon satt sind.


    Liebe Grüße


    Ute

  • Ratte ich verstehe gerade nicht, was du mir sagen möchtest.

    Aber deine Reaktion lässt mich vermuten, dass es doch eher um Kulturwandel und Wertediskurs geht.

    Das Programm adressiert tatsächlich AE mit einem Einkommen über dem Mindestlohn, die mehr arbeiten könnten, wenn sie anderweitig entlastet werden würden (da fallen mir als erstes ganz klassisch Erzieher*innen oder Krankenpfleger *innen ein). Das sind nicht unbedingt die, die es sich jetzt schon leisten könnten. Und ob männlich oder weiblich ist mir persönlich egal, ich glaube aber tatsächlich, dass der Einkommsbereich, wo es schwieriger wird, eher Frauen betrifft und auch die Mehrzahl der AEs tatsächlich Frauen sind.

    Die, die es sich jetzt schon leisten können, behalten ihre Fee, auch wenn die nicht in die App von Herrn Heil passt.


    Ja, es wird Menschen geben, die davon nicht profitieren. Ich fand den Ansatz von Bap, dass die AEs davon auf der Seite der Haushaltshilfe stehen/profitieren , einfach eine Verzerrung, die ich nicht so einschätze. Und die ich schon gar nicht reproduzieren möchte. Das hat aber nichts damit zu tun, wem ich irgendwas gönne oder eben auch nicht.

    LG Campusmami



    Sonne muss von Innen scheinen :sonne


    Das Leben findet draußen statt :rainbow: .

  • In (statistischer) Armut leben in Deutschland 43% aller Ein-Eltern-Familien, haben also ein Einkommen um 60 % des Durchschnittseinkommens in Deutschland oder weniger. 88 Prozent der AE-Familien sind Mutter-Kind(er), (nur) ca. 12 % der AE sind Väter. (Darum kann man statistisch wohl von weiblichen AE sprechen.)

    Zum Vergleich: Bei den Paarfamilien leben bei bis zwei Kindern bis 11 % der Familien in (statistischer) Armut. Ab drei Kindern erhöht sich das dann auf 31%.

    Ich kann das jetzt drehen wie ich will: Entweder hat bei vielen AE-Familien das Elternteil keine/kaum Chancen auf eine mehrstündige Arbeit. Oder das Stundeneinkommen ist sehr niedrig. Ob ich in diesem Segment nun viele künftige Arbeitgeber rekrutieren kann, ist für mich schon eine Frage. Oder andersherum gesagt: Ich finde es schon verletzend, wenn einer besonderen Bevölkerungsgruppe ein Angebot gemacht wird, das zumindest wie in diesem Fall die 43% an der Armutsgrenze Lebenden nie werden wahrnehmen zu können. Aber gleichzeitig wird gesagt: Guck mal, wir tun etwas für Euch.


    Investition in die immer noch fehlenden Kiga-Plätze und dort dann längere Öffnungszeiten würden viele AE sicherlich als hilfreicher empfinden, um überhaupt eine Chance zu haben, mehr arbeiten zu können. Aber dafür gibt es halt das Personal nicht.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Das Programm adressiert tatsächlich AE mit einem Einkommen über dem Mindestlohn, die mehr arbeiten könnten, wenn sie anderweitig entlastet werden würden (da fallen mir als erstes ganz klassisch Erzieher*innen oder Krankenpfleger *innen ein

    Mir persönlich wäre da mehr mit einem "Babysitter" gedient gewesen als mit einer Haushaltshilfe. Den Haushalt bekomme ich gewuppt, auch mit 40 (oder mehr) Stunden. Deutlich problematischer war immer die Betreuung meiner Tochter, wahrend ich zu unorthodoxen Zeiten zur Arbeit ging. Das wäre ein toller Ansatz, wenn es zu den Kosten für eine private Betreuung auch einen Zuschuss gäbe. Also wenn es nicht auf Haushaltshilfe beschränkt wäre, sondern überhaupt... wie nennt man das... Hauspersonal (Klingt vielleicht ein wenig hochtrabend, aber ihr wisst, was ich meine) bezuschusst würden.

    Man sitzt insgesamt viel zu wenig am Meer...

  • Ratte ich verstehe gerade nicht, was du mir sagen möchtest.

    Aber deine Reaktion lässt mich vermuten, dass es doch eher um Kulturwandel und Wertediskurs geht.

    Ich habe gar nichts gegen Kulturwandel o.ä.


    Nur ich finde es wichtig , zu erwähnen dass es eben viele gibt die davon null profitieren.

    Sorry ,das ich da nicht Beifall klatsche.


    Volleybap hat es super auf den Punkt gebracht.


    Ich und damit bin ich nicht alleine, kann nicht mehr arbeiten, weil mich die Kosten der Betreuung auffressen würden.

    Putzen damit man mehr Arbeiten kann, am Leben vieler vorbei.




    Liebe Grüße


    Ute

  • In (statistischer) Armut leben in Deutschland 43% aller Ein-Eltern-Familien, haben also ein Einkommen um 60 % des Durchschnittseinkommens in Deutschland oder weniger. 88 Prozent der AE-Familien sind Mutter-Kind(er), (nur) ca. 12 % der AE sind Väter. (Darum kann man statistisch wohl von weiblichen AE sprechen.)

    Zum Vergleich: Bei den Paarfamilien leben bei bis zwei Kindern bis 11 % der Familien in (statistischer) Armut. Ab drei Kindern erhöht sich das dann auf 31%.

    Ich kann das jetzt drehen wie ich will: Entweder hat bei vielen AE-Familien das Elternteil keine/kaum Chancen auf eine mehrstündige Arbeit. Oder das Stundeneinkommen ist sehr niedrig. Ob ich in diesem Segment nun viele künftige Arbeitgeber rekrutieren kann, ist für mich schon eine Frage. Oder andersherum gesagt: Ich finde es schon verletzend, wenn einer besonderen Bevölkerungsgruppe ein Angebot gemacht wird, das zumindest wie in diesem Fall die 43% an der Armutsgrenze Lebenden nie werden wahrnehmen zu können. Aber gleichzeitig wird gesagt: Guck mal, wir tun etwas für Euch.

    Ich finde dass man da auch schon gucken muss, woher die Armut bei AEs kommt. Gut qualifizierte AEs, die wegen Teilzeit wenig Einkommen haben oder wegen zeitlicher Beschränkungen unterhalb ihres Qualifikationsniveaus arbeiten, könnten tatsächlich von solchen Maßnahmen profitieren. Statistisch sind AEs nämlich nicht schlechter qualifiziert als der Rest der Bevölkerung, eher besser 8).


    Ich kann es nicht oft genug sagen, ich finde es fatal, dass hier etwas kulturell reproduziert wird, was die Statistik nicht her gibt.


    Und ja Kinderbetreuung kann auch von einer Haushaltshilfe geleistet werden und auch jetzt schon kommunal gefördert werden.

    Ich habe schon vor 13 Jahren 4,10 Euro Zuschuss für Kinderbetreuung pro Stunde und Kind bekommen. Damals war ich statistisch auch arm und hatte Schwierigkeiten mir vorzustellen, dass das mal anders werden würde.


    Ich finde es muss viel klarer werden, dass AE sein ein verhältnismäßig kleiner Teil in einer Erwebsbiographie ist, der aber häufig in der Lebensphase liegt, in der die Karriereschritte gemacht werden. Insofern finde ich die Maßnahme tatsächlich eine Option, die man als Betroffener erstmal nicht so niederstampfen muss.


    Und wenn man, um statistisch nicht als arm zu gelten alleine mit einem 1,5 Ernährermodell konkurriert, funktioniert das weder in Teilzeit noch im Mindestlohnbereich.

    LG Campusmami



    Sonne muss von Innen scheinen :sonne


    Das Leben findet draußen statt :rainbow: .

  • Ich finde die Idee super und überlege schon länger mir eine Putzperle zu suchen. Das Problem hier ist nur, dass man die, die man findet nur schwarz anstellen kann. So bessern sie ihr Hartz IV auf und wollen alles unter der Hand. Aber das war ich bisher nicht bereit zu unterstützen.


    Wenn es bezuschusst wird, findet sich vielleicht doch jemand, der mir im Haushalt hilft. Und nein, das bisschen Haushalt mal schnell neben den beiden Kröten geht nicht. Nummer 1 hat Angst vor dem Staubsauger und dem Wischmopp und Nummer 2 liebt Kabel oder Wassereimer. Den Rest kann man sich vorstellen.

  • Ich finde die Idee super und überlege schon länger mir eine Putzperle zu suchen. Das Problem hier ist nur, dass man die, die man findet nur schwarz anstellen kann. So bessern sie ihr Hartz IV auf und wollen alles unter der Hand. Aber das war ich bisher nicht bereit zu unterstützen.

    Naja, die, die eine Putzfee schwarz beschäftigen, sind ja nu kein Deut besser.

    Die Nachfrage muss ja gross genug sein, sonst gäbe es für die ALG II Empfänger ja keine Chance Geld unter der Hand zu bekommen.



    Liebe Grüße


    Ute