Mutter mit in den Haushalt nehmen oder nicht?

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  • Zum Thema Putzkraft muss ich mal noch was los werden.


    Ab Pflegegrad 2, stehen einem 125,- € monatlich für Betreuungsleistungen zu. Diese 125,- € kann man sich anders als das Pflegegeld nicht auszahlen lassen. Die Betreuungsleistungen müssen durch eine zertifizierte Person bzw. Unternehmen erbracht werden. Ganz häufig ist es so, dass für diese 125,- € ein Pflegedienst den Haushalt macht und/oder die Einkäufe erledigt.

  • Ich habe in der Pflege gearbeitet und pflege nun seit 15 Jahren meinen Sohn.


    Es liegen Welten dazwischen und es liegen noch mal Welten dazwischen, ob ich meine Kind pflege oder meine Eltern.


    Ich habe meine schwerkranke Mutter unterstützt soweit es ging , aber diese Stunden sind so viel schwerer gewesen als jede Pflege vorher.Da fehlt die Distanz.
    Da schwebt immer ganz viel mit im Raum unverarbeiteter Groll, es aushalten müssen, das die starken Eltern schwach werden , dann die Macken der Eltern, die ihre Rolle nicht verlassen wollen.
    Ich weiß nicht, was ich gemacht hätte, wäre mein Vater nicht da gewesen (nicht das er sich gekümmert hätte), er blockierte jede Art von Hilfe durch Pflegedienst etc.


    Weil klar kommt da das Gewissen, es ist ein Elternteil, da hilft man doch u.ä.


    Doch was hilft es, wenn man irgendwann der Mutter den Hals umdrehen möchte, wenn die Beziehung kaputtgeht, wenn das eigene Leben in die Brüche geht usw.


    Was hilft es der Mutter, die sich vielleicht als Anhängsel fühlt, die sich in ihrer Selbstbestimmtheit eingeschränkt fühlt.
    Ein Zimmer ist keine Wohnung usw.


    Ich weiß es ist eine ganz schwierige Entscheidung für alle.


    Früher ,da war das keine Frage, 3 Generationen unter einem Dach etc,das war aber weil die Menschen keine Wahl hatten uind nicht unbedingt freiwillig.


    Ich glaube auch, das ein Elternteil nicht bei sich aufnehmen, nicht heisst, man liebt es weniger und ist ein Rabenkind.


    Liebe Grüße


    Ute

  • Auch hier ging es weiter. Wir fanden eine Wohnung im Dezember im Nachbarort. Nicht optimal mit Treppen. Aber hier ging es auch nicht mehr. Ständig am nörgeln und jammern. Kaum zu ertragen. Dort aber dann auch. Die Wohnung war nichts für sie, die Vermieterin blöd, etc. Im Januar erlitt sie einen Schlaganfall. Leider spät bemerkt. Sie kam ins KH und schimpfte mit mir ich hätte sie sterben und einschlafen lassen sollen. Dabei hat sie sich gut erholt, nur neuroligisch schwierig. Ihr schmeckt nichts mehr, sie nimmt ab, meckert noch mehr.
    Da ihre Hüftarthrose noch schlimmer wurde, gingen die Treppen nicht mehr.
    Wie gerufen kam da die Zusage auf eine Wohnungsbewerbung in der Stadt 20 km entfernt. Damit hatten wir nicht gerechnet. Eine seniorengerechte Wohnung, 45 m² für 290 kalt sozial gefördert, dann noch der Antrag auf Pflegestufe 2 genehmigt. Wir sahen uns die Wohnung an. Die bisherige war eher ein Loch unterm Dach. 1 kleines Zimmer, Minibad und Miniküche für 340 warm. Und im 1. Stock, aber ne nette Vermieterin, die jeden Tag Essen brachte.
    Ich überzeugte (überredete) meine Mutter im Hinblick auf ihre eingeschränkte Mobilität, nach einem halben Jahr nochmal umzuziehen. Sie war nicht begeistert, aber es war vernünftiger. 2 große Zimmer, möblierte Küche, fast genauso teuer mit Wohngeld, dazu noch einen tollen Balkon auf dem es im Sommer luftig ist und sie nicht raus muss, wenn sie mal frische Luft braucht. Ich hab mich auch um alles gekümmert, alle Anträge gestellt auf Wohngeld, die Pflege etc. Am 1.6. zog sie dann um, hintenrum erzählte sie allen, sie würde nur herumgeschoben. Ja sicher, 2 Umzüge in euinem Jahr mit 84 sind nicht toll, aber eine Wohnung mit Aufzug, elektrischen Türen, behindertengerecht eingerichtet ist auf lange Sicht besser. Dazu in der Stadt mit viel mehr Einkaufsmöglichkeiten.
    Um die Hüfte hab ich mich nun auch gekümmert und in 3 Wochen bekommt sie ein neues Hüftgelenk. Sie konnte sich kaum noch selbt versorgen und der Orthopäde bescheinigte auch eine Arthrose 4. Grades.
    Hier scheint sie erstmalig kooperativ, da sie das auch wirklich will und wohl Hoffnung in die OP setzt. Aber in der neuen Wohnung auch nur Gemecker. Der ALDI um die Ecke ist blöd, das Essen beschissen, die Nachbarn nur Ausländer und Russlanddeutsche, das Haus marode.
    Irgendwie kommt sie mir total undankbar vor und ich merke manchmal dass ich die Geduld verliere und öfter mal laut werde gegenüber ihr.
    Heute dann konnte sie das erste mal gar nicht vom Parkplatz in die Klinik laufen, wir hatten Vorbesprechnung zur OP. Da musste ich sie an der Hand nehmen, wie sie früher mich beim Laufenlernen....
    Das war dann wieder rührend, sie ist auch ein herzensguter Mensch, aber sehr eigenartig in ihrem Verhalten und nach dem Schlaganfall noch mehr .


    Also wenn ich das so lese, mit meiner Mutter war am meisten los und es gab viele Veränderungen. Dazu gibt es noch ihr altes Haus, das keiner kaufen will und eine totale Ruine ist und bald zusammen fällt und die Schäden, die dann an Nachbarhäusern entstehen, muss sie zahlen, da das Haus nicht versichert ist. Und der Abriss soll 25.000 EUR kosten...puhhh...

    Sei einfach Du selbst, alle anderen gibt es schon

  • Dass ihr getrennt voneinander wohnt ist dennoch die richtige Entscheidung. Manchmal hab ich den Eindruck, dass manche Menschen einfach immer meckern müssen, so, als wäre es ein Verrat am bisherigen, wenn man etwas Neues (auch) gut findet. Die Schwierigkeiten, etwas Neues und Ungewohntes zu akzeptieren, die kann ich nachvollziehen, das geht mir auch so. Aber dennoch sehe ich es ein, wenn keine andere Wahl bleibt. Ich hoffe, das bleibt mir auch noch lange erhalten.


    Zum Haus: Ich vermute, die 25.000 € sind langfristig die preiswertere Alternative, wenn die Schäden an den Nachbarhäusern von ihr bezahlt werden müssen. Vielleicht könnt ihr ja anschließend das Grundstück verkaufen?

    Im Forum gängige Abkürzungen:
    ABR: Aufenthaltsbestimmungsrecht (kann sich auf das alleinige ABR beziehen) / ASR: Alleiniges Sorgerecht / GSR: Gemeinsames Sorgerecht / SR: Sorgerecht
    BU: Begleiteter Umgang oder Betreuungsunterhalt / KU: Kindesunterhalt / UHV: Unterhaltsvorschuss / WM: Wechselmodell / BET: Betreuungselternteil / UET: Umgangselternteil
    TE bzw. TS: Threadersteller bzw. Themenstarter / JA: Jugendamt
    KV: Kindsvater / KM: Kindsmutter / ET: Elternteil / GE: Großeltern

  • Also wenn ich das so lese: muss jeder natürlich selbst entscheiden, aber die Amerikaner haben ein paar sehr gute Sprichwörter. Eines, das zu meinen Lieblingen gehört, lautet „familiarity breeds contempt“. Ich finde ein bisschen Abstand eher gut. Grad, wenn einer ein bisschen schwierig ist. Die große Frage ist doch, ob sie bei Dir zufriedener wäre. Was ich zu bezweifeln wage....

  • Zufriedener war sie nicht und wäre sie nicht. Sie hat hier ja 6 Monate gelebt und hat nur gemeckert, sich bei den Kindern hintenrum über das Essen beschwert, egal ob ich oder meine Partnerin gekocht haben. Sie ist nicht böse, aber oft sehr merkwürdig. Sie redet auch permanent, das einem schwindlig wird und es gibt noch andere Dinge, die ich hier nicht erwähnen möchte. Manchmal ist sie einfach nur peinlich. Aktuell ist sie erst mal im Krankenhaus, da sie ein neues Hüftgelenk braucht und dagegen hat sie sich lange gewehrt, jetzt war es fast schon zu spät. Leider bedankt sie sich nie für etwas, das man tut. Die Wohnungssuche, mich um ihr altes Haus zu kümmern (Ich habe einen Käufer, der es so nimmt, wie es ist), die OP zu organisieren etc.

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