Zukünftig Anspruch auf 60 Kinderkrankentage

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  • Bei uns würde dann ein Gespräch geführt werden, was brauchst du? Was kannst du abgeben? Was kannst nicht geschoben werden? Was kannst du streichen? Brauchst du Hilfe beim Priorisieren?


    Dann gibt man beispielsweise an, so lang die Kita zu ist brauche ich zwei Tage die Woche frei. Und x, y, z, kann ich nicht erledigen. Dann kann die Chefin schauen, wen sie mit Mehrarbeit (selbstverständlich bezahlte Mehrarbeit) beglücken kann. Oder sich überlegen, ob es einfach ersatzlos gestrichen wird. Sie sagt: wir können nicht so arbeiten als gäbe es keine Pandemie und das ist auch in Ordnung

    Optimal!


    Und ich glaube, dass bei uns die kindkrank Tage nicht höher sind als dort, wo Leute sich nicht trauen die zu nehmen. Allerdings mit einem anderen Feeling.

    Feeling hin oder her, "anderswo" werden die Kinderkranktage also ganz genauso genommen wie in Eurem Vorzeige-Betrieb.


    Läuft doch. Wir müssen also nur noch das schlechte Gewissen abstellen.

  • Dann kann die Chefin schauen, wen sie mit Mehrarbeit (selbstverständlich bezahlte Mehrarbeit) beglücken kann. Oder sich überlegen, ob es einfach ersatzlos gestrichen wird. Sie sagt: wir können nicht so arbeiten als gäbe es keine Pandemie und das ist auch in Ordnung.

    Realität im 10 Mann Betrieb hier sieht so aus: Es laufen monatlich Fristen, die müssen bedient werden. Jahresfristen. Da ändert der Gesetzgeber nichts trotz Pandemie. Wir müssen also so arbeiten als wäre keine Pandemie. Und diese ganzen Hilfen für die Wirtschaft, Kurzarbeitergeld etc. beantragen wir on top.


    Wenn dann einer ausfällt, egal warum, ist das die Katastrophe für die anderen bzw. auch für einen selbst, weil dann weniger Zeit ist für die Bearbeitung. Mehrarbeit bezahlt? Kannst du abbummeln... nur wann?

  • Mehrarbeit bezahlt? Kannst du abbummeln... nur wann?

    So sieht es hier auch aus.

    Und wenn man diesen Thread liest, versteht man warum sich das gesellschaftliche Verständnis für Carearbeit und deren Wertigkeit so schnell nicht ändert. Ich wage mal die These, dass viele Arbeitergeber schon weiter sind, als die Unvereinbarkeitsmythen, die hier so zu finden sind.

    Naja, Wertschätzung für Carearbeit und vor allem Verständnis für Väter und Mütter und das zugeben davon, dass es eine enorme Belastung ist die fehlenden Kollegen hier mit abzufedern, schließt sich ja nicht aus.

    Unvereinbarkeitsmythen denke ich mir sicher nicht aus, die Belastung ist real.

    Und klar, ist das super, wenn Eltern "aus dem Schneider" sind und es einen Fallschirm gibt. Ich bin seit Geburt mit Tochter ohne kümmernden zweiten ET. Ich kenne die Probleme Betreuung zu stemmen nur zu gut.

    Ich rede auch nicht gegen die Kinderkrankentage, nur gegen die Konsequenzen für die Arbeitnehmer vor Ort.

    Ich finde das großartig, wie euer Betrieb das wuppt, aber das ist doch nicht allgemeingültig und für viele AG und AN gar nicht zu leisten. Hier gäbe es nur zwei Möglichkeiten: Der AG stellt Ersatz zur Verfügung (den er nicht hat) oder wir schließen Gruppen. Ich tendiere schon zu der Schließung von Gruppen. Ist dann halt so. Mal schauen, wie der AG das so findet:D

  • Tatsächlich haben Alleinerziehende bei mehreren berechtigten Kindern Anspruch auf 130 Kinderkranktage, Quelle.

    Mit ein paar eigenen Kranktagen und Urlaub bleibt da faktisch nichts mehr an Arbeitszeit übrig. Ist das wirklich zu Ende gedacht?



    Spannend finde ich aber die Aussicht auf eine echte Nagelprobe.


    Nach aktueller Sonntagsfrage haben wir ja demnächst mit Annalena Baerbock eine Bundeskanzlerin die genau dieses Thema phantastisch "gesellschaftsfähig" machen könnte. Sie hat zwei Kinder im kinderkrank-fähigen Alter, der Vater der Kinder ist ebenfalls berufstätig und im Wahlprogrammentwurf der Grünen wird, natürlich, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als Ziel gesetzt.


    Das wäre doch ein Ding: "Die Bundeskanzlerin nimmt heute nicht an der Bund-Länder-Konferenz teil, sie muss ihre Tochter betreuen."

  • Das wäre doch ein Ding: "Die Bundeskanzlerin nimmt heute nicht an der Bund-Länder-Konferenz teil, sie muss ihre Tochter betreuen."

    Oh nein, dann würde die Welt aufhören sich zu drehen und dieses wunderbare Gremium würde zu noch schlechteren Ergebnissen kommmen8|.

    Spaß beiseite... Ich glaube, da gäbe es andere Lösungen, der andere Elternteil wäre tatsächlich die naheliegendste. Aber selbst wenn, würde ich mich da locker machen... Mit einem unbetreuten Kind im Hintergrund wäre das Gremium ja schon mal etwas näher an der Lebensrealität von vielen Menschen, für die die Entscheidungen tatsächlich folgen haben.

    LG Campusmami



    Sonne muss von Innen scheinen :sonne


    Das Leben findet draußen statt :rainbow: .

  • Also ich finde die Regelung mit den zusätzlichen Kinderkrankentagen zwecks Kinderbetreuung im Homeschooling grundsätzlich total daneben.


    Ich habe sie auch gar nicht genutzt. Kenne zwei Leute, die völlig erschöpft jeweils eine Woche genommen und dann ohne Ende geflucht haben.


    Denn - man bekommt in Summe weniger Geld. Und ich sehe nicht ein, warum ich auch noch finanziell bestraft werden muss, weil man mich durch Homeschooling am Arbeiten auch noch vorsätzlich hindert, weil man mir meine sonst immer perfekt organisierte Kinderbetreuung völlig über den Haufen geworfen hat. Aus welchen Gründen ist irrelevant. Fakt ist, ich habe es mir nicht ausgesucht.


    Deshalb - Zähne zusammenbeißen und durch. Wenn es gar nicht mehr geht, dann melde ICH mich selbst krank, was in so einer Ausnahmesituation mehr als gerechtfertigt ist. Allerdings war ich im gesamten letzten Jahr nur eine Woche krank.

    Ansonsten - Kind in die Notbetreuung ganztags, darf man ja als AE glaube ich überall, und ich zur Arbeit.