Sohn will Wechselmodell ausprobieren

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  • Hallo Ihr Lieben,


    nachdem ich vier Jahre so ziemlich meine Ruhe vor dem Vater meines Sohnes gehabt habe (im Sinne von Gerichtsterminen), und hier auch kaum mehr aktiv war, melde ich mich mit einer für mich dringenden Frage zurück. (Noch vor der Einschulung wurde ich immer wieder vor Gericht gezogen, da der Vater das Sorgerecht für sich beanspruchen wollte und unseren Sohn ganz haben wollte. Nun ist es so, dass ich alle wichtigen Teile des Sorgerechts zugesprochen bekommen habe: Gesundheitsfürsorge, Schulentscheidung, Aufenthaltsbestimmungsrecht. Der Vater hat dem damals zugestimmt.) Mein Sohn durfte vier Jahre in die Montessori-Schule gehen, wovon er sicher eine Menge profitiert hat. Er wird im Mai 11 Jahre alt.


    Umgang findet bisher so statt, dass mein Sohn 10 Tage bei mir und 4 1/2 Tage beim Papa verbringt. Leider geschieht das immer so, dass meinem Sohn seit er denken kann, vermittelt wird, dass diese Aufteilung sehr ungerecht dem Papa gegenüber ist. Als er kleiner war, war er regelmäßig in einem Loyalitätskonflikt, da er sich gar nicht mehr sicher sein konnte, dass er mich (Mama) überhaupt gern haben darf. Er war auch bei einem Kinderpsychologen, doch mein Sohn kann sich immer noch nicht gut abgrenzen vor dem, was geschieht. Ist ja auch für uns Erwachsene oft nicht leicht.... ;(


    Nun ist es so, dass der Papa eine Freundin mit 2 Kindern hat, die letzten Sommerferien bei ihm eingezogen sind. Und da der Papa jetzt DIE richtige Familie ist, wird seitdem mein Sohn beauftragt, mich zu überzeugen, dass jetzt ein Wechselmodell (1 Woche hier, 1 Woche dort) genau das richtige ist.

    Einige Zeit war sich mein Sohn gar nicht sicher und erzählte mir, dass er das ja gar nicht will, aber sein Papa so penetrant und machtvoll ist, und ihn auch dann (mit Liebesentzug und Ignorieren) bestraft, wenn er andere Meinung als Papa ist. Und es sollte eine "Wiedergutmachung" nach einem Streit sein, damit der Papa endlich zufrieden und glücklich sein kann....:kopf


    Jetzt aktuell möchte der Sohn das Wechselmodell plötzlich selber (sagt er). Er will es ausprobieren, obwohl er weiß, dass es sein kann, dass der Papa dadurch nicht freundlicher wird (narzisstisches Persönlichkeitsverhalten).

    Kommunikation besteht bei uns Eltern so gut wie keine. Wenn, dann über E-Mails.

    Grundsätzlich ist es so, dass der Vater immer das macht, was er meint und auf meine Wünsche (fürs Kind) nicht eingeht. Da wird schon mal auf dem Schulhof beim Abholen rumgebrüllt oder ich am Telefon ausgelacht.

    Die größeren Kinder (Ex-Frau) wurden mit 14 Jahren aus seinem Haus geworfen, als sie begannen, eine eigene Meinung zu sagen.


    Ich habe mich emotional schon wieder gut gefangen, denn mich mit diesem auseinanderzusetzen, hat mich schon etwas durchgebeutelt.

    Ich möchte mich eher nicht wieder mit dieser egoistischen Art konfrontieren, aber wenn es Sohn auch selber möchte, habe ich ja wohl eher keine große Chance, es abzuwenden.


    Ich weiß, das alles spricht eher gegen ein WM, denn wir Eltern wollen uns nicht begegnen, er will nicht mit mir kommunizieren, und mein Sohn ist erst dann 11 Jahre alt. Ich hätte mir gewünscht, dass ich das noch ein paar Jahre hinauszögern könnte....:wacko:


    Oder, was meint ihr? Könnt ihr dazu etwas sagen?

    Wie ist es dann auch mit der Tatsache, dass ja gerichtlich der Umgang anders geregelt ist. Wäre es von Vorteil, das Jugendamt zu bemühen, um da eine schriftliche Vereinbarung für paar Probemonate festzulegen?


    Dankeschön für eure Hilfe!:blume

  • Guten Abend Blumenelfe,


    ich antworte dir aus meinem persönlichen empfinden, obwohl mir nur deine Sicht vorliegt.

    Deine Bedenken zwecks des Narzisstischen Elternteils, welches sich anscheinend auch in der Vergangenheit gezeigt hatte und ohne Grund dir nicht nur die von dir erwähnten Teile aus dem Sorgerecht übertragen worden sind, sprechen wie du sagst natürlich vollkommen gegen ein WM. Da hier aus meiner Sicht zu befürchten ist, das dieses Ding komplett in die Hose geht.


    Inwieweit hat Sohnemann es angesprochen, konntest du schon erfragen, wie er darauf kommt?

    Mir kommt der Verdacht hoch, wie du es schilderst, dass er eventuell angestiftet wird, falls ich mich irre, korrigiere mich gerne!

    Ein WM aus jetziger Sicht birgt natürlich vielerlei Klärungen und mir wäre der Vorschlag zur „Probe“ schon sehr Waage. Ab einem bestimmten alter KANN es wirklich ein tolles Modell sein.


    Nur bedarf es eben auch einen guten Umgang unter euch Eltern.

    Da sich die Kommunikation eher per E-Mail abspielt und ihr euch gar nicht über den Weg laufen wollt käme in mir auch ein großer Konflikt hervor.


    Natürlich haben die Wünsche gerade bei eurem großen schon mehr Gewicht als würde dies von einem Kleinkind geäußert werden.

    Nur bevor irgendetwas gestartet wird, sollten alle Beteiligten darüber an einem Tisch sprechen, damit es im späteren Verlauf keine Konflikte gibt.

    Bloß lässt es sich so einfach unter euch regeln?

    Der Rat zwecks eines Gesprächs beim Jugendamt kann gerne in Angriff genommen werden, dafür sind sie ja schließlich da.

    Die kleinsten haben es schon nicht einfach, ob es dann besser wird, da der andere psychisch labil ist, muss keine Schwäche sein. ABER ohne Grund wird einem vom Gericht schließlich auch nichts einfach übertragen, sonst wäre alles in Butter. Du bist damit auf jeden Fall nicht allein!


    Liebe Grüße

  • Blumenelfe

    Sagt der KV von sich selbst dass er eine narzisstische Persönlichkeitsstörung hat, oder wurde dies bei ihm diagnostiziert? Wenn ja, weißt du ob er in psychologischer Behandlung ist?


    Falls alle 3 Fragen mit Nein/Weiß ich nicht beantwortet werden, frage ich ob du vom Fach bist, dass du diese Aussage über ihn machen kannst.

    Ach die Liebe hat's so eilig, nur die Feindschaft wird nie langweilig ... (Rio Reiser)

  • Jetzt aktuell möchte der Sohn das Wechselmodell plötzlich selber (sagt er). Er will es ausprobieren

    Ich finde, es wäre hier wichtig, herauszubekommen, was die tatsächlichen Gründe für den Sohn sind, einen anderen Umgang als bisher haben zu wollen. Mit 11 Jahren sollte er dazu zumindest eine Meinung haben und diese auch äußern können. Dazu würde ich dringend einen gemeinsamen Termin beim Jugendamt empfehlen, damit unter Zeugen zwischen Euch Eltern gesprochen wird. Ich finde, gerade wenn bei Euch die Kommunikation zum jeweils anderen Elternteil schwierig ist, dann sollten veränderte Absprachen dokumentiert werden.


    Dahinter steht die Frage, was tatsächlich gut für das Kind ist (und nicht etwa, was vielleicht Du oder der KV gerne hätten).


    Ich würde an Deiner Stelle dazu Kontakt aufnehmen mit der zuständigen Sachbearbeiterin des Jugendamts, ihr die Situation schildern und darum bitten, Euch beide zu einem entsprechenden Termin einzuladen. Dann kann der KV entscheiden, ob er zu einem solchen Termin kommen möchte oder nicht.


    Bei einem solchen Termin solltest Du nach Möglichkeit die von Dir angeführten Persönlichkeitsauffälligkeiten beim KV nicht als Argumente verwenden, das kann leicht gegen Dich verwendet werden (z. B. mangelnde Bindungstoleranz usw.). Auch, dass der KV mittlerweile eine neue Familie gegründet hat, ist m. E. auch nur von untergeordneter Bedeutung, geht es doch vor allem um die Beziehung des Sohnes zu seinem Vater.

  • Inwiefern wollte denn der Vater das Sorgerecht für sich beanspruchen? Hatte er vorher gar keins und wollte das gemeinsame? Oder hattet ihr gemeinsames SR und er wollte das alleinige? Das wären ja verschiedene Paar Schuhe.

    Wenn man sich fragt, was das Beste für sein Kind ist, dann ist es eigentlich sekundär, wie die rechtliche Situation aussieht. Praktisch gesehen bringt es mir wenig, dass mir irgendwann Teile des Sorgerechts alleine zugesprochen wurden. Außerdem geht es hier ja um Fragen des Umgangs und wie er evtl. anders = besser gestaltet werden könnte. Ein Kind hat nun mal Anrecht auf regelmäßigen Umgang mit beiden Elternteilen. Wenn die Persönlichkeit eines Elternteils bedingt, dass eine tatsächliche Kindeswohlgefährdung vorliegt, dann muss man das - zum Wohle des Kindes - auch entsprechend dafür eintreten, dass das Kind vor gewissen Verhaltensweisen geschützt wird, indem z. B. Hilfen zur Erziehung in Anspruch genommen werden.


    Ansonsten liest es sich ein bisschen so, als würdest Du den Kontakt des Sohnes zum Vater nicht gutheißen, weil der jetzt eine neue, eigene Familie hat.

  • Ich denke, der erste Schritt wäre tatsächlich rauszufinden, was dein Sohn möchte.

    Er hat insgesamt anscheinend Mechanismen "erlernt", das zu sagen, was der jeweilige Elternteil hören möchte. Mir schoss sofort beim Lesen durch den Kopf, dass es natürlich leichter ist, sich hinter dem Vater zu "verschanzen" als tatsächlich zu sagen: Das ist mein ausdrücklicher Wunsch.

    Ich würde mir auf jeden Fall Hilfe ins Boot holen, auch für dich selbst.

    Mit der Probe finde ich nicht so verkehrt. Ich finde, es ehrt dich, dass du nicht sofort zumachst, sondern eine gute Lösung für deinen Sohn möchtest.


    Vollbio : sie sprach von narzisstischen Verhaltensweisen, nicht von einer diagnostizierten Störung. Allerdings würde ich diese Wörter an einer offiziellen Stelle auch nicht verwenden.

  • Beim Sorgerecht gings mir nicht um so sehr um die rechtliche Situation im aktuellen Fall, sondern eher darum,ob dem Vater überhaupt erst Teile des Sorgerechts zugesprochen wurde, nachdem er zunächst keines hatte, oder ob ihm Teile des SR aberkannt wurden.


    Inwiefern wollte er den Sohn ganz für sich?Was heisst das konkret?Wollte er alleiniges Sorgerecht? Sohn soll komplett beim Vater leben? Hat der Vater das explizit angestrebt oder hat er bei dir "nur" den Eindruck erweckt?


    Für mich macht es hier auch den Eindruck,als würde der Sohn von mindestens einer Elternseite in einen Loyalitätskonflikt gebracht.


    Ich habe ähnliche Situationen bei uns (gehabt), daher bin ich da sensibel und hinterfrage - auch mich selber - intensiv hinsichtlich der Objektivität und der persönlichen Gefühle/Befindlichkeitrn/Ängste, die man da mit hineinbringt.

  • Es gibt Trennungseltern, die bringen ihre Kinder in einen Trennungskonflikt. Aber oft ist es auch bei noch so gut funktionierenden Trennungseltern der Fall, dass Kinder sich selbst unter Druck setzen. (Vor)pubertierende Kids sind auf der Suche nach sich selbst. Und auf der Suche nach ihrem Ursprung. Meine Kids haben halt die halbe Genmasse von mir, die halbe von dem/der Ex. Und so, wie die Kids sich durch mich kennen lernen, haben sie das Bedürfnis, oft eine Sehnsucht, den anderen Elternteil kennen zu lernen.

    Weil sie sich damit ein Stückchen selbst kennen lernen. Diese Sehnsucht, dieses Verlangen, sich selbst zu erkennen, ist oft viel stärker als Vernunft und wiegt oft viel stärker als viele andere Dinge wie erfahrene Zuneigung, Geborgenheit, gesicherte Verhältnisse. Es ist ein Stück "reifwerden".

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Vielen Dank für eure gehaltvolle Hilfestellung!:thanks:


    @Schneckifee:

    Es ist so, dass dem KV diese Teile des SR aberkannt wurden (wir hatten vorher gemeinsames SR). Da der KV unseren Sohn nicht nur in meinen Augen ständig in einen Loyalitätskonflikt bringt, sondern auch bestätigt von Kinderpsychologen, und es der Gutachter vor ca 6 Jahren ins GA geschrieben hat, dass der KV eher Defizite hat, auf die Gefühle und Wünsche des Sohnes einzugehen, sondern seinen Willen durchzusetzen, ist u. a. das Aufenthaltsbestimmungsrecht und die Schulentscheidung mir zugesprochen worden.


    Trotzdem ist es leider immer noch so, dass der Vater beim Sohn massiven Druck ausübt. Bereits im Kindergarten kam mein Sohn heim nach dem Umgang und plapperte sofort davon, dass der Papa ihn viel mehr haben will als es ist (damals wie jetzt besteht beim Papa 4 1/2 Tage Umgang).

    Der Grund, dass wir immer wieder vor Gericht waren, war, weil der KV mir damals schon den Sohn "wegnehmen" wollte. Der KV kann immer sehr gut Angst machen, versucht ständig besser zu sein und Mama und Papa in einem sein zu können (in seinen Augen sind die Ex-Frauen nichts wert und nicht als Mutter geeignet). Meinem Sohn wurde und wird immer noch gesagt, dass ich keine fähige Mutter wäre (egal, wie die Gerichte entschieden - er hat trotzdem Recht! :schnuller)...


    Aktuell droht KV wieder damit, dass es jetzt eine neue Rechtsprechung FÜR das erzwungene Wechselmodell gibt, bei dem der Mutter, die das ablehnt, rigoros das komplette SR entzogen würde (hat da jemand eine klare Urteilssprechung gelesen? M.E. kommt es doch immer auf den jeweiligen Fall an, oder?). Und falls ich mich auf den Wunsch des Sohnes nicht einlassen würde, er natürlich das begrüßen würde.

    Mein Sohn erzählt, dass er gesagt hat, dass das das Ergebnis dann wäre, weil ich ja eh keine gute Mutter wäre.

    Das macht ihn dann so wütend, dass er übelste Schimpftiraden auf den Vater ablässt und ihn abgrundtief hasst dafür... (natürlich nur für den MOment, weil er liebt ihn ja auch... :rolleyes2:)


    Diese und viele andere Verhaltensweisen sind die Bestätigung für mich, die Exfrau und seinen ehemaligen Freunden, die er alle mit seiner Art vergrault hat, dass da eine narzisstische Störung mitreinspielt. Es ist keine Diagnose und kein Argument, das ich je beim JA oder Gericht vorgebracht habe oder vorbringen werde. Es ist nur eine Erklärung für euch, damit ihr verstehen könnt, was hier seit ca 10 Jahren abgeht und dass es sehr schwer ist für einen 10jährigen, sich da abzugrenzen... :frag


    Sohni hat zum Schulanfang vom Vater ein Handy bekommen, mit dem KV ihn seitdem pausenlos mit WhatsApp (das KV eingerichtet hat), Anrufen oder SMS zumüllt. Und das natürlich, wenn Sohni bei mir ist. Auch nach dreimaligen Bitten hat der Vater das nicht eingeschränkt. Jetzt ist er in unserer Zeit erstmal blockiert. Wenn er was will, muss er wieder auf dem Festnetz anrufen. Trotzdem lässt der Vater unserem Sohn jetzt beschriftete Zettelchen über den anderen Jungen (Sohn von der Freundin, der auf Wunsch vom KV in die gleiche Klasse geht) geben. Oder er läßt ihm "schöne Grüße" ausrichten oder gibt ihm irgendwelche Knabbereien mit, die für meinen Sohn sind.... Also für mich irgendwie total strange.... Fakt ist, der KV hält sich nie an Regeln, besonders nicht an diese, die ich aufstelle, er kann unseren Sohn nicht loslassen, hatte noch nie und hat kein Vertrauen, dass ich das schon richtig mache.... (Sohni beschwert sich halt bei mir, dass er das völlig blöd von seinem Papa findet).


    Du hast schon damit recht, @FRIDAY dass diese Idee von einem WM ganz und gar nicht von meinem Sohn stammt. Ihm wäre es lieber, es würde nicht immer ein Geziehe von VAters Seite geben, sondern er einfach da sein dürfte. Und da ich dann gezwungenermaßen in der Reaktion bin (oder mich vielleicht eine Zeitlang totstelle...), gibt es immer wieder Unruhe.

    Aber wenn man als Kind seit ca sieben Jahren hört, dass Papa erst zufrieden ist, wenn die "Gerechtigkeit" mittels einem WM hergestellt ist, möchte man vielleicht das probieren... oder? Versteh ich ja...

    Und da Kind weiß, dass ich da nicht so massiv reagiere, traut er sich das bei mir auch vorzubringen.


    Hilfe für mich ist nicht ganz einfach. Die Kinderpsychologen (ein bisheriger und ein vielleicht zukünftiger) geben mir recht und würden kein WM empfehlen, sondern Sohni lieber in eine Therapie nehmen, um den Konflikt aufzuarbeiten. Psychotherapeuten helfen gut, wenn man depressiv oder keine Hoffnung mehr sieht...kennen sich aber speziell in solchen Fällen zu wenig aus, um mir zu helfen.

    Welche Hilfe hättest du gedacht?


    Volleybap:

    Ja, das ist auch ein Grund, warum ich wirklich auch offen bin für den Wunsch - woher er auch grundsätzlich kommen mag...

    Mein Sohn ist schon etwas in der Vorpubertät und ich denke, dass es auch hilfreich für ihn ist, seinen Papa - mit allen negativen und positiven Seiten - eine ganze Woche lang zu spüren.


    Gleichzeitig fragt mein Sohn seit Jahren nach einem "Vaterersatz" an meiner Seite, den ich ihm leider nicht bieten kann. Er ist z. B. begeistert von einigen Ex-Freunden von mir, die er kennengelernt hat oder seinem Kinderpsychologen. Seine Worte sind stets: "der ist so nett und kann gut mit Kindern umgehen." oder ein anderer: "den mag ich so gern, der ist so ganz anders als mein Papa. Ich wünschte, er wäre mein Papa..."

    Solche und ähnliche Worte geben mir immer wieder einen Stich, weil er sich so sehr ein andersreagierendes Vorbild wünschen würde...


    HerrMama:

    Nein, einen guten Umgang haben wir nicht. Antworten bekomme ich auf meine Mails von ihm kaum, wichtiger ist natürlich, dass er auf seine Wünsche Antworten und besonders positive Ergebnisse bekommt... ;-)

    Wenn das eben nicht so ist, wird mit Druck über Gericht gearbeitet.


    z. B. torpediert er immer wieder die Schulentscheidung, indem er einfach bei der Schule Termine mit der Lehrerin ausmacht. Oder jetzt will er wieder beim Elterngespräch dabei sein. Der Schulleiter und die Lehrer haben die gerichtlichen Beschlüsse vorliegen, somit wird es keine Termine mit ihm geben. Das geht dann wieder an unserem Sohn aus, in dem ihm erklärt wird, wie inkompetent ich wäre...

    Mit Anwalt und Gutachtern hätte er schon gesprochen, und die hätten ihm empfohlen, nichts über Emails zu schreiben, denn "bei einer Frau wie mir hätte das ja eh keinen Sinn" (O-Ton KV. Wohlgemerkt kennen mich weder der Anwalt noch irgendein GA!)

    Es ist so, dass ich ihm die Hälfte, die er behauptet, gar nicht glauben kann und mag, weil das so an den Haaren herbeigezogen ist :mussweg


    musicafides:

    das Wohl des Kindes kann wohl immer nur ein Gutachter (und nicht mal richtig der...:radab) herausfinden.... Das Gericht nicht. Das JA auch nicht. Die Mediatoren nicht. Der Kinderpsychologe nicht. Die hielten sich damals sehr zurück, um ja nichts falsches zu sagen.

    Also auf was wird dann überhaupt gehört? Ist es nicht so, dass die Worte eines dann 11jährigen am ehesten gehört werden (ungeachtet dessen, ob er beeinflusst worden ist oder nicht...?)

    Und der Grund meines Sohnes ist: ich will es einfach ausprobieren... ; weil es gerecht ist... ; weil der Papa dann zufrieden ist... ; weil ich auch mitbestimmen will...


    Ich habe gegen die neue Frau des KV nichts. Im Gegenteil, ich habe meinen Sohn immer positiv unterstützt, damit er damit besser zurechtkommt. Es ist eher mein Sohn, der von den "komischen Vorstellungen und Regeln" der neuen Frau irritiert und auch manchmal wütend ist. Er dachte, er hat beim Papa endlich eine "Ersatzmama", die ihm gegen die verbalen Attacken vom Vater hilft. Aber die "petzt" alles dem Vater. Und am Sohni gehts wieder aus, sagt er. Sie machen sich beide über mich (Mama) lustig, wie ich lebe, wie ich mit meinem Sohn rede... Oder Sohni wird geschimpft, welche Dinge er von mir übernommen hätte und dass ich eine fragwürdige Erziehung hätte... Die immer noch bestehende Wut des Vaters mir gegenüber ist deutlich herauszuhören (ich habe ihn verlassen, weil ich das ganze nicht mehr ertragen habe). Das wird sich bestimmt nicht ändern, wenn Sohni dann eine ganze Woche beim Vater wäre...

    Auch ist der Papa kaum da, alles macht die neue Frau.

    Vor Gericht/Anwalt/JA würde das der Papa jedoch niemals zugeben. Da stellt er sich als perfekten Vater dar.


    Für meinen Sohn gibt es trotzdem so viele Veränderungen seit Schulbeginn: Neue Schule und dann auch noch Ganztagsschule bis 16 Uhr; komplett neue Kinder/neue Freunde kennenlernen; plötzlich Noten und fast jede Woche Proben (war in der Montessori nicht); neue Familie in Papas Haus mit zwei Kindern, Handy, das vom Vater kontrolliert wird.

    Und dann noch WM. ...


    Ich sehe, wie Sohni sich bemüht,alles ziemlich gut auf die Reihe bringt - noch.... :bet


    Ich habe mir auch schon die Frage gestellt, ob ich vor Gericht dem Vater mit seinem Wunsch standhalten könnte. Und ja, ich glaube schon. Und vielleicht würde das Gericht heraushören, dass Sohn beeinflusst wurde und dass das vorrangig der Wunsch des Vaters ist. Vielleicht wird auch wieder ein Gutachten herbeizitiert, das mich bestätigt. Das ganze kostet dann mal locker 6-8000 Euro (hab ich ja vor 5 Jahren schon geblecht...).

    Doch was ist dann? Dann wird hinterrücks wieder weitergelästert, weitergelogen, mich schlecht gemacht...

    Bis der Vater in spätestens zwei Jahren das Kind wieder ein Stückchen mehr auf seine Seite gezogen hat und Sohn dann vielleicht durch diese Hetze trotzdem das WM möchte.... Manchmal ist es zum <X (wo ist der so passende Smily hin?)


    ......

  • .......



    UPDATE:

    Heute kurzes Gespräch an meiner Haustür (er hat die Skisachen abgeholt). Ich zeigte mich redebereit und auch bereit, über das WM nachzudenken. Ich möchte es natürlich etwas hinauszögern und habe im Sommer (Juni und September, etc,) vorgeschlagen, Probemonate zu machen und dann alles nochmal zu besprechen (mit dem JA) und zu schauen, wie es unserem Sohn dabei geht (Schulnoten, Befindlichkeiten, etc.)...


    Daraufhin wurde er fast wieder massiv, weil er das sofort ab 11.Geburtstag im Mai durchsetzen will. Und wegen den Schulnoten könne er dann ja genau ablesen, wie gut Sohn nach welcher Woche ist (natürlich wäre dies nicht nach der Mamawoche....:hae:)

    Der Kung-Fu-Unterricht, den Sohni jeden Dienstag macht, wäre wahrscheinlich auch nicht mehr möglich, meinte er sofort. Das will er mit Sohni selbst besprechen (ich weiß schon, was da rauskommt: es wird ihm erklärt, dass anderes viel wichtiger ist oder Versprechungen gemacht, die dann nicht eingehalten werden - das ist die gängige Praxis seit 8 Jahren)....


    Ich werde mir das alles nochmal in Ruhe durchdenken und geb ich ihm das erstmal per Mail nochmal durch und dann wäre mein Wunsch, wir würden uns beim JA treffen, um die Einzelheiten zu besprechen. Habt ihr noch Ideen, was unbedingt noch besprochen werden muss (nicht, dass dann was fehlt...)?



    Und weiß jemand, wie das mit den Unterhaltszahlungen ans Kind laufen wird, falls wir es irgendwann mal fest machen? KV zahlt den Mindestsatz (zumindest zahlt er den nach Gerichtsverhandlung!), verdient im Monat aber ca das dreifache als ich (er ist aber selbständig und kann sich seine Gewinne drehen wie er mag. Das hat er bisher immer gemacht...).



    (Jetzt ist es schon wieder so lang geworden - verzeiht mir dafür...) :blume

  • Mein Wissen bzgl. Unterhalt und WM ist so.

    Unterhalt besteht aus 2 Teilen, Wertigkeit je 50%: Betreungsaufwand und Lebenshaltungsaufwand.

    Euren Betreuungsaufwand rechnet ihr gegenseitig auf, ergibt also 0 EUR.

    Lebenshaltungsaufwand wird berechnet auf Grundlage der Unterhaltsberechnung. Also wenn er deutlich besser verdient, dem Jungen einen höheren Lebensstandard bieten kann als du es mit deinem Einkommen kannst, ist er weiter aber nur noch zur Hälfte unterhaltspflichtig. Denn die andere Hälfte habt ihr euch wie oben gesagt, gegenseitig aufgerechnet.

    Ach die Liebe hat's so eilig, nur die Feindschaft wird nie langweilig ... (Rio Reiser)

  • Aktuell droht KV wieder damit, dass es jetzt eine neue Rechtsprechung FÜR das erzwungene Wechselmodell gibt, bei dem der Mutter, die das ablehnt, rigoros das komplette SR entzogen würde

    Sorgerecht und Umgang sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Ich kann mir definitiv nicht vorstellen, dass es eine solche Rechtsprechung gibt (lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen). Würde mich durch solche Aussagen nicht verunsichern lassen. Außerdem: wenn er nicht aufhören kann / will, vor Gericht um irgendwelche Dinge zu verhandeln, dann wird er es immer wieder versuchen. Damit ein Gericht ein anderes Umgangsmodell beschließt, müsste erwiesen sein, dass es dem Kind damit wesentlich besser geht als beim aktuellen Umgang. Sehr unwahrscheinlich, wenn der KV das Kind immer wieder in einen Loyalitätskonflikt bringt, wie Du schreibst. Es spricht ebenfalls dagegen die fehlende Kontinuität (z. B. dass er dann an gewisse Nachmittagsveranstaltungen nicht mehr teilnehmen können soll). Es ist jetzt m. E. erst mal wichtig, dass der Sohn die aktuellen Veränderungen bzgl. Schule gut hinbekommt, bevor man ohne Not Dinge verändert, die mit seinem Alltag nichts zu tun haben.


    Ich würde mich deshalb gar nicht darauf einlassen, dieses Jahr am Umgang etwas verändern zu wollen. Ich würde an Deiner Stelle angesichts der Gesamtsituation auch einen Kinderpsychologen in Erwägung ziehen. (Braucht man dafür die Zustimmung des anderen Elternteils, oder gilt das nur für Psychotherapien?)


    Schreib Dir auf, was Du mit dem SB des JA besprechen möchtest. Nicht, dass Du noch in die Situation kommst, Dich dort noch für Dein Vorgehen rechtfertigen zu müssen. Was ich aufgrund dessen, was Du schreibst, besprechen würde:


    • Veränderungen im Leben des Sohnes wie Schulwechsel
    • Notwendigkeit professioneller Unterstützung durch Kinderpsychologen
    • Aktuelles Umgangsmodell und warum es dabei bleiben sollte bzw. welche Notwendigkeit durch veränderte Bedingungen es gibt, daran etwas zu ändern.
    • Handy des Sohnes bleibt beim KV, wenn er nicht dort ist.


    Das ist jetzt ganz ins Unreine geschrieben, was mir spontan eingefallen ist. Vielleicht mag das jemand anders ergänzen. Vielleicht auch noch eine gute Idee, zu überlegen, um welche Themen es im Gespräch nicht gehen sollte. Vorher abklären: was sind (gemeinsame) Ziele, was sind Nicht-Ziele für ein solches Gespräch.


    Am Verlauf des Gesprächs wirst Du ja sehen, ob es dem KV darum geht, bei der SB des JA seine Vorwürfe Dir gegenüber loszuwerden oder ob er konstruktiv ist. Ich würde ganz am Anfang klarstellen, dass ein Gespräch für Dich beendet ist, wenn es um Vorwürfe, aber nicht um konstruktive Lösungen geht. (Heißt für Dich aber auch, Vorwürfe, auch wenn sie berechtigt sind, zu vermeiden).

  • die ganze Diskussion ist doch müßig. Das Kind lebt 4,5 Tage von 14 beim Kv. Widerspruchslos von der Mutter.


    da werden die Argumente dünne sollte der Vater ( und womöglich sogar das Kind) das WM, und damit 2,5 Tage mehr in 14 Tagen, vor Gericht einfordern.

    Seit ich nicht mehr rauche höre ich nur noch Musik von Menschen die nicht rauchen und siehe da: mein Plattenschrank ist leer.
    Ich lese nur noch Bücher von Menschen die nicht rauchen. Eigentlich nur Kafka, denn der hatte TBC.

  • musicafides:

    Beschluss des Bundesgerichtshofes vom 01.02.2017 (Az.: XII ZB 601/15)

    In dieser Entscheidung stellt der Bundesgerichtshof zum ersten Mal klar, dass ein Wechselmodell auch gegen den Willen eines Elternteils angeordnet werden kann.

    Nachdem der Bundesgerichtshof im Jahre 2017 entschieden hat, dass nach den gesetzlichen Regelungen durchaus gegen den Willen eines Elternteils das Wechselmodell angeordnet werden kann, beschäftigen sich die Gerichte nunmehr mit der Frage, unter welchen Voraussetzungen ein Wechselmodell dem Kindeswohl entspricht.

    Neben der Entfernung der Wohnsitze der Eltern und dem Willen des Kindes ist dabei vor allem die Frage der Kommunikationsfähigkeit der Eltern entscheidend. Ein Wechselmodell wird dann häufig nicht angeordnet, wenn die Eltern hoch zerstritten sind und sich nicht über die wesentlichen Fragen, die das Kind betreffen, konfliktfrei verständigen können. ....


    Ich meine auch, dass dies nicht einfach mal so angeordnet werden kann, ohne die Hintergründe oder schon beschlossene Entscheidungen durchzusprechen. Es soll ja immer noch um das Wohl des Kindes gehen... trotzdem benutzt der KV dies, um seine Wünsche durchzusetzen.


    Aber vielen Dank für deine Gedanken dazu, ich werde mir dieses WE mal sehr viel Gedanken machen!


    Tomtomsen:

    leider ist der KV bisher nie um Argumente verlegen gewesen, auch wenn sie widerlegt werden konnten...

    Und ich hätte diese Diskussion ja auch nicht angeregt, wenn KV unseren Sohn nicht beeinflussen würde in diese Richtung. Ganz im Gegenteil - mir ist meine Ruhe und Leichtigkeit eigentlich wichtiger...


    Vollbio:

    Meinst du es dann so, dass, wenn ich abzügl. des hälftigen Kindergeldes vom KV 303€ bekomme, dazu die Hälfte ( also 151,-) nochmal geteilt wird, und er mir dann ca 75,- Euro zu zahlen hätte?


    Grüße

    :blume

  • Blumenelfe: der Beschluss ist mir bekannt, aber ich erkenne nicht, wo hier das Sorgerecht betroffen ist. Bei einer hochstrittigen Elternschaft kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Familiengericht ein Wechselmodell anordnen würde.

  • Blumenelfe Blumenelfe

    Boah :hae::?::hilfe

    "Meinst du es dann so, dass, wenn ich abzügl. des hälftigen Kindergeldes vom KV 303€ bekomme, dazu die Hälfte ( also 151,-) nochmal geteilt wird, und er mir dann ca 75,- Euro zu zahlen hätte? "

    Sorry, das Pack ich gerade nicht.

    Also es ist bei uns so, dass wir WM haben, 50:50.

    Kindergeld für beide Kinder geht an die KM, wird dann vom JC auf ihr Hartz4 angerechnet. Sie überweist mir monatlich 1/4 des Kindergeld also 97 EUR. Das ist der Anteil für Betreuung, die ich ja selbst zur Hälfte leiste.

    Mehr weiß ich nicht dazu.

    Ach die Liebe hat's so eilig, nur die Feindschaft wird nie langweilig ... (Rio Reiser)

  • Vollbio, habt ihr euch als Eltern geeinigt, das Kigeld so aufzuteilen oder ist das eine gerichtliche Anordnung?

    Liebe Grüße



    Bap



    Wir können unser Leben nicht neu formatieren, ein anderes Betriebssystem aufspielen und alles wieder neu beginnen. Erst wenn man sich den Fehlern der Vergangenheit stellt, kann man positiv in die Zukunft blicken.

  • Ich habe vor etwas mehr als einem Jahr geglaubt verstanden zu haben, dass mein Unterhalt und auch das volle Kindergeld nicht der KM, bzw. meinen Kindern zugute kommt, dass also ich dadurch lediglich real weniger Geld habe. Und das JC um diese Beträge kürzt.

    Deshalb habe ich aufgehört ihr Unterhalt zu zahlen und habe begonnen darauf zu pochen, dass ich das hälftige Kindergeld erhalte.

    Den Unterhalt konnte ich stoppen, indem ich den Dauerauftrag beendete.

    Wegen des Kindergeld hat meine Anwältin einiges an Kraft und Monaten aufwenden müssen, bis das JC überhaupt mal reagierte.

    Seit letzten Sommer hat das JC der KM den Betrag von einem Viertel angerechnet, die KM angewiesen, dies mir zu zahlen und die KM hat mir diesen seither allmonatlich überwiesen.

    Jetzt Januar kam kein Geld mehr von ihr. Dafür aber eine lange Whatsapp Nachricht, dass es aus blahblahblah Gründen nicht geht ...

    Um es zusammen zu fassen, nein, es ist nicht gerichtlich entschieden, und es wird mir nichts anderes übrig bleiben, als wieder mal ca. 1000 EUR für Anwältin und Gericht zu zahlen, damit ich monatlich (und vermutlich auch wieder erst ab dann???) 97 EUR Kindergeldanteil erhalte.

    :rolleyes:

    Ach die Liebe hat's so eilig, nur die Feindschaft wird nie langweilig ... (Rio Reiser)