Gehaltserhöhung-bzw. Umwandlung bei Aufstockern

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  • Guten Morgen,


    meine Freundin bat mich, Euch was zu fragen.


    Sie hat einen Teilzeitjob und stockt beim Jobcenter auf. Nun soll mehr Geld vom Arbeitgeber bekommen.
    Sie fragt sich, ob es was als Geld-Alternative gibt, was sowohl für sie als auch für den AG vorteilhaft ist.
    Könnte sie sich zum Beispiel ein Monatsticket vom AG zahlen lassen?


    Ich meine, je höher der Netto-Auszahlungsbetrag, desto weniger die Leistung vom Jobcenter. Kann sie den Nettobetrag mehr oder weniger unberührt lassen, indem vorher die Kosten für das Ticket vom AG abgezogen werden?


    Oder für Altersvorsorge interessiert sie sich auch. Könnte sie eine private Rentenversicherung abschließen, die vom AG bezahlt wird?


    Ich kann ihr diese Fragen leider nicht genau beantworten, ich weiß daß es steuerbefreite Zuwendungen gibt die für beide Seiten Vorteile bringen, aber mein Wissen ist nicht ausführlich genug.


    Vielen Dank.

    Wer sich den Gesetzen nicht fügen lernt,

    muß die Gegend verlassen, wo sie gelten.

    (Johann Wolfgang von Goethe)

  • Wie wäre es, das sozialsystem nicht auszunutzen und es so zu nehmen, wie es ist. Hat sie kein Interesse daran aus dem hartz4 Bezug rauszukommen?


    Sorry, aber ich hab da wenig Verständnis für. Der Staat hilft schon aus und dann versucht man sich noch daran zu bereichern. Ich wäre mir im übrigen nicht sicher, ob man geldwerte Vorteile nicht auch angeben muss. Werden die Fahrtkosten bzw km pauschale nicht sowieso schon beim aufstocken berücksichtigt? Wenn der AG die Fahrkarte bezahlt und sie Geld vom Amt dafür bekommt, bzw ihr nicht angerechnet wird, ist das ja doppelt abkassiert.


    Sorry, vielleicht sehen andere anders, aber für mich ist das betrug an der solidargemeinschaft.

  • Huhu,


    ich verstehe wie Du das meinst. Ich glaube aber nicht, daß sie das so niederträchtig meint.
    Es gibt nunmal Dinge, die man legal machen darf, das hat nichts mit Betrug zu tun. :frag
    Manche steuerbefreite Leistungen werden ja trotzdem ganz normal auf der Gehaltsabrechnung aufgelistet, das sieht das Jobcenter ja.


    Vom Jobcenter bekommt man kein Geld für ein Ticket. Ich war auch mal im Leistungsbezug, das muß man selber bezahlen.

    Wer sich den Gesetzen nicht fügen lernt,

    muß die Gegend verlassen, wo sie gelten.

    (Johann Wolfgang von Goethe)

    2 Mal editiert, zuletzt von Nele64 ()

  • "…von dem Einkommen Erwerbstätiger für die Beträge nach § 11b Absatz 1 Satz 1 Nummer 5 des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch bei Benutzung eines Kraftfahrzeuges für die Fahrt zwischen Wohnung und Arbeitsstätte für Wegstrecken zur Ausübung der Erwerbstätigkeit 0,20 Euro für jeden Entfernungskilometer der kürzesten Straßen­verbindung, soweit der oder die erwerbsfähige Leistungsberechtigte nicht höhere notwendige Ausgaben nachweist."


    Sie bekommt aber eine km pauschale wenn sie mit dem Auto fährt bzw kann die kosten für öffentliche Verkehrsmittel centgenau anrechnen lassen...


    Damit bezahlt das jc bereits "Fahrtkosten" indem sie das Geld dafür von ihrem anrechenbaren verdienst bereits abgezogen haben.

  • Sorry, verstehe ich nicht.


    Ich steck nicht drinnen, was ein JC alles anrechnet. Hat ja auch einen Grund warum ich ihr ihre Fragen nicht beantworten kann.
    Ich weiß nur, daß mit Sicherheit keine faulen Dinge geplant sind. :kopf

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  • Also, ich bin da auch kein Experte. Aber ich denke, alles was einen geldwerten Vorteil bringt, wird vom Jobcenter angerechnet. Kommt halt nur drauf an, ab welchem Betrag oder in welcher Höhe. Mir hat man damals sogar das wöchentliche Fresspaket angerechnet, das ich von meiner Oma bekommen hab. Einen Laib Brot, 5 Semmeln, eine Packung Eier, einen Liter Milch und 500 Gramm Wurst und Käse. Man hat das mit 120 Euro monatlich angerechnet, weil man einfach mal davon ausging, dass ich mich um Lebensmittel nicht kümmern muss. :frag Ich fands doof, aber zu machen war da nix. Das hat man davon, wenn man ehrlich ist, dachte ich mir. Warum aber der Gang zur Tafel nicht angerechnet wurde, keine Ahnung. Liegt wohl auch ein wenig im Ermessen des SB. :tuedelue

    Finde Dein Licht und finde Deine Schatten. Erst dann wirst Du zu Deiner Mitte finden.

  • Der AG kann ihr einen Sachbezug z.B. Gutschein bis 44 Euro ausstellen - allerdings muss sie den melden und der wird angerechnet.
    Im Endeffekt taucht jedes Essen vom AG auf - wenn er es richtig versteuert und dann je nach SB wird auch fast alles gekürzt.


    Riestern könnte sie - fraglich ob ihr das am Ende im Alter etwas bringt - dazu müßte sie ihre Rentenerwartung prüfen - ob sie überhaupt über die Grundsicherung kommt.


    Grundsätzlich würde ich auch versuchen "vom Amt wegzukommen" - das spart viele Nerven und Zeit.


    Ich würde lieber die Gehaltserhöhung oder auch Stundenaufstockung nehmen, als die paar Euro, die dann dreimal geprüft und eingereicht werden müssen.


  • Das ist doch mal eine hilfreiche Antwort, dankeschön!!


    Sie will mit Sicherheit raus aus dem Leistungsbezug, momentan gehts aber nicht.


    Und nochmal, hier liegt kein Betrugs-Versuch vor, sondern lediglich das Prüfen wollen von legalen Vorteilen.


    @Dade, das ist aber auch harter Tobak was Du erzählst. :wow
    Ich weiß nicht, ob das heutzutage noch legitim wäre. Früher wurden auch Gelder gekürzt wenn man zur Kur fuhr (weil man dort ja auch versorgt wird), das ist mittlerweile auch nicht mehr rechtens.

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    (Johann Wolfgang von Goethe)

  • Vom Jobcenter bekommt man kein Geld für ein Ticket. Ich war auch mal im Leistungsbezug, das muß man selber bezahlen.


    Doch, kriegt man (ich auch). Man muss allerdings einen speziellen Antrag dafür stellen, begründen, weshalb man das Ticket braucht und jeden Monat die Fahrkarte einreichen. Mach ich aktuell so (und hab auch erst ne Gehaltserhöhung bekommen :D )


    Im Endeffekt glaube ich aber auch, dass ihr - egal wie sie das Geld vom Arbeitgeber bekommt - das immer in irgendeiner Form vom Amt berechnet und abgezogen wird.

  • Wenn ich mich recht entsinne, wird es aber nicht bis auf den letzten Cent angerechnet. Das geht stufenweise, die ersten 100 sind frei, dann 30% und dann 10%, oder so ähnlich. Ja, das sind Peanuts, wenn von einen Nettoeuro nur 10 Cent bleiben, aber so kriecht man peu a peu aus den Bezug raus. War ja bei mir auch so: Gehaltserhöhung, auf 30h (ping! Draussen), auf 39h, Gehaltserhöhung....
    Tatsache ist auch das Riestern und Bruttolohn "drücken" sich irgendwie beißt. Das Jobticket erhöht nicht wirklich den Rentenanspruch, eine direkte Gehaltserhöhung aber ganz sicher.
    Wie man sieht bin ich nicht wirklich firm.

  • Das Riestern würde ich lassen. Wenn schon absehbar ist, das die Rentenansprüche gering sein werden, dann ist auch absehbar dass der Auszahlungsbetrag für das Riestern erst mal wieder verlebt werden darf, bevor man staatliche Unterstützung erhält.
    Nicht anrechenbare Sachbezüge in Erwerbstätigkeit müssen dergestalt sein, dass sie für andere keinen Marktwert haben. Man kann sie also nicht verkaufen oder sonst wie zu Geld machen.
    Ich würde mal über eine arbeitgeberfinanzierte Weiterbildung nachdenken.
    Dafür kann man sogar Bildungsurlaub beantragen.