Rechtsanspruch auf Ganztagesplatz Grundschule beschlossen

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  • Hurra. Der Bundestag hat heute das Recht auf einen Platz in einer Ganztagsgrundschule beschlossen. Das wird für Alleinerziehende prima sein.


    Aber: Die Sache hat einen Haken. Das Gesetz greift erst zum Sommer 2026.

    Und bevor jetzt jemand sagt, für ihn würde das ganz knapp noch reichen, der Bundestag hat beschlossen, dass es 26 mit der ersten Klasse los geht und dann jedes Jahr ein Jahrgang mehr dazu kommt.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Das RECHT finde ich angemessen. Wir leben in einer völlig anderen Gesellschaft als noch vor 20-30 Jahren.


    Wenn aus dem Recht jedoch eine Pflicht wird, sehe ich das kritisch.

    Verstehen kann man das Leben nur rückwärts, leben aber muss man es vorwärts.:strahlen

    (frei nach Sören Kieerkegard)

  • Als Mutter finde ich das gut. Wir waren aber auch im Genuss einer offenen Ganztagsschule und da hatte so gut wie jeder einen Platz für den Nachmittag.

    Als Erzieherin hoffe ich mal, dass da zeitgleich ein gutes Konzept zur Personalgewinnung entsteht.

    Sonst nützen die schönsten Rechtsansprüche nix.

  • Ich kann schon förmlich spüren, wie das die Geburtenrate nach oben treiben wird. 8)


    o.k. ernsthaft. Ich bin da sehr bei friday .

    „Unsere“ OGS ist einfach so schlecht gewesen (und ist es vom Hörensagen immer noch), daß ich mein Gold am Ende trotzdem nur bis 15:00 Uhr anmelden konnte…


    lg von overtherainbow

  • Unsere OGS hat meiner Biene sehr gefallen. Allerdings ist sie auch offen für vieles und (fast jeden). Wir hatten so manch Nachmittag, wo Kind sagte: Du bist zu früh.^^

    Gewuppt wurde das allerdings im Grundstock von ganz wenig Fachpersonal und von unglaublich vielen Honorarkräften auf Mini-Mini-Stundenbasis. Da waren schon echt viele Leute am Werk. Ich hatte da echt keinen Überblick mehr. Aber ich wurde ja auch nicht betreut:P... Aber ich fand es supernervig, dass ich mein Kind fast täglich suchen musste.

    Was ich aber richtig, richtig gelungen fand ist, dass die OGS mit sehr vielen Fremdanbietern kooperiert haben. Mit einer Künstlerin, Fußballclub, einer Tanzschule, einem Judoverein usw. Da gab es oft kostenlos oder für kleines Geld Kurse. Das fand ich richtig toll.

    Und jeder Lehrer in VZ hat ein Angebot pro Woche für die Kinder parat: Schach, Lego-AG usw.

    Das war schon eine tolle Sache.

    Ob das flächendeckend gelingt?

    Und mit etwas mehr Fachpersonal?

  • Prima.
    Damit ist das Steuersparmodell Ehegattensplitting nur wirklich ohne Daseinsberechtigung.

    Mit den Einsparungen könnte man die Betreuung dann finanzieren.

    ... der Kinder in der Ganztagsschule und der Ehepartner in Arbeitslosigkeit Zuhause und später bei Erkrankung im Pflegeheim ...

    Wenns denn reicht ...


    3,5 Milliarde soll die Ganztagsbetreuung übrigens kosten. Hoffen wir, für die Klassen 1-4 und nicht nur für die erste Klasse im ersten jahr.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Ganz ehrlich, das ist eigentlich eine totale Augenwischerei.

    In unserem hessischen Landkreis gibt es eigentlich keine Grundschule ohne Nachmittagsbetreuung, nennt sich Grundschule Profil 1.

    Wichtiger wäre es, eine durchgehende Betreuung, also auch für die Ferien, zu gewährleisten. Aber das betrifft ja dann nur den Landkreis/ Kommune.

    Bei uns gibt es lediglich "Ferienspiele" der Ortsjugendpflege, die tage- oder wochenweise stattfinden und dann zu 80% mit Zeiten 9 - 13 Uhr. Fragt man nach einer verlässlichen Kinderbetreuung, wird man an die Kinder- Tagespflege verwiesen. Dann hört es auf - denn die sind nur für die Kindergartenkinder zuständig, man muss die TaMu privat (!) bezahlen, wenn die das Kind überhaupt nimmt. Privat will diese meist den Mindestlohn von 9,80€. Das kann sich keiner leisten. Ich wollte meine Eltern eigentlich immer entlasten, aber bei den Kosten, konnte ich mir das, trotz gutem Verdienst nicht leisten.

  • In meiner Kommune ( NRW Ruhrgebiet) haben alle Kinder, die einen OGS Platz haben, auch Anspruch auf Ferienbetreuung ( Osterferien/ Herbstferien ganz oder halb je nach Wunsch, Sommerferien halb ) auch können Kinder schon vor ihrer Einschulung in die 2. Hälfte der Sommerferienbetreuung gehen.

    Die Gruppen werden ausschließlich von pädagogischen Fachkräften (Erzieher*innen) geleitet, unterstützt von Honorarkräften und externen Anbietern ( zb Sportbund usw)

    Ich kann nur hoffen, dass der Standard nicht runtergeschraubt wird, das Personal und Räumlichkeiten rechtzeitig am Start sind!

  • Die Ferienbetreuung ist auch mit eingeschlossen.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Die Frage ist ja auch immer, was ganztags heißt... Bei uns bedeutete ganztags 4 Tage die Woche bis 15.15 Uhr ^^.

    Da ist auf jeden Fall noch Luft nach oben, einen Vollzeitberuf bekommt man da auch ohne Wegezeiten nicht rein.

    Und Rechtsanspruch heißt ja auch nicht, dass mich sich darauf verlassen kann, einen Platz zu bekommen. Der Rechtsanspruch auf Betreuung ab dem ersten Geburtstag, heißt ja nicht, dass alle die wollen einen krippenplatz bekommen... Zumindest bei uns nicht.

    LG Campusmami



    Sonne muss von Innen scheinen :sonne


    Das Leben findet draußen statt :rainbow: .

  • Grundregel ist eigentlich, dass sich der KiTa-Platz stundenmäßig nach den Bedürfnissen der Eltern richtet. Bei Vollzeitarbeit mit 40 Stunden Regelarbeitszeit muss die örtliche Gemeinde KiTa-Betreuung bis zu 45 Stunden sicherstellen. So sehen es die Gerichte. Das ist mittlerweile eigentlich auch Standard in den Kommunen.

    Es besteht Rechtsanspruch, wenn man den Bedarf entsprechend nachweisen kann. Problem ist: Ich muss bereits die Arbeitsverpflichtung haben und dann das Kind ohne Unterbringung, um den sauberen Nachweis zu führen. Oder aber mit Einstieg in den KiGa. Und ich brauche eine schriftliche Absage, um den Widerspruch einlegen zu können. Letzter Weg wäre die Klage vor dem Verwaltungsgericht.


    Entstehen durch den fehlenden KiTa-Platz Verdienstausfall oder höhere Kosten durch Drittbetreuung (klassischerweise private KiTa), dann kann ich zivilrechtlich Schadenersatz einklagen. Der besteht laut BGH, wenn die Kommune "unsauber" gearbeitet hat: Klassischerweise ist das eine fehlerhafte Vorausberechnung der nötigen KiTa-Plätze ...

    Dazu kommt es in der Regel aber nicht mehr, weil das für die Kommunen ein teurer Spaß ist. Leider ist es oft für die anderen Betroffenen so: Wer sich "widerspenstig" zeigt, bekommt dann schnell einen Platz ...

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Also hier war Ganztag bis 17.00 Uhr, nur freitags bis 16.00 Uhr.

    Insgesamt musst man bei Anmeldung einwilligen, dass das Kind bis mind. 14.30 Uhr in der Schule verweilt. War für mich okay. Die müssen ja auch den Ablauf geregelt bekommen.


    Wenn das so wird wie beim Rechtsanspruch ab 1. Jahr...au weia. Na, hoffentlich halten da die Kommunen nicht auch einen Dornröschenschlaf. 8)

    Insgesamt finde ich den Beschluss aber richtig. Vielleicht hat man ja gelernt aus den Fehlern des Rechtsanspruchs ab dem ersten Lebensjahr, das ist immer noch alles anders als rund.

    Okay, ein Fan von diesem Rechtsanspruch war ich eh nie.

  • Unsere Kita hat von 7-16 Uhr geöffnet, aber VZ tauglich sind selbst diese Öffnungszeiten kaum. Ich hatte 6 Monate VZ gearbeitet und habe die Zeiten kaum halten können - Punkt 7 Uhr war meist noch nicht mal offen - dann auf Arbeit gehetzt 7:30 Uhr + 8,5 Std (30 Minuten Pause muss man machen) = 16 Uhr heim fahren. Ach Mist (!) Kita ist ja schon zu !


    Unsere Schule bietet immerhin Start der Schule um 7:45 Uhr und Ende der Betreuung 15:30 Uhr. Meist war Kind aber schon 15:15 Uhr Zuhause, da der letzte Bus um 15 Uhr an der Schule startet. Da ist auch nix mit mehr VZ Arbeit.


    Hier setzt man voraus, dass die Muttis nur TZ arbeiten, bzw. die Familie alles auffängt. Geht das nicht, Pech gehabt!

  • Da es ja nunmal aktuell (noch?) so ist, wie es ist, bedeutet das, wenn es denn dann auch nicht nur hohle Theorie ist, sicherlich eine Erleichterung für alle, die es betrifft. Aber ist das wirklich "ein Schritt in die richtige Richtung"? Ist das


    muss die örtliche Gemeinde KiTa-Betreuung bis zu 45 Stunden sicherstellen


    ein grundsätzlich erstrebenswertes Ziel? Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Klein- und Kleinstkinder, die 45 Stunden fremdbetreut sind... Wären da nicht andere Ansätze, die es Eltern möglich machen, ohne drohende Altersarmut länger zu Hause zu bleiben, viel erstrebenswerter?

    LG
    CoCo



    Halt mich fern von der Weisheit, die nicht weint, von der Philosophie, die nicht lacht, und von der Größe, die sich nicht vor Kindern verneigt.


    ~ Khalil Gibran ~





  • Es gibt gar nicht so wenige Eltern, die nicht arbeiten müssten, die das aber möchten. Die Gründe sind vielfältig.

    Grundsätzlich -so mein Gefühl- je verantwortungsvoller, höherwertiger (im Sinne von Gehalt), desto eher wollen ET auch wieder einsteigen. Fast alle Krippenkinder sind bei uns in der 45 -Stundenbetreuung. Gut dreiviertel werden im Anschluss von den Großeltern oder der Nanny abgeholt.

    Ich kann manchmal nicht glauben, wie viele Anfragen wir haben, die noch weit unter einem Jahr sind.


    Insgesamt glaube ich, dass wir in ein paar Jahren ewig lange Öffnungszeiten für alle haben, zu Lasten der Qualität.

    Inzwischen bin ich da echt immer relaxter.

    Ich sag auch heute schon ganz oft: Machen wir nicht, bieten wir nicht an, gibts nicht.

    Man kann nicht über 100 Kinder den ganzen Tag betreuen und noch jedes Laternenfest mitnehmen.

    Wir kürzen Veranstaltungen und dergleichen auf ein Minimum und damit sind wir auch nicht allein.

    Wenn diese Richtung weiter gegangen wird, dann sind wir irgendwann eh reine Verwahrungsanstalten.


    Ich glaube, man hätte erstmal eine ganze Reihe anderer Lecks erstmal reparieren sollen, bevor man neue Ideen produziert.

    z.B. gesicherter Unterricht, Fachkräfteoffensive, Personal für Inklusion usw.

  • Viele Eltern teilen sich das mit der KiTa: der eine holt, der andere bringt. Natürlich sind die Zeiten knapp, wenn man nicht quasi im Nachbargebäude von der KiTa arbeitet. Aber ob die politische Gemeinde jetzt nur Minimalzeiten anbietet oder deutlich breitere Zeiten über die gesetzliche Verpflichtung hinaus, das liegt dann auch ein bisschen an den Wahlbürgern. Tatsächlich ist es ja so, dass in einer Reihe Kommunen ein zeitlich breites Angebot besteht. Frage ist ob, ob es für die Nachfrage reicht. Auf jeden Fall ist es deutlich besser als vor einigen Jahren. Meine Kids hatte ich parallel in zwei verschiedenen KiTas, um überhaupt unterzukommen. Nur zehn Minuten Fahrzeit auseinander ;(Grundschule ging bis 1 Uhr, höchstens. Eine Betreuung vor Unterricht ("Morgen Schule erst ab der dritten Stunde wegen irgendwas", war eine der Lieblingsnachrichten) und nach Unterricht haben wir Eltern selbst organisieren müssen, einen eigenen e.V. gegründet, Räume angemietet, Mitarbeiter eingestellt ... Da waren die WEs mit Verwaltung gefüllt ...


    Ob das erstrebenswert ist? Meine Ex hat halt keinen Unterhalt gezahlt und hätte Umgang verweigert, wenn ich es eingeklagt oder Unterhaltsvorschuss beantragt hätte. Aber ich konnte stundenweise Homeoffice machen und habe zusätzlich gearbeitet, wenn die Kids bei der Mutter waren. Schön ist das nicht. Aber die Alternative wäre Arbeitslosigkeit gewesen und Sozialhilfe. Da wählt man denn die Pest (für sich) und nicht Cholera (für die Kids). Mit dem Background finde ich, dass sich in den letzten 25 Jahren immens viel getan hat. Gold ist das nicht, sollte eigentlich selbstverständlich sein - aber es ist 1000mal besser als früher. Und es wird weiter besser.


    Doch hätte ich es mir aussuchen können, dann hätte ich mir einen Job gesucht, in dem ich nur so viele Stunden arbeiten muss, um die familie zu ernähren - den Rest wäre ich für die Kinder dagewesen. Das macht aber vielen Eltern auch keinen Spaß. Denn Arbeit ist oft wesentlich einfacher als "Kinderkümmern", befürchte ist.

    Schön wäre es, wenn man es selbst entscheiden könnte. Kann man nur meist nicht ...

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Mein Hort hatte von 7 bis 19:00 Uhr geöffnet.

    Die Möglichkeit mit 1 oder 1,5 Einkommen zu leben, inklusive mal in den Urlaub fahren habe ich auch anders in Erinnerung.

    1000 mal besser kann ich jetzt nicht wirklich erkennen.

    Die 45 Stunden machen eine VZ Tätigkeit nicht möglich.

  • Ich denke auch, dass die Lösung der Problematik nicht nur die Betreuung ist, sondern wir uns vielleicht dahin bewegen könnten, dass 35 Stunden oder gerne auch 32 Stunden das neue Vollzeit wäre.


    Es gibt nicht nur Untersuchungen, die bestätigen, dass Teilzeitkräfte effektiver arbeiten sondern auch Firmen, die das ausprobieren.

    LG Campusmami



    Sonne muss von Innen scheinen :sonne


    Das Leben findet draußen statt :rainbow: .