Kur mit oder ohne Kind

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  • Hallo Ihr Lieben,


    ich melde mich mal wieder zurück.


    Lange gab es nichts mehr von mir. Warum? Mein Sohn nimmt mittlerweile das Medikament und Gewaltausbrüche kamen seither zuhause nicht mehr vor. Alles andere ist gleich anstrengend geblieben...In der Schule neigt er noch zu Ausbrüchen.


    Heute waren wir bei einer der Schule angeschlossenen Psychologin, die uns auf dem weiteren Weg begleiten soll. Ich war richtig erstaunt, dass Junior sich darauf eingelassen hat, da wir ja schon einen Verschleiß an Psychologen zu melden haben. Die Anwesenheit seiner beiden Schulbetreuer war vielleicht mit ausschlaggebend positiv.


    Jetzt zu meiner Frage an euch ALLE :-)


    Die Dame hat eine Kur/ Reha empfohlen. Ich bin mir nur total unsicher, ob ich alleine fahren soll oder mit Sohnemann zusammen. Ich gehe derzeit ziemlich auf dem Zahnfleisch...Der Betreuungsbedarf ist hoch, er überschreitet JEDE Grenze und es ist wirklich mega anstregend , da er auch nachts schwer einschlafen kann. Unterstützung habe ich leider keine, der Papa ist keine große Hilfe.


    Ist es wohl besser mal ganz alleine abzuschalten? Oder doch lieber gezielt außerhalb von zuhause mit Junior an dem ganzen zu arbeiten? Also den Fokus direkt auf die Mutter - Kind-Beziehung etc auszulegen.


    Ich hoffe auf viele Meinungen :thanks:

  • Also den Fokus direkt auf die Mutter - Kind-Beziehung etc auszulegen.


    Ich denke, ausgehend von Eurer Beziehung zueinander (wie schätzt Du sie selbst ein) wird die Psychologin Euch, wie Du schreibst, unterstützen, was auch Eure Beziehung zueinander stärken kann. Eine Mutter-Kind-Kur, so verstehe zumindest ich das, soll auch dazu dienen, dass die Mutter gezielt für sich etwas tun kann, während die Kinder anderweitig beschäftigt werden. Würde er so etwas mitmachen? Oder beansprucht er Dich tatsächlich 24 Stunden pro Tag?


    So eine Kur muss ja erst einmal bewilligt werden. Deshalb meine Frage: was kannst Du tun, um Dich im Alltag zu entlasten?

  • Vielen Dank für Deine Rückmeldung musicafides.


    Im Gespräch heute - mit der Psychologin- war es für Junior in Ordnung in die Betreuung auf einer Kur zu gehen.


    Er kann das schon - ist eben komplizierter und er braucht viel Unterstützung, Anleitung und Raum um sich herunterzufahren. Ich denke auf der einen Seite würde es uns beiden gut tun zusammen zur Kur zu gehen ...


    Im Alltag ist es schwierig, da ich keine Unterstützung habe. Ich selbst gehe ja arbeiten . Nicht Vollzeit, aber genug. Der Papa fällt raus, da er mit den "Besonderheiten" unseres Sohnes nicht zurechtkommt, keinen Termin mit Betreuern oder Psychologe etc wahrnimmt, da er alles für Zeitverschwendung hält :angry .


    Durch dieses ganze Chaos klammert der Kurze aber eben auch extrem an mir. Vielleicht könnte man so etwas auch im Rahmen einer Kur / Reha anfangen zu bearbeiten?

  • Hallo Babbel,


    Ich habe ein Teil Deiner Beiträge gelesen und hab aber bisher nicht gefunden: Hat dein Sohn eine Diagnose bekommen?


    Ich freue mich für Dich, dass er nun anfängt zu kooperieren und dass sich die Situation etwas gebessert hat.
    Zu Deiner Frage: DU brauchst Kraft und DU brauchst Erholung. Natürlich wäre es toll, wenn Du Dir eine Auszeit nehmen könntest. Aber: Tatsächlich kenne ich einen ähnlichen Fall. Es ist schwierig zu sagen, was richtig oder falsch ist.
    Denn wenn du es Dir selbst „gönnst“ - könnte es Dir später vielleicht zum Verhängnis werden. Du könntest ihn verlieren... damit meine ich : er weiß, dass er ein Problem hat und du hast ihn sich selbst überlassen. DAS IST ÜBRIGENS NICHT MEINE ANSICHT!!! Die Familie, die ich kenne - hat es entsprechend erlebt. Es war wirklich traurig...
    Denn Du als Mama hast scheinbar kein Recht auf Erholung. Du kannst auf keinen Fall sagen, dass DU diese Hilfe brauchst- weil er Dich sofort als gestört abstempelt und nie wieder ernst nimmt.


    Also mein Rat ist: Fahrt zusammen auf eine Kur. Vielleicht kann man dort unterschiedliche Angebote wahrnehmen und ist zum Beispiel beim Essen zusammen.
    Du sollest aber in jedem Fall Erholung suchen - nutze jede Gelegenheit aus... vielleicht unternimmt er mal ein Wochenende was mit seinen Vater?


    Ansonsten kann ich Dir noch einen Rat geben, suche einen Arzt, der den Hormonspiegel des Jungen anhand eines Bluttests testet.

  • Eine Diagnose haben wir bis heute nicht, nein.


    Wie schon oben beschrieben, kommt ein Wochenende mit seinem Vater nicht in Betracht, weil es dort NUR Streit gibt. Junior ist danach immer dermaßen durch und aggressiv, dass jegliche Erholung für den A**** ist. Leider Realität. Auch in der Schule und der Betreuung war er nach den Papa-Wochenende kaum zu ertragen. Dies dauerte dann in der Regel bis ca. Mittwoch / Donnerstag. Diese Tatsache macht mich echt traurig :-(


    Du sprichst meine Bedenken aus...genau daran hab ich auch gedacht. Alleine zu fahren, kann auch nach hinten losgehen.


    Hat jemand vielleicht einen Tipp für eine Kurklinik die auch mit "komplexeren" Kindern zurechtkommt?

  • Im SPZ waren wir schon vor langem. Sogar in zwei. :nixwieweg


    Junior wurde langzeitbeobachtet in einer Tagesklinik (teilstationär) -> Man hat zwar verschiedenes herausgefunden, aber keine abschließende Diagnose gegeben.


    Nach den ganzen Ärzten, Psychologen, Therapeuten etc. hat sich Junior komplett verweigert. Nicht ganz unverständlich...


    Seit heute haben wir eine neue Psychologin, die mit ihm arbeiten will, aber erstmal keine weitere Testung macht. Es ist ja nicht so, dass es keine Fortschritte gibt. Aber es sind halt noch Baustellen offen...egal wie die sich nennen.


    Nun geht es darum mich - uns zu stärken für den weiteren Weg. Dieser wird noch lange viel Kraft kosten. Derzeit habe ich allerdings mein dickes Fell verloren....


    Aaaargh...ich wüsste so gerne was ich nun tue ?-( . Hinterher bin ich wieder schlauer :lach .


    Eine Auszeit mit der Unterstützung wie in einer Kur / Reha ist zuhause halt unmöglich...woher sollte ich die Zeit nehmen?


    :mussweg

  • Welche Möglichkeiten hättest du denn ihn woanders unterzubringen während der Kur/Reha?


    Schafft er das mehrere Wochen ohne psychologische Begleitung? Ohne Schulhelfer usw.?


    Also Lenas Anmerkung finde ich wichtig. Ich war sechs Wochen zur Reha letztes Jahr. Mein Kind war nur Begleitkind und meine ist echt unkompliziert. Die Kinderbetreuung war gut, aber bei kleinsten "Auffälligkeiten" der Kinder waren sie auch schnell an ihren Grenzen angekommen. Da wurden Eltern dann schnell wieder in die "Pflicht" genommen. Sprich Kinder wurden wieder abgeholt und Anwendungen unterbrochen.


    Und du solltest bevor du überhaupt eine Klinik auswählst erstmal mit dem Arzt besprechen, was ihr beantragen wollt. Eine Reha oder eine Mutter-Kind-Kur.

    Liebe Grüße


    Friday

    2 Mal editiert, zuletzt von friday ()

  • Ein Medikament ohne Diagnose??? Da gehen bei mir aber sämtliche Alarmglocken los.


    Wie alt ist das Kind denn?

  • Die Unterbringung des Kurzen, sollte ich alleine fahren wird noch besprochen. Steht ja alles erst am Anfang. Ich bin da echt auch noch überfragt und werde mich diesbezüglich noch mit unserer Familienhelferin sprechen. Sie ist zugleich die Betreuerin meines Sohnes.


    Juniorkind wird jetzt im Juli 10 Jahre alt. Das Medikament war - bezogen auf die Aggressionen- der letzte Ausweg. der Kinderarzt kennt Junior schon sehr lange und hat es nach eingehender Untersuchung etc verschrieben.


    Dann werd ich mal den Kinderarzt, meinen Hausarzt und die Familienhelferin befragen.


    Die Psychologin fand beide Wege gut - mit oder auch ohne Kind.

  • Ich tendiere, wie die anderen hier auch, dazu, das mit dem Kind gemeinsam eine Kur zu beantragen. Ein zehnjähriges Kind könnte sich leicht abgelehnt fühlen, wenn es zurückbleiben muss, zumal es offenbar ohnehin Probleme macht. Gerade Problemkinder brauchen besonders viel Liebe und Zuwendung.

  • Liebe Babbel,


    Ich bin auch vorsichtig mit Medikamenten, die einfach aus der Not heraus verschrieben werden. Es wirkt fast so, als ob man den Jungen Mann einfach ruhig stellen will, damit sein Umfeld nicht so leidet. Es tut mir leid, dass ich das so direkt sage. In unserem Fall war es eine viel zu hohe Dopamin-Ausschüttung, die genau eben diese unkontrollierbaren Wutausbrüche auslösten. Hinterher tat ihm alles leid und er fühlte sich schlecht. Da war wieder Aufbau-Arbeit notwendig.
    Auch diese Therapiegespräche führten zu nix - weil natürlich alle keine Ahnung hatten und er alles besser wusste.


    Für die Mutter-Kind-Kur macht das - aber macht das zu zweit. Und such für Dich auch nach anderen langfristigen Methoden sich zu entspannen, z.B. Nähkurs, Yoga und Meditation, Kunst, Fotografie oder vielleicht ein Gesangsverein... irgendwas wo du dich mal für ein bis zwei Stunden in der Woche flüchten kannst.

  • Ne klar, silence...im Normalfall sehe ich das wie du.


    Aber es geht ja auch darum, dass die Mutter sich erholen kann: Wenn der Sohn keinen vernünftigen, auf ihn abgestimmten Rahmen findet, dann wird es schwer. Ihn dann "nur" als Begleitkind laufen zu lassen, ist vielleicht zu wenig und auch kontraproduktiv für die Mutter. Und die sollte doch im Fokus stehen. Da muss schon eine vernünftige Regelung her. Wobei ich es auch schwierig finde ein Kind drei-sechs Wochen woanders unterzubringen.


    Das ist echt ein Dilemma. Also: Reha oder Kur wäre der erste Schritt und zu überlegen Kind als Begleitkind oder Patient?
    Ich weiß nicht, ich kann mir kaum vorstellen, dass es eine passende Betreuung für ihn in der Klinik gibt, wenn das Kind nur Begleitkind sein soll. Weiß gerade es nicht besser zu formulieren.

    Liebe Grüße


    Friday

    Einmal editiert, zuletzt von friday ()

  • Ich find es sehr schwierig hier zu raten. Einerseits seh ich es völlig wie Silence, auf der anderen Seite, wie kann man der Fels in der Brandung fürs Kind sein, wenn man selbst vollkommen am Boden ist?


    Vllt. wäre eine Trennung gar nicht so schlecht, so das Beide mal Zeit haben zur Ruhe zu kommen.

    Es ist besser,
    ein eckiges Etwas zu sein,
    als ein rundes Nichts.

  • huhu,
    finde die anderen vorschlaege gut. das kind auch unter *patient* mit gehen zu lassen, ein guter kinderarzt findet da bestimmt das *richtige* was er dazu aufschreiben muss.
    und es muss eine kur/reha sein die seine betreuung *schafft*


    dir muss bewusst sein, das oft die betreuung in der woche von 8-16uhr ist. danach bist du verantwortlich, sowie auch an den we.
    schafft ihr das beide in einer fremden umgebenung? traust du dir das zu ?


    ich denke das so eine auszeit fuer dich auch gut sein kann. fuer dich allein.
    um richtig kraft zu schoepfen, viel zu lernen und um *runterzufahren*
    wenn dein kind eine gute unterbringmoeglichkeit hat. kann ein abstand auch gut sein, fuer euch beide.....


    leider bin ich kein experte. sehe aber das du kraft tanken musst und darfst.....


    wuensche dir alles gute, sende dir viel kraft........lass dich gut beraten und auch fuer die zukunft. wo du hoffentlich mehr entlastung bekommen kannst......

    Kinder die geliebt werden, werden erwachsene die liebe schenken koennen.


    [font='Tahoma, Arial, Helvetica, sans-serif'] "In meinem Leben habe ich unzählige Katastrophen erlitten. Die meisten davon sind nie eingetreten."

  • Danke für eure zahlreichen Antworten.


    Medikamentengabe spaltet immer die Lager. Für meinen Sohn war es allerdings wirklich das einzige um seinem Kopf eine Pause zu gönnen. Er konnte sich davor auf rein gar nichts einlassen, was jetzt wieder besser klappt. Er konnte nicht mehr reflektieren, was jetzt ebenfalls besser klappt. Sein Kopf ging quasi immer mit ihm spazieren - das war so die Erklärung für ihn.


    letztens sagte er zu mir: "Mama, weißt du warum ich dich so lieb habe?". Ich sagte:" Warum denn?" Er schaute mich an und sagte:" Weil du die Einzige bist, die immer für mich da ist. Egal wie ich zu dir bin."
    Ich möchte meinen Sohn auch weiter gut begleiten, können. Das beinhaltet manchmal aber eben auch eine Auszeit von zuhause - wo ich ja keinerlei Unterstützung habe.


    Schön, dass eure Gedankengänge gleich wie meine sind...


    Ich werde mal Mister Go*** befragen, was es für Kliniken gibt. Am bsten an der Nord-Ostsee. Wir beide lieben diese Gegend und können dort (auch privat im Urlaub) mega gut abschalten.


    Wer noch Ideen oder so hat - gerne raus damit :thanks:

  • Ne klar, silence...im Normalfall sehe ich das wie du.


    Aber es geht ja auch darum, dass die Mutter sich erholen kann: Wenn der Sohn keinen vernünftigen, auf ihn abgestimmten Rahmen findet, dann wird es schwer. Ihn dann "nur" als Begleitkind laufen zu lassen, ist vielleicht zu wenig und auch kontraproduktiv für die Mutter. Und die sollte doch im Fokus stehen. Da muss schon eine vernünftige Regelung her. Wobei ich es auch schwierig finde ein Kind drei-sechs Wochen woanders unterzubringen.


    Das ist echt ein Dilemma. Also: Reha oder Kur wäre der erste Schritt und zu überlegen Kind als Begleitkind oder Patient?
    Ich weiß nicht, ich kann mir kaum vorstellen, dass es eine passende Betreuung für ihn in der Klinik gibt, wenn das Kind nur Begleitkind sein soll. Weiß gerade es nicht besser zu formulieren.


    Als Begleitkind habe ich nicht gemeint. Es wäre gut, wenn das Miteinander von Mutter und Kind gefördert werden könnte.


  • letztens sagte er zu mir: "Mama, weißt du warum ich dich so lieb habe?". Ich sagte:" Warum denn?" Er schaute mich an und sagte:" Weil du die Einzige bist, die immer für mich da ist. Egal wie ich zu dir bin."


    Das hat mir jetzt die Tränen in die Augen getrieben..... es erinnert mich an eines meiner Kinder, das auch von der Norm abwich. Aber, vielleicht tröstet es dich, aus ihm wurde doch ein brauchbarer Erwachsener. :):thumbup: Und weißt du, was dieses Kind heute zu mir sagt? Es ist froh, dass sein eigenes Kind anders ist.

  • Ich Frage , ich einerseits, wie es bei Deinem Sohn ankommt ohne Dich woanders zu sein und welche Einrichtung kann auf die speziellen Bedürfnisse Deines Sohnes eingehen, diese händeln.


    Auf der anderen Seite wäre ein Durchbrechen der Spirale in der ihr Euch bewegt vielleicht gar nicht verkehrt.


    Schwierig.


    Ich weiß es gibt nicht für alles eine Diagnose, aber meine Priortät wäre da weiter zu machen , bevor ich eine Mutter Kind Kur o.ä. in Betracht ziehen würde.


    Mit einem speziellen Kind im falschen Kurhaus und Du kommst fertiger zurück, als Du hingefahren bist.



    Im Dezember kam von einer Userin der Vorschlag eines gemeinsamen Aufenthaltes in der Psychiatrie, das wäre mein erster Weg.
    Möglicherweise würde es ja so eine Diagnose geben, was ich wichtig finde in Bezug auf die Medikation und was vielleicht noch andere Türen in Richtung Hilfe öffnet.



    Wird er durch andere betreut ausserhalb der Schulzeit, geht das?


    Liebe Grüße


    Ute