Bin grade verzweifelt

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  • Hallo,


    Ich bin ja schon länger hier und meist nur Stille Leserin. Aber nun brennt es mir in meiner Seele, mir fällt es allgemein schwer über solche Dinge zu schreiben, ich versuchs einfach.


    Meine Tochter ist mittlerweile 8 Jahre alt und wir haben schon einige schlimme Trennungen erlebt aber diesmal reißt es mir meine Welt ein und ich weiß nicht weiter. Ich esse kaum, schlafe nicht und bin nur am weinen und durchdrehen und ich habe auch keine Kraft meine Tochter so aufzufangen wie ich es müsste.


    Seit fast 1,5 Jahren hatte ich eine Beziehung, war rundum glücklich, er war der Mann mit dem ich alt werden wollte. Mit den Kindern (er hat 2) hat es meiner Meinung nach gut geklappt. Wir wollten demnächst zusammen ziehen. Kurz um ein glückliches Daseins.


    Seit ein paar Wochen hatte ich bemerkt, dass er etwas anders sich verhält, trotzdem hat er mir immer das Gefühl gegeben, alles ist gut, er liebt mich nach wie vor. Vor ein paar Tagen eröffnete er mir dann, dass er Gefühle für seine Exfrau wieder entdeckt hat und seinen Kindern zuliebe zurück gehen möchte. Ich war wie in trance, hab alles versucht was man in so einer Situation versucht... 2 Tage später holte er alle Sachen ab, nahm mich noch in den Arm und sagte dass es ihm leid täte und war weg.... Seit dem nix mehr von ihm.

    Ich bin so fertig, ich weiß nicht weiter, ich.... Keine Ahnung ;(


    Hilfe von Familie nicht wirklich da, da weit weg und nicht das beste Verhältnis. Freunde ja wenige aber zeitlich viel eingebunden.


    Wie komm ich da raus?

  • Hilfe von Familie nicht wirklich da, da weit weg und nicht das beste Verhältnis. Freunde ja wenige aber zeitlich viel eingebunden.

    Hast Du eine Freundin, die sich für Dich Zeit nehmen würde? Auch wenn viele zeitlich viel eingebunden sind ... wenn etwas wichtig ist, dann fällt es leichter, sich dafür Zeit zu nehmen. Ja, es ist schwer, jetzt Abschied zu nehmen, wenn alles, was Ihr gemeinsam erlebt und aufgebaut habt, nun zusammelfällt wie ein Kartenhaus ...


    Mir würde, glaube ich, helfen, mal aufzuschreiben, was denn in der Rückschau das Positive war - die schönen, glücklichen Momente, welche Ihr gemeinsam erlebt habt. Vielleicht gelingt es Dir ja auf diesem Weg, Dir das Positive zu bewahren und Frieden schließen zu können mit dieser Trennung, die Du nicht gewollt hast.


    Was ist es, was Dir helfen könnte, stark und zufrieden zu sein? Hast Du vielleicht Hobbies, welche Dir Freude machen? Was kann Dir helfen, mit freundlichen Augen nach vorne zu schauen?

    A smile a day sweeps the sorrows away

  • Danke für die Antwort.

    Meine Freundin nimmt sich viel Zeit um mit mir wenigstens zu telefonieren. Aber es hilft grade nichts wirklich.


    Wenn ich mir die ganzen schönen Zeiten und Dinge aufschreiben, so fällt es mit noch schwerer und es tut so furchtbar weh und ich versteh es einfach nicht.


    Hobbys, wenn wir für uns Zeit alleine hätten, haben wir gemeinsam gemacht ;(

  • Oder du schreibst dir mal eine Liste mit den Vorteilen und Nachteilen eurer Beziehung auf. Das habe ich gestern auch mal gemacht, obwohl ich mich vor einem halben Jahr von meinem jetzt Ex-Freund getrennt hatte. Da bei mir die Nachteile überwogen haben, erkenne ich wieder einmal, dass es richtig war, dass ich mich getrennt habe. Zusätzlich habe ich eine Art "Brief" an Ex-Freund geschickt, den ich aber zum Glück nicht abgeschickt habe. Sonst hätte das Ex-Freund als Interesse oder so aufgefasst. Vielleicht hilft es dir ja, eine Art "Brief" zu schreiben, dir alles von der Seele zu schreiben, ohne diesen eben abzuschicken? Einfach nur für dich.

    "Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar" (Antoine de Saint-Exupéry)

  • Wenn ich mir die ganzen schönen Zeiten und Dinge aufschreiben, so fällt es mit noch schwerer und es tut so furchtbar weh und ich versteh es einfach nicht.

    Ich glaube, ich verstehe, was Du meinst. Nun, so ist jeder verschieden - mir hat es immer geholfen, mich an die schönen gemeinsamen Dinge zu erinnern. Aber vielleicht muss auch der Schmerz erst einmal raus (da bist Du ja gerade dran) - und es ist schwer, damit zu leben, "es" einfach nicht verstehen zu können. Warum er sich wieder seiner Frau zugewendet hat und Dich damit verlassen. Aber ich denke, es ist wichtig, dass Du jetzt auch emotional damit abschließen kannst, um wieder Deine eigene Mitte zu finden, aus Dir selbst heraus glücklich und zufrieden zu sein. Vielleicht magst Du Dir jeden Tag etwas im Herzen bewahren, was schön und aufbauend war für Dich? Dir jeden Tag bewusst Zeit für etwas Gutes und Schönes nehmen? Ein bisschen Seelenhygiene betreiben?

    A smile a day sweeps the sorrows away

  • Oder du schreibst dir mal eine Liste mit den Vorteilen und Nachteilen eurer Beziehung auf. Das habe ich gestern auch mal gemacht, obwohl ich mich vor einem halben Jahr von meinem jetzt Ex-Freund getrennt hatte.

    Das kann m. E. gut für denjenigen funktionieren, der eine Beziehung beendet. Aber für die TS kam das alles ja aus heiterem Himmel - ohne jede Chance, das begreifen zu können. Die wahren Gründe, warum ihr Freund zurückgegangen ist, wird sie nie erfahren. Aber die Idee mit dem Brief gefällt mir - als Möglichkeit, sich allen Frust, alle Wut und alles Unverständnis von der Seele zu schreiben.

    A smile a day sweeps the sorrows away

  • Es fällt so unheimlich schwer. Mir fällt fast nichts ein, was ich an ihm nicht gut und schön fand.

    Es sehr grade nichts schönes, alles ist dunkel. Ich Dreh hier in der Wohnung durch. Jetzt hab ich auch noch Urlaub, es war anders geplant und nun sitz ich mit Kind alleine da und bekomm grade nur das notwendigste hin. Ich zitter am ganzen Körper, mein Kreislauf ist langsam am Boden und jeder Gedanken gehört ihm... Wo ist er, was macht er, wann war er online... Aber ich bin es nicht die er schreibt;(

    Ich wache nachts schweißgebadet auf und hoffe es war ein Alptraum.

    Mit nunmehr fast 40 Jahren ist mein Leben wieder völlig zerstört.


    Mit dem Brief werde ich mal versuchen. Danke

  • Das finde ich super, dass du es mit dem Brief versuchen möchtest für dich selbst. Dann kannst du dir alles von der Seele schreiben, alles aufschreiben, was du gerade an Gedanken hast und hoffentlich hilft es dir besser, irgendwann damit abschließen zu können. Irgendwann wirst auch Du dem Richtigen begegnen. Davon bin ich überzeugt.

    "Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar" (Antoine de Saint-Exupéry)

  • Mir kommt die Geschichte komisch vor. Anderthalb Jahre hat er das Leben mit dir genossen; nur mit dir? und jetzt, ganz plötzlich ist alles vorbei. Glaubst du, dass es während eurer beide gemeinsamer Zeit zwischen ihm und seiner "Ex" auch alles vorbei war?

    Vielleicht kannst du versuchen ganz sachlich seine Beziehung zu seiner "Ex" und zu dir anzuschauen.

    Wie kam es dazu, dass er sich damals trennte, trotz gemeinsamer Kinder.

    Hatte er die Beziehung jemals wirklich beendet und abgeschlossen.

    Wie kam es dazu, dass er mit dir eine Beziehung anfangen wollte.

    Vielleicht kommt er bei genauerem Hinsehen nicht mehr ganz so gut weg, und vielleicht hilft dir das ein wenig das Gefühl zu überwinden, du hättest gerade den großen Lottogewinn verloren. Vielleicht, ganz provokant gesprochen, hat er sich mit dir einfach Die Zeit ein wenig versüßt, die er oder seine "Ex" brauchte.

    Ach die Liebe hat's so eilig, nur die Feindschaft wird nie langweilig ... (Rio Reiser)

  • Es tut mir leid das es dir so schlecht geht. Vielleicht solltest du ne Art Flaschenpost schreiben wo du wirklich alles rein schreibst was dir auf dem Herzen liegt und dann auch los schicken auf einem Fluss ...

    gegen Liebeskummer gibts ja nicht wirklich ein Rezept leider. Deine Tochter braucht dich also achte auf dich gut.
    das eine einer Beziehung ist schlimm und traurig vorallem wenn man so überrumpelt wird, aber dein Leben liegt nicht in Scherben, es geht für dich und dein Kind ganz sicher gut weiter - lass den Schmerz zu er wird weniger aber es braucht Zeit

    Die meisten Menschen sind so glücklich, wie sie es sich selbst vorgenommen haben.
    Abraham Lincoln

  • Ich hab es damals, in meinem tiefsten Loch, so gemacht, dass ich mich gezwungen habe, mindestens drei Dinge aufzuschreiben, die an diesem, heutigen Tage gut waren. Und wenn sie nur noch so klein waren. Z.B., wie schön warm die Sonne sich auf dem Gesicht angefühlt hat. Oder eine Gelegenheit, bei der ich mit meiner Tochter zusammen gelacht habe. Oder dass jemand Fremdes mich angelächelt hat. Wie hübsch ein Schmetterling aussah, der auf einer Blume saß. Und wenn ich dann Momente hatte, wo ich das Gefühl hatte, all das Dunkle erdrückt mich, hab ich das gelesen, was ich aufgeschrieben habe, und mich so daran erinnert, dass es auch schöne Sachen gibt, für die es sich zu leben lohnt. Mir hat das echt geholfen mich - frei nach Münchhausen - selbst an den Haaren aus dem Sumpf zu ziehen. Und, wenn es gar nicht mehr geht, such dir professionelle Hilfe. Das ist nichts, wofür du dich schämen musst.

    Man sitzt insgesamt viel zu wenig am Meer...

  • Das ist auch das, worüber ich die ganze Zeit grübel. Er hatte sich damals von seiner Exfrau getrennt. Da gab es einige Gründe dafür. Wir haben uns dann später ineinander verliebt. Für mich gab es nie ein Anzeichen, dass da noch was war oder lief. Was ihm schon immer beschäftigt hat waren seine Kinder. Angeblich hätten diese die Trennung nie verkraftet. Wenn wir alle 5 zusammen waren, machten sie einen glücklichen Eindruck.

    Ich habe ihm immer viel Zeit für seine Kinder gelassen, weil ich das wüsste. Er sagte auchh manchmal, dass es ihm bezüglich seiner Kinder schwer fällt, da er mehr Zeit mit mir und meiner Tochter verbrachte. Aber ein wirkliches Anzeichen, dass es so kommt, find ich nicht.


    Wegen der Kinder hatte er immer Kontakt weiter zur Ex.... Zur Trennung sagte er, er habe sich dort wieder wohl gefühlt und konnte wieder normal mit ihr reden und alles und habe so wieder Gefühle entwickelt.... Alles soweit normal, da man eben keinen gemeinsamen Alltag mehr lebt, ich verstehe mich mit Kindsvater auch gut.

    Aber was ich nicht verstehe, dass er mir die ganze Zeit gezeigt und gesagt hat, wie sehr er mich liebt :(

  • Ich hab es damals, in meinem tiefsten Loch, so gemacht, dass ich mich gezwungen habe, mindestens drei Dinge aufzuschreiben, die an diesem, heutigen Tage gut waren. Und wenn sie nur noch so klein waren. Z.B., wie schön warm die Sonne sich auf dem Gesicht angefühlt hat. Oder eine Gelegenheit, bei der ich mit meiner Tochter zusammen gelacht habe. Oder dass jemand Fremdes mich angelächelt hat. Wie hübsch ein Schmetterling aussah, der auf einer Blume saß. Und wenn ich dann Momente hatte, wo ich das Gefühl hatte, all das Dunkle erdrückt mich, hab ich das gelesen, was ich aufgeschrieben habe, und mich so daran erinnert, dass es auch schöne Sachen gibt, für die es sich zu leben lohnt. Mir hat das echt geholfen mich - frei nach Münchhausen - selbst an den Haaren aus dem Sumpf zu ziehen. Und, wenn es gar nicht mehr geht, such dir professionelle Hilfe. Das ist nichts, wofür du dich schämen musst.

    Danke ich werde es versuchen, es ist nur so schwer und ich hab Angst es nicht zu packen

  • Danke ich werde es versuchen, es ist nur so schwer und ich hab Angst es nicht zu packen

    Ich weiß, wie gesagt, ich war auch da. Mach kleine Schritte, erwarte nicht zu viel von dir. Und wenn du mal weinen musst, ist das ok, du kannst nicht permanent nur stark sein.

    Man sitzt insgesamt viel zu wenig am Meer...

  • Aber was ich nicht verstehe,

    ... ich bin mir nicht sicher, ob es Dir helfen würde, das Ganze über den Verstand zu klären. Ich kann mir vorstellen, dass Deine Gefühle eher zur Ruhe kommen müssen und Du Deine innere MItte wieder finden musst. Darauf, so finde ich, solltest Du Dich eher konzentrieren - das, was an jedem Tag Grund zur Freude ist - die Idee, das aufzuschreiben, um es später nachlesen zu können, finde ich gut. Alles Gute Dir!

    A smile a day sweeps the sorrows away

  • Ich drück dich erstmal!

    Als mein Kartenhaus damals zerstört wurde, innerhalb von fünf Minuten, konnte ich auch nichts mehr begreifen. Allein mit zwei Kleinkindern von jetzt auf sofort. Nur geheult, nix gegessen, gerade so die Kinder versorgt. Nach einem langen Wochenende habe ich beim Arzt gesessen, gesagt ich muss für die Kids funktionieren. Ich habe dann Tabletten genommen, Teufelszeug, aber die haben funktionieren lassen. Dann habe ich Hilfe bekommen. Das hat mich damals gerettet und das hätte auch niemand aus dem Freundeskreis leisten können. Die waren damit auch überfordert und ich hätte auch niemals alles so sagen können wie einem externen, von dem klar ist, das er schweigt.

    Das kann und darf man sich nehmen.


    Viel Kraft für dich!

  • Hallo Krümellena,


    ich finde die Idee mit der professionellen Unterstützung auch gut. :)

    Hilfe von außen hat für mich auch immer Freiheit bedeutet. Bei einer Freundin nehme ich auch Rücksicht darauf wie es ihr geht und wie sie mit meiner Situation umgehen kann.

    Und das bedeutet ja nicht, dass man mit den privaten Menschen nicht mehr sprechen darf, wenn man zusätzlich jemand extern mit ins Boot nimmt.

    Hausarzt war schon mal gut bei mir, eine psychologische Unterstützung zu finden hat etwas gedauert, darum einfach jetzt anfangen. Dazu gibt es hier in der Stadt auch noch psychologische Krisenintervention.


    Natürlich kann niemand Deine Gefühle wegzaubern. Und falsche Gefühle gibt es ja nun mal nicht.

    Aber es kann helfen die eigene Wahrnehmung in die Richtung zu lenken, die man vielleicht bisher übersehen hat.


    LG von overtherainbow

  • Danke, es ist wohl nur nicht so einfach schnell einen guten Therapeuten zu finden und Termin zu bekommen. Und wie ich das dann zeitlich mit Arbeit und Kind hinbekommen soll, weiß ich auch nicht. Jetzt aufgrund Urlaub bin ich zu Hause und es fühlt sich gar nicht gut an.... Es war anders geplant und nun sitz ich hier alleine und denke ich falle in ein immer größeres Loch :(

  • Es kam für dich wie aus heiterem Himmel..ein Schock..



    Ich glaube Caritas oder Diakonie bieten auch Beratungsstd. an, vielleicht zur Überbrückung, jemand zum Reden bis du einen Therapeuten gefunden hast.

    Frag mal deinen Hausarzt , ob er dir bei der Suche helfen kann, gibt es nicht bei der Kassenärztlichen Vereinigung eine "Seite" wo alle Psychologen/Therapeuten deiner Stadt aufgelistet sind, die freie Termine haben?


    Ganz viel an die frische Luft gehen, rumlaufen, Anspannung minimieren,.....hilft natürlich nur ein Kltzekleines bisschen, aber du sitzt nicht Zuhause


    und hier immer wieder schreiben, wenn es dir hilft