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  • ich weiß nicht mehr weiter

    ich habe schon seit längere Zeit Veränderungen bei meiner 14 Jähriger Tochter festgestellt.
    Plötzlich wollte sie kein Schweinefleisch mehr und viele andere Veränderungen. Wie zum Beispiel welche arabischen Länder mit wem verbündet sind und all soche Dinge
    Und im Handy habe ich sehen , dass sie sich viel über islam informiert usw video angeguckt hat wie man islamisch betet
    Heute im streit hat sie mir gestanden , dass sie sich zum Islam hingezogen fühlt.
    Ich weiß , dass sie viel am handy macht in der Richtung und bin mir sicher , dass auch vieles durch das handy kommt

    Als beste Freundinnen hat sie seit ca einem Jahr 2 türkische Freundinnen.

    Ich weiß nicht was ich machen soll?

    Bin mit meinem Raat am Ende

  • Grundsätzlich ist ja an dem Islam nicht zwangsweise etwas auszusetzen aber vielleicht ein offenes Gespräch suchen und nach ihren Beweggründen fragen vielleicht kannst du sie dann besser verstehen und dich da etwas öffnen dem Thema gegenüber.

  • Naja, der Islam ist uns zwar vielleicht fremd, aber ja erstmal an sich nichts Verwerfliches. Es herrscht Religionsfreiheit und das ist auch gut so.


    Ich denke, dass Du aber eher befürchtest, dass sie in eine islamistische Ecke abrutscht. Richtig?


    Um das raus zu finden: Könnt Ihr noch miteinander reden? Kannst Du sie einfach mal wertfrei fragen, was ihr am Islam gefällt? Ihre Freundinnen einladen und mit ihnen sprechen, wie bei denen der Islam gelebt wird? Wirklich nur fragen, Interesse zeigen, gar keine große eigene Meinung zum Besten geben. Ich glaube, in Kontakt zu bleiben, ist wichtig.


    In ihrem Alter hat das sicher ganz viel mit Abgrenzung zu tun, insofern ist das normal. Wenn Du es schaffst, damit erstmal lässig (ohne es zu ignorieren) umzugehen, ist das vielleicht bald gar nicht mehr so spannend...


    Falls aber der Islamismus um die Ecke schaut, gibt es dafür Beratungsstellen, wie man damit umgehen kann. Ich kenne jetzt keine, kann aber gern mal googeln, vielleicht weiß auch ein anderes Forenmitglied da Näheres.


    Halt die Ohren steif!

  • Hallo MarcoDo,


    schön, mal wieder von dir zu lesen.

    Dass Teenager sich auf die "Sinnsuche" machen, ist eine typische Sache und grundsätzlich ja eigentlich gut. Trotzdem bekommt man vielleicht schnell Kopfkino beim Islam, weil man an einen fundamentalistischen Islam denkt, die Abwerbeversuche noch aus der Fernsehberichterstattung kennt, wo Jugendliche nach Syrien gezogen sind oder in den Irak. Und voll sind die Zeitungen derzeit von Berichten über IS-Rückkehrerinnen.

    Hast Du denn einen dieser Punkte oder andere als konkrete Sorge? Befürchtest du, den Kontakt zur Tochter zu verlieren oder verloren zu haben? Oder gibt es noch andere Brennpunkte bei Euch und ist die oder eine Religion die Suche nach etwas, was Tochterkind familiär vermissen könnte?

    Das sind Fragen, die ich mir in vergleichbarer Situation gestellt habe und die du irgendwie anpacken oder wegpacken solltest. (Jedenfalls sollten sie und andere nicht undurchdacht im Raume stehen für dich)


    Ansonsten bin ich immer gut gefahren, offen nachzufragen, Alternativkontakte herzustellen (es gibt viele ganz unterschiedliche Gemeinden und Glaubensausprägungen im Islam), Lesestoff beizuschaffen (es gibt manche "starke fromme islamische Frauen", die eine Autobiografie geschrieben haben u.ä.) Wobei es grundsätzlich so sein wird, dass man als Elter einer 14-Jährigen eben nicht mehr deren Ansprechpartner und Welterklärer ist. Signalisieren solltest du aber das Grundvertrauen, das du in sie hast. (Das wäre grundsätzlich wichtig, losgelöst von einer Islamfrage ...).

    Soweit erst einmal ein "Rundumschlag". Vielleicht passt etwas in Deine sicherlich gerade sehr emotional geprägte Situation.

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Hallo MarcoDo,

    ich schließe mich Volleybap gern an und möchte das Gesagte unterstreichen. Es gibt sehr unterschiedliche Richtungen im Islam, genau wie im Christentum, dass deine Tochter über türkische Freundinnen an eine gefährliche Strömung gerät, muss jetzt nicht zwingend sein. Teenager sind ja spirituell oft Suchende, wenden sich Angeboten zu, die andere sind als die der Eltern. Frag sie doch einfach mal neugierig und interessiert, was sie da spannend findet, was ihr diese Religion gibt. Und parallel kannst du dich selbst informieren und dich vielleicht auch mit Muslimen in deiner Umgebung austauschen, bei der örtlichen Türkischen Moschee fragen etc. (Als Atheistin würde es mich vermutlich genauso "erschrecken", wenn mein Kind plötzlich zur nächsten Baptistengemeinde liefe, aber es hilft doch als Eltern nur aufrichtig sein, offen sein, interessiert am Kind und seinem Leben, selbst Kritik annehmen können und die Bindung halten.


    Ich geb dir hier noch ein paar Stichworte zum Googlen, die nutze ich auch gern. Schau mal bei der Alhambra-Gesellschaft, das ist ein Verein von progressiven deutschen Muslimen*as, die auch interessante Blogartikel und Bildungsangebote haben. Viele Infos über Dtl. hinaus findest du bei qantara, einer Infoseite zu Weltpolitik und Islam mit fundierten wissenschaftlichen Artikeln. Und bei ufuq.de kannst du auch viele Infos bekommen.


    Und nicht vergessen: Dein "Dönermann" ist höchstwahrscheinlich auch Muslim, findest du den gefährlich? ;) Der mediale Fokus liegt so sehr auf islamistischen Terroristen, dass das die Wahrnehmung beeinflusst und wir vergessen, dass unsere muslimischen Nachbarn, Friseurinnen, Automechaniker, Lehrerinnen, Bankberater und Fußballkumpels genauso gläubig oder eben nicht sind wie die christlichen. (Nein, ich will hier nix schönreden oder relativieren, es hilft nur uns allen nicht, wenn wir irgendwann glauben, dass jede türkisch-deutsche Nachbarin Islamistin sein könnte.)