Wie würde ein Gericht entscheiden?

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Für das neue Jahr wünschen wir allen viel Kraft und Durchhaltevermögen unter der nicht gerade einfachen Zeit für alle.
Seid füreinander da, gebt auf Euch acht, aber allen voran bleibt gesund!

Herzlichst Euer AE-Team
  • Man könnte es auch so herum sehen, dass das Gericht eine deutliche Verschlechterung der Situation der Kinder sieht, wenn Ihr für einige Monate in die USA geht. Es ist dann möglicherweise für die Kinder besser, sie bleiben in der gewohnten Umgebung, dann halt beim Vater.

    Ich kann das nachvollziehen, es teilt eben nicht jeder die Begeisterung für die USA und vor allem bei so jungen Kindern wie Deiner Tochter wird es vielleicht eher so gesehen, dass ihr Kontinuität besser tut als Hin und Her über mehrere tausend Kilometer.

    Dass es in Deinen Augen beim Vater mit dem Alltag nicht klappt, wird da sicher nicht berücksichtigt.

  • Puh, hab jetzt alle Beiträge gelesen. Ich denke wie Lena...gehst du in die USA, soll der KV das ABR erhalten. Bleibst du hier, bleibt alles so wie es ist.

    UND da wäre ich schon gaaaanz vorsichtig, denn wenn du in die USA ohne die Kinder gehst, weil das ABR ja beim Vater liegt und sie dann beim Vater bleiben.....wirst du es, wenn du zurück kommst, evtl. nicht mehr zurück bekommen.

    Wenn der Vater sich schon so quer stellt und lügt, ist da mit dem Schlimmsten zu rechnen.....zb. Sorgerechtsentzug etc....- denn du bist ja dann nicht da, in dieser Zeit kann ganz viel gegen dich passieren !


    Dein Sohn wird erst wirklich gehört, wenn er 16 ist. Deine Tochter mit 11 Jahren eben nicht und da entscheidet das Gericht, das ja auch ganz schön am Schwimmen ist, wenn es erst sagt, das ABR könnt ihr zusammen ausüben und jetzt auf einmal anders.


    Wenn du das Gefühl hast, es fehlt was, dann lass deinen Anwalt Akteneinsicht beim Jugendamt etc nehmen....was sagt deine RA dazu, dass du das Gefühl hast, dass etwas fehlt`? Geh dem unbedingt nach, nicht dass dir das dann auf die Füße fällt.


    Der Vater schießt im Hintergrund quer, denke ich mir.

    Was sagen denn eigentlich die Schulen dazu?

    > Suche das Licht nicht im Außen, finde das Licht in Dir und lass es aus deinem Herzen strahlen < Rumi

  • Ja, ich hatte ja schon auf einen Auslandsaufenthalt verzichtet bzw bin auf den Vergleichsvorschlag des Gerichts eingegangen.


    Ich musste heute ein bisschen Abstand nehmen um mich zu sortieren und natürlich den letzten Schriftsatz zu kommentieren.


    Aber ich stimme den anderen Kommentaren in ihren Befürchtungen zu.


    Ich schreibe morgen wieder.

  • Rosi, schau Dir vor der Erwiderung noch einmal sehr intensiv den Wortlaut Deiner Klage an und den Wortlaut der Gegenklage vom Ex. (Und erst in zweiter Linie, wie die Klage jeweils begründet wird). Denn das Gericht hat den Auftrag, über die Klage, den Antrag zu entscheiden. Das andere kann Nebenschauplatz sein/ist Nebenschauplatz.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Ihr Lieben,


    wir haben gestern den Antrag auf ABR zurückgenommen. Das hatten wir ja im Termin angedeutet und es war eh‘ nur dafür gedacht, dass die Kinder mit uns für 9-10 ein Auslandsjahr machen dürfen. Die Greencard/ US Stabü wollte sie uns geben. Ob es noch „rechtzeitig“ passiert, sei dahingestellt.


    Mal sehen.


    Der KV hat zu den Kids gesagt, dass Krieg herrscht und alle Mittel recht sind.


    Mein Fokus ist grade Ruhe zu Hause zu halten - soweit es überhaupt möglich ist. Aber ich habe Sohnemann gesagt, dass ich für einen weiteren Anlauf keine Energie habe. Wenn er die US Staatsbürgerschaft wirklich so sehr möchte und es in diesem Anlauf nicht klappt, dann muss er halt mit 18 Jahren in die USA ziehen, dort leben und dann die Beibehaltung der deutschen beantragen. Er stapft hier wütend durch die Gegend, da er davon ausging, dass seine Wünsche gehört werden würden. Sowohl vom Gericht als auch vom KV. Man kann dem Gericht keinen Vorwurf machen, es beeilt sich wirklich sehr aber die Intention des KV‘s ist alles zu verzögern.


    Mein Anwalt war sehr entspannt und meinte, dass ABR würde an den Vater gehen falls ich doch länger ins Ausland gehen wollen würde… da ich das ja nicht möchte ohne die Kinder hat es sich so oder so aus meiner Sicht erledigt. Das Gericht stellt aber auch in Frage ob KV überhaupt rechtlich eine Chance auf das ABR hat (OLG Hamm Hinweis?)


    Nur die US Stabü ist noch offen.


    Ich weiß jetzt nicht ob die

    Gegenseite erneut verzögern kann? Jetzt müsste ja bald ein Beschluss kommen.

  • Ich wollte mich ja zu meinem Thema melden, wenn ich endlich mehr weiss aber Stand heute habe ich Teilaussagen: Das ABR verbleibt wie es ist. Bap hatte völlig Recht und Ihr alle auch. Das Gericht wollte es "nur" im Falle eines Auslandsaufenthaltes an den Vater geben. Es war eine recht unverhohlene Drohung aber es stand, leider in meiner Panik nicht richtig gelesen, dass das Gericht eigentlich keine rechtliche Grundlage sieht, das ABR beim Vater zu sehen.


    Das Thema US-Greencard und US- Staatsbürgerschaft steht im Rahmen eines Beschlusses noch aus. Ich bin mittlerweile schlauer. Der KV hat eine internationale Sozietät beauftragt und diese hat das einzige Ziel (mittlerweile offen kommuniziert), das Thema so lange herauszuzögern bis die Greencard-Anträge ablaufen sind.


    Bisher gibt es also keine Entscheidung zum letzten Thema und Anwalt KV reicht immer wieder nach. Sohnemann ist mittlerweile extrem sauer und genervt. Zum einen dachte er, dass sein Wunsch berücksichtigt werden würde - insbesondere vom Vater. Aber KV argumentiert vor Gericht und überall, dass Kinder hier zu dem Thema nichts zu sagen haben und was "habe ICH davon". Das stösst beim Sohnemann halt übel auf.


    Die Anwaltsschreiben des Vaters sind zum Teil einfach schlicht falsch und ich behaupte auch, mit Absicht falsch, da es sich aber um US Einwanderungsrecht geht, vermute ich, dass das ein deutsches Familiengericht dies nicht beurteilen kann.


    Stand heute, abgesehen vom Beschluss, ist, dass Sohnemann mit Göttergatte nach dem Abitur in die USA gehen will, dann kann der Papa sehen wo der Pfeffer wächst. (Ob das in 3 Jahren dann noch so ist, kann ich nicht sagen. Vielleicht verliebt er sich auch, Pläne ändern sich etc). Er pendelt grade zwischen NYC in Gedanken und US-Militärdienst. Mal sehen, was davon übrig bleibt wenn es soweit ist.


    PS: Laut Geschäftsstelle des Gerichts ist die Akte nicht dort. Ich bin vor Tagen schon davon ausgegangen, dass die Richterin diese zu Hause im Home Office habe. Aber wie lange kann es denn jetzt noch dauern bis wir endlich einmal eine Rückmeldung bekommen? Kann das jetzt so ewig weitergehen?

  • Die faktische Entscheidung durch Verzögerung herbeizuführen, kann natürlich ein Mittel zum Zweck sein. Ist der denn sinnstiftend? Also könnte der Greencard-Antrag nicht ohne großen Aufwand erneut gestellt werden? Oder beruht die Verzögerungstaktik darauf, Dein(e) US-Semester unbegleitet stattfinden zu lassen, Kinder also in D beschult ...? - Danach müsste vielleicht die Gegenstrategie entwickelt werden.


    Leider ist es so, dass der Richter "Herr des Verfahrens" ist. Braucht der Richter, hier: die Richterin, noch Zeit, dann kann sie die sich fast beliebig nehmen. Bis sie an einem Punkt dann die Verhandlung terminiert. Der ggfls. einzuschaltende "aufsichtsführende Richter" wird mutmaßlich nicht so schnell aktiv werden, weil das Verfahren ja tatsächlich Komplex ist und schwierig. (Wir haben ja andere Familienrechtsverfahren im Forum - klassischerweise Scheidungen, bei denen Unterlagen von Behörden beigebracht werden müssen - wo zwischen (Scheidungs)Klage und Beschluss Jahre liegen ...

    im Gegenzug kann Deine Anwältin natürlich immer beantragen, dass das Verfahren jetzt mal beschleunigt wird und auf die "Verfallsdaten" hinweisen, die sicher bereits vorgetragen worden sind. Und auf die sich nachweislich herauskristallisierende hohe Belastung der Kinder durch das Verfahren. Den Weg würde ich jetzt als "Königsweg" sehen: Um den Kiondern, die vom Gericht mit einbezogen worden sind, zu entlasten, sollte jetzt endlich eine Entscheidung herbeigeführt werden ... Familiengericht: Kinder in den Mittelpunkt rücken ... Und sie sind ja auch hoch belastet, wie Du schreibst.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Das Verfallsdatum ist in wenigen Tagen. Also 31.12.2021 und ein Beschluss müsste übersetzt werden, vom Konsulat bearbeitet werden, dass natürlich auch noch freie Tage hat... Das Gericht ist informiert. Die Anwältin hat mehrmals angerufen aber es tut sich grade nichts.

  • Kann denn "einfach" ein neuer Antrag gestellt werden?


    Ob hier ein Anruf hilft, da bin ich mir nicht sicher. Jedenfalls nicht, wenn man die Richterin nicht erwischt, weil im Homeoffice ... Aber das wird die Anwältin besser wissen.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Ja, es kann ein neuer Antrag gestellt werden. Nur die deutsche Staatsbürgerschaft würde dann wohl verloren gehen. Ich würde es auch nicht mehr wagen wollen bevor das jeweilige Kind 18 wird. Aber das ist natürlich auch jedesmal recht teuer.

  • Der Beschluss kam an. Das Gericht sich für die Greencard entschieden. ABR wie bisher.


    Ich bin grade so glücklich! Aber es war ein steiniger Weg und wer weiß was noch kommt. Nun sind ja erst einmal die Feiertage. Das Konsulat hat den Beschluss erhalten und ich hoffe, dass es diesen so akzeptieren wird. Sicher ist es nicht ganz aber Freunde (die früher in ähnlicher Position solche Fälle bearbeitet haben) denken, dass wir gute Chancen haben.


    Ich bin noch ein wenig angespannt was die letzten Hürden angeht…


    Zusammengefasst kann ich aber sagen, dass die Richterin den Beschluss genauso verfasst hat, wie sie im Vergleich anbieten wollte. Zwischenzeitlich hatte mich die Drohung, das ABR an den Vater zu geben, SEHR verwirrt und lieben Dank für Eure damaligen Einschätzungen. Das hat so ungemein geholfen!!!


    Ich bin nock ganz sprachlos... Was für ein Stress (nicht wie vorher geschrieben „Erfahrung“).

    Rosie

    Einmal editiert, zuletzt von RosefieldRd () aus folgendem Grund: Zu viele Fehler.

  • Ich werde jedenfalls über die nächsten Tage berichten. Das Gericht hatte zum Schluss länger gebraucht als gedacht aber der Richterin kann man keinen Vorwurf machen. Sie hat genau gearbeitet, nichts ausgelassen sowie alle einbezogen. Die Begründung war detailliert und man merkte, dass sie sich mit jeder Perspektive vertraut gemacht hat.


    Sie hat zum Schluss aus meiner Sicht den Spreu vom Weizen trennen können. Aber das ist natürlich meine ganz subjektive Wahrnehmung.

  • Happy End - Das Konsulat hat in rekordbrechender Zeit den Beschluss anerkannt, die Visa bearbeitet und diese zur Pick-up Station geschickt. Es war unglaublich schnell. Ich hatte die Befürchtung, dass wir zwar den Beschluss haben würden, nicht aber mehr die Zeit die Dokumente rechtzeitig zu aktivieren.


    Es war das absolute Hindernisrennen zum Schluss! Am 27.12 hielten wir die Pässe in der Hand und am 28.12. saßen wir im Flieger.


    Mein Bedarf an Nervenkitzel ist gedeckt! Ohne dieses Forum hätte ich es nicht überstanden. Habt alle vielen Dank!

  • Ich denke, ich werde mich bald mit dem Thema Unterschrift zur Zustimmung zum US Pass herumschlagen. Leider ist nach US Recht entweder das alleinige Sorgerecht oder die Zustimmung des Vaters notwendig. Sicherlich würde auch ein Beschluss zu Passangelegenheiten reichen. Wir hatten dies leider im Antrag herausnehmen müssen, da Gericht ja glaubte, dass beide Seiten mit diesem Kompromiss ihren Frieden finden würden.


    Momentan wütet er gegenüber den Kindern, dass er nichts von dieser US Reise wusste. Er hat sowohl die Reisegenehmigung als auch vor Gericht mehrmals angegeben, dass wir ja nach Weihnachten in die USA reisen würden - u.a. auch schriftlich.


    Hallelujah- nach dem Konflikt ist vor dem Konflikt.


    Ich habe aber keine Lust mehr auf Konflikt. ich werde mich damit abfinden, dass wir halt nicht Co-Parenting können. Es muss die Anwältin übernehmen und ich will

    mich, soweit möglich, emotional herausziehen. Die Kinder sind total

    gut gelaunt und glücklich - wir futtern uns durch die unterschiedlichen Food Trucks durch und genießen zu Fuß DC. Wir treffen uns mit Freunden, da das Wetter milde ist. Es könnte grade nicht entspannter sein. Da möchte ich auch seine Nachrichten wie “Das hat KONSEQUENZEN”. “Du reist ohne meine Zustimmung aus” einfach ignorieren.