Nachmittagsbetreuung Schule

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  • Hallo, ich brauche mal wieder Schwarmwissen aus dem Forum :)


    Habe mein Kind verbindlich für die Nachmittagsbetreuung der weiterführenden Schule angemeldet. Nun würde ich ihn gerne wieder rausnehmen.

    Habe ich dazu das Recht, da es ja verbindlich war? Gilt hier auch das zwei Wochen Widerrufsrecht?


    Die Situation ist folgende: Er wird von allen Kindern ausgegrenzt und beschimpft. In der Nachmittagsbetreuung ist es am schlimmsten für ihn. Heute hat mich eine Mitschülerin bzw. deren Mama angerufen. Das Mädel wollte Sohnemann sagen, das sie es nicht gut findet wie er behandelt wird und das wollte Sie ihm persöndlich sagen. Das Mädel kam weinend nach Hause und erzählte wie Sohnemann behandelt wird, daraufhin hat ihre Mama ihr gesagt sie soll Sohnemann anrufen und mit ihm reden. Als Sohnemann dem Mädchen zugehört hat, war er sprachlos und die Tränen sind ihm über die Wangen gerollt.

    Auch ich könnte ;( den das ganze zieht sich seit der Grundschule und nun fängt es schon wieder an. Der einzige Unterschied ist nur das ich es jetzt sicher weis und ich mir sicher bin das ich nicht überreagiere ;(. Beim Thema Mobbing weis man einfach nicht was man tun soll, es ist meistens schon ein Unding dieses Wort auf den Tisch zu bringen. Dann ist man schnell die Helikopter-Mama die überreagiert.


    Gibt es eine Chance ihn wenigstens von der Nachmittagsbetreuung rauszunehmen und den Druck wegzunehmen?

    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Ich würde zuerst fordern, dass die Schule ihn schützt und das auch im Nachmittagsbereich. Frist bis Herbstferien oder drei Wochen oder so.

    Dann rausnehmen. Einfach machen. Was wollen sie tun, wenn er nicht mehr kommt?

    I am a bear of very little brain, and long words bother me. (Winnie-the-Pooh)


    Ein Leben ohne Bücher ist nicht lebenswert. (Erasmus von Rotterdam)

  • Ohne Zweifel müssen hier zuerst die Betreuenden ihrer Betreuungspflicht nachkommen, wie Kaj schreibt.

    Da wäre die "Beweissicherung" gut, also ggfls. die Mutter des Mädchens hinzuzuziehen .


    Ansonsten gibt es mutmasslich einen Vertrag? Da wird eine Laufzeit und eine Kündigungsfrist drin stehen. Für eine normale Kündigung. Hier geht es aber um eine sog. ausserordentliche Kündigung. Denn wenn die Schule nicht umgehend Abhilfe schafft, ist die Einhaltung des Vertrages unzumutbar. Eine Kündigung müsste sofort und fristlos möglich sein, egal, was im Vertrag steht.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Bei Schuldzuweisungen würde ich auf eine tiefgründige Evaluation bestehen. Was genau macht er falsch? Wie kann er etwas ändern? Welche Hilfestellung kann ihm von Seiten der Schule geboten werden? Was will die Schule sonst tun, um alle Kinder zu schützen?


    Nicht wegducken, spiel den Ball zurück und nimm sie in die Pflicht!

    I am a bear of very little brain, and long words bother me. (Winnie-the-Pooh)


    Ein Leben ohne Bücher ist nicht lebenswert. (Erasmus von Rotterdam)

  • Widerrufsrecht ist bei Haustür oder Online Verträgen - das trifft hier doch nicht zu.


    Nimm deinem Kind nicht die Möglichkeit an Gemeinschaft - auch wenn es ruckelt - dafür ist das pädagogische Personal da - du zahlst ja nicht für den Reinigungsdienst!

  • Ich würde auch die Schule und die Betreuung in die Pflicht nehmen deinen Sohn zu schützen. Wenn er nicht mehr in die Betreuung geht, ist er vielleicht am Nachmittag dem Mobbing nicht mehr ausgesetzt, aber in der Schule geht es weiter. Die Täter müssen gestoppt und bestraft werden.

  • Wende dich dringend an die Schule, Vertrauenslehrer usw alles mit einbeziehen was möglich ist. Da er ja anscheinend nicht nur in der mittagsbetreuung gemobbt wird, besucht er ja auch Stärkung hinter sich in der regulären Schulzeit.
    wir hatten auch so nen Fall nur anders, der Junge ging mini nur privat an, WhatsApp, usw waren beim Vertrauenslehrer und die hat alles in die Wege geleitet - und Ruhe war. Aber Mini wusste sie hat nix falsch gemacht und die Schule steht zu 100% hinter ihr.
    viel Erfolg Euch drücke die Daumen das die Schule was tut

    Die meisten Menschen sind so glücklich, wie sie es sich selbst vorgenommen haben.
    Abraham Lincoln

  • Was für eine Art Mittagsbetreuung ist es denn? Bei uns gibt es die "offene Ganztagsschule". Da kann man sein Kind an mindestens 2, maximal 4 Tagen anmelden. Man ist nicht verpflichtet, sein Kind dort anzumelden, aber wenn man sich angemeldet hat, muss man auch zwingend daran teilnehmen. Diese OGS gilt als "Schule" (ich muss auch nichts dafür zahlen, nur Materialkosten) und fällt dadurch unter die Schulpflicht.


    Wenn ihr so ein Modell habt, dann ist es schwierig, da rauszukommen.


    In der Grundschule war die Mittagsbetreuung dagegen nicht an die Schule angegliedert, sondern ein privater Träger; da war es kein Problem, meine Tochter von einem Tag auf den anderen wieder abzumelden. Nur den Essensversorger mussten wir noch eine Zeitlang weiter zahlen - ich weiß aber nicht mehr, wie lange das war; ich glaube, bis zum Monatsende. Im Hort hätte es eine Kündigungsfrist gegeben, ich weiß aber auch nicht mehr, wie lange das war.


    Sprich, so pauschal ist das schwer zu sagen. Aber ich denke, du wirst um ein Gespräch mit den Betreuern (und ggf. der Leitung) nicht herumkommen.

    Man sitzt insgesamt viel zu wenig am Meer...

  • Zur Kündigung wurde ja schon einiges gesagt.


    Erstmal finde ich es toll, dass dein Sohn eine "Verbündete" hat. Diesem Mädchen kann man nur gratulieren zu soviel Empathie und die den Blick hat, wann es ratsam ist Erwachsene ins Boot zu holen. Und auch der Mutter, die reagiert und ihre Tochter ernstgenommen hat.

    Mannometer, dass tut einem ja im Herzen weh, wenn man liest, dass deinem Sohn die Tränen gelaufen sind. Ich kann ehrlich verstehen, dass man da Fluchtgedanken bekommt.

    An eurer Stelle würde ich mir aber schon gut überlegen, ob Vermeidung die richtige Strategie ist.

    Wenn es nur so einfach wäre. Wie oft habe ich schon gehört Sohn wäre selbst schuld..

    Aha. War der Rock zu kurz?

    Echt erstaunlich, auch für die Kürze der Zeit, in welche Schublade er gesteckt wird. Hier ducken sich die "Pädagogen" weg.

    Gemeinschaft braucht Regeln, die es zu erarbeiten gilt. Wichtig ist da auch die Haltung von den Betreuern. Null-Toleranz-Grenze gegen Gewalt jeglicher Art. Streit ist richtig und wichtig. Streitkultur muss man erlernen.

    Heißt aber auch für die Betreuer zu erfassen, wann entstehen die Konflikte, wer trägt was bei? Und mit Kindern Alternativen erarbeiten.

    Ich will jetzt auch keine Romane schreiben, aber anstatt zu vermeiden würde ich es als Lernfeld nehmen, damit dein Sohn Strategien entwickeln kann, kein Opfer zu sein oder zu werden.

    Wenn einer Fünftklässlerin es gelingt das Unrecht zu sehen, dann sollte dem päd.Personal das ja wohl auch gelingen.


    Eine große Portion Mut und Kraft wünsche ich euch.

    Liebe Grüße


    Friday

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  • Danke für die ganzen guten Ratschläge. Heute habe ich einen Termin beim Schulpsychologen und bei der Gelegenheit spreche ich auch mit der Mittagsbetreuung.

    Ihr habt Recht das es zwar kurzfristig eine kleine Verbesserung für Sohnemann wäre ihn aus der Mittagsbetreuung zu nehmen, allerdings langfristig nicht.

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  • Kleines Update zum Abschluss: Der Schulpsychologe an dieser Schule ist super! Das erste Mal das ich und vor allem auch Sohnemann sich ernst genommen fühlen. Sohnemann hat jetzt sozusagen einen unsichtbaren Bodyguard :)

    Ich bin wirklich begeisterter und so unsagbar erleichtert.


    (Da sieht man mal, ob Mobbing an einer Schule/Hort ernst genommen wird und auch entsprechend reagiert wird, hängt einfach von der an der Schule zuständigen Person ab.)

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    Einmal editiert, zuletzt von SilentGwen ()

  • (Da sieht man mal, ob Mobbing an einer Schule/Hort ernst genommen wird und auch entsprechend reagiert wird, hängt einfach von der an der Schule zuständigen Person ab.)

    Muss mich mal selbst zitieren und mir eingestehen das ich wieder mal auf tolle Worte reingefallen bin. Montag habe ich erneut einen Termin beim Schulpsychologen und ich habe angefangen ein Mobbingtagebuch zu schreiben.

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  • Wenn ich das Gespräch mit dem Schulpsychologen reviewpassieren lasse, konnte ich das nur bedingt. Es wurde viel versprochen, aber nichts getan.

    Er hat Sohnemann einen unsichtbaren Bodyguard versprochen, tatsächlich war er aber nur am nächsten Tag in der Pause anwesend, da war aber kein Vorfall und somit war es für ihn abgehakt.

    Inzwischen hat sich Sohnemanns Lage verschärft, seine einzige Unterstützerin hat sich nun auch abgewand.

    Montag habe ich ein zweites Gespräch mit dem Schulpsychologen und probiere einen Termin bei der Schulleitung zu bekommen. Ich werde ihn aus der Nachmittagsbetreuung nehmen. Darüber lasse ich auch nicht mehr mit mir verhandeln.

    Ich habe in meiner Verzweiflung Kontakt mit einer alten Schulfreundin aufgenommen. Sie arbeitet in diesem Bereich nur in Hannover und sie hat mir auch dazu geraten. War sehr froh als sie sich gestern gemeldet hat. Sie hat mir auch erklärt das Schulpsychologen an der Schule relativ wenig Einfluss haben, das habe ich falsch eingeschätzt.

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  • Du kannst selbst zumindest tätig werden, indem du die Täter bei der Polizei anzeigst. Wenn von schulischer Seite nichts passiert und die Nachmittagsbetreuung ebenfalls nicht tätig wird, wäre das mein nächster Schritt.

    Es kann doch nicht sein, dass dein Kind aus der Betreuung genommen werden muss, weil niemand ihn schützen kann oder will.