was ist für das Kind gerade das Beste?

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    Also, die Geschichte gestaltet sich etwas schwierig und daher länger. Meine Tochter lernte den KV ihrer Tochter zu einem Zeitpunkt kennen, als ihre langjährige Beziehung in die Brüche gegangen war. Es war nicht geplant, das daraus sofort unsere kleine Prinzessin entstehen würde, aber nun es war nach ca. 8 Wochen kennenlernen sofort ein Treffer. Ja, die Meisten werden sagen, so etwa kann man doch im Vorfeld verhindern, aber glaubt mir, es gibt auch heute noch Kinder trotz Verhütung.

    Kurz umschrieben...Meine Tochter hat nie an Abtreibung gedacht und wir haben alle mitgeholfen, damit eventuell aus dieser Beziehung etwas entstehen kann. Die Situation war aber von Beginn an sehr kompliziert und es stellte sich schnell raus, dass er ein absoluter Blender war. Nur Schulden, keine Arbeit, noch einige Monate Haft abzusitzen und nur Lügen über Lügen.

    Ende vom Lied war halt , dass meine Tochter sich zwei Wochen nach der Geburt getrennt hat. Gründe gab es wirklich viele, ausschlaggebend war vor allem auch, dass er sie bei der Entbindung voll allein gelassen hat. Er legte sich im Geburtshaus einfach zum Schlafen hin und meinte, ich solle das machen, er habe dazu keinen Nerv. Meine Tochter hatte mich gebeten, zumindest im Hintergrund greifbar zu sein. Das ich dann die Rolle des werdenden Vaters übernehmen sollte, daran hatte ich nicht gedacht. Obwohl es das Schönste war, was mir als Oma geschenkt werden konnte.

    Nach der Trennung sorgte meine Tochter dafür, dass er die Kleine jedes We gesehen hat. Sie musste dafür zu ihm fahren, denn er hatte keinen Führerschein und zu ihr gab es kaum öffentliche Verkehrsmittel, tat das aber selbstverständlich, denn er war trotz allem ja der Vater. Dann zog meine Tochter um und war so nah, dass er mit dem Rad in 10 Minuten da sein konnte. Er kam nur unregelmäßig und oft nur ein paar Minuten. Es wurde daraufhin schriftlich Umgang vereinbart, damit zumindest die Zeiten klar waren. Auch da kam er nur selten, sagte ganz kurzfristig ab oder gar nicht. Daraufhin erklärte meine Tochter, dass er, wenn er das Kind sehen will, zu Gericht gehen soll. Sie verhindere nie den Umgang und wolle aber Klarheit für das Kind.

    Die Vaterschaft erkannte er an, das Sorgerecht wollte er aber gar nicht, wofür wir ja dankbar sind.

    Als die Maus 4 Monate alt war, verschwand er in einer Nacht-und Nebelaktion und ging zurück in seine Heimat Thüringen.

    Von da aus klagte er sein Umgangsrecht ein, welches er ja bis dahin eigentlich nicht wollte.

    Das Gericht sah wohl auch, dass er erst einmal verlässlich sein wirkliches Interesse zeigen muss. Man gab ihm 2 Std. im Monat im begleitenden Umgang mit mir als Oma, bei der Erziehungsberatungsstelle. Sollte das klappen, stehe ja einer Erweiterung nichts im Wege.

    Machen wir es kurz, er hat ja auch seine Mutter in München wohnen, so dass die Besuche sicherlich möglich gewesen wären.

    Gekommen ist er innerhalb von 2 Jahren 3 mal. Davon zweimal unentschuldigt so viel zu spät, dass er Glück hatte, dass ich mit dem Kind noch da war. Ich habe aber wirklich extra lange gewartet, wollte ihm doch die Chance geben sein Kind zu sehen und der Kleinen auch Papazeit gönnen. Das letzte Mal war dann halt fatal, da die Kleine mittlerweile zwei Jahre alt war und schon genau äußerte, dass sie mit dem ihr fremden Mann auf keinen Fall etwas zu tun haben möchte.

    Ich meine, sie war beim ersten Treffen 8 Monate, beim Zweiten 12 und dann mit 2 ?

    Danach sagte er mehrfach ab oder kam einfach nicht. Die Erziehungsberatung und das Jugendamt erklärten, er muss sich melden, ansonsten kein Kontakt. Und wenn er sich ewig nicht meldet, dann kann er gerne wieder vor Gericht gehen.

    Stand heute, die Kleine wurde im Mai 4, drei Mails pro Jahr, die nur fordern, aber nie ein persönliches Treffen. Er fordert diese, hat aber nur nicht akzeptable Ideen. Zum Beispiel soll sich meine Tochter mit der kleinen stundenlang ins Auto setzen und in seine Heimat fahren. Er habe ein Recht darauf, dass das Kind wisse wo er wohne... Das Angebot die bisherige gerichtliche Regelung wieder aufleben zu lassen, lehnte er kategorisch ab. Das ist zu wenig.

    Er kann jederzeit zum Gericht gehen und bekommt da ja sicher wieder Umgangsrecht. Aber er schreibt jedes mal, er geht jetzt mal zum JA etc. und dann kommt nichts.

    Er hat auch ein weiteres uneheliches Kind, das wissen wir zufällig, weil er es selber erwähnt hat. Ob er da Unterhalt zahlt? Hier bislang jedenfalls keinen Cent. Er wurde gerade wieder aufgefordert seine persönlichen Umstände offen zu legen. Dies auch nur, weil er endlich wieder gemeldet ist. Lange wusste niemand, wo er überhaupt lebt. Uns ist natürlich klar, dass Umgang und Unterhalt getrennt laufen. Aber es sagt immer was über den Menschen aus, dass ihn das auch nicht interessiert.


    Meine Tochter, aber auch ich sind der Meinung, dass der Umgang sehr sensibel begonnen werden müsste. Das meine Enkelin natürlich ein Anrecht hat, ihren Vater kennen zu lernen und auch regelmäßig zu sehen, das steht ja außer Frage. Aber wie seht ihr das, muss meine Tochter da tätig werden, wenn vier Jahre kein oder wirklich nur Interesse am Rande bestand? Er redet zwar immer davon, wie sehr er sich verändert hat, aber über drei Mails im Jahr geht das Ganze nicht hinaus.

    Wie würdet ihr verfahren? Auch abwarten, wann er endlich mal wirklich versucht in Kontakt zu seinem Kind zu kommen?


    Ich frage deshalb, weil natürlich mit dem Kindergarten immer mal wieder die Frage kommt: " Hast du keinen Papa?" Noch reicht ihr die Antwort, dass sie einen Vater hat, dieser aber sehr weit weg wohnt.

    Doch irgendwann wird sie mehr wissen wollen...Was dann?


    Sorry für den langen Text.

  • Hallo Andi,


    Die Erfahrung lehrt, dass das Mädel irgendwann kurze Fragen stellt - aber auch kurz, einleuchtende Antworten.


    "Warum lebt der Papa weit weg?"

    Weil er die Mama nicht mehr so gern hatte (oder ein besser formulierter Satz. )

    Dann ist aber auch in der Regel schon gut.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Für einen Moment dachte ich, meine Mama hätte sich hier angemeldet. Das ist bis auf die Wohnorte und das Alter des Kindes 1:1 meine Geschichte :huh:


    Ich würde abwarten, bis da mal etwas ernsthaftes kommt. Der KV redet scheinbar ja recht viel, macht aber nur wenig. Soll er doch zum Jugendamt gehen und dort um Vermittlung bitten, dann käme da mal Bewegung in die Sache, aber so würde ich da nix machen.


    Zu den Fragen, die die Kinder irgendwann stellen: mein Sohn hat sich lange Jahre selbst die Schuld daran gegeben, dass der KV ihn nicht sehen will. Man kann ihnen nur immer wieder erklären, dass es nicht an den Kindern liegt. Wie soll das Kind denn Schuld daran haben, wenn der Elternteil das Kind gar nicht kennt. Meinem Sohn hat sehr geholfen, dass er irgendwann erfahren hat, dass er einen jüngeren Halbbruder hat, den der KV auch nicht sieht. Da hat er begriffen, dass es nicht an ihm liegt, sondern dass sein Vater einfach ein [Bezeichnung nach Wahl einsetzen] ist. Junior weiß auch, dass es hier ein Minialbum mit Fotos des KV gibt, das wollte er aber noch nie sehen. Wenn das Gespräch mal irgendwie auf einen Vater kam, habe ich ihm die Geschichte in kindgerechten, kleinen Dosen erzählt, inzwischen ist er 13, da kann ich deutlicher werden und mehr erzählen.

  • Das Thema Unterhalt würde ich über die Beistandschaft/Unterhaltsvorschuss laufen lassen - ohne persönliche Konfrontation - die Ausreden würde ich mir nicht geben und auch kein teures Geld investieren.


    Sollte er Kontakt zum Kind wünschen, mag er sich wieder an die Gerichte wenden - wie das geht - weiß er ja.


    Die Erklärung fürs Kind sind komplizierter - aber auch da reicht erstmal - der Papa wohnt weit weg. Viele Gedanken die wir uns machen, haben Kinder gar nicht - erst Recht nicht, wenn sie es nicht anders gewohnt sind.


    sie hat zwar keinen greifbaren Papa, aber eine engagierte Oma - das ist doch viel wert und hat auch nicht jeder.

  • Die Kinder stellen irgendwann Fragen und das ist auch ihr gutes Recht - meiner Meinung nach.


    Nach der Erfahrung mit Herrn Noch würde ich abwarten. Möglicherweise kommt irgendwann ein ernsthaftes Interesse des Vaters an seiner Tochter, vielleicht aber auch nicht. Herr Noch hat einen Sohn, für den er sich 0,0 interessiert hat. Die ersten Jahre, in denen wir zusammen waren, habe ich gemeinsam mit der Mutter die Treffen organisiert. Und in der Regel haben auch überwiegend meine Kinder und ich uns um den Jungen gekümmert. Ich fand diese Haltung, kein Interesse an seinem eigenen Kind zu haben, ganz furchtbar. Aber wenn ich eins gelernt habe: Liebe kann man nicht erzwingen.


    Wichtig wäre mir persönlich, mein Kind stark zu machen. Es ist bei weitem nicht das einzige Kind das mit einem Elternteil aufwächst! Und es hat eine tolle Oma und das ist unglaublich viel wert!

    Verstehen kann man das Leben nur rückwärts, leben aber muss man es vorwärts.:strahlen

    (frei nach Sören Kieerkegard)

  • Ich erkläre meinem Sohn immer wieder, dass er wie jeder andere auch einen Papa hat, aber Mama und Papa sich nicht mehr verstanden haben und weit auseinander wohnen. Die Formulierungen passe ich seinem Alter an.

    Er kennt seinen Vater bis jetzt auch nicht, und von diesem kam ganz zum Anfang auch gleich schriftlich, dass er gar nichts mit dem Kind zu tun haben will.

    Sollte allerdings mein Sohn Kontakt aufnehmen wollen, dann werd ich mein Bestes tun, um ihn das zu ermöglichen.

    Nein, ich habe keine Spinnennetze in der Wohnung, das sind Ökotraumfänger :D