Tochter wird auf Hautfarbe angesprochen, wie damit umgehen? Andere Betroffene hier?

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  • Ich glaube dass das ein Weg ist und es immer mal wieder Phasen gibt, wo das alles nicht so easy ist.

    Ich kann mich an Phasen erinnern, wo mein kleiner nicht raus wollte, wenn die Sonne schien, weil er berechtigte Angst hatte, noch dunkler zu werden oder mein Großer mich gefragt hat, warum ich ihm diesen Mist mit der Partnerwahl eingebrockt habe und für sich ausgeschlossen hat Kinder zu bekommen...

    Oder der kleine 2 Wochen richtig schlechte Laune und Kopfschmerzen hatte und nicht in die Schule wollte, weil dort das Label "Schule ohne Rassismus" gut sichtbar für alle aufgeklebt wurde und er das als verlogen und ungerecht empfunden hat. Oder auch das Kunstprojekt "Heimat und Fremde" hat meinen Großen in diverse Sinnkrisen gestürzt...


    Ich glaube tendenziell entwickelt sich das gesellschaftliche Bewusstsein für Diskriminierung und Rassismus positiv... Sprich du kannst hoffen, dass die Frage nach der Herkunft, die in 99,9% der Fällen deplatziert ist, langsam ausstirbt.

    LG Campusmami



    Sonne muss von Innen scheinen :sonne


    Das Leben findet draußen statt :rainbow: .

  • Oh man, das ist echt hart und tut mir Leid.

    Ich hoffe tatsächlich, dass sich die Situation in den kommenden Jahren noch bessert. Ich habe auch den Eindruck, dass sich viel tut in Sachen Bewusstsein für Diskriminierung und Rassismus. Die Gesellschaft wird ja ebenfalls diverser und gerade die Generation ab Gen Z hat (soviel ich mitbekomme) ein anderes Verständnis für die Thematik.

    I don´t suffer from insanitiy, i enjoy every minute of it8):evil:

  • Ich glaube tendenziell entwickelt sich das gesellschaftliche Bewusstsein für Diskriminierung und Rassismus positiv... Sprich du kannst hoffen, dass die Frage nach der Herkunft, die in 99,9% der Fällen deplatziert ist, langsam ausstirbt.

    Das glaube ich auch. Unsere Kinder wachsen da mit einer anderen Selbstverständlichkeit mit auf und vom Gefühl her sind es meist Erwachsene, die einen verklemmten Umgang haben.

    Wenn ich mir allein Klassenfotos und KiTafotos anschaue, strotzen diese vor Diversität.

    Ich muss gestehen, dass ich auch schon bei dem ein oder anderen Erwachsenen(!) die Frage nach dem Herkunftsland gestellt habe.

    Allerdings würde mir nicht einfallen diese Fragen einem Fremden auf der Straße zu stellen und nicht aufgrund der Hautfarbe, sondern wenn ich anhand der Sprache hören kann, dass Menschen einen einen anderen Ursprung haben und es sich im Gespräch ergibt.

    Ich muss ehrlich sagen, dass ich Hintergrundgeschichten immer megasspannend finde. Und hab die Erfahrung gemacht, dass viele auch gern erzählen von ihrem ursprünglichen Heimatland und davon, was sie hierher verschlagen hat.

    Aber ich finde, dass ist nochmal was anderes als aufgrund des Aussehens Fragen zu stellen. Und schon garnicht Fremde oder Kinder.


    Ich finde diese Aktionen wie Schule ohne Rassismus, bei uns heißte es Wochen gegen Rassismus oft einfach gut gemeint und schlecht gemacht.

    Die ersten zweimal haben wir uns auch mit Aktionen beteiligt. Aber a.) stört mich schon die Titelgebung und b.) habe ich mir einige KiTas/Schulen und deren Aktionen angeschaut und muss sagen, die strotzen nur voller Klischees.


    Edit: Das Wort Krüppel finde ich absolut widerlich. Das kann weg.

    Liebe Grüße


    Friday

    Einmal editiert, zuletzt von friday ()

  • Gesellschaft war schon immer divers.


    Während meiner Schulzeit waren meine Klassen bunt, da

    wurde nur kein Gewese von gemacht, gab es kein Schild Schule gegen Rassimus. Was man wohl für - Wir haben uns alle Lieb - Ballons steigen lassen bekommt.



    Na und heute schreien nicht nur die Alten Ausländer raus oder verprügeln Schwule.

    Selbstverständlich ist da noch lange nix, nur weil man ein *erfunden hat.

    Mir ist das alles zu verkrampft und ja ich oute mich ich bin in Sachen politischer Korrektheit nicht auf den neuesten Stand.

    Muss ich auch nicht, das Wort, was immer geht ist Mensch und richtig weit sind wir, wenn alle anderen Bezeichnungen unnötig werden.


    Wir habe meistens kein Problem damit, wenn fremde Menschen uns wegen dem Burschen freundlich neugierig ansprechen.

    Wir haben dadurch schon nette Menschen kennengelernt. Da fiel sicher die ein oder andere Barriere auf beiden Seiten.

    Wie soll das Andersein ankommen normaler werden, wenn die, die Anders sind sich verstecken und in ihrem wir armen xy Stecken bleiben.

    Ist alles keine Einbahnstraße.


    Verklemmt wird ein Umgang mit Dingen auch wenn man sie unnötig verkompliziert.

    Anderssein sollte normal werden und nicht auf ein Podest gestellt werden


    Doch bin ich froh das immer mehr Dinge in den Fokus geraten und hoffe, das sich wirklich was in den Köpfen ändert.


    Liebe Grüße


    Ute

  • Na das sich die Gesellschaft wandelt werd ich mal meinem Sohn erzählen.


    Der ist vor 2 Wochen zusammengeschlagen worden, weil er schwul ist, als er einen Club verließ.


    Ein besonderes Dankeschön auch an den Polizisten der ihn fragte ob er das nicht vllt provoziert hat.


    Er wird regelmäßig auf seinem Instagram Account beschimpft, wobei ich das mal naiv als Neid bezeichne.8) er gilt inzwischen in der Szene als eine der schönsten Dragqueens Deutschlands.


    Es gibt noch viel zutun, sehr viel.

    Es ist besser,
    ein eckiges Etwas zu sein,
    als ein rundes Nichts.

  • Elin Ich hoffe deinem Sohn geht es wieder gut!? Das ist wirklich nicht schön :(


    Meine persönliche Wahrnehmung ist, dass sich heutzutage zwar jeder das Recht raus nimmt so individuell zu sein, wie er möchte, die Individualität anderer Menschen (so sie nicht den eigenen Vorstellungen entspricht) aber trotzdem nicht akzeptiert. Und genau das bekommen auch die meisten Kinder mit auf den Weg und genauso verhalten sie sich auch (hoffentlich nur, bis sie es besser wissen).


    Aber nicht umsonst wurde meine Tochter in der Grundschule von zwei Kindern gemobbt, weil sie groß und dünn ist und somit eben nicht wie die beiden war. Und nicht umsonst lässt mein 6 jähriger mittlerweile Sachen, die er eigentlich gerne mag, z.B. seine rosane Elmo-Mütze lieber zu Hause im Schrank. Schließlich möchte er ja kein Mädchen sein.


    Als Mama kann man sin solchen Fällen nur nach Lösungen für akute Probleme suchen. Seine Kinder darin bestärken, dass sie wunderbar sind, wie sie sind und nichts anders machen sollen, als sie es tun, nur weil irgendjemand eine andere Meinung hat, wie sie sein oder sich verhalten sollen.

    Manchmal ist es schwer, manchmal macht das was passiert einen wütend und manchmal auch traurig und hilflos.

    Aber man kann andere Menschen nicht ändern, sondern höchstens an ihre Denkweise appellieren.

    Wie sagte mein Sohn letztens so schön zu einem anderen Kind nachdem dieses meinte er solle sich verpissen.... "Man kann auch: Kannst du bitte gehen. sagen."

  • Bei Kindern frage ich mich manchmal, ob es wirklich von den Eltern kommt oder erstmal ein Ur-Instinkt ist, von etwas Abstand zu halten, was einem anders vorkommt. Ich weiß nicht, ob ich es richtig rüberbringen kann, was ich meine.

    Mein Junior ist auch ein bisschen anders als seine Altersgenossen. Er erfährt manchmal auch Ablehnung oder Zurückhaltung von anderen Kindern, wo ich aber ziemlich sicher bin, dass es nicht von den Eltern vorgelebt wird. Im Kampf, wer der Stärkere ist, gerade bei den Jungs, kann er nicht mithalten, wird ergo ignoriert oder - zum Glück selten - gemobbt.


    Dazu muss ich allerdings auch sagen, dass er immer alle genau so annimmt, wie sie sind. Er hat diesen Instinkt nicht so ausgeprägt, wie es scheint. Alle Eltern lieben ihn, weil er mit jedem Kind freundlich umgeht. Die Kinder hingegen sind umgekehrt nicht immer so freundlich zu ihm.

  • Ich denke bzw. hoffe, dass ich verstehe, was du meinst. Aber dann haben meine Kinder offensichtlich beide andere (Ur-) Instinkte. Hier werden solche Dinge in der Regel von den Kids angesprochen, manchmal auch hinterfragt (kommt drauf an wie wichtig es für Kind ist) und dann ist man als Mutter wieder am Zug dem Kind das verständlich zu machen. Es gab sogar schon Situationen, da haben die Kids Menschen direkt auf irgendetwas angesprochen. In den meisten Fällen kommen da wirklich nette Gespräche bei rum.

  • Edit: Das Wort Krüppel finde ich absolut widerlich. Das kann weg.

    https://www.zeit.de/gesellscha…lbewegung-diskriminierung


    ich möchte mal darauf hinweisen, in welchem Zusammenhang ich das Wort hier benutzt habe. Es ist nicht mehr aktuell, aber ich habe auf den Kontext verwiesen: Aneignung der abwertenden Sprache.


    Das ist übrigens beim Wort schwul genauso, es war von Ursprung her eine Beleidigung.

    Ich möchte hier nicht dastehen als jemand, der Menschen mit Körperbehinderung abwertet.

    Liebe Grüße
    Die Elefantendame


    Umwege erweitern die Ortskenntnis

  • Die Gesellschaft wandelt sich langsam, das stimmt, aber während es in der Mitte zunehmend den Wunsch gibt, andere nicht zu diskriminieren (und das kann Blüten treiben!), gibt es in anderen Bereichen wieder zunehmend Hass und Gewalt. Gegen jüdische, schwule, transsexuelle Menschen, Menschen mit anderer Hautfarbe, Menschen mit Behinderung, und andere Minderheiten… in Berlin ist es schon krass und sehr erschreckend.


    Elin, das ist furchtbar für deinen Sohn, ich hoffe, sie kriegen die Täter!

    Liebe Grüße
    Die Elefantendame


    Umwege erweitern die Ortskenntnis

  • elefantendame: Ich hab es nicht auf dich gemünzt, ich musste gerade echt nochmal nachsehen, wer das Wort als Erstes benutzt hat.

    Ich finde das Wort als solches einfach furchtbar und von mir aus kann man das Wort einfach aus unserem Sprachgebrauch streichen.

    Natürlich wollte ich dich nicht dastehen lassen als jemanden, der andere mit Behinderungen abwertet. Wenn das so angekommen ist, dann tut es mir leid.


    Elin: Das tut mir ehrlich leid für deinen Sohn. Ich hoffe, dass er das gut verpackt bekommt und sich von seinem Weg nicht abbringen lässt.

    Und ich hoffe, dass den Tätern sonstwas abfault.



    I

  • Elin : Es tut mir unendlich Leid, dass dein Sohn auf Grund seiner Sexualität eine solche Erfahrung machen musste. Und die Frage des Polizisten ist genau die selbe, die einer Frau gestellt wird, wenn sie eine Vergewaltigung zur Anzeige bringen will, klassisches Victimblaming. Damit bist du als Opfer doppelt der Arsch!

    Leider ist die Scene unter sich auch nicht immer easy und kann verdammt toxisch sein. Es wird vor allem noch eher akzeptiert, wenn du als Frau queer bist, als als Mann. Richtig übel.

    Ich hoffe, deinem Sohn geht es den Umständen entsprechend okay und er lässt sich nicht unter kriegen!!!!!!


    Meine Erfahrung ist: Kinder werden von Ihem Umfeld geprägt. Das fängt zu Hause damit an, dass Sätze kommen wie "Du bist doch ein Junge, stell dich nicht so an." oder "Du bist ein Mädchen, musst du dich so dreckig machen?" . Dazu werden Kinder von Geburt an in Rollen gepresst: Pink, Einhorn und Glitzer für Mädchen, Jungs bekommen Dinos, Ritter und alles in blau. (so ziemliche jede Kinderklamottenabteilung in jedem größeren Kaufhaus!)

    Damit verinnerlichen Kinder: Pink ist eine Mädchenfarbe, blau ist eine Jungsfarbe. Da reicht schon der Satz von der Oma "Du bist doch kein Mädchen" ,wenn der Junior mit Einhornshirt ankommt. Im Kindergarten wird dieses Wissen oft noch verstärkt: Die Puppenecke ist für die Mädchen, die Bauecke für die Jungs.

    Und spätestens mit Eintritt in die Schule haben Kinder verinnerlicht: Alles, was NICHT meinem Geschlechtsstereotyp entspricht ist falsch, komisch und muss direkt angesprochen werden.

    Selbst, wenn Du versuchst dein Kind neutral zu erziehen (Alle Farben und Motive für alle Geschlechter) , irgendwann wird es vom Umfeld darauf hingewiesen, was "passend" oder "unpassend" ist. das mögen Großeltern sein, die auf Grund ihrer eigenen Erziehung/ihres Alters einfach so sind, das mögen Spielkamerad*innen sein, die es auf Grund ihrer Erziehung nicht anders wissen, das können Erzieher*innen sein, Lehrer*innen......


    Und damit will ich weder alle Kindergärten über einen Kamm scheren, noch alle Eltern! Was aber definitiv der Fall ist: Du hast es als Mädchen in "Jungsklamotten" oder mit kurzen Haaren definitiv leichter, als als Junge mit "Mädchenklamotten" oder langen Haaren.


    Diskriminierung findet noch immer auf vielen Ebenen statt: Hautfarbe, Sexualität, Herkunft...... aber es wird immer öfter angeprangert, sichtber gemacht und es tun sich Menschen zusammen um dagegen vorzugehen. Das gab es so sehr lange nicht. Es wird mit Vorurteilen aufgeräumt, mit Stigmatas und falschen Informationen. Dass die Gewalt gegenüber Minderheiten weiterhin besteht ist schlimm. Doch die Betroffenen bleiben nicht mehr still, es wird immer schwieriger solche Vorfälle unter den Teppich zu kehren und das ist es , was wichtig ist.

    I don´t suffer from insanitiy, i enjoy every minute of it8):evil: