Pubi schläft Auswärts-Vertrauensfragen

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  • Ich muss mal wieder aus dem Erfahrungsschatz von euch profitieren.


    Die Große möchte gerne auswärts schlafen. Eigentlich kein Problem, wäre da nicht das eine Mal gewesen, wo sie die ganze Nacht unterwegs war und es nur aufgeflogen ist, weil ihr das Bahnticket aus der Tasche gefallen ist...das ist ein dreiviertel Jahr her und schwebt immer im Hinterkopf...das Mädel ist 14...


    Seitdem durfte sie zweimal woanders übernachten, einmal gab es einen spontanen Anruf von Papa, ob sie tatsächlich da ist, wo sie vorgibt zu sein. Eine wirkliche Kontrolle haben wir da natürlich nicht und wollen wir eigentlich auch nicht...


    Gestern kam dann eine erneute Anfrage auf Übernachtung bei einer Freundin. Mit dem Nachsatz, dass sie aber in der Wohnung des Onkels (mitten in der Stadt) schlafen würde, da die Gastgeberin wohl dort Pflanzen gießen muss, da der Onkel im Urlaub ist...das konnten wir ihr verständlicherweise nicht erlauben. Wir haben ihr auch erklärt, dass wir gerne möchten, dass ein Elternteil der Gastgeberin anwesend ist und dort ein Auge drauf hat. Wenn es ihr hilft, könnten auch alle Freunde zu uns kommen und hier übernachten, ist ja so auch schon geschehen...das wurde erstmal abgelehnt und dabei rutschte ein, es ginge ja nicht um das übernachten, raus.


    In Zusammenhang mit dem Anruf der Mutter, dass sie wohl in einem Chat/Forum gelesen hat, dass die Große nach Kontakten zum Marihuana kaufen gefragt haben soll (wir haben da keinen Nachweis gesehen) und dem uns bekannten heimlichen Rauchen, ist natürlich das Vertrauen auf eine harte Probe gestellt. Auch für die Zukunft...wir können uns nie sicher sein, ob sie jetzt, nachdem sie offen und ehrlich gesagt hat, dass sie ohne Erwachsene in einer fremden Wohnung schlafen wollen, uns so etwas je wieder verraten wird. Immerhin scheitert ihr Vorhaben ja jetzt an unserer Erlaubnis...


    Der Papa hat sehr lange, sehr offen mit ihr geredet...versucht ihr eine Vertrauensebene ohne Angst vor Bestrafung zu bieten...aber ich bin ehrlich ein Zweifel bleibt...wir wollen Sie ja nicht einsperren oder es für immer verbieten...


    Habt ihr einen Rat, wie man sich in so einer Situation verhalten sollte?

  • Was ist denn die konkrete Sorge? Wovor habt ihr Angst, es könnte passieren?


    Nebuloese Ängste kann man nicht bekämpfen. Und Teenies können mit allgemeinen Aussagen wenig anfangen. Wenn ich für mich meine Ängste konkretisiert habe, fiel mir die Beurteilung immer wesentlich einfacher. (Dass etwas passieren kann, ist wesentlich einfacher für mich einzuschätzen gewesen, wenn ich es zum Beispiel zerlegt habe in die Puzzlestuecke Alkohol, Sex, Drogen)


    Da müsst ihr - und seid ja schon dabei - eine Gespraechsebene finden.

    Wenn Tochterkind euch austricksen will, wird ihr das gelingen. Wenn nicht jetzt, dann ein anderes mal. Wichtig ist also, dass ihr deutlich wird: wir wollen Gutes für dich.


    Für alles andere gibt es nicht den Königsweg.

    Hier jetzt könnte ein Kontakt zu anderen beteiligten Eltern helfen. Ob die schräge Onkelgeschichte stimmt ...

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • konkrete Sorgen sind tatsächlich aufgrund der Problematik mit der Mutter, dass sie in falsche Kreise gerät und sich mit Drogenkonsum ins Abseits schießt.

    Ich traue ihr den Verstand zu, es nicht zu tun, aber die Sorge ist da. Und dann ist in der Großstadt das Problem, dass es hier viele übergriffige Männer gibt und sehr viel mit K.O.-Tropfen gearbeitet wird...wenn sie sich nachts rausschleicht, keiner weiss wo sie ist, das empfinde ich als etwas, was sie definitiv unterschätzen wird...und da ich beruflich schon viele Mädchen nachts ins Krankenhaus fahren musste, auch mit dem Verdacht der Vergewaltigung, ist das ein Posten der mich tatsächlich tief beunruhigt.

  • Genau diese Punkte würde ich - sehr persönlich gehalten - mit Tochterkind ansprechen. Und zwar nicht als Vorwurf oder "Erwartung" an sie, sondern als deine persönlichen Ängste, die du hast. Und sie bitten, ob sie dir helfen kann, die Ängste loszuwerden oder zu entkräften.

    Das können Zusagen von ihr sein. Denen solltet Ihr dann auch vertrauen, wenn Ihr Tochterkind nicht grundsätzlich das Vertrauen entziehen wollt.


    Reichen Euch die Absichtserklärungen, dann muss man irgendwann den Schritt tun, Kind gehen zu lassen. Jetzt ist sie 14. Aber sie muss den Schritt in die Welt - kontrolliert - lernen. Dabei wird das ein oder andere schief gehen. Davor kann man nicht bewahren. Sondern nur Hilfestellung geben. Das ist Euch ja längst klar und Ihr seid dabei. Jetzt geht es um den einen konkreten Fall und damit um die konkrete "Problemlösung".Die besteht unter anderem darin, dass Tochterkind Euer Vertrauen (zurück) gewinnt und Eure Ängste etwas dämpft. Vielleicht hat sie ja Vorschläge, die Euch überzeugen ...

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Das ist schwierig. Ich gebe zu, dass ich zuerst an eine generelle Frage gedacht habe und mir schon dachte, was soll die Frage, meine Tochter schläft von klein auf immer mal wieder bei Freundinnen. Das ist heute mit 16 nicht anders als früher mit 6 oder 10 Jahren. Aber bei Euch scheint ja eine andere Problematik dahinter zu stecken in Form von Anlügen und Angst vor Drogen. Ich würde das ehrlich gesagt offen und ehrlich mit ihr besprechen. Ihr auch erklären, dass, wenn man einmal so angelogen wurde, es schwer ist, als Eltern da wieder vertrauen zu haben und das Ihr es nicht böse meint, aber auch Verantwortung ihr gegenüber habt. Die Pubertät ist nicht einfach, schon unter normalen Umständen nicht, aber wenn Vertrauen fehlt, ist es echt schwer. Ich hoffe, Ihr findet einen Weg der für Euch alle fair ist...

    LG N. :winken:
    .
    1 + 1 = 4 :love:


    - 1 wenn die Ex-Frau so ist wie sie hier bei uns ist ;(